Bauer Willi
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Die Vergiftung einer Debatte

Eine Buchbesprechung von Rainer Winter. Es geht dabei um das neue Buch von Jan Grossarth, in dem er sich mit dem Wandel von Begriffen rund um den Agrarbereich befasst. Lesenswert!

Die Vergiftung einer Debatte – eine Rezension in fünf Akten

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25 Kommentare

  1. Eckehard Niemann sagt

    Rezension in AGRAR-HINWEISE – 3.9.2018 – Eckehard Niemann:
    „Vergiftung der Erde“

    Über die Notwendigkeit und Seriosität politisch-plakativer Begriffe
    Der FAZ-Journalist Jan Grossarth, einer der wichtigsten Agrarjournalisten in der deutschen Zeitungslandschaft, beschreibt und analysiert in seinem neuen Buch „Die Vergiftung der Erde“ die „Metaphern und Symbole agrarpolitischer Diskurse seit Beginn der Industrialisierung“. Denn derlei „klingende Worte“ sollen plastisch-drastisch-generalisierend bestimmte Entwicklungen oder Gefahren deutlich auf einen Nenner bringen. Sie sollen z.B. die Zerstörung der Erde und der Natur in Bilder fassen: „Waldsterben“, „chemischer Tod“ oder „Krieg gegen die Natur“

    Grossarth untersucht vor diesem Hintergrund, welche Rolle der symbolische Begriff von „Gift“ und „Vergiftung“ im übertragenen Sinne bisher in der Ideengeschichte und in den politischen Debatten gespielt hat: vom antisemitischen Vorwurf der angeblichen „jüdischen Brunnenvergiftung“ (als Ursache der Pest) bis hin zur „Verseuchung des Deutschen Blutes“ und den Kampagnen gegen die Agrarchemie-„Ackergifte“ einer „industrialisierten Landwirtschaft“ oder aus anderer Sicht „modernen Landwirtschaft“…
    Laut Grossarth ordnet diese Metaphern aktuell so ein: Um das Sterben der Rebhühner zu beziffern, genügen Statistiken. Aber die dringen nicht durch in die Herzen, nicht mal in die von Statistikern. Um Temperaturzunahmen zur Sprache zu bringen, reicht die Sprache der Wetteringenieure völlig aus. Aber das berührt die Leute nicht. Um diese Dinge als Krise zu deuten, als bedauerlich, existenzbedrohend, instabil, auch als kulturelle Verarmung, braucht es Metaphern.

    Wenn wir nicht mehr imstande wären, metaphorisch von einer Umweltkrise zu sprechen, gäbe es keinen Problemfokus, keine politische Handlung. Ökologische Krise ist eine Deutung von Einzelphänomenen, in der Erfahrung, Wahrnehmung, kulturelle Erinnerung und das statistische Fachwissen zusammenspielen.“ Die Gift-Metapher schlägt Brücken zwischen Einzelereignissen in Natur und Kultur, zwischen Technik, Umwelt, Ökologie und Ideologie. Die Wortwahl prägt selbst das öffentliche Bild der Wirklichkeit, „Definitionen schaffen Realitäten“, „wer die Dinge benennt, beherrscht sie.“

    Metaphern können Ausdrucksformen von Reinheitsideen sein, von kulturell-politischer Behauptung des „Richtigen“ gegenüber dem „Falschen“, von Selbstbild- und Fremdbild-Konstruktionen, Einfallstore der Irrationalität, Effekthascherei durch Skandalisierung für mehr öffentliche Aufmerksamkeit, Instrumente der zuspitzenden Übertreibung oder aber auch bildliche Mittel für umfassende „Wirklichkeitsbeschreibungen“. Grossarth untersucht dies historisch und aktuell an dem Begriff des „Gifts“ als naturwissenschaftlichem (durchaus nicht klarem) Begriff, als Symbol in religiösen und politischen Zusammenhängen und aktuell in der Agrardebatte und in der Naturschutz- und Umweltbewegung.

    Derzeit sieht es für Grossarth so aus, als seien die alten Metaphern – Waldsterben, Robbensterben, Bienensterben, Klimawandel, Massentierhaltung oder Pestizide (aber auch „moderne Landwirtschaft“, „Pflanzenschutz“ oder tierische „Veredlung“) – ausgelutscht, unbrauchbar, verdächtig, erstarrt. Grossarth fordert deshalb ein Überdenken der bisherigen Begrifflichkeiten und ihrer Nutzung und auch eine nachvollziehbare argumentative Unterlegung.

    Er betont zugleich die große Bedeutung von Metaphern: als einem wichtigen Mittel der Aufmerksamkeitsfokussierung und der politischen Handlungsmotivation, ohne die politische Handlung ausbliebe und ökologische Probleme ungelöst blieben. Sie seien „Bilder für eine für die meisten Menschen zumeist unsichtbare drohende Katastrophe: die des Zusammenbruchs des Nahrungssystems, wenn das Erdöl ausbliebe, oder die eines ökologischen Gleichgewichtsverlustes, der irreversible Folgen hätte (etwa infolge gentechnischer Manipulationen an Tieren und Menschen mittels der Technik der Genomscheren wie CrisprCas). Und doch: Gerade etwas so Existenzgefährdendes wie Gleichgewichtsverlust oder Vergiftung, das sollte nicht einfach so behauptet werden.“ -en

    Jan Grossarth; „Die Vergiftung der Erde. Metaphern und Symbole agrarpolitischer Diskurse seit Beginn der Industrialisierung“, Campus-Verlag, 2018, 512 Seiten, 39,95 Euro.

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    • Obstbäuerin sagt

      Stimmt, wie wir gesehen haben, reicht eine falsche Metapher und das Desaster ist perfekt.
      Allerdings gingen dieser viele Angst- und Panikmetaphern voraus.

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  2. Friedrich sagt

    So ein Buch hätte ich dem Herr Grossarth garnicht zugetraut. Das ist perfekt und sachlich . Das werde ich kaufen. Mein Fazit zu unserer demokratischen Landschaft ist , daß wir über die Medien usw. nur eine gesellschaftliche Meinung zu haben haben und alles was da abweicht , ob links oder rechts wird niedergemacht. So bringt man eine Demokratische Gesellschaft in die Spaltung. Ich kann unseren Mitbürgern nur raten , sich mehr um Politik und Wirtschaft zu kümmern, denn dann und nur dann geht es mit unserem Wohlstand bergauf. Die jetzige Politik moderiert und führt nicht. Da gibt es nur einen Wasserschlauch statt einer Eisenstange im Rücken aller Verantwortlichen . So bekommen immer die Schreihälse den Zuspruch , auch wenn wir so volle Pulle an die Wand fahren.
    Wir sind wieder voll dabei einen „Deutschen Sonderweg“in Europa zu machen und das ist uns noch nie gut bekommen. – Mit Herrn Grossarth haben wir noch einen Aktiven im Arbeitsleben , der es wagt so ein Buch zu schreiben. Bravo !! Normalerweise wagt das in diesem Land nur einer , der schon in Rente ist, weil er dann nicht mehr von der Politik wirtschaftlich abgestraft werden kann. Davon müßte es mehr Führungsleute in diesem Land geben.Auch wir Bauern haben nur unseren Willi und Alois die den Mut dazu haben für uns Bauern zu kämpfen. Ein Hoch an alle Tapferen mit einer Eisenstange im Rücken.

    12+
    • Stadtmensch sagt

      Kennst du das „Stahlgehäuse des Kapitalismus“, das Max Weber beschrieben hat? Es wird um so fester je mehr kleine angepasste Untertanen mit Stahlstangen übereinander herfallen (und wenn sie nur aus Langeweile an der Börse zocken). Mist, ich wollte eigentlich mein schönes Infrastrukturbuch weiter lesen – statt dessen schon wieder eine Lobeshymne auf Möchtegern Freigeister (Broder war schon hart).
      Wer wissen will, wie und warum hier die Landwirtschaft „chemisiert“ wurde, sollte lieber Fank Uekötter „Die Wahrheit ist auf dem Feld“ lesen.

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      • bauerhans sagt

        warum soll ich denn über wahrheiten auf feldern lesen,wenn ich erfolgreich an der börse geld verdiene.

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      • Dorfmensch sagt

        Sehr geehrter Stadtmensch,

        der Titel Frank Uekötter „Die Wahrheit ist auf dem Feld“ ist aufgrund seiner selektiven und völlig unzureichenden Quellenauswahl ehe nicht geeignet, die Entwicklung neutral zu beleuchten, liefert aber viele (überwiegend unzutreffende) Argumente gegen die normale Landwirtschaft.

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      • Dorfmensch sagt

        Sehr geehrter Stadtmensch,

        der Titel Frank Uekötter „Die Wahrheit ist auf dem Feld“ ist aufgrund seiner selektiven und völlig unzureichenden Quellenauswahl eher nicht geeignet, die Entwicklung neutral zu beleuchten, liefert aber viele (überwiegend unzutreffende) Argumente gegen die normale Landwirtschaft.

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    • bauerhans sagt

      Friedrich,das ist herrn grossarths dissertation,vielleicht sein meisterwerk.
      ich hab mir eine dissertation der uni halle/saale aus 1925 besorgt,wo die landwirtschaft hier in meinem teil der „provinz westfalen“ ausführlich beschrieben wird.
      das ist gut 100 jahre her,aber aus meiner sicht,wirtschafteten die wie im mittelalter.

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  3. fingerphilosoph sagt

    Wie Grossarth den Begriff „Gift“ im Kontext der Landwirtschaft untersucht, hätte man umgekehrt das erstaunliche Fehlen dieses Begriffs im industriell-technischen Kontext untersuchen können.

    Vergleichbar „Ackergiften“ könnte man im Kontext der Autoindustrie durchaus von „Straßengiften“ reden. Die Bevölkerung ist bis in die 80er Jahre hinein ja auch tatsächlich durch bleihaltiges Benzin vergiftet worden. Dass Blei hochgradig giftig ist, ist bewiesene Tatsache. Ein in München in den 80er oder 90er Jahren untersuchtes Skelett weist offenbar einen Bleigehalt auf, der 9000x höher ist als der von Ötzi & Co., die sich ihrerseits jedoch bereits an ihrer damaligen Technik ver“giftet“ haben, bspw. mit Arsen.

    Selbst heute, wo Diesel in Verruf geraten ist, redet niemand von „Straßengiften“, stattdessen von „Feinstaub“ und „Belastungen“, was doch relativ harmlos klingt. Das Thema „Vergiftung durch Pestizide“ ist in den Medien ein Dauerbrenner, während „Vergiftung durch Schwermetalle“ kaum noch je einen Artikel wert ist. Die „Vergiftung durch Autoabgase“ wird erst gar nicht bei diesem Namen genannt.

    Erstaunlich ist weiterhin, dass – von Monsanto einmal abgesehen – in der Regel nicht die Hersteller der Pestizide ins Kreuzfeuer öffentlicher Kritik geraten, sondern die Anwender (die Bauern). Und Monsanto wird weniger wegen der Herstellung von Pestiziden, als vielmehr wegen der Herstellung genmanipulierter Organismen angegangen.
    Verglichen mit dem allgegenwärtigen LW-und Bauern-Bashing durch NGOs hält sich der öffentliche Protest gegen BASF, Bayer, Syngenta oder DuPont doch in sehr engen Grenzen. Es scheint also durchaus in Ordnung, die „Gifte“ herzustellen – das sichert schließlich Arbeitsplätze – während man die Anwender schon gern mal kriminalisiert.

    Das sind m.E. Hinweise darauf, dass es in der öffentlichen Diskussion nicht um eine möglichst „giftfreie Lebensweise“ geht, wie die Vertreter der öffentlichen Meinung (NGOs etc.) uns glauben machen wollen, sondern um etwas Anderes. Die LW in den hochentwickelten Ländern wird nicht etwa wegen ein paar Bienen mehr oder weniger zerstört, sondern deshalb, weil der moderne Stadtmensch das agrarische Zeitalter endgültig hinter sich lassen will.

    Die Nahrungsmittelherstellung soll deshalb gänzlich unsichtbar werden. Das erreicht man am besten, indem man sie hinter der Scheinidylle einiger Musterhöfe verschwinden lässt, deren Aufgabe nicht darin besteht, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, sondern eine nicht vorhandene Harmonie mit der Natur vorzugaukeln. Der Löwenanteil der benötigten Nahrungsmittel wird entweder abseits in vollindustrialisierten Produktionsanlagen oder halt im Ausland produziert.

    17+
    • Paulus sagt

      Philosophisches Geschwurbel, nicht unbedingt von der Hand zu weisen, allerdings bar jeglicher naturwissenschaftlicher Erkenntnisse, und somit weder der einen noch der anderen Fraktion dienlich.

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      • Er hat doch klar gemacht, dass die naturwissenschaftlichen Fakten nicht zählen dürfen in der Scheinidylle!

        Z.B. Alle Eier.,die man im Discounter kaufen kann von freilaufenden Hühner und die die Nahrungsmittel verarbeitende Gewerbe oder Industrie benutzt sind von Tretradpacks, bestimmt von ausländischen Käfighühnern.

        Sind wir denn noch kleine Kinder, dass wir da nicht durchblicken können?
        Glauben wir nicht na den Osterhasen in unserem feinen Scheinidyll?

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      • fingerphilosoph sagt

        @ Paulus

        Vielleicht kannst Du dem Philosophen ja freundlicherweise erklären, wem jetzt dieser von Dir verschwurbelte Kommentar dienlich sein soll und welche herausragenden naturwissenschaftlichen Erkenntnisse sich darin verbergen. 🙂

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    • Paulus sagt

      Grossarth hat eine Diss, wissenschaftlich präzise zu einem bestimmten Thema hingelegt und sich nicht im Unendlichen verloren. Nicht mehr und nicht weniger. Sonst wäre er wohl auch auf die Schnauze gefallen.

      2+
      • Stadtmensch sagt

        Grossart hat in Archiven der „Konzernpresse“ gefunden, dass sogenannte „Umweltschutz-Bewegte“ allesamt verkappte Nazis sind. Die einfach nicht anerkennen wollen, dass es zum perspektivlosen Wohlstand keine Alternative gibt. Ehemalige Ossis z.B., denen ihr geliebter Sozialismus zerbröselt ist, brauchen eine neue kraftvolle Ideologie. Das hat er ganz wissenschaftlich herausgefunden.
        Aber er war auch bissel kritisch: Zitat: „er bezieht klar Stellung und sieht die Agrarbranche gefordert, viele der ihr vorgeworfenen Probleme zu lösen: Den Einsatz von Pestiziden zu reduzieren, den Artenschutz und die Tierhaltung zu verbessern“ Wasdenn nun? Oder: „Neben der amerikanischen kulturkritischen Umweltbewegung findet er viele weitere Autoren, die mit ihren Schriften nicht ideologisch-heilssuchend oder feindbild-fixiert auf gravierende globale Probleme aufmerksam machen“

        Etwas Positives hab ich gelernt: Es gibt gar kein Problem mit Kohlenstoff- und Stickstoffkreislauf!
        Schön oder? Kann ich gleich wieder den Bestellknopf drücken. Um den Müll kümmert sich das System – Allet schick!

        Darauf einen Ivan Illich: „Meine Arbeit ist ein Versuch, mit großer Traurigkeit die Tatsache der westlichen Kultur zu akzeptieren“.

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  4. Ich bin gewiss nicht mit allem dacor, was Grossarth so von sich gibt, aber:
    „Den Gegner oder Feind als Gift zu brandmarken, stellt eine hohe Stufe der verbalen Eskalation in der Tradition der Schmähung und Stigmatisierung dar. Sie bereitet dessen Überwachung, Kontrolle, Ausgrenzung oder sogar Tötung rhetorisch vor und ist daher ein sprachliches Werkzeug des Diskursausschlusses.“ Genau darum geht es.

    4+
    • Obstbäuerin sagt

      Von einem kirchlich geprägten Verein habe ich heute eine Mail zur Auswertung einer Veranstaltung bekommen, wo es darum ging, wie lege ich mein Geld sinnvoll an, falls ich denn welches übrig habe. Dazu gab´s gleich das drohend Fazit: Oder wollen sie, dass mit ihrem Geld so verwerfliche Dinge wie Atomwaffen, Rüstungsgüter, Verletzung der Menschenrechte, Drogen, Gentechnik oder PESTZIDE finanziert werden?

      3+
  5. Bergbäuerin sagt

    Die Ausgangslage umfasst 2 Fakten:
    A) Dem Durchschnittsbürger geht beim Anblick einer traditionellen Kulturlandschaft das Herz auf. Ein großer Teil des Tourismus lebt davon. Ich glaube nicht, dass das nur Folge einer entsprechenden Manipulation ist, sondern da werden tiefe Sehnsüchte angesprochen.
    B) Eine traditionelle Kulturlandschaft könnte niemals 82 Millionen Deutsche und 9 Millionen Österreicher ernähren, schon gar nicht mit diesen Ansprüchen an hochwertige billige Ernährung und auch weil ein Gutteil davon schon verbaut ist.
    Wie bringt man das unter einen Hut? Nur durch Verzicht, und Verzicht ist ein großes Tabu in dieser Wohlstandsgesellschaft.
    Man könnte verzichten auf so ziemlich alles an Wohlstand und Annehmlichkeiten, auf Nachwuchs und Zuwanderung, wohl auch auf dieses lange Leben, das wir haben. Oder man verzichtet auf das, was man an einer Landschaft schön findet.
    Gegenwärtiges Leben und schöne Kulturlandschaft geht nicht. Vielleicht gibt es etwas dazwischen, aber wenn, dann nur auf beiden Seiten.
    „Verzicht“ ist insofern ein Zauberwort, als es impliziert, dass das, worauf verzichtet wird, tatsächlich ein Wert ist.

    3+
    • Lieschen Müller sagt

      Punkt A gefällt mir, Punkt B weiß ich nicht, müsste man nochmal probieren. Wir müssen ja nun auch nicht 82 Mio sein.

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  6. Obstbäuerin sagt

    Da wird einem die Komplexität dieses Netzwerkes erst so richtig bewusst. Die Missachtung unseres Berufsstandes wird mir gerade jetzt durch die nicht mehr vorhandenen Bereitschaft zur fairen Zusammenarbeit von kommunalen Angestellten deutlich. Es sind so viele kleine Bausteine, die sich zu einem riesigen Klotz zusammenballen, der uns das Überleben immer mehr erschwert. Meine Motivation ist im Moment auf einem Tiefpunkt.

    7+
  7. Christian Bothe sagt

    Nicht schlecht und gut sprachwissenschaftlich dargestellt und vom Autor analysiert.Das gibt es leider heutzutage nicht mehr so oft.Leider trifft das auch für Leute aus dem Fach (LW) zu…Auf jeden Fall lesenswert selbst das Exzerpt.

    1+
  8. Ja,
    mit Ungewissheit und dem Unbekannten nicht umgehen können ist wie Gift!?!
    Wird endlich Zeit sich damit mal auseinander zu setzen!

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  9. Schmeckt gut sagt

    Eine Buch und eine Buchbesprechung, die den Kern unserer Probleme ganz gut beschreiben. Wir rennen aufgrund der Komplexität unserer Betriebe den Kampagnien der NGOs hinterher. Gegendarstellungen gehen unter, positive Bilder werden zerrissen und uns nicht geglaubt. Auch mein Eindruck ist, dass den Bioverbänden nicht bewußt ist oder es verdrängt wird, dass ihnen ihre „zusammengebastelte heile Welt“ demnächst vor die Füße fallen wird. Der Pflanzenschutz ist auch für die Biobranche überlebenswichtig. Kupfer und Spinosad werden zeigen, ob ein Überleben intensiver Biobetriebe in D erwünscht ist oder nicht. Insektenpopulationen können sich explosionsartig entwickeln. Ohne Eingriffsmöglichkeiten wird es zu risikoreich, innovative Verfahren für eine umweltfreundliche Produktion zu etablieren. Der Ausgang des Volksbegehrens in Bayern zeigt auf, dass es für Bauern nur Hoffnung geben kann, wenn mit der Politik ein gangbarer Weg gefunden wird. Bayern wird uns zeigen, wieviele Betriebe übrigbleiben.

    8+
    • Bergbäuerin sagt

      Die Landwirtschaft hat punkto Aufklärung einen großen Nachholbedarf. Um sich verständliche machen zu können, braucht es allerdings
      a) eine grundsätzlich positive Einstellung zum Gegenüber – gar nicht so leicht in dieser Atmosphäre des Bauern-Bashings
      b) die Fähigkeit, sich in den anderen und seine Lebenswelt hinein zu denken.
      Bauer Willi hat beides, daher wird er gehört.

      6+
      • Obstbäuerin sagt

        Ich glaube eher, dass es dafür sehr viel Geld braucht, Bergbäuerin. Wäre doch mal interessant zu erfahren, was denn die Kampagne RETTET DIE BIENEN so gekostet hat? Das wurde sicher nicht aus der Portokasse bezahlt.

        3+
        • Bergbäuerin sagt

          Sicher braucht es Geld. Aber die von Ihnen Angesprochenen beherrschen die beiden Prinzipien auch.

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