Bauer Willi
Kommentare 19

Wildbienen – Obstbauern schaffen Trendwende!

Am Bodensee hat man es geschafft: Nicht nur die Zahl der Wildbienen hat zugenommen, sondern auch verschollen geglaubte Arten sind wieder aufgetaucht.

http://www.proplanet-label.com/aktuelles_03_05_2018.html?fbclid=IwAR1FP98kVBmNXBMkhBvDIWLCEaJS84BNlVzaPzkJ9WwiLyDU8x7SYUxY6gU

Dies berichtet REWE auf seiner Seite Pro Planet. Die Meldung ist zwar nicht neu (3.5.2018) aber bemerkenswert. Und gute Nachrichten sollen sich ja auch verbreiten…  🙂

Danke an einen aufmerksamen Leser für die Weiterleitung der Info.

Bauer Willi

 

(Aufrufe 2.420 gesamt, 1 heute)

19 Kommentare

  1. Farming04 sagt

    Hallo Willi,

    passt zwar nicht zu diesem Thema aber vor ein paar Wochen habe ich bei Arte eine Doku über faire Milchpreise gesehen und die Französische von Bauer gegründete Genossenschaft „Wer ist hier der Chef“ vielleicht könnte diese Thema für dich interessant sein.
    Über das Volksbegehren bis hin zum Artenschutz kommt mir das System dieser Genossenschaft Verbraucher nach Ihren Wünschen zu befragen., Ihnen zu sagen was diese Kosten und die Bauern und Verbraucher so Zusammen zu führen immer wieder in den Sinn.

    0
  2. Thomas Apfel sagt

    Es ist eigentlich erstaunlich, dass gerade in der Kultur die wegen intensivem Pflanzenschutz besonders in der Kritik steht (Apfel-Niederstamm-Intensivanbau) doch eine relativ hohe Anzahl an Arten und auch an Menge von Insekten gefunden wird.
    Eigentlich ist es ein Hinweis darauf, dass Landschaftsstruktur der entscheidende Faktor für Artenvielfalt und Insektenmenge ist, denn der Pflanzenschutz ist mit 16 -28 Behandlungen (meist allerdings Fungizide) im Apfel (Bio wie Konventionell) wirklich intensiv.
    Was also unterscheidet eine Obstanlage von intensivem Ackerbau und intensiver Grünlandbewirtschaftung? :
    1. Obstbau ist mehrjährig und die Grasstreifen zwischen den Reihen können durchaus die Artenvielfalt einer Blühwiese haben weil der „Masseertrag aus dem Gras“ nicht Zielfunktion im Obstbau ist (wir finden in den Grasstreifen zwischen den Bäumen bei uns mind. 17 im besten Fall über 40 krautige Pflanzenarten).
    2. Die Bäume stellen ein relativ dauerhaftes Gerüst für die Entwicklung von stabilen (sicherlich vom Pflanzenschutz beeinflussten, aber nicht beseitigten) Lebensgemeinschaften vieler Insektenarten, Pilze, Moose und Flechten dar.
    3. Sind die mit Glyphosat und/oder anderen Herbiziden freigehaltenen Baumstreifen teils nackter Boden (mit Laubresten) und somit Raum zum Aufwärmen für Eidechsen und Insekten (die wir dort auch finden). Hier halten sich auch Pflanzenarten, die in den Grasstreifen respektive „Wiesen“ nicht vorkommen und im zeitigen Frühjahr vor der Behandlung Ende April sehr frühe Blüten bringen (beispielhaft seien hier genannt: Ehrenpreis, Taubnesseln, Hirtentäschel).
    Es lohnt sich also immer genau hinzusehen was mache ich eigentlich auf der Fläche und wie einheitlich sind die Pflanzenbestände und welche Insekten und Pflanzen sind überhaupt zu erwarten.
    Diese Erkenntnis aus dem Obstbau spricht aus meiner Sicht wiederum für einen segregativen Ansatz beim Artenschutz, wie ihn Prof. Kunz aus Düsseldorf vertritt.
    Die vor allem verschwundenen Segetalarten im Ackerbau und die von ihnen abhängigen Arten lassen sich weder mit möglichst blütenreichen Blühstreifen, noch mit Gehölzanpflanzungen mit vergrasenden Untersaaten zurückholen.
    Sie benötigen sehr extensiv, aber jährlich ackerbaulich bewirtschaftete Flächenanteile (sogenannte Schutzäcker), denn sie sind mit dem Ackerbau und nicht mit sich selbst begrünenden „Natur“- belassenen Busch- und Waldflächen in unsere Landschaft eingezogen. Weder im Öko.Ackerbau noch im konventionellen Ackerbau lassen sich Produktionsflächen von deren Erträgen der Betrieb sich finanzieren muss, sinnvoll soweit
    extensivieren, dass die Artenvielfalt des 19. Jahrhunderts zurückkehrt.
    Die Frage ist, wie groß müssen Flächenanteile an Schutzäckern wirklich sein um die o.g. genannten Arten zu erhalten und wie genau müssen sie zugeschnitten sein. Hier wie der NABU, der BUND und andere „Biodiversitätler“ es fordern, 20 – 30 % der Flächen aus der Produktion zu nehmen, ist in Bezug auf Segetalarten relativ sinnfrei, populistisch und nicht zielführend (genau das, und nur das, beweist im Übrigen die „Krefeld-Studie).

    6+
  3. Bauer Willi sagt

    Hallo Obstbäuerin
    habe das Bild erhalten, bekomme es aber nicht eingefügt. Da müsste uns Alois helfen, weil ich mich damit nicht auskenne. Sorry.

    0
  4. Friedrich sagt

    Wie dumm sind eigentlich unsere städtischen Mitmenschen . Laufen hinter Leuten her , die sie im wahrsten Sinne verarschen oder fehlinformieren. Wie hieß es doch mal : Nie wieder und es passiert doch , daß man auf solche Verführer reinfällt und das sogar noch selbst fest vertritt. Wir haben nur noch eine Meinung zu haben. Warum informieren sich unsere lieben Mitmenschen denn nicht ? Ich kann es nicht verstehen. Hier geht es um Stadt gegen Land , ein Trauerspiel. Das ist Bevormundung. auch zahlen will keiner dafür.

    15+
    • Paulus sagt

      Friedrich, es geht nach meiner Auffassung nicht um Stadt gegen Land. Die Bauern genießen doch gerade im urbanen Milieu hohe Anerkennung. Wie sonst ist es zu erklären, dass die Hofläden an der Peripherie der Städte, einschl. ihrer Lieferdienste (Gemüsetüte etc.) so erfolgreich sind? Für viele Städter ist das eine der wenigen Möglichkeiten überhaupt mit Bauern in Kontakt zu kommen.
      Renate Künast hat mal den Spruch losgelassen: „Kauft beim Bauern um die Ecke.“
      War zwar völliger Stuss, weil es die in Berlin Mitte gar nicht gibt und die Direktvermarktung gewissen Kriterien unterliegt, aber trotzdem nicht schlecht.
      Zweifel kommen doch erst dann auf, wenn sich die Städter mal aufs Land begeben und statt Feldern mit Korn, durchmischt mit Klatschmohn, Kornblumen und ähnlich Blühendem, reinrassige Monokulturen, z.B. Mais vorfinden. Das sehen die Hochglanzmagazine von wegen Landlust o.ä. nicht vor.
      Ich kenne übrigens genügend Beispiele, in denen sich gerade die Bewohner dörflicher Strukturen gegen die sie umgebende LW auflehnen.

      2+
      • Bauer Willi sagt

        Wahrscheinlich war der Spruch „Kauf beim Bauern“ damals noch etwas zu früh. Wir sind heute 18 Jahre weiter und gerade in Berlin (ich war gerade zwei Tage dort) sprießen kleine Alternativen wie Spargel aus dem Boden. Denn´s Bio-Supermärkte gab es damals noch nicht, heute sind sie „in“. Es liegt also auch an uns Landwirten, dieses geänderte Bewusstsein in Vermarkung umzusetzen.

        1+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Wie schön wäre unser Land, wenn nur es die Bauern nicht gäbe.
        Du dieser Auffassung kommen immer mehr, sie wollen in einer Idylle leben, aber wehe der Bauer nebenan fährt mit seinem Traktor durch das Dorf. Dieselben Bewohner kaufen im Supermarkt ein und wissen nicht einmal dass ca. 5.000 Artikel in diesem Markt stehen, die Mais oder Maisanteile beinhalten. Als weg mit der Maiswüste, alles frisch zubereiten, aber ohne Mais, auch Zuckermais und natürlich eine Hänchenbrust, die ohne Mais erzeugt wurde.

        1+
  5. Obstbäuerin sagt

    Nur zur Information: Volksinitiative für Bienen auch in Brandenburg. Anfang Mai mit den Hauptforderungen: Weniger Pestizide und mehr Vielfalt in der Landschaft!!!

    1+
    • Bauer Willi sagt

      Der NABU NRW arbeitet auch schon daran. Es wird vermutlich jetzt in jedem Bundesland gestartet werden. Bayern macht es vor. Und alle Volksbegehren werden vermutlich die notwendigen Mehrheiten erreichen. Jedenfalls meine Einschätzung.

      2+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Man weiß von der Politik, dass sich die Begeisterung für die Volksbefragung in Grenzen hält. Typisch dafür die Abstimmung für den Brexit.
        Was folgt auf „Rettet die Bienen?
        Volksbegehren gegen die Glaubensgemeinschaften, Flüchtlinge, oder gegen Nutztierhaltung allgemein?

        2+
  6. Ehemaliger Landwirt sagt

    Vor ein paar Jahren wurde ein Teil des Nordschwarzwaldes zu einem Nationalpark verdonnert.
    Im letzten Jahr hat man ein Tier – dessen Name ich nicht mehr weiß – entdeckt, das als Ausgestorben galt. Das feierte man als einen Erfolg des Nationalparkes um die 100 Millionen zu rechtfertigen.
    Ich bin der festen Überzeugung, dass das Vieh schon immer da war, nur hat niemand danach solchen Tieren gesucht.

    12+
    • Weiß man nicht
      es muß ja irgendwelche Vorfahren gehabt haben
      mit den Nationalpark hat man ihm günstige Lebensbedingungen geschaffen und es kann so seine eigene Brut großziehen und wird so von uns entdeckt und kartiert, oder?

      Es gilt als Wiederentdeckt!?!

      1+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Der Unterschied ist der, Motorsägen raus, Touristen rein.
        Jeder der mal in unsere Gegend kommt, soll mal am Wochenende die Schwarzwaldhochstraße befahren, Chaos pur.

        5+
        • Was macht das „Motorsägen raus“ aus?

          Es werden keine Bäume mehr gefällt, oder?
          Alles vergammelt und vermodert und wird der Natur überlassen, oder?

          Na, das können isch die Leute dann mal anschauen und da ekommen sie dann auch mehr Kontakt mit der Natur.

          aber wegen dem Vergammeln und Vermodern hat sich das unbekannte Tier von früher da wieder angesiedelt, oder?
          Es ist bestimmt ein wichtiges Glied in der Ökologie!
          Wenn es die Spaziergänger und Touristen nicht vertreiben!?!

          0
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            „Was macht das „Motorsägen raus“ aus?

            Es werden keine Bäume mehr gefällt, oder?
            Alles vergammelt und vermodert und wird der Natur überlassen, oder?“

            Richtig, nur am Rande wird das Käferholz geschlagen.

            0
              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Zb. Fichten die mit dem Borkenkäfer befallen sind.
                Durch die Trockenheit im letzten Jahr kann von einer Katastrophe gesprochen werden. Befürchtet wird, dass es in diesem Jahr noch schlimmer wird.

                0
  7. Obstbäuerin sagt

    Schade, dass die Auswertung unseres Wildbienenmonitorings noch nicht soweit fortgeschritten ist, dass schon Zahlen vorliegen. Aber auch zahlreiche Tagfalter sind ein Indikator für eine intakte Umwelt und die muss man nicht suchen, die kann man sich einfach anschauen, wenn das Interesse da wäre. Wir haben diese Möglichkeit hier vor Ort in unseren Obstanlagen aber im letzten Jahr sind meiner Einladung ins Schmetterlingsparadies noch weniger gefolgt als das Jahr zuvor. Auch Journalisten hatten wenig oder gar keine Lust, sich von der hohen Biodiversität zu überzeugen und als ich vorgeschlagen habe, für unsere Stadt damit zu werben, bekam ich als Antwort: DAS INTERESSIERT DOCH KEINEN.
    Mein Vorschlag wäre, eine Internetseite oder einen Blog einzurichten, auf denen Bauern oder Bürger ihre Fotos oder Berichte zu Vorkommen von Schmetterlingen, Bienen oder Vögeln auch seltenen Pflanzen einstellen können, mit denen sie das große Insekten- und Vogelsterben zumindest für ihre Gebiet in Frage stellen. Ich fang gleich mal an und wenn Bauer Willi oder Alois nett sind, seht Ihr gleich einen Segelfalter (steht in manchen Bundesländern auf der roten Liste), den ich im Sommer bei uns in Markendorf fotografiert habe.

    6+

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.