Alle Artikel in: Bauer Willi

Eier färben… und andere Bräuche

Ostern steht vor der Tür. Und da ist es Brauch, dass man Eier färbt. Wie das ganz natürlich geht, könnt ihr in diesem Artikel lesen. https://www.heimwerker.de/eier-faerben-anleitungen-zum-eierfaerben-mit-naturfarben/ Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass der Farbton nicht politisch gemeint ist. Dass Braun-Töne mit Kaffeesatz erreicht werden, ist wirklich reiner Zufall. Vielleicht fallen euch ja noch andere Zufälle auf 🙂 Und für Freunde Österreichs: da gibt es einen anderen, sehr schönen Brauch, auch wenn der Name etwas komisch wirkt 🙂 https://de.wikipedia.org/wiki/Eierkratzen Ehrlich gesagt: Ich hatte heute keine Lust, ein schwieriges Thema zu bringen. Ihr könnt jetzt diskutieren oder nicht. Ich bin jetzt draußen… Euer Bauer Willi    

Anders kommunizieren!

Wer kennt das nicht: da reden wir mit unseren Mitbürgern, erklären warum wir Bauern was und warum machen, glauben, alles richtig erklärt zu haben und dann kommt als Antwort: „Mag ja alles sein, aber ich glaube das nicht“. Wir sind frustriert. Wir haben alles nach bestem Wissen und Gewissen erklärt, und er glaubt uns nicht. Was läuft da falsch? Wer wenig weiß, kann unsere Argumente nicht beurteilen und glaubt das, was er am häufigsten gehört hat. Wenn die gleiche Botschaft aus unterschiedlichen Quellen immer wiederholt wird, gilt sie irgendwann als wahr. Wir können dann gerne von zielgerichteter Düngung nach N-min-Methode (die er nicht kennt) erzählen, dass wir mit N-Sensoren arbeiten (die er auch nicht kennt) und nur nach „Entzug“ düngen (klingt irgendwie nach Drogen). Er weiß nur aus der Presse, dass ja das Trinkwasser mit Nitrat „verseucht“ ist. Irgendeiner muss das da ja hineingebracht haben. Im Zweifel die Bauern. Wer wenig weiß, hat vor vielen Dingen eher Angst. Wir erklären, dass Nitrat ein lebenswichtiges Element ist, er glaubt, dass es giftig ist und verweist auf …

Feldhamster – schützen kann schwierig sein…

In der vergangenen Woche war ich bei uns im Rathaus. Dort fand eine Veranstaltung statt, zu der die örtlichen Landwirte eingeladen waren. Es ging um den Feldhamster. Zum Hintergrund In unserer Gemeinde gab es ein sehr großes Hamstervorkommen. 2006 wurden in einem eng begrenzten Gebiet von ca. 60 Hektar rund 200 Hamsterbauten gezählt. Darauf hin wurde im gleichen Jahr ein Hamsterschutz-Programm aufgesetzt, an dem sich fast alle Landwirte in diesem Gebiet beteiligen. Etwas später hat man mich auch angesprochen, weil meine Flächen in etwa 1.500 m Entfernung liegen. Das Ziel: das ursprüngliche Siedlungsgebiet zu erweitern. Damit wurden meine Flächen zum „Hamster-Erwartungsland“.  Für die diversen Maßnahmen (lange Stoppel, keine tiefe Bodenbearbeitung, erste Bodenbearbeitung ab Oktober, stehen lassen von Getreide bis ins Frühjahr) gab es einen Betrag von rund 375 € pro Hektar  und Jahr.  Der Vertrag lief über 5 Jahre. In 2015 wurde das Gebiet erneut kartiert, es wurden (nach meiner Erinnerung) noch 8 Bauten gezählt, in 2018 keinen einzigen mehr. In der Zeit von 2006 bis heute hat es in diesem Gebiet weder eine Flurbereinigung …

Zu Ostern: Regional, saisonal, fair und bio

Folgende Anzeigen habe ich in einem Flyer einer großen Supermarktkette gefunden. Rechtzeitig vor Ostern. Man gönnt sich ja sonst nichts. Um nicht falsch verstanden zu werden: Das darf jeder gerne kaufen, aber dann nicht in Umfragen erklären, worauf er beim Kauf alles achtet…. Und das mit den lebenden Hummern? Na ja, ob das wirklich sein muss? Wegen Tierschutz, Transportwegen und so…  

Agrarbranche in der Filterblase?

Sehr gerne möchte ich auf das Ergebnis einer Tagung in Vechta hinweisen, auf dem es nicht um landwirtschaftliche Fachthemen, sondern um Kommunikation mit modernen Medien ging. Hier der Link zur Tagung. (dann auf den Reiter: „Tagungsbericht“ klicken) Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen Jedem der Referenten und dann auch den Zuhörern wurde klar, dass sich auch die Agrarbranche – wie übrigens viele andere Bereiche der Gesellschaft – in einer Filterblase (auch Echokammer genannt) befindet. Dies wird durch Social Media eher befördert, weil die Betreiber der verschiedenen Kommunikationskanäle auf die Bedürfnisse des „Users“ hin selektieren. Somit wird es schwierig, auch an andere Meinungen zu gelangen und man bekommt eher die eigene Ansicht bestätigt. Ähnliche Themen findet ihr auch im Agri-Food-Blog, der zur Zeit aufgebaut wird. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button …

Glyphosat: Gutes Gift – böses Gift?

Wenn man diese Überschrift liest, hat so mancher Landwirt wohl keine Lust mehr, weiterzulesen. Das es auch anders geht, ist bei einem kleinen Film, der bei Servus.tv in Österreich ausgestrahlt wurde, zu sehen. Er liefert eine Fülle von Argumenten, warum ein Verteufeln des Wirkstoffes nicht berechtigt ist. Alle, die an sachlicher Information und Hintergründen interessiert sind, sollten sich die 6 Minuten gönnen. Und dann erst kommentieren. Hier der Link: Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

Fleißige Mitarbeiter (Video)

Unsere fleißigsten Mitarbeiter leben unter unseren Füßen. Es sind die Regenwürmer. Auf einem Feld, auf dem wir im Juli 2018 Wintergerste geerntet haben, haben wir bis heute (6. April) keine Bodenbearbeitung gemacht. Also über 8 Monate! Die Regenwürmer haben einen Teil der organischen Substanz in ihre Gänge gezogen und die „Ausscheidungen“ liegen jetzt oben auf. Mehr Infos hier: (Nur für die Experten, die das schon kennen: meine Videos werden gerne im Unterricht an Schulen gesehen. Deshalb bringe ich hier im Laufe des Jahres ein paar „Basics“ 🙂 ) Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

#fridays for future – oder doch zu Netto?

Das Plakat hängt bei uns im Dorf. Im ersten Augenblick habe ich auch gedacht: Was für eine bescheuerte Werbung. Aber als ich das zweite und dritte Mal vorbeigefahren bin, habe ich mich gefragt: Was will uns Netto damit sagen? Die Antwort ist einfach: Konsumiere bis der Arzt kommt, tu das, was dir Spaß macht und spare bei Lebensmitteln. Der Lebensmitteleinzelhandel führt gerade das Tierhaltungs-Label ein. Jugendliche gehen freitags für den Klimaschutz auf die Straße. Und Netto hat den Knall noch nicht gehört. Ein verärgerter Bauer Willi

Bienenvölker in unserem Raps (Video)

Ich war am Sonntag bei uns im Raps. Der ist für Anfang April (7.4.) schon ziemlich weit in der Entwicklung. Der Imker aus unserem Dorf hat jetzt einige Völker in den Raps gestellt, wie er das jedes Jahr macht Mit ihm habe ich schon seit 15 Jahren einen sehr guten Kontakt und normalerweise stehen seine Völker auf meiner Wiese neben dem Hof. Beide interessieren sich für die Arbeit es anderen und jeder nimmt auf den anderen Rücksicht. In ca. 2 Wochen werde ich ca. 1.000 qm Bienenweide aussäen. Die Blüte soll nämlich genau dann einsetzen, wenn es den Bienen an Futter mangelt. Das dürfte so um den Zeitpunkt der Gerstenernte bis Ende August sein. Aber die Bienenweide ist nicht nur gut für die Honigbienen, sondern auf für Wildbienen, weil in der Mischung etwa 20 verschiedene Pflanzenarten vorkommen, die nacheinander blühen. Übrigens: Nach der Rapsblüte fliegen die Bienen in die Robinien und die Akazien. Hab ich auch von ihm gelernt. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. …

Rede einer jungen Bäuerin an die Ministerinnen

Bettina Hueske (siehe Titelbild) hat auf der Demonstration am 4.4.2019 in Münster auf dem Domplatz eine beeindruckende Rede gehalten. Sie stellt Fragen. An die Politik, an die Gesellschaft. Fragen, die ihre Zukunft und die aller jungen Landwirt*innen angehen. Darauf möchte sie Antworten. Von Julia Klöckner, von Ulla Heinen-Esser, aber auch von ihren Mitbürgern. Hier die Rede im vollen Wortlaut, auch mit den Markierungen, die ihr wichtig sind: Kundgebung Münster 04.04. Bettina Hueske Bauern brauchen Zukunft – Zukunft braucht Bauern! Liebe Berufskolleginnen und Berufskollegen, sehr geehrte Ministerin Klöckner, sehr geehrte Ministerin Heinen- Esser, sehr geehrte Präsidenten. Wir jungen Landwirte sind Teil der Zukunft, von der das Motto der heutigen Kundgebung hier spricht. Wenn es nach mir ginge, dann hätte ich das Motto am heutigen Tag anders genannt: „Zukunft braucht UNS!“ Wer, wenn nicht wir jungen Landwirte, soll in Zukunft auf dem Bauernhof um die Ecke gute Lebensmittel produzieren? Wer, wenn nicht wir, soll die Landschaft pflegen und sich um die Äcker kümmern? Wer soll unser Grundwasser schützen? Wir alle sprechen von Tier- und Umweltschutz. Beides hat …