Bauer Willi
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Feldhamster – schützen kann schwierig sein…

In der vergangenen Woche war ich bei uns im Rathaus. Dort fand eine Veranstaltung statt, zu der die örtlichen Landwirte eingeladen waren. Es ging um den Feldhamster.

Zum Hintergrund

In unserer Gemeinde gab es ein sehr großes Hamstervorkommen. 2006 wurden in einem eng begrenzten Gebiet von ca. 60 Hektar rund 200 Hamsterbauten gezählt. Darauf hin wurde im gleichen Jahr ein Hamsterschutz-Programm aufgesetzt, an dem sich fast alle Landwirte in diesem Gebiet beteiligen. Etwas später hat man mich auch angesprochen, weil meine Flächen in etwa 1.500 m Entfernung liegen. Das Ziel: das ursprüngliche Siedlungsgebiet zu erweitern. Damit wurden meine Flächen zum „Hamster-Erwartungsland“.  Für die diversen Maßnahmen (lange Stoppel, keine tiefe Bodenbearbeitung, erste Bodenbearbeitung ab Oktober, stehen lassen von Getreide bis ins Frühjahr) gab es einen Betrag von rund 375 € pro Hektar  und Jahr.  Der Vertrag lief über 5 Jahre.

In 2015 wurde das Gebiet erneut kartiert, es wurden (nach meiner Erinnerung) noch 8 Bauten gezählt, in 2018 keinen einzigen mehr. In der Zeit von 2006 bis heute hat es in diesem Gebiet weder eine Flurbereinigung gegeben noch sind neue Kulturen in den Anbau gekommen. Vielmehr wurden im Siedlungsgebiet kleine Waldflächen und Hecken angelegt. Die Ackerflächen sind relativ klein strukturiert, die Flächengröße schwankt zwischen 1 und maximal 10 Hektar und hat sich nicht verändert. Ich kann das beurteilen, weil das Siedlungs-Gebiet an unsere Flächen grenzt.

Auf der Veranstaltung wurden 3 Vorträge vom LANUV und der Biologischen Station gehalten. Themen waren: Feldhamster und Feldhamsterschutz in NRW, Feldhamstererhaltungszucht und Aktuelle Situation. Diese Vorträge dauerten rund anderthalb Stunden, vieles davon war uns Landwirten bereits bekannt. Anschließend folgte eine einstündige Diskussion.

Ergebnis

In einer Zuchtstation in den Niederlanden gezüchtete Feldhamster werden in diesem Herbst freigesetzt. Um das Freisetzungsgebiet wird ein Elektrozaun gespannt, damit Füchse, Hunde und Katzen keinen Zutritt haben. Es werden Gangröhren vorgebohrt und mit Futter versehen. Dann werden die Tiere ausgewildert.

Die Hamster wurden unter Verwendung von heimischen Hamster gezüchtet, wobei sich die Hamster-Männchen aus unserer Gemeinde als besonders genetisch vielfältig und sehr aktiv herausstellten (kleiner Einschub: ob das nur für Hamster-Männchen gilt oder generell, blieb offen 🙂  ). In der Zuchtstation arbeitet ein Zuchtwart, ein Tierarzt und weitere Hilfskräfte. Die Kosten der Zucht sind mir nicht bekannt. Wir haben auch nicht nachgefragt.

Auf die Frage von uns Landwirten, ob man eine Erklärung für den Rückgang und schließlich das Verschwinden der Feldhamster hätte, gab es keine konkrete Antworten. Vermutet werden unter anderem Zunahme der Prädatoren (= Fress-Feinde wie Greifvögel, Füchse, streunende Katzen), Klimawandel, Krankheiten. An der Bewirtschaftungsweise und den Kulturen hat sich im gesamten Zeitraum nichts verändert. Natürlich wurde von den Diplom-Biologinnen auch Glyphosat vermutet. Da dieser Wirkstoff aber im Schutzgebiet kaum oder überhaupt nicht eingesetzt wurde, scheidet dies als Ursache aus. Der Rückgang ist übrigens weltweit festzustellen, auch in den osteuropäischen Ländern, wo sie bisher massenhaft vorkamen.

Auf Nachfrage teilt man mir mit, dass meine Flächen vorerst nicht von Interesse sind, da man erst das Ergebnis der Ansiedlung abwarten will. Meine Felder bleiben also auch weiterhin Hamster-Erwartungsland…

Warum ich das alles schreibe?

Als wir Bauern gegen 21 Uhr nach Hause gingen, blieb eine gewisse Ratlosigkeit zurück. Wir haben ja mitgemacht und wollen beim Hamsterschutz auch weiter mitmachen. Wir wissen aber nach dieser Veranstaltung nur nicht wie. Ich hatte den Eindruck, dass auch die Fachleute relativ ratlos waren. Nach über 10 Jahren wirklich guter Zusammenarbeit zwischen Biologen und Landwirten ist das Gegenteil dessen eingetreten, was alle gewollt haben.

Wer sich für den Feldhamster in NRW interessiert: hier ein Link zu einem Vortrag, der so ähnlich auch bei uns gezeigt wurde.

https://nrw.nabu.de/imperia/md/content/nrw/Tagungen/vortrag-geiger-roswora-lanuv-nabu-feldhamstertagung_zuelpich.pdf

Und hier ein Vortrag, den ich auch noch gefunden habe und das Engagement der Landwirte beschreibt.

https://nrw.nabu.de/imperia/md/content/nrw/Tagungen/position_der_landwirtschaft_zum_feldhamsterschutz_in_nrw_-_elisabeth_verhaag.pdf

Ich weiß nicht mehr weiter. Habt ihr eine Idee?

Bauer Willi

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31 Kommentare

  1. Der beste Naturschutz geschieht, wenn sich Menschen aus dem Schützen der Natur heraushalten und Natur einfach machen lassen – siehe Tschernobyl. Wie sagte einst Einstein sinngemäß? Man kann ein Problem nicht mit dem lösen, wodurch das Problem entstanden ist. “Natürlich“ muss in der schnelllebigen Digitalzeit der Erfolg entsprechend schnell ersichtlich sein, damit wir uns den vermeintlichen Erfolg des Naturschutzes schulterklopfend auf die eigene Fahne schreiben können – jene Fahne, die wir zuvor auf das eroberte Gebiet steckten, das es nun zu schützen gilt. Natur bemisst Zeit ANDERS und hat entsprechend mehr davon, im doppelten Sinne, sprich, mehr Erfolg auf lange Sicht.

    Da hebelt der Mensch mehr und mehr die Bedeutung der Jahreszeiten aus und bedarf zugleich permanenter Verfügbarkeit von Fremdenergie – und bildet sich derart energetisch bekifft ein, er könne die Natur dergestalt vor sich selbst schützen.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Die Individuen haben sich der jahrhundertelangen Landwirtschaft angepasst.
      Es ist ein Trugschluss zu glauben, bei unberührter Natur würde es den tierischen Individuen besser geben.

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  2. fingerphilosoph sagt

    Zitat Bauer Willi:
    „So geht praktizierter Naturschutz mit Bauern. Und daran sollten wir uns alle mal ein Beispiel nehmen.“

    Ist das jetzt Satire?

    Vor allem in Anbetracht früherer Bauer Willi Statements wie:

    „Nicht weit von meinem Wohnort hat man 2005 rund 200 Feldhamsterbauten auf 100 ha gezählt. Dann hat man ein Programm angeworfen, von der EU finanziert, mit dem die Feldhamster gefördert werden sollten. Sehr viele Landwirte haben auch mitgemacht und sich einigen vorgeschriebenen Maßnahmen unterworfen. Gleichzeitig hat man viele kleine Waldflächen angelegt. In diesen Waldflächen gibt es Füchse, auf den jungen Bäumen sitzen Greifvögel. In 2013 hat man die Hamsterbauten wieder gezählt. Man hat noch 7 gefunden, wovon 5 verlassen waren. Den Rest der Hamster haben sich Fuchs und Bussard geholt. Soll heißen: Die Förderung der Feldhamster hat dazu geführt, dass sie faktisch in diesem Gebiet ausgestorben sind. Ich bewirtschafte übrigens „Hamster-Erwartungsland“, das liegt in der Nähe des ursprünglichen Siedlungsgebietes. Habe aber noch keinen Immigranten gesichtet.“

    https://www.proplanta.de/Agrar-Nachrichten/Agrarpolitik/Agrar-Direktzahlungen-Bauer-Willi-und-sein-gespaltenes-Verhaeltnis-dazu_article1425337533.html

    https://www.bauerwilli.com/feldhamster-schuetzen-kann-schwierig-sein/

    Woran soll ich mir jetzt ein Beispiel nehmen? Mich an etwas beteiligen, was ich selbst für sinnlos halte, bloß weil es Geld dafür gibt?

    Oder ist gemeint, dass Naturschutzmaßnahmen und Förderungen im Grunde besser wirken als der Einsatz von Glyphosat, weil sie eben gerade genau das bewirken, was der Bauer eigentlich will, nämlich das Aussterben der Tiere, die ihm den Weizen vom Acker fressen, und der Bauer damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt, weil er für diesen hervorragenden Glyphosatersatz ja auch noch einen Haufen Geld bekommt?

    Nee, es muss doch Satire sein !!! 🙂

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    • Bauer Willi sagt

      @fp
      In gewisser Weise ist es schon Satire. Es wird etwas gefördert, was dann trotzdem weniger wird. Da muss sich der geneigte Naturschützer schon fragen lassen, was an seinen Maßnahmen denn nicht stimmt. Darauf habe ich noch keine Antwort bekommen, vermutet wird vieles. Trotzdem ist der erste Satz auch richtig: wenn sich kein Landwirt gefunden hätte, der das Auswildern auf seinen Flächen zulässt, hätte es die Aktion auch nicht gegeben. Also geht es nur mit den Landwirten. Wie sinnvoll das alles ist, steht ja auf einem völlig anderen Blatt.

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      • Brötchen sagt

        Bauer Willi das ist doch genau das Problem, alle wissen um eine gewisse „Sinnlosigkeit“ und alle machen mit!

        Es werden jedes Jahr Fischsetzlinge ins Wasser gekippt, die 50 m weiter die Kormorane rausholen.

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  3. Ferkelhebamme sagt

    Nach erneuter Rücksprache der Unteren Naturschutzbehörde mit der Bezirksregierung (!) darf jetzt doch die ganze Fläche ausgewiesen werden. Sowas kostet eine Menge Nerven

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  4. Thomas sagt

    Hmm von wem ist das 🐹 Bild ?
    Irgendwie hab ich den Feldhamster in anderer Erinnerung (gelb braun schwarzerbauch und weise Flecken bsw Pfoten)
    In meiner Region Mainz wurde vor ungefähr 20 Jahren
    Gewerbeflächen erschlossen aber erst nach dem die Hamster umgesiedelt wurden. Es wurde dan noch ein ETA von 2mil € für einen Hamsterexperten geschaffen.
    (Meiner Meinung hat das nicht viel gebracht )
    Ich weiß nicht wie es bei euch in der Gemarkung ausschaut mit Bussard und anderen Greifvögeln die sind bestimmt keine Vegetarier. Wen jeder nur 50g Fleisch am Tag braucht weiß man wo ein Teil der verschwindet.

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  5. Die Natur ist halt viel komplexer und Artenschutz lässt sich nicht mit Maßnahme X oder Y, die dann irgendwo vereinzelt liegen, mal so einfach lösen. Fakt ist aber, dass der Feldhamsterbestand unaufhörlich zurückgeht und wenn wir nichts unternehmen in ca. 30 Jahren erlöschen wird.
    Daher dürfen wir nicht aufgeben und müssen weiterhin jede Rettungsmöglichkeit wagen. Biologen und Landwirte müssen dabei gleichwertige Partner sein, damit es funktioniert.
    Liebe Landwirte aus Niedersachsen!
    Jeder, der Feldhamster auf seinen Flächen hat, darf mithelfen. Über das Projekt „Feldhamsterland“ der Deutschen Wildtier Stiftung versuchen wir den Bestand der Hamster zu stärken, um auch in Zukunft keine Gehegezucht in Niedersachsen zu bekommen.
    Wenn ihr Interesse an einer Zusammenarbeit habt, meldet euch bitte! In unserem Projekt wollen wir Maßnahmen mit den Landwirten entwickeln, die in die betrieblichen Abläufe passen, keine komplizierten Auflagen haben und trotzdem den Lebensraum der Hamster verbessern. Nur wenn diese Maßnahmen überall akzeptiert und umgesetzt werden, sind sie auch für den Feldhamster erreichbar. Der kleine Kerl hat nämlich ziemlich kurze Beine.

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  6. Paulus sagt

    Irgendwie bin ich z.Zt. außerordentlich beruhigt und sehr zufrieden. Greta mänäscht auf internationaler Ebene die Sache mit dem Weltklima, Peter Altmaier mänäscht die Energiewende und bringt so ganz nebenbei auch noch die deutsche Industrie und den Mittelstand auf Trab. Alle sogen. Koryphäen, welcher Partei oder Disziplin auch immer, melden Erfolge und selbst für die Feldhamster gönnen wir uns noch ein Programm.

    Beeindruckt bin ich indes von ganz anderen Dingen – aufgrund von Meldungen, eigener Erfahrungen und Berichten aus 1.Hand, hier nur was die LW betrifft. Die Güterzüge aus China fahren durch bis Antwerpen, das ist eine Hafenstadt an der europäischen Westküste. Dort werden Bio-Früchte ausgeladen und in der EU verteilt, sofern sie nicht schon auf dem Seeweg dort gelandet sind. Gleichzeitig importieren wir pseudo-Biokartoffeln aus Ägypten – und das zum heimischen Spargel!!!
    Und jetzt kümmern wir uns wieder um die wirklich wichtigen Dinge, z.B. um putzige Hamster, Kuhscheiße und Insekten und was es da noch so alles gibt …

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    • Inga sagt

      Du bist aber witzig Paulus,
      diese wichtigen Dinge: um putzige Hamster, Kuhscheiße und Insekten

      Sind oder haben Micro-ökologien in unserer Ökologie, sie sind ein Teil davon,
      fällt eins aus verändert sich die Ökologie!
      Wie steht Kuhscheiße im Verhältnis zu Insekten? Na?

      Insidern beunruhigt das!
      auch Feldhammster haben so ihre Aufgabe in der Natur oder sind Anzeichen irgend wo für, wo man das Gleichgewicht der Ökologie ablesen kann!

      Die Natur ist ja so vielfältig und mit dieser Vielfältigkeit muß verantwortungsbewusst umgegangen werden.
      Deswegen muß der Bauer in guter Gardine auch mal ins Rathaus, deswegen ist er nicht nur immer in Gummistiefeln vorm Stall, wie in Bilderbüchern beschrieben, zu sehen!

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  7. Ferkelhebamme sagt

    Auch Kiebitz-Schutz ist nicht einfach: lt. Naturschutzbehörde dürfen Feldvogelinseln nicht nah an Straßen sein und müssen 50 m Abstand zu vertikalen Strukturen haben. Das hat unseren Kiebitzen aber wohl niemand gesagt: die brüten auf einer Fläche im Industriegebiet direkt an der Kreisstraße, links meterhohe vertikal-Struktur in Form einer Hecke, rechts Industriehallen. Und das seit Jahren. Die Naturschutzbehörde musste sich jetzt erst mit der Bezirksregierung abstimmen, dass da trotzdem eine Feldvogelinsel für die ungehorsamen Biester ausgewiesen werden kann. Allerdings nicht für die 2 ha, die die verstreut besiedeln, sondern nur 1 ha Maximalgröße, weil „die fachliche Notwendigkeit nicht gegeben ist.“ Behördenirrsinn.
    Die Population wird aber nicht zunehmen, dank grüner Jagdpolitik warten zahlreiche Krähen und Dohlen schon auf ihr Festmahl. Letztes Jahr waren nach einem Tag alle Küken weg.
    Verwilderte Katzen stellen hier auch ein riesen Problem dar. Seit Remmel dürfen die nicht mehr bejagt werden, die Tierschutzvereine wissen nicht mehr wohin damit, kastrieren sie und setzen sie wieder aus. Eine Katastrophe für Kleintiere, Sing-und Feldvögel. Aber Glyphosat als Ursache ist natürlich viel logischer

    16+
  8. Lieschen Müller sagt

    Ein sehr interessanter Artikel. Und er zeigt doch auch wieder, wie wenig wir über die großen Zusammenhänge wissen. Ich finde es jetzt aber falsch zu sagen, die Naturschützer haben eh alle keine Ahnung. Gibt es eben keine Hamster mehr. Wenn wir das mit allen Tieren machen, gibt es außer Haustieren bald keine mehr. Also finde ich es gut, wenn weiter über die Folgen unseres Tuns nachgedacht wird, und dasselbige dann auch verändert wird.

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    • Obstbäuerin sagt

      Hallo Lieschen Müller, wenn wir unseren Rundgang (oder eher Rundfahrt) durch unsere Anlagen machen, dann ist es jedesmal wie ein Zoobesuch. Und die Anwesenheit der Tiere, die man nicht sieht, erkennt man an ihren Spuren, wie beim Wildschwein oder Wolf. Wir haben gute Kontakte zu den Nabu-Leuten vor Ort und sind weit entfernt, ihnen Kompetenzen abzusprechen. Aber je höher es in der Hirarchie nach oben geht, umso weniger geht es um die vorhandene Natur (viel zu viele Wildschweine, Gänse, Greiffvögel, Füchse usw.) sondern nur noch um die Umverteilung von Geldern möglichst in die eigene Richtung.

      10+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      In meiner Nähe gibt es ein Schutzgebiet für den Brachvogel.
      Landwirte haben Verträge mit den Naturschutzbehörden, den Zeitpunkt der Mahd wird vorgegeben.
      Trotz der Bemühungen ging die Population auf ein paar zurück.

      Vor einigen Jahren gab es ein Robbensterben, wem gab man die Schuld? Natürlich der Landwirtschaft. Aus Rache wurden einem Winzer die Weinstöcke angeschnitten.
      Der Grund war ein Virus.

      Es ist nicht lange her, gab es ein Amselsterben, auch das war ein Virus.

      Unsere Gesellschaft hat verlernt mit der Natur zu leben, sie betonieren alles zu und beklagen sich, weil kein Schmetterling vorbeikommt.

      7+
      • Lieschen Müller sagt

        Bei deinem letzten Satz stimme ich dir vorbehaltlos zu. Drei Bäume in der Stadt neu gepflanzt, großer Jubel. Gleichzeitig 20 Bäume gefällt, 1 km Straße neu gebaut, 1 Supermarkt-Parkplatz erweitert..

        6+
  9. Friedrich sagt

    Wenn die Population sehr hoch ist , regulieren meistens Krankheiten die Stückzahl. Unsere vielen Hasen bei uns sind auch durch die Hasenpest dezimiert und selten geworden. Hat man denn keine verendeten Hamster in der Vergangenheit gefunden ?

    2+
  10. Obstbäuerin sagt

    Inzwischen sind im Land Brandenburg zwei Volksinitiativen (eine vom Nabu und co., die andere vom Forum Natur verschiedener Verbände und Bauernverband) gestartet. Während der Feldhamster trotz größter Bemühungen und bester fachlicher Beratung unter optimalen Bedingungen nicht dazu zu bewegen ist, sich wohl zufühlen und zu vermehren, glaubt der Nabu in Brandenburg, dass die Landwirte einfach zu blöd sind, mit der Natur zu arbeiten. Deshalb fordern sie in ihrer Initiative:
    – Landwirte müssen dabei beraten werden, wie naturschutzfachliche Maßnahmen auf den jeweiligen Betriebsflächen umgesetzt werden können. Diese Beratung soll für den Landwirt kostenlos sein. –
    Im Rahmen der Umverteilung der Fördermittel wird den Bauern dieses Geld sinnvollerweise entzogen, damit die Berater-Stellen finanziert werden können. Und nun ratet, wer sich für diese Beratung vorrangig qualifiziert fühlt.

    15+
  11. Bauer Fritz sagt

    Und für jene die nichts damit zu tun hatten, haben oder haben wollen folgt eine mediale Zusammenfassung:
    Alarm 95% der Hamster im Raum Köln ausgerottet
    Binnen nur 10 Jahren hat sich die Zahl drastisch verringert. Expert*innen vermuten Glyphosat in der Landwirtschaft als Hauptursache.

    10+
    • Inga sagt

      Dann sollten doch medialen Vertreter mal besser recherchieren, oder?
      Ist das nicht Ihre Aufgabe?
      Anstatt unbescholtene Bürger wie Bauern in Misskredit zu bringen.
      Was is tdas denn für ein Sozialverhalten?

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  12. Eckehard Niemann sagt

    FELDHAMSTER
    Mammendorfer hilft Nager
    Volksstimme – 26.03.2016

    Der Feldhamster steht deutschlandweit auf der roten Liste der gefährdeten Tierarten. Ein Mammendorfer Landwirt hilft dem Nager.

    Von Annika Stock ›

    Haldensleben l Der Feldhamster ist zu Zeiten vor der Wende ein Plagegeist gewesen: Er hat Felder abgefressen und Ernteausfälle verursacht. Damals ist regelrecht Jagd auf den Nager gemacht worden. Sein Fell wurde verkauft und zu Kleidungsstücken verarbeitet. Erst durch das Inkrafttreten der Bundesartenschutzverordnung im Jahr 1990 ist das Fangen der possierlichen Nagers beendet worden.

    „Selbst Kleintierhalter haben damals den angesammelten Wintervorrat der Hamster ausgegraben und für sich beansprucht“, weiß Burkhard Belcour, Sachbearbeiter in der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Wolmirstedt. Heutzutage ist der Hamster stark gefährdet. Er steht auf der sogenannten „Roten Liste“ für bedrohte Tierarten.

    Der Feldhamster fühlt sich insbesondere auf Schwarzerdeböden und landwirtschaftlich genutzten Flächen und Feldern zuhause. Wie groß das Hamstervorkommen im Landkreis Börde ist, lässt sich nicht beziffern. „Eine Zählung des Feldhamster ist zu umfangreich“, sagt Belcour.

    Bilder
    Einer von zwei im Trassenverlauf der künftigen Ortsumgehung Halberstadt-Harsleben bislang umgesiedelten Feldhamster. Foto: Archivbild/Landesstraßenbaubehörde Einer von zwei im Trassenverlauf der künftigen Ortsumgehung Halberstadt-Harsleben bislang umgesiedelten Feldhamster. Foto:…
    Zwei bis drei Mal im Jahr Nachwuchs

    Im Schnitt werden die Nager zwischen drei bis fünf Jahre alt. Feldhamster bekommen zwei bis dreimal im Jahr Junge. Ab bereits zehn Wochen sind die Hamster geschlechtsreif und können eigenen Nachwuchs zeugen. Durch diesen Umstand erklärt sich Belcour auch die damalige „Plage“ des Nagers.

    Heutzutage muss der pelzige Feldbewohner jedoch um seine Existenz fürchten: Räuber wie Fuchs, Greifvögel wie beispielsweise der ebenfalls streng geschützte Rot-Milan, oder andere geflügelte Jäger erbeuten den Feldhamster oft. Der größte Feind des Feldhamsters ist jedoch immer noch der Mensch: Sei es durch die intensive Bewirtschaftung oder den Straßenverkehr.

    „Die meisten Feldhamster schaffen das erste Jahr nicht, weil sie beispielsweise totgefahren werden“, so der Sachbearbeiter. Auf eigene Faust hat Belcour die Strecke, die er tagtäglich zur Arbeit fährt, mal genauer unter die Lupe genommen. „Ich habe die toten Hamster am Straßenrand gezählt. Es ist keine repräsentative Studie, aber im Jahr 2012 habe ich 353 tote Feldhamster am Straßenrand gezählt“, sagt er.

    Das Problem ist auch Landwirt Kay Brüggemann aus Mammendorf bekannt. Er hat es sich neben seiner Arbeit als Landwirt zur Aufgabe gemacht, seine Zeit dem bedrohten Feldhamster zu widmen. Seit 20 Jahren setzt er sich schon für den kleinen Nager ein.

    „Viele Punkte gefährden den Hamster. Als Hauptursache für den Rückgang nach der Wende denke ich, dass die Umstellung in der Landwirtschaft auf Winterfrüchte ein großer Faktor ist. Hinzu kamen das Zehnfache an Autos und das Dreifache an Füchsen. Auch Greifvögel und Kolkraben erbeuten den Feldhamster“, sagt der Mammendorfer. Seit 1998 hat der eine sogenannte „Mutterzelle“ auf einem seiner Felder angelegt. Dies ist ein umzäunter Bereich, mit einer Fläche von 2500 Quadratmetern, auf welcher der Hamster in Ruhe leben kann.

    Sicherheitszone eingerichtet
    In Ruhe bedeutet, dass die Fläche nicht beerntet wird und ausreichend Getreide und Deckung vorhanden sind. Noch dazu können keine Raubvögel auf dem Zaun um die Mutterzelle herum landen und Ausschau nach dem Nager halten. Durch die gesicherte Nahrung und die guten Bedingungen wandert ein Teil der Feldhamster von diesem Areal nicht weiter und bleibt somit in einer Art Sicherheitszone.

    „Die Mutterzelle hat funktioniert. Es ist die erste ihrer Art. In Hessen und den Niederlanden ist sie auch schon in abgewandelter Form eingesetzt worden. Sie ist sehr effektiv zum Schutz des Feldhamsters“, so der 42-Jährige.

    „Den Feldhamster zu schützen, ist mir ein Anliegen“, erklärt Brüggemann. „Als Kind habe ich selbst noch die Hamster gefangen, als sie noch eine Plage waren. Das fast völlige Verschwinden nach der Wende tat mir dann doch leid“, erzählt der Mammendorfer.

    Allerdings sieht er die große Nachfrage nach Ackerflächen auch als Vorteil für den Feldhamster. „Viele Landwirte heißt auch viele Flächen. Dadurch, dass sie unterschiedliche Früchte und Maßnahmen zum Anbau nutzen, hat der Hamster bessere Chancen zu überleben“, so der Mammendorfer. „Diese Faktoren könnten ein Indiz dafür sein, dass der Hamster bei uns in der Gegend so oft vorkommt“, vermutet der 42-Jährige.

    Lehramtsstudentin forscht
    „Ich freue mich, dass der Hamster wieder in der Gemarkung zu finden ist“, erzählt Brüggemann. Er bekommt von anderen Landwirten in der Region unterschiedliche Meinungen zu hören, wenn es um das Thema Feldhamster geht. Vor fünf Jahren hatten manche Landwirte kaum Berührungspunkte mit dem Feldhamster. Durch den Anstieg der Population in den letzten drei Jahren hört Brüggemann aber oft Meinungen wie „es gibt so viele Hamster, da hättest du dich gar nicht für den Schutz der Tiere einsetzen müssen“.

    Derzeit unterstützt er die 22-jährige Lehramtsstudentin Lea Schmidt aus Marburg bei ihrer Examensarbeit. Sie schreibt über die Effektivität von hamsterfreundlicher Bewirtschaftung in der Magdeburger Börde. Die beiden gehen zusammen über die Felder von Brüggemann, schauen nach Hamsterbauten und danach, wie sich der Bestand entwickelt hat. „Wir hatten im Spätsommer vergangenen Jahres eine sehr starke Vermehrung bei den Feldhamstern. Es waren Mutterbaue mit sieben Jungen dabei“, so der Landwirt. Brüggemann schätzt die aktuelle Anzahl der Feldhamster auf viele Tausende in der Region.

    2+
    • Mark sagt

      Dieser Beitrag lässt mich einmal mehr an der Sinnhaftigeit sogenannter „Roten Listen“ zweifeln.

      6+
    • Bauer Willi sagt

      @Eckehard
      Alles in dem von Dir hierhin kopierten Artikel ist bei uns schon versucht worden.

      Was willst Du also damit sagen? Ich interpretiere das so, dass die Landwirte und Naturschützer in unserer Region einfach zu blöd sind.

      Überlege doch bitte mal, ob Deine schulmeisterliche Art irgendeinen positiven Effekt hat.

      0
      • Eckehard Niemann sagt

        Lieber Willi, da tust Du mir wirklich bitter Unrecht.
        Ich wollte einfach ein positives Beispiel bringen, ohne dass ich die Ursachen dafür bewerten könnte. Also: gar nichts mit „schulmeisterlicher Art“… OK?

        2+
        • Inga sagt

          Ja Eckehard,
          man sollte niemals etwas verbreiten, dessen Ursache man nicht richtig kennt! Denn das ist von Übel, wie sich gerade hier herausgestellt und deswegen zum Thema wird, hat.

          0
          • Eckehard Niemann sagt

            Nein Willi,
            man kann durchaus weitere Infos hinzufügen, damit sich aus vielen verschiedenen Infos ein besseres Gesamtbild ergibt. Warum sollten nicht viele weitere Leser erfahren, was an anderer Stelle in Sachen Feldhamster berichtet wird? Fühle Dich doch bitte nicht angegriffen…

            2+
  13. bauerhans sagt

    die fachleute aus den biostationen sind davon überzeugt,dass sie das richtige machen,nämlich das,was in den statuten vorgegeben ist.
    abweichungen sind nicht vorgesehen.
    bringt man eigene vorschläge ein,wird sofort darauf hingewiesen,dass das nicht zulässig ist.
    dass der bauer sich nach dem wetter richten muss,ist auch noch nicht bei allen angekommen.

    3+

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