Bauer Willi
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Rede einer jungen Bäuerin an die Ministerinnen

Bettina Hueske (siehe Titelbild) hat auf der Demonstration am 4.4.2019 in Münster auf dem Domplatz eine beeindruckende Rede gehalten. Sie stellt Fragen. An die Politik, an die Gesellschaft. Fragen, die ihre Zukunft und die aller jungen Landwirt*innen angehen. Darauf möchte sie Antworten. Von Julia Klöckner, von Ulla Heinen-Esser, aber auch von ihren Mitbürgern.

Hier die Rede im vollen Wortlaut, auch mit den Markierungen, die ihr wichtig sind:

Kundgebung Münster 04.04. Bettina Hueske

Bauern brauchen Zukunft – Zukunft braucht Bauern!

Liebe Berufskolleginnen und Berufskollegen, sehr geehrte Ministerin Klöckner, sehr geehrte Ministerin Heinen- Esser, sehr geehrte Präsidenten.
Wir jungen Landwirte sind Teil der Zukunft, von der das Motto der heutigen Kundgebung hier spricht.
Wenn es nach mir ginge, dann hätte ich das Motto am heutigen Tag anders genannt: „Zukunft braucht UNS!“ Wer, wenn nicht wir jungen Landwirte, soll in Zukunft auf dem Bauernhof um die Ecke gute Lebensmittel produzieren?
Wer, wenn nicht wir, soll die Landschaft pflegen und sich um die Äcker kümmern? Wer soll unser Grundwasser schützen?

Wir alle sprechen von Tier- und Umweltschutz. Beides hat mit VERANTWORTUNG zu tun – das ist für uns eine der größten Tugenden, die uns während der gesamten Ausbildung immer wieder begleitet, gelehrt und vorgelebt wird.
Dieser Begriff vereint alles, wofür wir unsere Berufsausbildung absolvieren und was wir von unseren Ausbildern während unserer praktischen Lehre beigebracht bekommen.
Es beschreibt unser Handeln mit unseren wertvollsten Wirtschaftsgütern: unsere Tiere, unsere Pflanzen, unseren Boden. Verantwortung spiegelt sich in unserer Leidenschaft wieder. Nur, wer voller Leidenschaft von seinem Beruf schwärmen kann, ist in der Landwirtschaft richtig aufgehoben.
Doch wohin mit unserer Leidenschaft, wenn die ständigen neuen Verordnungen, Gesetze und Vorschriften schon fast auf der Tagesordnung stehen? Woher sollen wir die Sicherheit nehmen, das fortzuführen, was schon vor Generationen für uns vorbereitet wurde?

Mittlerweile kann man das Gefühl haben, dass es gar nicht mehr gewünscht ist, dass wir Landwirte diese Verantwortung übernehmen.

Wir übernehmen Verantwortung für eine unserer wertvollsten Ressourcen: Den Boden.
Wir arbeiten IN und MIT der Natur, passen uns den klimatischen Gegebenheiten Jahr für Jahr an. Wir nutzen regelmäßige Analysen und größten wissenschaftlichen Fortschritt, um unsere Pflanzen effizient, bedarfsgerecht, bodennah, punktgenau und nachhaltig zu versorgen. Wir nutzen den ureigensten Dünger,  den schon unsere Väter und Großväter genutzt haben: Mist und Gülle – Die Ausscheidungen unserer Tiere.
Wir schließen die Kreisläufe, die uns die Natur vorgibt.

Genauso, wie der ausgeglichene Nährstoffkreislauf für uns von immenser Bedeutung ist, spielt auch der Wasserkreislauf für uns eine entscheidende Rolle in unserer Verantwortung gegenüber der Natur.
Seit Jahren arbeiten Behörden, Wasserversorger und Landwirte Hand in Hand in Wasserkooperationen zusammen daran, das Wasser zu schützen und die Qualität unseres Grundwassers zu erhalten und zu verbessern. In enger Zusammenarbeit werden konsequente Ziele verfolgt: weniger Stickstoff, bedarfsgerechtes Düngen. Die Ergebnisse der jährlichen Bodenproben zeigen, dass wir auf einem sehr guten Weg sind!
Dennoch müssen wir in dieser ganzen Debatte auch ehrlich bleiben: Die zu hohen Nitratwerte von heute SIND das Ergebnis von zu hoher Düngung durch den Bauern in der Vergangenheit. Doch mit dem heutigen Know-how sind wir jungen Landwirte bestens für die Zukunft gerüstet.

Wir WOLLEN Verantwortung für unser Wasser übernehmen- das alles braucht aber Zeit!

Für mich als Milchviehhalterin steht unser mit Abstand wertvollstes Gut bei uns im Stall: Unsere Kühe.
Ich hatte das große Glück, von klein auf bei meinen Eltern miterleben zu dürfen, was es heißt, jeden Tag auf´s Neue Verantwortung für unsere Tiere zu übernehmen. Wir fühlen uns UND SIND verantwortlich, indem wir uns tagtäglich, sieben Tage die Woche, um unsere Tiere kümmern.
Als Unternehmer entlohnen wir uns mit dem, was wir produzieren und verkaufen. Wir legen Nachtschichten ein, wenn eine Kuh weit nach Mitternacht kalben möchte- zum Wohle der Kuh, zum Wohle des Kalbes und für unseren eigenen Anspruch.
Wir sorgen uns um jedes einzelne Tier, trauern, wenn ein Tier unseren Hof verlässt- aber wissen genau, dass das der natürliche Kreislauf ist und unsere Kühe ein glückliches Leben hatten!

Mit all diesem Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein haben wir unsere Ausbildung, die Fachschule oder das Studium abgeschlossen. Wir sind hoch motiviert und voller Elan in unseren Beruf gestartet.
Weil ich stolz bin auf das, was ich gemeinsam mit meinen Eltern und unserer Auszubildenden täglich tue, zeige und erkläre ich meine Arbeit transparent in den sozialen Netzwerken bei Instagram und Facebook.
Hierzu zählen nicht nur die abwechslungsreichen und anspruchsvollen Aufgaben aus meinem Alltag, sondern auch kritische Beiträge. Denn es gehört dazu, auch unschöne Ereignisse beim Namen zu nennen und nach außen zu vermitteln.

Bei so viel Offenheit und Ehrlichkeit muss ich leider neben viel positivem Zuspruch auch immer wieder feststellen, dass auch DAS scheinbar nicht von allen gewollt ist. Auf der einen Seite wird immer mehr Transparenz gefordert, und im gleichen Atemzug bekommt man Worte an den Kopf geworfen, die nichts mehr mit einer niveauvollen Unterhaltung zu tun haben.
Fast immer geht es hierbei vermeintlich um das Wohl der Tiere. Hierbei frage ich mich jedoch manchmal, zu welchem Zeitpunkt der Bezug zur Realität verloren gegangen ist und Tierwohl scheinbar heutzutage weit über respektvollem Umgang miteinander und das WOHL eines Menschen steht.

Wenn ich gefragt werde, wo ich mich in 40 Jahren sehe, dann antworte eigentlich ich ohne darüber nachzudenken. Auf unserem Hof, inmitten von Kühen natürlich!! Doch wie selbstverständlich ist das noch?
Auch mir kommen immer öfter Zweifel daran, ob es noch gewollt ist, dass wir in Deutschland Landwirtschaft betreiben. Ob WIR noch gewollt sind.

Nicht nur in der öffentlichen Wahrnehmung, sondern vor allem auch im Internet und auf meinen eigenen Social Media Accounts ernten wir Landwirte immer mehr Verständnislosigkeit und immer weniger Wertschätzung für unsere Arbeit. Wir erleben Anfeindungen, Aggressivität und Gleichgültigkeit. Gleichgültigkeit für die Arbeit, die wir aus Überzeugung und mit Leidenschaft jeden Tag erledigen.

Dazu kommen immer mehr Auflagen, deren Sinnhaftigkeit sich mir und vielen meiner Berufskollegen nicht mehr erschließt. Immer mehr Paragraphen und Bürokratie nehmen uns den Raum für Veränderungen.

Auch wir können scheitern, Fehler machen, müssen zurückrudern. Doch wir wollen auch träumen, spinnen, kreativ sein und uns verwirklichen! Was, wenn wir diese Räume nicht haben?

Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Wir WOLLEN Dinge bewegen, voran treiben, den Komfort und die Haltung unserer Tiere erhöhen und verbessern, den Boden noch schonender und nachhaltiger bearbeiten.

Aber all das muss doch nach guter fachlicher Praxis, jahrelanger Erfahrung unserer Mütter und Väter erfolgen, gemischt mit allen neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und NICHT immer nur nach den neuesten Paragraphen!

Wie sollen wir uns entfalten, wenn die einzige Möglichkeit darin besteht, möglichst alle Fristen einzuhalten und Kontrollen zu überstehen? Wie sollen wir unsere Pflanzen ernähren, wenn nicht mehr der tatsächliche Bedarf zählt, sondern nur die aktuelle Version der Düngeverordnung? Niemand kann sich gerade auf die Zukunft einstellen. Eine Infoveranstaltung jagt die Nächste. Die Themen: Neues zur Novelle der Novelle der Düngeverordnung. In den Landwirtschaftskammern begegnen wir Beratern, die schulterzuckend mitteilen, dass keiner gerade weiß, was denn nun aktuell geltendes Recht ist.

Wo stehen wir in 10 Jahren?

Ich erwarte Antworten! Und zwar bald!! Denn sonst schafft die Politik die Landwirtschaft in Deutschland ab- noch schneller als gedacht. Die von vielen Politikern gern gelobten und geförderten Familienbetriebe werden nicht mehr jede Veränderung mitmachen können.

Woher sollen in Zukunft unsere Produkte stammen? Nahrungsmittel vom Landwirt von Nebenan oder doch lieber das „regionale Fleisch“ aus Argentinien?

DAS wollen wir sicherlich nicht, sondern weiterhin flächendeckend qualitativ hochwertige Lebensmittel in Deutschland produzieren.  

Frau Klöckner und Frau Heinen-Esser, wie sehen SIE unsere Zukunft? Ihr vorgelegter Sieben-Punkte-Plan kann aus unserer Sicht nicht die Lösung für unsere Probleme sein. Zur 20%-Regelung fehlt beispielsweise jegliche Aussage. Dabei ist das unser Kernproblem!

Wir sollten ALLE in einem Boot sitzen, Landwirte, Behörden und nicht zuletzt (oder vor allem!!) Politiker. Hand in Hand können wir viel erreichen. Wir können den ländlichen Raum schützen und pflegen. Aber nicht, wenn die Politik schläft, mit unbedachten Verschärfungen Brüssel ruhig stellt und uns junge Menschen dabei völlig vergisst.

Wir sind die junge Generation.

WIR sind die, die bei der nächsten Wahl ihre Stimme abgeben.

WIR sind die Zukunft.

Und ich? ICH bin eine von vielen jungen Landwirtinnen, die davon träumt, auch in 30 Jahren noch mit Stolz Landwirtschaft in Deutschland zu betreiben-

Seite an Seite mit Politikern, Verbrauchern und einer Bevölkerung, die mit Entschlossenheit hinter uns steht und uns den Rücken stärkt.

Wird dieser Traum jemals Wirklichkeit?

Dankeschön!

Wer mehr über Bettina erfahren möchte:

Facebook:  https://www.facebook.com/hofhueske/

Instagram: @baeuerin_bettina

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70 Kommentare

  1. Duffy sagt

    WOW,
    habe mir die Kommentare zu der Rede durchgelesen. Die Rede ist BEMERKENSWERT, und zeugt, wie auch der Auftritt im Netz, von echter Leidenschaft für den Beruf. Auch der Ort und die Art und Weise wie sie vorgetragen wurde nötigt mir Respekt ab.
    Was dann aber in den Kommentaren und Beiträgen zu lesen war ist leider nicht das was Frau Hueske verdient hat, finde ich zumindest. Wie schnell mit ein paar Schlagworten das eigentliche Thema negiert wird, die üblichen Verdächtigen springen wieder darauf an und schon ist es schnurz-pieg egal was gesagt wird. Welche Probleme benannt werden, interessiert doch niemanden. Die Welt dreht sich dann doch lieber wieder um den eigenen Kommentar.
    Schade drum, hätte gerne ein paar Vorschläge gelesen was wir/ihr den jungen LandwirtInnen auf den Weg geben könnt. Welche möglichen Lösungen angedacht werden könnten, damit die Zukunft der deutschen Landwirtschaft auch noch in zwanzig (20) Jahren auf ihren Höfen ist und wissen, dass es richtig war sich für den Beruf des Bauer/in entschieden zu haben.
    Doch statt dessen war der DBV wieder wichtiger oder andere Scharmützel mussten wieder ausgefochten werden. Kein Wunder das den Jungen die Lust vergeht. Daran hat die Bürokratie und die Stimmungsmache von wem auch immer sicherlich ihren Anteil, aber WIR tragen auch noch selbst unser Möglichstes dazu bei.
    Ihr alle, ich auch, sollten uns an die eigene Nase fassen und schleunigst überlegen wie wir dem Nachwuchs zeigen warum es sich lohnt Landwirt zu werden. Hören wir auf, immer mit dem Finger auf andere zu zeigen, denn dabei sollten wir bedenken, wenn ein Finger von mir weg zeigt, zeigen drei auf mich selbst.

    2+
  2. Nauert Hans-Albert sagt

    Von Selbstvermarkter: Auf ein weiteres Problem möchte ich hinweisen, das vor allem in BW vorherrscht. Die Erzeugung von von etlichen Protukten wie Fleisch, Milch, Eier, Ferkel und Sonderkulturen wie Tabak wurden aufgegeben weil sie sich nicht mehr rentierten. Alle die aber doch noch weitermachen wollten sind in die Erzeugung von Obst und Gemüse, wie z.B. Erdbeeren, Spargel,Karotten usw. eingestiegen. Einige wenige haben gemeint mit hunderten Ha Spargel, Erdbeeren und Gemüsedie Märkte fluten zu müssen und im Umkreis von vielen Km ihre bescheuerten Verkaufsbuden aufstellen zu müssen. Das ist auch zunehmend unser Problem, da wir unseren Spargel, nur ab Hof vermarkten. Was auch Jahrelang super funktionierte, denn in den Supermärkten wurden Spargel erst im Mai angeboten wenn die großen Erträge geerntet wurden. Seit einigen Jahren werden Spargel schon zu beginn der Ernte Anfang April angeboten.

    2+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Sie zeigen auf, was viele noch nicht begriffen haben, die Zahl der Hofläden kann nicht beliebig weiter erhöht werden. Bei uns in Mittelbaden finden sich Verkaufsstände von einem Pfälzer Spargelerzeuger.

      5+
    • Obstbäuerin sagt

      So haben wir den Spargelanbau an polnische Spargelhändler verloren, die hier in Grenznähe als Urproduzenten auftreten und nach EU-Gesetzen willkommen sind. Jetzt folgt die Direktvermarktung von Äpfeln und der Niedergang der Erdbeer- und Kirschvermarktung ist schon abzusehen. Und gestern war ich auf einer Veranstaltung der IHK zur Förderung regionaler Produkte, wo ein rosarotes Bild der Direktvermarktung regionaler Produkte entworfen wurde. Die Krönung war ein designtes Birnenprodukt eines Berliners, das nur im Namen einen Bezug zu Brandenburg hat und Birnen aus Brandenburg nicht verwenden kann, weil in einem Jahr schon mal 95% der Birnenernte durch Frost kaputtgegangen war. Das Risiko möchte man nicht teilen aber die regionale Marke verwenden. Ich finde das grenzt an Betrug.

      9+
    • Arnold Krämer sagt

      Die immer größer werdenden Städte mit immer mehr berufstätigen Doppelverdienern oder Singles können doch nicht durch mobile Hühnerställe, mobile Schweineställe (dafür gab‘ s jetzt in Berlin einen Innovationspreis; man fasst sich an den Kopf), regionaler Vermarktung etc. versorgt werden. Das ist die eine Seite.
      Die andere ist: Zuviele Bauern wollen Bauern bleiben, und konkurrieren sich über die Selbstausbeutung zu Tode, alles zum Wohle der (meist undankbaren oder wenig nachdenklichen) Verbraucher.

      12+
  3. Arnold Krämer sagt

    Frau Hueske sagt/schreibt:
    „Frau Klöckner und Frau Heinen-Esser, wie sehen SIE unsere Zukunft? Ihr vorgelegter Sieben-Punkte-Plan kann aus unserer Sicht nicht die Lösung für unsere Probleme sein. Zur 20%-Regelung fehlt beispielsweise jegliche Aussage. Dabei ist das unser Kernproblem!“

    Das Kernproblem ist die 20% Regelung „nur“ insofern, als sie viele Landwirte unnötigerweise in „Sippenhaft“ nimmt, „bestraft“ und in Bedrängnis bringt für strukturelle Fehlentwicklungen in bestimmten Regionen und fehlerhafte behördliche/politische Entscheidungen/Abgrenzungen.
    Ansonsten ist das Kernproblem, dass viele Familienbetriebe durch wettbewerbsverzerrende Förderungen des Staates (EEG), durch die Wirkungen der Baugesetzgebung und der damit zusammen hängenden Genehmigungspraxis sowie durch ungenügende Preissteigerungen die erhöhten Pachtkosten, Gülleentsorgungskosten und sonstige Organisationskosten nicht mehr auffangen können und letztlich zur Betriebsaufgabe gezwungen werden, was sich viele noch vor 5 oder 10 Jahren im Traum nicht vorstellen konnten.

    13+
    • Bauer Willi sagt

      Ich möchte noch ergänzen: Da die ständig neuen Regelungen, die in einer Frequenz erlassen werden, die einem den Atem rauben, macht sich eine immer weitergehende Mutlosigkeit und Resignation breit. Neben der Kostensituation ist es auch die emotionale Belastung, die viele überlegen lässt, „die Brocken hinzuschmeißen“.

      14+
      • Borkenkäfer sagt

        Herr Krämer weiß wovon er spricht und da braucht nichts Substanzloses ergänzt werden.

        Bauer Willi sollte Frau Hueske fragen, ob ihre Rede vorher vom Bauernverband gelesen und freigegeben wurde.
        Dann weiß man konkret woher der Wind weht – oder welches Lüftchen weht.

        2+
        • Bauer Willi sagt

          @Borkenkäfer
          „emotionale Belastung“ ist also substanzlos. Interessant…

          5+
        • Arnold Krämer sagt

          Die Ergänzung von Willi ist absolut berechtigt und in diesem Zusammengang auch sinnvoll.

          Der DBV hat ein hohes Maß an Mitverantwortung für die augenblicklich verfahrene Situation. Diese resultiert nicht nur aus politischen sondern auch aus verbandspolitischen Fehleinschätzungen in den letzten 40!! Jahren.

          4+
          • Borkenkäfer sagt

            Nein, ist weder berechtigt (weil keine verlässliche Datenbasis) noch sinnvoll, weil die Hauptursache und dessen Lösung nicht benannt wird.
            Nennt sich Geschwätz im deutschsprachigem Raum

            Der DBV muss abgeschafft werden wie die CMA

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            • Schmeckt gut sagt

              Tschuldigung Borkenkäfer. Du bist ein Dummschwätzer. Die CMA konnte man in vielen Bereichen kritisieren, optimal war der Zustand damals nicht, aber sie hätte massiv gegen die heutigen Auswüchse der Geringschätzung gearbeitet. Und ganz ohne Lobbyarbeit durch einen Branchenverband? Finde ich äußerst naiv.

              5+
              • Borkenkäfer sagt

                Zu der Beleidigung sage ich mal nix. Da ich viel mit dem Bauernverband zu tun hatte, bin ich auch immun was so etwas angeht. Die sagen auch immer gegenüber Mitgliedern: „Was kümmert es einer westfälischen Eiche, wenn sich ein Schwein an ihr reibt“. Dies wird auch von Bauernpräsidenten so formuliert.
                Dummschwätzer oder nicht: Hier Fakten. Die CMA hatte einen Schatz von 400 Mio. € Bauerngeld angehäuft und wurde von einem Gericht gestoppt.
                Der Konzern Bauernverband mit den Tochterfirmen der Landesverbände haben einen Wert in Milliardenbereich. Alles Bauerngeld was uns abgeknöpft wurde.

                Nein, das ist nur eine Eigeninteressenvertretung und dumme Mitläufer gibt es genug wie auch hier zu sehen ist.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Der Bauernverband hat Immobilien, das ist richtig.
                  Der Besitz ist günstiger, als Bürogebäude zu mieten.

                  Den Bauernverband können nur die Mitglieder abschaffen, es ist davon auszugehen, dass sie kein Mitglied mehr sind, deshalb läuft ihre Forderung einer Abschaffung ins leere.

                  2+
              • bauerhans sagt

                „Die CMA ….. hätte massiv gegen die heutigen Auswüchse der Geringschätzung gearbeitet.“

                dazu waren und wären die niemals fähig gewesen!
                da wurde sicheres geld für die selbstdarstellung verprasst.
                werbung ging und geht anders.

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                • Schmeckt gut sagt

                  Und wie? Für effektive Werbung sind Mio. Beträge nötig. Es geht ja nicht nur um Geld, sondern auch um eine Struktur, die eine Werbung ermöglicht. Diese wäre in Krisenzeiten bei der CMA vorhanden gewesen, wie damals bei BSE. Die NGOs wären mit Sicherheit mit ihren Kampagnen nicht in dem Maße durchgekommen, wie jetzt ganz ohne Gegenwehr. Habe persönlich grosse Kritik an der Unbeweglichkeit geübt. In Krisen wurde aber immer viel Geld zur Gegenwehr locker gemacht. Versuche das mal im Moment. Freiwillig funktioniert es nur beim eigenen Betrieb in der Direktvermarktung.

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            • Arnold Krämer sagt

              über Emotionen, Leidensfähigkeit, Belastbarkeit im Agrarbereich wird es nie Statsitiken (Daten) geben. Es kommt immer mehreres zusammen, wenn familiengeführte Betriebe in Westdeutschland nicht weiter geführt werden.

              2+
            • Ackerbauer sagt

              Der DBV „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ die „Linksvereinigung“ treibt für seine treuesten (Nebenerwerbs)“Klienten“ die Pachtpreise.
              Nebenerwerbslandwirte zahlen nur einen kleinen Mitgliedsbeitrag obwohl sie u.U. durch einen anderen Beruf das gleiche Einkommen generieren.
              Habe dieser Berufsvertretung in den letzten zwei drei Jahrzehnten sogar das Angebot gemacht aufgrund der gefallenen Getreidepreise einen reduzierten Mitgliedsbeitrag anzusetzen.
              Darauf hieß es entweder ganz oder gar nicht und
              Nichtmitglieder bekommen eine Beratung/Dienstleistung des BV nicht mal für Geld!

              1+
              • Borkenkäfer sagt

                Echt, „eine Körperschaft…“?
                Diese Körperschaft ist Stammkunde bei Staatsanwaltschaften. Mal sind es Betrügereien bei Windgeschäften mal sonstige Unterschlagungen.

                Nein die Immobilien sind nicht die Schatulle des Bauernverbandes. Es sind Tochterfirmen mit Verlagen und und und… Die Zeitschrift Landlust bringt der Bauernverbandsmafia satte 3 Mio. Gewinn. Gezeigt wird dort Landidylle und keine moderne Landwirtschaft.

                3+
    • Stadtmensch sagt

      „sowie durch ungenügende Preissteigerungen die erhöhten Pachtkosten, […] nicht mehr auffangen können“

      Es ist mir aber gar nicht recht, wenn ich die leistungslosen Einkommen der Landeigentümer (Verpächter) über erhöhte Lebensmittelpreise bzw. Subventionen abdrücken muss. Das ist das gleiche Problem wie bei der Bodenspekulation in den urbanen Zentren. Ein Grundproblem dieser Wirtschaftsordnung „Land zur Ware“ machen. Es gewinnen immer die, denen das Land gehört und nicht die, die Werte schaffen.

      https://www.spiegel.de/wirtschaft/immobilien-was-gegen-die-wohnungsnot-wirklich-hilft-a-1261406.html

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Habe mir mal die Mühe gemacht, sämtliche Übergabeverträge, Kaufverträge und Erbschaften zu ergründen.

        Siehe da, 1.000 m² brachte eine Ehefrau mit, alles andere wurde gekauft, auch ich habe Geld ausgegeben um ein Grundstück zu kaufen.

        Selbstverständlich wurden die Flächen innerhalb der Familie vererbt, die Erben durften ihre Geschwister mit viel Geld abfinden.

        Soll ich jetzt die Flächen ohne Pachtzins abgeben, damit andere ihre Lebensmittel noch billiger kaufen können?

        5+
        • Stadtmensch sagt

          Nein, aber mal drüber nachdenken, welche Dynamik die „Wertsteigerung“ dieses Produktionsmittels entfacht, wenn es sich nicht beliebig vermehren lässt. Und was es über eine „Wirtschaftsmacht“ aussagt, wenn ihre „Wirtschaft“ zu 70% aus Kreditvergabe besteht (steht alles in dem Artikel).
          Das kommt dann z.B. als Bumerang zurück, wenn man Anwälte bemühen muss, um gegen Bauwahn vorzugehen. Da sind sie ja der Experte.
          Habe gerade mit einem Spekulanten zu tun, der unseren Gemeinschaftsgarten zerbröselt, weil er auf Wertsteigerung hofft. Er will nichts bauen – nur Haben.
          Dabei brauche wir wenigstens ein Minimum Grünfläche in der Nähe unserer Wohnsilos, damit wir nicht schon in 20 Jahren gegrillt werden sondern erst in 35…

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          • Ackerbauer sagt

            Ein erheblicher Teil der Bevölkerung ist unproduktiv geworden.
            Die ausufernde Bürokratie treibt die sog. Nebenkosten.

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          • Arnold Krämer sagt

            Es gibt eben schon zuviele Bullshit-jobs, weil der Agrarsektor und andere Wirtschaftssektoren durch den ungeheuren technischen Fortschritt extrem viel Arbeitskräfte frei gesetzt hat. Die Segnungen der kapitalistischen Kreativität und Dynamik werden, wie sie richtig bemerken, zum Bumerang und wenden sich gegen das System. Die Anzeichen in D mehren sich.
            Aber was ist die Konsequenz?
            Alle Städter wieder zum Rübenhacken, Einsammeln von Kartoffelkäfern, Gras wenden, Gräben mit Spaten auswerfen zurück aufs Land?

            4+
            • Stadtmensch sagt

              „zurück aufs Land?“
              Naja, meiner Meinung nach ist das keine schlechte Idee. Die Jobs in der Verwaltung und in der Rechtssprechung übernimmt künftig auch noch die Software und ein Teil der Freizeitindustrie können wir auch getrost „umwidmen“.
              Sie fahren ja schließlich auch ganz gerne nach Tirol, um dort mal richtig zu malochen (wenn ich das richtig in Erinnerung habe).
              Der Mensch ist nicht zum Rumsitzen gemacht.
              In 30 Jahren haben wir sowieso Öko-Diktatur (wenn wir Glück haben) oder eben Anarchie…

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Der Gemeinschaftsgarten hat einen Eigentümer, will der Verkaufen macht der das selbe wie die Stadtmenschen, die möchten mehr verdienen, als der Laupenpieper bereit ist zu bezahlen.
            Haben sie schon mal eine Lohnerhöhung abgelehnt?

            Wenn der Spekulant nicht Bauen will, wo liegt das Problem?

            1+
          • Dorfmensch sagt

            Hallo Stadtmensch,

            na dann kümmert Euch um Grünflächen in der Nähe der Wohnsilos oder sollen Euch die Bauern zeigen wie das geht?

            1+
            • Stadtmensch sagt

              Die Bauen haben genügend eigene Probleme…
              Aber was will man machen, wenn man von der Arbeit kommt, und der komplette Baumbestand ist gefällt. Begründung: man möchte angeblich dem zu erwartenden Aufwand für künftige Fällgenehmigungen vorbeugen. Oder noch besser: „Ich kann das doch hier nicht alles zuwachsen lassen“. Ich hör lieber auf sonst mache ich noch den Comte de Lautréamont…

              Am Wochenende ist hochoffizieller Frühjahrsputz. Dann heißt es wieder Sperrmüll und Makroplastik von den Brachflächen der Spekulanten zu klauben. Ich mach das gerne, weil ich daraus meine „Überheblichkeit“ speisen kann oder weil wir uns laut Camus „Sysiphos als einen glücklichen Menschen vorstellen“ können.

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              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Stadtmensch,
                früher war das so, dass der Gemeindeförster entschieden hat, kann der Baum stehen bleiben, oder muss er gefällt werden.

                Heutzutage muss ein teures Gutachten her und dann muss noch einer vom Landratsamt die Genehmigung erteilen.

                Jedem privaten kann ich nur Empfehlen, lasst den Baum nicht zu groß werden, sonst braucht ihr den Gutachter, die Genehmigung und den Autokran. 😉

                0
      • Borkenkäfer sagt

        Zitat: „Es ist mir aber gar nicht recht, wenn ich die leistungslosen Einkommen der Landeigentümer (Verpächter) über erhöhte Lebensmittelpreise bzw. Subventionen abdrücken muss.“
        Wenn Sie Mitglied in einer der beiden Amtskirchen sind, wird Ihre Kirchensteuer für Grundkäufe verwendet. Also doppelt doof. Des weiteren finanzieren sie mit der Stromrechnung (Maisverstromung) den Strukturwandel in der Landwirtschaft und diese frei werdenden Arbeitskräfte belasten den Arbeitsmarkt.

        Sprechen Sie als Stadtmensch mit dem Spiegel oder anderen, damit wir ALLE von der Last „Johannes Röring“ befreit werden. Frau Hueske geht im Übrigen mit Röring politisch unter!

        0
        • Stadtmensch sagt

          Über Röring und andere gut vernetzte Lobbyisten steht genug bei Lobbypedia und ähnlichen Seiten. Es gibt leider einen Typ Mensch, der nutzt seinen Wissensvorsprung ausschließlich zum eigenen Vorteil. So habens die Jungs und Mädels von Exxon 1977 (bzw. GCC) auch gemacht, als sie im Geheimen die Folgen eines weltweiten Temperaturanstiegs um 3° Celsius durch Verbrennung fossilen Kohlenstoffs berechnet haben und anschließend alles torpediert haben, was in Richtung Aufklärung oder Einleitung von Gegenmaßnahmen gehen könnte.

          1+
      • Arnold Krämer sagt

        Stadtmensch!
        Der Anteil, den Landwirte von Ihren Lebensmittelausgaben erhalten, liegt bei Getreide deutlich unter 10 Prozent, bei Eiern noch bei ca. 50 Prozent, bei Fleisch und Milch nur noch bei rund 30 Prozent, alles seit Jahrzehneten mit abnehmender Tendenz.
        Die Flächenkosten machen von den jeweiligen Produktionskosten (Vollkosten) in der Bodenproduktion ca.20 bis 50 Prozent aus mit großen Unterschieden von Region zu Region und angebauter Kultur.
        In der Tierproduktion sind die anteiligen Flächenkosten vielleicht mit 5-10 Prozent oft auch mit 0 Prozent zu quantifizieren. Das hängt wieder ganz vom Standort und der Art der Tierhaltung ab.
        Ihr Anteil an der Subventionierung der Landbesitzer über Lebensmittel hält sich deshalb sehr in Grenzen. Über den Stromverbrauch zahlen Sie vermutlich anteilig deutlich mehr und dafür ist nur die Politik verantwortlich.

        Und eins sollten Sie allemal bedenken:
        Die Regionen, die aufgrund hoher Viehdichten und hoher Bodenpreise „leistungslose“ Einkommen erzielen, sind wirtschaftlich prosperierende ländliche Räume mit niedrigen Soziallasten, die nicht mit Steuergeldern mühsam am Leben erhalten werden müssen. Ein Forschungsinstitut hat ja kürzlich sogar empfohlen bestimmte ländliche Räume „aufzugeben“. Das Münsterland und das südliche Weser-Ems-Gebiet gehören nicht dazu.

        1+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        „Das ist das gleiche Problem wie bei der Bodenspekulation in den urbanen Zentren. Ein Grundproblem dieser Wirtschaftsordnung „Land zur Ware“ machen. Es gewinnen immer die, denen das Land gehört und nicht die, die Werte schaffen.

        https://www.spiegel.de/wirtschaft/immobilien-was-gegen-die-wohnungsnot-wirklich-hilft-a-1261406.html

        Ehrlich gesagt, ich verstehe das Gejammere nicht.

        Die Mieten liegen in Berlin bei 7,50 bis 10,34 (oberes Marktsegment ausgenommen), das ist ca. 1 Euro mehr, als in jedem Dorf bei uns.
        Die Berliner fahren noch zusätzlich mit einer hoch subventionierten U und S Bahn, die jedes Jahr mit 84 Euro je Einwohner subventioniert werden
        Auf dem Land muss jede Familie ein Auto unterhalten und KFZ Steuer bezahlen, dass die Berliner Kinder einen gebührenfreien Kitaplatz bekommen.

        3+
        • Stadtmensch sagt

          Habe keine Ahnung, wie viel Kitaplätze man mit den 2% Rendite, die die „Deutsche Wohnen“ als rote Laterne im MDAX macht, gegenfinanzieren könnte.
          Jedenfalls muss dieser „Kapitalabfluss“ ausgeglichen werden. Am besten mit Wachstum und „hart arbeitenden kreativen Selbstausbeutern“.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Hinter den Konzernen stehen auch Lebensversicherungen, private Renten und Betriebsversicherungen, sowie ausländische Pensionsfonds.
            Ganz normale Menschen die sich auch eine normale Rente freuen dürfen.

            Empfehlen würde ich keinem „Deutsche Wohnen“ zu kaufen, das Betongold ist eh heiß gelaufen und Anbetracht der Enteigungsdiskussionen ist eine Dividendenrendite von 2 % geradezu lächerlich.

            Die Stadt Berlin hat Wohnungen verkauft. Aber nicht an lokale Vermieter, sondern an Kapitalbeteiligungsunternehmen. Die US-amerikanische Investmentgesellschaft Blackstone hat einfach mal 2500 Einheiten in Berlin und Brandenburg gekauft, gar nicht so lange her, Anfang Mai 2018.

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            • Stadtmensch sagt

              „Ganz normale Menschen die sich auch eine normale Rente freuen dürfen“

              Womit wir wieder beim „Gejammer“ der jungen Bäuerin wären, die die hohen Pachtpreise nicht erwirtschaften kann. Das können sie ihr doch so mit auf den Weg geben: „Sieh mal, wir kleinen Leut haben nie in ein umlagefinanziertes Rentensystem eingezahlt (weil das linksgrüner Umverteilungsquatsch ist) und freuen uns, wenn wir eine kleine Rente vom Kapitalmarkt beziehen können“. Wir sorgen somit auch für das gute Leben vieler unproduktiver Finanzspezialisten, die bestimmt keine Lust zur Pflege von Gehölzhecken oder zur Betätigung als Erntehelfer usw. haben.

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              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Schon wieder auf der falschen Fährte, die Alterssicherung ist ein umlagefinanziertes Rentensystem, mit dem Unterschied, dass die Höhe nur die Hälfte eines Rentenpunktes ist.

                Um im Alter nicht den Kitt von den Fenstern zu fressen, braucht es etwas angespartes Geld, zum Beispiel in Aktien, am besten Weltweit mit hoher Dividendenrendite.

                Nehmen wir mal an, sie bekommen eine monatliche Rente von 1.000 Euro und werden 90 Jahre alt.
                Dann haben sie einen Rentenanspruch von 300.000 Euro.
                Wenn der Landwirt ein gesetzlicher Anspruch von 500 Euro Monatlich hat, braucht er logischerweise 150.000 Euro bei Rentenbeginn auf der hohen Kante und eine Rendite in Höhe der Rentenerhöhungen.

                Ich würde ihnen empfehlen, kaufen sie Aktien mit hoher Dividendenrendite, mindestens 4 %, oder kaufen sie nachhaltig anlegende Fonds. Selbst einst skrupellose Fondsmanager mit Dollar-Schlips und Hosenträgern haben beim Investieren ihr Gewissen entdeckt. Und das, obwohl sie ungern Prozente liegen lassen.

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                • Stadtmensch sagt

                  „Um im Alter nicht den Kitt von den Fenstern zu fressen,“

                  Sagt jemand, der hier immerzu Sous Vide Tricks zum Besten gibt und sich mit akzeptablen Weinsorten bestens auskennt.
                  Ich gönns Ihnen – ehrlich! Aber es ist lustig…

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Mein lieber Stadtmensch,
                  Sous Vide Garen geht auch mit Rindersuppenfleisch, das Fleisch ist jedoch in der Suppe besser aufgehoben. Folglich braucht man ein Stück Fleisch, das man nicht unbedingt bei ALDI kauft.

                  Als junger Bursche habe ich 15 Jahre in der Winzergenossenschaft ab und zu gearbeitet, da ist man mit den besten Qualitäten in Berührung gekommen, da war mir klar, der Billigwein ist nichts für mich.

                  Glücklicherweise ist meine Frau noch im Arbeitsprozess und eine teure Stadtwohnung müssen wir auch nicht bezahlen.

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  4. Nauert Hans-Albert sagt

    Eine sehr gute Rede, ich bin mit allem einverstanden. Aber eins hat sie vergessen zu erwähnen, das ist das Hauptproblem das viele Familienbetriebe in Schwierigkeiten bringt. Das sind immer höher steigenden Betriebskosten, bei seit Jahren stagnierenden Erzeugerpreisen. An zweiter Stelle die vielen Kritiker ,die mit Sclagworten wie Monokulture, Massentierhaltung und Pestizieden uns Bauern immer zu an den Pranger stellen. Aber anscheinend ist denen das logische Denken abhanden gekommen. Logisch ist doch, das immer weniger Bauern, Immer größere Einheiten an Ackerflächen und Tieren bewirtschaften. Wie die Jungbäuerin bei ihrer Rede erwähnt, ist der hohe Nitratwert im Grundwasser schon vor vielen Jahren endstanden und in den nächsten Jahren sinken würde, was doch auch den Politiker bekannt sein müßte, doch trotzden wollen sie die Düngeverordnung verschärfen. Auch wurde erwähnt, das für das Tierwohl schon extrem viel getan wurde, aber trotzdem geben die selbsternannten Tierschützer, die keine Ahnung von Landwirtschaft haben, sich niemals zufrieden, denen sind doch die Probleme der Bauern scheißegal. Es ist doch jeder zu bedauern der in das neu aufgelegte Tierwohllevel der Ministerin, viel Geld inwestiert, um die Vorgaben zu erfüllen, um dann zu Hoffen das der Verbraucher, für diese Auszeichnung mehr Geld ausgibt. Die Subermärkte werden sch wissen ,wie sie den Preis niedrig halten.

    5+
    • Arnold Krämer sagt

      Die Produktionskosten steigen stetig an. Das war auch früher schon so. Aber der Unterschied zu früher; es gibt in der Landwirtschaft praktisch keinen technischen Fortschritt mehr, mit dem man nennenswerte Produktivitätsfortschritte erzielen könnte, um die Stückkosten bei stagnierenden Erzeugerpreisen senken zu können. Und dann kommt hinzu, dass bisheriger technischer Fortschritt, wie immer man ihn bewerten mag hinsichtlich Umwelt und Tierwohl, zurück verordnet wird. Die Landwirtschaft in Form der Urproduktion (Rohstofferzeugung) ist teilweise dringend auf Preissteigerungen angewiesen. Erkennbar ist das bisher nicht. Nicht einmal die Dürre des letzten Jahres war beim Getreide oder Raps nennenswert spürbar. Nur die Kartoffelpreise auf dem freien Markt haben kräftig angezogen und für einen Ertragsausgleich gesorgt. Mehr aber auch nicht, weil auf der anderen Seite starke naturale Mindererträge oder teilweise sehr hohe Beregnungskosten standen.

      3+
  5. Jörg Niemeyer sagt

    Schade, das Sie in Ihrer Rede nicht noch mal die vergurkte Datenerfassung (700 Messpunkte) zum Nitrat im Grundwasser angesprochen hat.

    1+
    • Ackerbauer sagt

      Man darf gespannt sein wie lange sich das Volk mit der Nitratlüge
      und der Klimareligion verarschen lässt!

      Man kann alle Leute einige Zeit und einige Leute alle Zeit,
      aber nicht alle Leute alle Zeit zum Narren halten!

      Abraham Lincoln

      10+
  6. Friedrich sagt

    Perfekte Rede für die Demonstration. Leider haben die Medien nur wenig oder garnichts berichtet. Politik und Medien betreiben so Zensur, oder hauen nur Schlagzeilen raus wie : „Die Bauern demonstrieren für schmutziges Trinkwasser.“ Leider sind die Linksgrünen mit den Großunternehmen in Deutschland eine Simbiose eingangen und dreschen auf die Bauern ein . Die einen aus ideologischen Gründen und die anderen um mehr Exporte zu schaffen und die Bezahlung mit importierten Agrarprodukten zu machen. Auch unser Wirtschaftsminister Altmaier hilft nur den Großunternehmen und nicht dem Mittelstand, dem Rückrat unseres Landes. Der Unmut der Mittelstandsvereinigung drückt sich aktuell mit der öffentlichen Nichteinladung zum Jubiläum aus. Der Weg unserer Regierung in Richtung franz. Wirtschaftsmodell der Großbetriebe wird uns in die Sackgasse führen.

    28+
    • Ackerbauer sagt

      Beispiel Agrarmarkt!

      Im mittleren Westen hieß es, durch das immense Hochwasser ist mindestens ein Schaden von 1,5-2Mrd. Dollar entstanden.

      Auf NTV kam vor zwei Tagen
      Landwirtschaft spürt Klimawandel Getreideverbrauch überflügelt Produktion
      Lange Trockenperioden und extreme Hitze prägen den Sommer 2018. Das macht sich weltweit in der Landwirtschaft bemerkbar. Noch können Vorräte das Defizit zwischen Verbrauch und tatsächlicher Getreideernte ausgleichen. Die schrumpfen aber.

      und in der AZ
      posaunt man

      Märkte am Morgen: Getreide
      US-Weizen steht gut auf den Feldern

      Nun kann sich jeder (s)ein Bild machen wo sich der größere Linkenhort befindet!

      2+
  7. Alexander Borchert sagt

    Respekt, Respekt und nochmal Respekt.

    Mit dieser Einstellung müssten alle an ihre tägliche Arbeit, aber auch an die vorliegenden und anstehenden Probleme gehen.

    3+
  8. Borkenkäfer sagt

    Erinnert etwas an Greta. Die drischt auch fleißig Phrasen ohne in Zusammenhängen zu denken.
    Was die Zukunft der jungen Dame gefährdet hängt mit deren „Nachbarn“ Röring zusammen. Sie wirtschaftet in einem Landkreis mit Gemüseindustrie und 90 Faulgasanlagen und das war und ist ein Risiko für Gewässer. Wer diesen Tatbestand verschweigt, kann nicht ernst genommen werden.
    Sie wirtschaftet in dem Landkreis mit den höchsten Landpreisen, was viele Existenzen ruiniert.

    Die Verhandlungen mit der neuen Düngereform sind deshalb so schwierig, weil der Bauernverband und Röring jede Glaubwürdigkeit verloren haben. Diese Suppe der Vertrauenskrise haben alle auszulöffeln.

    7+
    • Obstbäuerin sagt

      Die Aussagen einer gut ausgebildeten und erfahrenen Landwirtin mit einer 16 jährigen Schülerin zu vergleichen, deren Sätze sehr an eingepflanzte Frames denken lässt, halte ich für absolut daneben. Obwohl in dem ganzen Prozedere das Umweltbundesamt seine Glaubwürdigkeit absolut verspielt hat, scheint das niemanden zu stören. Warum der Bauernverband seine Glaubwürdigkeit verloren haben soll, erschließt sich mir nicht. Er hat ja auf die falschen Zahlen des UBA aufmerksam gemacht.

      16+
      • Borkenkäfer sagt

        Der Bauernverband hat schlichtweg gelogen und erzählt, dass Faulgasanlagen Gülle „fressen“ und somit hat es eine Gesetzeslücke gegeben, die mit der letzten Änderung geschlossen wurde.

        Gegen die Bäuerin ist sicher nicht einzuwenden. Was mir fehlt ist der Selberhaltungstrieb der sich dadurch bemerkbar macht, Röring nicht zu entlassen.

        5+
      • Gephard sagt

        Ich sehe ebenfalls Ähnlichkeiten zu Gretas Rhetorik. Keine konkreten Vorschläge, verbaler Fingerzeig auf andere und Klage über die Umstände und Gegebenheiten. All das, was hier vielfach Greta & Co. vorgeworfen wird.

        Und Framing sehe ich hier auch, aber halt aus landwirtschaftlicher Sicht. Der Framing-Vorwurf ist sowieso nutzlos, denn keine Kommunikation ohne Framing. Auch hier nicht. Bauer Willi macht sogar regen Gebrauch davon.

        2+
        • Obstbäuerin sagt

          Kommunikation und Framing ist auch kein Problem, das fängt erst dort an, wo man medial Begriffe mit einem zweckdienlichen, propagandistischem Inhalt versieht und so als gesellschaftlichen Konsens installiert. Bestes schlechtes Beispiel: PESTIZIDE. Unsrer Begriff PFLANZENSCHUTZMITTEL soll eigentlich Ernährungssicherheit, Schutz vor Pflanzenkrankheiten, sinnvolle Maßnahme in der landwirtschaftlichen Produktion vermitteln, was auch sachlich richtig ist. Dieser Begriff kommt in den Medien kaum vor, statt dessen wird die PEST als negativ besetzter Inhalt im Wort Pestizide ständig wiederholt. Zeigt doch Wirkung, Herr Gephard.

          2+
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Auch die Mittel wie Kupfer, Schwefel, oder Spinnosat sind auch Pestizide, selbst der Brennesselsud.

            3+
    • Heinrich Steggemann sagt

      @Borkenkäfer
      Um die Entwicklung der letzten Jahrzehnte im Kreis Borken zu verstehen, muss man noch einige Jahrzehnte weiter zurückblicken. Vor Hundert Jahren gab es noch viel Unland (jahrhundertelang Raubbauflächen für die Plaggeneschwirtschaft) in der Region. Man hat einen kleinen Teil der nährstoffarmen Sandböden nährstofftechnisch aufgewertet und dafür den grösseren Teil geplündert. Auf diese geplünderten Flächen siedelten Familien und gründeten neue Höfe. Anfangs konnte nur Buchweizen angebaut werden. Mit Hilfe von Mineraldünger gelang es, diesen Böden dauerhaft Erträge abzuringen. Die Erträge reichen bei den oft vorhandenen geringen Betriebsgrössen nicht als alleinige Einkommensquelle. Geld wurde mit dem arbeitsintensiven Vieh und Sonderkulturen verdient. Die Erträge auf dem Acker stabilisierten sich nach dem zweiten Weltkrieg. In ackerbaulichen Gunstregionen Deutschlands wurde aus arbeitswirtschaftlichen Gründen das Vieh abgeschafft. Der Kreis Borken und ähnliche Regionen blühten mit steigendem Viehbesatz auf. Es gab und gibt viele Firmengründungen ausserhalb der Landwirtschaft und damit eine zusätzliche Flächenkonkurrenz durch Bau und Industriegebiete. In den achtziger Jahren rückten Nitratbelastungen in den Fokus. Die ersten Gülleverordnungen wurden erlassen. Der Viehbesatz pro Hektar wurde begrenzt, bzw. überschüssige Gülle an aufnahmefähige Betriebe vermittelt.
      Mit dem nach der Jahrtausendwende aufkommenden Boom der NawaRo-Biogasanlagen wurden meines Erachtens zwei Dinge bei der Gesetzgebung nicht beachtet. 1. Die anfallenden Nährstoffe wurden düngerechtlich lascher als aus Gülle behandelt. 2. Man hat nicht bedacht, das diese Anlagen nicht hauptsächlich in Ackerbauregionen als zusätzliche Einkommensquelle und zur Auflockerung der Getreidefruchtfolgen gebaut werden, sondern dort wo man gewohnt ist an 365Tagen im Jahr Vieh zu versorgen und grössere Summen längerfristig in nichtbewegliche Produktionsanlagen zu investieren.
      Aus meiner Sicht wird es uns gelingen, den Wirkungsgrad der Gülledüngung noch weiter zu verbessern und den Mineraldüngereinsatz noch deutlich zu verringern, ohne den Viehbesatz als Einkommensquelle herunterfahren zu müssen.
      Dies wird nur mit wirtschaftlich gesunden Betrieben und motivierten Familien gelingen. Aktuell geht’s in die entgegengesetzte Richtung.

      5+
      • Bauer Willi sagt

        Sehr richtig. Als Ackerbaubetrieb nutze ich jetzt Gülle und Gärsubstrat wesentlich mehr als noch vor 5 Jahren. Zuckerrüben bekommen überhaupt keinen Mineraldünger („Kunstdünger“) mehr. Weizen mehr als 50% org. Dünger. Der Verbrauch von Mineraldünger bricht derzeit drastisch ein. Weiß ich von „meiner“ Genossenschaft.

        2+
      • Borkenkäfer sagt

        @Heinrich Steggemann
        100% Zustimmung. Die A 31 und fleißige Bauern haben wesentlich dazu beigetragen, dass solche Regionen, wie auch das Emsland, boomen…

        Aber das Pendel schlägt doch wegen der undurchdachten Röringschen Planwirtschaft nach dem Motto Gier frisst Hirn zurück. Die Pachten sind nicht mehr zu erwirtschaften von dem normalen Tierhalter ohne BGA oder Sonderkulturen.

        Wie soll da das Wasser besser oder besser gesagt nicht schlechter werden.

        Ich bin für Klartext und politische Verantwortung derer, die das zu verantworten haben.

        5+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Sapperlott,
          was für ein Mann, der als Vorsitzender des WLV und Bundestagsabgeordneter seit 1995 die Geschicke der Landwirtschaft bestimmt?

          Zügeln sie ihren Hass auf diesen Mann,
          ihre Gesundheit wird es ihnen danken.

          1+
          • Borkenkäfer sagt

            @ehemaliger Nichtlandwirt
            Zügeln Sie sich gefälligst mit Worten wie „Hass“ und Ähnlichem. Sie sollten nie von sich auf andere schließen.

            Es ist unerheblich was ich von Röring halte. Ohne mein Zutun steht er auf der „Abschussliste“ von ZDF, ARD und Spiegel. Mit Recht!

            Sein Kopf liegt sprichwörtlich unter der Guillotine … 😉

            1+
            • Der Brandenburgbauer sagt

              Moin , was soll das hier? Borkenkäfer. Ihr sogenannter Hass
              gehört nich auf diese Seite von Willi.
              Meine persönliche Empörung zu Ihrem Beitrag,
              Was wollen Sie eigendlich damir erreichen???

              1+
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Herr Waldschädling,
              zur ihrer Information, genau genommen bin ich noch Landwirt, ich habe noch einen Betrieb. Außerdem bin ich noch Geschäftsführer und Knecht beim Betrieb meiner Frau , alles in Personalunion.
              Wenn ich jedoch mir die Flächen von manchen Betrieben ansehe, da betitele ich mich als Ehemaliger.

              Was sie von Herrn Röring halten, geht mir am Allerwertesten vorbei. Nur sollten sie ihre Meinung für sich behalten.

              1+
        • Heinrich Steggemann sagt

          @ Borkenkäfer
          Jahrzehntelang konnten wir den technischen Fortschritt in der Landwirtschaft nutzen um zusätzliche Auflagen und Kostensteigerungen abzupuffern. In der Tierhaltung geht’s wieder in die andere Richtung, ohne das man weiss wer auf Dauer die teurer erzeugten Produkte zu angemessenen Preisen kauft.
          Bei der Düngung sehe ich noch Reserven bei der Reduzierung des Mineraldüngereinsatzes ohne die Viehbestände zu reduzieren.
          Die angefallene Düngesalzmenge von zwei Schlachtschweinen in den 80er Jahren ist ähnlich hoch wie die Menge von drei Schlachtschweinen heute. Vielleicht schaffen wir demnächst auch vier Schlachtschweine durch weitere Verfeinerungen bei der Fütterung und der Futterzusammensetzung.
          Das Bild mit dem zurückschlagenden Pendel möchte ich mal auf den Rest der deutschen Wirtschaft übertragen. Da werden immer neue Industriegebiete ausgewiesen, obwohl wir bei vielen Produkten mehr als 100% Selbstversorgungsgrad haben. Die Rohstoffe für diese Produkte müssen zum grössten Teil importiert werden. Es wird Energie verbraucht und CO2 produziert, wie will man da den Klimawandel aufhalten???

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          • Borkenkäfer sagt

            Vergleiche mit dem „Rest der Wirtschaft“ hinken auf allen Füßen. Ich habe jedenfalls noch nie was von einer „afrikanischen Autopest“ gehört, die ein Exportverbot nach dich zieht.
            2. Planwirtschaftlicher Strom aus Mais erhöht die Kosten und verschlechtert die Wettbewerbsfähigkeit hier. Also genau schlecht für die Exportwirtschaft deutscher Agrarprodukte.

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  9. Ferkelhebamme sagt

    Leider waren die Ministerinnen ziemlich schnell wieder weg. Nachdem sich Frau Klöckner während ihres Beitrages über ein Plakat „Dialog statt Protest“ amüsiert hat…

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    • Bauer Willi sagt

      Sorry, Sie hat sich nicht amüsiert, sondern darauf hingewiesen, dass es nur so geht. Protest muss sein, Dialog auch.

      2+
      • Ferkelhebamme sagt

        Das hatte ich anders wahrgenommen. Hab‘s mir gerade nochmal angesehen. Hat mir wohl jemand zu laut ins Ohr getrötet 😉

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