Autor: Bauer Willi

„Wenn Milch giftig sein soll, dann wird Österreich der nächste Fußballweltmeister werden!“

Ich habe ja auch schon meine Meinung zum Video von Unge „Milch ist Gift“ abgegeben. Aber so deutlich wie der Hans wollte ich es dann doch nicht sagen… Ich trau mich halt nicht… 😉 Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

ZDF Weizen-Doku und die Agrarpolitik: Die Story bestimmt die Fakten?

Ein sehr  lesenswerter Gastbeitrag von Sebastian Lakner (zur Person siehe unten) Ende Februar 2018 lief auf ZDF Zoom eine Dokumentation mit dem Titel „Der Wahnsinn mit dem Weizen – Die Folgen unserer Agrarpolitik“. Das Thema des Films war der Import von europäischen Agrarprodukten in den Senegal. Die Autorin des Films, Katarina Schickling vertritt hierin die These, dass durch die agrarpolitische Förderung der EU die Märkte in Afrika mit Weizen „überschwemmt“ und damit in Unordnung gebracht werden. Der Film zeigt, dass die Importe aus der EU die heimischen Produkte wie Hirse, Sorghum oder Maniok verdrängt, aber wie hängt das mit der EU Agrarpolitik zusammen? Meiner Ansicht nach stellt Frau Schickling zwar einige interessante Fragen und zeigt Entwicklungsprobleme im Senegal auf, insofern ist der Film interessant. Allerdings ist die Analyse dieses Problems völlig falsch. 1) Ist die Agrarpolitik an Exporten in Entwicklungsländer Schuld? Betriebsprämien: „Die sogenannte Betriebsprämie wird pro Hektar bezahlt und zusätzlich gibt es Geld für Umweltschutz“ (Min.2). Das ist zwar richtig, allerdings stellt sich die Frage, inwieweit die Betriebsprämie zu Exporten nach Afrika führt und …

Anders denken – Design Thinking

Ich gebe es ja ehrlich zu, dass es mir schwerfällt, anders als in den gewohnten Bahnen zu denken. Und genau das war gefragt bei einem Workshop, der auf Einladung des Forum Moderne Landwirtschaft kürzlich in Düsseldorf stattfand und der von zwei Mitarbeiterinnen der Andreas-Hermes-Akademie geleitet wurde. Die mir bisher unbekannte Methode: „Design Thinking“.  Das Thema: „Landwirte und Verbraucher – Wie wollen wir zukünftig unsere Beziehung miteinander gestalten“. Dazu hatte das Forum eine paritätisch besetzte Gruppe von Landwirten und Verbrauchern eingeladen. In den vier Stunden ging es Schlag auf Schlag, immer war die Uhr im Rücken, die erbarmungslos die Zeit stoppte, die für die einzelnen Schritte zur Verfügung standen. Wir hätten eigentlich bei jeder Stufe gerne etwas mehr Zeit gehabt, weil wir so schön ins Plaudern kamen. Im Nachhinein habe ich aber auch selbst gemerkt, dass man unter Zeitdruck effektiver und konzentrierter arbeitet. Es ist zwar anstrengend, aber lohnend. Wie lief das ganze nun ab? Kurze Vorstellungsrunde, für jeden eine Minute. Der Wecker klingelt. Dann ein Austausch darüber, wie die Situation von Landwirten und Verbrauchern sich darstellt, …

Julia Klöckner´s Bruder

Bin wieder von Berlin zurück, wo gestern das zweite Treffen des Praktikernetzwerk war. Die neue Ministerin wird dieses Projekt fortsetzen. Sie kommt von einem Weinbaubetrieb und auch ihr Bruder fragt sich, wie die ganze Dokumentation noch geleistet werden soll. Doch das war nur eine Frage, die wir diskutiert haben. Jetzt mache ich mich mal dran, meine Eindrücke aufzuarbeiten. Demnächst hier mehr dazu. Nur so viel sei schon gesagt: Der Aufwand der Reise nach Berlin hat sich aus meiner Sicht gelohnt. Euer Bauer Willi Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Schäferei retten

Ich bin kein großer Freund von Online-Petitionen. Bei dieser habe ich mitgemacht. Nicht zuletzt, weil ich selber davon profitiere, dass der Berufsschäfer mit seiner Herde unsere Zwischenfrucht abgeweidet hat. Also ganz praktische Überlegungen und nicht wegen der Idylle. https://www.change.org/p/rettet-die-letzten-sch%C3%A4fer-innen-deutschlands-ein-traditionsberuf-am-ende-sch%C3%A4fereiretten

Besser einkaufen (Buchbesprechung)

Aktuell, im Februar 2018 ist das Buch „Besser einkaufen“von Katarina Schickling erschienen. Ich kenne sie ja persönlich (von ZDF Zoom) und bin nicht immer ihrer Meinung. Deshalb war ich sehr gespannt. Zunächst ist da der Untertitel: „Der Lebensmittel-Ratgeber für kritische Verbraucher“. Beim Begriff Ratgeber runzele ich meist die Stirn, denn davon gibt es ja reichlich. Doch mit diesem Buch kann ich was anfangen, denn ich erfahre dort in sehr komprimierter Form (rund 200 Seiten) sehr viel über die Herstellung unserer Lebensmittel, den Lebensmittelmarkt und die Lebensmittelindustrie. Das Kapitel „Die ungute Macht der Handelsketten“ habe ich ebenso verschlungen wie „Wie geil ist Geiz?“. Auch deshalb, weil hier eine Lanze für die Bauern gebrochen wird, die unter dem Preisdiktat der vier großen Ketten meist nur durch noch niedrigere Stückkosten reagieren können. Und das hat Folgen. Im weiteren Verlauf geht Katarina Schickling auf die Begriffe regional und bio ein. Es ist schon merkwürdig, was sich alles regional und bio nennen darf. Regionale Alpenmilch aus Polen zum Beispiel. Sie schreibt auch offen, dass Bio nicht immer anders schmeckt oder …

Mehr Bio geht nicht!!

Es geht jetzt nicht um Bio-Landwirtschaft sondern um Wildschweine. Die dürfen frei herumlaufen, ernähren sich garantiert gentechnikfrei, garantiert regional und garantiert ohne Soja aus Südamerika. Und wachsen garantiert ohne Tierarzt auf. Alles Kriterien, die der Verbraucher sich so sehr wünscht. Mehr Bio geht nicht! Und jetzt kommt der Hammer! Billig ist es derzeit auch noch! Da müsste es doch eigentlich der Hit in jedem Supermarkt sein. Doch weit gefehlt: in unserem Dorf ist es in keinem Supermarkt erhältlich und auch in der nächstgrößeren Stadt: Fehlanzeige. In den Kühltheken ist kein Wildschwein zu entdecken. Doch wo landet das? Hier ein Artikel dazu: https://www.shz.de/deutschland-welt/wirtschaft/wildschweinfleisch-im-ueberangebot-zum-abdecker-und-nicht-auf-den-teller-id18863161.html Auch der bayrische Rundfunk hat sich mit dem Thema „Fleisch vom Wild“ beschäftigt. Der vierminütige Bericht klärt sehr gut auf. Unter anderem auch darüber, warum es ohne Jagd nicht geht. Und schließlich die Frage beantwortet, wie Fleisch vom Wild zum Kunden kommt. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen …

Die Wiederentdeckung der Heimat

Hier ist der Alois. Ich reibe mir verwundert die Augen. Denn wir haben in Deutschland nun ein „Heimat-Ministerium“. Ich frage mich, was das nun soll mit der neuen „Heimat-Politik“? Eigentlich sollte ich mich darüber freuen, wenn die Heimat sozusagen wiederentdeckt wird. Denn als Bauer  ist mir die Heimat sehr wichtig. Schließlich ist mein Bauernhof immer noch die Heimat meiner Familie. Die „Huimat“ (Allgäuer Begriff für Heimathof) zu bekommen, bedeutet eine Existenz zu haben – und auch die soziale Anerkennung in Dorf und Region. Diesen Heimat-Sinn haben nicht nur Bauern, sondern alle Menschen, weil wir alle nach Besitz, Anerkennung und Sicherheit streben. Das für mich dann auch die Definition für Heimat: Da wo ich eine wirtschaftliche Existenz habe und anerkannt bin! Doch meine bäuerliche „Huimat“ und viele andere Höfe verloren durch Agrarpolitik, Fortschritt und Globalisierung ihr traditionelles Existenzrecht: Wir Bauern nennen dies lapidar Strukturwandel – oder „Wachsen oder Weichen“! Das gilt aber auch für unsere ganze Volkswirtschaft. Produktivität steigern, massenhaft produzieren und immer billiger. Und dann Exportweltmeister werden, um aus fernen Ländern wachsende Gewinne zu holen. Damit …