Autor: Bauer Willi

Gespräch mit einer freien Journalistin

Vor ein paar Tagen war Iris mal wieder zum Kaffee bei mir auf dem Hof. Wir kennen uns schon länger. Zur Person: sie ist freie Journalistin und arbeitet vor allem für den WDR, oft zu Themen rund um Ernährung. Sie hatte in letzter Zeit mitgelesen und war erschrocken über den Diskussionsstil, der sich rund um die ZDF-Sendung zu den Weizenexporten nach Afrika entspannt hatte. Darüber, wie diskutiert wird, haben wir zwei geredet, denn wir Landwirte sind mit dieser Art der Berichterstattung unglücklich. Deshalb aber die Keule des Begriffes der „Lügenpresse“ herauszuholen,  war  überzogen.  Nun sucht man sich seine Kommentatoren nicht aus. Ich habe Iris erläutert, dass solche Begriffe oft das Ergebnis einer Eskalationsspirale sind. Wenn Fernsehsendungen schon mit „der Wahnsinn mit“ (dem Weizen), „der Irrsinn mit“, (der Gülle) oder diversen „Lügen“ betitelt werden, so fördert dies nun nicht gerade die Diskussionskultur und es entwickelt sich ein „Auge um Auge – Zahn um Zahn“. Diese verbale Eskalation, die Entgrenzung der Sprache, hilft keinem weiter sondern dient schließlich nur noch der gegenseitigen Provokation. Iris machte darauf aufmerksam, dass in …

Revolutionärer Züchtungserfolg

Niederländischen Forschern rund um Prof. Jan van Aardappel an der Uni Wageningen ist es gelungen, eine Kartoffel zu entwickeln, die eine subepidermale Trennschicht besitzt, die dazu führt, dass sich während des Kochvorganges die Kartoffelschalen vom Fruchtfleisch ablösen. Zurück bleiben im Kochwasser nur millimetergroße Stücke, die sich leicht mit dem Kochwasser abschütten lassen. Dies lässt sich wiederum für die Haarpflege einsetzen. https://bessergesundleben.de/kartoffelschalen-fuer-gesunde-haare/ Die Vorteile der Züchtung liegen auf der Hand: das aufwändige Schälen der Kartoffeln vor dem Kochen entfällt und wertvolle Inhaltsstoffe bleiben erhalten. Die englische Bekanntmachung wurde am 1. April in der wissenschaftlichen Zeitschrift Unnatural Science veröffentlicht.

Oster-Eier-Suche im Oberallgäu

Hier ist der Alois. Bei mir auf dem Hof gibt es eine spannende Neuigkeit. Und diese hat etwas mit Ostern zu tun… 🙂 Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Brief an die Menschheit

Der Brief passt ganz gut zum heutigen Tag….(ist aber nicht von mir). An so einem Tag darf man ja auch mal was zum Nachdenken bringen. Aber Achtung, der Brief ist lang, Liebe Menschheit, zugegeben, es kommt mir ein bisschen komisch vor, einen Brief an dich zu schreiben. Briefe schreibt man normalerweise an einzelne Personen oder zumindest an eine überschaubare Gruppe von Personen. Nicht gleich an alle Personen auf diesem Planeten auf einmal. Ich bin mir nicht einmal sicher, welche Anschrift ich auf den Umschlag schreiben soll. Und ich rechne irgendwie auch nicht mit einem Antwortbrief. Nichtsdestotrotz: Es ist an der Zeit, dir zu schreiben. Mir ist schon klar, dass ich kaum hoffen kann, dich mit diesem Brief überhaupt als Ganzes zu erreichen – vor allem, wenn man bedenkt, dass zur Menschheit ja nicht nur alle jetzt gerade lebenden Menschen zählen sondern eigentlich alle Menschen aller Zeiten. Alleine rückblickend sind das schon gut 107 Milliarden! Hinzu kommen die Menschen, die erst noch auf die Welt kommen. Hoffentlich werden das noch viele sein! Aber zu dem Punkt komme …

Feldbegehung am 28.03.2018

Eigentlich hatte ich keine große Lust, in´s Feld zu fahren. Denn es ist kalt, nass und windig (wie man an den Geräuschen im Mikro gut hören kann). In den letzten Jahren hatten wir oft im März schon die Rüben gesät, aber dafür ist der Boden in diesem Jahr noch zu kalt und zu nass. Wenn man dem Wetterbericht glauben kann, wird es auch in der Osterwoche nichts werden. Jetzt ist Geduld gefragt, damit der Boden ausreichend abtrocknen kann. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

305 kg Stickstoff pro Hektar…

305 kg Stickstoff pro Hektar ist der Durchschnitt, den ein chinesischer Bauer pro Jahr ausbringt. Unglaublich, aber wahr. Forscher haben nun in über 13.000 Feldstudien herausgefunden, dass bei einer Anpassung der Anbausysteme mit weniger Stickstoff (-15% = 259 kg N/ha) ) höhere Erträge erzielt werden können. https://www.nature.com/articles/d41586-018-02792-7 Nur so mal ein Tipp eines rheinischen Bauern an die Forscher: Da geht noch was!!! Vielleicht schicke ich den Forschern mal unsere neue Düngeverordung… Euer Bauer Willi P.S.: Der Text ist in Englisch. Rechts oben auf „übersetzen“ klicken und es kommt ein ganz passabler Text in Deutsch heraus.

Nationale Nutztierstrategie oder Label?

Brauchen wir eine nationale Nutztierstrategie, um die Haltungsbedingungen von Schweinen, Rindern und Co. zu verbessern, oder können Label das gleiche leisten? Welche Rolle kommt Tierärzten dabei zu? In der neuen Folge der Videoserie „go on – Tierärzte diskutieren Lösungen“ plädiert Professor Thomas Blaha, Vorsitzender der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz, nachdrücklich für ein staatliches Monitoring zur Erfassung wichtiger Tiergesundheitsindikatoren wie Mortalitäts- und Lahmheitsraten. Solche Daten würden Amtstierärzten eine Handhabe geben, gezielt auffällige Betriebe aufzusuchen und Hilfen anzubieten. Oder führt dies alles nur zu noch mehr Belastungen der Tierhalter durch mögliche neue Auflagen? Gleichzeitig wünsche ich mir von Tierärzten mehr direkte Initiative beim Kampf gegen „schwarzen Schafen“ in der Tierhalterbranche. Hier das Video unseres Schlagabtausches. Euer Bauer Willi Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Mehr Infos zu den Teilnehmern: www.tierschutz-tvt.de www.george-oslage.de Online-Seminare zum Thema Tierschutz, etwa beim Transport oder im Schlachthof, findet ihr auf der Webseite …

Terra incognita -Oberösterreich

Ich wusste nicht wirklich viel über Oberösterreich als ich vor ein paar Wochen für zwei Vorträge dort war. Das letzte Mal war ich dort als 8jähriger zur Kinderlandverschickung mit der Caritas.Was ich jetzt erfahren habe, war interessant und überraschend. Hier ein paar Daten:(Danke an Christian Krumphuber von der Landwirtschaftskammer OÖ) Landnutzung: 290.000 ha Ackerland, 220.000 ha Grünland und 490.000 ha Wald. Getreidebau rund 130.000 ha, dazu rund 80.000 ha Mais (davon 50.000 ha Körnermais) Ölsaaten: 16.000 ha Sojabohne (vorwiegend Speisebereich), 8.500 ha Raps (Kontraktanbau für RAPSO). Weiterhin 6.000 ha Zuckerrüben und, erst seit wenigen Jahren, ca. 600 ha Ölkürbis. Im Eferdinger Becken wird intensiver Gemüseanbau betrieben (Frischgemüse für die Fa. EFKO) Ein Besuch bei der Saatbau Linz, einem Züchtungsunternehmen als Genossenschaft mit über 3.000 bäuerlichen Eigentümern beschäftigt sich intensiv mit den zukünftigen Märkten. Schwerpunkte sind Getreide, Mais, Raps, Sojabohne und Sonnenblume. Der Anbau von Soja (gentechnikfrei)  ist in Österreich von 2008 bis 2017 von rund 18.000 ha auf über 64.000 ha gestiegen und man erwartet ein weiteres Wachstum, weil die vom Bürger gewünschte Gentechnikfreiheit neue Chancen …

Frischer Wind in Berlin

Ein Tag nach Frühlingsanfang war das zweite Treffen des Praktikernetzwerk in Berlin. Erstes Zusammentreffen mit „der Neuen“, die für großes Gelächter sorgt, als Sie uns „verrät“, dass Sie aus Rheinland-Pfalz stammt. Ja, auch wir Praktiker suchen noch etwas nach Worten, denn so gut kennt man sich noch nicht. Aber Julia Klöckner macht einen sehr offenen Eindruck und kann gut zuhören was alles schon mal gute Voraussetzungen für einen vernünftigen Dialog sind. Doch was waren die Themen des Praktikernetzwerkes und wie die Vorschläge von uns Landwirten?  Die Teilnehmer kamen übrigens aus allen Bundesländern, waren Bio- und traditionelle Betriebe und neben Landwirten waren auch Imker und Berater dabei. Also nicht nur Landwirte. Ich war bei zwei Themenfeldern dabei, eines davon „Stärkung des Beitrages zu Umwelt- und Klimaschutz der GAP“ das andere „Direktzahlungen und praktikable Verwaltung„. Anders als von den Beamten erwartet, sprach sich die überwiegende Zahl der Praktiker gegen die Direktzahlungen in der ersten Säule aus. Für mich war diese Mehrheit auch überraschend, denn der Deutsche Bauernverband trägt ja die Forderung nach einer starken ersten Säule wie ein Mantra …