Bauer Willi
Kommentare 63

305 kg Stickstoff pro Hektar…

305 kg Stickstoff pro Hektar ist der Durchschnitt, den ein chinesischer Bauer pro Jahr ausbringt. Unglaublich, aber wahr. Forscher haben nun in über 13.000 Feldstudien herausgefunden, dass bei einer Anpassung der Anbausysteme mit weniger Stickstoff (-15% = 259 kg N/ha) ) höhere Erträge erzielt werden können.

https://www.nature.com/articles/d41586-018-02792-7

Nur so mal ein Tipp eines rheinischen Bauern an die Forscher: Da geht noch was!!!

Vielleicht schicke ich den Forschern mal unsere neue Düngeverordung…

Euer Bauer Willi

P.S.: Der Text ist in Englisch. Rechts oben auf „übersetzen“ klicken und es kommt ein ganz passabler Text in Deutsch heraus.

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63 Kommentare

  1. Klaus Schaller sagt

    Ich finde die Diskussion, die hier geführt wird einigermaßen absurd! Eigentlich sollte man meinen, dass die Ergebnisse der Publikation beleuchtet werden und dies in einen Kontext zu den europäisch-deutschen Erfahrungen gestellt wird.
    Reis kann von seinen Nährstoffansprüchen in eine Reihe mit Weizen gestellt. Beide Kulturpflanzen gehören ja auch zu den Gramineen.
    Eine Ernte mit ca. 7 t Reis/ha hat einen Gesamtentzug von ca. 130-150 kg N/ha, 50-60 kg P2O5/ha und 200-220 kg K2O/ha. In den untersuchten Gebieten schwanken die Erträge zwischen ca. 4-9 t Reis/ha (ø-N-Aufwand 130-270 kg /ha)Die Weizenerträge sind hingegen geringer und reichen von kanpp 3 – 7 t/ha (ø-N-Aufwand 100-270 kg N/ha). Es befinden sich auch ein paar kapitale Rechenfehler in den Daten, die die ø-Zahlen nach oben verschieben. Auch ein gutes Journal wie Nature übersieht eben auch manches!
    Ein wirkliches Manko dieser Publikation ist, dass nichts gesagt wird über die Zufuhr von Kalium und Phosphor.
    Nach meinen Erfahrungen aus dem Gemüsebaugürtel um Peking werden N-Dosen bis zu 700 kg N/ha verabreicht. Dies erfolgt im Glauben, dass mit Stickstoff die volle Leistung der Kulturen erreicht wird. Die Folgen für das Grundwasser sind dramatisch! Leider ist aber der begrenzende Faktor das Kalium. Dies steht aber den Landwirten nicht oder nur begrenzt zur Verfügung, weil es importiert werden muss (Devisen!!).
    In weiten Teilen Chinas besteht dieses Problem ebenfalls, denn die (fruchtbaren) Lößböden, die ja per se viel K enthalten, sind durch langjährige Nicht-K-Düngung so weit heruntergewirtschaftet, dass eine K-Zufuhr mit einem Volldünger das bestehende Defizit nicht ausgeglichen werden kann (K-Fixierung!). Deshalb glaubt eben der Landwirt große N-Gaben bringen große Ernten.
    Das Problem der chinesischen Landwirtschaft besteht darin, dass zwar die Forschung mittlerweile einen hohen Standard erreicht hat, aber die Ergebnisse nicht zu den Bauern gelangen. Ein ähnliches Problem hat Russland! Die Forscher sitzen in den Akademien, schreiben ihre „papers“ für peer-reviewed Journals, freuen sich über die imapct points, aber der derjenige, der es nutzen könnte, wird nicht als Adressat gesehen.
    Das große Problem ist die Beratung, die nicht bis an die „Scholle“ durchdringt.
    Wenn das Papier in China ernsthaft diskutiert werden würde und Schlussfolgerungen für die Parxis gezogen werden, könnte es helfen die Produktion von Mais, Reis und Weizen zu stabilisieren, aber ich glaube nicht, dass damit Problem der Ernährung zukünftiger Milliarden Menschen gelöst werden kann.
    Ich denke, wir haben in Deutschland eine gute Beratung, die es vermutlich nicht so weit kommen lassen würde. Sie sollte allerdings vor den Besserwissern aus der Politik geschützt werden, damit weiterhin eine objektive Arbeit mögnlich ist.

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    • Mark sagt

      „Sie sollte allerdings vor den Besserwissern aus der Politik geschützt werden, damit weiterhin eine objektive Arbeit mögnlich ist.“ Vor allem vor ideologiegeblendeten, infantilen NGO´s.

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      • AdT sagt

        Und vor den ausschließlich profitorientierten Unternehmen der fleischverarbeitenden Industrie und des LEH mit ihren langen Armen in Politik und Universitäten, ihren üppigen Forschungsaufträgen, „Forschungs“-Aufträgen, Drittmitteln, Vortragshonoraren, Stiftungsprofessuren, Beraterverträgen und sonstigen (post) job opportunities zum bedingungslosen A-13- bis C-4-„Grundeinkommen“. 😉

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          • AdT sagt

            Es geht ja auch nicht um anstößig oder nicht, sondern um die Vermeidung sachfremder Erwägungen oder eines Loyalitätsgefühls des Begünstigten aus einer gewissen Servilität heraus.

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    • Johann Meyer sagt

      Das Problem ist auch noch nicht auf der deutschen Scholle angekommen.
      Woher kommen sonst die Probleme z.B im Wasser?
      Viel hilf viel, war hier doch bisher die Parole.
      Und die Kammerberatung hat zugeschaut.

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  2. Friedrich sagt

    Bei den Chinesen kann man sehen , daß mit Beratung und der Mitnahme der Bauern was zu erreichen ist. Nur mit Gesetzen wird das schon schwieriger. In Niedersachsen hat die Politik das Nitratproblem in den letzten 50 Jahren nicht sehen wollen , weil der wirtschaftliche Aufstieg im Nordwesten ihr wichtiger war. Jetzt fällt den Bauern das ganze auf die Füße. Die Politik hat damals in den Ackerbaugebieten das Vieh rausgekauft und im Nordwesten den Aufbau kräftig mit Geld gefördert. Mit dem heutigen Ergebnis. Man kann nur an die Ackerbauern appelieren , daß die auch Gülle und Mist abnehmen , sonst werden die den Futterweizen auch nicht mehr los. Es hängt eben alles mit allem zusammen. Ackerbaubetriebe sind eben auch Weizenanbaubetriebe. Schade das die Düngeverordnung den Einsatz auf Stoppelweizenland nicht mehr erlaubt. Das kann ich überhaupt sachlich nicht nachvollzeihen. Gerade hier wäre Mist und Gülle sehr hilfreich und auf den guten Böden kann von Nitratauswaschung keine Rede sein. Aber so sind sie eben unsere Theoretiker. Erst die Biogasanlagen propagieren und dann über Nitrat und Verspargelung der Landschaft sprechen.Davon will aber heute keiner mehr was von wissen. Eben eine verlogene Bande. Machen auf dem Rücken der Bauern ihr fortkommen. Mit dieser Politik wird die AFD nur stärker.

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  3. Ottmar Ilchmann sagt

    Wir sollten uns vielleicht mit den Problemen in Deutschland beschäftigen, da liegt noch einiges im Argen! Hier mal als Beispiel ein Auszug aus der Neuen Osnabrücker Zeitung zur Situation in Niedersachsen:

    „Trotz leicht rückläufiger Nutzviehbestände verschärft sich die Düngekrise in Niedersachsen: Das geht aus dem neuen Nährstoffbericht hervor, den Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) am Mittwoch in Hannover vorstellte.

    Weniger Vieh, mehr Dünger

    Wegen neuer Berechnungsgrundlagen durch die Düngeverordnung vom Mai 2017 hat sich die Wirtschaftsdüngermenge in Niedersachsen rechnerisch von 58,7 auf 59,3 Millionen Tonnen erhöht: In den Landkreisen Emsland, Grafschaft Bentheim, Cloppenburg, Ammerland, Oldenburg und Vechta wird die Stickstoffobergrenze von 170 Kilogramm pro Hektar überschritten, der Landkreis Leer liegt exakt bei 170. „

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    • Martin Ritter sagt

      Und die überschüssige Stickstoffmenge wird nicht wo anders hin verbracht?
      Warum bietet man in den Landkreisen mineralischen Stickstoff an?

      Ist der mineralische Stickstoff etwas anders als der aus dem Wirtschaftsdünger?
      Die 170KG Grenze für organischen Dünger ist lachhaft und zeugt von einer nicht fachlichen Düngeverordnung.
      Zu dem wird wieder einmal die Energiewende mit der Nutztierhaltung vermischt, wenn weniger Tiere gehalten werden dann fällt auch weniger Gülle an, warum müssen die Gärreste immer herhalten, um Nutztierhaltern ans Bein zu pinkeln?
      BGAs abschalten und schon sinkt der Anfall an Wirtschaftsdüngern.

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      • Brötchen sagt

        Das hatte ich auch mal gedacht. Es gibt ein stickstoffüberschussproblem in Gegenden, wo kaum Tierhaltung ist, durch die Gärreste. Das kann meines Erachtens nur entstehen, wenn die Gärreste aufkonzentriert werden, also das Einzugsgebiet des Substrats größere ist, als die Ausbringungsfläche. dann wird eben noch eventuell nicht ganz zielgerichtet N gedüngt. Müsste aber lösbar sein. dann gibt es wohl noch Probleme in Gegenden wo viel Gemüsebau ist. nur Mal zum Vergleich, ein oben genannter Landkreis hält mehr Sauen als z.b. ganz Brandenburg oder Sachsen.

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        • Martin Ritter sagt

          Es geht darum, dass die anfallenden Nährstoffe aus der Tierhaltung real sinken, nur durch die Biogasgärreste steigt die Menge an Wirtschaftsdüngern.
          Probleme der Energiewende, durch Rot/Grün befeuert mit deren damaliger Gesetzgebung, werden nun den Tierhaltern zugeschoben. Das ist niederträchtig.

          Für Gärreste gab es Ausnahmeregelungen, durch Rot/Grün geschaffen.
          Nun sind diese beiden Parteien die größten Mauler beim Thema Wirtschaftsdünger.
          Die oben genannten LK haben meines Wissens einen recht guten Weg, um die Wirtschaftsdünger los zu werden -> Güllebörsen.

          Niemand wird behaupten Rostock hat einen Nährstoffüberschuss gewaltigem Ausmaßes, weil dort die Masse an mineralischen Stickstoffdüngern verladen wird…
          Wichtig ist, dass mit den Nährstoffen verantwortungsvoll umgegangen wird und es ist unerheblich wie hoch die anfallende Menge an diesen in einzelnen Landkreisen ist.
          Berlin hat auch ein riesen Problem mit zu viel anfallenden Nährstoffen durch die Konzentration an Bewohnern…

          Anfallende Nährstoffmengen sind Scheindebatten und ein Sinnbild für eine unterirdische Berichterstattung.

          Und die 170KG Grenze für Wirtschaftsdünger ist ein schlechter Scherz, denn nun werden noch mehr Nährstoffe durch die Gegend gefahren, weil jetzt die fehlende N-Menge mineralisch aufgedüngt wird. Ein typisch deutsches Politikum, gelenkt von fachfremden Predigern und Stimmungsmachern.

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            • Martin Ritter sagt

              Es spricht ja nichts gegen BGAs, dann sollte man aber auch ehrlich sein und die Zunahme an Wirtschaftsdüngern eben dort suchen
              und das so auch anerkennen.

              Was ist an organischem Dünger so schlimm? Wir haben viel zu wenig davon.

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          • AdT sagt

            Ich verweise auf die brandaktuelle Studie des Weizmann Institute of Science und der ETH Zürich „The opportunity cost of animal based diets exceeds all food losses“ (PNAS March 26, 2018). Danach würde die US-Gesellschaft durch eine pflanzenbetonte Ernährung und folglich weniger Krankheiten Kosten in Höhe von 63 Milliarden Dollar einsparen. Bei entsprechend geringerer Fleischproduktion würden ihr außerdem Kosten in Höhe von 18 Milliarden Dollar durch insoweit verringerte Treibhausgasemissionen erspart bleiben. Diese Summe von etwa 80 Milliarden Dollar entspricht dem Beitrag der US-Landwirtschaft zum Bruttoinlandsprodukt.

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            • Brötchen sagt

              ADT theoretisch kann ich Dir das auch vorrechnen. Mal Butter bei die Fische, 150 t Roggen 9 % RPr, Weizen 50 t 10 % RP, 10t Wintererbsen alles Bio Qualität das sind so Mengen die ein Betrieb auf Sandboden so produziert. dann noch diverse Silagen. was willst Du davon für Deine Küche haben?

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            • AdT sagt

              @Brötchen. Klingt lecker. Aber worauf beziehen sich die Tonnagen? RP steht für Reinprotein? Dann wäre es ausreichend. Protein soll nach den renommierten Fachgesellschaften in der menschlichen Ernährung 15 % der Energiezufuhr betragen (bei Menschen mit metabolischem Syndrom/Diabetes ruhig höher). Abzgl. Gewicht von Wasser- und Ballaststoffgehalt kommt man da wohl mindestens auf 15 % Proteilanteil an der Nahrungsenergie. Auf jeden Fall habe ich keine Mangelerscheinungen und nicht gerade Muskelschwund.

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            • Brötchen sagt

              ADT das möchtest Du nicht essen, glaube das ist nicht backfähig bzw. Davon möchtest Du nicht lange leben. RP ist Rohprotein,im Biolandbau wird ja nicht mineralisch Stickstoff gedüngt, deshalb kommst Du nicht auf höhere Werte. wir können jetzt ja lange schwadronieren, wenn du den Haufen siehst und wo der liegt, da stellst du nichtmal Dein Fahrrad ab. Vor 100 Jahren hat D. In Größenordnungen importiert auch für die Tierhaltung, da lag der Verzehr von Fleisch noch bei 16 kg und heute ist das auch nicht anders und damals haben die fast die gleiche Ration gefüttert. jedenfalls glaube ich nicht daran, das man das was man theoretisch berechnen kann auch praktisch umsetzbar ist. jedenfalls nicht ohne das man LW in D fast aufgibt und alles importiert. Ja es hat sich eine Menge im Wissensstand getan, aber wenn man mal in der Geschichte kramt,kommt einem vieles sehr bekannt vor,nur in neuem Gewand.

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            • AdT sagt

              @Brötchen

              Worauf bezog sich die Tonnage?

              Das mit dem Bio hast Du mir jetzt untergeschoben. Ich habe nichts gegen Mineraldünger. Brotgetreide ist aber auch nur ein momentaner Handelsstandard.

              Der Hebel für die Lösung ökologischer Probleme – für einen Ausgleich zwischen unmittelbaren hiesigen menschlichen Interessen und langfristigen hiesigen und globalen menschlichen Interessen – liegt in einer pflanzenbetonten Ernährung. Das wird bereits plastisch, wenn man bedenkt, dass in Deutschland auf 60 % der landwirtschaftlichen Fläche Futterbau entfällt – und auf jeweils nur 20 % Pflanzenbau für Lebensmittel und Energiepflanzenanbau. Wo ist in den 60 % nicht Platz für genug Brotgetreide und Hülsenfrüchte? Mal ganz lebensnah gedacht. Siehe auch die oben von mir angegeben Studie. Die Flächen für unser Obst und Gemüse liegen großenteils im Ausland. Soll da ruhig angebaut werden. Aber dann sollen die Ausgleichsflächen dafür hier liegen.

              Ich verstehe diese Abwehrhaltung gegen die einfache Erkenntnis nicht. Man kann ja sagen: „Will ich nicht, ist mir egal, will der Verbraucher momentan in der breiten Masse nicht.“ Aber Tatsachen leugnen oder nicht an sich heranlassen, ist ein wenig unreif, oder nicht?

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Es ist ja einfach wieder mal der Landwirtschaft die Schuld zu geben,
              wenn durch zu hohen Fleischverzehr Krankheiten entstehen.

              Würde die US Landwirtschaft die Fleischproduktion drosseln, dann müsste halt Mexico auf die 730.000 t und China auf 545.000 t Schweinefleisch verzichten, für die Amerikaner würde es immer noch reichen.

              Ps:
              Würde man auf das Autofahren verzichten, gäbe es weniger Unfälle, verzichtet man auf die Autos, nein.
              Genau so geht es mit den von ihnen genannten Studien.

              Übrigens, Kanada liefert jährlich 450.000 t Schweinefleisch in die USA

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            • Brötchen sagt

              ADT das bezog sich auf einen realen Betrieb! ich kennen dessen Erntemengen, der ist auf Veredlung angewiesen! ich nehme Deine fundierten Anmerkungen ja ernst und ich berate den Betrieb, der kann von nichts anderem leben. Für einen studierten Lw ist es völlig klar, das man über das Tier Veredlungsverluste hat. Ein LW hat organische Chemie, Biochemie und Tierernährung. In der Tierernährung wird die Verwertung jedes Nährstoffes in Stoffwechselkäfigen berechnet. das ist Grundwissen. das weiss jeder LW. Also es liegt nicht an der nicht verfügbaren Fläche, es liegt an der Verwertungsmöglichkeit, an den anderen verfügbaren Ressourcen und an der Möglichkeit Einkommen zu erzielen. nur Mal als Bsp. Pro Einwohner brauchst Du ca. 120kg Brotgetreide, produziert werden aber 300 kg. den Weg über die Veredlung hat man sich ja aus der Erkenntnis erschlossen. Vor 100 Jahren hat man die Eiweißlücke in der Tier. Ernährung über Fischmehl und Tiermehl abgedeckt. damals gab es auch schon Lupinen und Soja und die Veredlung war hauptsächlich in Niedersachsen und Ostpreußen. Also nichts anderes als heute.

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            • AdT sagt

              „Es ist ja einfach wieder mal der Landwirtschaft die Schuld zu geben,
              wenn durch zu hohen Fleischverzehr Krankheiten entstehen.“

              Die Unterstellung, dass ich das getan hätte, weise ich zurück.

              Und Relativierungen sind kein Argument, sondern Beliebigkeiten.

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            • Johann Meyer sagt

              Brötchen ,Bitte erkären Sie mir das mit dem backfähig,glauben sie noch an das Märchen vom Mindesteiweißgehalt(Industriestandart) ,damit Getreide backfähig ist.

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            • brötchen sagt

              @Johann Meyer

              Nein glaube ich nicht, irgendwie backen kann man alles.
              Man kann auch mischen, das weiß ich. Backe selber auch hin und wieder mit selbst gemahlen Getreide. Man muss aber unterscheiden, ob ich was für mich backe, oder ob man viele Kunden beliefert.
              Die Roggenbrote sind auch alle mit Malz gefärbt.

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    • Bauer Willi sagt

      Hallo Ottmar
      da hast Du nicht ganz unrecht. Aber ein Blick auf ein Land mit 1,3 Mrd. Einwohner (Deutschland 0,082 Mrd. Einwohner) sei dennoch erlaubt. Jeder weiß, dass die Region rund um Weser-Ems sehr viehstark ist. Du weißt auch warum?!

      Interessant in dem Text aus der NOZ ist der Satz: „Wegen neuer Berechnungsgrundlagen hat sich die Wirtschaftsdüngermenge rechnerisch erhöht“. Und das alles trotz rückläufiger Nutzviehbestände. Was denn nun? Ist die Menge tatsächlich größer geworden? Schon irgendwie komisch, oder?

      Es ist auch nicht richtig, von Deutschland zu sprechen, sondern wenn, dann von Niedersachsen. Meines Wissens haben alle anderen Bundesländer keine oder nur geringe Probleme mit Nährstoff-Überschüssen.

      Die Thematik Biogas: Wer hat den Satz gesagt, dass „Bauern die Ölscheichs von morgen“ sind? Richtig, Renate Künast. Sie hat auch die Rahmenbedingungen geschaffen. Heute will sie nicht mehr wahrhaben, dass dies von den Landwirten gerne umgesetzt wurde, weil die Vergütung ein stabiles Einkommen versprach. Vielleicht hat da jemand eine Sache nicht bis zum Ende gedacht..? Das gehört zur Wahrheit auch dazu. Und jetzt bitte Lösungen. Es reicht auch nach Ostern 🙂
      Bauer Willi

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      • Johann Meyer sagt

        „Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft nannte die Nitratkonzentration im Grundwasser alarmierend. „Doch anstatt das Problem an der Wurzel zu packen und den Tierbestand deutlich und der Ackerfläche entsprechend zu reduzieren, wird tonnenweise Gülle in andere Bundesländer exportiert“, kritisierte Verbandschef Martin Weyand.“ im gleichen NOZ Artikel.
        Das ist mal eine Stellungnahme von Fachleuten,die die Verantwortung für das Trinkwasser haben.
        Landwirte sind und waren bereit überhöhte Mengen Dünger einzusetzten,das muß abgestellt werden.
        Die Verantwortung für Biogas ist pure Ablenkung.
        Jetzt neue Güllelager zu subventionieren ,verschleiert das Problem.
        Die Lösung Herr Kremer- Schilling,runter mit den Tierzahlen(Weyand)

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        • Martin Ritter sagt

          Biogas als Ablenkung zu betiteln zeugt von purer Unkenntnis.

          Und warum sollten Wirtschaftsdünger aus Überschussregionen nicht in Ackerbauregionen gebracht werden?
          In Deutschland wird die überwiegende Menge an Nährstoffen quer durchs Land gekarrt, in Form von Mineraldünger. Durch die neue Düngeverordnung nimmt das hin und her kutschieren von Nährstoffen nur zu.
          Ökologische Unsinn par Excellence.

          In Deutschland neigt man wieder mehr zum Aktionismus und vergisst das fachliche, nicht nur in der Landwirtschaftspolitik.

          6+
          • Ottmar Ilchmann sagt

            Aktionismus? Das sieht die Wasserwirtschaft aber ganz anders! Gegen Nitrat- und Wasserrahmenrichtlinie wird seit Jahrzenten verstoßen. Hier gab es keinen Aktionismus, sondern Aussitzen und Weiter so. Das fällt uns jetzt allen auf die Füße.

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            • Martin Ritter sagt

              Und wenn man organische Dünger durch Mineraldünger ersetzt, dann ist die Welt gerettet?
              Unfachlicher kann Ihr Kommentar wirklich nicht mehr ausfallen.

              Was wichtig ist, ist die Nährstoffbilanz, alles andere ist purer blinder Aktionismus.

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          • Ottmar Ilchmann sagt

            Über Sinn und Unsinn einzelner Maßnahmen kann man diskutieren, da sind wir vielleicht sogar einer Meinung, das ist jetzt aber müßig, denn die Entscheidungen sind unter dem Druck der Probleme inzwischen gefallen. Die Landwirtschaft hat das Heft des Handelns nicht mehr in der Hand!

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            • Martin Ritter sagt

              „Probleme“ die aus einem falschem Messnetz entstanden sind.

              Ein Land im geistigem Verfall.

              6+
          • Johann Meyer sagt

            Sie würden auch einen Abhang runter springen,wenn man es ihnen sagt oder, niemand hat die Bauern gezwungen Biogas zu machen.Der Bauhype kam erst spät, als schon klar war ,wie unsinnig diese Anlagen sind.
            Landwirte müssen in der Lage sein eigenverantwortlich zu handeln.
            Da sehe ich Defizite.
            Die Gesellschaft hat diesen Kinderkram langsam satt.

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            • Martin Ritter sagt

              Sie scheinen keine Ahnung davon zu haben, wie man ein Unternehmen führt.
              Sicher zwingt niemand einen Landwirt zum Bau einer BGA,
              aber warum sollte ein Landwirt dagegen sein? 20 Jahre sichere, hohe Erlöse. Aus Eigenverantwortlichkeit zum Familienbetrieb ist diese Lösung eine sehr wirtschaftliche und auch noch von der Politik gefordert.
              Was die „Gesellschaft“ satt hat, das nehmen wir Landwirte auf, das ändert sich leider im Quartal, das kann die Landwirtschaft aber nicht leisten.

              2+
            • Johann Meyer sagt

              Landwirte, wie Sie, die wohl wissend das Trinkwasser belasten oder das gut finden sind der Nährboden fur NGO´s.
              Sie haben aber eine Menge Ahnung ,wie man einen Berufsstand sehenden Auges an die Wand fährt.
              Aber hauptsache 20 Jahre Blutgeld verdient.

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        • bauerhans sagt

          mir hat die bezirksregierung das ausbringen von organischen düngern im wasserschutzgebiet 2 grossflächig verboten,weil eine kontaminierung mit keimen möglich wäre,nitrat spielt keine rolle.
          mineraldünger ist erlaubt.

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          • Martin Ritter sagt

            Keime entstehen im Grundwasser durch falsche Entnahme, manchen Wasserversorgern sollte man eigentlich mehr auf die Finger hauen.
            Gerade im Oldenburger Land scheint man mit Masse anstatt Nachhaltigkeit das Wasser zu Gold machen zu wollen.

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      • Ottmar Ilchmann sagt

        Hallo Willi,

        ich denke, die neue Berechnungsgrundlage ist einerseits die Anrechnung der gesamten Nährstoffe aus den Biogasanlagen und andererseits die Verringerung des N-Überschusses von 60 auf 50 kg/ha.

        Neben Niedersachsen gibt es z.B. auch in Nordrhein-Westfalen im Münsterland eine Region mit hohen Überschüssen. Andere Bundesländer haben auch ihre Hotspots.
        Zum Biogas könnten wir tagelang diskutieren, nur soviel: Initiiert wurde der Ausbau in der Tat unter rot/grün im Bund, aber danach von allen Regierungen weiter vorangetrieben. Hier haben alle vor Fehlentwicklungen die Augen verschlossen, bis das Kind in den Brunnen gefallen war.

        Die Lösung? Langfristig wird die wohl in einer Anpassung der Tierzahlen an die zur Verfügung stehende Fläche bestehen. Hier der Lösungsvorschlag der neuen niedersächsischen Agrarministerin Barbara Otte-Kinast, CDU: „Rinder- und Schweinehöfe, die ihre Gülle nicht mehr loswerden, müssen nach den Worten von Niedersachsens Agrarministerin notfalls ihre Bestände reduzieren oder sogar ganz dicht machen.“ So einfach ist das, stammt nicht von mir!

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        • Martin Ritter sagt

          Was ist mit den Betrieben, die ihre Gärreste nicht mehr loswerden?
          Bekommen die wieder Sonderregelungen?

          2+
          • Ottmar Ilchmann sagt

            Nein, diesmal nicht! Der Druck durch das EU-Vertragsverletzungsverfahren ist zu stark.

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      • AdT sagt

        „Es ist auch nicht richtig, von Deutschland zu sprechen, sondern wenn, dann von Niedersachsen. Meines Wissens haben alle anderen Bundesländer keine oder nur geringe Probleme mit Nährstoff-Überschüssen.“

        Also ist Energiepflanzenanbau doch nicht der Grund für Nährstoffüberschüsse, und nur in Niedersachsen gibt es erhebliche Nährstoffüberschüsse? Aha.

        Was wolltest Du uns jetzt sagen auf Herrn Ilchmanns Kommentar?

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        • Martin Ritter sagt

          In Niedersachsen fehlen Nährstoffe, daher werden Mineraldünger in hohen Mengen dazu gekauft.
          Anscheinend ist das nicht so leicht zu verstehen.

          1+
          • AdT sagt

            Es fehlen immer Nährstoffe, wenn der Nährstoffabfuhr keine entsprechende Rückführung gegenüber steht, weil die Fäkalien der Menschen nicht auf die Böden zurückgeführt werden. Die Nährstoffabfuhr ist durch Tierhltung ja noch viel größer als ohne, da mehr Flächen bewirtschaftet werden müssen, auf die ja nur ein Teil der Nährstoffe über Wirtschaftsdünger zurückgeführt werden kann. Der wahre Mineraldüngerverbraucher ist der Futterbau. Eigentlich nicht so schwer zu verstehen.

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            • Martin Ritter sagt

              Brotgetreide und vor allem Gemüse benötigen sehr hohe Mengen an Stickstoff.
              Für den Gemüseanbau gibt es bei der N-Bilanzierung Sonderregelungen. Daher haben die Gemüseanbaugebiete in Deutschland sehr oft Nitratprobleme und diese werden sich auch mit der neuen Düngeverordnung nicht besser.

              Und Gemüse als einzige Fruchtfolge ist für den Boden nicht lange machbar. Es gibt eben mehr zu beachten als die pöse Gülle.

              Mit der neuen Düngeverordnung wird sich der Anbau von Brotgetreide auf Dauer von vielen Grenzstandorten verabschieden und es kann nur noch Futtergetreide angebaut werden, um die N-Bilanz einzuhalten.

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            • Johann Meyer sagt

              Weder Brotgetreide noch Gemüse benötigen diese Extrazusatzgaben von Stickstoff.
              Wer hat Ihnen denn das erzählt ,die Backindustrie?
              Haben Sie sich mal erkundigt, ob das überhaupt stimmt?
              Hier in unserer Region erzählen Leute von der Kammer und Landvolk das gleiche Märchen von dem Verlust des Backweizenanbaus mit dieser Verordnung.
              Bullshit!

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            • Johann Meyer sagt

              Brötchen und Herr Ritter , noch eine Antwort /Frage, ich möchte das mit der Brotgetreidelegende gerne zu Ende bringen.

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            • Martin Ritter sagt

              Herr Meyer, Sie mögen von erkundigen sprechen, als Produzent von Backweizen und früher auch Gemüse kenne ich die Abnahmekriterien.
              Was die Sonderregelungen für Gemüse betrifft, so könnten Sie das auch in der aktuellen Düngeverordnung nachlesen und keine Vermutungen anstellen. Sie disqualifizieren sich mit Ihren Kommentaren.

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            • Johann Meyer sagt

              Herrr Ritter, Bauern produzieren untertänigst für die Industrienormen,ohne überhaupt zu wissen ob sie berechtigt sind oder rein willkürlich der Industrienorm entsprechen zum Vorteil der Industrie.
              Im Gegensatz zu Ihnen pflege ich mich abzusichern mit meinen Behauptungen bezüglich Brotgetriede beim hiesigen DIL
              Aber als produzierender Landwirt haben Sie natürlich Sachverstand.

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