Autor: Bauer Willi

SPD: Ernsthaft? Keine genetische Veränderung?

Gestern hat die SPD ihr Bundestagswahlprogramm 2021 vorgelegt. Den Link findet ihr am Ende des Artikels. Auf Seite 50 wird auf Natur, Landwirtschaft und Lebensmittel eingegangen. Eine Seite ist nicht viel. Viel Ahnung von der Natur scheint diese Partei nicht zu haben, denn dort steht: „Wir bleiben beim Nein zu genetisch veränderten Pflanzenzüchtungen.“ Das bedeutet das Ende jeglicher Pflanzenzüchtung! Jede Form der Züchtung führt dazu, dass Gene verändert werden. Nur so wurden in den letzten 11.000 Jahren die Fortschritte im Ackerbau überhaupt erreicht. Wenn, was zu vermuten ist, der Begriff „genetisch“ eigentlich „gentechnisch“ heißen soll, muss ich feststellen, dass die SPD offensichtliche Fehler in ihrem Wahlprogramm zulässt. Schaut denn da keiner mehr drüber? Und an welchen Stellen im Programm meint die SPD auch noch etwas anderes als sie schreibt? Schaut mal auf Seite 50 ins Programm und erklärt mir dann, wie das mit der aktuellen Politik von Svenja Schulze (SPD) zusammenpasst. Denn im Programm stehen auch ein paar gute Sachen! Wenn sie denn so gemeint sind…   https://www.spd.de/fileadmin/Dokumente/Beschluesse/20210301_SPD_Zukunftsprogramm.pdf

Geplante De-Industriealisierung?

Einige Dinge wurden bei der Energiewende nicht bedacht. Große Stromverbraucher bezahlen für den Strom mehr, wenn er aus weiterer Entfernung kommt. Dies könnte demnächst in Hamburg ein Problem für die Aluhütte der Fa. Trimet sein, die derzeit den Strom aus dem Werk Hamburg-Moorburg bezieht. Wenn dieses Kraftwerk geschlossen wird, was für das nächste Jahr in Aussicht steht, würde der Strom deutlich teurer und die Produktion zur Disposition stehen. https://www.welt.de/wirtschaft/article226534875/Energiewende-Die-deutsche-Industrie-bekommt-ihr-naechstes-Problem.html Eine ähnliche Situation gibt sich im Rheinland mit den Werken Grevenbroich und Norf von Norsk Hydro, die dort Aluminium erzeugen bzw. verarbeiten. Beide Standorte bedienen sich der Nähe zu den Kohlekraftwerken von RWE im rheinischen Revier.  Bei Schließung der Kraftwerke ohne Ersatz dürfte die Verlagerung der Produktion ins Ausland vorprogrammiert sein. Auf den Arbeitsmarkt drängen dann nicht nur die Mitarbeiter der Energiewirtschaft sondern auch der Bereiche, die indirekt mit ihr verbunden sind. Was das mit Landwirtschaft zu tun hat? Auf den ersten Blick nichts. Fakt ist aber, dass bei deutlichen Veränderungen der Rahmenbedingungen oft die Folgenabschätzung vergessen wird.

Einfach nur Danke!

Nach dem Wochenende wollte ich nur einmal Danke sagen. Danke für die Unterstützung und die mutmachenden Worte nach dem – nun mittlerweile zweiten – wenig schönen Artikel im „Spiegel“. Es tut gut, wenn sich Menschen um einen kümmern. Auch wenn jeder, der mich kennt, weiß, dass das, was sich der Redakteur da  zusammengezimmert hat, Schwachsinn ist, so musste ich das trotzdem erst mal mental verdauen. Es ist jetzt aber durch den Darm durch… 🙂 Ich verzeihe dem oder denen, die private Daten von mir herausgegeben haben. Ich weiß nicht, wer es war. Mein ursprünglicher Verdacht wurde nicht bestätigt. Ich verzeihe auch dem Redakteur des Spiegels. Nicht nur unsere Kinder waren der Meinung, dass der Artikel journalistische Schwächen aufweist. Andere wiederum werfen ihm schlechte Recherche und eine gewisse Schnoddrigkeit vor.Daran sollte er also noch arbeiten. Oder ist das der Stil des Hauses? Lieber J.K.,  viel Glück für Ihre weitere Zukunft! Bei mir brauchen Sie sich aber nicht mehr melden. Damit ist das Thema „Versuch einer Enthüllung“ auch durch. Wir können uns wieder vernünftigen Dingen zuwenden.

Die Revolution wurde abgesagt…

Zitat aus dem Artikel:  „Alle Umfragen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass es mit dem Gewissen der Konsumenten am Ende nicht weit her ist, sobald der Preis sich nachhaltig nach oben bewegt.“ Die Belege dafür und mögliche Gründe findet ihr im nachfolgenden Artikel. https://www.welt.de/wirtschaft/article225993191/Fleischkonsum-Die-deutsche-Bio-Revolution-ist-gescheitert.html Der Artikel hat 301 Kommentare. Die muss man nicht alle lesen, aber ein paar davon sollte man sich doch ansehen. Hier eine Kostprobe: „Sie Scherzkeks! Da sind sich alle immer nur in irgendwelchen Umfragen einig. Ehrlich – wenn man die Leute so reden hört, dann müssten sämtliche Lebensmittel- und Kleidungs-Discounter, Billigflieger usw. schon längst komplett pleite sein – so hochmoralisch nachhaltig und mit ökologischer Haltung wie da jeder angeblich konsumiert. Nur die Realität zeigt halt, dass es nicht so ist wie geredet wird.“

„Spiegel“-Enthüllung enttäuscht

Heute ist der gestern angekündigte Artikel erschienen: https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bauer-influencer-bloggen-fuer-agrarkonzerne-a-2d93aad2-0002-0001-0000-000175912909?sara_ecid=soci_upd_j5FMWycn2aPum0F4COc40xUTUfLybp Natürlich verschwindet der Text hinter der Bezahlsperre, deshalb hier ein paar Zitate: „Die wachsende Zahl der Agrarblogger scheint da mehr Glaubwürdigkeit zu genießen als Funktionäre vom Schlage Rukwieds“ (Da sag ich jetzt nichts zu) Eine Bloggerin, deren Name natürlich nicht genannt wird, wird zitiert: „Die meisten sind Leibeigene der Industrie“ (Leibeigene? Weiß sie was das ist?) Dann kommen ein paar Zeilen über Bauer Willi: „…republikweit bekannte Ruheständler Willi Kremer-Schillings schrieb 2015 einen Wutbrief, der ihn nicht nur in Talkshows  sondern auch in Runden mit Ministern und der Kanzlerin spülte“ war nur eine Talkshow mit Günther Jauch, der Rest stimmt „…gab er den einfachen Bauern, obwohl er viele Jahre lang als Agrarchemieberater und Pestizidverkäufer gearbeitet hatte“ Berater stimmt, bis 1990. Wie lange ist das her? Und auch heute noch gibt es Menschen, die das tun. Dann wird noch darüber berichtet, dass ich einer Firma mein Imagekonzept für die Landwirtschaft vorgestellt hätte, „in dem sich Züchter, Pflanzenschutz- und Düngemittelfirmen und Verarbeiter unter einem Dach zusammenfinden. Ziel des Projektes: Verbraucheraufklärung“. …

Die „Enthüllung“…

Seit einer Woche kontaktiert ein Journalist eines wöchentlich erscheinenden Magazins diverse Agrarblogger und Firmen. Wenn man ihm glaubt, so hat er Unterlagen vorliegen, die eine Verbindung der Agrarblogger zu diesen Firmen „beweisen“ soll. Das Verhalten dieses Journalisten erinnert mich lebhaft an die „investigative Aufdeckung von Chemie-Willi“ der in seiner Jugend für ein Pflanzenschutz-Unternehmen gearbeitet hat. Auch die weiteren „Enthüllungen“  (Vorstandstätigkeit in einer Bezugs- und Absatzgenossenschaft, Mitarbeit beim Unternehmen Pfeifer & Langen) waren Dinge, die schon lange bekannt waren und die sich jeder ganz einfach aus dem Netz beschaffen konnte. Die Fakten wurden dann so abstrus dargestellt, dass Bauer Willi für alle, die nicht vom Fach sind, als düstere Gestalt geschildert wurde. Ziel: seine Glaubwürdigkeit zu untergraben. Genau das scheint jetzt auch wieder beabsichtigt zu sein. Gibt es Verbindungen der Agrarblogger zur Agrarindustrie? Ja klar, die gibt es. Fast alle Agrarblogger und Agrarbloggerinnen sind Landwirte. Und da ist es selbstverständlich, dass man Kontakte zu den Firmen im vor- und nachgelagerten Bereich hat. Und natürlich auch zum Bauernverband, zur DLG und anderen berufsständischen Organisationen. Wäre ja schlimm, …

„Was willst Du mal werden?“

Vor einigen Tagen durfte ich an dem Berufsorientierungstag des Gymasiums, an dem ich Abitur gemacht habe, das Berufsziel Landwirtschaft, Natur, Umwelt vorstellen. Im Vorfeld hatte mir der Organisator die Liste der Nennungen für alle Berufsgruppen zukommen lassen. Und weil ich das in 2020 schon mal gemacht habe, war der Vergleich interessant. Die Gruppierungen sind in beiden Jahren sehr ähnlich. In der ersten Säule stecken fast 100 Nennungen für „Berufe bei der Polizei“. Das hat mich erstaunt. Erstaunt hat mich persönlich die relativ niedrige Zahl an Interessenten für IT/Computer. Unter den 13 Interessenten für Landwirtschaft/Umwelt/Natur waren etwa die Hälfte Kinder von Landwirten. Warum ich das alles schreibe? Einfach so, als Information. Keine Wertung.  

Hat es sich ausgetreckert?

Ein Gastartikel von Franz Kinker aus Bayern „Im letzten Jahr und auch Anfang dieses Jahrs haben sich viele Landwirte(innen) mit ihren Traktoren auf den Weg gemacht in große Städte wie Hamburg, Berlin, Bonn und viele weitere. Mit ihren Corsos, Hupkonzerten und Mahnfeuern wollten sie auf die prekäre Situation auf ihren Höfen aufmerksam machen. Es waren Aktionen, die aus der Not heraus geboren sind. Desaströse Preise beim Schweinefleisch, Verschärfung der Düngeverordnung, Ausweisung roter Gebiete, ausufernde Bürokratie, Perspektivlosigkeit der Branche, öffentlicher Druck, Insektenschutzprogramm und der immerwährende Preisdruck der Discounter führten dazu, dass die Bauern sich zusammenrauften und völlig neue Aktionen starteten, die in die bäuerliche Geschichte eingehen werden.        Hat sich etwas geändert? Diese Frage kann man mit einem einfachen „nicht viel“ umschreiben. Die Landwirtschaftsministerin Klöckner rappelte sich aufgrund des bäuerlichen Drucks auf, um ein Gesetz zu schaffen, das dem Handel untersagen soll, Waren unter dem Einkaufspreis zu verkaufen. Auch Gesprächsrunden mit Vertretern des Handels gab es. Man beschwor die Systemrelevanz der Landwirtschaft, gelobte Besserung bei den Einkaufspraktiken der Discounter, hob auch kurzfristig die Preise für spezielle …

Eine Fundgrube: Statistisches Jahrbuch für Ernährung und Landwirtschaft

Soeben erschienen ist das oben genannte Buch. Den Link sollte man sich abspeichern! https://www.ble-medienservice.de/0227/statistisches-jahrbuch-fuer-ernaehrung-landwirtschaft-und-forsten-2020?c=152 Das Jahrbuch, das von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)    herausgegeben wird, ist eine Fundgrube für jeden, der mit Landwirtschaft und Ernährung zu tun hat. Schadet ja auch nicht, wenn man mit belastbaren Zahlen argumentiert… 🙂

Podiumsdiskussion Zukunft Schwein

Ein Muss-Termin für Schweinehalter: 25.2.2021 um 17:00 Uhr Im Podium: Gero Hocker (FDP), Johannes Röring (CDU), Kirsten Tackmann (Linke), Friedrich Ostendorff (Grüne) und Stephan Protschka (AfD). Das kann ja heiter werden… Teilnahme kostenlos, Anmeldedaten hier unten im Link: Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen