Bauer Willi
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Geplante De-Industriealisierung?

Einige Dinge wurden bei der Energiewende nicht bedacht. Große Stromverbraucher bezahlen für den Strom mehr, wenn er aus weiterer Entfernung kommt. Dies könnte demnächst in Hamburg ein Problem für die Aluhütte der Fa. Trimet sein, die derzeit den Strom aus dem Werk Hamburg-Moorburg bezieht. Wenn dieses Kraftwerk geschlossen wird, was für das nächste Jahr in Aussicht steht, würde der Strom deutlich teurer und die Produktion zur Disposition stehen.

https://www.welt.de/wirtschaft/article226534875/Energiewende-Die-deutsche-Industrie-bekommt-ihr-naechstes-Problem.html

Eine ähnliche Situation gibt sich im Rheinland mit den Werken Grevenbroich und Norf von Norsk Hydro, die dort Aluminium erzeugen bzw. verarbeiten. Beide Standorte bedienen sich der Nähe zu den Kohlekraftwerken von RWE im rheinischen Revier.  Bei Schließung der Kraftwerke ohne Ersatz dürfte die Verlagerung der Produktion ins Ausland vorprogrammiert sein. Auf den Arbeitsmarkt drängen dann nicht nur die Mitarbeiter der Energiewirtschaft sondern auch der Bereiche, die indirekt mit ihr verbunden sind.

Was das mit Landwirtschaft zu tun hat? Auf den ersten Blick nichts. Fakt ist aber, dass bei deutlichen Veränderungen der Rahmenbedingungen oft die Folgenabschätzung vergessen wird.

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30 Kommentare

  1. Reinhard Seevers sagt

    Etwas OT, aber bemerkenswert, finde ich.
    Deutsche Spitzentechnologie und deutsche Steuergelder für einen der reichsten Männer der Welt! Wir schaffen das!

    https://www.mallorcazeitung.es/gesellschaft/2021/03/04/superyacht-nord-liegt-vor-mallorca/81029.html

    „Ob auch der Besitzer an Bord ist, der russische Magnat Alexei Alexandrowitsch Mordaschow, wurde zunächst nicht bekannt. Mordaschows Unternehmen Severstal ist einer der größten Stahlproduzenten der Welt und beliefert unter anderem die deutsche Autoindustrie. Der Familie Mordaschow gehörte Ende Dezember 25 Prozent des mit Milliarden Staatshilfen geretteten deutschen Reiseveranstalters Tui. Er sitzt dort im Aufsichtsrat und plant einen weiteren Ausbau seiner Anteile. Das Wirtschaftsmagazin „Forbes“ schätzte sein Vermögen im Jahr 2018 auf 20,5 Milliarden US-Dollar.“

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  2. Harald Butenschön sagt

    Wenn es denn einen Plan gäbe…
    Ich fürchte, für ein planmäßiges „alle Affen zurück auf die Bäume“ fehlt es sowohl den Regierenden als auch der Opposition an notwendigem Weit- und Rundumblick.
    Kaum ein vernünftiger Mensch wird bei entsprechender Befähigung ein fürstliches Einkommen in der Wirtschaft gegen das klägliche Salär eines Abgeordneten oder Ministers tauschen. In Folge dessen werden die Parlamente von Idealisten bevölkert, die selten über ein wirklich umfassendes Praxiswissen verfügen.
    Natürlich können sich die Volksvertreter im Zweifelsfall bei Berufs-, Industrie- und sonstigen Verbänden Informationen beschaffen, doch dies ist zuletzt als „böser“ Lobbyismus in Verruf geraten, und so wird dann dem Prinzip Hoffnung vertraut, mit den bekannten Ergebnissen.
    Das Gegenteil von gut ist eben nicht böse, sondern gut gemeint….

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  3. fingerphilosoph sagt

    Wenn von 1.129 Gymnasiasten
    919 einen Beruf in den Bereichen Wirtschaft, Verwaltung, Medizin, Psychologie, Medien,
    Pädagogik, Kunst, Kultur und Design wählen
    95 Architekten und Bauingenieure
    47 Computer-Nerds werden,
    und offenbar kein einziger sich für einen Ingenieursberuf in der Industrie begeistern kann,
    und auch nicht in der Energiewirtschaft
    wie neulich hier in einem Artikel aufgelistet wurde,
    dann hat die Industrie hier in diesem Land doch tatsächlich keine Zukunft mehr.

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    • Stadtmensch sagt

      Ist aber auch Fakt, dass zu wenige an den Schalthebeln der Macht wirklich ein ehrliches Interesse an guten Lernbedingungen für möglichst viele Heranwachsende haben.
      Da steht sich die kapitalistische Marktgesellschaft selbst im Weg mit ihren „Zerstreuungsangeboten“. FDP sag ich nur, diese Spielautomatenlobby…

      Nerds mit einem Abschluss in Neuroinformatik entwickeln dann Spiele, von denen man beim besten Willen nicht lassen kann. Oder die Mathe-Genies gehen in die Finanzbranche und verschwenden ihr Talent für Finanzprodukte, die dann irgendwo als Faulschlamm in einer Lebensversicherung landen.

      Jetzt fahren wir die Ernte ein für neoliberale Bildungs- und Sozialpolitik. Mit Geld kriegt man das nicht zugekleistert und schon gar nicht mit „Wettbewerbsgesellschaft“ und lustigen „Exzellenz-Clustern“…

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      • Reinhard Seevers sagt

        „Jetzt fahren wir die Ernte ein für neoliberale Bildungs- und Sozialpolitik. Mit Geld kriegt man das nicht zugekleistert und schon gar nicht mit „Wettbewerbsgesellschaft“ und lustigen „Exzellenz-Clustern“…“

        Ich finde nicht, dass es an einer irgendwie gearteten neoliberalen Bildungs- oder Sozialpolitik liegt.
        Es ist ein gesellschaftlicher Wandel durch den größten globalen Player, der Kultur.

        Alles, was aus den USA in den letzten Jahrzehnten rübergeschwappt ist, setzt sich fest. Die „Spaßkultur“ ist der Maßstab für alles Handeln. Da wird sogar Druck auf den Wirtschaftsminister ausgeübt, damit die Gamerszene Geld zur Entwicklung von Computerspielen bekommt.
        https://www.bmvi.de/DE/Themen/Digitales/Computerspielefoerderung/computerspielefoerderung.html
        Wir dürfen uns ja nicht abhängen lassen von den Asiaten und den Amis.
        Wer mit Influencen oder Youtuben mehrere tausend Euro in der Woche verdienen kann, in dem er sich „presentiert“, zum Affen macht, wie auch immer, der wäre ja blöd wenn er Altenpfleger werden würde, und niemand würde es liken!
        Wie sagte doch Claudia bei DSDS: “ Mein größtes Ziel im Leben ist fame“
        Das amerikanischen „mehr Schein als Sein“ ist der Maßstab der Jugend geworden…Ausnahmen bestätigen die Regel.

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        • Stadtmensch sagt

          „Da wird sogar Druck auf den Wirtschaftsminister ausgeübt, damit“

          Es geht ja um die Technolgie. In dem Fall vielleicht „Virtuelle Realität“. Ohne diesen „Unterbau“, der irgendwo „rauswachsen“ muss, keine Industrieanlage, die man erst baut, wenn ihr digitaler Zwilling fix und fertig optimiert und getestet ist.
          Oder Berechnungsergebnisse visuell aufbereiten, dass wir mit unsern unangepassten Augen dem Zahlensalat etwas Sinnvolles auf die Schnelle entnehmen können. Anwendungen endlos…

          Das Vehikel um sowas loszutreten, sind oft menschliche Schwächen. In dem Fall eben homo ludens. Meistens Bequemlichkeit…
          Bei der Nukleartechnologie wars Angst usw.

          Ist Unsinn ich weiß 😉

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        • fingerphilosoph sagt

          @ Stadtmensch
          Die Bildungs- und Sozialpolitik in Deutschland/Europa doch schon seit Jahrzehnten nicht mehr „neoliberal“ ausgerichtet. Wenn das Bildungssystem überhaupt jemals „neoliberal“ war. Was ist an Latein, Griechisch, Englisch, Mathematik, Physik, Sport und Musik denn „neoliberal“? Was soll „neoliberal“ in diesem Kontext überhaupt heißen? Etwa „leistungsbetont“? Ha, wo ist das Bildungssystem denn noch leistungsbetont?“
          Wie viele Menschen erhalten denn staatliche Hilfen, ohne dass die Gesellschaft dafür eine Gegenleistung erwartet? Unsere Gesellschaft war noch so sozial wie heute. Vielleicht solltest du dein Feindbild mal überdenken.

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      • Inga sagt

        Dass alte Urinteresse am Handwerk muß geweckt und gefördert werden.
        Wenn jemand gerne Häuser baut kann ja Architekt werden.

        Wenn jemand gerne kocht und backt kann er Koch, Bäcker, Konditor oder Ökotrophologe werden.

        Früher hatten die Kinder auch noch mehr Möglichkeiten den Erwachsenen beim Handwerk zuzusehen und den Unterschied zu wissen und sich für eines nach seinen Begabungen entscheiden können, aber Heutzutage?.

        In den 90igern war ich bei meinem Cousin in Baunatal auf dem Geburtstag, ich glaube seine Altherrenfußballgruppe aus dem Dorf war auch da.
        Einer von denen war arbeitsloser Ingenieur bei VW.

        VW hat in der Zeit massenhaft entlassen,
        also wurde auch über Arbeitslosigkeit im Allgemeinen und wo das noch hinführt, geredet.
        Auf einmal sagte der VW- Ingenieur , ich habe extra die höhere Schule besucht und studiert und so viel gelernt und nun alles für die Katz.

        Wir lernen fürs Leben und nicht für einen bestimmten Betrieb!
        Man muß flexibel sein!

        Und wenn dieser Ingenieur am Handwerk des Autobauens wirklich Interesse hat, dann frindet sich etas anderes für ihn.

        Aber wenn er nur von Kindheit an gebüffelt hat um ein Ingenieur bei VW zu werden und bei da eine tolle Stelle zu bekommen (wie ihm viellicht Oma geflüstert hat) dann hat er ein flasches Berufsbild und muß nun sehen, wie er mit seiner Enttäuschung fertig wird.
        Der ist vielleicht auch ein Nerd geworden, weil sich da bessere Chancen ausgerechtnet hat.
        Wäre er aber ein mit Herzen interessierter Autobauer geworden, dann könnte er das oben beschriebene Problem auch lösen, oder?

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    • Paulus sagt

      Fi-phil, in den ingenieurwissenschaftlichen Fächern nimmt die Anzahl der Studienanfänger kontinuierlich ab. Hinzu kommt, dass ca. 70% das 2. Semester nicht überstehen, also schon in den Grundlagenfächern scheitern. Und sooo toll waren und sind die Aufstiegschancen für Ings nun auch wieder nicht. Das ist aber nicht neu und die Abiturienten wissen das genau.
      Ich hätte nach dem Diplom gerne promoviert, mir wurde allerdings davon abgeraten, und die Empfehlung lautete ein Zweitstudium zum Dipl.-Wi-Ing. dranzuhängen. Das war nun wirklich easy, zumal mir Leistungsnachweise aus dem 1. Studiengang angerechnet wurden.
      Für meinen beruflichen Werdegang war es aber von ganz entscheidender Bedeutung.
      Erst damit konnte ich in die (damals sehr abgehobene) Riege der BWLer und Wirtschafts-juristen aufsteigen und hatte mit meinem Ingenieurwissen einen entscheidenden Vorteil.
      Als Dr.-Ing. hätte ich wahrscheinlich 20 Jahre lang an Turbinen oder Vergasern getüftelt, bis man mir von Seiten der Geschäftsleitung für die bisherige Mitarbeit gedankt hätte …

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  4. Meier sagt

    Ja Willi , wir werden von der Dummheit regiert. Eben moralischideologische Wohlfühlpolitik. Wir , die normalen Bürger kommen erst in letzter Zeit da so richtig hinter , was hier für viele Fehlentwicklungen stattfinden. Wir haben Konstantkraftwerke von 84 GW auf rd. 73 GW reduziert und das geht noch weiter. Dabei ist der Stromverbrauch um rd. 8% gestiegen und die Windräder und PV-anlagen können unsere Stromlücke nicht schließen. Das sind Schönwetteranlagen, denn es fließt nur nach Wetterlage Strom , aber unsere Großindustrie braucht viel Konstantenergie in max .2 – 7 km vom Großkraftwerk , weil der Strom und die Zuleitungen sonst zu teuer sind. Unsere Ökoleute sprechen immer von Dänemark als Vorbild , aber denen sei gesagt , daß Dänemark nur soviel Strom verbraucht wie das BASF-Werk in Ludwigshafen. Wir sind ein Industrieland und da muß Energie in großer Menge vorhanden sein und preiswert muß es auch sein. Das ist bei uns durch die Ideologiepolitik nicht mehr der Fall und somit verlagert die Industrie die Produktion in Länder , wo die Bedingungen besser sind . Hier wird so nach und nach der Wohlstand und die Einkommen sinken, denn mit Bürokratie , Dienstleistungen und sonstigen brotlosen Künsten mit immer weniger Produktion wird es nicht gehen. Auch werden es sich auf die Dauer die 18 Mill. Systemrelevanten Leute nicht gefallen lassen immer mehr zu arbeiten und immer höhere Abgaben zu zahlen und die Anderen schöpfen nur den _Rahm ab. Hier liegt in der Zukunft der Sprengstoff in unserer Gesellschaft. Wir können das aber nur mit Einsicht und an der Wahlurne ändern. Problem ist nur , daß die Nutznießer dieses Systems in der Mehrheit sind. Also muß das System erst einmal gegen die Wand fahren , damit wieder vernünftige Bedingungen geschaffen werden können.

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    • Reinhard Seevers sagt

      „Der demografische Wandel führt zu einer Verschiebung zwischen den Altersgruppen der Wahlberechtigten: Die Generationen ab 60 Jahren stellen mehr als doppelt so viele potenzielle Wählerinnen und Wähler wie die Gruppe der unter 30-Jährigen. Welcher Einfluss ist folgend für das Wahlverhalten zu beobachten?“Quelle Konrad Andenauer Stiftung

      Die Problematik sehe ich eher darin, dass die Älteren sich ihrer Rente sicherer sind, als die Nachfolgenden. Die Etablierten und aus der Arbeitswelt sich verabschiedenden oder bereits ausgeschiedenen sind heute diejenigen, die sich den Alternativen zuwenden. Sie haben ihr Leben gelebt, haben eine überwiegend auskömmliche Rente und können sich das Leben „schön wünschen“ Hinzu kommt, dass sie damit die vergangenen eigenen Sünden relativieren können.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Es ist immer die Frage, wer sündigt mehr bei der Umwelt, die Alten, (ich fühle mich noch nicht den alten zugehörig), oder die Jungen? Es sind wenige Omas, die einen SUV fahren und es soll auch jede Menge Omas geben, die noch nie eine Kreuzfahrt machten. Man muss in Jungen Jahren den Grundstock legen, für einen schönen Lebensabend , zb. mit einer Zusatzrente, oder mit einem Aktienfond.

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        • Inga sagt

          Wr verbarucht 5mehr PApier,
          die Alten oder Jungen?

          Die Alten haben den PC ins Büroe inziehen lassen, auch damit der Papierbverbrauch sinkt!
          Die Jungen finden es schick, wenn sie das Druckerpapier auch für kleine Notizen udn Kritzeleine benutzen und dann zusmmenkrumpeln und im hohem bogen in den Papierkorb werfen.
          Die alten waren Abtrockentücher gewöhnt udn sparen mit Papierrollen, die geld kosten und nicht5 umweltvgertraglivh sind, wer weiß wieiel Bäme die kosten,
          die jungen reißen für eine kleihne Pfütze in der ‚Küche doppelt so davon ab. wie die Alten.

          Also es sehr schade, wenn die Jungen die Beziehung und Grundeinstellung zur Ökologie dadurch verlieren!

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      • Inga sagt

        Ja, sie sind sorgenfreier und können sich über Alternativen mehr Gedanken machen!

        Aber die Jungen doch auch, wenn sie familiär und beruflich nicht zu sehr gestresst sind.
        Sie müssen wieder konservativer werden und sich die Alterssicherung aufbauen und mehr auf ressourcenschonenden Konsum setzen umnd auf unsinnigen verzichten.
        oder sonst irgendwie für eine lebensqualitätive Zukunft vorsorgen.
        Geld ist nicht alles.

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  5. Große Stromverbraucher – Aluminiumhütten, Plastikflaschenproduktion – sind (leider) aber auch von der EEG-Umlage befreit, insofern bekommen sie den Strom schon sehr günstig.

    Wasserstoff taugt nichts für Pkw usw., zu ineffizient, für Frachtschiffe, Transporter und Industrie jedoch interessant perspektivisch.

    Eine direkt oder indirekt subventionierte Industrie (siehe auch Kohle usw.) ist keine Industrie, wo Wertschöpfung reinkommt. Wenn man etwas querfinanzieren muß, ist es das meist gewesen (leider auch in der Landwirtschaft tödlich, siehe Höfesterben).

    Und von wegen billiger Strom. Hier ein Beispiel, was Kernkraft gekostet hat, wir haben da ordentlich draufgezahlt für … billigen Strom für die Aluminiumproduktion usw.:
    https://www.greenpeace-energy.de/blog/wissen/atomkraft/einebillion/

    Zukunftstechnologie wäre zum Beispiel Carbon, Stichwort Carbon-Beton, Carbontrans Plastikrecycling, Carbonfasern usw.

    Nur noch mal zur Erinnerung:
    Kohle, Gas und Kernkraft sind Dampfkraftwerke. Bei Erdgas eine Effizienz von bis zu 65%, bei Kohle bestenfalls bis 45%. Das ist alles nicht der Burner. Richtig schlecht ist die Erzeugung von Wasserstoff (weniger aus Wasser, Wasser ist zu kostbar, Energieunternehmen zielen eher auf Methan – Cracken – Wasserstoff, dann kann man das haufenweise reinkommende Erdgas schön veredeln und höherpreisig verticken und hängt weiterhin an einer Tankstelleninfrastruktur, wo man Akkus sonst auf Parkplätzen etc. aufladen könnte).

    Eine Frage, die hier übrigens noch ganz offen ist:
    Wieviele fossile Kalorien sollen reingehen in die landwirtschaftliche Produktion für 1 Lebenmittelkalorie, Transport von Agrarrohstoffen und Lebensmitteln durch die ganze Weltgeschichte, zunehmende Technisierung und Energiebedarf, Lebensmittelverluste entlang der Kette etc.?

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    • Christian Suhr sagt

      Und hier mal die Eigentümerverhältnisse zu den Aluminiumhütten, so von wegen kleine deutsche Unternehmen:
      https://www.wer-zu-wem.de/industrie/aluminiumwerke.html

      (Springerpresse ist schei*e, die verschweigen immer die Hälfte und überdramatisieren alles, muß nur in deren Erzählung von freier Marktwirtschaft, Steuern und Kontrollen sind doof usw. passen.)

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    • Reinhard Seevers sagt

      „Eine Frage, die hier übrigens noch ganz offen ist:
      Wieviele fossile Kalorien sollen reingehen in die landwirtschaftliche Produktion für 1 Lebenmittelkalorie, Transport von Agrarrohstoffen und Lebensmitteln durch die ganze Weltgeschichte, zunehmende Technisierung und Energiebedarf, Lebensmittelverluste entlang der Kette etc.?“

      Ich würde mich eher fragen, welche „Malocher“ denn zukünftig welche Parteien wählen sollen. Die intellektuelle Verkopfung der politischen Inhalte und Botschaften kommen nicht mehr an beim „einfachen“ Geist. Die Folge ist, die Flucht in die Parteien der „einfachen“ Antworten. Die Mehrheit ist nicht willens und in der Lage die simple Arbeit in der Fabrik oder im Handwerk in Kopfarbeit umzuzwitschen.
      Darüber würde ich mir als LINKER, GRÜNER UND SOZI ernsthaft Gedanken machen.
      Wer ständig irgendwleche hochtrabenden Ziele formuliert und nicht sagen kann, wie er die Menschen mitnehmen möchte, der verliert. Der verliert nicht nur die Energiewende, sondern evtl. den Frieden und das Leben.
      Meine Forderung: langsamer machen, nicht verzagen, wenn die deutsche Gesellschaft die Welt nicht zu retten in der Lage ist, weniger Aufregung, weniger : „unsere Partei weiß den Weg, wird aber von den Dummen nicht gewählt…“….weniger KI, mehr Handwerk und Handarbeit, die den Stellenwert von Influencertum und Youtubertum überragt, eine sanfte, nachhaltige kulturelle Wende zur Vernunft.

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  6. Steffen Weihe sagt

    Arnold Krämer hat es gerade schön auf den Punkt gebracht: es blickt keiner mehr durch!

    Aktuell tritt im Rahmen des Insektenschutzgesetzes folgende Problematik auf: Weidetierhalter in Schutzgebieten, sowie Öko-Betriebe droht der Wegfall der zusätzlichen Prämien aus der zweiten Säule! Der Super-GAU für viele Betrieb droht, vor allem für Schäfereien. Aktuell tritt diese Problem in Landkreisen auf, die im letzten Jahr ihre Schutzgebietsverordnungen angepasst haben. Hier bekommen derzeit einige Weidetierhalter (Schäfer) von den zuständigen Ämtern ihre Ablehiungsbescheide.
    Mehr als ein Drittel ihres Einkommens beziehen diese aber aus den Zusatzprämien. Das ist eigentlich so gewollt, da sie eigentlich einen gesellschaftlichen Auftrag erfüllen.
    Was dies mit den ALU-Hütten zu tun hat?
    Keiner hat sich darüber Gedanken gemacht, welche Auswirkungen die Verabschiedung dieses unsäglichen Gesetzes zum angeblichen Schutz von Insekten für Auswirkungen hat.
    Weder bei SPD (hier kann man Vorsatz vermuten) noch bei der CDU. In Gesprächen mit den zuständigen Abgeordneten wurde dies bestätigt, das man das schlichtweg vergessen hat.
    So wird heute Politik gemacht, wie im kleinen so im großen.

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    • Thomas Apfel sagt

      Da hätt ich auch noch Einen: In Österreich werden im Bio-Apfelanbau rund 44 kg/ha PSM eingesetzt, im IP-Apfelanbau rund 13 kg/ha. Die Forderung nach 50 % Reduktion der „Pestizide“ trifft vor allem die Bio-Apfelanbauer. Auf knapp 30 % der Fläche des öst. Apfelanbau´s (Bio) werden 70 % der Fungizidmenge ausgebracht: Zum Beispiel sind in der Ausdünnung und Schorfbekämpfung 2 X 30 kg/ha Schwefelkalk üblich. Die Angaben machte Gottfried Lafer (Obstbauberater in der Steiermark) in einem Vortrag heute Vormittag. Da haben wohl die „Reduzierer“ auch nicht die Folgen für ihre Positiv-Zielgruppe bedacht.

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  7. Wilhelm Harms sagt

    Läuft doch super !
    Nie mehr Mangel an Spargelstechern und Erdbeerpflückern !
    Mr. Morgentau würde sich freuen das sein Plan nach fast 80 Jahren umgesetzt wird – freiwillig, durch das Deutsche Volk !
    Deutschland wird zur Ziegenweide!

    Die Stasi würden jubeln wenn sie Facebook und Co noch erlebt hätte – Totale Überwachung- freiwillig!

    Alles das passt doch in die gleiche Schiene – wir schaffen uns / Deutschland ab mit wehenden Fahnen !

    Gestern standen wir am Abgrund – morgen sind wir einen Schritt weiter – oder schon heute Abend?

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  8. Harald Müller sagt

    Der verlinkte Welt-Artikel erwähnt leider nicht die gravierenden Folgen, die ein Aus der Aluminiumhütten in Deutschland für die Netzstabilität hätte:

    Solche Großverbraucher lassen sich im Falle eines Strommangels sekundenschnell abschalten. So wurden in der Vergangenheit schon einige potentielle Blackouts verhindert.

    Siehe z.B. hier:

    https://www.aktiv-online.de/news/stromnetz-wie-der-essener-alu-hersteller-trimet-hilft-einen-blackout-zu-verhinden-4362

    Wenn die Aluminiumverarbeitung nach China verschwindet, stellt sich die Frage, wie man vergleichbare Lastabwürfe in Zukunft umsetzen will. Ganze Stadtteile vom Netz trennen? Noch mehr Speicher für die Minutenreserve?

    Egal wie man das umsetzen würde – eines ist klar:
    Es wird verdammt teuer…

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    • Bauer Willi sagt

      Weitere Lastabwürfe sind geplant und werden im Moment gesetzlich vorbereitet. Geht auch nicht anders, wenn alle Grundlast-Erzeuger von Netz gehen und nur noch Zappel-Strom erzeugt wird.

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  9. Arnold Krämer sagt

    Ich glaube nicht, dass irgendetwas derartiges geplant ist. Vielmehr blickt keiner mehr wirklich durch in einem Wirkungsgeflecht von immer dichteren, teils widersprüchlichen Regelungen auf den Ebenen EU(Welt), Bund, Land. Und die Verwaltungen vor Ort miscehn auch noch kräftig mit (oder auch nicht!). Aber alles läuft darauf hinaus, das Rückgrat der deutschen Wirtschaft (KMU), zu dem auch Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft gehören, zu brechen.
    Es ist ziemlich deprimierend, dass mitanschauen zu müssen.

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  10. Reinhard Seevers sagt

    Ich glaube nicht, dass die Industrie unvorbereitet vor dem Problem steht. Die haben schon lange die Politik angespitzt und ihr klargemacht, was die Konsequenz sein wird. Die Chemieindustrie ist der größte Stromnutzer des Landes. Dow Chemical hat bereits 2013 die Speicherung von Wasserstoff in den Stader Salzkavernen angeschoben. Die haben parallel die Politik bearbeitet und Steuergelder angezapft.
    Da Dow ein amerikanisches Unternehmen ist, und dennoch auf dem 3.-teuersten Standort in Europa- nach GB und NL- produziert, das ist ja kein Zufall.
    Es ist Wahljahr, nicht vergessen!!

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  11. Liesel sagt

    Spannend ist ja eher, wie Deutschland überhaupt zum Stromnetz kam. Zuerst waren die großen Stahlunternehmen an Rhein und Ruhr, die merkten das man mit Elektroenergie günstiger Stahl produzieren konnte. Also bauten sie ihre eigenen Kraftwerke. Irgendwann kamen sie dann auf die Idee, den Strom auch in den umliegenden Städten und Dörfern zu verkaufen.
    Vielleicht kommen wir wieder dahin, dass die stromintensive Unternehmen ihren Strom selber produzieren und sich damit unabhängiger machen.

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    • Edakteur sagt

      @Liesel:
      in den 80er Jahren wollte Bayer Stromdurchleitung nach Cattenom an der Mosell haben, da es dort billigeren Strom gab. RWE als damaliger Netzbetreiber wollte das nicht. Also plante Bayer ein Kernkaftwerk im Rheinbogenfür die Versorgung der Bayerwerke Leverkusen, Dormagen und Krefeld. Hattte für viel Geld auch schon ein Modell dazu gemacht und den Medien zur Kenntnis gebracht. Aufgrund der riesigen Einwände der Bevölkerung ging RWE „in die Knie“. Durch Beteiligung der Bayer AG an der RWE konnte dann ein Stromdurchleitungsverfahren nach Cattenom ermöglicht werden und Bayer erhielt den gewünschten „Billigstrom“…

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  12. Thomas Apfel sagt

    Aluminium ist doch eh ungesund und für Demenz zuständig. Alles Andere kommt demnächst auf der Basis von ökologisch gerechter und klimaneutraler Bio-Lempaste basierend aus dem 3 D Drucker. Und Geld wächst sowieso an der Baumart Boersus multiplikanus wohlbehütet in der ständig wachsenden Glaskugel (Blase).
    Es ist insofern die gleiche nationale Denke wie über Landwirtschaft, als national jetzt schön höchstpreisige Energie generiert wird, ohne das Europäische, geschweige denn globale Umfeld zu beachten. Wenn das nicht international halbwegs einheitlich und vernetzt gelöst wird, mündet das so sicher wie das Amen in der Kirche in eine Deindustrialisierung.
    Aber das was wir Industrieprodukten brauchen oder an Essen, können wir ja weiter mit dem nachwachsenden Geld der oben genannten Baumart bezahlen, sofern wir dann noch Zugang zur Glaskugel haben.

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