Autor: Bauer Willi

Milch schadet dem Klima…meint der Arzt…

Die Diskussion um öffentliches Fernsehen und Rundfunk wurde durch den Fall Schlesinger wieder neu entfacht. Was die Qualität der Inhalte angeht, so wird der Bildungsauftrag fahrlässig missbraucht. Das zeigt der nachfolgende Beitrag, in dem sich der Arzt Eckart von Hirschhausen sich darüber auslässt, wie schädlich Kuhmilch für´s Klima ist und um wieviel besser die pflanzliche Alternativen sind. https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/wissen-vor-acht-erde/videos/wissen-vor-acht-erde-video-190.html? Die Illusion der Wahrheit Mich hat dieser Beitrag wirklich geschockt, weil fast kein Klischee ausgelassen wird. Halbwahrheit reiht sich an Halbwahrheit, wichtige Fakten werden verschwiegen. Er beweist wieder einmal: einfache Lügen haben es leichter als komplizierte Wahrheiten. Wenn die dann noch von einem Arzt verkündet werden…

Gefahr und Risiko

Immer wenn es um landwirtschaftliche Themen wie Gentechnik oder Pflanzenschutzmittel geht, wird darüber gesprochen, wie gefährlich diese sein können. Ich versuche es dann mit einem Beispiel, in dem den Unterschied zwischen Gefahr und Risiko erläutere. Wir alle wissen, dass Haie einen Menschen töten können. Es ist sehr unwahrscheinlich, aber es kommt vor. Haie sind für den Menschen eine Gefahr. Wie ist es mit der Nordsee? Leben dort Haie? Und da habe ich gestern diesen Artikel gesehen. https://www.nationalgeographic.de/tiere/2022/07/welche-haie-leben-in-der-deutschen-nordsee? Tatsächlich leben in der Nordsee Haie. Und im Artikel steht, dass diese nur rund einen Meter lang werden und somit für den Menschen un-gefähr-lich. Ist es ein Risiko, in der Nordsee zu baden und vom Hai getötet zu werden ? Nein, das Risiko ist Null. Genau diese Unterscheidung wird bei Diskussionen z.B. um Glyphosat gerne verschwiegen. Theoretisch stellt dieser Wirkstoff eine Gefahr dar, bei sachgemäßer Verwendung besteht aber für den Menschen kein gesundheitliches Risiko. In etwa verhält es sich so auch bei einem Messer: man kann damit sein Butterbrot schmieren, aber bei unsachgemäßer Anwendung auch einen Menschen töten. …

Was ein Junglandwirt der Staatssekretärin sagt

Auf der Bauerndemo am 15. August in Bonn hat sich ein Junglandwirt zu Wort gemeldet. Hier seine Aussagen und Wünsche und die Antwort von Silvia Bender Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren  

Stellungnahme einer Bürgerinitiative, die Bauern retten will

Diesen Serienkommentar (in blau) findet sich in Massen auf der Seite der EU.  Deshalb unter dem Text noch mal der Hinweis auf die Möglichkeit, seine persönliche Meinung an die EU-Kommission zu schicken. „Machen ist wie wollen, nur besser“ Der massive Einsatz von Pestiziden hat verheerende Auswirkungen auf die Biodiversität und stellt eine ernsthafte Bedrohung für unsere Gesundheit, das Wasser, die Luft und den Boden dar. Er gefährdet erheblich unsere Ernährungssicherheit, unser Klima und unsere Artenvielfalt. Um unseren Kindern und zukünftigen Generationen eine Zukunft zu geben, brauchen wir dringend einen Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft und in der Art und Weise, wie wir unsere Umwelt behandeln. Wir müssen agro-ökologische Praktiken anwenden, um mit der Natur und nicht gegen sie zu arbeiten. Die Europäische Bürgerinitiative „Bienen und Bauern retten“ begrüßt den Vorschlag der Europäischen Kommission, den Einsatz von Pestiziden in der EU zu reduzieren. Der Vorschlag ist jedoch zu schwach, um den notwendigen Wandel in der Landwirtschaft zu bewirken: Es bleibt keine Zeit mehr für halbe Sachen! Eine Reduzierung um 50% bis 2030 reicht nicht aus. Wir fordern …

Cicero und Bauer Willi

Wenn die Zeitschrift „Cicero – Magazin für politische Kultur“ um ein Interview nachfragt, ist das ja kein schlechtes Zeichen. Das Gespräch mit Herrn Fess dauerte exakt zwei Stunden und hat richtig Spaß gemacht, weil es, anders als bei TAZ und Spiegel, sehr fair und wirklich interessiert zuging. https://www.cicero.de/wirtschaft/proteste-gegen-eu-agrarpolitik-interview-bauer-willi-fess Ich freue mich immer, wenn wir Landwirte es mit unseren Themen in die Medien außerhalb unserer Blase schaffen. Leider ist der Artikel hinter der Bezahlschranke. Trotzdem lassen sich die Kommentare lesen und die sind wirklich interessant.

Bauern, Bender, Bonn…

Ich war am Montag, 15. August 2022, in Bonn zur Bauerndemo. Nach offiziellen Aussagen der Ordnungsbehörden waren etwa 550 Teilnehmer dort, gefühlt (nicht gezählt) 150 davon mit Traktoren. Von der Politik war Silvia Bender (Staatssekretärin im BMEL, Die Grünen) anwesend. Die übrigen Parteien waren auch eingeladen, allerdings ist niemand gekommen, weder ein Landtags- noch ein(e) Bundestagsabgeordnete(r). Frau Bender hat gesprochen und in ihrer etwa 10minütigen Rede erwähnt, dass sie sich dafür einsetzen wird, dass „das Pflanzenschutzmittelverbot nicht in Landschaftsschutzgebieten gelten soll, auch wenn dies im ersten Entwurf aus Brüssel so steht“. Das ginge zu weit und sei nicht das Ziel der Bundesregierung. Ein wichtiger Satz, der öffentlich ausgesprochen wurde und zitiert werden kann. Siehe auch das Video weiter unten. In der nachfolgenden Diskussion meldeten sich nach einer ersten kleinen Runde auf der Bühne viele Teilnehmer zu Wort. Es ging teils sachlich, teils sehr emotional zu. Was Frau Bender sicherlich mitgenommen hat: Die Landwirte und Landwirtinnen haben Angst um ihre Existenz, weil ihnen jegliche Planungssicherheit abhanden gekommen ist. Hier die Rede von Silvia Bender Sie sehen …

Wie gemeinsam ist die Gemeinsame Agrarpolitik (der EU) noch?

Ohne jeden Zweifel war die Europäische Union eine große Errungenschaft. Nicht nur der Fortfall der Grenzkontrollen oder die Einführung des Euro haben die Menschen in Europa zusammenrücken lassen. Seit vielen Jahrzehnten wurde insbesondere der Agrarsektor der am meisten „europäisierte“ Bereich der Wirtschaft, in dem alle Landwirte nach den gleichen Regeln und Gesetzmäßigkeiten arbeiten und handeln sollten. Natürlich ist dies nie gelungen, aber zumindest hatte man den guten Vorsatz. In den letzten Jahren ist dieser Vorsatz immer mehr in den Hintergrund gerückt. Ein Grund war die  ständige Erweiterung, die Staaten mit ganz unterschiedlicher Historie und unterschiedlichen Strukturen unter ein Dach zusammenbringen sollte. Selbst in dem kleinen Deutschland gelingt das nicht, zu unterschiedlich sind die Strukturen in Süd-, Ost-, oder Nordwest-Deutschland Zwar werden in Brüssel gemeinsame Ziele der europäischen Union entworfen, die Umsetzung jedoch wird immer mehr den einzelnen Staaten überlassen. Genau hier beginnt das Problem: die Regeln, die die einzelnen Mitgliedsstaaten zum Erreichen der Ziele erlassen, weichen sehr stark von einander ab. Beispiel Düngeverordnung: jeder Staat hat unterschiedlich viele Messstellen pro Quadratkilometer nach Brüssel gemeldet. Daraus …

Montag 15. August: Demo in Bonn

Am kommenden Montag, 15.8.2022 findet vor dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Bonn, Rochusstrasse ab 11 Uhr eine Kundgebung statt. Veranstalter ist LSV NRW. Hauptthema: geplantes Verbot von Pflanzenschutzmittel in Schutzgebieten. https://www.agrarheute.com/politik/eu-umweltpaket-bauern-kuendigen-heftige-proteste-596586 Nach derzeitiger Interpretation wären von diesem Verbot auch Landschaftsschutzgebiete betroffen. Der Umfang dieser Flächen ist enorm. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/954025/umfrage/anteil-der-deutschen-landschaftsschutzgebiete-an-der-bundeslandflaeche/ Das Verbot der Pflanzenschutzmittel würde auch Bio-Betriebe betreffen.

Die Welt wartet nicht auf uns…

Es kommt nicht oft vor, dass sich eine große deutschsprachige Tageszeitung so offen zum Thema Gentechnik äußert. https://www.zeit.de/green/2022-08/gruene-gentechnik-getreide-genome-pflanzenzuechtung-landwirtschaft?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F Lesenswert sind auch die über 200 Kommentare. Wie man daran erkennen kann, spaltet das Thema.

Pflanzenschutz: Schick Deine Meinung an die EU-Kommission

Joachim Pehle, ein Leser dieses Blogs, hat mich darauf hingewiesen, dass jeder die Möglichkeit hat, seine Meinung zum Thema „Pestizide“ an die EU-Kommission zu schicken. Endtermin ist der 19. September. Ich habe bereits geschrieben und möchte jeden auffordern, dies auch zu tun. https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/have-your-say/initiatives/12413-Pestizide-nachhaltige-Verwendung-aktualisierte-EU-Vorschriften-_de Hier der Text, den Joachim Pehle geschickt hat. Gedankensammlung eines aktiven Landwirtes: Was ist die Hauptaufgabe der europäischen Landwirtschaft? Die Ernährungssicherung durch die Produktion gesunder, ausreichender und nahrhafter Lebensmittel. Ist die Anwendungsbeschränkung für Pflanzenschutzmittel hierfür dienlich? Nein,- sie führt zu Produktionsrückgängen. Werden die wegbrechenden Mengen durch Konsumverzicht oder durch Importe ausgeglichen? Der weitaus überwiegende Teil wird durch zusätzliche Importe aus Nicht-EU-Ländern ersetzt.Gibt es im globalen Beschaffungsmarkt ausreichend hochwertige Nahrungsmittel jederzeit zur Verfügung? Nein,- es herrscht eine starke Tendenz zum Hunger in der Welt. Gibt es Analogien zum Verlust der Ernährungssouveränität? Ja,- Energie (Gas/Öl/Kohle), Medikamente, Speicherchips, Rohstoffe. Was ist das Ziel der PSM-Reduktion? Sicherstellung der Biodiversität. Gibt es nennenswert lieferfähige Landwirtschaften außerhalb der EU, die artenschonender produzieren als die europäische Landwirtschaft? Nein (mir nicht bekannt). Betrifft der Rückgang außereuropäischer Artenvielfalt auch uns in …