Jahr: 2022

Der Bundestag und das Glyphosat

Warum das BMEL Glyphosat verbieten will und wie die Alternativen aussehen, kann man in diesem Papier nachlesen. Ich muss sagen, ich war erschrocken über so viel… …aber lesen Sie selbst. https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-883606 Hier ein paar Auszüge: „Als mechanische und ökologisch sinnvolle Alternative zum Einsatz von Breitbandherbiziden komme beispielsweise im Ackerbau eine ganzflächige ein- bis mehrmalige mechanische Bearbeitung der Fläche mit einem geeigneten Gerät oder einer Gerätekombination in Frage.“ Meinen die das wirklich ernst? Die ökologische Alternative soll eine mehrmalige ganzflächige Bearbeitung sein? Liebe Leute, das kapiert doch sogar ein Laie, dass das keine „sinnvolle Alternative“ ist. „Breitbandherbizide wirkten nicht nur bei sogenannten Schadkräutern, sondern würden flächendeckend den gesamten Ackerwildkrautbewuchs abtöten. Damit werde nicht nur die Vielfalt der „Flora“ stark reduziert, sondern allen anderen an Ackerlebensräume gebundenen Arten wie Insekten oder Feldvögeln flächenhaft die Nahrungsgrundlage entzogen“ Und wie ist das denn, wenn ich pflüge? Da wird aber erst recht die „Vielfalt der Flora stark reduziert“! Leute, wenn ich eine Kultur säen und ernten will, ist da nichts mit Vielfalt. Unsere Vorfahren vor 12.000 Jahren im „Fruchtbaren Halbmond“ …

Die Wahrheit über…

Wenn eine Überschrift mit den Worten „Die Wahrheit über…“ beginnt, werde ich vorsichtig.So auch bei der Ankündigung einer Reportage, die heute, Dienstag, 1. November um 20:15 Uhr im ZDF ausgestrahlt wird. https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzeit/zdfzeit-die-wahrheit-ueber-unsere-landwirtschaft-100.html Hier ein Auszug aus der Ankündigung: „Wer an Deutschlands Feldern vorüberfährt, sieht dort viele Monokulturen. Mais, Gerste, Weizen und Raps. Über die Hälfte des hier angebauten Getreides landet gar nicht auf dem Teller, sondern im Futtertrog oder im Tank.“ Nun ja, große Sachkenntnis strahlt dieser Satz nicht aus. Aber lassen Sie uns unvoreingenommen an diese Sendung herangehen und abwarten, wie die Wahrheit über unsere Landwirtschaft aussieht. Oder das, was Medien glauben.

Ernährungssicherheit 2023 nicht gewährleistet

Heute eine Sammlung von Links, die sich alle mit der Lebensmittelversorgung beschäftigen: https://www.focus.de/panorama/welt/extremer-preisanstieg-bauernverband-lebensmittelversorgung-nur-bis-april-2023-gewaehrleistet_id_168233594.html https://www.businessinsider.de/politik/corona-krieg-und-klima-weltweit-droht-2023-eine-noch-tiefere-nahrungskrise-hier-sind-die-gruende/ https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/steigende-lebensmittelpreise-fakten-ursachen-tipps-71788 Während sich alle um die Sicherstellung einer ausreichenden Menge an Lebensmittel sorgen, hat Herr Timmermanns hat eine ganz neue Logik: https://www.tagesspiegel.de/politik/ohne-pestizidreduktion-droht-eine-nahrungskrise-6004312.html

Sonntag nachmittag…

Es kommt ja nicht oft vor, dass ich an einem Tag zwei Artikel veröffentliche. Heute ist wieder so ein Tag. Eben habe ich den neuen Text aus dem LandLebenBlog gelesen. https://landlebenblog.org/2022/10/30/absturzgefahr/? Wenn er euch auch so gut gefällt wie mir, dann lasst doch ein „Like“ da… Ich finde, Frau Kroitsch hat eine wunderschöne Sprache und macht wunderschöne Bilder.

Burnout und das Sterben der Bauernhöfe

Über das Thema wird nicht gerne geredet. Umso mehr bewundere ich Amos, den ich persönlich kenne und schätze, für seine Offenheit, die er im Video zeigt. Beim Thema Burnout kann ich auf eigene „Erfahrungen“ zurückgreifen. Braucht kein Mensch. Danke an Josef, meinen Hausarzt, der mich aufgefangen und richtig therapiert hat. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren   Hier ein dazu passender Bericht des WDR über das Sterben der Bauernhöfe. Darin auch ein Beispiel, dass es richtig ist, rechtzeitig die Reißleine zu ziehen, bevor es am Balken in der Scheune endet. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Lützerath – was die Medien nicht erzählen

Ein guter Freund von mir rief neulich an. Er hat die Berichterstattung vom Parteitag der Grünen verfolgt und kann den Hype um die paar Häuser, die Lützerath ausmachen nicht verstehen. Er hat mir folgende Mail geschrieben. Hallo Willi, danke für das nette Gespräch vorhin. Ich schreibe mir das dann doch noch heute von der Seele, damit ich später besser schlafen kann. Ich bin aus Holzweiler, Luftlinie etwa 800 Meter von Lützerath entfernt. Meine Lieblingstante hat dort eingeheiratet, ich habe also einen Großteil meiner Kindheit in Lützerath verbracht, d.h. ich kannte und kenne alle Lützerather. Lützerath bestand ursprünglich aus fünf landwirtschaftlichen Betrieben, einer der Landwirte hat dann für die allmählich ausscheidenden Landarbeiter in den sechziger Jahren drei Sechsfamilien-Häuser gebaut. Das heißt, das „Dorf“ hatte maximal etwa sechzig Einwohner und war deshalb kein Dorf im herkömmlichen Sinne, sondern gehörte zu Immerath (was übrigens schon komplett abgeräumt ist). Nun hatte vor etwa zehn bis acht Jahren einer der Landwirte die Idee, Umweltaktivisten dorthin einzuladen, um gegen den Abbau zu demonstrieren und seine Flächen als Gelände für ein „Camp“ …

Insektenstudie: Weniger Weidegang – weniger Insekten

Das Thema des „Insektensterbens“ ist etwas aus den Schlagzeilen verschwunden. Herwig Scholz, ehemaliger Mitarbeiter der LWK NRW und Biobauer im Nebenerwerb lebt und arbeitet in der Nähe von Krefeld und kennt sich mit den Bedingungen vor Ort gut aus. Er hat mir die nachfolgende Präsentation geschickt: Weniger Weidegang heißt auch weniger Insekten Das besondere Augenmerk möchte ich auf die Folie 22 und folgende legen, aus denen deutlich wird, dass sich die Verhältnisse im Orbroicher Bruch seit der Umwidmung in ein Naturschutzgebiet entscheidend geändert haben. Dass dies Auswirkungen auf die Insektenwelt hat, ist nachvollziehbar und logisch. Leider war die Entwicklung für die Insektenvielfalt und die Biomasse negativ. Um es deutlich zu sagen: Der Naturschutz und nicht die Landwirtschaft hat im Orbroicher Bruch im Wesentlichen zum Rückgang der Masse der Fluginsekten geführt. Das Sterben der Bauernhöfe hat diesen Trend noch unterstützt.

Eine Entscheidung…

Der Lebensmittelverband will nicht mehr an der Ernährungsstrategie des BMEL mitarbeiten. Hier die Presseerklärung: https://www.lebensmittelverband.de/de/presse/pressemitteilungen/pm-20221025-lebensmittelverband-stellt-mitarbeit-im-prozess-zur-erarbeitung-einer-ernaehrungsstrategie-ein Auszüge aus der Begründung: Wir sehen ….nicht die Bereitschaft des Ministeriums, auf entsprechende Vorschläge einzugehen. Das jetzt vom Ministerium gewählte Format ermöglicht unserer Auffassung nach aber keine sinnvolle Einbringung derer, die die Ernährungsstrategie hinterher zum großen Teil umsetzen müssen. Die Einladung des Ministeriums erweckt den Eindruck, dass die Ziele und Handlungsfelder der Strategie bereits festgelegt sind und mit den verschiedenen Stakeholdern eine Diskussion hierzu nicht weiter stattfinden soll Da die Pressemitteilung vom 25.10.2022 stammt, liegt noch keine Reaktion des BMEL vor.  

Es ist alles gesagt! Jetzt handeln!

In den letzten Jahren haben im landwirtschaftlichen Bereich zwei Kommissionen getagt und Ergebnisse produziert. die „Borchert-Kommission“, die eine Veränderung der Tierhaltung in Deutschland diskutiert und Vorschläge erarbeitet hat die „Zukunftskommission Landwirtschaft“, die im Nachgang des Agrargipfels im Kanzleramt einberufen wurde und Ziele und Maßnahmen für eine Transformation der Landwirtschaft formuliert hat. Beteiligt waren nicht nur landwirtschaftliche Organisationen sondern auch Teile der Gesellschaft, wie Naturschützer, Vertreter des Verbraucherschutzes und der Wissenschaft. Die finalen Papiere stellen somit den von vielen geforderten Gesellschaftsvertrag dar. Mit dem Wechsel zur  neuen Bundesregierung war zuerst nicht klar, ob die Ergebnisse der beiden Kommissionen akzeptiert werden würden. Aktuell hat Cem Özdemir beide Kommissionen eingeladen, ihre Tätigkeit wieder aufzunehmen. Dies hat Borchert mit der verständlichen und logischen Begründung abgelehnt, dass man erst Ergebnisse seitens des BMEL sehen will. https://www.wochenblatt-dlv.de/politik/borchert-kommission-erteilt-oezdemir-satte-abfuhr-570378 Die Zukunftskommission Landwirtschaft hingegen will weiterarbeiten und hat – wie aus gut informierten Kreisen zu hören ist – im September wieder mit Özdemir getagt. Was besprochen wurde, ist nicht bekannt. Bemängelt wird vor allen Dingen von den Naturschützern, dass es keine klaren Ziele seitens …