Jahr: 2017

Kein Gewinn und kein Verlust…

…Aber ein sicheres Einkommen. Das verspricht das Konzept der „Solidarischen Landwirtschaft“ den Bauern. Das klingt gut. Aber „SoLaWi“ scheint immer noch nur eine Randerscheinung zu sein. Oder täusche ich mich da? Postet doch Eure Erfahrungen mit „Solidarischer Landwirtschaft“. http://www.zeit.de/karriere/beruf/2017-04/solidarische-landwirtschaft-bauern-nachwuchs-jobalternativen/komplettansicht

Konsequent vegan

Deutschland hat vier Städte mit mehr als einer Million Einwohnern: Berlin, Hamburg, München und Köln. Berlin ist mit 3,5 Millionen Einwohnern mit Abstand die größte davon. Berlin ist auch die Stadt, wo die meisten Veganer leben und es gleich drei vegane Supermärkte gibt: in Friedrichshain, Kreuzberg und am Prenzlauer Berg. Zwischen Bevölkerungsdichte und fleischloser Ernährung gibt es einen Zusammenhang: Auf einer Fläche von 633.000 km² leben in Frankreich 67 Millionen Menschen, also 103 EW/km². In Deutschland leben auf 357.000 km² 82 Millionen, das sind 230 EW/km². In Deutschland ist die Bevölkerungsdichte mehr als doppelt so hoch. In Frankreich sind 2% der Bevölkerung Vegetarier oder Veganer. In Deutschland sind es 4%, der Vegetarierbund geht sogar von 9% aus. Wenn man Indien, wo der Vegetarismus religiös verankert ist, mal außen vorlässt, gibt es, weltweit betrachtet, die meisten Vegetarier in Taiwan, wo auf 1 km² 639 Menschen leben, gefolgt von Israel mit 374 EW pro km². Anders ausgedrückt: Die eigentliche Dynamik, die dazu führt, dass Menschen Vegetarier oder gar Veganer werden, ist die Bevölkerungsdichte. Sie erst bringt den …

Die nie endende Milchkrise

Neulich habe ich beim BDM (Bund deutscher Milchviehhalter) einen Vortrag gehalten mit meinem Lieblingsthema: „Das Dilemma der Essensmacher“.  Man hatte mich dann noch gebeten, meine  persönliche Sicht der Dinge über den Milchmarkt zu erläutern. Das habe ich gemacht und wie immer, meine ganz persönliche Meinung gesagt. Dass für mich Verträge ohne vorherige Preisfestlegung eigentlich keine Verträge sind, dass wir Ackerbauern unsere Preise mit Vorkontrakten selbst festlegen, dass ich von meiner Zuckerfabrik einen einjährigen Vertrag angeboten bekomme und den dann annehmen kann oder nicht. Übrigens mit der Wahlmöglichkeit, einen festen oder flexiblen Preis zu wählen. Und da merkte ich schnell in der Diskussion, dass der BDM hier andere Prioritäten hat. Agrarmärkte sind halt doch nicht gleich Agrarmärkte. „Warum machen das die Milchbauern nicht?“, fragte ich provokativ. Schaber und andere Mitglieder entgegneten mir sofort, dass Milch und Zucker nicht vergleichbar seien. Der fundamentalste Unterschied ist ja wohl, dass Milch nur ein paar Tage haltbar ist und quasi sofort verarbeitet werden muss. Damit können die Milchbauern nicht ihre Milch zurückhalten. Die muss jeden Tag weg. Und auch die …

Erster Pflanzenschutz bei den Zuckerrüben

Am Samstag, 29. April, haben wir die erste Spritzung gegen Unkraut in den Zuckerrüben gemacht. Es wurde auch langsam Zeit, weil das Unkraut sich schon weit entwickelt hat. Aber vorher ging es nicht, weil es immer noch Nachtfröste gab und dann die Rüben geschädigt worden wären. Wir haben abends gespritzt, weil es dann windstill ist. Kann man im Video auch gut an den Dampfschwaden der Kraftwerke im Hintergrund sehen. Übrigens machen wir die Pflanzenschutzmaßnahmen im Raps auch immer in den Abendstunden, sobald die Bienen wieder in den Stock zurückgekehrt sind. Da wir ja Bienenvölker auf unserer Weide stehen haben, können wir uns da „vor Ort“ informieren. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Grüne Signale…

Nachdem neulich Greenpeace entdeckt hat, dass die Bauern die falschen Feindbilder sind, hört man jetzt auch versöhnlichere Töne von Robert Habeck (Minister in Schleswig-Holstein) und Friedrich Ostendorf, MdB und Sprecher für Agrarpolitik der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. In einem gemeinsamem Gastbeitrag der Frankfurter Rundschau stellen sie fest, dass es „ein Problem ist, wenn immer mehr Höfe zumachen“. Das die Kinder der Bauern sich abwenden, weil „sie es satt sind, als Umweltfrevler der Nation angeklagt zu werden und an der Armut in den Ländern Afrikas mitverantwortlich zu sein“. Sie bieten eine Partnerschaft an, damit die landwirtschaftlichen Betriebe tragfähige Perspektiven entwickeln können, unter Einbeziehung der ökologischen Erfordernisse. Ein sehr starker Satz lautet dann auch: „Partnerschaft statt Krieg – am Küchentisch und auf der Grünen Woche“. Und weiter heißt es: „ Das klingt so einfach, ist es aber nicht…wir müssen alte Rituale aufgeben…wir müssen unsere Argumente überprüfen…wir brauchen neue Instrumente…und den Landwirten ein Angebot machen jenseits von Wachsen oder Weichen“. Der Artikel endet mit den Sätzen: „Wir müssen und wollen uns an diese Arbeit machen. Da haben wir Grünen …

Kartoffelchipskrise

Die japanische Kartoffel-Chips-Krise! Nie davon gehört? Warum auch, wir haben ja genug davon. In Japan hingegen stehen die Verbraucher vor leeren Regalen. Ja, vor leeren Regalen, weil das Wetter große Teile der Kartoffelernte zerstört hat. Und jetzt kann ich mir schon vor meinem geistigen Auge die Kommentare vorstellen…. https://kurier.at/wirtschaft/warum-in-japan-die-kartoffelchips-ausgehen/260.588.947

Schönes Wetter…

Die letzten Tage mit dem „Sauwetter“ hier im Allgäu ist mir besonders aufgefallen, wie hoch bei den Medien der Stellenwert des „schönen Wetters“ ist. Bei den Wetterberichten von Radio und TV wünschen die Moderatoren ihren Zuhörern und Zuschauern unermüdlich „besseres und schöneres Wetter“ – und meinen damit Sonnenschein, Wärme und vor allem kein Regen. Danach hätte Willi im Frühjahr ja das optimale Wetter gehabt. Hatte er aber nicht, weshalb er im letzten Video auch die Trockenheit beklagte. „Willi ist Bauer, und Bauern haben immer was am Wetter auszusetzen“ kommentierte vor ein paar Tagen ein Leser. Da mag was dran sein, denn das Wetter ist einer DER entscheidenden Faktoren zum Gelingen der Arbeit als Bauer. In Punkto Öffentlichkeitsarbeit wäre es daher sehr wünschenwert, wenn die Medien das allgemein hohe Interesse am Wetter auch dazu nutzen würden, über die Besonderheiten und Folgen der Wettergeschehnisse für die Lebensmittelerzeugung zu berichten. So wie derzeit der Frost in Mitteleuropa, Schnee und Nässe im Süden und Trockenheit in der Mitte Deutschlands. Als lobendes Beispiel möchte ich mal „Radio Vorarlberg“ nennen, das beispielsweise die letzten Tage sehr …

Wenn das Essen teurer würde…

„Ich würde ja für meine Lebensmittel gerne mehr bezahlen, wenn ich wüsste, dass…“ „Für mehr Tierwohl ist der Verbraucher gerne bereit, für ein Kilo Fleisch soundso viel Euro mehr zu bezahlen“ „Die Landwirte sollten doch mehr darauf achten, dass die Umwelt geschont wird. Das wäre mir was wert“ „Ich bin dafür, dass die Subventionen für Landwirte abgeschafft werden“ „Lebensmittel sind viel zu billig, es müsste mal wieder eine Hungersnot geben“ Wer kennt sie nicht, diese Aussagen. Und immer geht es dabei nur um eines: um Geld.  Nun habe ich mir überlegt, was passieren würde, wenn Lebensmittel doppelt so teuer würden, als sie heute sind. Wir Bauern sollen ja nach dem Wunsch unserer Mitbürger ökologischer als heute produzieren (Stichwort: mehr Bio). Das hat aber seinen Preis, denn der Verzicht oder die Einschränkung von Betriebsmitteln hat sinkende Erträge und damit ein geringeres Angebot zur Folge. Dann steigen die Preise. Doch auch die Streichung der Subventionen käme zu einem ähnlichen Ergebnis. Wenn die staatlichen Transferzahlungen wegfallen, muss ich als Bauer mein Einkommen über einen höheren Produktpreis erzielen. (Man …