Alle Artikel in: Bauer Willi

Regio Day – der Anfang ist gemacht…

Wir haben eine tolle Resonanz auf unsere Idee des Regio Day bekommen. Dafür Danke! Und die ersten haben sich bereits in unser Verzeichnis eingetragen und sind auf der Karte zu sehen. Und wie auf dem Bild oben zu sehen, ist der Regio Day für alle offen. Wenn ihr also einen Bäcker oder Metzger kennt, sprecht ihn an und motiviert ihn, mitzumachen.  Auch Verbände, Firmen und Organisationen sind herzlich willkommen. Ihr habt einen Nachbarn, der noch nicht vom Regio Day gehört hat? Dann sagt es ihm, auch er sollte mitmachen. Hofläden und Selbstvermarkter selbstverständlich auch, die bekommen ja so eine kostenlose Werbung. Aber auch und besonders jeder „ganz normale Landwirt“, ob Ackerbauer, Viehhalter, Obstbauer, Winzer. Zeigen wir unseren Mitbürgern, wie wir Lebensmittel herstellen.   Aber: Eine Idee nur gut zu finden, reicht nicht. Aktiv werden verändert etwas. Gut, bis zum 1. Oktober ist noch etwas Zeit. Aber ihr solltet es nicht „auf die lange Bank“ schieben. Euer Bauer Willi

Regio Day – positiv denken! Und Mitmachen!

Da ist sie: unsere Aktion www.regioday.com,  die sich Alois und ich ausgedacht haben. Mitinitiatoren haben wir auch. Einige Wochen haben wir daran gearbeitet und jetzt gehen wir online. Wir wollten auch nicht mehr warten. Helft uns dabei, dass diese Nachricht möglichst viele erreichen. Schickt es an Freunde und Bekannte, an Firmen und Organisationen. Danke für Eure Mitarbeit!!! Unser Ziel: Wir wollen, dass alle, die am Weg unserer Lebensmittel vom Feld bis auf den Teller beteiligt sind, positive Botschaften senden und für heimische Produkte werben.  Eine Botschaft lautet: Heimische Produkte sind gut für die Umwelt, die Region, für die Erzeuger, die Verarbeiter, den Handel und natürlich auch diejenigen, die unsere regionalen Produkte verzehren. Wir wollen Menschen motivieren, sich für diesen Tag pfiffige Aktionen auszudenken und so beim Regio Day am Samstag, dem 1.Oktober 2016 mitzumachen.  Egal ob dies Ackerbauern, Viehhalter, Hofläden, Milchtankstellen, Obstbauern, Winzer, Bäcker, Metzger, Handelshäuser oder sonstige Unternehmen oder Organisationen sind, die sich um unsere Lebensmitteln und deren Herstellung kümmern. Und das sind verdammt viele. Beispiele für Aktionen finden Sie auf unserer Homepage www.regioday.com Aber Ihnen fällt bestimmt noch viel besseres ein. 🙂 Wer sind wir? Wir machen das …

Klimaschutzplan: Thema Landwirtschaft

Nachfolgend der Originaltext des Klimaschutzplanes des Bundesumweltministerium, den Frau Hendricks mit Herrn Gabriel abgestimmt hat. Hier einer der Texte, der die Landwirtschaft betrifft. Derzeit liegt der Entwurf im Bundeskanzleramt. KSP-L-13: Förderung einer nachhaltigen, regionalen und ökologischen Landwirtschaft Kurzbeschreibung der Maßnahme Hintergrund Die intensive Landwirtschaft (und deren Folgeschäden) haben einen schädlichen Einfluss auf Umwelt und Gesundheit. Hohe CO₂-, N2O – und CH4 -Emissionen und lange Transportwege sind Folgen der aktuellen Form der Landwirtschaft. Gerade der Import von Futtermitteln und sonstigen landwirtschaftlichen Rohstoffen (Palmöl, Rindfleisch) zerstört CO₂-Speicher (Regenwälder) und erhöht den Ausstoß von CO₂ (Brandrodung, Verkehr). Ökologische und regionale Landwirtschaft benötigt diese internationalen Handelswege nicht. Für eine nachhaltig hohe Lebensqualität auch künftiger Generationen ist die Förderung einer regionalen und ökologischen Landwirtschaft entscheidend. Eine Umverteilung der Agrarsubventionen könnte die Grundlage bieten. Maßnahme Die Bundesregierung soll Die Bundesregierung soll die Rahmenbedingungen schaffen und auf allen Ebenen (EU) die ökologische und regionale Landwirtschaft strukturieren und langfristig gezielt fördern Subventionsumverteilung von der industriellen Landwirtschaft an regionale, ökologische und nachhaltig geführte Betriebe Die Subventionierungssystematik muss in diesem Sinne ganz neu ausgerichtet werden, …

Freude für viele – Planung 2017

Einige Leser wollten wissen, was nach der Gerstenernte passiert. Und dabei ist mir aufgefallen, dass es für viele einen Grund gibt, sich zu freuen… In den kommende Tagen werden die Stoppeln und das aufliegende Stroh gegrubbert, d.h. flach mit Erde vermischt. Wir machen das mit einem Flügelschargrubber, aber es gibt dazu auch andere Geräte. Dann warten wir ein paar Tage, bis die Körner, die auf dem Acker geblieben sind (sollten möglichst nicht mehr als 0,5% sein) keimen, damit das nicht in der nächsten Kultur (bei uns Zuckerrüben) passiert. Denn dann müsste ich da wieder „Pestizide“ einsetzen und die kosten schließlich Geld (was ich nicht ausgeben will). Ist das Ausfallgetreide „aufgelaufen“ (ja, nennt man so und hat mit Fußball nichts zu tun) wird wieder, dann aber etwas tiefer gegrubbert, um das Ausfallgetreide zu beseitigen. In diesen „Grubberstrich“ (ja, so heißt das, ist aber nicht erotisch gemeint) wird die Zwischenfrucht gesät, die vorher oder nachher etwas Gärsubstrat bekommt, damit sie gut wachsen kann. Die Zwischenfrucht nimmt die Nährstoffe auf und bindet diese in der Pflanzenmasse. So sind sie vor Auswaschung geschützt. Da freut sich das Wasserwerk. Außerdem …

Leseprobe: Das globale Dorf – wo ist mein Konkurrent?

Weil es ganz gut zur Getreideernte passt, hier mal wieder eine Leseprobe aus meinem Buch „SAUEREI!“ Schon mal was von MATIF, Eurex, Liffe oder CBoT gehört? Böhmische Dörfer? Für mich und meine Kollegen gehören diese Begriffe zum Alltag. Fast täglich schaue ich dort nach, wie sich die Preise entwickeln. Online, mit fünfzehnminütiger Verzögerung. Die beiden für mich wichtigsten Marktplätze möchte ich Ihnen kurz vorstellen. MATIF (Marché à Terme International de France) An dieser Börse mit Sitz in Paris werden vor allem Weizen, Mais, Raps (inklusive Rapsschrot und Rapsöl), Braugerste und Milchpulver gehandelt. Der Schwerpunkt der Händler auf diesem Marktplatz sitzt in Europa. Ein Chart sieht dann zum Beispiel so aus wie im Titelbild. (Quelle: www.kaack-terminhandel.de) Für mich interessant ist die Spalte „Settlement“, denn das ist der aktuelle Preis des Tages. Um zu sehen, wie die Preisentwicklung der letzten Monate war, schaue ich mir noch die Chartkurve an. Für Weizen, der im August geerntet wird, ist für mich der Septembertermin von Bedeutung. Das ist aber nicht der Preis, den ich bekomme, sondern lediglich die Basis, auf …

Kaliumphosphonat, Öko-Anbau und der Streit um die Zulassung

Dieser Artikel ist sehr lang und auch von „Fach-Chinesisch“ geprägt. Es lohnt sich trotzdem, ihn bis zum Ende zu lesen. Und irgendwie wollte mir bei der Recherche zu diesem Thema der Streit über die Bewertung von Glyphosat einfach nicht aus dem Kopf gehen… Aber das geht wohl nur mir so… Die extrem feuchte und warme Witterung führt in diesem Jahr zu einem sehr starken Auftreten von Falschem Mehltau (Peronospora) im Weinbau und Kraut- und Knollenfäule (Phythophtora) im Kartoffelbau. Im Öko-Anbau ist gegen diese Pilze derzeit nur Kupfer (Schwermetall) zugelassen, allerdings mit einer begrenzten Aufwandmenge, die in diesem Jahr aufgrund des massiven Befalls von 3 kg/ha auf 4 kg/ha (Rebe & Wein 21.06.2016) angehoben wurde. Wegen der Anreicherung im Boden und negativer Auswirkungen auf das Bodenleben wären Alternativen zum Kupfereinsatz sehr wünschenswert. Bis 2013 war Kaliumphosphonat zugelassen, nun versucht man, das Problem mit einem angemeldeten Großversuch von Kaliumphosphonat zu lösen, um einen möglichen großen Schaden abzuwenden. Das birgt jedoch rechtliche Probleme. Zur Krankheit und deren Auswirkungen äußert sich Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut in Mainz am 25.6.2016 in der …

Klima 2050 und unser Weizen

Die Universität Hohenheim hat die Auswirkungen der steigenden CO2-Konzentrationen auf unseren Weizen in einem Freilandversuch simuliert. Das Ergebnis in Kürze: die Erträge können steigen, die Qualitäten wie Protein, insbesondere von Gluten, dass als Kleberprotein für gute Bachfähigkeit sorgt, sinkt. Auch die Gehalte an Calcium, Eisen, Magnesium und Zink werden verringert. Landwirte, Verarbeitung, Züchter und Verbraucher werden sich auf die neuen Gegebenheiten einstellen müssen. Bauer Willi Für den, der sich genauer informieren will, hier der Link: https://www.uni-hohenheim.de/pressemitteilung?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=30989&;cHash=7ebf4083c243258a9191f8c864775bad   Bildquelle: Uni Hohenheim, Andreas Fangmeier  

Wo Milchbauern nicht über den Milchpreis reden

Auf der Heimfahrt aus dem Urlaub habe ich bei Alois im Oberallgäu einen kurzen Stopp gemacht. Wir haben in Gunzesried (in der Nähe von Oberstdorf) übernachtet. Als wir erfahren haben, dass die Bauern hier noch eine kleine Sennereigenossenschaft haben, sind wir neugierig hingefahren. 12 Milchbauern produzieren rund 1,5 Mio Liter Milch, erfahren wir. Und dass sie erst letztes Jahr die komplette Produktionsanlage erneuert hätten. Mit großen Schaufenstern durch die man von der Straße aus den Sennern bei der Arbeit zuschauen kann. Was wir auch gemacht haben. Alles top, hygienisch einwandfrei und transparent. Gerade so, wie sich das der Kunde wünscht. Wie machen die das? 1,5 Mio Liter Milch –  davon können bei uns am Niederrhein nicht einmal zwei Milchbauern vernünftig leben. Da muss der Käse doch sauteuer sein. Also gehen wir in den Laden und kaufen ein. Bergkäse, Kräuterkäse usw., und nicht mal teuer. Auf meine Frage zum Milchpreis der Bauern weicht die freundliche Verkäuferin mit einem Schmunzeln in den Mundwinkeln geschickt aus. Die Botschaft ist klar: Man redet hier nicht über den Milchpreis – hier macht man sich …

Hendricks Wunschzettel

„Jeden Tag eine andere Sau durchs Dorf treiben“ könnte die Überschrift über dem vom Bundesumweltministerium vorgelegten Entwurf des Klimaschutzplanes auch lauten. Wenn man es denn landwirtschaftlich ausdrücken möchte. Punkte, die für Landwirte und Lebensmittelkonsumenten (und das sind wir ja alle) interessant sind, lauten: Der Anteil der Ökolandwirtschaft soll bis 2030 verdreifacht werden Der Fleischkonsum soll bis 2050 mindestens halbiert werden (300 bis 600 g pro Woche) Vor allem Wiederkäuerbestände sollen abgebaut werden Genehmigungen für Stallneubauten sollen verwehrt werden Landwirte sollen weniger düngen Weitere Maßnahmen, die der Klimaschutzplan vorsieht Ab 2030 keine PKW und Kleinlastwagen, die mit Benzin oder Diesel betrieben werden (Hinweis auf Wasserstoff) Subventionierung des Fahrradfahrens Verbot von Torf für Hobbygärtner Ab 2030 Verbot von Gas- und Ölheizungen bei Neubauten Ausbau von regenerativen Energien auf das drei- bis vierfache Das Papier, für das Frau Hendricks (SPD) die Federführung hat, wurde mit Wirtschaftsminister Gabriel (SPD) abgestimmt und wir derzeit im Kanzleramt geprüft. Weitere Ausführungen finden Sie hier: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/energiepolitik/spd-legt-klimaschutzplan-2050-vor-14315757.html Mein persönliches Fazit: Ich bin sprachlos. Euer Bauer Willi

Lieber Herr Hofreiter…

…ich lese jetzt überall, dass Sie die Massentierhaltung bis 2036 abschaffen wollen. Sie werden dann 66 Jahre alt sein, also kurz vor der Rente stehen. Von daher ist der Zeitraum klug gewählt, weil Sie das Ergebnis Ihrer Forderung dann noch in Ihrem aktiven Politikerleben erleben könnten. Ich bin Bauer und habe da ein paar Fragen und Bemerkungen zu Ihrer Aussage. Ist das Ihre persönliche Meinung oder die Meinung Ihrer Fraktion? Dazu lese ich in den Pressemitteilungen nämlich nichts. Wenn es nur Ihre persönliche Meinung ist, bräuchte ich nämlich die anderen Fragen erst nicht zu stellen. Was genau meinen Sie mit Massentierhaltung? Wenn aus den Niederlanden Bio-Eier aus Ställen mit 10.000 Hühner beim Aldi landen, ist das dann in Ordnung? Wahrscheinlich nicht, werden Sie sagen, aber nur deshalb sind diese Bio-Eier so billig. Sie meinen vielleicht Weideschweine, die frei herumlaufen können. Ja, das wäre möglich, benötigt aber viel mehr Fläche und das Kilo Schweinefleisch kostet dann 7 Euro statt 1,50. Und da wäre noch das Problem mit unkontrolliertem Nitrateintrag, denn die Schweine scheißen ja dann in der freien …