Alle Artikel in: Bauer Willi

Ich krieg die Krise…

…oder: wenn die Werkstatt nicht überdacht ist. Am 27. Juli haben wir mit der Weizenernte begonnen. Die Körner waren trocken, das Stroh zum Teil noch grün und so machte das Dreschen nicht wirklich Spaß. Die Erträge waren mehr als bescheiden, die Qualität jedoch in Ordnung. Fallzahl, Proteingehalt, Hektolitergewicht auch, wenn auch knapp an der Grenze. Weil das Stroh noch nicht richtig reif waren, mussten wir langsam fahren und Geduld war gefragt. Schon am nächsten Tag war es vorbei. Es fielen zwar nur 2 mm aber die Kornfeuchte war zu hoch, denn dann fallen Trocknungskosten an und das wirkt sich negativ auf den Erlös aus. Feuchtes Getreide kann man aber auch technisch nicht ernten, weil es sehr schnell den Mähdrescher verstopft und es zum sogenannten „Trommelwickler“ kommt. Den zu beseitigen kann lange dauern und drum lässt man Mähen bei feuchtem Stroh besser sein. Wenn ich jetzt (4. August) den Wetterbericht für das Rheinland sehe, bekomme ich echt die Krise. Zu den 11 mm Regen, die in den letzten 48 Stunden gefallen sind (siehe Bild, der schwarze Punkt ist übrigens eine …

Kreative Idealisten

Wer heute mit Landwirtschaft kommerziell erfolgreich sein will, muss sich etwas einfallen lassen. Produktion alleine reicht nicht, auch in der Vermarktung sollte man neue Wege gehen. Hier ein Beispiel, wie ein Bauer die sozialen Medien nutzt. Zu finden ist dieser Betrieb unter  http://geissenhof.de. Dort wird der Betrieb und seine Partner vorgestellt. Neben dieser Seite ist der Betrieb auch unter  http://gutes-bio.de/landwirtschaft/7986201-2 zu finden. Der Betrieb gehört keiner der bekannten Bio-Organisationen an, sondern hat sich mit „Gutes Bio“ eine eigene Marke geschaffen, unter der die Produkte vermarktet werden. Auf dieser Seite ist auch ein Online-Shop http://gutes-bio.de/shop zu finden, in dem Urdinkel, Emmer, Einkorn, Weizen, Roggen und dessen Mehle sowie Sonnenblumensamen und Leinsaat zu finden ist. Für einen solch kleinen Betrieb ein bemerkenswertes Angebot. Dinkel ist unter der Seite http://bergdinkel.de oder auch http://bergkorn.de erhältlich. Während der Saison sind auch Obst und Gemüse sowie Tomaten und Zucchini im Angebot (nicht im Online-Shop). Darüber hinaus werden die Produkte auch auf den Wochenmärkten Waldshut (Samstag) und St. Blasien (Freitag) vermarktet. Auch ein Lieferservice wird angeboten unter http://biolandkiste.de. Doch damit nicht genug: …

Aktion: Regio Day in eurem Dialekt

„Regio Day“. Immer dieses Englisch! Kann man das denn nicht anders ausdrücken? Ja, kann man. In eurem Dialekt, regional eben. Doch dabei müsst ihr uns helfen: Macht mit und schreibt uns die zwei Sätze: „Das ist hier gewachsen“ und „Das kommt von hier“ in eurem Dialekt in die Kommentarzeile. Und bitte die ersten Zahlen der Postleitzahl dabei, damit wir ungefähr wissen, woher das stammt. Wenn wir genügend Kommentare bekommen, veröffentlichen wir das hier als Liste. Ich fange schon mal an: 415 Dat es he jewaase –  dat kütt van he Und nun viel Spaß! Euer Bauer Willi

Kuriositäten im Rübenfeld

Letzte Woche war ich mal wieder in den Rüben unterwegs. Schosser ziehen. Und habe ein paar Besonderheiten entdeckt. Dank Smartphone hier ein paar Bilder Hier ist eine Rübe mit vollkommen weißen Blättern. Das nennt man „panaschiert“ und ist ein Gendefekt. War aber nur eine Rübe in 10 Hektar und kommt immer wieder mal vor, halt wie es auch bei Menschen Albinos gibt. Gleiches gilt auch für die Einzelrübe, die ich mal „Riesen-Rübe“ nennen will.  Der Züchter nennt solche Pflanzen „Blinker“. Es gibt ja auch Menschen, die über 2 Meter groß werden. Ist aber eine Seltenheit, dass man die auch in einem Bestand von ein paar 100.000 Pflanzen auch findet. Ist in meinem Leben erst die dritte „Riesenrübe“, die ich gesehen habe und schließlich laufe ich schon seit 40 Jahren jedes Jahr durch die Rüben.   Riesen“-Rübe“ (Blinker) Und mehr durch Zufall dann diese Rübe, deren Rübenkörper gelb ist, aber wohl trotzdem keine Futterrübe ist. Die Form ist nämlich wie bei einer Zuckerrübe Und dann noch diese besondere Rübe: Blätter wie eine Zuckerrübe, allerdings rot gefärbt. Mit …

Nicht ganz ehrlich…

Gelesen in einem Kommentar In der Woche schnell zum Discounter, am Wochenende einmal zum Bauernladen fahren und ein Kilo Kartoffeln kaufen. Aber den Freunden erzählen, „ich kaufe ja vorwiegend bei meinem Bauern in der Nachbarschaft, das ist ja saisonal und regional. Und ich will die heimischen Bauern unterstützen“. Das geht auch umgekehrt: Den Wocheneinkauf im Bauernladen und was dann noch fehlt beim Discounter.

Schosser ziehen statt Mucki-Bude

Gestern war ich in den Zuckerrüben, Schosser ziehen. Schosser? Was ist das denn, werdet ihr euch fragen. Schosser und Wildrüben Zuckerrüben sind zweijährige Pflanzen, die wir aber im ersten Jahr ernten. Würden wir sie stehen lassen, würden sie im zweiten Jahr Samen bilden. Dazu bilden sie sogenannte Samenstangen aus, die den Rübenbestand deutlich überragen. Sie sehen dann ein wenig wie Tannenbäume aus. Es gibt in jedem Jahr einzelne Rüben, die die Samenstangen schon im ersten Jahr bilden. Soll nicht sein, kommt aber vor. Diese Samenstangen oder „Schosser“ müssen entfernt werden. Würden die Samen reif, würden sie ausfallen. Sie sind bis zu 20 Jahre keimfähig, was bedeutet, dass in der nächsten Rotation in der Fruchtfolge (bei uns etwa jedes 4. Jahr) an dieser Stelle hunderte von Wildrüben stehen würden. Die sind aber meist viel kleiner und zierlicher, bilden aber im ersten Jahr wieder Samen. Den Rest könnt ihr euch vorstellen: Wenn man beide nicht konsequent entfernt, stehen auf dem Feld dann irgendwann nur noch Wildrüben. Was tun? Es gibt kein vernünftiges technisches Gerät, um Schosser und …

Besser als die CMA oder…

…was raus kommen kann, wenn ein Bergbauer mal bei den Generaldirektoren des LEH vorstellig wird… Als Resonanz auf den Regio Day ( www.regioday.com ) sind wir mit einem Verein (www.landschafftleben.at)  in Österreich in Kontakt gekommen, der unabhängig Aufklärungsarbeit in Sachen moderner Lebensmittelproduktion macht, mit dem Ziel bewussten, wert schätzenden Umgang mit deren Produkten, den Lebensmitteln zu stärken. Einer der Mitarbeiter heißt Peter Fuchs. Er hat für uns mal zusammengefasst, was sie machen und wie sie arbeiten.   „Land schafft Leben ist österreichischen Lebensmitteln auf der Spur! Was wir wollen: Wir zeigen den Konsumenten transparent und ohne zu werten, wie in Österreich Lebensmittel produziert werden, wie die Produktion vor Ort beim Bauern erfolgt, wie die Verarbeitung funktioniert und wie das fertige Produkt schließlich im Lebensmittelhandel landet. Für die Konsumenten ergibt sich durch die leicht nachvollziehbar und ausführlich aufbereiteten Informationen ein neues Verständnis für die Zusammenhänge innerhalb der Lebensmittelproduktion und damit ein höheres Wert-Bewusstsein für heimische Lebensmittel. Wie wir arbeiten: Zu jedem Lebensmittel laden wir Vertreter der Branche ein und lassen sie am Recherche- und Analyseprozess teilhaben. …

Biodiversität – unser kleiner Beitrag

Der Begriff „Biodiversität“ ist in aller Munde. Man kann darüber palavern aber man kann auch etwas dafür tun. Hier mal ein Blick in unseren Mini-Acker gleich hinter dem Haus, den unser Sohn und ich in den letzten Wochen angelegt haben. Sind auch ein paar Experimente dabei. Hier auf dem Bild zu sehen: ganz links Sojabohnen, daneben Zuckererbsen, zwei verschiedene Sorten Buschbohnen und daneben Möhren. Dahinter Wildsalat, Porree und Rote Bete. Dahinter Lein (wollen wir Leinsamen von gewinnen) dahinter Zuckermais, der aber nicht so richtig wachsen will. Dahinter Kapuzinerkresse (nicht zu sehen, Blüten passen gut für Salat) dahinter Melonen und Kürbisse. Rechts auf dem Acker standen verschiedene Sorten Kartoffeln (Blauer Schwede, Bamberger Hörnchen usw.) die aber schon geerntet sind. Hatten wir unter Folie. Ertrag war aber mäßig und auch tüchtig Krautfäule drin. Wir hatten halt nichts gespritzt… Hier diverse Sorten Tomaten (gelbe,rote, Flaschentomaten…) Zucchini (wachsen wie doof) Paprika und Auberginen (ob das was wird, ist offen, wir sind gespannt) Auf einer kleinen Brachfläche haben wir eine Bienenweide eingesät. Was man auf dem Bild erkennen könnte (wenn man die Kulturen kennt) ist …

Ich will ja keine Werbung machen…

…aber was der Bayrische Rundfunk da in der Sendung „Notizbuch“ in vier Minuten hineinpackt, ist einfach klasse. Die Journalistin hat verstanden, worum es geht, und da kann man die „Sauerei“ mit den Nitratwerten auch hinnehmen. Womit sie da ja auch nicht ganz unrecht hat. http://www.br.de/radio/bayern2/gesellschaft/notizbuch/buchhinweis-sauerei-bauer-willi-100.html   Und heute, Freitag 22.Juli, um 19:00 Uhr geht es weiter im Bayrischen Fernsehen weiter. Die Sendung heißt „Unser Land“ und da wird ein gewisser Alois Wohlfahrt porträtiert. Und ein gewisser Bauer aus dem Rheinland kommt da auch drin vor. Hier der Film: http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/unser-land/netzlandwirt-alois-wohlfahrt-100.html Euer Bauer Willi  

Weizen verkaufen?

In Kürze wird ja Weizen geerntet und ich mache mir gerade so meine Gedanken, was ich machen soll. Aus der Ernte heraus verkaufen oder einlagern? Ich habe ja einen Teil schon in Vorkontrakten gebunden, worüber ich beim derzeitigen Preis nicht unglücklich bin, weil der Vorkontraktpreis aus dem Herbst 2015 doch deutlich über dem aktuellen Marktpreis liegt. Allerdings muss ich auch die Qualitätsnormen einhalten und das dürfte dieses Jahr nicht so leicht fallen. (siehe Bericht vom 16.7.) Also erst einmal ernten und dann sehen, was dabei herauskommt. Nun berichten die Börsen“experten“ von guten Ernteaussichten weltweit. So ganz kann ich das nicht nachvollziehen, den am Niederrhein, in den Niederlanden, Belgien und Nordfrankreich stehen teilweise heute, Mitte Juli, noch immer Felder unter Wasser. Da wird nix geerntet, Totalausfall. Auch Maisflächen sind betroffen und der geht ja auch ins Futter. Die Gerstenernte war hier im Rheinland unterdurchschnittlich, auch da fehlt Futtergetreide. Nun ist das Rheinland nicht der Nabel der Welt, aber immerhin kommen da schon ein paar Tonnen zusammen bzw. fehlen. Wie sieht es woanders aus? Aus Frankreich hört man, …