Alle Artikel in: Bauer Willi

Wenn das Konzept der Angst kein Geld mehr bringt…

 …verschicken NGO’s Rundmails mit Spendenaufrufen. Über einen Freund bin ich auch an einen solchen gekommen. Demnach ist Angela Merkel „schuld“, dass Campact die Spenden fehlen, mit denen sie gegen TTIP, Gentechnik, Glyphosat und Neonicotinoide arbeiten können.  Zitat: „ein furchtbares Szenario, das wir verhindern wollen“. Die Offenheit, mit denen Campact seine Strategien darlegt, ist bemerkenswert. Das Konzept der Angst scheint nicht mehr zu funktionieren. Hier der Brief im Original:

Wenn der Weizen unter der Trockenheit leidet…

Vor 2 Wochen hat mich ein Drehteam besucht und ich zeigte ihnen die Auswirkungen der Trockenheit für meinen Weizen. Vielleicht erinnert Ihr Euch an den Blick von oben? Nun ist der Film fertiggestellt und die Weizenernte ist  in vollem Gange. Die Befürchtungen von damals haben sich zum Teil bestätigt. Der Ertrag ist unterdurchschnittlich und sinkt mit dem Saattermin. Je später gesät wurde, um so niedriger ist der Ertrag. Wahrscheinlich müssen wir uns aufgrund des  Klimawandels häufiger auf solche Szenarien einstellen. Die Züchtung beschäftigt sich schon damit. Dazu die Ausführungen von Professor Leon von der Uni Bonn in der zweiten Hälfte des Videos, der mit einem fahrbaren Gewächshaus entsprechende Versuche macht. Es wird aber noch dauern, bis sich erste Erfolge einstellen. Euer Bauer Willi P.S.: Danke an das Team von i-bio (www.i-bio.info) Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Biodiversität anderswo…

Wir haben hier schon häufiger über Biodiversität diskutiert. Darum möchte ich euch mal ein paar Bilder zeigen, die ich selbst auf mehreren Reisen durch die Ukraine (Zeitraum März bis Juni, Westukraine) aufgenommen habe. Von Gesprächen mit Betriebsleitern weiß ich, dass die meisten Parzellen zwischen 500 und 2.000 Hektar groß sind. Das letzte Bild (mit mir drauf) ist eine Schwarzerde-Parzelle von 900 Hektar, die seit mehreren Jahren nicht bewirtschaftet wurde. Zum Vergleich: in unserer Betriebsgemeinschaft bewirtschaften wir 90 Hektar auf 19 (!) Parzellen. Die paar Grünlandflächen nicht mitgezählt. Und wir haben Blühstreifen und Bienenweiden angelegt. So, und jetzt können wir weiter über fehlende Biodiversität in Deutschland diskutieren…   Euer Bauer Willi  

Kurze Info zur Ernte

Heute hat auch im mittleren Rheinland die Ernte von Weizen und Raps begonnen. Im südlichen Rheinland ist man schon weiter, allerdings auch mit sehr enttäuschenden Erträgen. Zwei Berufskollegen nannten mir Durchschnittserträge von 4,5 und 5,2 t/ha. Das ist weniger als die Hälfte einer normalen Ernte. Die extrem hohen Proteingehalte von 14 bis 18% weisen darauf hin, dass dieser Weizen vertrocknet ist. (Konzentrations-Effekt). Vom Raps gibt es noch keine Zahlen. Persönlich erwarte ich einen leicht unterdurchschnittlichen Ertrag mit Ölgehalten um die 44%. Ist aber noch Kaffeesatz-Lesen. Unser Gemeinschaftsmähdrescher läuft heute im Nachbardorf, wir werden ihn morgen mittag bekommen. Für morgen gegen Abend sind Gewitter gemeldet. Bis dahin wollen wir eine Parzelle von 12 ha mit frühem Grannenweizen geerntet haben. Drückt uns die Daumen, dass das klappt. Und dann darf ich morgen einen Termin nicht vergessen. Sonst könnte es sein, dass meine Frau leicht angesäuert reagiert. Dabei habe ich den Termin immer an der Hand….sogar in Metall… Euer Bauer Willi   Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf …

Dentabites für Katzen

40 g für 1,49 €. Hilft gegen Zahnstein. Bei Katzen !!! Enthält tierische und pflanzliche Nebenerzeugnisse. Preis pro kg: 37,30 €. Das bekommt der Bauer für 20 (zwanzig!) Kilo Schweinefleisch. Das sind 20.000 g. Weiß aber jetzt nicht, ob das auch gegen Zahnstein bei Katzen hilft. Und wem das noch nicht reicht sei dieses Video über die „Ernährung studierender Katzenbabys“ empfohlen: Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Doch es geht noch doller: Making of Netto-Katzenfilm, sehr tiergerecht… Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Wenn es beim Alpenbauer Mango-Orange gibt…

Ist das schon der Klimawandel? Bonbons vom Alpenbauer mit der Geschmacksrichtung Mango-Orange? Wachsen die jetzt schon in den Alpen? Natürlich vegan, gluten- und lactosefrei, was anderes ist ja auch kaum noch verkäuflich… 😉 Und noch etwas Verwirrendes: Bavarian Sweets hergestellt in Österreich. Sind die Bayern jetzt aus der Bundesrepublik ausgetreten? Zuzutrauen wäre es denen…. Übrigens gab es die Bonbons neulich im Zug. Kostenlos…

Praktiker-Netzwerk – eine bunte Truppe

Am 12. Juli hatte das BMEL, allen voran Minister Schmidt zum ersten Treffen des Praktiker-Netzwerkes eingeladen. Nun ist Herr Schmidt nicht unbedingt ein begnadeter Rhetoriker, aber man merkte in seiner Begrüßungsrede sehr deutlich, dass ihm an der Meinung der Basis sehr viel gelegen ist und er sich freute, dass sich so viele dafür interessieren. Von den über 500 Bewerbungen konnten nur rund 100 angenommen werden, aber die Auswahl war wirklich gelungen. Da saß die Biobäuerin mit 20 Kühen aus dem Schwarzwald neben dem ostdeutschen Großbetrieb, der Selbstvermarkter neben der solidarischen Landwirtschaft, der/die Tierhalter/in mit 50 Legehennen oder 2000 Mastschweinen neben dem Acker- und Gemüsebauern, der Ökowinzer neben dem Imker. Eben eine sehr bunte Truppe aus allen Teilen der Bundesrepublik. Auf Augenhöhe Und das wirklich bemerkenswerte: alle haben sich verstanden und ohne Scheuklappen miteinander geredet und zugehört. Es wurden eben keine bekannten Sprechblasen produziert wie sie oft von Partei- oder Verbandsebene zu hören sind. Und eben auch kein wissenschaftlicher, sondern ein ganz praktischer Beirat, der aber mit einfachen Worten genau das zum Ausdruck bringt, was die …

„Übernehmen Sie Verantwortung!“

Offener Brief an Ministerin Dr. Barbara Hendricks Unter der Federführung von Susanne Günther (schillipaeppa.net) schreiben die Agrarblogger von www.blogagrar.de und www.bauerwilli.com einen offenen Brief an die Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks. Anlass ist ein Treffen des Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Nahrungs- und Futtermittel (PAFF) am 19. Juli 2017 zu einer erneuten Diskussion über Glyphosat. Hier der Brief im Wortlaut: „Sehr geehrte Frau Dr. Hendricks, topagrar.com meldet, dass Ihr Haus weiterhin einer EU-Neuzulassung des Herbizid-Wirkstoffs Glyphosat nicht zustimmen will. Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums bestätigte diese Information auf Twitter mit den Worten: „Mehr Negative #Glyphosat-Wirkungen auf Pflanzen, Tiere & Nahrungsnetze auf den Ackerflächen sind gut belegt. Unsere Haltung ist daher unverändert.“ Ich kann diese Argumentation nicht nachvollziehen. In früheren Twitter-Dialogen mit Maria Krautzberger, der Präsidentin des Umweltbundesamtes, oder mit Jochen Flasbarth, dem Staatssekretär Ihres Hauses, wurde als Beleg stets auf eine Arbeit verwiesen, die im Auftrag des UBA erstellt worden ist. Es handelt sich dabei um die Veröffentlichung Jahn, Hötker et al. 2014: „Protection of biodiversity of free living birds and mammals in respect of the effects …

Interview: Wer ist der Killer?

Hallo Fred, du betreibst den Honighof in Dötlingen. Erzähle unseren Lesern mal, wer Du bist und was Du so machst. Wie du schon gesagt hast betreibe ich gemeinsam mit meiner Familie den Honighof zu Dötlingen. Der Honighof ist nicht nur eine Imkerei, sondern auch ein Informationszentrum für Biodiversität und Bestäubervitalität. Ich bin also in der glücklichen Lage mein Hobby, Bestäuberinsekten und Imkerei, auch beruflich ausüben zu können. Außerdem bin ich als freier Berater für Bienengesundheit tätig. Wir hören und lesen täglich vom Bienensterben. Gibt es Zahlen, wie sich die Zahl der Bienenvölker weltweit entwickelt hat? Mit dem Schlagwort Bienensterben wird der Bevölkerung von gewissen Gruppen, Verbänden und Parteien suggeriert unsere Europäische Honigbiene sei kurz vor dem Aussterben. Das ist eine klare Falschaussage. Unsere Europäischen Honigbienen sind heute domestizierte Nutztiere. Wie bei allen Nutztieren ist der Bestand stark von der Frage abhängig, ob damit Geld verdient werden kann. Nicht nur Honig, Wachs und andere Bienenprodukte sondern auch die Bestäubungsleitung sind auf dem Weltmarkt zurzeit sehr gefragt. Die Preise dafür steigen stetig. So stieg die Zahl der …

Hallo Herr Plöger…

Herr Plöger kann zwar kein Wetter machen, aber es gibt da etwas, dass er wissen sollte. Und weil wir uns kennen, habe ich ihm einen kurzen Brief geschrieben. …hier meldet sich „Bauer Willi“ wieder mal. Ich hätte eine Bitte, was die Berichterstattung über das Wetter angeht. Wir haben hier im Rheinland eine große Dürre, von der kaum jemand was mitbekommt. Die Monate März bis heute waren extrem trocken, und auch von den Winterniederschlägen ist wenig Vorrat geblieben. Seit Wochen meldet der Wetterbericht den „Durchzug einer Regenfront“ oder „ergiebige Niederschläge“, von denen aber nichts ankommt. Hier bei mir in der Nähe von Köln sind in den Monaten April. Mai und Juni statt der üblichen 180 mm gerade mal 60 mm gefallen und das in der für die Pflanzen wichtigsten Zeit. Die Getreideernte wird daher hier im Gebiet sehr schlecht ausfallen, ich gehe von einer Einbuße zwischen 30 und 50% !! aus. Betroffen ist im Wesentlichen das Gebiet Nordrhein, in Westfalen sieht es etwas besser aus. Der Rest von Deutschland dürfte eine normale Getreide-Ernte einfahren. Vielleicht können Sie dies …