Bauer Willi
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Hallo Herr Plöger…

Herr Plöger kann zwar kein Wetter machen, aber es gibt da etwas, dass er wissen sollte. Und weil wir uns kennen, habe ich ihm einen kurzen Brief geschrieben.

…hier meldet sich “Bauer Willi” wieder mal. Ich hätte eine Bitte, was die Berichterstattung über das Wetter angeht. Wir haben hier im Rheinland eine große Dürre, von der kaum jemand was mitbekommt. Die Monate März bis heute waren extrem trocken, und auch von den Winterniederschlägen ist wenig Vorrat geblieben. Seit Wochen meldet der Wetterbericht den “Durchzug einer Regenfront” oder “ergiebige Niederschläge”, von denen aber nichts ankommt. Hier bei mir in der Nähe von Köln sind in den Monaten April. Mai und Juni statt der üblichen 180 mm gerade mal 60 mm gefallen und das in der für die Pflanzen wichtigsten Zeit. Die Getreideernte wird daher hier im Gebiet sehr schlecht ausfallen, ich gehe von einer Einbuße zwischen 30 und 50% !! aus. Betroffen ist im Wesentlichen das Gebiet Nordrhein, in Westfalen sieht es etwas besser aus. Der Rest von Deutschland dürfte eine normale Getreide-Ernte einfahren. Vielleicht können Sie dies mal in Ihren wirklich toll gemachten Wetterprognosen erwähnen, damit der geneigte Bürger und Verbraucher das erfährt. Für ihn ist “schönes Wetter” wenn die Sonne scheint…

Zu den Prognosen: Wenn z.B. Wetteronline um 8 Uhr morgens noch 10-20 mm meldet, auf dem Regenradar aber weit und breit kein Regengebiet (oder auch eine Gewitterfront) zu erkennen ist, hat das auch Einfluss auf unsere Arbeit. Beregnung anstellen? Oder doch nicht? Es ist schon mehrfach vorgekommen, dass nennenswerter Regen prognostiziert wurde, dann aber kein = 0 mm gefallen sind. Gleiches mit Unwetterwarnungen: keine (!) der Warnungen in diesem Frühjahr/Sommer hat gestimmt. Bei aller verständlichen Vorsorge sollte man vielleicht nicht so defizitär mit solchen Meldungen umgehen. Wie gesagt, unsere Arbeit im Feld hängt davon mit ab.

Jetzt hoffe ich persönlich darauf, dass am kommenden Mittwoch (12.7.) die nächste angekündigte Regenfront etwas Regen bringt. Gemeldet werden 10-20 mm mit 80%iger Wahrscheinlichkeit. Vielleicht haben Sie ja auch eine Prognose… Ich weiß aber auch, dass Sie das Wetter nicht machen 🙂

Mit freundlichen Grüßen

Bauer Willi

 

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25 Kommentare

  1. Thea S sagt

    Herr Lehrer, ich weiß was (d.h. auch ich kann googlen): es gibt so etwas wie “wet bias” (Phänomen, dass manche Meteorologen in ihren Wettervorhersagen (meistens absichtlich) Wahrscheinlichkeiten für Niederschlag (insbesondere für Regen) höher angeben, als sie glauben, dass die Wahrscheinlichkeit ist). Weitere Erklärung hier https://de.wikipedia.org/wiki/Wet_bias

    • Bauer Willi sagt

      Danke für den Hinweis. Wieder was dazugelernt, denn den Ausdruck und das Verhalten kannte ich noch nicht.
      Bauer Willi

  2. Sabine sagt

    Bei mir ist es auch viel, viel zu trocken. Besonders schade finde ich es, dass die Stadt und die Anwohner scheinbar überhaupt nicht registriert wie sehr die Straßenbäume leiden, gerade neu gepflanzten Bäumchen sterben, aber auch die älteren Bäume schreien gerade zu nach Wasser. Besonders traurig sehen ein paar alte Roßkastanien aus, die auch noch die Motten haben. Da wären Pflanzenschutzmaßnahmen schon vor Monaten fällig gewesen. Interessiert aber wohl niemanden. Auf meine E-Mail von Anfang Mai, ob man da nicht den Bäume helfen will, hab ich bisher noch keine Antwort bekommen.

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Sabine,
      im Auto habe ich immer SWR 4 (Hausfrauensender 🙂 ) drinne. Wurde im Wetterbericht eine Regenfront angesagt, hieß es immer, die Bauern wünschen sich Regen, somit wurde jedem, der nichts mit Landwirtschaft am Hut hatte suggeriert, eigentlich brauchen nur die Bauern Regen, wenn dann noch der Regen am Wochenende kam, dann kann man sich vorstellen, wie die Stimmung Bauern gegenüber war.

      Immerhin ist man jetzt dazu übergegangen und sagt, die Natur braucht den Regen.

      In der Stadt sind ja viele der Meinung, dass Pflanzenschutz unnütz wäre, bei den Roßkastanien haben die jetzt gutes Anschauungsmaterial.

      • Inga sagt

        Ja, der staatliche Pflaneznschutzdienst macht sich schon lange Gedanken darüber, wie man die Bäume in der Stadt schützt, die von pinkelten Hunden beschädigt werden!

        Was ist mit den Roßkastanien in Eurem Land los?

        • Sabine sagt

          Da ist die Roßkastanienminiermotte eingeschleppt worden. Grausig. Befallene Bäume werfen jetzt schon alle Blätter ab, grün sind die seit Wochen schon nicht mehr. Die Bäume sterben zwar nicht direkt durch die Motte, aber werden im Wachstum stark gehemmt und anfällig für andere Krankheiten. Gibt schon mehrere – auch biologische- Möglichkeiten das As zu bekämpfen, nur man muss es halt tun. Eine der elegantesten Möglichkeiten wäre Blau- und Kohlmeisen in größerer Anzahl anzusiedel. Damit hätte man dann auch gleich zwei Singvogelarten geholfen, aber wie gesagt, man muss es halt tun.

  3. Paulus sagt

    Ja, die Nachricht kenne ich. Aber wie es bei dem nordrheinwestfälischen Dummfunk so üblich ist wurde mal nicht wieder die Realität abgebildet, sondern irgendein Foto aus dem Archiv hervorgekramt. In Wahrheit sieht das z.Zt. völlig anders aus.

  4. Friedrich sagt

    Hallo Willi. wir sprachen ja neulich mit einander welche Wetterungerechtigkeit besteht zwischen Euch im Rheinland und uns in Südhannover. Wir haben jetzt in diesem Jahr über 320 mm bekommen , davon 90 mm im Juni und im Juli bis heute 42 mm . Letzte W oche haben wir die Gerste geerntet , mit unterdurchschnittlichem Ertrag , weil der Mai zu wenig Regen brachte und die Sonne zu stark war. Jetzt ist es hier so naß , daß wir keine Gülle ausbringen können , weil wir auch nicht grubbern können. Der Weizen ist hier noch überwiegend grün , sodaß wir die Weizenernte erst im August erwarten. Die Zuckerrüben sind so kräftig im Blatt wie wir es lange nicht hatten. Jetzt heist es aufpassen und auf Pilzinfektionen achten , damit das Rübenblatt nicht geschädigt wird. Ich drücke Euch im Rheinland für die Weizenernte den Daumen , daß es nicht so schlimm kommt wie zu befürchten ist.

  5. Horst Seifert sagt

    Hallo Bauer Willi,
    Ist schon merkwürdig was einige Schreiber als Folge eines sympathischen Briefes schreiben.
    Als Pilot hatte ich es ständig mit Metereologen zu tun. Die Prognosen bezüglich Luftfahrt sprich Wolkenuntergrenze usw. Stimmte überwiegend.
    Da ich mittlerweile in der Nähe von Heidelberg wohne passiert Wetterseitig ähnliches wie bei Ihnen. Überall um uns herum Regen oder stärker Wind. Bei uns nix.
    Also, Bewässerungsanlage installieren und bei guter Wetterprognose auf die Terasse.
    Freue mich übrigens sehr über die unterschiedlichsten Themen. Interessant auch, was dann so an Kommentaren kommt.

    Weiter so
    Horst Seifert

  6. Paulus sagt

    Sven Plöger ist zweifelsfrei ein begnadeter Wettermoderator und hat das Kachelmannsche Geschäftsmodell zur Perfektion gebracht. Aus dem gleichen Stall ging übrigens auch die blonde Dame mit den Kurven hervor. Die schafft das sogar ohne ein Studium der Meteorologie absolviert zu haben.
    Ich denke, Herr Plöger ist der falsche Ansprechpartner. Seine vielfältigen Tätigkeiten geben Anlass zum Zweifel, dass er sich überhaupt noch in den Niederungen seiner ursprünglichen Profession bewegt.
    Die Vorhersagegenauigkeit ist in der Meteorologie nun mal begrenzt; egal ob ich den DWD, Wetteronline oder das MIUB oder wen auch immer bemühe. Insofern ist das eine durchaus beneidenswerte Wissenschaft. 8- oder 10- Tagesvorhersagen, kein Problem.

    Was mich extrem stört ist, dass selbst nach wochenlanger Hitze und Trockenheit immer noch von schönen Aussichten oder ähnlichem Quatsch gesprochen wird. Ganz vorneweg betrifft dies eine bestimmte Moderatorin des WDR. Wenn die Sonne scheint ist das Wetter gut und wenn es regnet ist das Wetter schlecht. Ja, so einfach ist die Welt in NRW.

    Noch ein kurzes Wort zu Willi. Zitat „ …damit der geneigte Bürger und Verbraucher das erfährt. Für ihn ist „schönes Wetter“ wenn die Sonne scheint… „Zitat Ende. Wolltest Du das wirklich so zum Ausdruck bringen?

  7. Ehemaliger Landwirt sagt

    Obwohl es bei uns durch die Hitze auch extrem trocken war, hatten wir von April bis Juni 200 mm. Diesen Monat 32 mm.

    Da sind wir noch gut dran.

    Letztes Jahr hatten wir von April bis Juni 415 mm.

  8. Lieschen Müller sagt

    Wetteronline ist doch nur für Zivilisten. Du als Landwirt sollst doch die richtigen, also wahrscheinlicheren Wetterprognosen kaufen. Das ist doch das Geschäftsmodell der Meterologen. Die machen das ganze auch nicht zum Spass.

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