Alle Artikel in: Bauer Willi

Wie finde ich Arbeit? MySkills hilft

In Deutschland leben viele Menschen, die gerne arbeiten wollen, aber entweder keinen Abschluss haben oder über einen Abschluss verfügen, der aber nicht anerkannt ist. An diese Menschen richtet sich ein Projekt mit dem Namen „MySkills“. Was ist „MySkills“? Im Prinzip handelt es sich um ein Programm, in dem Fähigkeiten abgefragt werden. Es wird für viele Berufe angeboten, unter anderem auch für den Beruf Landwirt und das in sechs verschiedenen Sprachen, so dass es auch für ausländische Bewerber geeignet ist. Die gesamte Bearbeitungszeit benötigt etwa 4 Stunden. Die rund 125 Test-Antworten sind sehr spezifisch, man hat also keine Chance, durch Raten die richtigen Antworten zu finden, sondern muss selbst Berufserfahrung in dem Bereich gemacht haben. Ein Beispiel: Wer von Schafhaltung keine Ahnung hat, wird auf die darauf bezogenen Fragen nicht antworten können. So ging es mir bei der Beantwortung. Oder könnt ihr die Frage im Titelbild richtig beantworten? Im Ackerbau konnte ich jedoch mit meinem Wissen glänzen. Es geht bei diesem Programm also darum, festzustellen, welche Fähigkeiten der Bewerber tatsächlich hat. Damit der Test möglichst zugänglich ist, werden …

„Gut“ und „Auch gut“?

Ein Gast-Beitrag von Bauer Fritz „Das Gute“ an seiner Seite zu wähnen ist aus Zeiten der Glaubenskriege bekannt. So wird das Gegenüber automatisch zum Gegner, zum Feind, zum Bösen, zum „Etwas“ das es mit allen Mitteln zu bekämpfen oder gar zu vernichten gilt. Essen als Ersatzreligion  Sich wegen Glauben oder Religion zu kloppen ist in Europa seit geraumer Zeit nicht mehr angesagt. Sich aber für Glaubens-Sätze und Ersatz-Religionen nahezu zu bekriegen scheint an Fahrt zuzunehmen. Essen ist zu so einer Ersatzreligion geworden, wo sich jeder seine beliebigen Glaubenssätze zusammenbauen kann, diese mit einem gerüttelt Maß an Hypermoralität anreichert, um sich dann jedwedem selbst auserkorenen Feind mit Verve entgegenzustellen. Wobei das Schwert der Wahrheit oder der Hammer der Gerechtigkeit mit  virtuellen Shitstürmen oder medialen Alarmmeldungen ausgetauscht werden. Dies kann man bequem vom Sofa zuhause erledigen, um sich so in die Schar der Guten und Gerechten einzureihen. Ein „Like“ genügt. Zusätzliche Dogmatisierung und Ideologisierung ruft all diejenigen auf den Plan, die mit dem Anheizen und Aufheizen ihr Süppchen kochen und davon auch noch ganz gut leben. Der …

Umfrage Insektenzucht

Diese Umfrage von Yannik, der an der Uni Bonn seine Masterarbeit schreibt, beschäftigt sich mit einem etwas ungewöhnlichen Thema: Insekten. Er möchte herausfinden, wie es um das unternehmerische Interesse in der Landwirtschaft steht. Eine spannende Frage, die zum Nachdenken anregt. Hier seine Einführung: Sehr geehrte Landwirtin, sehr geehrter Landwirt Derzeit führt die Uni Bonn im Rahmen einer Masterarbeit eine Umfrage zum Interesse von landwirtschaftlichen Betrieben an der Insektenzucht durch. Insekten können nicht nur in der menschlichen Ernährung, sondern auch in der Ernährung von Tieren als Proteinquelle genutzt werden. Für die Landwirtschaft ergeben sich hierdurch neue unternehmerische Möglichkeiten. Ziel der Online Umfrage ist es, das Interesse und die Bereitschaft zur Insektenzucht auszuwerten und Einflussfaktoren (z.B. Tierhaltung vs. keine Tierhaltung) zu bestimmen. Wenn Sie einen Betrieb zuhause oder im Bekanntenkreis haben, dann würde es mich freuen, wenn Sie an der Umfrage teilnehmen und Bekannte mit landwirtschaftlichen Betrieben über die Umfrage informieren. Link zum Fragebogen: https://ww2.unipark.de/uc/weinreis_Universit__t_Bonn/6e73/ Als Dankeschön wird allen Teilnehmern eine aktuell recherchierte Broschüre über Umnutzungsmöglichkeiten von landwirtschaftlichen Gebäuden per Mail zugesendet. Freundliche Grüße und vielen Dank für die …

Schulmilch und anderes von der Kuh

Man muss nicht zwingend an die Molkerei verkaufen. Im Video seht ihr, wie es auch anders gehen kann. Die Franken sind da erfinderisch. Macht natürlich auch mehr Arbeit… Danke an Renate Ixmeier, die mir den Betrieb empfohlen und mich begleitet hat. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Euer Bauer Willi

Artenvielfalt statt Lebensmitteln…

Neulich war ich auf Einladung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) auf eine Tagung zum Thema „Landwirtschaft und Naturschutz im Dialog“ eingeladen. Hintergrund war die bevorstehende Ackerbaustrategie des BMEL. Von den 26 Teilnehmern waren 3 Landwirt/in. Nicht gerade viel für eine Veranstaltung mit dem Thema Landwirtschaft und Naturschutz im Dialog. Die übrigen Teilnehmer waren Berater von Ämtern, Personen aus Behörden sowie aus Forschung und Wissenschaft rund um den Naturschutz. Also alles Profis. Es wurde viele Vorträge gehalten über Acker-Streifenprogramme, Fruchtfolgegestaltung und andere Maßnahmen zur Steigerung der Biodiversität.  Ich habe nicht alle Vokabeln verstanden, vor allem wenn es um die taxonomische Einordnung von Pflanzen und Tieren ging. Ein Referent beschäftige sich mit der Frage, ob Pflanzenschutz und Biodiversität zusammenpassen und kam zu der wenig überraschenden Aussage, dass das wohl nicht klappt. Das erscheint mir logisch, weil Pflanzenschutzmittel nun mal die Eigenschaft haben, unliebsame Unkräuter, Pilze oder Insekten aus den landwirtschaftlichen Kulturen und damit unseren Lebensmitteln zu entfernen. Das bedeutet oft zwangsläufig eine Verminderung der Biodiversität. Und genau die unterschiedlichen Auffassungen über die Aufgabe, die Landwirtschaft haben soll, …

Über Tierwohl abstimmen…

… wird derzeit in der Schweiz praktiziert. Dazu ein sehr lesenswerter Artikel der Neuen Zürcher Zeitung. https://www.nzz.ch/schweiz/hornkuh-initiative-die-vorlage-im-ueberblick-ld.1426962#subtitle-daruber-stimmen-wir-ab Das Besondere daran ist meiner Meinung nach nicht so sehr das Thema (Enthornung bei Kühen), sondern wie die Zeitung mit dem Thema umgeht. Es werden die Argumente von Befürwortern und Gegner sauber aufgelistet. Gleichzeitig werden die Organisationen genannt, die sich dafür oder dagegen aussprechen. So kann sich jeder Bürger mit der Vielfalt der Meinungen auseinandersetzen und sich ein eigenes Bild machen. Es wäre wünschenswert, wenn dieses Vorgehen auch in der deutschen Medienlandschaft viele Nachahmer findet. Euer Bauer Willi Nachtrag:  Ergebnis der Volksbefragung vom 25.11.2018 https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/schweizer-gegen-hornkuh-initiative,RAQRHBn  

112 Vogelarten seit 23 Jahre beobachtet

Fakten statt Emotionen. So machen es die Engländer. Auf der unten stehenden Seite ist die Entwicklung von 121 Vogelarten im Zeitraum von 23 Jahren abzurufen. Für jede Vogelart einzeln, für jede Region oder auch zusammengefasst. Die Excel-Dateien sind auch öffentlich. https://www.bto.org/volunteer-surveys/bbs/latest-results/trend-graphs Das sind keine Ergebnisse einer Umfrage, sondern fachlich saubere Zählungen. Beispielhaft. Ihr könnt ja mal im Suchfeld nach „Buzzard“  und dann nach England suchen. Oder nach „Woodpigeon“ (Ringeltaube). Gerade Greifvögel nehmen deutlich zu. Wovon ernähren die sich? Wo sind die deutschen Wissenschaftler? So eine Statistik wäre auch für Insekten wünschenswert. Über mehr als zwei Jahrzehnte, nach verschiedenen Arten getrennt, unterschieden nach Regionen. Gibt es auch, aber auch wieder nur in England.  Warum stützt man die Aussagen in Deutschland auf Auswertungen eines Vereins, der nur das Gewicht von Fluginsekten bestimmt hat? Ich wünsche mir Fakten statt Emotionen. Englische Insekten – 30 Jahre Beobachtung   Bauer Willi

Freilandschweine in Franken

Auf meiner Tour durch Franken habe ich mich mit Johannes von Laimbachhof (www.laimbachhof.de) unterhalten. Er hält unter anderem 120 Schweine auf der Weide und vermarktet diese über den Hofladen. Mehr dazu im Video. Euer Bauer Willi   Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren  

Gedanken sortieren – Luft holen

Liebe Leser von Bauer Willi In den letzten Tagen und Wochen war ich viel unterwegs. Drei Tage in Österreich und Franken, vier Tage auf einer Tagung des Bundesamt für Naturschutz auf Rügen, jetzt wieder Bayern. Und so geht es bis Weihnachten und danach weiter. Das macht Spaß, aber die Batterie braucht auch wieder Zeit zum Aufladen, der Adrenalinspiegel muss auch mal wieder runterkommen. Es gibt viele interessante und strittige Themen, über die es sich lohnen würde, zu diskutieren. Allerdings stelle ich fest, dass mit der Zeit die Argumentation im Kreis läuft und es allen, auch mir, schwer fällt, richtig zuzuhören und auch zwischen den Zeilen zu lesen. Deshalb wollen wir unsere Frequenz an Artikeln in der nächsten Zeit herunterschrauben. „Gut Ding will Weile haben“. Wir hoffen, ihr habt Verständnis dafür und bleibt unserem Blog treu. Solltet ihr aber Themen haben, die euch „unter den Nägel brennen“ , so sind wir dafür immer offen. Auf der Impressum-Seite steht eine Mail-Adresse, an die ihr eure Vorschläge schicken könnt. Willi und Alois  

Das Ende der Nutztierhaltung…

Spätestens in 20 Jahren gehört die bisherige Form der Nutztierhaltung in Europa der Vergangenheit an. Vielleicht auch schon früher. Sie glauben das nicht? Das ist mir klar, weil Ihnen wie mir eine solche Vorstellung erst einmal absurd erscheint. Aber vielleicht sind Sie ja trotzdem bereit, meinen Gedankengängen zu folgen. Die Bürger der westlichen Welt, auch Industrienationen genannt, essen gerne Fleisch. Viel Fleisch. Fleisch ist billig (zu billig) und schmeckt gut. Was den Bürgern nicht gefällt ist die Tatsache, dass für Fleisch Tiere getötet werden müssen. Unsere Kinder spielen zwar am Computer alle möglichen Kriegs- und Ballerspiele, aber bei dem Gedanken, selbst ein Huhn köpfen zu müssen, bekommen sie dann doch weiche Knie. Was alle auch ganz furchtbar finden, ist die Haltung der Tiere in großer Zahl. Massentierhaltung eben. 1.500 Mastschweine, 300 Kühe oder 30.000 Hähnchen in einem Stall ist da eher noch wenig. Alle Tiere leben in Ställen, Freiland sehen sie nie. Außer beim Einstallen oder auf dem Weg zum Schlachthof. Wo viele Individuen der gleichen Art auf engem Raum zusammen leben, gibt es Stress. Das …