Bauer Willi
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„Gut“ und „Auch gut“?

Ein Gast-Beitrag von Bauer Fritz

„Das Gute“ an seiner Seite zu wähnen ist aus Zeiten der Glaubenskriege bekannt. So wird das Gegenüber automatisch zum Gegner, zum Feind, zum Bösen, zum „Etwas“ das es mit allen Mitteln zu bekämpfen oder gar zu vernichten gilt.

Essen als Ersatzreligion

 Sich wegen Glauben oder Religion zu kloppen ist in Europa seit geraumer Zeit nicht mehr angesagt. Sich aber für Glaubens-Sätze und Ersatz-Religionen nahezu zu bekriegen scheint an Fahrt zuzunehmen. Essen ist zu so einer Ersatzreligion geworden, wo sich jeder seine beliebigen Glaubenssätze zusammenbauen kann, diese mit einem gerüttelt Maß an Hypermoralität anreichert, um sich dann jedwedem selbst auserkorenen Feind mit Verve entgegenzustellen. Wobei das Schwert der Wahrheit oder der Hammer der Gerechtigkeit mit  virtuellen Shitstürmen oder medialen Alarmmeldungen ausgetauscht werden. Dies kann man bequem vom Sofa zuhause erledigen, um sich so in die Schar der Guten und Gerechten einzureihen. Ein „Like“ genügt. Zusätzliche Dogmatisierung und Ideologisierung ruft all diejenigen auf den Plan, die mit dem Anheizen und Aufheizen ihr Süppchen kochen und davon auch noch ganz gut leben.

Der „bessere“ Bio-Landwirt

Ja, die Bio-Landwirtschaft hat ihre guten Ziele in der Kommunikation herausgestellt. Über Jahre hinweg (und viel zu oft noch heute) hat sie es allerdings getan, in dem sie alle anderen (= die „konventionelle“ Landwirtschaft) zu den „Schlechten“ machte. Vor allem sie pauschal zu schlechten Landwirten stempelte. Einfach mal so. Es ist eigentlich eine sonst nur in der Politik übliche Herabwürdigung und Ehrabschneidung seines Mitbewerbers, diesen geradezu für alles Übel verantwortlich zur machen, ihn als der personifizierte System-Fehler zu brandmarken, ja ihn als das Allerletzte generell darzustellen.

Dialog-Teilnehmer auf Augenhöhe

 In einem früheren Beitrag wurde angeregt, dass auch konventionelle Landwirte mit den Dialog-Teilnehmern auf Augenhöhe ankommen müssen. Ja, gerne und jederzeit. Nur kann die Gesprächsbarriere der Augenhöhe kaum so definiert sein, dass alle, mit denen geredet werden kann, soll und darf, zuerst zumindest so sein müssen wie „die Guten“. Also so, wie ich dich vorab schon haben will. Schließe dich meiner Meinung an und wir sind uns einig. Und dann können wir reden.

Man muss kein Blinder sein um zu sehen, dass jede Annäherung bisher von irgendwoher sofort Widerstand erfährt. Dann heißt es: „Das ist nicht richtig, das geht nicht weit genug, es ist viel zu wenig, es reicht sowieso nicht“

Wie kommt man also vom „Ich bin okay – Du bist nicht okay“ zum „Ich bin okay – Du bist okay“?

Ein erster Ansatz ist eine gemeinsame Erklärung von Bios und Konvis. Zum Beispiel in Form einer Außerstreitstellung. Man einigt sich auf folgende Kernsätze:

  • Beide Produktionsweisen haben ihre beiderseits anerkannte Berechtigung in der Agrarwirtschaft. Dies erfolgt auf Grundlage der offiziellen statistischen Auswertungen über den Anteil konventioneller und biologischer Produktion.
  • Beide Produktionsweisen leisten einen wichtigen und notwendigen Anteil zur ausreichenden und gesunden Ernährung der Bevölkerung in ihrer Gesamtheit. Dies erfolgt auf Grund der Tatsache, daß die landwirtschaftlichen Grundprodukte und Erzeugnisse Deutschlands noch nie eine höhere Qualität und Sicherheit aufwiesen als heute.
  • Beide Produktionsweisen kommen darin überein, sich gegenseitig zu unterstützen um sich auf Basis wissenschaftlich fundierter und anerkannter Methoden weiterzuentwickeln. Diese Kooperation wird vorrangig beinhalten, dass beide Produktionsweisen sich und ihre Mitglieder gegenüber ungerechtfertigten Angriffen gegenseitig in Schutz nehmen und diese nicht noch zusätzlich befeuern. Sie kommen auch darin überein, ihre Leistungen für die Allgemeinheit gemeinsam zu kommunizieren und darzustellen. Man kommt darin überein, dass für die Bevölkerung biologische Lebensmittel gut sind. Und ebenso konventionelle Lebensmittel gut sind.

Ab jetzt kann man über inhaltliche Fachdetails reden

Vermutlich mag bis hierher manch ein Leser sagen: „Völlig unrealistisch, völlig undurchführbar“ oder so ähnlich. Ja, sie haben Recht. Das würde aber dann bedeuten, dass man den „Süppchenkochern“, den Ideologen, den Demagogen, den Einheizern mehr Einfluss und Macht zuweist als denjenigen, die die Augenhöhe nicht nur wünschen oder fordern, sondern sie auch befördern und überhaupt erst möglich machen wollen.

So, das sind mal einige Punkte. Aber was könnte daraus entstehen?

  • Die quasi-religiösen agrarischen Zwergen-Kriege könnten ein Ende haben.
  • Querschüsse von Extremisten beider Lager würden schon sehr bald ins Leere laufen und keine Beachtung mehr finden.
  • Der gemeinsame Auftritt als DIE Branche zur Ernährung der Bevölkerung hätte positive Auswirkungen und Folgen auf Presse und Medien aller Art.
  • Beide Produktionsweisen würden sich in einem Ausmaß positiv entwickeln, wie jede Seite sie derzeit nicht für möglich hält.
  • „Gut sein“ oder „Nicht gut sein“ wäre dann keine Frage mehr, weil „Gut“ und „Auch gut“ die gemeinsame Antwort wäre

Das wäre ein Start in eine Landwirtschaft, die gewillt ist, sich das Beste aus den beiden bisherigen „Welten“ zu eigen zu machen. Wer sehenden Auges aufs Land geht wird feststellen, daß weitaus mehr Bauern bereits schon solche verbindende Wirtschaftsweisen probieren oder betreiben als durch die trennende Betrachtung heute wahrgenommen wird.

Persönlich glaube ich, daß Entwicklungen etwa im Bereich der Digitalisierung (Stichwort Landwirtschaft 4.0), der Züchtung (Stichwort CRISPR-Cas) oder des Pflanzenschutzes (Stickwort Biologicals) diese Annäherung ohnehin befördern.

Was meint ihr ? Wird eine offizielle Seite auf die andere zugehen oder wird man sich tunlichst voreinander hüten?

Bauer Fritz

 

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62 Kommentare

  1. khberger sagt

    Wir sollten endlich aufhören zwischen guten (bio) und bösen (konvi) Bauern zu unterscheiden. Jede Landwirtefamilie hat ihren speziellen Grund warum sie so wirtschaftet wie sie es tut. Manchmal sind die Familienarbeitskräfte nicht verfügbar, kein Nachfolger da, die Böden zu karg, das Klima nicht passend, der Hof weit abseits von den Märkten oder es wurde früher in einen Stall investiert der noch mehrere Jahre abbezahlt werden muss. Die Gründe sind vielfältig. Genauso sollten wir nicht immer von ‚der Landwirtschaft‘ sprechen. Es gibt Vollerwerbsbetrieb, Neben- und Zuerwerbsbetriebe, Ackerbaubetriebe, viehaltende Betriebe (Schweine, Rinder, Geflügel, Schafe, Ziegen, Pferde usw,) Gemüsebau, Obst- und Weinbau, Grünlandbauern, Forstwirte, Betriebe in Trockengebieten, Feuchtgebieten, im Bergland usw. Alle diese Betriebsformen gibt es in groß und klein, in bio, in konventionell oder integriert, als extensiv oder intensiv wirtschaftende Betriebe. Ich selbst bin schon lange Biobauer und weiss dass hier auch nicht alles Gold ist was glänzt. Viele leben zB. von den Nährstoffvorräten den die Väter aufgebaut haben. Es gibt konventionelle, aber extensiv wirtschaftende Großbetriebe die in punkto Nachhaltigkeit viele Biobetriebe übertreffen. Wer kann hier unter objektiven Kriterien sagen, was ist gut oder nicht gut, was ist richtig oder falsch ?

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  2. Thomas Apfel sagt

    Der Wunsch nach gemeinsamen Auftreten der Landwirte jedweder Couleur erinnert mich an die Zeiten, als die CMA über Werbung für die deutsche Landwirtschaft den Eindruck von Gemeinsamkeit erweckte. Genützt hat diese Werbung, in der Auseinandersetzung über „Die Richtige Landwirtschaft“ nichts. Deshalb denke ich, kommt man nur über Sachthemen wieder ins Gespräch. Diese Herangehensweise zeitigt keine sofort greifbaren Erfolge, wird aber, da die Vorgänge zum Beispiel im Bereich der Bodenfruchtbarkeit universellen objektiven Gesetzen unterliegen zu einem Konsens über „Die Richtigen Maßnahmen“ führen. Und wenn die neue Förderperiode in Sack und Tüten ist, werden wir auf einmal auch alle wieder normal miteinander reden.

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  3. Alles richtig, was bis jetzt geschrieben wurde. Wo bleibt die empörende Gegenrede der Niemanns oder des Prinzen Löwenherz? Ist dies bereits Teil der Beendigung des agrarischen Zwergenkrieges?

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    • Obstbäuerin sagt

      Der wird wohl erst zu Ende sein, wenn die Förderrichtlinien beschlossen sind, Mark.

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  4. „Den einzigen Ausweg sehe ich darin, dass wir Bauern uns uns auf die guten Ziele einigen. Wenn wir z.B. Naturschutz, Nachhaltigkeit, Kultur-und-Landschaft, und Gesundheit der Lebensmittel (und damit der Menschen) als Ziel gemeinsam hätten, dann sind es nur noch die Wege dahin, die uns unterscheiden würden.“

    Der „richtige Weg“ ist ja das Verkaufsargument der Bioschiene (bei Konvis der Preis). Das wird sie auch nicht verwässern, indem sie sagt: „Konvi ist auch gut“. Schon gar nicht wird so etwas „Big Bio“ sagen, der Bio-LEH in besten Innenstadt- und ETW-Lagen wie Alnatura und Denns, oder REWE, die es schaffen, auf zwei Ebenen zu kommunizieren. Warum sollte man dann das Doppelte bis Dreifache für Bio zahlen?

    Es geht um Marketing. Bei konkurrierenden Produktschienen gibt es überhaupt keinen Anlass, Einigkeit zu erzielen. Denn Landwirtschaft ist kein gemeinsames Projekt der Landwirte, kein Stuhlkreis, sondern Wettbewerb. Daher wird es auch niemals Einigkeit geben oder auch nur einen Verzicht auf Negative Campaining geben, solange keine Genmanipulation am Menschen stattgefunden hat – also nicht in unserem Leben.

    Woran es vielfach fehlt, ist Respekt und Akzeptanz des Gegenübers angesichts unterschiedlicher Interessen und Meinungen: Persönlichwerden, Pauschalieren, dem anderen böse Absichten, Dummheit, ideologische Verblendung und mangelnden Durchblick unterstellen – das ist die Pest der heutigen Zeit, übrigens auch vergangener Zeiten.

    Auch ich musste erkennen, dass es nun mal viele Menschen gibt, die „die Natur“ vor bestimmten Eingriffen bewahren wollen, z.B. vor Eingriffen ins Genom. Ja, solches Denken ist vielleicht quasireligiös oder auch Teil etablierter Religionen. Dennoch halte ich es für falsch, solche Menschen dafür ständig kritisieren und verändern zu wollen. Das gilt auch entsprechend umgekehrt. Weil es auch nichts bringt außer schlechte Laune.

    Und da hat Bauer Fritz Recht, wenn er sich wünscht: „Die quasi-religiösen agrarischen Zwergen-Kriege könnten ein Ende haben.“

    Dazu gehört dann auch, und da bleibe ich nicht selten hinter meinen Ansprüchen zurück oder vergesse diese sogar, dass man akzeptierend seinem Gegner begegnet, aber nicht erwartet, von diesem akzeptiert zu werden. Dieses „immer geliebt werden wollen“ und dann Eingeschnapptsein, wenn es nicht klappt, ist ein No Go in Bezügen, die dafür gar nicht angelegt sind. Das kann doch nur zu Frust führen.

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    • „Den einzigen Ausweg sehe ich darin, dass wir Bauern uns auf die guten Ziele einigen. Wenn wir z.B. Naturschutz, Nachhaltigkeit, Kultur-und-Landschaft, und Gesundheit der Lebensmittel (und damit der Menschen) als Ziel gemeinsam hätten, dann sind es nur noch die Wege dahin, die uns unterscheiden würden.“

      Genau die Gesundheit der konv. Lebensmittel, die auch die menschliche Gesundheit beeinflusst,
      wie viel landw. Subventionen hat es gekostet diese dahin zu züchten und so in der Qualität zu steigern.

      Warum ist das Schweinefleisch magerer als früher?
      Soll das alles schlecht sein?

      Das müssen die Leute wissen und nicht verteufeln.
      Dann können sie entscheiden.

      Warum haben die konv, Möhren mehr Karotin?

      Es hat ganz schön viel Forschungsgelder gekostet, uns alle für einen niedrigen Preis satt zu bekommen, das war nicht immer so und war auch nie selbstverständlich!

      Es wird immer noch daran geforscht, ……

      Und nun wird sie verteufelt?
      Beides nebeneienander und gemeinsame Ziele, wie oben beschrieben.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        „“Warum ist das Schweinefleisch magerer als früher?
        Soll das alles schlecht sein?““

        Weil der einheimische Metzger und die Schlachtbetriebe Schweine mit einem Fettrand schlechter bezahlten.
        Der Verbraucher wollte kein Fett am Schinken, nur in Form von Griebenschmalz 😉

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        • Ja, der Verbraucher ist Schuld, der hat unseren Tieren Schaden zugefügt, auch wenn es unbewusst war,

          denk an die Bananenkrankheit!

          Dann müssen die schon im Teenager-alter getötet werden, weil der Kunde dasso will und der Schlachter fordert das eben vom Bauern.

          Nur der Schlachter und der Bauer weiß, dass dass Fleisch noch unreif und wässrig ist,
          man kann damit auch keine Dauerwurst herstellen.

          Dann bekommen die Bauern noch geschimpft, wenn sie ihr eigenes Schlachtschwein länger im Stall stehen lassen, damit sie älter werden, für die Dauerwurst.
          Schon denken die Städter, die davon keine Ahnung haben, wir füttern die eigenen Schweine anderes,
          Sind das natürliche Bedenken von denen, weil die wie in diesem Fall die Fleischproduktion zu undurchsichtig für die ist?
          An das Phänomen kann man doch mal ran gehen und es lösen, dann hören die gegeneinigen Beschimpfungen auf.

          Na Fingerphilosoph, eine Aufgabe für dich?

          Nein, wir brauchen das für die Dauerwurst, die ja auch mehr Fett braucht, um so zu werden, wie wir sie kennen.

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Ja, es geht um Marketing. Die einen kümmern sich um Märkte und Marketing. Und die anderen produzieren nicht marktorientiert für den Weltmarkt und fluten die Märkte mit Überproduktion. Und rechtfertigen jede Produktionsart mit ihren Zwängen. Jeder so wie er mag. Die „quasi-religiösen agrarischen Zwergen-Kriege“ halte ich genauso für unnötig.

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      • Als Bio hat man es bestimmt auch nicht leicht, wenn man immer Kuhorn (Demeter) Kupfersulfat unter die Nase gerieben bekommt. Mit dem einen hat man nichts zu tun, wenn man z.B. von Bioland zertifiziert ist, und andere Sachen muss man eben mittragen, wenn man das Gesamtpaket will, würde sie aber womöglich selbst ändern. So was kenne ich.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Kupfersulfat bekommen die Bio Betriebe um die Ohren gehauen, weil die immer behaupten, das sie keine Pestizide verwenden.
          Diese Behauptungen sind Verbrauchertäuschungen, die in diesem Land, auch von den Medien geduldet werden.

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      • Obstbäuerin sagt

        Wenn ich das richtig verstehe, sind die einen die Cleveren, die richtig unterwegs sind und die anderen die Verbohrten, die ihre falsche Produktionsweise damit entschuldigen, dass sie nicht anders können, obwohl ja die Cleveren zeigen, dass es geht. Da muss ich noch mal auf das Beispiel der Biobäuerin zurückkommen, die gegenüber der Presse behauptet, dass sie zukünftig auf jegliche Spritzungen in ihren Obstanlagen verzichten will. Das war 2017, wenn ich nicht irre. Der Journalist, der den Artikel geschrieben hat, glaubt das ohne zu zweifeln und der Leser fragt sich, warum sind die anderen Obstbauern so blöd und machen das nicht nach. Ganz einfach, weil es nicht auf Tatsachen beruht. Die Biobäuerin spritz ihre Anlagen nach wie vor häufiger als wir aber in den Köpfen sowohl der Journalisten als auch der Leser bleibt hängen: Bio verwendetet keine Pestizide und braucht auch gar keine. Also Bio gut – alle anderen blöd. Ganz abgesehen von dem Labor auf ihrem Hof, in dem resistente Apfelsorten gezüchtet werden, was natürlich ebenso wenig existiert.

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      • Arnold Krämer sagt

        Alois Wohlfahrt
        Um Märkte und Marketing kümmern sich nur die Landwirte, die in die Wertschöpfungskette einsteigen und mehr als „nur“ Rohstoffe produzieren. Und das sind die wenigsten. Diese sind aber nicht in der Lage, auch bei Vervielfachung ihrer Bemühungen die immer größer werdenden Städte mit immer kochunkundigeren Menschen zu versorgen. Die anderen produzieren für den Schlachthof X oder den Molkerei Y, der ihnen oft keine kostendeckenden Preise zahlt, weil dieser im Inland und auf Drittlandsmärkten nicht erfolgreich ist (sein kann). Das gilt auch für Biorohstoffproduktion und ihre Erzeuger.
        Wenn sich die „überproduzierenden“ Landwirte selbst kanibalisieren und zu Tode konkurrieren, hat das viele, auch regional unterschiedliche Gründe. Sie sind aber auch nicht gezwungen, die teilweise vorhandene Selbstausbeutung fortzusetzen.

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    • Bauer Willi sagt

      @AdT
      „Woran es vielfach fehlt, ist Respekt und Akzeptanz des Gegenübers angesichts unterschiedlicher Interessen und Meinungen: Persönlich werden, Pauschalieren, dem anderen böse Absichten, Dummheit, ideologische Verblendung und mangelnden Durchblick unterstellen – das ist die Pest der heutigen Zeit, übrigens auch vergangener Zeiten.“
      Danke für diese Worte.
      Willi

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    • Bauer Fritz sagt

      Bevor wir uns alle hier nur noch recht geben:
      Ich bin nach wie vor der Meinung, daß Diskussionen nie etwas Schlechtes sind. Leben ist und heißt Veränderung – ob man will oder nicht. Anders wäre es ja auch irgendwie fad und so hat jeder die Aufgabe seine grauen Zellen fit zu halten. Der Blog hier bietet dazu ja eine wirklich gute Möglichkeit.

      Den Absatz wo sie über die Pest der heutigen Zeit sprechen unterschreibe ich ihnen vollinhaltlich. Möchte aber dann doch überleiten zu dem „Eingeschnappt sein“ weiter unten. Ich will ihnen nicht unterstellen, daß sie sich womöglich nicht genug einfühlen können, was es heißt oft und oft, und immer wieder „angeschüttet“ zu werden, ob nun medial oder von Personen aus dem Umfeld mit immer den gleichen monotonen Sätzen (Vorwürfen, Anschuldigungen, Stellvertreter-Haftungen …). Aber da man eben konventioneller Landwirt ist, ist das auf Dauer wirklich nicht mehr lustig.

      Darum auch hier mein Plädoyer für diese „Auch gut“. Und dies vor dem Hintergrund, daß 90% der Konsumenten diese unsere Güter und Erzeugnisse kaufen. Was wäre denn das für eine Konsumwelt, wo man 90% sagen muß, sie müssen das kaufen auch wenn sie es gar nicht möchten.

      Zum Themenkreis Marketing bin ich nicht ihrer Meinung und habe das in einem meiner Kommentare am Beispiel der Beherbergungsunternehmen zu vergleichen versucht. Und bei denen geht es auch um richtig, richtig Marketing (lokal, regional und weltweit).

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  5. Alois Wohlfahrt sagt

    Nunja, es ist ja unschwer zu erkennen, dass der Beitrag von Fritz eine Antwort auf meine These ist (https://www.bauerwilli.com/gut-sein-oder-nicht-gut-sein-das-ist-hier-die-frage/)
    Solange die MODERNE Landwirtschaft für sich die MODERNE reklamiert, versucht sie jede andere Form als UNMODERN oder rückständig zu deklarieren. Und solange die BIO-Landwirtschaft darauf abhebt die bessere Form zu sein, ist es dasselbe.
    Den einzigen Ausweg sehe ich darin, dass wir Bauern uns uns auf die guten Ziele einigen. Wenn wir z.B. Naturschutz, Nachhaltigkeit, Kultur-und-Landschaft, und Gesundheit der Lebensmittel usw. als Ziel gemeinsam hätten, dann sind es nur noch die Wege dahin, die uns unterscheiden würden. Denn jede Form hat da so ihre Vorteile, oder Nachteile. Und man könnte auch bestimmte Produktionsmethoden daran messen.
    Aber für dieses gemeinsame Ziel sehe ich keine Basis. Die konventionelle LW hat andere Ziele. Es wird hier im Blog ja auch laufend erklärt, der konventionelle Landwirt müsse so wirtschaften, weil er Geld verdienen müsse um das Getreide dann zu Matif-Preisen zu vermarkten.
    Meine These war, dass unsere Mitbürger pauschal die Bio-Schiene für gut befinden, wegen der gesellschaftlich anerkannten Ziele. Ich behaupte auch nicht, konventionelle Landwirtschaft sei nicht gut. Es ist mir schon klar, dass die Konventionellen „auch gut sein wollen“. Können Sie auch gerne sein. Nur, erklärt das Gute dem Verbraucher, euren Abnehmern, dem Handel und der Politik. Von dieser Seite kommt nämlich die Anerkennung, oder eben nicht.
    Mein Ansinnen ist nicht die Differenzierung und die Diffamierung. Sondern ich möchte, dass wir Bauern mal darüber ernsthaft nachdenken, ob das System Landwirtschaft (https://www.bauerwilli.com/das-system-landwirtschaft/) uns Bauern in dieser Form nützt? Ich halte wirklich nichts davon, die Schuld immer bei den Anderen zu suchen. Denn dadurch gibt man selbst die Macht ab und demotiviert sich am Ende nur selbst.

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    • Bauer Fritz sagt

      @ Alois
      Es zeigt vom Können deines Kommunikationstalentes in den Kommentaren soviel Themenkreise einzubringen, daß ich gar nicht weiß, welches Faß ich zuerst aufmachen soll.
      Ein mir wirklich wichtiger Gedanke zu diesem heutigen Beitrag war, diese (vielleicht) Illusion eben genau jener gemeinsamen Zielsetzung Landwirtschaft anzugehen oder von mir aus in Gang zu bringen. Eben z.B. mit einer Außerstreitstellungs-Charta. Dies wäre doch m.M. eine echte Chance intern jene stärkende Einigkeit eines kleiner werdenden Sektors herbeizuführen, die aber unbedingt nötig sein wird, wenn ich die – ich nenne sie mal -Ansprechgruppen, die du aufzählst, überzeugen will von dem Guten das WIR können.

      Ich würde es für die gesamte Kommunikation zwischen DER Landwirtschaft und den Ansprechgruppen als ebenso förderlich wie wohltuend empfinden, wenn (zusammenfassend gesprochen) Dritte mit „vorgeblichen Interessen“ weniger als Spaltkeile agieren können.
      Darüber wird sicher hier im Blog noch oft gesprochen werden, weil diese „Dritten“ gar kein Interesse an wie auch immer gearteten Einigungen haben können und schon gar nicht an schrittweise Umsetzungen mittels Kompromissen.

      Ein 2. Faß in deinem Kommentar ist die Sache mit den Zwängen. Ist es wirklich so, daß Biobetriebe keine wie immer gearteten Zwängen unterliegen ? Ich höre hier von Biobauern von den Problem mit EU-Bio-Zertifikaten, ich höre von Preiszwängen seitens Bio-Großbetrieben aus dem Osten, ich höre von immer strenger werdenden Bioauflagen heimischer LEH bei gleichzeitig steigenden Importen mit unvergleichlich geringeren Anforderungen etc.
      Hört sich für mich sehr ähnlich an den Zwängen oder Problemen mit denen Konventionelle zu kämpfen haben.
      Und auch dort könnten eben das gemeinsame Vorgehen die Spaltkeile abwehren helfen.

      Das 3. Faß wäre wohl das Thema „Nachdenken ob uns Bauern das aktuelle System Landwirtschaft nützt“. Ein großes und schwieriges Faß. Ideal für alle sonst noch an so einem Nachdenken quasi von Amts wegen Beteiligten, die Kenntnisse im Handwerk des „Teile und Herrsche“ auszupacken. Weil dort die Landwirtschaft immer wieder und immer noch ihre verwundbarste und schwächste Stelle hat. Da kann ich nur Wünsche äußern (wobei ich glaube das di nicht illusorisch sind):
      Wo sind etwa die agrarischen Expertengruppen, wo Bauer über ihre Versuche, ihre Erfahrungen berichten – zeigt sie her. Und bitte mal nicht (nur) in Agrarmedien. Es gibt sie wirklich zur Genüge etwa als Arbeitskreise oder Fachkreise. Sei es im Technikbereich, im Pflanzenschutzbereich, im Bereich Bodenbearbeitung, Düngung, Fruchtfolgen, im Tierhaltungs- und Fütterungsbereich, im Obst- und Gemüsebaubereich, etc. etc.
      Diese Wissen nutzen Firmen sehr sehr gerne wenn es um Innovationen, Entwicklungen, Konzepte geht. Nur z.B. im konventionellen Bereich darf man anscheinend nichts darüber der Öffentlichkeit berichten oder zeigen (in den Hauptmedien). Weil da gilt irgendwie: alles was Nicht-Bio ist kann doch nur Pfui sein.
      Politiker nutzen diese Gruppen leider viel zu oft als Feigenblätter um Sektornähe zu zeigen. Wenn´s „um die Wurst geht“, bleiben die aber dann außen vor.
      Das ist aber ein Thema, wo wir hier wirklich noch viel entwickeln müssen. Sollte auch weiter Thema bei „Bauer Willi“ bleiben.

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      • Alois Wohlfahrt sagt

        Hallo Fritz, wie schwierig, aber auch wie wichtig Kommunikation ist, das sehen wir daran, dass wir beide leider an einander vorbei reden.
        >> Ist es wirklich so, daß Biobetriebe keine wie immer gearteten Zwängen unterliegen ?
        Wo habe ich gesagt, dass Biobetriebe keine Zwänge haben? Als Biobauer habe ich sehrwohl meine Zwänge, vielleicht sogar noch mehr als ein Konventioneller (Bio-Richtlinien, Prüfer etc.). Der große Unterschied ist, dass konventionelle LW ihre Zwänge als Produktionsargument hinnimmt. Beispiele: „Wir müssen die Sauen in den Käfig sperren, weil wir billiger produzieren müssen.“ „Wir müssen PSM-Mittel spritzen, weil wir für den Weltmarkt produzieren müssen. usw.
        Die Bio-Schiene argumentiert dagegen: „Wir wollen die Sauen nicht in den Käfig sperren, weil wir den Tierschutz ernst nehmen.“ Oder „Wir werden keine Chemie spritzen, weil wir nicht wollen, dass PSM-Rückstände in den Lebensmitteln und in der Umwelt landen.“ Die Bio-Schiene verpflichtet sich also höheren Zielen und fordert aber dafür mehr Wertschätzung (ist gleichzeitig ein höherer Preis) für die Produkte. Und das genau ist Marketing. Das Segementieren oder Abgrenzen von der immer unter Preisdruck stehenden Massenware. Ob die Bio-Produkte dann tatsächlich besser sind, das entscheidet auch nicht der Bauer, sondern der Verbraucher, indem er das Geld dafür ausgibt oder eben nicht.
        Die Bio-Schiene hat bei dieser Suche nach der höheren Marktakzeptanz es sogar schwerer, weil sie die vorhandenen Verarbeitungs- und Handelsstrukturen nicht so ohne Weiteres nutzen kann. Deshalb sind vielfach eigene, und damit teurere Verarbeitungs- und Vertriebswege aufgebaut worden. Aber im Endeffekt hat man mit diesem Suchen nach der Alternative ein Stück weit die Macht der Abnehmer- und Handelsmonopole gebrochen. Es wurde also ein Nachteil zu einem Vorteil gewandelt. Vielleicht könnte die konventionelle LW das sogar als Vorbild nehmen. Das funktioniert aber nur dann, wenn eigene Ziele gesucht und definiert werden. Wenn die konventionelle LW nur dem hinterher läuft, was Bauernverband, Verarbeiter und Handel ihnen vorgeben, dann wird es so bleiben wie es ist. Der Landwirt bekommt nur das, was die Platzhirsche ihm gnädiger Weise zu geben bereit sind. Und er muss immer noch mehr Technik und Betriebsmittel einsetzen um noch billiger zu produzieren. Und er hat am Ende den Schwarzen Peter, weil er eine LW betreibt, die immer weniger Akzeptanz bei der Gesellschaft findet.

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        • Brötchen sagt

          Alois

          „Die Bio-Schiene hat bei dieser Suche nach der höheren Marktakzeptanz es sogar schwerer, weil sie die vorhandenen Verarbeitungs- und Handelsstrukturen nicht so ohne Weiteres nutzen kann. “

          das ist so nicht richtig, z.b. kann jeder schlachthof biotiere schlachten, da müssen nur ein paar Checklisten geführt werden.
          und in den handelsstrukturen wie Edeka findest du genug bioware. das Problem ist überall die Menge und der Preis.
          bei Bio ist das nur etwas anders weil das ein geschlossener Markt ist bzw. vertragsmarkt ist, dadurch ist das etwas abgeschottet.
          das mit der Akzeptanz kann man auch stundenlang hoch und runterdiskutieren. das Problem was die lw. auch hat ist, man kann nicht so einfach alles total umstellen, weil das keine techn. prozesse sind, die man einfach ab und anstellen kann.
          man kann auch nicht so schnell nicht mehr zurück.
          und dann kommt noch die ganze Kette hinten dran.
          die Konv. Branche ist schon dabei umzustellen, das braucht Zeit und einige abgleichungsprozesse.
          auch Bio wird mächtig unter Druck kommen, deshalb hängen die genauso in dem Prozess drin. das merken due bloss noch nicht so, weil der Preisdruck noch nicht so zuschlägt, aber das kommt noch.
          was der grösste drück sein wird, sind die Arbeitskräfte, das wird noch das grösste Problem werden und dann muss Bio auch effizienter werden.

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        • Obstbäuerin sagt

          Die mentale Akzeptanz großer Teile der Gesellschaft für die konventionelle Landwirtschaft scheint tatsächlich im Sinkflug aber die praktische Akzeptanz in Form von Einkaufsverhalten zeigt ein anderes Bild.

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        • Bauer Fritz sagt

          @Alois
          Ich glaube nicht mal, daß wir aneinander vorbeireden. Vielmehr hast du (noch) recht mit deinen Aussagen, da in D der Bioanteil bei etwa 10% liegt und ich meine daß meine Überlegungen schlagend werden, wenn es wie in Ö, Richtung 20% geht. Die Zwänge und Drücke nehmen immer zu, wenn die Mengen steigen.

          Ich meine auch, daß „Brötchen“ ganz gut beschrieben hat, daß viele ja auf dem Weg sind in Richtung „Besser werden“ und Annähern an das was „der Markt/die Konsumenten“ sich vorstellen. Das brauch aus vielen Gründen aber Zeit (vor allem aus finanziellen) und es würde die Sache wohl eher befördern und beschleunigen, wenn dies unleugbaren Fortschritte auch gesehen und honoriert werden statt als „zu langsam, zu wenig …“ ständig madig gemacht werden.

          Irgendwo wurde der Bauer in der ganzen Vermarktungslinie als „Restgeldempfänger“ beschrieben, also nachdem alle anderen sich ihren sich selbst als gerecht und fair zugestandenen Anteil geholt haben. Wie sehr die bäuerlichen Vertreter in Politik und Unternehmen diese Verteilung zu ändern im Stande sind, wird eine wichtige Frage bleiben. An Wünschen um die Kraft dazu mangelt es sicher nicht. Noch vorrangiger wird aber sein, zumindest soviel Waffen- oder Chancengleichheit herzustellen, daß das „Gute im Inland“ zumindest dem gleichgewichtig gegenübergestellt wird, was als „Gutes aus dem Ausland“ hier zu finden ist. Um bei meinem Vergleich von den Beherbergungsunternehmen zu bleiben, wird es unmöglich weiter argumentierbar bleiben, ein Zimmer in 5 Sterne Qualität zu fordern und dem ein Zimmer in 4- oder 3-Sterne Qualität preislich gegenüberzustellen. Vielleicht auch noch mit dem Argument Zimmer ist Zimmer. Und das muß nicht zwangsläufig Importsperren bedeuten. Wenn hier Fairness da ist, wird auch ein weiteres heikles Problem besser lösbar sein – das der Mengen.

          Mir ist aber zugegebenermaßen nicht erklärlich warum selbst in Europa nach 50 Jahren es immer noch keine adäquaten Steuerungsmöglichkeiten gibt, zumindest soweit das agrarische Angebot mit der Nachfrage in Einklang zu bringen, daß nicht derartige Extreme entstehen, wie mal bei Milch, mal bei Zucker, mal bei Schweinen etc. Wenn alle agrarischen Organisation in allen Ländern doch ständig bekunden daran zu arbeiten, und angeblich auch alle Bauern in allen Ländern sich das wünschen, stellen die Erfahrungen allen Beteiligten nicht wirklich ein gutes Zeugnis aus.

          Angesichts der jüngsten Aussagen zum Agrarexport hege ich den Verdacht, daß es bei dem Ziel des Haltens oder Ausbaus von Marktstellungen doch um sehr sehr viele Arbeitsplätze und Posten geht, die sehr viel stärker in der Waage wirken als die Beruhigungsmär vom Erhalt der bäuerlichen Familienbetriebe. Das zu erklären gelingt immer weniger und wird immer weniger geglaubt. Ergebnisse von Wahlen oder der Verlust an engagierter Jugend sollte eigentlich wachrütteln. Der Export von 5 Sterne Zimmern zum 3 Sterne Preis kann genauso keine Perspektive sein, wie oben beschriebener Import.

          Kann aber auch sein, daß ich die dahinter steckende Logik nicht durchschaue, weil sie sich so gut versteckt. Zumindest gilt es darüber sicherlich noch viel zu reden.

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    • fingerphilosoph sagt

      Alois, bei den „guten Zielen“ wie Naturschutz, Nachhaltigkeit, Kultur-und-Landschaft, Gesundheit der Lebensmittel“ handelt es sich sich um abstrakte Begriffe, im Grunde um leere Sprechblasen. Ist es „Naturschutz“, den Borkenkäfer zu bekämpfen? Sowohl der Borkenkäfer wie der Baum sind „Natur“. Dann entscheidet sich der Waldbesitzer gegen den Borkenkäfer, weil er den Baum verkaufen kann und den Käfer nicht und nennt das „Naturschutz“. So läuft das.

      Sobald die „guten“ Ziele konkretisiert werden, zeigt sich, dass es sich tatsächlich bloß um Marketing, um eine Masche handelt. Dass die „Natur“ gar nichts davon hat. Die permanenten Proteste gegen Massentierhaltung, die seit mindestens 40 Jahren (!!!) laufen, haben doch realiter überhaupt nichts bewirkt. Im Gegenteil. Auch die Bio-LW ist in weiten Teilen industrielle LW. Tiere und Pflanzen werden auch in der Bio-LW den von der Technik vorgegebenen Abläufen unterworfen. Von Deinen Almkühen mal abgesehen, die Du demnächst wegen dem Wolf nicht mehr auf die Alm bringen kannst. Ist das „gut“? Und für wen? Für Dich und die Kühe? Oder für den Stadtbewohner, der sich in social media für Wölfe stark macht und einen Haufen Likes und Werbeeinnahmen erntet?

      „Gutseinwollen“ ist bloß eine Sucht, von der im Endeffekt niemand was hat. Wir machen uns gegenseitig süchtig nach diesem „Gutseinwollen“, weil man auf diese Weise die Leute am besten ausbeuten kann. Impf den Leuten ein schlechtes Gewissen ein, und schon sind sie bereit, Geld für ihr „gutes Gewissen“ auszugeben.

      Dank Maschinisierung kann man mit Produkten für lebensnotwendige Güter kein Geld mehr verdienen. Also müssen neue, immaterielle Güter erfunden werden wie Naturschutz und Nachhaltigkeit.

      Bei näherer Betrachtung erweisen sich die „guten Ziele“ als gar nicht so gut, weil sie in der Regel verwendet werden, um Druck auszuüben, sowohl auf Bauern wie auf Verbraucher. Druck auf Mitmenschen auszuüben, halte ich per se für nicht gut. Dem Druck nachzugeben, auch nicht. Aber ist es nicht genau das, was Du vorschlägst?
      Leere Begriffe zu übernehmen, um „gut“ zu sein.

      Eine Lösung wärs, aus der Sucht des Gutseinwollens endlich auszusteigen. Das Gutseinwollen als das zu identifizieren, was es ist: eine Krankheit, unter der die Menschheit seit mindestens 2000 Jahren leidet. Gutseinwollen bedeutet, die eigene Macht abzugeben und sich fremdem Diktat zu beugen. Gutsein heißt, sich zugunsten angeblich höherer Ziele wie der angeblichen Welt- oder Klimarettung selber aufzugeben.
      So funktionieren Religionen bereits seit Tausenden von Jahren.

      Mit Gutseinwollen demotiviert man sich am Ende auch selbst, denn egal, wie „gut“ man auch wird, es ist nie genug. Du kommst nie an, sondern wirst ein Getriebener.

      7+
      • Zu Themma Nachhaltigeit fand ich kürzlich folgenden Text;7.
        „Aber was ist Nachhaltigkeit?
        Der Begriff „nachhaltend“ wurde im 18. Jahrhundert für die Forstwirtschaft geprägt, mit der Bedeutung, dass einem Waldbestand in der zeitlichen Betrachtung nur so viel Holz entnommen werden soll, wie dort langfristig wieder nachwachsen kann. Ausdrücklich wird darin die aktive Tätigkeit des Menschen zur Anzucht und Anpflanzung von Waldbeständen eingeschlossen. Diese Erkenntnis führte erst dann wirklich zum Erfolg, als es Alternativen (Kohle) für die Nutzung des Holzes als einziger Brennstoff und infolge von Fortschritten in der Landwirtschaft die schädliche Mehrfachnutzung des Waldes zurückging.
        Auch in der Landwirtschaft konnte, ähnlich wie in der Forstwirtschaft, erst mit dem Beginn des Industriezeitalters sowohl durch dauerhafte rechtliche Eigentumssicherung als auch Innovation der Raubbau an den örtlichen natürlichen Ressourcen beendet und damit „Nachhaltigkeit“ erreicht werden.
        Beeindruckend sind die höheren Ernteerträge je Flächeneinheit, die seitdem erreicht werden. Das was wir heute als „Natur“ bezeichnen, ist die Umwelt, die sich daraufhin bei uns entwickelt hat – eine durch und durch vom Menschen gestaltete Umwelt.
        Der Nachhaltigkeitsgedanke wird inzwischen auf die Natur ausgeweitet, ohne zu klären, was in diesem Zusammenhang unter der Natur unter Berücksichtigung der erwähnten historischen Veränderungen zu verstehen ist. Ausgangspunkt ist jedoch meistens die utopische Vorstellung einer notwendigen Unveränderlichkeit der Natur.- z.B. als wichtigster Grundsatz der FFH- und Naturschutz-gebiete.
        Außerdem wird die Nachhaltigkeitsdiskussion in Bezug auf die Natur in der Öffentlichkeit entfernt von jeder Wirklichkeit geführt. Grundlage dafür sind stets skandalisierende Veröffentlichungen in den Medien, die in der Regel sachlich falsch sind. Dadurch wird ein konstruktiver Umgang mit dem Thema verhindert.
        So entsteht die Situation, dass der Begriff „nachhaltig“ inzwischen inflationär ohne Berücksichtigung des ursprünglichen tatsächlichen Zusammenhangs gebraucht und somit völlig unklar wird.
        So stellt das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag im (TAB) – Brief -048 vom Juni 2017 die Frage:
        „Was wissen wir eigentlich über die Nachhaltigkeit der Landwirtschaft?“ und antwortet darauf, „Wie in vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen gibt es allerdings keinen Konsens darüber, wie eine nachhaltige Landwirtschaft aussehen müsste und wie sie erreicht werden kann. Dementsprechend gehen auch die Meinungen über den aktuellen Zustand und die wünschenswerten politischen Gestaltungsmaßnahmen auseinander.“ Und schlussfolgert schließlich:
        „Eine bessere Erkenntnislage bei der Nachhaltigkeitsbewertung landwirtschaftlicher Systeme ist für die zukünftige Agrar- und Umweltpolitik auf nationaler und europäischer Ebene von zentraler Bedeutung.“

        0
        • Brötchen sagt

          mark die meisten stadtbewohner können kein Spatz von einer meise oder ein blesshuhn von stockente.
          meine Kollegin lw. masterabschluss aus der Großstadt kennt keine bachstelze.
          um da Nachhaltigkeit beurteilen zu können wird schwierig. oder Fichte und Kiefer. frag das mal ab.

          0
        • fingerphilosoph sagt

          Im 18. Jh. wurde der Raubbau an örtlichen Ressourcen (Wald) nicht durch „Gutsein“ beendet, sondern durch Kohle.

          Unseren derzeitigen Wohlstand verdanken wir nicht dem „Gutsein“, sondern dem bösen Kapitalismus. Deshalb verzichten wir auch weder auf den Wohlstand noch auf den Kapitalismus, sondern unterwerfen das „Gutsein“ dem kapitalistischen Denken und schlagen Profit draus.

          Die längere Lebenserwartung verdanken wir nicht dem „Gutsein“, sondern den Pillen der Pharmaindustrie, die auf Profit aus ist.

          Dass Luft und Wasser seit den 80ern wieder sauberer geworden sind, verdanken wir nicht der Solidarität, der Mitmenschlichkeit, der Empathie, dem „Gutsein“, sondern Kläranlagen und Luftfiltern.

          Wenn CO2 tatsächlich ein Problem sein sollte, wird dieses Problem nicht durch „Gutsein“ gelöst, sondern – da gehe ich jede Wette ein – durch Technik oder überhaupt nicht.

          „Gutsein“ hat in der Geschichte der Menschheit noch nie etwas Positives hervorgebracht.

          1+
          • Arnold Krämer sagt

            Mit der Radikalität des letzten Satzes entwerten Sie ein Stück weit alles, was Sie davor an wirklich Richtigem gesagt haben. Schade!

            0
            • fingerphilosoph sagt

              Nennen Sie mir Beispiele, von denen Sie glauben, dass „Gutsein“ tatsächlich langfristig Positives hervorgebracht hat.

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            • Alois Wohlfahrt sagt

              Hallo Marian, das „Gutsein“ ist für mich eine Grundlage für ein gesundes Selbstbewusstsein. Es demotiviert doch erheblich, wenn ich für mein Tun ständig eine negative Rückmeldung von meinem Umfeld bekomme. Deshalb kann ich das sehr gut nachvollziehen, wenn konventionelle Landwirte sich durch die Dauerkritik „nicht gut fühlen“. Nichts desto trotz ist es sinnlos, für diesen Ungemach ständig andere dafür verantwortlich zu machen. Sprich also, die Bio-Landwirtschaft sei schuld daran, dass man sich als konventioneller Landwirt „nicht gut“ fühlt. Mit abweisen und beschuldigen wird die Kritik nicht verstummen. Im Gegenteil. Man entzieht sich damit der eigenen Verantwortung und fühlt sich nur noch hilfloser, was das Selbstbewusstsein weiter senkt. Die Lösung ist, sich der Kritik zu stellen. Und sich zu fragen, was man selbst dazu beitragen kann, um zu einer Lösung zu gelangen. Selbst die Sache in die Hand nehmen stärkt das Selbstbewusstsein. Dann macht einem entweder die Kritik nichts mehr aus. Oder man findet sogar Lösungen, die einen sogar persönlich weiter bringen.

              1+
            • Brötchen sagt

              Arnold er meint das abstrakt.
              ich hatte das schon oft hier geschrieben auch in der diskussion mit Andreas.

              Wer bestimmt was „gut“ ist und ist diese s „gut“ für alle “ gut“.

              wenn du den Satz auseinander nimmst kommst du zum Ziel.

              auch sehr abstrakt formuliert.
              ich komme ja aus dem Osten und da wollte die Diktatur des proletariats nur das „gute“ für alle Menschen. das gute ergab sich aus der Ideologie. dafür musste ein neuer Mensch geschaffen werden. ist gescheitert, weil der Mensch zu nicht umerziehen lässt und weil die umerziehung unmenschlich ist! siehe der Satz. genau das wollen die Grünen und die SPD auch, ist aber gut versteckt.

              1+
            • Obstbäuerin sagt

              Hallo Alois, warum soll ich mich wegen meiner Produktionsweise schlecht fühlen? Meine Äpfel schmecken, sie sind selten oder nie mit Rückständen belastet, die Biodiversität in und um unsere Anlagen ist außergewöhnlich hoch und ich bringe mich ein, das auch anderen zu vermitteln. Warum es dennoch im Diskurs mit den Bio-Lobbyisten oft zum Verzweifeln ist, wurde schon ausgiebig dargelegt. Mein Selbstbewusstsein reicht immer noch aus, im nächsten Jahr wieder Führungen in unserem Schmetterlingsparadies anzubieten, dann in Zusammenarbeit mit der vhs.

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            • fingerphilosoph sagt

              Die Rückmeldungen des Umfelds sind keine Basis für ein gesundes Selbstbewusstsein, sondern der Weg in die Veräußerlichung und Abhängigkeit. Veräußerlichung und Abhängigkeit wird früher oder später von den meisten als Unglück empfunden und macht depressiv.

              Um den Gedanken von Arnold Krämer weiterzuführen: ein gesundes Selbstbewusstsein ergibt sich aus gnadenloser Ehrlichkeit gegenüber sich selbst.

              Erkenne dich selbst und akzeptiere dich, wie du bist und dann erkenne den Anderen und akzeptiere den, wie der ist, was heißt, pump keinem Geld, wenn du weißt, dass der es Dir nicht zurückzahlt. Das ist die Basis, auf der man miteinander ins Geschäft kommen kann, ganz unabhängig von „gut“ oder „böse“.

              1+
            • Bauer Fritz sagt

              @fingerphilosoph
              „Die Rückmeldungen des Umfelds sind keine Basis für ein gesundes Selbstbewusstsein, sondern der Weg in die Veräußerlichung und Abhängigkeit. etc …“

              Ihre Ausführung ist richtig und doch greift sie zu kurz. Sie läßt außer Acht, daß es neben dem Selbstbewußtsein für das mit Anderen „ins Geschäft kommen“ auch das gibt, was gerne als „Klima oder Stimmung“ bezeichnet wird (Wirtschaftsklima, Betriebsklima, Investitionsstimmung …). Dieser nicht wirklich greifbare Teil ist in einer arbeitsteiligen und vielschichtig verflochtenen Gesellschaft dennoch ein wichtiger Bestandteil für alle Beteiligten oder Betroffenen. Sie wirken auch zumindest genauso stark zwischen den Handelnden wie die greifbaren oder kalkulierbaren Faktoren. Und als Teil der Wirtschaft gibt das genauso auch für die Landwirtschaft.

              1+
            • fingerphilosoph sagt

              @ Bauer Fritz
              Ja, da hast Du Recht. Das Wirtschaftsklima, Investitionsklima hängt von den Geschichten ab, die wir einander als Kollektiv erzählen. Diese Geschichten sind es, die den Zusammenhalt in der Gesellschaft sicherstellen und die Stimmung hervorbringen. Das ist nur schwer greifbar.

              Früher waren es Geschichten von Gott und der Hölle, heute sind es Geschichten vom Klimawandel und der Erderwärmung. Die Geschichte vom Klimawandel und der Erderwärmung stößt auf breite Resonanz in der Bevölkerung, weil sie eine säkularisierte Variante der alten Geschichte von Gott und der Hölle ist.

              Diese alte Geschichte von Gott und der Hölle ist natürlich ein Bild für Gut und Böse und das schwingt in der neuen Geschichte vom Klimawandel und der Erderwärmung noch genauso mit. Wer hier auf Erden die Erwärmung fördert und damit die Hölle miterschafft, gehört zu den Bösen. Der Konvi-Landwirt gehört zu denen, die die Klimaerwärmung fördern und damit zu den Bösen. Ob das in der Realität stimmt oder nicht, ist vollkommen unerheblich, wenn der ohnehin schon sehr brüchig gewordene Zusammenhalt der Gesellschaft auf dem Spiel steht.

              Wenn unsere Gesellschaft nicht immer noch zutiefst von dieser alten Geschichte geprägt wäre, könnten „gut“ und „auch gut“ durchaus nebeneinander bestehen, aber eben nicht, wenn das Gute das Böse notwendig braucht, um sich zu definieren. Und leider haben wir sonst keine Geschichten, die wir uns erzählen können.

              4+
          • „„Gutsein“ hat in der Geschichte der Menschheit noch nie etwas Positives hervorgebracht.“ Hat denn dann wenigstens Schlechtsein je etwas Positives hervorgebracht?

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            • Brötchen sagt

              mark……es ist abstrakt formuliert. ich denke, die Rahmenbedingungen spielen beim Versuch das „gute“ durchzusetzen eine Rolle.

              man kann ja antworten…..das “ gut sein „wird in einem demokratischen Prozess festgelegt.
              da hast du aber das Problem, was ist als gut definiert.

              oder anders gesagt, wer in seiner Ideologie das „gute für alle“ vor sich herträgt…..allergrösste Vorsicht, das geht schief…

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          • Arnold Krämer sagt

            @fingerphilosoph: „Nennen Sie mir Beispiele, von denen Sie glauben, dass „Gutsein“ tatsächlich langfristig Positives hervorgebracht hat.

            Sie haben sicherlich ihre eigenen Vorstellungen vom „Gutsein“ und werden deshalb meine nachfolgenden Gedanken vermutlich auch nicht als „Beweis“ gelten lassen.
            Der Kapitalismus ist deshalb so erfolgreich in der Wohlstandsmehrung gewesen, weil er die kreativen Kräfte im Menschen geweckt (die Gier kam noch dazu) und über zum Teil extreme Arbeitsteilungen die unterschiedlichen Fähigkeiten der Menschen, Gesellschaften und Nationen genutzt hat und auch weiterhin nutzt.
            Arbeitsteilung und Handel im Kleinen wie im Großen funktionieren aber nur wirklich gut, wenn eine Vertrauensbasis zwischen den Menschen geschaffen und bewahrt werden kann (Stichwort z.B.: der ehrbare Kaufmann). Auf der Basis von Misstrauen und Kontrolle
            ist das wirtschaftliche Alternativmodell vor spätestens 30 Jahren kläglich gescheitert.
            Vertrauen aufbauen und bewahren ist unter Menschen u.a. nur möglich, wenn man meint, was man sagt und auch so handelt. Hier kommt es auf Ehrlichkeit und Berechenbarkeit an. Die Aufforderung zur Ehrlichkeit ist jedoch auch eine elementare Forderung des achten der zehn Gebote, die sicherlich Jahrtausende alte Menschheit-Erfahrungen widerspiegeln.
            Gutsein in diesem Sinne ist folglich eine (aber auch nur eine) wesentliche Voraussetzung für wirtschaftlichen, kapitalistischen Erfolg.
            Das man individuell kurzfristig, manchmal auch längerfristig mit Lügen und Täuschung Erfolg hat (aktuelles Beispiel VW), spricht m.E. nicht dagegen.

            1+
            • Brötchen sagt

              gut ist eine moralische Kategorie, wenn das Vandeln nur noch moralisch motiviert ist, dann ist es schwierig.

              Glaube das wird zur Zeit so diskutiert.

              FP entkommt dem Dilemma, da die Natur keine Moral kennt, indem er mit
              moralisch motiviertes handeln ganz diskreditiert, bzw. es den gegenüber abspricht, als absolute Wahrheit. so als Philosoph. denkthese fabuliert.

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            • fingerphilosoph sagt

              Ein egoistischer, also schlechter Mensch kann genauso ehrlich sein wie ein altruistischer, also guter Mensch. Ein egoistischer Mensch, der ehrlich sagt, dass er egoistisch denkt und handelt, hat heute Seltenheitswert, weil Egoismus gemeinhin als „schlecht“ gilt.
              Andererseits gibt es viele egoistische Menschen, die behaupten, altruistisch zu denken und zu handeln.

              Der Zwang zum Gutsein macht es heute schwer, ehrlich zu sein. Das ist das Problem.

              1+
            • Obstbäuerin sagt

              Das Individuelle spielt in der Landwirtschaftsdiskussion aber eine untergeordnete Rolle, Fingerphilosoph. Denn durch die Zugehörigkeit zur Kaste (Bio oder konvi) erfolgt automatisch in immer größer werdenden Gruppen außerhalb derselben der Stempel GUT oder SCHLECHT. Da kann ich mit einem Heiligenschein kommen, es wird nichts nützen. Deshalb wäre eine ehrliche, sachliche Diskussion, in der alle Probleme auch offen gelegt werden (zum Beispiel die Verweigerung der Bios am gemeinsamen Monitoring teilzunehmen, weil sie ihre Zahlen nicht offen legen wollen) mehr als wünschenswert.

              3+
          • bauerhans sagt

            „„Gutsein“ hat in der Geschichte der Menschheit noch nie etwas Positives hervorgebracht.“

            sollte man das mal all den gutmenschen mitteilen!

            1+
          • Doch, das CO2 sparen, denn es waren Gutmenschen, die Technik dafür durchsetzten!

            Und haben diese Gutmenschen nicht auch die ganzer Sozialpolitik in den 60igrn beeinflusst?

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        • Walter Parthon sagt

          @Mark
          Aufgepasst: 2017 wurden in Deutschland 36,5 Millionen Tonnen (fossiler) Dieselkraftstoff verbraucht. Würde man nur ein weiteres Prozent davon durch Biokraftstoff ersetzen, ergäbe das eine Minderung des Ausstoßes von CO2-Äquivalent von 967.250 Tonnen! (Für die Errechnung dieses Minderungsbetrags haben wir den Faktor 2,65 angesetzt. 2,65 Kilogramm CO2 entsteht bei der Verbrennung von 1 Liter Diesel einschließlich der Emissionswerte für Exploration, Transport etc). Über diesen praktikablen Lösungsansatz der Landwirtschaft in Sachen Klimaschutz wäre doch weiter nachzudenken, oder?

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      • Alois Wohlfahrt sagt

        Hallo Marian, ein Getriebener ist ein Abhängiger. Und genau das ist der konventionelle LW, der unter dem Fähnlein der „modernen Landwirtschaft“ immer mehr Technik und Betriebsmittel braucht um immer noch billiger und zu produzieren. Dehalb muss er ständig wachsen, also mehr Menge erzeugen, um die Stückkosten zu senken. Diese LW ist getrieben von der Finanzwelt, man könnte dazu auch „umsatzgebundene Landwirtschaft“ sagen. Heute spricht man ja vom sogenannten „Agribuisness“. Es sind gewaltige Umsätze, die damit erzielt werden. http://ernaehrungsdenkwerkstatt.de/keller/kartei/agribusiness/ Wenn ich als Landwirt überleben will, dann muss ich in diesem Räderwerk meinen Platz finden. Und zwar einen, wo ich auch aus finanzieller Sicht überleben kann. Dazu braucht es eigene Ziele. Und genau darum geht es mit mit meinen Artikeln und meinen Kommentaren. Ich brauche für mich ein „gutes Ziel“, damit ich überhaupt die Motivation habe zum Überleben. Wer keine Ziele hat und einfach nur mitschwimmt, braucht sich nicht wundern, dass er ganz woanders ankommt.

        1+
        • fingerphilosoph sagt

          Wenn das „gute Ziel“ aus dem Mainstream übernommen wird und der Bio-Bauer bloß in Naturschutz und Nachhaltigkeit macht, weil er glaubt, damit ein gesellschaftliches Bedürfnis zu erfüllen oder gesellschaftliche Akzeptanz zu erhalten, ist dieser Bio-Bauer gerade so ein Getriebener wie der konventionelle Landwirt, m.E. sogar noch mehr, denn er muss diese leeren Begriffe „Naturschutz“ und „Nachhaltigkeit“ nach den Vorstellungen des Mainstream konkretisieren, und die Realität zeigt, dass er davon noch weniger leben kann als der Konventionelle und darauf angewiesen ist, dass die Gesellschaft ihn subventioniert, mehr noch als den Konventionellen. Auf diesem Weg mutiert der Bio-Bauer zur Marionette der Gesellschaft, von der sich ein bestimmter Prozentsatz darin gefällt, sich als Strippenzieher und Puppenspieler zu betätigen.

          Wer als Landwirt in diesem Räderwerk überleben willst, braucht kein „gutes“ Ziel, sondern ein egoistisch-schlechtes, nämlich das Ziel zu überleben, wenn es sein muss auf Kosten der Natur oder auf Kosten der Gesellschaft, denen der dann nichtssagende Begriffe auf einmal als „Marke“ verkauft werden.

          Oder Du machst halt das, was Du sowieso tun willst, und riskierst es, dass Du entweder gewinnst oder verlierst, je nachdem, ob das, was Du aus eigenem Wollen heraus tust, zufällig gerade ankommt oder nicht ankommt.

          3+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Alois,
          in deiner Gegend, wie auch im Schwarzwald ist es einfach Auf Bio umzustellen, da auch die konventionellen ähnlich der Bio Schiene wirtschaften, wenn sie kein Kraftfutter zukaufen.
          Anders sieht es beim Obstbau und Weinbau aus.
          2016 haben die Bio Weinbaubetriebe wegen der Peronospora einen Schaden von 40% gehabt, interessanterweise war der Schaden in einem von der ZG Karlsruhe durchgeführten Versuch bei 95%, was mich doch sehr verwunderte.

          Bei einem Gespräch mit dem staatlichen Weinberater meinte der nur, die haben im Versuch die Kupfermenge eingehalten.

          1+
  6. Thomas Apfel sagt

    Guten Morgen Bauer Fritz,

    ich denke auch, genau in diese Richtung müsste es gehen. Was dem Anliegen objektiv im Wege steht, ist die Tatsache das es sich um einen Kampf um Marktanteile handelt. Immer finden solche Kämpfe am Markt über Abgrenzungsstrategien statt. Die Strategien der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft stellen insofern keine besondere „Boshaftigkeit“ dar, sondern sind in allen Marktbereichen üblich. Der wesentliche Unterschied ist die stärkere „Aufladung“ mit dogmatischen Moralansprüchen (DAS Erfolgsrezept der Religionen). Es ist aus meiner Sicht auch Teil der Strategie mit „Wir sind doch alle Bauern und müssen nur miteinander Reden“ die Auseinandersetzung an der Basis und in den Verbänden wenn nicht zu verhindern, dann zu mindestens zu erschweren.
    Indiz dafür ist die Tatsache, das in allen nicht rein ökologisch ausgerichteten Verbänden und Fachgremien Vertreter aus der Öko-Schiene vertreten sind, in den reinen Öko-Verbänden aber der Zutritt zu Fachgremien für Nicht-Ökos versperrt ist.
    Ein gutes Bespiel sind die Monitoring Systeme für Pflanzenschutz im Obstbau. Der Förderkreis Ökologischer Obstbau (FöKO) verweigert die Mitarbeit im öffentlich zugänglichen System NEPTUN und betreibt ein nicht zugängliches eigenes Monitoring System für den Öko-Obstbau .
    Da die von Dir angesprochenen Einigungsfelder Kernfelder der Abgrenzung am Markt sind, wird die Einigung schwierig.
    Ich würde den Weg der Auseinandersetzung mit den Kernvorwürfen an die moderne Landwirtschaft über einen Diskurs bevorzugen. In diesem Zusammenhang muss das gegenseitige belehren allerdings aufhören und einem gleichberechtigten Diskurs weichen.
    Diskurs heißt für mich: paritätisches Rederecht und paritätische Besetzung bei Veranstaltungen, die der Wahrheitsfindung bei strittigen Themen dienen sollen.

    8+
    • Bauer Fritz sagt

      Ein ergänzender Gedanke zu ihrem Kommentar:
      Ich gebe ihnen recht, daß auf den unterschiedlichsten Märkten Abgrenzungsstrategien üblich sind. Was aber m.M. nach eine „Spezialität“ der Landwirtschaft ist, ist die von vielerlei Marktteilnehmern öffentlich praktizierte Abwertungsstrategie, heißt Neudeutsch „Negativ campaining“.

      Stellen sie sich das mal vor im Bereich der Tourismus- oder Beherbergungsbranche würden Experten, Spezialisten, Süppchenkocher etc. öffentlich eine Strategie fahren: „Nur 3 Hauben-Restaurants, nur 5 Sterne Lokale machen alles richtig und alle anderen vertreiben nur die Gäste. Und darum muß alles auf 3 Hauben oder 5 Sterne umgerüstet werden oder beides gleichzeitig.“

      Dergleichen Vorstellungen wird man aber nicht mal annähernd nirgendwo finden. Sondern alle Beherbergungsbetriebe werden sich (in einer Region, in einem Bundesland oder sogar landesweit) tunlichst gemeinsam präsentieren und schauen daß sie ZUSAMMEN für ALLE Gäste jeweils das haben was die wollen. So haben alle (oder zumindest sehr viele) einen Erfolg.

      5+
    • Paulus sagt

      @Thomas Apfel,
      sehr gut dargestellt. Um Bauer Fritz‘ Fiktionen zu realisieren, müsste man der Ehrlichkeit halber vorhandene Gleichstellungsmerkmale herausstellen bzw. zugeben und auch kommunizieren. Schwer vorstellbar, dass die Ökos auf ihre marktwirksamen Alleinstellungsmerkmale verzichten und sich die Butter vom Brot nehmen lassen.
      Ich könnte mir auch vorstellen, dass dieser ganze Bio-Schwindel-Handel nebst gewisser NGOs zum Sturm aufrufen würde. Für Letztere wäre nichts schädlicher als die Fraktion der Biokäufer zu verunsichern.
      Eine Annährung könnte zwangsläufig erfolgen, was die etwas schwammig dargestellte LW 4.0 betrifft. Von dem, was sich da so alles in den Pipelines befindet scheint weder die eine noch die andere Fraktion eine Ahnung zu haben. Für die fachfremden Entwickler spielt es keine wesentliche Rolle mehr ob ein Roboter Unkraut vernichtet, irgendwelches Gemüse erntet, geruchsverdächtiges Eberfleisch anhand biochemischer Merkmale aussortiert, Bomben entschärft oder Autobahnbrücken auf Risse untersucht. Die techn. Sensorik ist im Prinzip vorhanden und wartet nur auf ihre Anwendung. Ich könnte mir vorstellen, dass die gesunden konventionell Wirtschaftenden da demnächst eher die Nase vornehaben.
      Die Esoteriker der Premiumklasse, die mit Kuhscheiße gefüllte Hörner vergraben und bei Vollmond blonde Jungfrauen, leise ihre Namen singend durch die Reihen tanzen lassen, sollten wir uns allein aus Minoritäts- und Gründen der Erbauung erhalten, das hat ja schließlich was exotisches.

      5+
      • Arnold Krämer sagt

        Stichwort Landwirtschaft 4.0, Digitalisierung
        Mit immer mehr Daten (automatisiert erfasst) können immer mehr Informationen (automatisiert erstellt durch Datenverknüpfung) gewonnen werden. Die Bewertung der Informationen kann teilweise, aber auch nur begrenzt ebenfalls wieder automatisiert erfolgen. Der kluge Landwirt wird aber nie überflüssig, weil der Kontext des Standortes, der Witterung (kleinräumig), der Haltungsbedingungen der Tiere, wechselnde Grundfutterqualitäten u.v.a. mehr in der Bewertung berücksichtigt werden muss. Der kluge Landwirt nutzt sein Wissen, indem er permanent seine Produktionsprozesse optimiert bzw. anpasst, die Transparenz, die ihm die Informationsflut verschafft bzw. verschaffen kann, zur Kostensenkung bzw. Gewinnsteigerung nutzt. Das gilt für Konvis wie für Ökos, weil dieselben ökonomischen Grundgesetze gelten.
        Viele Heilsprediger der Digitalisierung haben vor allem die Transparenz gegenüber dem vor- und nachgelagerten Sektor (Landmaschinenindustrie, Lebensmittelhersteller etc.), dem Endverbraucher und gegenüber dem Staat im Hinterkopf.
        Das Kleingedruckte auf den LM -Verpackungen wird dann zukünftig optisch noch kleiner, weil der Platz nicht ausreicht, um z. B. die Herkunft der verwendeten Stärke aus Bioweizen von einem ganz bestimmten Unternehmen in der Schwarzerderegion der Ukraine zu dokumentieren. Vielleicht müssen aber auch nur die Verpackungen bei weniger Inhalt größer werden. Und der Staat könnte wiederum automatisch erfahren, dass Landwirt Meyer aus welchem Grund auch immer an einer Stelle seines Ackers mit seiner Pflanzenschutzspritze nicht wie vorgeschrieben 5 Meter sondern nur 4 Meter Abstand vom Gewässer hatte.
        Beim Thema Diesefahrverbote, kann man die aktuell ins Spiel gebrachte automatische Kenzeichenüberwachung mit dem Argument der Verhältnismäßigkeit zu Recht noch abwehren, ob das für die Arbeit der Landwirte in der freien Natur auch noch gelingt, darf man durchaus bezweifeln.

        4+
        • Paulus sagt

          @Arnold Krämer
          Der „kluge Landwirt“ wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit abgelöst. Dafür entsteht, dank der zunehmenden Digitalisierung ein Netzwerk unterschiedlichster Disziplinen bei dem selbstredend auch Agrarier wichtig sind.
          Als sich Monsanto und John Deere verbandeln wollten hat der amerikanische Kongress dies verhindert. Der Grund war, dass beide Companies hunderte von Start-ups finanzieren bzw. im Schlepptau haben und die Konservativen Schiss in der Hose hatten. Damit sind aber weder technische Entwicklungen noch innovative Gedanken oder Ideen aus der Welt.
          Es wird dazu kommen, dass die Bauern als Land zur Verfügungsteller degradiert werden und den Leistungen der Agrokonzerne, die sozusagen als Dienstleister von A bis Z agieren nicht mehr ausweichen können. Über den Anbau und notwendige Maßnahmen entscheiden dann Algorithmen die eine gigantische Anzahl von Parametern verarbeiten können.
          Klingt wie Zukunftsmusik oder Science-Fiction, ist es aber nicht.
          Stattdessen beschäftigt sich die landwirtschaftliche Fakultät einer Uni mit einer Umfrage bezügl. Insektenzucht. Ist gerade so als würde eine TH eine Umfrage zum Thema Gender-Mainstreaming veranstalten.
          Mit Gefälligkeitsjournalismus a la top agrar und ähnlichen Blättchen ist es nicht getan, genau so wenig wie mit den schwachen Statements eures Vorturners, liebe Bauern.

          1+
          • Arnold Krämer sagt

            Wenn man den selbständigen Landwirt nicht mehr braucht (ich weiß auch, das Agrarkonzerne in den USA so denken und agieren) weil alles aus wenigen Konzernzentralen per Bildschirm gesteuert wird, wird man ihm dann auch das Bodeneigentum wegnehmen. Das wäre der konsequent nächste Schritt. Wer weiß schon, was in 20, 30 oder 50 Jahren auf dieser Erde los sein wird.
            PS: Wen meinen Sie mit Vorturner? Es gibt doch mehrere, die sich im Agrarsektor zu Wort melden und unterschiedlichste Interessen mit unterschiedlichem Erfolg vertreten.

            1+
            • Paulus sagt

              @Arnold Krämer
              Gestatten Sie mir, dass ich ihnen widerspreche. Es wäre unlogisch und eben „nicht“ konsequent das Eigentum an Grund und Boden anzutasten. In diesem hypothetischen Fall hätten die Agrardienstleister, so bezeichne ich sie jetzt mal harmlos und ganz pauschal, nämlich das Ertragsrisiko an der Backe, so dumm sind die nicht.
              Der Gedanke, oder nennen wir es Geschäftsmodell, ist doch mit einem Full-Service unter Vermeidung spezifischer Risiken Geld zu verdienen. Insofern wäre es für das Agrobusiness schädlich den Status des selbstständigen freien Bauern in Frage zu stellen.

              Was den Vorturner betrifft, meinte ich den manchmal etwas unglücklich agierenden, den Mark schon richtig identifiziert hat.

              1+
          • „Über den Anbau und notwendige Maßnahmen entscheiden dann Algorithmen die eine gigantische Anzahl von Parametern verarbeiten können.“ Was mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu den absurdesten Entscheidungen führt. Wenn ich für meine Ackerflächen mit hohem technischen Aufwand eine digitale Ertragskartierung anfertigen lasse, was wird mit den daraus gewonnenen Informationen dann gemacht. Bis heute hat mir dies niemand schlüssig erklären können.

            2+
            • Paulus sagt

              @Mark
              Die Informationen werden es sein, die dich in die Abhängigkeit eines, euphemistisch ausgedrückt „Servicepartners“ bringen.
              Statt eigene zukunftsweisende Konzepte zu entwickeln diskutieren die Bauern über Probleme der Vergangenheit. Das wird nichts.

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            • Arnold Krämer sagt

              @Paulus
              Die Landwirtschaft ist im Einsatz digitaler Techniken viel weiter als das Außenstehende vermuten. Das hängt auch damit zusammen, dass in Westdeutschland viele junge, meist technikbegeisterte Menschen die Hofnachfolge anstreben und sehr früh diese Techniken in die Betriebe hineintragen, anders als das bei größeren Mittelständlern vielleicht der Fall sein kann.
              Man hat heute in vielen Fällen eher schon zuviele Daten und Informationen, die ja nur im Kontext des jeweiligen Standortes oder in der Tierhaltung der jeweiligen Haltungsbedingungen und der jeweiligen Tiere zu sinnvollen Entscheidungen genutzt werden können. KI kann nur auf der Grundlage von sehr, sehr vielen Daten unter relativ homogenen Rahmenbedingungen halbwegs sinnvolle Entscheidungsmuster bereit stellen. Die dafür notwendigen Grossbetriebsstrukturen sind heute nicht einmal unter ostdeutschen Bedingungen gegeben. In Westdeutschland sind wir dagegen noch sehr viel weiter von „amerikanischen“ Verhältnissen entfernt. Und politisch gewollt sind solche Strukturen auch nicht. Der Agrarsektor tut sehr gut daran, sich auf die einzelbetrieblich sinnvolle Nutzung digitaler Systeme zu konzentrieren und ganz wachsam zu sein, wenn Dritte (auch der Staat) Zugriff zu diesen Daten bekommen wollen.

              1+
            • Das ist eine gute Frage, Mark!

              Vielelicht den NGOs erklären, dass man Grünland nichjt zu Ackerland umpflügen kann, oder so ähnlich!
              Ansonsten sidn die Daten Eigentum des Besitzers oder Bewirtschafters.

              @Arnold Krämer
              heute Abend in 3sat:

              22:25
              HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)
              Unsere Zukunft
              Werden wir noch satt?
              Film von Katharina Deuber und Sebastian Günther

              Text zuklappen
              Im Jahr 2050 wird es vermutlich rund zehn Milliarden Menschen auf der Erde geben. Doch schon jetzt leidet eine Milliarde Menschen Hunger. Wie können wir uns in Zukunft überhaupt ernähren?

              Drohen uns gar Kriege ums Essen? Wie können wir künftige Nahrungsmittelengpässe verhindern? Werden wir in Zukunft nur dank Insekten, Algen und Astronautennahrung satt? Eine Sendung über den Kampf gegen den Hunger.

              Der landwirtschaftliche Raubbau, den wir über Jahrzehnte betrieben haben, hat die Böden ausgelaugt. Unser Fleischkonsum hat sich in den vergangenen 50 Jahren vervierfacht. Doch gerade die Tierzucht stellt eine Bedrohung für die Nahrungsmittelsicherheit dar. Denn um ein Kilogramm Fleisch zu bekommen, braucht das Tier ein Vielfaches an Futtermitteln, die dann wiederum in der menschlichen Nahrungsmittelkette fehlen. Auf der anderen Seite landet rund ein Drittel unserer Lebensmittel im Müll.

              Redaktionshinweis: Drei Teile der vierteiligen Reihe „Unsere Zukunft“ zeigt 3sat anlässlich der UN-Klimakonferenz in Katowice 2018 (3.-14.12.2018). Außerdem befasst sich 3sat am 12. und 13. Dezember in mehreren Programmbeiträgen mit dem Thema „Klima“.

              http://www.3sat.de/programm/?viewlong&d=20181204#2225

              1+
            • „Man hat heute in vielen Fällen eher schon zuviele Daten und Informationen, die ja nur im Kontext des jeweiligen Standortes oder in der Tierhaltung der jeweiligen Haltungsbedingungen und der jeweiligen Tiere zu sinnvollen Entscheidungen genutzt werden können.“ Genau so sehe ich das auch. Es wird auch weiterhin die Aufgabe des landw. Betriebsleiters sein, sinnvolle Daten von sinnbefreiten Daten zu trennen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und Entscheidungen, welche auf digitaler Basis getroffen werden auf Plausibilität zu prüfen. Die Huldigung der vollkommenen Digitalisierung und der Landwirtschaft 4.0 als Problemlöser für alles, wie dies unser Vorturner bei eder Gelegenheit gerne celebriert (nur weil es halt so schön modern ist), halte ich für falsch und gefährlich.

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            • Brötchen sagt

              mark ich wäre ja manchmal schon froh, wenn eine Regelung wirklich zuverlässig arbeitet und Steuerungen nicht ständig abstürzen. auch steuerungen von heizungspumpen z.b.

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      • Bauer Fritz sagt

        @ Paulus
        Ein schöner Beitrag, der zeigt, daß es Vieles geben darf und nicht nur Eines geben muß. Ob nun für Techniker oder Tänzerinnen – da Landwirtschaft hat für alle was 😉

        1+
      • Ja,
        das Exotische hat seinen Sinn,
        schon allein um die Interesse an der Nahrung zu erhalten.

        Aber es macht uns alle nicht satt.

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