Bauer Willi
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112 Vogelarten seit 23 Jahre beobachtet

Fakten statt Emotionen. So machen es die Engländer. Auf der unten stehenden Seite ist die Entwicklung von 121 Vogelarten im Zeitraum von 23 Jahren abzurufen. Für jede Vogelart einzeln, für jede Region oder auch zusammengefasst. Die Excel-Dateien sind auch öffentlich.

https://www.bto.org/volunteer-surveys/bbs/latest-results/trend-graphs

Das sind keine Ergebnisse einer Umfrage, sondern fachlich saubere Zählungen. Beispielhaft.

Ihr könnt ja mal im Suchfeld nach „Buzzard“  und dann nach England suchen. Oder nach „Woodpigeon“ (Ringeltaube). Gerade Greifvögel nehmen deutlich zu. Wovon ernähren die sich?

Wo sind die deutschen Wissenschaftler?

So eine Statistik wäre auch für Insekten wünschenswert. Über mehr als zwei Jahrzehnte, nach verschiedenen Arten getrennt, unterschieden nach Regionen. Gibt es auch, aber auch wieder nur in England.  Warum stützt man die Aussagen in Deutschland auf Auswertungen eines Vereins, der nur das Gewicht von Fluginsekten bestimmt hat? Ich wünsche mir Fakten statt Emotionen.

Englische Insekten – 30 Jahre Beobachtung

 

Bauer Willi

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32 Kommentare

  1. Auch bei Freilandexperimenten müssen gewisse Mindeststandards eingehalten werden. Wenn, wie hier geschehen, Standorte gewechselt werden, sich die Umgebung dramatisch ändert und Zeitreihen unterbrochen werden ect.pp wirds halt schwierig mit der Aussagekraft. Die am Projekt direkt beteiligten haben dies meist auch so gesehen und immer betont., dass sie z.B. keine Ursachenforschung betrieben haben. Interessant wurde es, als die Studie eine gewisse „mediale Aufmerksamkeit“ erreicht hatte. Da kamen plötzlich aus allen „Himmelrichtungen“ sog. Experten und interpretierten die abenteuerlichsten Dinge in die Studie hinein, ganz offensichtlich nur um teilzuhaben am „medialen Glanz“. Diese Experten haben sich selbst komplett diskreditiert.

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    • kritischer Leser sagt

      Bei Ihrer Einschätzung zum Thema „medialer Glanz“ gehe ich mit Ihnen völlig d’accord. Aber, es sind auch diese „sog. Experten“, nur aus einer anderen Richtung, die die Studie mit ähnlich fadenscheinigen Argumenten diskreditieren wie dejenigen die sie für ihre „Zwecke“ instrumentalisieren.
      Zu Ihren Punkten Standortwechsel und unterbrochene Zeitreihen kann ich nur sagen, dass die Wissenschaftler diese Punkte in ihrem Modell berücksichtigt haben und nachvollziehbar dargelegt haben wie sie mit diesen Umständen umgegangen sind. Um schlussendlich zu dem Ergebnis zu kommen dass Ihre Ergebnisse durchaus, auf Grundlage der Daten, verlässlich sind.
      Ich wiederhole mich: Die Methodik der Studie gibt keinen Anlass an ihrer Aussagekraft zu zweifeln. (Unbenommen der Tatsache dass man sie auch hätte anders gestalten können) Dass die Ergebnisse von manchen maßlos überschätzt und von andere maßlos unterschätzt werden, kann nicht der Fehler der Wissenschaftler sein.

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    • Schmeckt gut sagt

      Hallo Brötchen, passt der Link? Wer die Zahlen kennt. bitte bestätigen oder die richtige Quelle nennen – die genannte Tabelle kann ja nur eine Zusammenfassung sein. Wenn dies allerdings die Grundlage der Diskussion sein soll, weiß ich allen ernstes nicht, worüber wir reden. Diese Anhäufung von wirren Zahlen verdient nur ein Urteil: „Schrott“. Tut mir leid, aber ich verstehe unter wissenschaftlicher Betrachtung etwas grundlegend anderes.

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      • Brötchen sagt

        schmeckt gut! So richtig transparent sind die Daten nicht. Ich muss mir das nochmal in Ruhe ansehen.

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  2. Thomas sagt

    Heute morgen im Radio B5 so im Halbschlaf mitgehört.: In mehreren Gemeinden wo die Rasenfläche braun grau sind war nicht die Trockenheit schuld sonder engerlige vom Junikäfer haben die Graswurzel gefressen.
    Gib also gut und schlecht Insekten bzw Jahre für die.

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    • Vielleicht doch die Trockenheit, Thomas,
      weil die Englerlinge von Junikäfer keine anderen feuchten Sachen im Boden zu fressen bekamen, in diesen heißen Sommer!?!

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  3. Friedrich sagt

    Unsere „Grünen Angstmacher“ ziehen laufend neue Behauptungen aus der Tasche , aber diese haben selten oder nie eine wissenschaftliche Grundlage. Leider fallen wir und unsere Medien , zu mindest in der Vergangenheit , immer drauf rein. Gut , daß unser Willi auch mal wissenschaftliche Tatsachen hier zur Information bringt. Wartet ab, denn die Grünen kommen bald wieder mit einer anderen Behauptung und alle fallen , wie immer , drauf rein.

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  4. „Gibt es nur in England.“

    Ja, England hat eine birdwatching-Tradition. Ein englischer Mitbewohner von mir war auch Birdwatcher. Und sonst völlig normal.

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  5. Obstbäuerin sagt

    Passend dazu hat Herr Häusling von den Europa-Grünen eine überarbeitete Aufklärungs-
    oder Propagandabroschüre unter die EU-Bevölkerung geworfen. Ein Punkt von acht:
    OFT BEKLAGT DOCH NIE GEÄNDERT: DIE SOGENANNTE MODERNE LANDWIRTSCHAFT BLEIBT ARTENKILLER NR. 1.

    Seine Forderungen für eine zukünftige Landwirtschaft:
    Punkt 6 Sofortiges Verbot von Glyphosat. Dieses Totalherbizid bedroht unsere
    Artenvielfalt.
    Punkt 7 Sofortiges Verbot aller Neonikotinoide. Diese Insektengifte bedrohen Insekten
    und Vögel sowie die enorm wichtige Bestäubungsleistung unserer
    Landwirtschaft.
    Punkt 8 Einführung einer Pestizidabgabe. Die negativen externen Effekte sollen nicht
    mehr auf die Gesellschaft abgewälzt werden.

    In den Beiträgen werden verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen zum Vogelsterben durch Landwirtschaft herangezogen, die oben genannte natürlich nicht. Das Heft ist sehr gut gestaltet, viele bunte Bilder und eine Emotionalisierung des Themas durch Verlust- und Weltuntergangsszenarien gepaart mit Verniedlichung und Mitleidseinforderung. Ein Beispiel: WENN EINE TIERART FELD IM NAMEN STEHEN HAT, DANN HAT SIE SCHON VERLOREN. Es wird seine Wirkung nicht verfehlen, da bin ich mir sicher aber was können wir dagegensetzen?

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  6. Die Studie bestätigt meine wissenschaftlich-nicht-signifikanten Beobachtungen. Eine starke Zunahme von Greifvögeln geht zu Lasten einzelner Singvogelarten.

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    • Obstbäuerin sagt

      Wir beobachten zur Zeit massiven Gänseflug von Nord nach Süd am Abend und umgekehrt am Morgen. Auf einem Acker von einem Frankfurter Bauern wurden geschätzte 30.000 Vögel gesichtet. Die Aussaat kann der Bauer vergessen. Unser Landwirtschaftsamt wusste auch schon Bescheid.

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  7. Gurkenhobel sagt

    Lieber Willi,

    vielen Dank für die Infos. Die UK-Insektenstudie ist zumindest in Fachkreisen ja gut bekannt, die Vogelstatistik kannte ich noch nicht. Das hilft mir gut weiter, zumal ich auch in diesem Winter wieder mit einem Vortrag auf Tour bin, wo im Anschluss stets die Fragen kommen, ob es denn nun ein Vogel- oder Insektensterben gibt. Danke für deine Recherche!

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    • Bauer Willi sagt

      Hallo Gurkenhobel
      ich bin erschrocken, wie wenig bekannt die englische Insektenstudie bekannt ist. Und auch die Gründe für den Rückgang der Insekten im Orbroicher Bruch kennt längst nicht jeder. Diese Gründe liegen ja vorwiegend im Bereich der Bewirtschaftung des Naturschutzgebietes. Wir haben schon mehrfach darüber berichtet. Einfach in der Suche oben rechts „Orbroich“ eingeben.

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      • kritischer Leser sagt

        Es ist doch höchst bedenklich, wenn einerseits die „Krefeld-Studie“ kritisiert wird da sie ja keine durchgängige Datenreihe für alle Standorte sei und auf der anderen Seite „Erfahrungswerte“ einer Einzelperson (Landwirt vor Ort) und „Hören-sagen“- Statements eines interessierten Laien zu einer (angeblich) stichhaltigen Gegenthese formuliert werden.
        Ein bedenklicher Trend setzt sich immer mehr durch, bei dem wissenschaftlicher Arbeit (oft aus Unkenntnis, teilweise mit Kalkül) nicht mehr getraut wird. An der Stelle vermute ich zwei sich selbst befeuernde Ursachen: Die Unkenntnis weiter Teile der Bevölkerung wie wissenschaftliche Arbeit funktioniert und wie sie zu verstehen ist, und zum Teil auch daraus resultierend, die über-simplifizierung von Studien-Ergebnissen auf allen medialen Kanälen à la „80 % Insekten weg“. Klar ist diese Schlagzeile nur teilweise richtig. Daraus aber zu schließen die zu Grunde liegende Studie wäre falsch, ist Quatsch. Genau so wie es Quatsch ist der Studie den Wahrheitsgehalt abzusprechen weil „in meinem Garten aber total viele Insekten leben“. Die Studie hat deinen Garten nie untersucht!!!

        Die „Krefeld-Studie“ ist solide wissenschaftliche Arbeit. Sie hat aus einem umfangreichen (Teil-)Datensatz ein Modell entwickelt um den im Untersuchungsgebiet(!) gefundenen Insektenrückgang zu erklären. Und sie legt ganz klar dar, dass es augenscheinlich keine monokausale Erklärung gibt und dass die möglichen Einflussfaktoren unbedingt genauer untersucht werden müssen. Die Wissenschaftler (und dass sind die Autoren, auch wenn sie nicht dafür bezahlt werden!) diskutieren u.a. auch einen möglichen Einfluss der umgebenden landwirtschaftlichen Flächen. Und dass ist durchaus legitim, denn dafür ist der „Diskussions-Teil“ einer wiss. Studie da.
        An der Stelle wird es jetzt etwas verrückt, da in der von Bauer Willi genannten Studie aus England von 2009 genau die gleichen Diskussionen geführt werden! Auch dort wird der an einem Standort gefundene Rückgang der Insekten mit einem Wandel in der landw. Praxis diskutiert. Und sogar noch mehr: Die im Vergleich konstant sehr niedrigen(!!!) Insektenzahlen auf den anderen drei Standorten werden dahingehend diskutiert dass diese Zahlen aus einem vor Beginn der Studie, möglicherweise durch Änderung der landw. Nutzung, stattgefundenen Insektenrückgang heraus resultieren! An den drei Standorten ist die „Talsohle“ möglicherweise schon erreicht worden, bevor die Untersuchungen überhaupt begonnen hatten.
        Sowohl in Shortall et al. 2009 als auch in Hallmann et al. 2017 werden darüber hinaus umfangreich weitere Studien benannt die sich mit dem Rückgang von Tier- und Pflanzenarten in der Kulturlandschaft beschäftigen. Zu behaupten es hat ja noch niemand so etwas je gefunden ist demnach schlicht falsch. Es zeigt lediglich wie unbekannt diese Entwicklung in der Gesellschaft (bisher) war.

        Die Quintessenz: Nein, glauben Sie nicht alles was in der Zeitung/im Blog steht oder ihr Verbandspräsident sagt (egal welcher Verband!!!). Seien Sie kritisch, in alle Richtungen. Einfache Erklärungen sind, insbesondere wenn es um unsere Natur und Umwelt geht, oft nicht besonders verlässlich. Dazu gehören aber auch die Erklärungen die Ihnen vielleicht am besten „in den Kram“ passen würden. Und wenn Sie die Chance haben wissenschaftliche Artikel zu lesen, lesen Sie auch diese kritisch und GANZ! Stoppen Sie nicht nach dem Satz der Ihnen am besten gefällt. Eine gute wissenschaftliche Arbeit beschäftigt sich immer kritisch mit den eigenen Ergebnissen und zeigt klar auf wo die Schwächen liegen. Das mindert aber nicht ihre Aussagekraft, im Gegenteil.

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