Bauer Willi
Kommentare 102

Freilandschweine in Franken

Auf meiner Tour durch Franken habe ich mich mit Johannes von Laimbachhof

(www.laimbachhof.de) unterhalten. Er hält unter anderem 120 Schweine auf der Weide und vermarktet diese über den Hofladen. Mehr dazu im Video.

Euer Bauer Willi

 

 

(Aufrufe 3.834 gesamt, 2 heute)
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102 Kommentare

  1. Johannes Buchner sagt

    Gülleanfall / Mastschwein und Jahr 3,5 qm bei 5% TS. Nährstoffgehalt 3,5 – 5 kg N/qm bei 5 % TS. Das entspricht 12,25 bis 17,5 kgN/MS und Jahr. (Quelle LfL-Futterberechnung f. Schweine Auflage 17)
    Wenn ich also im Schnitt 170 kg N/ha aus org. Substanz aufbringen will und die Fläche nur alle 3 Jahre für 1 Jahr beweide (170*3=510) dann sind das 29,1 bis 41,6 Mastplätze/ha. Mit 5 ha könnte ich also 145 bis 208 Mastplätze haben, bei einem Umtrieb von 1,3 also 188 bis 270 Schweine im Jahr produzieren.
    Da ich die Fläche aber nicht gleichzeitig belege, sondern gedrittelt und nacheinander freigebe, kann schon während diesen Jahres der Beweidung eine Bestellung z. B. mit Zwischenfrucht erfolgen (dieses Jahr eine Bienenblühmischung).
    In den 2 darauf folgenden Jahren erfolgt ein Anbau von z. B. Mais oder Weizen der die Nährstoffe (auch die gespeicherten über die Zwischenfrucht) wieder verwertet bzw. es kann Humus gebildet werden.

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  2. Ferkelhebamme sagt

    @AdT und fingerphilosoph: Respekt, wer zu einer Überzeugung gelangt ist und dann konsequent danach lebt. Schade, wenn’s auf etwas verqueren Vorstellungen beruht. Ich bin immer wieder erstaunt, welche nachhaltige Wirkung einfache Bilder haben. Das Plumpsklo (Latrine) und das Bett waren die simplen Lieblingsgleichnisse der Grünen, vor allem Bärbel Höhn. Ich hab heute Mittag spontan ein Bild unserer „Latrine“ mit „im Bett“ liegenden Sauen gemacht, würde mal gern wissen, ob das Ihren Vorstellungen entspricht. Leider bin ich scheinbar zu doof, dass hier einzusetzen. Vllt. per Mail an dich, Bauer Willi? Und vermehrte Hygiene als nicht tiergerecht weil vermenschlichend anzusehen, ist doch etwas strange. Und auch wenn Sie es nicht hören wollen, letztendlich produzieren wir Lebensmittel, da ist Hygiene Grundvoraussetzung für gesundes und sicheres Fleisch. (Hab gerade unsere Abrechnug vorliegen, zum Vergleich: von 125 Tieren 11 verworfene Lebern) Wir sind ständig auf der Suche nach dem passenden Kompromiss zwischen menschlichen Lebensmittel-Ansprüchen und der Würde der Tiere. Esotherische Romantik ist da wenig hilfreich. Aus wievielen Gründen so wenig Schweine draußen zu sehen sind, wurde hier schon mehrfach erläutert, ich habe auch schon erzählt, dass wir z.B. nicht mal kleine befestigte Ausläufe genehmigt bekommen.
    Zu der ganzen Platz-für-Schweine Diskussion: wieviel Platz steht einem Menschen in einer Flüchtlingsunterkunft zu? Wo ist der Schrei der Entrüstung? Komisches Deutschland…

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    • Wer sich nicht wehren kann, wird unterdrückt und missbraucht. Geht nicht nur Tieren so. Vorschriften, deren Einhaltung nicht kontrolliert wird, sind nichts wert. Ich ziehe die Konsequenzen, die ich ziehen kann. Mehr nicht. In der Flüchtlingshilfe habe ich mich übrigens auch engagiert sowie bettlägerige Menschen in Altenheimen und Kliniken musikalisch bespaßt, dass sie zu Tränen gerührt waren. Ja, ich könnte noch mehr machen, vor allem während ich hier im Blog sinnlos rumschreibsel. Viele Menschen engagieren sich sozial. Gehört aber nicht zum Thema hier.

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    • fingerphilosoph sagt

      Nicht tiergerecht ist der Platz von 1 m², der ausgewachsenen Tieren in der Schweinemast zur Verfügung gestellt wird, wenn ein Freilandschwein etwa das 400fache dieses Platzes (nach der Buchner-Rechnung) benötigt. Diese enorme Platzeinsparung ist logischerweise nur aufgrund „vermehrter Hygiene“ möglich, will heißen, weil die Ausscheidungen wie beim Menschen in einem System gesammelt werden. Es geht mir weder drum, die Schweinemast anzugreifen noch sie zu rechtfertigen oder Entschuldigungen zu suchen. Es geht mir drum, die Dinge beim Namen zu nennen. Sie erstmal korrekt zu bezeichnen.
      Das muss schon erlaubt sein. Und ist m.E. auch nicht „verquer“.

      Ich möchte schon hören, dass Sie in der Schweinemast Lebensmittel produzieren und die Hygiene hier Grundvoraussetzung für gesundes und sicheres Fleisch ist, denn das ist, nach allem, was ich weiß, korrekt.

      Gesetzte Ziele wie etwa „tiergerechte Haltung“ und „gesundes, sicheres Fleisch“ können durchaus im Widerspruch zueinander stehen. Die Auflösung eines solchen Widerspruchs sieht aber nicht so aus, dass man Begriffe umdefiniert und eine Tierhaltung „tiergerecht“ oder „bio“ nennt, was konkret nur heißt, dass einem Schwein statt 1 m² nun 1.3 m² und ein Ball zum Spielen bereitgestellt werden.

      Die Suche nach der korrekten Bezeichnung ist auch der Grund, warum ich Begriffe wie „Tierwohl“ oder „Tierleid“ ablehne. Bei diesen Begriffen geht es nämlich gar nicht um das Tier, sondern nur darum, dass sich der moderne Stadtbewohner, der mit Nutztierhaltung i.d.R. gar nichts zu tun hat, beim Anblick des Nutztiers wohlfühlen bzw. nicht leiden will. Die korrekte Bezeichnung für das Phänomen lautet „Menschenwohl durch gutes Gewissen beim Anblick eines Nutztiers“.

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    • „Wir sind ständig auf der Suche nach dem passenden Kompromiss zwischen menschlichen Lebensmittel-Ansprüchen und der Würde der Tiere.“

      Ich sehe nur ein Bewahrenwollen und Schönreden des status quo. Aus wirtschaflicher Sicht ist das absolut nachvollziehbar, aber dann sollte man die Zustände nicht schönreden und so tun, als seien die „menschlichen Lebensmittel-Ansprüche“ gottgegeben und kein Produkt von Angebot und Niedrigstpreisen, begleitet von massiver und irreführender Werbung („Lebenskraft“, „gesund“ etc.).

      Ich möchte Tierhalter keine Vorwürfe machen. Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass jeder Tierhalter, der mir gegenübersteht, das Beste aus den schlechten Rahmenbedingungen macht, und dass nichts gewonnen ist, wenn er seinen Betrieb einstellt, da dann andere die Kapazitäten übernehmen. Ich sehe den „Schuldigen“ – den Begriff wählen einige hier ja gern – bei den Verbrauchern und bei denen, die Einfluss auf die Rahmenbedingungen nehmen können: Politik, und Verbände.

      Aber vielleicht tut sich was. Der Billigfleischsektor hat eh bald ausgedient.

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      • Arnold Krämer sagt

        Wer ist der Schuldige?
        Landwirtschafte Produktion ist durch und durch kapitalistisch organisiert, wie könnte es bei unserer Gesellschafts-und Wirtschaftsordnung auch anders sein. Der Arbeitsplatz ist einer der teuersten überhaupt, weil landwirtschaftliche Urproduktion in einem kapitalistischen Wirtschaftsrahmen nur existieren kann, wenn PROZESS-Innovationen und Rationalisierung vorangetrieben werden und weil der Faktor Mensch (aus verschiedenen Gründen für die Landwirtschaft! z.B. möchten nicht viele mehr so arbeiten wie Herr Buchner) immer knapper zur Verfügung steht.
        Im landw. Umfeld und der Landwirtschaft selbst gibt es viele kreative Menschen, sowohl was die Produktionstechnik, (die ist technisch schon faszinierend) als auch die Ausnutzung des gesetzlichen Rahmens betrifft.
        Der Gesetzgeber mit seinem Beamtenapparat ist im Agrarbereich oft überfordert, was die Folgenabschätzung seines Handelns angeht. Das hängt u.a. mit der begrenzten Justiziabilität komplexer biologischer Prozesse, mit der Multifunktionalität von Landwirtschaft, mit großen regionalen Standort- und Strukturunterschieden, mit unterschiedlichen Länderinteressen und mit sehr verschiedenen Mentalitäten der Landwirte in deutschen Landen zusammen. Deshalb kommt es zwangsläufig zu Fehlentwicklungen, deren Ursachen typischerweise in D meist nur zögerlich eingestanden, und dann auch entsprechend spät, äußerst kompliziert oder auch garnicht korrigiert werden.
        Die große Masse der Verbraucher hat das sehr lange überhaupt nicht gestört, weil er noch nie in der Geschichte soviele, so gute und so preisgünstige Lebensmittel kaufen konnte. Die Nebenbedingungen der Erzeugung konnte er immer weniger und wollte er nicht erkennen, und das Interesse dafür, ist m. E. auch heute noch nicht übermäßig ausgeprägt. Aber das wird sich ändern, weil viele Menschen damit beschäftigt sind, ihren Mitmenschen Angst zu machen und ein schlechtes Gewissen zu „erzeugen“, aber auch weil die Landwirte selbst mehr (lange vernachlässigte) Aufklärung betreiben
        Ich bin gespannt, wie sich Landwirtschaft und Gesellschaft in den nächsten 5 – 10 Jahren entwickeln.

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      • Ferkelhebamme sagt

        @ AdT Ich glaube leider nicht, dass der Billigfleischsektor bald ausgedient hat, da bin ich eher realistisch. So schön, wie das wäre. Massen für die Massen. Einkaufen ist anonym, da muss man sich nur vor sich selbst rechtfertigen und das schlechte Gewissen endet beim eigenen Geldbeutel und der Bequemlichkeit. Ändern könnten das nur gesetzliche Vorgaben, aber wie will die Politik Einfluss auf die Verkaufspreise nehmen?der Preis wird letztendlich vom Handel diktiert. Und teure aufgezwungene Investitionen, mit denen man keinen Mehrwert erzielen kann werden in die Pleite führen.
        Es wird in naher Zukunft vielleicht eine Art „kleiner Luxus“-Schiene geben, mit höherpreisigem Fleisch von Spezialrassen ( Tönnies springt gerade auf die Duroc-Schiene auf) oder aus Spezialhaltungen, wo man die Emotionen mitverkauft. Aber das Gros bleibt „viel und billig“.
        Natürlich verteidigen wir den Status Quo, doch steht der nicht etwa seit dreißig Jahren fest, sondern ist beständig im Wandel. Im Moment findet dieser Wandel hinter den bestehenden Stallwänden statt, da Neubauten so gut wie ausgeschlossen sind, und das bekommen Außenstehende garnicht so mit. Auf Messen wird es eher ersichtlich, vor zehn Jahren waren da möglichst effiziente Stallungen zu sehen, jetzt lassen sich die Stalleinrichter immer mehr tolle Dinge fürs Tierwohl einfallen und die Bauern haben großes Interesse, gucken, probieren, ändern ständig. Ich hätte auch noch einige Ideen die Stallungen tierfreundlicher zu gestalten, Neben der Bürokratie scheitert es schlicht am Geld. Weihnachten wird sehr mager ausfallen… Und an der Ungewissheit, was die Politik uns noch aufzwingen wird. Wenn wir noch das ganze Deckzentrum umgestalten müssen: gute Nacht

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        • Gibt es keine effektvolle Umerziehung der Verbraucher dahin, zu mehr Einhaltung ihrer Gesundheit und der Ökologie?

          Tier sind keine Sachen!
          Ihre Produkte dann auch nicht, oder!

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    • Bauer Willi sagt

      So eine SAUEREI. 🙂
      Wer hat eigentlich ermittelt, dass die Schweine „glücklicher“ sind? Ist das nicht ein menschlicher Maßstab?
      Da erscheint mir die Haltung von Johannes doch wesentlich naturnäher.

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    • Arnold Krämer sagt

      Bauerhans: Das sieht richtig gut aus! Und das ist nicht ironisch gemeint.
      Damit macht man aber das Schweinefleisch ordentlich teuer. Dafür braucht man eine entsprechend angepasste Vermarktung. Der Verzehr geht nach unten (vielfach gewünscht, gewollt und individuell sinnvoll) und der „Rohstoff“ für die Nachfrage nach preisgünstigem Fleisch kommt aus dem Ausland. Volkswirtschaftlich, regionalpolitisch (Stichwort ländlicher Raum!) durchaus fragwürdig. Dafür liefern wir die Autos (oder demnächst auch nicht mehr??)

      Die großen gesellschaftlichen Entwicklungen gehen immer von den Städten aus. Der ländliche Raum ist nicht wirklich wichtig. Die aktuelle Entwicklung in den USA ist auch nur scheinbar ein Gegenbeispiel und nicht auf D zu übertragen.

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  3. Paulus sagt

    Interessante Diskussion hier. Auffällig ist, dass sich bei den Schweineexperten, auf deren Aussagen ich mich verlassen muss, und selbst bei einem AdT nahezu ausschließlich rein technische und ökonomische Werte im Vordergrund stehen und keiner wagt den Begriff Tierwohl ins Spiel zu bringen. Ich vermute da schon gewisse Unterschiede zwischen einer Indoor und Outdoor-Factory.

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    • bauerhans sagt

      „Begriff Tierwohl“

      tierwohl ist das ergebnis menschlicher emotionen!
      wenn z.b. schweine optimal gehalten werden d.h. herdengrösse,stall,klima,futter und betreuung passen,dann fressen,saufen,kacken und schlafen die wirtschaftlich optimal ihrem schlachtgewicht entgegen und brauchen keinen auslauf,kein spielzeug und auch keine streicheleinheiten.
      ich halte seit 1978 schweine.

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      • Na ja, wenn mangels Platz weder nennenswerte Bewegung (Laufen und Erkunden) noch von anderen Schweinen ungestörtes Ruhen möglich sind, könnte man durchaus eine schwerwiegende Beeinträchtigung des Wohlbefindens in Betracht ziehen.

        „Es gibt Wichtigeres als Tierwohl, zum Beispiel Menschenwohl“, sprach er, furzte heimlich ins fremde Sitzpolster, und schob sich bedeutungsvoll das Billigschnitzel zwischen die dicken Backen, nachdem er die Kellnerin zur Sau gemacht hatte, weil sie Mayonnaise mit Ketchup vertauscht hatte.

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      • Paulus sagt

        Hallo Bauerhans,
        als ich deinen Kommentar las saß ich an meinem Schreibtisch 1,0 x 2,0 m = 2,0 m². Dann stellte ich mir gemäß den Angaben von Brötchen, zwei ausgewachsene Schweine auf dieser Fläche vor, sozusagen als Lebensraum unter einer nicht bestimmten Anzahl weiterer Artgenossen – da kam ich schon ins Grübeln.
        Ich frage mich halt, ob so eine normative Festlegung anhand der natürlichen Ansprüche einer Kreatur oder doch eher aus rein ökonomischen Gründen erfolgte. Der Diskussion um die Intensivhaltung kann man sich nicht mehr entziehen, egal ob als Erzeuger oder Verbraucher. Letztere werden zunehmend sensibilisiert, das wird ohne sachliche und ehrliche Aufklärung, und zwar seitens der LW nicht ohne Folgen bleiben.
        Bezüglich des schwammigen Begriffes „Tierwohl“ gebe ich dir selbstverständlich Recht, vielleicht sollte man das Adjektiv „artgerecht“ anwenden, ist aber wahrscheinlich auch nicht einfacher zu definieren.

        Was ich nicht verstanden habe aber gerne wissen möchte ist die Sache mit den verworfenen Lebern. Vielleicht kann hier mal einer erklären aus welchen Gründen bzw. anhand welcher Merkmale es dazu kommt.

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        • Brötchen sagt

          Paulus such mal in YouTube unter schweinemuseum, da findest du zeitrafferaufnahmen von Mast- und ferkelbuchten. nur um eine Vorstellung zu bekommen. was anderes habe ich nicht gefunden.

          zu den lebern, Würmer wandern auch durch die Leber und hinterlassen so genannte milkspots. die wurmeier sind sehr stabil und überdauern sehr lange im Boden und auf betonflächen. machst du eine entwurmung, erwischt du nicht immer alle entwicklungstadien, so dass sich die Tiere wieder einen Befall holen. die Würmer bekommst du nur auf glatten Flächen mit druck-oder heissdampf und desinfektionsmitteln weg. beim Schwein ist in stallhaltung die verwurmung kein großes Problem, bei einstreut und auf gewachsenen Boden hast du mehr oder wenig hohen Befall.

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          • Brötchen sagt

            nochmal zum Platz wie das enstanden ist. um die jahrhunderwede bis in die sechziger gab es schweinebuchten mit einstreu oder sogenannte dänische aufstallung. da wurde immer auf blanken Trog gefüttert und getränkt. also brauchst du für jedes Tier einen fressplatz ca. 35 cm pro Tier. meist wurde das per hand erledigt, also muss das am Gang sein. dann kommt eine feste liegefläche und dann der mistgang. da koten und harnen die Tiere nur ab. nutzen das eventuell zu etwas Bewegung, ansonsten ist die Fläche ungenutzt. kot und harn setzt auf festen Flächen Ammoniak frei, um das zu vermeiden, muss das möglichst oft entfernt werden. die Tiere wühlen überall rum und stecken sich z.b.auf den Flächen immer wieder mit Würmern und durchfallerregern an. z.b.lawsonien.
            nun gab es die Erfindung des flüssigmistes, den du gut pumpen und lagern und ausbringen kannst.
            in Verbindung mit dem spaltenboden fällt der mistgang weg! z.b. für mobile entmistung muss der ca. 1.5 m breit sein. brauchst du also weniger Platz.
            damit die Tiere den mist durch die Spalten durchtreten, brauchst du eine bestimmte besatzdichte. ansonsten bilden sich Krusten, die Spalten setzen sich zu und du musst per Hand ran.
            Du brauchst dann nicht mehr täglich misten, hast weniger Ammoniak und brauchst weniger Fläche. es gibt die so genannte unterflurabsaugung, da wird unter den spalten schon ammoniak usw. abgesaugt und von oben kommt die frische luft. bei dänischer aufstallung gab es keine luftabsaugung, bzw. nur ganz simpel einen ventilator an der wand. ja und die Tiere kommen mit Erreger nicht mehr so oft in Kontakt. es gibt da Ausführungen mit Teil fester Fläche und Teil spaltenboden oder mit vollspalten. es gibt auch so genannte ökospaltenböden mit reduziertem spaltenanteil.
            heute geht Trend wieder zurück zu einer Kombination feste Fläche und Spalte

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  4. Ferkelhebamme sagt

    Toll, wenn man sein Traumkonzept verwirklichen und auch von leben kann. Chapeau, eine hochwertige Marke geschaffen, dazu die passende Kundenklientel, und der Vertrieb ist schön breit aufgestellt, sowohl für den Erlebnis-Käufer, als auch den bequemen Ich-hab-doch-keine-Zeit Einkäufer. Mich würde interessieren, in welchem Verhältnis der Absatz auf den einzelnen Vertriebswegen stattfindet. Hofladen, Marktstand, Verkaufswagen (brauch man dafür Lizenzen, wie für Eiertouren?) oder online am meisten?
    Wieviel ha Weide braucht man für das System Wechselweide bei einer solchen Bestandsgrösse? Wie ist die Bodenbeschaffenheit? Auf unseren sehr lehmigen Böden wäre eine Schweine-Weide wahrscheinlich ziemlich schnell eine einzige Riesensuhle. Und was mich natürlich besonders interessiert: Erfolgt die Zucht auch im Freiland?
    VG aus dem Münsterland

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    • Johannes Buchner sagt

      @Ferkelhebamme,
      der Absatz geht zu ca 20 % über Wiederverkäufer (Onlinemetzger mit Webshop), 5 % direkt als ganze Schweine, 1% über Märkte (ausbaufähig), 0,x% über Postversand, 15 % übern Hofladen und 60% über die Verkaufstouren (die waren früher z. T. reine Eiertouren).
      An Fläche hab ich im Moment 5 ha in dem Freilandbetrieb. Die ist stark tonig. Vor allem meine ertragsschwachen Flächen. Wichtig ist wie gesagt das regelmäßige Versetzen, dann geht das auf jeder Fläche.
      Die 12 Sauen hab ich anfangs auch im Freien gehalten, bis mir ein Eber den Finger fast abgebissen hätte. Das System ging zwar, hatte aber viele Nachteile. Jetzt stehen sie in der Althofstelle, haben einen festen Strohauslauf und können in 7 m2 Buchten frei auf Stroh abferkeln. Ist übrigens kein Biobetrieb. Die Einschränkungen kann ich nicht nachvollziehen und wären nicht besser für die Schweine.

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      • Brötchen sagt

        Johannes du hast bei Bio das Marketing fertig vorliegen und die „marke“.

        so muss man sich das mühsam selber aufbauen und pflegen. man hängt dann natürlich voll mit drin.
        viele Leute haben Schwierigkeiten da durchzublicken. wie viel large back haben sie noch an sauen?

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        • Johannes Buchner sagt

          @brötchen, im Moment hab ich 12 Sauen von den importieren Large Black lebt keine mehr.
          Als ich vor 10 Jahren anfieng hab ich auch mit einigen Bio Verbänden geredet. Die wollten alle bloß nach Magerfleisch zahlen. D. H. eine alte Rasse kommt da nicht in Frage. Auch eine Marktanalyse meinerseits hat ergeben, dass meine potentiellen Kunden nicht so sehr auf BIO schauen, sondern auf Regionalität, Haltung und Bekanntheit der Marke.

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          • Brötchen sagt

            Danke für die erklärungen!
            ich kenne auch so ein ähnliches Konzept mit rindern, der Kollege macht auch den Verkauf selber. im Prinzip betreut der die Kunden auch fast wie so ein „seelsorger“

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      • Haben Sie vor allem feste Kundschaft, oder ist es so, dass viele auch sagen: Wenn der Wagen schon mal hier ist, kaufe ich doch was?, etwa weil Sie auch abgelegene Ortschaften ohne Supermarkt-Fleischtheke anfahren? Oder bedienen Sie Stadtgebiet/Speckgürtel von Würzburg und Nürnberg/Fürth/Erlangen? Eher Jüngere oder Ältere als Kunden?

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        • Johannes Buchner sagt

          @Adt, 90 % feste Kundschaft. Die Touren hab ich entweder von einem Eiermann übernommen oder selbst per Klingelbuzen aufgebaut. In vielen Gegenden kst die Nahversorgung echt schlecht, die Leute (v. a. ältere) sind echt froh, dass ich mit der Grundversorgung komm (wir haben alles dabei, was man vom Bauern kriegen kann auch von Kollegen). Ich werd zum Teil auch von Stadträten angefragt ob ich nicht noch Stadtteile übernehmen könnte weil der nächste Supermarkt viel zu weit weg ist. Das muss ich dann immer schweren Herzens ablehnen weil ich voll bin mit den Touren. Durch die SchwarzerleFreilandschweine komme ich aber auch auf dem Lamd gut an, weil es das sonst halt nicht zu kaufen gibt.
          Vorbestellt wird vor allem zu den Festtagen. Das meiste geht aber spontan ab Wagen. Nach dem Motto „was habt ihr denn heute gutes dabei?“.
          Das System hat so viel Potential, weil man halt direkten Kontakt zum Kunden hat. Das ist in der heutigen Zeit wieder viel Wert geworden. Man muss sich halt auf die Kunden einstellen und net gleich 10 kg verkaufen wollen. Ich verkauf das meiste in 0,5-1,2 kg Gebinden. Der eine nimmt die Schnitzel, der nächste das Hack, ein anderer ein Suppenhuhn für die Schnupfenzeit.
          Man braucht halt weng Mut auf die Leute zuzugehen und dann immer freundlich sein. Dann klappt das. Und 1 freie AK und Lagerkapazitäten. Das Schlachten ist am Aufwändigsten an der ganzen Sache. Wenn man die Möglichkeit hat das Auszulagern spart man sich einen Haufen Kontrollen und Stress.
          So ein Auto kostet um die 65t Euro. Das ist wesentlich weniger als ein neuer Stall und ist definitiv eine Überlegung wert.
          Ich finde, das Konzept funktioniert und es könnten noch viel mehr machen. Der Markt ist reif dafür.

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          • Bauer Willi sagt

            Na, was ist, AdT? Wäre doch ein lohnender Zweitjob. Eben hat Dir Johannes doch ein Angebot gemacht: „Es könnten noch viel mehr machen. Der Markt ist reif dafür“. 🙂
            Und Du kommst auch mal aus Düsseldorf raus in´s schöne Frankenland. 🙂

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          • Alois Wohlfahrt sagt

            Hallo Johannes, danke für diesen Einblick in deine Geschäftspraxis. Mich freut es, wenn Bauern gibt, die ihre Chancen einfach beim Schopf packen. Danke auch für‘s mitdiskutieren.
            Alois

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  5. Ich habe einen Betrieb mit Freilandhaltung im Rahmen unseres „Schweinemästertages“ auch einmal besichtigt. Es war windig, hatte längere Zeit geregnet und es regnete immer noch leicht, kurzum nicht unbedingt ein Wetter bei dem man gerne im Freien arbeitet. Die Flächen waren stellenweise doch sehr morastig, was das äußere Erscheinungsbild doch trübte. Einige Vorstandsmitglieder haben dann berichtet, dass bei der Vorbesichtigung leichter Frost herrschte, die Sonne schien, kurzum ein Anblick wie im Bilderbuch. Ich möchte damit die Haltungsform nicht abwerten, aber alles hat halt seine zwei Seiten.
    Ein größeres Problem war laut Betriebsleiter die Verwurmung.

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    • Johannes Buchner sagt

      Ja, bei nassen Wetter sieht die Koppel nicht mehr so toll aus. Den Tieren macht das eher weniger. Eher dem Bauern. Das muss man schon wollen bei jedem Wetter raus, egal obs stürmt und schneit. Mache das jetzt schon 10 Jahre und würde es sofort wieder machen.
      Parasiten gibt es. Die gibt es überall, auch im Stall. Als „Problem“ kann ich das bei mir nicht bezeichnen. Da wir die Koppel regelmäßig versetzen und vorher entwurmen = min. alle halbe Jahr, kann ich mehr als die Hälfte der Lebern verwenden.

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      • Hallo Johannes, ich will auf gar keinen Fall dein Haltungsform madig machen, aber wenn knapp die Hälfte der Lebern verworfen werden, finde ich dass schon etwas viel. Trotzdem weiterhin alles Gute.

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        • Bauer Willi sagt

          Frage mal nach, wie viele Lebern von Bio-Schweinen verworfen werden. Ich war erschrocken, als ich die Zahl gehört habe. Ist aber eigentlich auch logisch.

          Übrigens bin ich als Kind auch entwurmt worden. Ist also nicht nur eine Erscheinung der Viehhaltung 🙂

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    • bauerhans sagt

      ein hiesiger freilandsauenbetrieb fütterte mit untertassengrossen pellets,die die sauen im dreck wiederfinden konnten.
      die wurden mit einer wurfschleuder ausgebracht,wo witterungsbedingt auch mal der grosse allradschlepper vorgehängt werden musste.
      die ferkel des betriebes waren ein geheimtip unter konventionellen grossmästern.

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      • Arnold Krämer sagt

        Zu der generell schlechteren Futterverwertung (mehr Futter je kg Zuwachs) bei dem verwendeten „Tiermaterial“ in dieser Haltungsform kommen auch noch zusätzlich die technischen Futterverluste in der Freilandhaltung dazu.
        Effizient und ökologisch ist etwas anderes.
        Der Agrarsektor hatte schon gute Gründe (neben dem Geldverdienenwollen) in den vergangenen Jahrzehnten die jetzt so heftig kritisierten Konventionellen Haltungssysteme zu entwickeln. Dass man sich damit finanziell durch die strukturelle Überproduktion keinen Gefallen getan hat, steht wider auf einem anderen Blatt.

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      • das ist artrgerecht, bauerhans.

        Ob die Ferkel von denen robuster waren, dass die die Großmäster die verlangten?
        Aber wurden denn in dem Betrieb so viel erzeugt, dass er Großmäster damit ausreichend beliefern konnte?

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  6. Liberaler sagt

    Ebermast oder Kastration?
    Betäubung wie? Elektrozange oder Bolzenschuss?
    Parasitenbekämpfung wie oft wie viel?
    Nitratbelastung des oberflächennahen Grundwassers?

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      • Liberaler sagt

        @Johannes Buchner
        Mein Diesel braucht knapp 10 Liter auf 100km und Hin und Zurück kommen sicher 1200 km zusammen.
        Dies für die Beantwortung von vier einfachen Fragen?

        Ich habe es immer vermutet und seit Anton Hofreiter ist mir klar, dass lange Haare nichts mit Öko zu tun hat. Durch Sie ist es nun amtlich.

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      • Johannes Buchner sagt

        @liberaler was meinst du mit Ebermast? Ob ich das schon probiert habe? Ja, hab ich. Ergebnis: trächtige Schlachttiere. Getrennte Aufstallung in der größe viel zu Aufwendig. Von daher kastriere ich weiter, falls das deine 2. Frage sein soll. Ganz traditionell mit einem scharfen Messer als Hilfsmittel. Das ist sowohl für das Ferkel als aich für mich der beste Kompromiss. Alle anderen Methoden wie Improvac, Narkose und örtliche Beteubung sind für mich momentan nicht nachvollziehbar, warum die besser sein sollten. Und der Tierarzt wird sich freuen, wenn er bald wegen 5 Ferkeln zu mir touren muss.
        Schlachten tu ich nicht selber, dass mach ein benachbarter Metzger. Er verwendet eine Elektrozange. Erst beim Zerlegen bin ich wieder dabei. Und daiss ich jetzt auch hin, heute wird ein langer Tag.
        Nitrat hab ich schon in anderen Post erklärt. Warum fragst du noch einmal? Und Parasiten werd ich jetzt Andi noch erklären.

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        • Der Brandenburgbauer sagt

          Moin Johannes, Deine Aussage, zur klassischen Ferkelkastration, findet meine volle Unterstützung. Das viele Gutzmenschen und auch Politiker, das anders sehen als wir Praktiker, ist wiedereinmal typisch und schon Gang und Gebe.
          Wer sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt, wird auch feststellen müssen, wenn er es ernsthaft will, das das von uns Landwirten angewendete Verfahren am ferkelfreundlichste ist und auch bleiben sollte.
          Wenn Ferkel reden könnten, sie würden das gleiche begrüßen.
          Etwas erstaunt bin ich allerdings, das es im Blog niemanden gibt, der dies kritisiert.

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          • Arnold Krämer sagt

            Die Diskussion um die Eingriffe beim Tier ist so verlogen wie nur was.
            Das Einziehen der Ohrmarken z.B. tut den Ferkeln und den Kühen mehr und länger weh, als das, was konventionelle Landwirtschaft jetzt mit dem Schwänze kupieren und Kastrieren praktiziert, und was so heftig kritisiert wird und schon zur Abschaffung beschlossen ist. Aber über die Schmerzen an den besonders empfindlichen Ohren redet keiner.
            Viele „Tierschützer“ (Gutmenschen) aber auch Politiker wissen nicht, was sie anrichten mit ihren Forderungen und Beschlüssen.
            Das, was man vorgibt, an Betriebsstrukturen schützen und erhalten zu wollen, wird nur noch schneller verdrängt und verlustig gehen.

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            • „Das Einziehen der Ohrmarken z.B. tut den Ferkeln und den Kühen mehr und länger weh, als das, was konventionelle Landwirtschaft jetzt mit dem Schwänze kupieren und Kastrieren praktiziert, und was so heftig kritisiert wird und schon zur Abschaffung beschlossen ist. Aber über die Schmerzen an den besonders empfindlichen Ohren redet keiner.“

              Das stimmt!!!
              als Praktiker kann ich es bezeugen!
              Die Tiere müssen für Büroraten leiden.
              Diese Ohrmarken fordern viel Büroarbeit u. -arbeitsplätze, wie sinnvoll ist sie?
              Die ganze Diskussion geht bestimmt nur darum, dass diese Arbeit von Schwänze kupieren und kastrieren von dem Bauernhof ausgelagert werden sollen.
              Wie lustig laufen die Ferkel nach der Kastration und Kupieren wieder im Stall bei den Geschwistern rum!

              Unser Gesetz lässt nicht zu, dass die Bauern dazu gezwungen werden können, deswegen macht man anderen politischenDruck,oder?

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  7. fingerphilosoph sagt

    Es gibt in diesem Beitrag und der entsprechenden Website vom Laimbachhof ein paar Widersprüche zu dem, was ich hier schon über Schweinehaltung erfahren habe.

    1. J. Buchner sagt, dass er mit alten Rassen wie dem Cornwall-Schwein im Freiland sehr gesunde und robuste Schweine hat, die selten krank werden. Hier im Blog hat Kommentator Brötchen die Meinung vertreten, dass moderne, hochgezüchtete Rassen weniger Ausfälle durch Krankheit haben als die alten Rassen.

    2. Auf der Website vom Laimbachhof ist zu lesen, dass im Freiland gehaltene Schweine mehr Futter brauchen als Stallschweine (wegen Bewegung und Eigenwärmeproduktion). Ebenso ist zu lesen, dass die Schweine langsamer zunehmen. Brötchen, wenn ich ihn denn richtig verstanden habe, bestreitet, dass Futterbedarf, Gewichtszunahme und Bewegung in direktem kausalem Zusammenhang stehen. Er hat behauptet, dass heute mit weniger als der Hälfte Futter mehr Muskelfleisch bei Mastschweinen gewonnen werden kann als vor 40 Jahren.

    Ich würde diese Widersprüche gern aufgelöst sehen bzw. verstehen, wie es zu so konträren Ansichten kommt.

    Unabhängig davon, noch eine weitere Frage: Auf der Website ist zu lesen, dass das Fleisch eine hohe Auflage von kernigem Speck und viel intramuskulärem, leicht verdaulichen Fett hat. Das erinnert mich ans Kobe-Rind, wo die Fettschicht ja bisweilen ins Fleisch reinmassiert wird, was das Fleisch zu einem der hochwertigsten und teuersten macht. Sind die Buchner-Schweine in der Schweinefleischproduktion also so was wie das Kobe-Rind in der Rindfleischproduktion?

    Neulich habe ich gelesen, dass durch die moderne, kohlehydratlastige, fettfeindliche Ernährung dem Körper wertvolle Grundstoffe u.a. für die Myelinscheiden der Nervenzellen (Gehirnnahrung) fehlen. Ist das eigentliche Qualitätsmerkmal, auf das man beim Kauf von Fleisch achten muss, also nicht „mager“, sondern „gut durchwachsen“?
    Ist der Trend zu „magerem Fleisch“ also auch wieder nur Wahn wie so vieles in der Ernährung?

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    • Johannes Buchner sagt

      Fingerphilosoph aus meiner Erfahrung sind die alten Rassen schon robuster. Das hat auch mit dem höheren Speckanteil und der geringeren Leistung zu tun. Die halten Stress eher mal aus, haben eben ein „dickes Fell“. Freilich können die auch krank werden, wenn es zu viele Faktoren auf einmal sind. Aber es ist tendenziell schon weniger.
      Das Schweine mehr Futter brauchen, wenn sie draussen gehalten sind ist ja logisch. Was ich aber auch beobachte ist, dass die Zunahmen desswegen nicht sonderlich abfallen. Die wachsen trotzdem super weiter. Und der Fettgehalt wird durch die viele Bewegungen nicht weniger 😂. Das hat vor allem was mit der Rasse und Fütterung zu tun.
      Ob jetzt fettes Fleisch besser ist, weiss ich nicht. In Maßen ist es aber sicher nicht schädlich.

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      • fingerphilosoph sagt

        Auf jeden Fall schmeckt ein Krustenbraten in Honig-Thymian-Sauce, wozu es einen Schweinebraten mit Schwarte braucht, extrem lecker. 🙂

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        • Das geht aber auch mit einen modern gezüchteten Mastschwein Fingerphilosoph, oder?
          Für eine Kustenbraten ist vielelicht wieder eine eine junge Schwarte von einen 6 Mon. altem modernen Schwein besser!?!

          Aber Bruchners Schweine werden dann eben vielleicht 10 Mon., das geht ja auch noch, denke ich und man kann sie dafür wohl noch verwenden.

          Anders als eine Schwarte von einem 5 und mehr altem Mutterschwein.

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    • Schöne interessante und friedlich gestellte Fragen für einen Städter,
      das muß mal erwähnt werden!!! 🙂

      Ja,
      Johannes Buchner hat recht,
      sie haben geringer Leistung, als die modernen schlankeren Schweine in der Stallhaltung.

      Unter Leistung versteht man die tägl. Zunahme, die bei, weiß jetzt nicht mehr genau bei 600 – 800g liegt, wenn ich da richtig informiert bin. Kann mich ruhig jemand berichtigen.
      Die alten robusten Rassen langsamer und haben dadurch festeres Fleisch. Mit Fett ansetzen ist genetisch bedingt, und bestimmt auch das Fett zwischen den Muskeln.
      Alle Alten Rassen haben ihre Robustheit,die ja in die modernen Rassen ein gezüchtet werden.
      Weil sie länger brauchen bis zum Endgewicht, sind ihre Muskeln älter und man kann daraus deswegen viel besser Dauerwurst herstellen.

      Dann haben wir aber stressanfällige Schweine oder sehr berühmt ist die Bananenkrankheit bei Schweinen, weil dem Schwein eine Rippe mehr angekreuzt wurde,damit es ein Kotelett mehr gibt ist ihm aber eine Rückenmuskelverspannung (Webgen größerm Muskelfleischanteil,wie bei den alten Rassen) angekreuzt worden, dieser Nachteil ist eben aufgetreten.
      Es ist doch klar, dass man bei Bewegung mehr Energie verbraucht, deswegen brauchen die mehr Futter, bzw. Energie. Wenn soie draußen den ganzen Tag arbeiten und im Dreck wühlen. Die im ruhigen wohltemperierten Stall wohnen und sich den ganzen Tag nur ausruhen, die nehmen schneller zu, bei uns Menschen ist das auch so,aber wir verlieren dann Muskeln und nehmen an Fett zu, wenn wir den ganzen Tag auf dem Sofa liegen.
      Die modernen gezielt gezüchteten Mastschweine nehmen dann eben an Muskeln zu, deswegen brauchen sie auch ausgewogenes Futter aus Getreide, Soja, als Eiweißzufuhr und etwas Mineralfutter.
      Draußen die Schweine fressen dann Eicheln oder selbst geerntete Erbsen oder Ackerbohnen als Eiweißzufuhr. Das Mineralfutter für Stallschweine wird ja da mit Gras und Kräutern auf der Wiese ersetzt.

      Hu, Rinderfett, auch -talg genannt mag ich gar nicht gerne,
      aber man könnte es wohl bedingt mit dem Kobe-Rind insofern vergleichen, dass es man diese Schweine nicht zu massieren braucht. Es ist bei diesen Schweinen auch genetisch angelegt, was man ja bei den moderen Mastschweinen für den verwöhnten Verbraucher raus gezüchtet hat.

      Also das Fett zwischen den Muskeln, das natürlich ist, kann sein das es auch für unsere Ernährung wichtig ist, weil es einen Beistoff, -mineral oder -vitamin, das für unseren Körper wichtig ist hat.

      Das Schwein hat nicht nur denselben Verdaungsapperarat wie wir sondern auch auch sondern noch mehr,also brauchen wir auch das natürlich gewachsene Fett, aber vielleicht weiß jemand anderes darüber mehr Bescheid.

      Vieleicht hat das auch damit zu tun,
      Weil robusten alten Rassen länger brauchen bis zum Endgewicht, sind ihre Muskeln älter und man kann daraus deswegen viel besser Dauerwurst herstellen.
      Was ist da wieder für eine Stoff für verandwörtlich?

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    • Arnold Krämer sagt

      In der Schweinemast wurden für 1 kg Zuwachs im Abschnitt von 30 bis 120 kg Lebendgewicht vor 40 Jahren etwa 3,7 kg Kraftfutter(Getreide, Soja, Mineralfutter) gebraucht. Damals haben die üblicherweise verwendeten Genetiken rund 600 g pro Tag zugenommen. Heute gebrauchen die gebräuchlichen Züchtungen für ca. 900 Gramm am Tag ca. 2,7 kg Kraftfutter.
      Das Tiermaterial von Hern Buchner hat deutlich schlechtere Werte aufzuweisen, weil für Fettbildung, egal ob intramuskulär oder nicht, immer mehr Energie aufgewendet werden muss. Hinzu kommt der deutlich höhere Aufwand für den sogenannten Erhaltungsbedarf der Tiere durch langsameres Wachstum und den Temperaturausgleich.

      Generell haben alle alternativen Haltungs- und Produktionsverfahren einen höheren Ressourcenaufwand, den sich saturierte Gesellschaften offensichtlich leisten wollen oder glauben, sich leisten zu können.

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      • Danke Arnold Krämer,
        jetzt weiss ich, warum die moderne Schweinemast Intensivmast heisst!
        Nur so werden die vielen Leute in der grossen Stadt satt.

        Nicht mit der extensiven Mast, wie oben beschrieben. Das ist eine Luxusmast, die können wir uns heutzutage nicht mehr leisten.
        (Ausser nur für die oberen 10.000, wollen wir das?)

        Eben nicht nur Ressourcenverbrauch, sondern auch Landverbrauch, den wir uns als Gesellschaft schon lange nicht mehr leisten können.

        Das müssen auch die Stadtbewohner wissen, um mitreden zu können!
        Oder eben nur fragen!

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      • Herr Krämer:
        „Generell haben alle alternativen Haltungs- und Produktionsverfahren einen höheren Ressourcenaufwand, den sich saturierte Gesellschaften offensichtlich leisten wollen oder glauben, sich leisten zu können.“

        „Die Gesellschaft“ ist gut. Die Mehrheit hält ja wohl noch der absolut nicht tiergerechten 0,75m2-Latrinennhaltung die Stange (vom Platz her europäischer Nachkriegsstandard).

        Ich nehme mal an, dass viele Kunden von Herrn Buchner Fleisch bewusst essen und sich vor allem nicht täglich „Tiermaterial“ einverleiben. Damit verhalten sie sich zu Tisch schon deutlich ressourcenschonender als der Durchschnitt.

        Noch besser wäre es natürlich, sich ohne tierische Produkte aus Haltungen zu ernähren.

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        • Brötchen sagt

          adt das ist nicht richtig, es sind 1.1 m2
          angestrebt werden 1.3m2.
          Bio hat 1.5 m2 plus Auslauf.

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          • fingerphilosoph sagt

            Ich habe mir mal folgende Zahlen aufgeschrieben:
            30 bis 50 kg: 0,5 m²
            50 bis 110 kg: 0,75 m²
            über 110 kg: 1 m²

            Bio:
            bis 50 kg: 0,8 m² plus 0,6-1 m² Auslauf
            ab 50 kg: 1,3 m² plus Auslauf

            Wann ist das geändert worden? Und wo kann ich das nachlesen?

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            • Brötchen sagt

              die Tiere werden mit 30 kg eingestellt und bleiben dann weitgehend zusammen bis 120 kg! 1 Drittel erreicht das endgewicht meist etwas eher, deshalb gehen die 14 Tage eher raus, also lichtet sich die bucht.
              jedes umstellen ändert die Rangordnung, das kann rangkämpfe geben. muss aber nicht sein.
              man kann einzelne Tiere rausnehmen, z.b. wenn die was am Fuss haben, das einzeln in Ruhe ausheilen lassen und die wieder zurückstellen, das kann aber auch nicht gehen, das die das Tier bekämpfen. dann kann man die nicht zurückstellen. die flächenangaben stehen Tierschutznutztierhaltungsverordnung und bei Bio in Eu Verordnung bzw. bei den bioverbänden.

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            • Brötchen sagt

              die 1.1 m2 stimmen nicht, es stehen 1 m2 drin. das sind Mindestanforderungen, in der Regel ist es mehr. so ist angestrebt 1.3 m2 zu verstehen. das ist zur Zeit in Diskussion.

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        • Arnold Krämer sagt

          Tja, was und wieviel „Tiermaterial“ braucht man zu einem guten Leben? Sicherlich weniger als das was deutsche Landwirte aktuell produzieren.

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          • Sie meinen, in einer mit Tiermaterial „saturierten Gesellschaft“? Das muss jeder für sich entscheiden. Angebote wie das von Johannes Buchner, aber auch diejenigen von Veganköchen, erhöhen die Vielfalt und helfen, den normativen Kompass zu kalibrieren.

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            • Solange es diese Vielfalt an Lebensformen gibt, bleiben auch diese Nischenhaltungsformen.
              Man kann sie nur nicht verallgemeinern und als Standard fordern!
              Dazu fehlt Grund und Boden!

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        • fingerphilosoph sagt

          Wenn vom „höheren Ressourcenaufwand“ die Rede ist, den sich „saturierrte Gesellschaften leisten wollen oder glauben, sich leisten zu können“, dann schwingt unausgesprochen der Vorwurf mit, dass es sich bei dieser Diskussion um ein Luxusproblem handelt, über das „die Satten“ aus Langeweile oder dgl. diskutieren.

          Mein Bett hat 2 m², und den Platz brauche ich schon zum Schlafen. Ein Schwein, das deutlich mehr wiegt als ich, hat die Hälfte dieses Platzes zur Verfügung bzw. ist mit so vielen Artgenossen im selben Raum, dass immer zwei davon den Platz von meinem Bett haben. Nach einem Kinobesuch, wo mir vielleicht gerade der Platz zur Verfügung steht, den ein Schwein 24/7 hat, bin ich froh, wenn ich mich wieder bewegen kann, weil mir die Beine kribbeln. Und das trotz Unterhaltung via Leinwand.
          Ich fühle mich deutlich wohler, wenn ich täglich ein paar Kilometer gehe oder laufe, und das wird uns ja auch für unsere Gesundheit empfohlen, das ist also nicht bloß Spleen von mir. Das Schwein ist uns Menschen anatomisch nun mal sehr verwandt.

          Es geht nicht um ein Luxusproblem, sondern schlicht um Verhältnismäßigkeit, um die Einhaltung von Regeln oder einer Ordnung, die unabhängig davon gilt, ob man satt ist oder nicht. Als Menschen brauchen wir eine solche Ordnung. Genau das zeichnet uns als Menschen nämlich aus.
          Eine dieser Regeln sollte sein, dass – wenn der Mensch das Tier schon hält, um es zu essen – er damit die Verpflichtung eingeht, dem Tier das zu geben, was es zum Leben braucht. Eine der Regeln, die wir uns geben, ob satt oder nicht, sollte sein, dass es eben nicht mehr Fleisch zum Essen gibt, als unter dem Tier angemessenen Bedingungen möglich ist. Das ist nicht der Willkür des Menschen und seinem Machbarkeitswahn überlassen, sondern leitet sich aus der Anatomie und dem Sozialverhalten des Tiers ab. Das hat nichts mit der Vermenschlichung des Tiers zu tun, sondern mit dem, wie wir als Menschen unsere Möglichkeiten leben.

          Hier sehe ich im Sommer jede Menge Rinder, Schafe und Pferde auf der Weide. Aber ich habe nur einmal auf einem Ausflug ein paar Freilandschweine gesehen.

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          • Arnold Krämer sagt

            Das Mindestplatzangebot für Schweine ist europaweit sicherlich aufgrund wissenschaftlicher Expertise seit Jahrzehnten einheitlich festgelegt. Es würde aus meiner Sicht nichts dagegen sprechen, diese Normen im Sinne eines größeren Platzangebots zu ändern. Dies sollte aus Wettbewerbsgründen aber auch EU- weit einheitlich erfolgen, weil es Auswirkungen auf die Kapitalstückkosten hat.
            Bei der Beurteilung sollte man auch immer bedenken, dass die kleinen Ferkel zu Beginn der Mast sehr viel Platz zur Verfügung haben und die Tiere zum Mastende ab etwa 100 Kg Lebendgewicht ebenfalls, weil sogenannte Vorläufer ( schnell wachsende Tiere) rund 4 Wochen früher zum Schlachter gehen als ihre „letzten“ Artgenossen. Die Tiere bleiben anders als noch vor 40 Jahren während der gesamten Mast in ein und derselben Bucht.

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          • Genau so sehe ich das auch. Und wenn man diese Haltung nicht durch Konsum mittragen möchte, das vegetarische Gericht ohne Käse bestellt, ist man „extrem“.

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            • Übrigens: Wenn das Essen mal nicht so schmackhaft ist (weil es kein modernes Angebot gibt, so nenne ich es mal) und man deshalb keine Lust hat, zu essen, dann braucht der Körper auch kein Essen. Gein Grund, bemitleidet zu werden, es hat erfreuliche Effekte. 🙂

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          • „Mein Bett hat 2 m², und den Platz brauche ich schon zum Schlafen. Ein Schwein, das deutlich mehr wiegt als ich, hat die Hälfte dieses Platzes zur Verfügung bzw. ist mit so vielen Artgenossen im selben Raum, dass immer zwei davon den Platz von meinem Bett haben.“ Auch wenn Du es in Deinem Kommentar bestreitest, genau dies ist eine Vermenschlichung tierischer Ansprüche par exellence. Am Ende dieser infantilen Argumentationskette landest Du bei Veganismus.

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            • fingerphilosoph sagt

              Es geht um die Körpermasse und die Ausscheidungen. Es ist ein guter Ansatz, einem Tier so viel Platz einzuräumen, dass mit dessen Ausscheidungen das Grundstück, auf dem es sich bewegt, nicht überdüngt wird. Die Angaben, die Buchner macht, geben mal eine konkrete Vorstellung, wie groß der Platzbedarf in der Schweinehaltung tatsächlich ist. Ich habe mir als Richtwert jetzt mal 120 Schweine auf 5 ha notiert, und das sind natürlich schon ganz andere Zahlen.

              Ich habe nicht den Eindruck, dass Buchner seine Schweine vermenschlicht, sondern sie – im Gegenteil – wie Schweine behandelt.

              Vermenschlicht werden die Schweine, die in Mastställen auf engem Raum zusammengepfercht werden und ihre Gülle in einer Abwassergrube gesammelt und später woanders hingebracht wird, denn genauso gehen Menschen mit ihren Ausscheidungen um. Deshalb können Menschen auf viel engerem Raum zusammenleben als Tiere.
              Wenn man es genau anguckt, werden die Tiere in ein menschliches Verhaltensmuster gepresst. Man muss sich schon fragen, wie weit man mit dieser Art von „Vermenschlichung“ gehen kann. Zumal man eben gerade nicht davon ausgehen kann, dass Tiere sich geistig beschäftigen und sich bspw. Geschichten erzählen und sich so die Zeit vertreiben.

              Ich halte es für einen infantilen Reflex, jede diesbezügliche Diskussion mit einem Verweis auf infantile Argumentationsketten von Veganern abzuwürgen.

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            • „Es ist ein guter Ansatz, einem Tier so viel Platz einzuräumen, dass mit dessen Ausscheidungen das Grundstück, auf dem es sich bewegt, nicht überdüngt wird“.
              Bist Du dir da so sicher. Dann rechne mal den GV-Besatz / ha aus und die daraus anfallende Nährstoffmenge (N u. P genügt). Davon ziehst Du nun den Nährstoffenzug durch den Ertrag/ha ab und dann hast Du eine Nährstoffbilanz für die 5 ha. Die würde mich wirklich mal interessieren.

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            • fingerphilosoph sagt

              Wenn ich Wikipedia richtig interpretiere, entspricht 1 GV einer Milchkuh, und die kann von 1 ha 1 Jahr lang ernährt werden, sodass das ökologische Gleichgewicht in Bezug auf Input (Fressen) und Output (Ausscheidungen) gewährleistet ist.
              Ein Mastschwein wird mit 0,12 GV angegeben, demgemäß können nach dieser Rechnung rund 10 Schweine oder wahlweise 100 Ferkel (mit 0,01 GV angegeben) auf einem Hektar leben, d.h. nach dieser Rechnung hat ein 1 Schwein (bzw. 10 Ferkel) einen Platzbedarf von 1000 m², um Input und Output im natürlichen Gleichgewicht zu halten, also sogar mehr als doppelt so viel wie bei Buchner.

              „Tierisch“ meint eben, dass das Schwein diese 1000 m² nutzen kann, in dem auf dieser Fläche frisst, läuft, schläft, seine Jungen kriegt, nicht indem seine Ausscheidungen mit einem Traktor auf das Feld gefahren werden, von dem seine Nahrung stammt. Denn genau das ist bereits „Vermenschlichung“, weil sich so nur Menschen ernähren, aber nicht Tiere. Es ist der Bauer, der die Tiere zuerst vermenschlicht, der Veganer setzt nur noch eins drauf.

              Landwirtschaft funktioniert im Prinzip so, dass der Bauer bzw. der Mensch glaubt, sowohl den Input – bspw. Mais statt Gras – wie auch den Output – bspw. mehr Schweine pro ha – um den Faktor X, – wobei X = beliebig – erhöhen kann, aber das ist typisch technisches Denken. Meiner persönlichen Erfahrung nach funktioniert Natur eben gerade nicht nach technischen Kriterien.
              Dieses Problem, dass Natur eben gerade nicht nach technischen Kriterien funktioniert, versucht der Mensch seit jeher mit weiterer Technik zu lösen. Was anderes kann er nämlich nicht. Diese Art, Probleme zu lösen, ist nichts anderes als die Abschaffung der Natur.

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            • „Es ist ein guter Ansatz, einem Tier so viel Platz einzuräumen, dass mit dessen Ausscheidungen das Grundstück, auf dem es sich bewegt, nicht überdüngt wird.“

              Setzt Du hier ökologische, (kreislauf-)wirtschaftliche und ethologische Kriterien (Tierwohl) gleich? Das würde ja voraussetzen, dass „die Natur“ etwas irgendwie Ausgewogenes wäre – wohl eher eine esoterische Ganzheitlichkeits-/ Wesenhaftigkeitsvorstellung.

              Das einfach mal so vorauszusetzen, ist gewagt. Da müsstest Du aber erstmal kreativ die Evolutionstheorie auseinandernehmen. „Intelligent Design“, Kreationismus, 6-Tage-Arbeitswoche, und jetzt der Fingerphilosoph. Viel Spaß!

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            • Brötchen sagt

              fingerphilosoph wenn du pfiffig wärst, hättest du auf die 10 Schweine auch mit Hilfe der stickstoffausscheidung kommen können. den Wert hätte ich ja genannt.
              1 Schwein pro Jahr 9 kg N × 10 sind 100 kg N pro ha. ( moderate n gabe)
              jetzt musst du noch einberechnen, das ja die 1 ha 1 Jahr für die schweinenutzung stillliegen, da ja die 100 kg N durch den Anbau einer frucht verbraucht werden sollen. also brauchst du für die 10 Schweine 2 ha mind. ich denke die Flächen sollten mind. 3 Jahre keine Schweine sehen. also brauchst du
              4 ha für 10 Schweine.

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            • fingerphilosoph sagt

              @ AdT
              Ich gehöre nicht zu den Erbauern von Paradies 2.0, dem von den Grünen und Ökis angestrebten Nachhaltigkeitsparadies, das übrigens, ganz nebenbei, mittels weiterer energiefressender Technik erbaut werden soll, weswegen die Meere und die Naturparks mit Tausenden von Windrädern zupflastert werden, ohne Rücksicht auf Insekten und Vögel.

              Ich habe schon häufiger dargelegt, dass ich kein Freund von Begriffen wie „Tierwohl“ oder „Tierleid“ bin. Das sind Kategorien von Veganern. Schmeiß mich nicht in einen Pott mit denen, das ist Dein Spielfeld, nicht meins.

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            • fingerphilosoph sagt

              @ Brötchen
              Da bleibe ich doch bei Rind/Kalb und Hammel/Lamm. Schmeckt sowieso besser als Schwein. Da diese Tiere sich von Gras ernähren und das Gras jedes Jahr nachwächst, habe ich 1 Rind pro Hektar zum Verzehr. Alois hat hier, wenn ich es noch recht weiß, mal einen Film gezeigt, wonach im Allgäu Bergweiden sogar kaputtgehen, wenn zu wenig Rinder auf der Fläche gehalten werden.

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            • Herrn Buchners Schweinhaltung ist zweifelsohne exotisch und hat in Bezug auf „Bewegungsmöglichkeiten“ der Mastschweine vielleicht Vorteile. Bei den Mutterschweinen gilt dies nicht, die werden, wenn ich es richtig verstanden habe, in Stallungen mit 7m2 Auslauf gehalten. Eigentlich handelt es sich hier bereits um einen „Systembruch“. Bei einer „ökologischen“ Bewertung kommt dieses Haltungsverfahren ebenfalls nicht besonders gut weg. 120 Mastschweine auf 5 ha macht einen Stickstoffanfall von ca. 21o kg N/ha und Jahr. Da auf diesen Flächen nichts angebaut wird (so habe ich es zumindest verstanden) findet auch kein Nährstoffentzug statt. Es kommt also zu einer enormen Eutrophierunmg der Flächen mit zunehmender Auswaschungsgefahr (Grundwasser).
              „Vermenschlicht werden die Schweine, die in Mastställen auf engem Raum zusammengepfercht werden und ihre Gülle in einer Abwassergrube gesammelt und später woanders hingebracht wird, denn genauso gehen Menschen mit ihren Ausscheidungen um.“ Sorry, diese Aussage halte ich für komplett verkehrt. Ein solche Handlungweise hat überhaupt nichts mit einer „Vermenschlichung“ zu tun, sondern eine solche ist schlicht sinnvoll, sie ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll.
              Es geht mir überhaupt nicht darum, Herrn Buchners Haltungsform schlecht zu machen, sondern darum, zu zeigen, dass ede Medallie zwei Seiten hat und eine verklärte Betrachtung nicht angebracht ist. Auf keinen Fall ist die vorgestellte Haltungsform ein Zukunftsmodell für die Veredlungswirtschaft in Deutschland, noch nicht mal, wenn der Fleischverzehr halbiert würde.

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            • fingerphilosoph sagt

              Wenn das Schwein einem von Menschen organisierten Produktionsprozess unterworfen ist, wird das Schwein vertechnisiert und damit vermenschlicht. Ich benutze das Wort „Vermenschlichung“ im Sinne von „Vertechnisierung“, denn das ist es, was den Menschen aus dem Tierreich hinaushebt und nicht seine Seele oder Gott oder dergleichen.
              Eine „ökologisch und ökonomisch sinnvolle“ Schweinehaltung ist eine nach menschlichen Überlegungen organisierte. Ein Tier einem von Menschen organisierten Produktionsprozess zu unterwerfen, kann man nicht als „tiergerecht“ bezeichnen. Wir sollten einfach mal damit aufhören, uns immer selber was in die Tasche zu lügen und zu dem stehen, was wir tun.

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            • „Eine „ökologisch und ökonomisch sinnvolle“ Schweinehaltung ist eine nach menschlichen Überlegungen organisierte. Ein Tier einem von Menschen organisierten Produktionsprozess zu unterwerfen, kann man nicht als „tiergerecht“ bezeichnen.“ D.h. dann aber auch, die Tierhalter können sich anstrengen wie sie wollen, sie werden nie eine tiergerechte Tierproduktion erreichen, und auch die Haltung von Hr. Buchner ist nicht tiergerecht.

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            • „Eine „ökologisch und ökonomisch sinnvolle“ Schweinehaltung ist eine nach menschlichen Überlegungen organisierte. Ein Tier einem von Menschen organisierten Produktionsprozess zu unterwerfen, kann man nicht als „tiergerecht“ bezeichnen.“

              Steht nicht schon in der Bibel, dass der Mensch sich das Tier untertan machen darf?
              Um die Tierhaltung ökologisch sinnvoll zu machen, muß man sie tiergerecht organisieren, das heißt eine Unterkunft bieten, die den speziellen Anforderungen des Tieres entspricht, damit sie rentabel wird.
              Wie das genau geht,weiß nur ein Landwirt, der Tagtäglich oft von Kindesbeinen an damit umgeht, aber kein Städter, der sich in irgend einem französischem Bett 140cm X 200cm rumaalt!

              Und noch was ist zu bedenken, wenn diese Unterkünfte für teuer Geld nicht gebaut worden wären, weil die Verbraucher ja danach verlangte, dann wären diese Tiere, die für die künftigen Verbraucher gezüchtet und aufgestallt werden, gar nicht geboren.

              In der Steinzeit waren noch nicht so viele Einwohner hier und auch nicht so viel Schlachttiere, da war es noch ausgewogen,
              aber wenn der Mensch sich breit macht?

              Dann braucht man Landwirte, Bauern und Förster, die alles im kleinen Rahmen halten. So schonend wie möglich!

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          • bauerhans sagt

            „Das Schwein ist uns Menschen anatomisch nun mal sehr verwandt.“

            aber eben nicht emotional,egoistisch oder aggressiv.

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        • Seine Kunden essen bewußter und weniger.
          Sie sind dadurch vielleicht gesünder.

          Also langsamere, alternative, gesündere Mast, Fleisch teurer deswegen nur noch Sonntagsbraten (einmal die Woche) und mehr Respekt vor der Kreatur.

          Da gibt es dann auch kein Marktschreier mehr, die Würste in die Menge schmeißt und sie dann für 10€ die ganze Tüte voll Wurst verkauft.
          Das müsste verboten werden.
          Die Würste kann man nicht mit Bananen (ist auch ne Schande) oder anderen Biligprodukten vergleichen.

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    • „Unabhängig davon, noch eine weitere Frage: Auf der Website ist zu lesen, dass das Fleisch eine hohe Auflage von kernigem Speck und viel intramuskulärem, leicht verdaulichen Fett hat.“

      Ja Fingerphilosoph,
      es stimmt, weil das Schwein physiologisch dem Menschen sehr ähnlich ist, kann er deshalb dessen Fett viel leichter verdauen, als das Rinderfett oder gar Pflanzenöl.
      Udo Polmer sagt,
      das Schweineschmalz steht unserem Hirnschmalz viel schneller zur Verfügung.

      Kann ich nach vollziehen, denn fremdes Fett muß ja erst zu körpereigenem umgewandelt werden.

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  8. Harald Müller sagt

    Schön anzusehen und sicher ein prima Nischen-Geschäftsmodell, wenn man über ausreichend hofnahe Flächen und wenige Nachbarn verfügt.

    Trotzdem:
    Mich hätten noch die Themen „Nitrateintrag“ und „Ammoniak-/Methanemissionen“ interessiert. Dazu ein paar Impressionen, wie die Flächen in einem nassen Winter aussehen. 😉

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    • Bauer Willi sagt

      Ja, es ist eine Nische. Der ganze Markt besteht aus Nischen. Ich kenne einen Betrieb, der 3.000 Strohschweine über eine Supermarkt-Kette vermarktet. Es geht also auch in größerem Stil, wenn der Vermarkter mitmacht.
      Aber auch so ist es ein gutes Beispiel dafür, dass man mit Eigeninitiative etwas erreichen kann.

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      • Harald Müller sagt

        Damit ich nicht falsch verstanden werde:
        Ich finde es ja auch gut, dass es solche Modelle gibt, und wünsche dem Betreiber weiterhin den Erfolg, der er offensichtlich bisher damit hat.

        Ich sehe nur die Gefahr, dass solche (sehr interessanten) Artikel mit dazu führen, diese Haltungsart als Mainstream-Lösung zu fordern, ohne auch deren Schattenseiten zu benennen. Und gerade in Sachen Grundwasserschutz funktioniert das nun mal nicht, auch wenn damit wie gerne gefordert eine Halbierung der Tierzahlen einher gehen würde.

        Zu Deinem Hinweis auf Strohschweine noch dies:

        Freilandhaltung auf unbefestigtem Boden ist noch mal ein ganz anderes Kaliber als Strohhaltung auf betonierten Flächen. Es geht ja nicht nur um den unkontrollierten Eintrag von Nährstoffen in den Boden, sondern auch um Hygiene und Seuchenprävention. Was macht denn der Betreiber, wenn sich mal ein hartnäckiger Keim einnistet, den der Strohschweinhalter „ganz einfach“ wegkärchert? Bodenaustausch?

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        • Hallo Harald, danke für deine Wünsche. Ich hoffe auch dass es noch lang Verbraucher geben wird, die mir die Tiere abkaufen.
          Wegen dem Nitrat: die Anzahl der Tiere ist so bemessen, dass im Schnitt nicht mehr als 170 kg N/ha ausgeschieden werden. Ein Gefahr für das Grundwasser sehe ich da nicht. Die Fläche wird ca 1/2 Jahr beweidet und danach angesät.
          Zur Hygjene: nach der Beweidung steht die Koppel i. D. R. 1 bis 2 Jahre leer. Es kümmern sich also die Witterungseinflüsse wie Frost und Trockenheit sowie der Bewuchs um Sauberkeit. Außerdem kann man ja noch pflügen. Die SchwHHygVO gilt hier genauso. Sprich Hygieneschleuse, geschütztes Futter und Strohlager…

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          • Harald Müller sagt

            Danke Johannes für die Erklärung.
            Ich sehe – soweit ich das überhaupt beurteilen kann – auch keine Probleme in Deiner Haltung, auch wenn ich Deine Argumentation in Sachen Nitrat nur bedingt teile. Schweine verhalten sich diesbezüglich ja doch ein wenig anders als Rinder, die ihren Fladen fallen lassen, wo sie gerade stehen.

            Mir geht es eher um das Große:

            Aktuell gibt es 27 Mio. Schweine in Deutschland (Höchstwert war übrigens um 1980 mit über 35 Mio).
            Selbst bei der gerne angeratenen Halbierung des Konsums und Abzug der 20% Export (die Fixiertheit des Verbrauchers auf edle Teile mal außen vorgelassen) lägen wir in erster Näherung noch bei ~10 Mio Schweinen. Bei insgesamt 16 Mio ha LNF in Deutschland.

            Wenn davon ein wesentlicher Teil in dieser Form gehalten werden soll, werden derartige (und viele andere) Fragen schon systemrelevant.

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          • Arnold Krämer sagt

            Für den Aufwuchs einer derart genutzten Weide werden keine 170 kg N benötigt. Folge: Nährstoffauswaschung
            Überall da, wo Nutztiere „befreit“ werden, entstehen Nachteile
            – durch Nitatbelastungen des Bodens
            – bei der Tiergesundheit, Verwurmung etc.
            – durch höhere Arbeitsbelastung
            – durch den Flächenverbrauch
            Gut, mit 500 € pro Schwein kann man einiges an einzelbetrieblichen Kosten abdecken. Die Umweltkosten, die man den konventionellen Bauern immer wieder vorhält, aber auch nicht.

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            • Brötchen sagt

              ich habe in der Tabelle nachgesehen pro Tier und Jahr fallen in der Mast bei n reduzierter Fütterung 9.6 kg N und 1.6 kg P an.
              die verwurmung ist ein Problem, bei flächendeckend dürfte man das hinbekommen. bei uns im NO sind einige haltungen mehrmals wegen brucelose geräumt worden. Ursache Eintrag Krähen o.ä.
              jetzt mit dem ASP Risiko drängen die veterinäre auf Aufstallung, die jetzt gekeult wurden wegen brucelose Warten erstmal ab.
              gekeult wird man sowieso ob im Stall oder nicht. es wird bei erhöhter gefahrenlage eine aufstallplicht geben. jeder Freiland und auslaufhalter ist gut beraten sich diesbezüglich Varianten zu schaffen.

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            • Ottmar Ilchmann sagt

              Zum Glück gibt es ja im Emsland keine „befreiten“ Tiere, so dass es dort auch keinerlei Probleme mit Nährstoffüberschüssen gibt. Und wenn doch, steht ja Ostfriesland als Entsorgungsgebiet zur Verfügung.

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            • Arnold Krämer sagt

              Brötchen
              Nein, nicht Flächenwechsel, sondern Flächenverbrauch, weil auf den Flächen während der Nutzung durch die Schweine keine wirklich nennenswerte pflanzliche Ertragsbildung stattfindet.

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            • Arnold Krämer sagt

              Herr Ilchmann
              Bleiben Sie doch beim Thema. Zyniker sind schon genug unterwegs
              Tip. Lesen Sie die nächste Ausgabe der DLG-Mitteilungen

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            • Brötchen sagt

              a. Krämer Willi will 90 ziger Boden stilllegen. ich bin hier auf 20 bis 30 er……ob da nun die 10 wildschweine drüber laufen, Fuchs oder Hase ist eh egal oder 1000 graugänsen.
              ich finde freilandhaltung nicht so schlecht, ist immer die Frage wo und ob gut gemacht. zur Zeit ist die sowieso aufgrund ASP so gut wie Tod.

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        • Duffy sagt

          Es ist immer wieder interessant wann welche Argumente auf den Tisch kommen. Wäre hier ein Großbetrieb vorgestellt worden, würde vermutlich auf die erhöhte Keimbelastung in den Ställen, Reinigungsbedarf, Medikamenteneinsatz usw. abgestellt worden.
          Geht es nun darum eine doch eher „naturbelassene“ Wirtschaftsweise darzustellen, kommen die hartnäckigen Keime ins Spiel aber dann doch eher als difuse Bedrohung als eine tatsächliche Gefahr. Scheint nicht so einfach in der heutigen Zeit Schweine zu halten …

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      • Obstbäuerin sagt

        Hallo Bauer Willi, das der ganze Markt aus Nischen besteht, sehe ich nicht. Auch wenn der LEH dem einen oder anderen eine Nische mit höheren Preisen bietet, liegt der Anteil aus meiner Sicht bei weniger als 5 %. Wie hoch der Anteil insgesamt ist, kann man nur vermuten. ich schätze mal 15-20 %. Es wäre aber mal interessant, darüber genauer Auskunft zu bekommen.

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        • Bauer Willi sagt

          Dazu könnte ich jetzt viel sagen. Es funktioniert aber immer dann, wenn man am LEH vorbei vermarktet. Du bist ja selbst ein Beispiel dafür.
          Klar ist auch, dass wir den LEH nicht ausschalten können, weil einfach die Bequemlichkeit der Kunden dafür spricht. Das hat jetzt nichts mit Verbraucherschelte zu tun, die Realität ist halt so.
          Es gibt aber auch außerhalb der Lebensmittel noch genügend Nischen. Tiernahrung, Verpackungsmaterial aus nachwachsenden Rohstoffen oder ähnliches.

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    • Ich habe einen Betrieb mit Freilandhaltung im Rahmen unseres „Schweinemästertages“ auch einmal besichtigt. Es war windig, hatte längere Zeit geregnet und es regnete immer noch leicht, kurzum nicht unbedingt ein Wetter bei dem man gerne im Freien arbeitet. Die Flächen waren stellenweise doch sehr morastig, was das äußere Erscheinungsbild doch trübte. Einige Vorstandsmitglieder haben dann berichtet, dass bei der Vorbesichtigung leichter Frost herrschte, die Sonne schien, kurzum ein Anblick wie im Bilderbuch. Ich möchte damit die Haltungsform nicht abwerten, aber alles hat halt seine zwei Seiten.
      Ein größeres Problem war laut Betriebsleiter die Verwurmung.

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  9. bauerhans sagt

    wahsinn,ein franke züchtet aus englischen und französischen schweinerassen ein „multikulti- schwein“ mitten in bayern.
    der csu wirds gefallen,allein der farbe wegen.

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