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Ein nüchterner Vergleich

Ich habe mal an einem Beispiel grob durchgerechnet, wie der direkte Vergleich beim Dieselverbrauch zwischen bio und traditionell aussieht. Nagelt mich jetzt nicht auf jede Zahl fest, es geht mir wirklich nur um einen groben Vergleich. Das Beispiel Mein Bio-Kollege und ich bekommen von einer Mühle den Auftrag, 600 dt Weizen zu liefern. Wir sollen beide dazu 10 Hektar Ackerfläche zur Verfügung haben. Die Biodiversität soll aber auch eine Rolle spielen. Die Verbrauchszahlen für die im Beispiel angeführten Maschinen und Geräte habe ich vom KTBL-Dieselbedarfsrechner (https://daten.ktbl.de/dieselbedarf/home.html) Mein Ertrag pro Hektar soll rund 100 dt betragen. Folglich benötige ich 6 Hektar für 600 dt. Auf dieser Fläche pflüge ich nicht, sondern mache Mulchsaat. An Pflanzenschutz kommt einmal Herbizid und dreimal Fungizid drauf, dreimal wird mit dem Schleuderstreuer gedüngt und schließlich kommt der Mähdrescher. Für diese Maßnahmen verbrauche ich rund 292 l Diesel. Macht pro Hektar rund 49 l Diesel. Der Bio-Kollege erntet rund 60 dt pro Hektar, also muss er seine gesamte Ackerfläche von 10 Hektar mit Weizen einsäen. Er pflügt und sät, dann wird gegen das …

Klima-Bilanz – die Fakten – Methan und Lachgas (2)

Im vorausgegangenen Artikel Klima-Bilanz – die Fakten- Kohlendioxid (1) habe ich mich mit dem CO2 beschäftigt. Jetzt soll es um Methan und Lachgas gehen. Wie aus der nachfolgenden Tabelle 2 des BMU zu entnehmen ist, ist die Landwirtschaft Hauptverursacher der Emissionen von Methan (ca.40 Mio. t)  und Lachgas (ca. 35 Mio. t). https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Klimaschutz/pi-thg_abbildungen_bf.p Methan Der überwiegende Teil des Methan in der Atmosphäre stammt aus natürlichen Quellen (Methanhydrat in den Meeren, in Mooren oder im Permafrostböden der nördlichen Hemisphäre.) https://bildungsserver.hamburg.de/treibhausgase/2056806/methan-quellen-und-senken/ Für Methan im landwirtschaftlichen Bereich werden vor allem Wiederkäuer, aber auch der Reisanbau verantwortlich gemacht. Zu den Wiederkäuern zählen Rinder, Schafe und Ziegen. Letztere sind zahlenmäßig vernachlässigbar. Die Zahl der Rinder ist  in Deutschland seit dem Jahr 2000 bis 2017 von 14,5 Mio. Tieren auf 12,3 Mio. zurückgegangen, bei Schafen von 2,7 Mio auf 1,8 Mio.. Ziegen wurden unverändert 0,1 Mio. gehalten. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/659045/umfrage/nutztierbestand-in-deutschland/ Folglich hat sich auch der Methan-Ausstoß verringert. Das Methan wird aber nicht von den Rindern gebildet, sondern von Bakterien in deren Mägen, von denen Rinder insgesamt vier haben. Es verlässt das Rindvieh ganz …

Staatliches Bio-Essensgeld

Der Co-Chef des Potsdam-Insituts für Klimafolgenforschung (PIK) schlägt vor, dass der Staat jedem Bundesbürger 300€ pro Monat zahlt, damit sie sich „ökologisch und nachhaltig produzierte Lebensmittel leisten können“. https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2019/04/potsdamer-klimaforscher-fordert-praemie-fuer-bio-essen.html Und weiter: „Essen darf in unserer Gesellschaft gar nicht teurer werden, weil die Menschen das Geld für andere Dinge brauchen„. Bauer Willi  

Regionales stärken

Bei einem Aufenthalt in Österreich ist mir das „Vulkanland-Schwein“ aufgefallen. Wer es nicht weiß: das Vulkanland liegt in der Steiermark. Und genau aus dieser Region stammt das Fleisch. Über 200 bäuerliche Familienbetriebe liefern ihre Schweine unter diesem Label. Die Ferkel dazu müssen in der Steiermark geboren und gemästet worden sein und werden auch in der Region geschlachtet. Eine der Voraussetzungen ist auch eine Fütterung mit überwiegend heimischen Futtermitteln aus dem eigenen Anbau. Mehr darüber hier: Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen Nun hat sich die Vereinigung rund um das Vulkanland-Schwein eine besondere Aktion einfallen lassen. Sie verschenken 2.500 Saatgut-Beutel mit Blütenpflanzen (siehe Foto) an alle Bürger. Das Saatgut reicht für rund 50 qm. So sollen die Mitbürger angehalten werden, auch in ihrem Garten etwas für die Artenvielfalt zu tun. Eine tolle Aktion. Und das Fleisch ist auch lecker 🙂 Bauer Willi

Man stelle sich einfach mal vor…

… dass sich die Trockenheit dieses Frühjahrs fortsetzt. Dass es eben doch nicht regnet und der Weizen zwar noch Ähren ausbildet aber keine Körner. Dass der Mais noch eine Höhe von 1 m erreicht und dann auch vertrocknet. Dass die Kartoffeln zwar noch Laub ausbilden, aber keine Knollen. Für die Zuckerrüben fehlt schließlich das Wasser in den tieferen Bodenschichten, wie es im letzten Jahr noch da war. Totalausfall. Bei Raps könnte man noch mit einem „Blauen Auge“ davonkommen und 2 t/ha ernten. Das ist aber, verbunden mit dem Anbaurückgang, dann auch deutlich weniger als in den vorhergegangen Jahren. Ja, man könnte beregnen. Aber auch nur der, der eine Beregnungsmaschine hat. Wenn man sich die vom Nachbarn ausleiht (sofern er dazu überhaupt bereit ist) woher nimmt man dann das Wasser? Der Wasserstand in den Talsperren für die Versorgung der Bevölkerung sinkt dramatisch. Wasser wird rationiert, Autowaschen verboten. Was für ein Aufschrei! Autowaschen verbieten! Ja wo leben wir denn? Glauben Sie, dass die Bauern dann Wasser aus dem Hydranten nehmen dürfen? Übrigens sinken die Wasserpegel in den …

Ackergifte…

Wer bestimmt, welche Bedeutung einem Wort zukommt? Eine schon fast philosophische Frage. Mit Sicherheit werden jetzt wieder einige entrüstet schreiben, dass doch vollkommen klar ist was Ackergifte sind und das damit natürlich „Pestizide“ gemeint sind, die den Boden und unsere Lebensmittel „verseuchen“.  Auch wieder so ein Begriff. Eine Seuche ist laut Wikipedia „eine hochansteckende Infektionskrankheit“ und nichts anderes. https://de.wikipedia.org/wiki/Seuche.  Im engen Wortsinn sind Ackergifte Gifte, die vom Acker kommen. Genau so wie Pflanzengifte Gifte sind, die von Pflanzen stammen. Wenn man sich die Gifte, die in Pflanzen vorkommen, einmal durchliest, kann einem im wahrsten Sinne des Wortes „schlecht werden“. Und im Falle von Tollkirsche, Buchsbaum, Maiglöckchen oder Alpenveilchen kann man auch schon mal nach dem Verzehr „den Löffel abgeben“. Für immer.   https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_giftiger_Pflanzen Wenn euch also mal jemand sagt, dass man Ackergifte doch verbieten müsste, so könnt ihr ihm getrost sagen, dass ihr das auch so seht. Nur dass es leider nicht möglich ist. Ackergifte, wie ich sie meine, sind etwas vollkommen Natürliches. Mit Sicherheit wird sich daraus eine interessante Diskussion ergeben. 🙂 Übrigens: wer …

Es geht schon wieder los…

Über 20 Jahre kannte ich dieses Bild nicht mehr: Blattläuse an jungen Rübenpflanzen. Winzig klein sitzen sie auf der Unterseite der ersten Laubblätter, die sich dann oft auch schon kräuseln und so auf einen Befall hindeuten. Nun könnte man ja sagen, dass die Saugschäden an den jungen Pflanzen tolerierbar sind. Doch die Gefahr lauert ganz woanders: beim Saugen übertragen die Blattläuse, besonders die „Grüne Pfirsichblattlaus“ einen Virus, den Rüben-Vergilbungs-Virus, der im Zuckerrübenanbau gefürchtet ist. Er führt später im Jahr zum Aufhellen der Blätter und zu erheblichen Ertragsausfällen. 1994 wurde mit Imidacloprid ein Wirkstoff zugelassen, der der Pillenhüllmasse von Zuckerrüben zugefügt wurde, der dann von den jungen Rübenpflanzen mit den Wurzeln aufgenommen wurde und so die Pflanze eine Zeitlang vor Blattläusen schützte. Und zwar nur die Rübenpflanze, denn nur das einzelne Saatkorn wurde mit dem Wirkstoff versehen. Dies war im Rübenanbau ein gewaltiger Fortschritt, denn die sowohl ökologisch als auch ökonomisch kritisch zu sehende Behandlung der gesamten Ackerfläche konnte so entfallen. Seit 2019 sind diese insektizide Beizen nicht mehr zugelassen. Ein Schutz gegen Blattläuse besteht also …

Das hat allen Spaß gemacht!

Heute mal was zum Entspannen. Nachdem ich neulich in einer dritten Klasse eine Unterrichtsstunde mit dem Thema Landwirtschaft gestalten durfte, habe ich heute mit einigen Kindern auf dem Schulgelände eine Bienenweide gesät. Alle waren mit großer Begeisterung bei der Sache. Und gelernt haben auch alle was. Hier ein paar Bilder. (mit Einverständnis zur Veröffentlichung) Für die Experten: gesät haben wir die Tübinger Mischung. https://www.tuepedia.de/wiki/T%C3%BCbinger_Mischung Das mit der Aussaatstärke haben wir individuell gestaltet… 🙂   Bauer Willi

Gekaufte Agrarpolitik?

Bildquelle: ARD Ich habe mir die Sendung gestern abend in der ARD, trotz später Stunde, doch noch angesehen. Hier der Link: http://mediathek.daserste.de/Reportage-Dokumentation/Die-Story-im-Ersten-Gekaufte-Agrarpolit/Video?bcastId=799280&documentId=62367506 Ich kenne Valentin Thurn, der die Reportage gemacht hat, persönlich gut und er war auch schon bei mir auf dem Hof. Daher bin ich etwas befangen, weil er mir als Mensch eigentlich ganz sympathisch ist. Filmisch ist der Beitrag gut gemacht, was anderes hätte ich auch nicht von ihm erwartet. Inhaltlich habe ich allerdings so meine Probleme denn eigentlich hätte er das Fragezeichen hinter dem Titel „Gekaufte Agrarpolitik“ gleich weglassen sollen. Im gesamten Beitrag wird der Eindruck erweckt, dass die Agrarpolitik tatsächlich gekauft ist. Was als investigativ verkauft wird, ist seit langem bekannt: viele Funktionäre in Politik und Verbänden sind in Aufsichtsräten oder in anderen Funktionen von Unternehmen vertreten. Dazu hätte es den Film nicht gebraucht. Das ist übrigens nicht nur in der Agrarbranche so und das ist eines meiner Probleme. Warum wird dies jetzt, vier Wochen vor der Europawahl thematisiert?  Warum am Beispiel der Landwirtschaft? Wenn man sich den Schnitt des Filmes …

Klima-Bilanz – die Fakten – Kohlendioxid CO2 (1)

In zwei Artikel möchte ich die Situation um Klimagase und Landwirtschaft beleuchten. Im ersten Teil geht es um CO2 (Kohlendioxid), im zweiten Teil um Methan und Lachgas. Im April 2019 hat das Bundesumweltministerium ein Papier vorgelegt, in dem die Treibhausgasemissionen nach Verursacher beziffert sind. https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Klimaschutz/pi-thg_abbildungen_bf.pdf Es handelt sich um die derzeit gültige Fassung. In der ersten Veröffentlichung hatte sich das BMU im Sektor Landwirtschaft verrechnet und fälschlicherweise eine Zunahme herausgegeben. Dieser Fehler wurde kurz danach korrigiert. Die Landwirtschaft ist am Kohlendioxid-Ausstoß mit 2,9 Mio. t beteiligt. Das entspricht einem prozentualen Anteil von 0,4% an der Gesamt-CO2-Menge in Deutschland. Diese erstaunlich niedrige Zahl ist so in den Medien kaum zu finden. Und noch mal zur Verdeutlichung. Allein die Energiewirtschaft emittiert das Hundertfache. der Verkehr mehr als das 55-fache. Die oben aufgeführte verlinkte Tabelle ist auf der Seite des BMU unter der Rubrik Klima-Bilanz zu finden. Diese Überschrift ist  irreführend, weil in einer wirklichen Bilanz Input und Output aufgeführt wird. Bei den Emissionen wird aber lediglich aufgeführt, was die jeweiligen Branchen in die Atmosphäre entlassen haben. Die …