Bauer Willi
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Klima-Bilanz – die Fakten – Kohlendioxid CO2 (1)

In zwei Artikel möchte ich die Situation um Klimagase und Landwirtschaft beleuchten. Im ersten Teil geht es um CO2 (Kohlendioxid), im zweiten Teil um Methan und Lachgas.

Im April 2019 hat das Bundesumweltministerium ein Papier vorgelegt, in dem die Treibhausgasemissionen nach Verursacher beziffert sind.

https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Klimaschutz/pi-thg_abbildungen_bf.pdf

Es handelt sich um die derzeit gültige Fassung. In der ersten Veröffentlichung hatte sich das BMU im Sektor Landwirtschaft verrechnet und fälschlicherweise eine Zunahme herausgegeben. Dieser Fehler wurde kurz danach korrigiert.

Die Landwirtschaft ist am Kohlendioxid-Ausstoß mit 2,9 Mio. t beteiligt. Das entspricht einem prozentualen Anteil von 0,4% an der Gesamt-CO2-Menge in Deutschland. Diese erstaunlich niedrige Zahl ist so in den Medien kaum zu finden. Und noch mal zur Verdeutlichung. Allein die Energiewirtschaft emittiert das Hundertfache. der Verkehr mehr als das 55-fache.

Die oben aufgeführte verlinkte Tabelle ist auf der Seite des BMU unter der Rubrik Klima-Bilanz zu finden. Diese Überschrift ist  irreführend, weil in einer wirklichen Bilanz Input und Output aufgeführt wird. Bei den Emissionen wird aber lediglich aufgeführt, was die jeweiligen Branchen in die Atmosphäre entlassen haben. Die Land- und Forstwirtschaft dürfte nach meinem Dafürhalten die einzige Branche sein, die CO2 bindet, also aus der Atmosphäre entnimmt. Dies sind zum einen die Pflanzen, zum anderen auch der Boden, der das Kohlendioxid dauerhaft im Humus binden kann. Dieser Vorgang – Sequestrierung genannt – wird in Untersuchungen der TU München mit realistischen Werten von bis zu 2 t pro Hektar und Jahr angegeben. Bei einer Acker- und Grünlandfläche von rund 16 Mio. Hektar bedeutet dies eine Bindung von rund 32 Mio. t CO2. Bei dem aktuellen Preis eines CO2-Zertifikates von etwa 20 € pro t entspricht dies einem Wert von rund 640 Mio. € oder 40 € pro Hektar. Genau genommen müsste also beim CO2-Handel dieser Betrag den Landwirten gutgeschrieben werden. Die zeitlich begrenzte Speicherung in Ackerkulturen oder Wald wurde in dieser Rechnung nicht berücksichtigt, denn beim Absterben der Pflanzen wird das Kohlendioxid ja wieder freigesetzt.

Berechnet man folglich eine richtige Bilanz, so ergibt sich nur für den Bereich Acker und Grünland ein Saldo (32 – 2,9) von 29,1 Mio. t CO2 zugunsten der Landwirtschaft. Und das ist doch eine gute Botschaft.

Den Gedanken kann man übrigens weiterspinnen. Wie kann die Landwirtschaft noch mehr CO2 binden? Wie lässt sich noch mehr Dauerhumus aufbauen?  Mit der Rückkehr zum Pflug sicher nicht, denn der erreicht gerade das Gegenteil.

Bei der Diskussion um den Klimawandel sollten daher auch die positiven Effekte jeglicher Landbewirtschaftung einfließen. Landwirtschaft produziert nicht nur Lebensmittel, sondern auch Sauerstoff. Und der ist für das Leben auf der Erde essentiell.

Bauer Willi

P.S.: Wer sich für die CO2-Bilanz von Elektro-Autos interessiert, sei dieser Artikel empfohlen. Es geht um den Vorwurf, die Autoren hätten die Bilanz zu Lasten der E-Autos gerechnet.

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/auto-verkehr/der-co2-ausstoss-der-elektroautos-16157418.html

Wer sich für die CO2-Emissionen weltweit interessiert, findet hier viele interessante Daten: (Daten werden im Internet Explorer nicht vollständig angezeigt)

https://ourworldindata.org/co2-and-other-greenhouse-gas-emissions#co2-emissions-global-and-regional-trend

(Aufrufe 6.363 gesamt, 5 heute)

61 Kommentare

  1. Inga sagt

    „Berechnet man folglich eine richtige Bilanz, so ergibt sich nur für den Bereich Acker und Grünland ein Saldo (32 – 2,9) von 29,1 Mio. t CO2 zugunsten der Landwirtschaft. Und das ist doch eine gute Botschaft.
    Den Gedanken kann man übrigens weiterspinnen. Wie kann die Landwirtschaft noch mehr CO2 binden? Wie lässt sich noch mehr Dauerhumus aufbauen? “

    Durch mehr Moorböden?

    Könnte auch zur Aufgabe der Landwirtschaft gehören. Oder es ist notwendig, dass sie die Aufgabe mit übernimmt, dass muß auch die Politik verstehen und fördern.
    Nicht allzu für den LEH produzieren und dem in den Rachen schieben!
    Eben, die Landwirtschaft hat auch andere Aufgaben:

    ²Bei der Diskussion um den Klimawandel sollten daher auch die positiven Effekte jeglicher Landbewirtschaftung einfließen. Landwirtschaft produziert nicht nur Lebensmittel, sondern auch Sauerstoff. Und der ist für das Leben auf der Erde essentiell“.

    4+
  2. Friedrich sagt

    @Gepard. Ich habe für unseren Betrieb das durchrechnen lassen. Die LK Niedersachsen macht das nach intern. Standards. Diesel , Pflanzenschutzmittel , Düngemittel und alles weitere was in der Produktion verwendet wird, wird einbezogen.Es wird alles auf die Einheit Fleisch, Getreide , Kartoffeln ,Zuckerrüben usw. gerechnet. Durch die Ertragssteigerungen und den immer effizenteren Einsatz aller Produktionsmittel hat sich der Einsatz je erzeugter Einheit um rd. 40% verringert. Am Beispiel Zuckerrüben kann in dir berichten , daß der Ertrag bei fast unveränderten Mitteleinsatz sich fast verdoppelt hat. So hat sich hier die CO2 oder auch Klimabilanz bei uns um rd. 47% verbessert.

    3+
    • Stadtmensch sagt

      Hinzu kommen die energetischen und materiellen Aufwendungen für die Herstellung der Maschinen und des Anteils an der Infrastruktur für die Abwicklung der weiträumigen Stoffströme (notwendig geworden aufgrund der Aufgabe des Prinzips „ganzer Landwirt“. Wie überall: Produktivitätsfortschritt wird mit wahnsinnigem Rohstoff- und Energieaufwand erkauft. Die Schweizer haben das für ihre Landwirtschaft von der AgroScope ausrechnen lassen: Faktor 2,5 für die Gestehung einer Nahrungskalorie (ohne nachgelagerte Bereiche, https://tageswoche.ch/wirtschaft/die-minus-kalorien-der-schweizer-landwirtschaft/). Die haben übrigens auch 5 verschiedene Ernährungskonzepte miteinander verglichen. Das für Menschen Bekömmlichste würde mit einer Minderung der Umweltfolgen um 60% einher gehen. Fleisch und Pflanzenöl wurden dabei als Komponente marginalisiert.

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      • Mark sagt

        Ja, Stadtmensch, also, entweder Tankstutzen anflanschen, damit der Traktor- und Schiffsdiesel direkt in den gentechnisch veränderten Schweizer fliesst als Energieschub, oder nochmals 15 Meter Dünndarm implantieren, dann braucht der Schweizer keine Migros mehr, sondern nur noch einen Ballen frisches Gras. Die Arbeitspausen dürften etwas mehr werden, da Wiederkäuen halt doch eine Zeit benötigt.
        Gentechnisch noch unausgereift ist der Umbau der Verdauung auf Plastikabfälle. So etwa fünf leere Joghurtbecher und 20 alte Knistersäckchen dürften dann wohl schon als Zwischenmahlzeit durchgehen.
        Zur Not könnte man gentechnisch auch die Verdauung auf Holz erweitern, dann bekäme der Weihnachtsbaum noch eine kulinarische Note (nicht nur eine mit Brennwert).*

        *Dieser Kommentar ist geklaut, aber trotzdem treffend.

        2+
        • Bauer Fritz sagt

          Hallo Marc
          Ich kann dir berichten wie folgt:
          Pflanzenschutzmittel im Essen, Plastik in der Ernährung, Lebensmittelverschwendung – das alles haben junge Menschen sooooo satt.
          Und sie tun was dagegen !!!
          Und sie zeigen es aller Welt.
          Damit nichts mehr verschwendet wird, essen sie jetzt Lebensmittel mit der Schale und mit der Verpackung.
          https://www.krone.at/1912604
          https://www.stern.de/neon/feierabend/-shell-on-challenge—der-duemmste-internet-trend-seit-langem-8683198.html

          Vielleicht wäre doch in die Schule gehen wieder mal ratsam.

          1+
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Also ich mache auch so was ähnliches, von einem Schwein esse ich auch die Zunge, die Nieren, Herz, Leber, Hirn, den Magen, und die Füßchen, die Plastikverpackung lasse ich jedoch außen vor. 😉

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            • Inga sagt

              Ja und die Bananenschale kommt auf den Misthaufen, äh Biotonne und die Plastikverpackung da drum eben in den gelben Sack.

              Wäre alles Essbare in der Naturverpackung bräuchten wir keinen gelben Sack dafür!
              Dafür kämpfen die jungen Leute!

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              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Bevor die jungen Menschen auf die Straße gehen, sollten die mal bei sich selbst anfangen und dauerhaft dabei bleiben.
                Ich möchte nicht wissen, wie viele nach der Demo bei MC Donalds vorbeigeschaut haben.

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        • Stadtmensch sagt

          Hab noch nichtmal Reiswaffeln probiert. Und jetzt gleich mit Holz anfangen?
          Es ist mir auch unbegreiflich wie du als „Schlichtingianer“ hier in einem Mückenhausen-Blog so laut sein kannst 😉

          1+
      • Thomas Apfel sagt

        In der Vorindustriellen Zeit haben die Hersteller der Lebensmittel und ihre Energielieferanten und Arbeitshelfer, die Zug und Haustiere fast die gesamte auf dem Feld produzierte Energien selbst vertilgt. Will sagen, der Output an Kalorien aus dem System Landwirtschaft war gleich null, weil fast alle Menschen irgendwie Vieh hatten, geackert oder gegärtnert haben. Diese schwachsinnigen Betrachtungen zur „Nahrungskalorie“ tun so, als müsste diese Energie vom Himmel fallen und nicht durch vorherigen Energieaufwand entstehen. Die eingesetzte „Fremdenergie“ in der Landwirtschaft ist VORAUSSETZUNG für euer Leben in Städten, für jegliche Industrialisierung und die ganzen tollen Freizeitspielchen mit der ihr die Zeit wieder ausfüllen müsst, die durch die nicht mehr notwendige harte Handarbeit in der Nahrungsmittelherstellung überhaupt erst frei wurde.

        5+
        • Stadtmensch sagt

          Sehe ich auch so. Wobei ich immer noch überzeugt bin, dass ich in meinem Gärtchen mit moderater Handarbeit mehr Kalorien pro m² erzeuge als ihr auf dem Acker. Ok – ich vielleicht nicht, aber ein Profi. Ganz zu schweigen vom Input Output Verhältnis.

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  3. Gephard sagt

    Sind bei der Landwirtschaft eigentlich die Bereiche Mineralische Produkte (Dünger), Chemische Produkte (Pflanzenschutz) und Verkehr (Feldarbeit, Transport) mit einbezogen oder wurden sie für die anderen Kategorien herausgerechnet? Was wäre die heutige Landwirtschaft z.b. ohne die Chemische Industrie und umgekehrt? Die Verquickungen lassen sich doch nicht so leicht vereinfachen wie es das Diagramm suggeriert.

    1+
    • Bauer Willi sagt

      Im Detail wird das nur das BMU wissen. Es wurden ja die Verursacher angegeben. Ob die Trecker auf dem Feld nun zu Verkehr gezählt werden, kann ich nicht sagen. Ich kann aber nur vermuten, dass sie der Landwirtschaft zugerechnet werden. Wenn dann noch Dünger und Pflanzenschutz unter Industrie gezählt werden, müssten die CO2-Emissionen der Landwirtschaft ja gegen Null gehen.

      Das Diagramm suggeriert überhaupt nichts! Es stellt die Zahlen des BMU nur grafisch dar. Bitte unterlassen Sie solche Unterstellungen!

      7+
      • Gephard sagt

        Zum Verkehr gehört ja auch der Transport der Futtermittel. Ist deren außereuropäische Produktion im Bereich Landwirtschaft inbegriffen?

        Natürlich suggeriert das Diagramm, dass sich zum Beispiel die Energiewirtschaft trennscharf vom Verkehr, der Abfallwirtschaft oder den mineralischen Produkten abgrenzen lässt. Wozu zählen z.B. Müllverbrennungsanlagen? Was ist mit der Müllabfuhr?

        Meiner Ansicht nach kann ein derartiges Diagramm nur ein Zerrbild abliefern. Die Abfallwirtschaft kommt nicht nur nicht ohne Verkehr aus, sie bringt auch gleich mehr Verkehr auf die Straße. Zählt man die Müllabfuhr nun zum Verkehr, verfälscht dass den Einfluss der Abfallwirtschaft. Zählt man sie zur Abfallwirtschaft, schneidet der Verkehr besser ab. Ich bezweifle, dass die Abfallwirtschaft CO2-Neutral ist oder gar kein CO2 emittiert.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Warum wird die Stromproduktion auf der Dächern landwirtschaftlicher Betriebe dem Gewerbe zugerechnet, obwohl sie auf landwirtschaftlichen Dächern befinden?

      2+
      • Inga sagt

        damit wir auch Gewerbesteuern bezahlen müssen

        Ob das auch so wäre, wenn wir pelletiertes Stroh für Hochöfen zur Strom- oder Wärmegewinnung verkaufen würden?
        Oder normales für Biogasanlagen?

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  4. Friedrich sagt

    Die Windkraftanlagen, Biogasanlagen und die PV-Anlagen , die die Bauern betreiben werden
    nicht den Bauern , sondern der Energiewirtschaft angerechnet. Allein die Biogasanlagen vermindern den Methanausstoß . Würde sämtliche Energieproduktion der Bauern und der Humusaufaufbau den Bauern angerechnet ,wären wir im positiven Bereich. Dazu kommt noch , daß wir bei vermindertem Energieeinsatz seit 1990 rd. 40% mehr Getreide, Rüben ,Kartoffeln , Fleisch usw. erzeugen. Dies hat nur die Landwirtschaft geschafft. Unsere Effizienz ist unter dem Weltmarktpreisdiktat der EU wahnsinnig gestiegen . Die bezahlen die Bauernfamilien mit Selbstausbeutung. In einem Marktbericht stand , daß 75% der Bauern jedes Wochenende arbeiten. In der anderen Wirtschaft liegt dieser Wert bei rd. 14%. Zahlen die zu Denken geben sollten.

    17+
    • Bergbäuerin sagt

      Die Produktion von Energie hat nun einmal nichts mit Landwirtschaft zu tun, egal, wer sie betreibt. Landwirtschaft ist Primärproduktion, und darum geht es.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Es ist nicht richtig, dass einerseits die Emissionen den Landwirten vorgehalten wird, obwohl der Landwirt kaum was selbst davon isst.

        Bei einer von den beiden PV Anlagen, habe ich 96 Tonnen CO2 eingespart

        2+
      • Inga sagt

        Aber die Sachen (z.B.Grünroggen, Mais) für die Biogasanlagen sind doch auch Primärproduktion, oder?

        Egal ob Hafer für den Pferdemotor zum Gütertransport oder Diesel für den LKW beides sind Energiearten für die Gütertransport!

        0
  5. Martin Hofstetter sagt

    Lieber Willi,
    du hat bei deiner CO2 Betrachtung leider den Bereich Landnutzung (LULUCF= land use, land use change, forestry) außen vor gelassen und nur den Quellbereich Landwirtschaft angeschaut (in dem es vor allem um Lachgas und Methan geht). Klingt kompliziert, ist es auch. Beim Thema Landnutzung wird geschaut, inwiefern CO2 in den Böden (und im Wald) gespeichert oder abgebaut wird . Und das ist ja eigentlich der Bereich, der dich interessiert. Und da sieht es es für die Landwirtschaft leider gar nicht gut aus. Liegt vor allem an der Nutzung von entwässerten moorigen und anmoorigen Böden (Grünland wie Acker, auch Biobetriebe sind davon in ähnlicher Weise betroffen.)
    Und du hast sicher recht. Das Potential, im Boden mehr Kohlenstoff zu speichern ist groß. (siehe Sepp Braun in Freising). Die Realität ist aber leider eine andere. Selbst die Biobetriebe erreichen im Schnitt nur langsam eine geringe Kohlenstoffanreicherung in ihren Böden. Und die ist ja auch limitiert. Ich fürchte, dass wird alles vorne und hinten nicht reichen. Da bin ich mal ganz bei Greta. Wichtig ist vor allem sofort die weltweite Waldrodung für Agrarprodukte zu beenden. Da wäre ich schon froh und fürs Klima viel getan. Und dann die Moorstandorte anders oder gar nicht mehr zu bewirtschaften
    Kannst du alles im Detail bei UBA, Thünen Institut oder WBA nachlesen.
    Ich schick dir gleich mal per mail ein paar gute Quellen.
    LG
    Martin

    2+
    • bauerhans sagt

      „Wichtig ist vor allem sofort die weltweite Waldrodung für Agrarprodukte zu beenden…. Und dann die Moorstandorte…..“

      na dann mal los nach Brasilien,Indonesien und ins Emsland.

      4+
      • Arnold Krämer sagt

        Im Emsland sind alle Moorstandorte schon vor Jahrzehneten in fruchtbare Sandmischkulturen mit hohen Ertragspotentialen umgewandelt worden. Da ernten die Bauern bei gutem Grundwasserstand und optimaler Niederschlagsverteilung schon mal 100 dt Weizen oder 13 dt Körnermais pro ha. und Jahr!!
        Viele echte, auch beackerte Moorstandorte gibt es dagegen in Ostfriesland, im Ammerland und im Oldenburgischen.

        2+
        • Arnold Krämer sagt

          …..und dort trifft es wieder die armen Milchviehhalter, denn die bauen auf ihren beackerten Moorflächen oft jahrelang hintereinander Silomais an.
          … oder die Biogasbauern, denn die bauen ihren Mais dort auch teilweise auf Moorstandorten an.

          1+
          • Inga sagt

            Na, dann weißt du, was denen für Subventionen zusteht, wenn die diese Bewirtschaftung weglassen sollen, damit das natürliche Moor auf ihren Flächen wieder wirken soll.

            Arbeit werden die dann da noch haben, aber eine andere, oder?

            0
      • Martin Hofstetter sagt

        Brasilien und Indonesien sind wir schon unterwegs,
        Emsland kommt dann noch…

        2+
        • Arnold Krämer sagt

          In dieser Antwort wird unser Problem in D sichtbar!
          Blinder, ideologischer Eifer ohne viel Sach- und Ortskenntnis!

          3+
    • Bauer Willi sagt

      Lieber Martin,
      vielen Dank für die Quellen. ILUC und LULUCF dürften in Deutschland nicht die große Rolle spielen. Ich darf da ja auch jedes Jahr neu viele Formulare ausfüllen, dass ich für meine Zuckerrüben keinen Regenwald gerodet habe. 🙂 Fällt mir aber leicht. Mit Sepp Braun habe ich ja 2018 in der Heinrich-Böll-Stiftung fast eine Stunde unter Moderation von Benedikt Haerlin diskutiert. Mit dem kann ich mich ganz gut messen, was Kohlenstoffanreicherung angeht. Wahrscheinlich bin ich sogar noch besser als er. Für Indonesien und Brasilien kann ich jetzt nicht sprechen, aber dieses Argument führt auch Felix zu Löwenstein in Diskussionen immer gerne ins Feld. Ihr könnt mich ja bei Greenpeace anstellen und ich kümmere mich dann vor Ort davor. Aber nur, wenn ihr ein anständiges Gehalt bezahlt, ich bin ja Experte :-).

      Mir geht es in dem Artikel auch eher darum, dass die positiven Seiten der Landbewirtschaftung mal nach vorne kommen. Darüber redet kaum einer und das gehört zu der vollständigen Geschichte eben auch dazu.

      Wir werden die Welt gemeinsam retten. Denn nur so geht es.

      5+
      • bauerhans sagt

        „ich kümmere mich dann vor Ort…“

        du brauchst aber min. einen Bodygard!

        1+
    • Bauer Fritz sagt

      Beschreiben sie damit nicht ein Hauptproblem rund um den Dauer-Alarmismus der selbsternannten und vorgeblichen Weltretter-Truppe. Wenn es irgendwo auf der Welt irgendein Problem gibt hat Deutschland sicher damit zu tun und es ist sicher in Deutschland noch viel schlimmer. Und dann gehört zumindest sofort alles verboten und eine mindestens ebenso sofortige xxx-Wende her, weil sonst geht hier fast ganz sicher morgen die Welt unter. Und irgendeine Gretl hat das sicher auch geweissagt.

      6+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Sie wissen schon, dass der Beitrag von Bauer Fritz die Sicht eines nicht Deutschen widerspiegelt.
          Oder haben sie nicht mitbekommen, dass Bauer Fritz kein deutscher Staatsangehöriger ist, würde mich nicht wundern.

          0
    • Jochen Böhrer sagt

      Wie oft wollen Sie EINE Rodung und EINE Landumnutzung einrechnen und ihren Jahresanteil bestimmen? Unsere Moore wurden schon vor Jahrunderten kultiviert. Andere Flächen schon vor Jahrtausenden. Und wenn nicht die Grünen an die Macht kommen, werden sie noch Jahrtausende lang wieterbewirtschaftet werden. WIE stark spielt also der Faktor Landumnutzung in den jährlichen Ausstoß rein?
      Was die Umnutzung in Südamerika betrifft: Der Sojaextraktionsschrotimport Europas und Deutschlands hat sich seit dem Jahr 2000 nicht erhöht. Also sind unsere Tierhalter für keine Landumnutzung der letzten 20 Jahre verantwortlich. Und wissen Sie, wie lange auf dne gerodeten Flächen noch Landwirtschaft betriben wird? 10 Jahre oder 100000? Wenn nicht, wie wollen Sie dann eine belastbare Zahl der Klimagase durch Landumnutzung darstellen? Wenn man das Thema Soja betrachtet, so fällt auf, dass ALLE tatsächlichen oder meist angedichteten negativen Folgen des Sojaanbaus zu 100% dem Futter angrechnet werden obwohl es nur das Nebenprodukt der Sojaölgewinnung ist. Ist das Seriös? Und im Zusammenhang mit Eiweißfuttermitteln darf man eine große Einsparmöglichkeit für Klimagase nicht unerwähnt lassen: Die Wiederzulassung von Tiermehl aus schlachtabfällen für Schweine und Geflügel!

      5+
  6. Mark sagt

    Ich habe mein Rigorosum im Fach Bodenkunde bei Prof. Schlichting gemacht und wehe, man hat den Namen Mückenhausen auch nur erwähnt geschweige dessen Standartbuch besessen (Schlichting hatte nämlich sein eigenes), Schlichtings Zorn war einem gewiss!
    Humusaufbau gelingt nur mit richtiger Düngung, Fruchtfolge, Zwischenfruchtanbau, Strohmanagement und sinnvoller Bodenbearbeitung, bei der der Pflug kein Ausschlusskriterium sein muss.

    5+
      • Bauer Willi sagt

        Egal, ist angekommen. Wer ist Prof. Schlichting? Nie gehört…:-)
        Aber wir beiden sollten uns jetzt nicht streiten, wie man Humus aufbaut. Machen wir es einfach…

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          • Arnold sagt

            Bevor die „Bonner“ und „Hohenheimer“ sich hier weiter streiten: Der Beste war – vor allem als Hochschullehrer – Brunk Meyer aus Göttingen.
            Der hatte in den 70er Jahren im 4. Semester Bodenkunde am Freitag Vormittag den Hörsaal immer voll mit Leuten, auch mit solchen, die schon wussten, dass sie später im Hauptstudium den Schwerpunkt Ökonomie oder Tier wählen würden. Und freitags nachmittags waren die bei den Exkussionen im Göttinger Umland auch noch dabei.

            0
            • bauerhans sagt

              wegen der ausgewogenheit!
              den bodenkundler Dr.Clemens Arkenstette von der FH Osnabrück möchte ich hier erwähnen.

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  7. Bergbäuerin sagt

    Also, die CO² – Speicherung von Boden und Pflanzen der Landwirtschaft zugute zu halten, geht schon zu weit. Wenn ein Landwirt nichts mehr tut und seinen Grund verwildern lässt, wächst in den meisten Fällen von selber auch irgendetwas, was CO² speichert und Sauerstoff produziert. Es kann nur darum gehen, in welchem Maß Landwirtschaft die natürlichen Prozesse imitiert oder eben nicht. Man müsste sie mit dem Urwald vergleichen.

    2+
    • Bergbäuerin sagt

      Umgekehrt halte ich nichts davon, Nutztieren ihren CO²- und Methanausstoß vorzuwerfen. Denn wem soll der Klimaschutz denn dienen, wenn nicht dem Leben auf diesem Planeten, und da gehören neben dem Menschen auch Tiere und Pflanzen dazu. Das heißt nicht, dass man die Zahl der Nutztiere nicht reduzieren sollte, aber im Hinblick auf andere Probleme: Stickstoffhaushalt bzw. Ernährungssicherheit für die Menschheit.

      4+
      • Bergbäuerin sagt

        Sonst können wir gleich damit anfangen, dem Menschen vorzuwerfen, dass er solche Gase absondert.

        1+
      • Inga sagt

        Ach, einen Vergleich braucht am schon, und kann man abwägen, was man reduziert, oder Bergbäuerin?

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  8. Mark sagt

    Lieber Willi,
    „Mit der Rückkehr zum Pflug sicher nicht, denn der erreicht gerade das Gegenteil.“ Warum verbreitest Du fake news? Lies mal das:
    http://www.agrarforschungschweiz.ch/artikel/2007_09_1304.pdf
    Der größte Feind des Humusaufbaus ist nicht der Pflug. sondern die neue Düngeverordnung. Dass dem BMU/UBA/BFN im Zusammenhang mit Landirtschaft permanent Fehler unterlaufen, die dann auch nch immer zu Lasten der LW gehen, ist schon etwas seltsam.

    4+
    • Heinrich Steggemann sagt

      Stimme zu.
      Mit der Festlegung von 2 to CO2 pro Hektar werden auch 50 kg Stickstoff pro Hektar fest verbaut. Wo soll der herkommen, wenn zukünftig in roten Gebieten nur noch 20% unter Bedarf gedüngt werden darf????

      4+
    • Bauer Willi sagt

      Diese Untersuchung widerspricht allem, was bisher in der Bodenkunde „state of the art“ ist! Ich habe mein Rigorosum im Fach Bodenkunde bei Prof. Mückenhausen, dem Bodenkunde-Papst gemacht. Und eine ganz praktische Erfahrung: Seit über 15 Jahren machen wir in unserem Betrieb Mulchsaat auf 100% der Flächen (kombiniert mit konsequentem Zwischenfruchtanbau). Seitdem sind die Humusgehalte gestiegen.

      Es ist bei diesem Ergebnis wohl so wie mit der Hummel: Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sie eigentlich nicht fliegen kann. Sie tut es trotzdem. 🙂

      6+
      • Georg Summerer sagt

        Und dieses Frühjahr fliegen bei uns so viele Hummeln wie schon lange nicht mehr. Sind so scheint es doch nicht tot!

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        • Inga sagt

          Das ist doch von Jahr zu Jahr verschieden, ja nach Witterung!
          Und was bietet die Landwirtschaft den Hummeln?
          Wo hast Du sie gefunden, Georg?

          Sie werden ja auch für Gewächshäuser zum Bestäuben der Nutzpflanzen gezüchtet.

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          • Georg Summerer sagt

            Die Hummeln waren bei uns nie ganz weg, man muss nur genau hinschauen und die Natur beobachten, dann sieht man sie und viele andere Insekten auch. Dieses Jahr sind es aber auffällig viele dieser Wildbienen und sie fliegen überall herum, da muss man aufpassen dass die Haustüren und Fenster zu sind. Um unseren Ort sind ca 600 bis 700 Hochstammobstbäume, so genau weiss ich das gar nicht, 120 gehören uns, für Bienen aller Art ein Paradies.

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