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SAUEREI!

Bald ist Weihnachten. Vielleicht suchen Sie ein Buch, dass „etwas anders“ ist. Ein Buch über Landwirtschaft ohne Idylle, mit einer persönlichen Sicht der Dinge, an der man sich auch reiben kann. „Die Leute haben doch alle keine Ahnung, wollen uns aber vorschreiben, wie wir Landwirtschaft zu betreiben haben“. Genau das war meine Meinung, als ich mich 2015 hingesetzt habe, nachdem mich der Piper-Verlag angerufen hat, ob ich nicht ein Buch schreiben wollte. Das wollte ich ursprünglich nicht, ich wollte „meine Ruhe haben“. Doch mit einer solchen Einstellung erreicht man nichts, gar nichts! Also müssen wir unseren Mitbürgern erzählen, was wir machen, wie wir es machen und warum wir es so machen wie wir es machen. Ohne erhobenen Zeigefinger und ehrlich, ohne etwas zu beschönigen. Deshalb habe ich dann, nach einer Probephase, meine persönlichen Gedanken und Meinungen zu den vielen kritischen Themen rund um die Landwirtschaft wie Massentierhaltung, Monokulturen, Gentechnik, Pestizide, verseuchtes Grundwasser, geschredderte Küken und alle weiteren bekannten Skandale zu Papier gebracht. Aus meiner ganz persönlichen Sicht als Bauer, die man teilen kann, aber nicht muss. Einfach …

Lebensmitteleinzelhandel – Die Botschaft ist angekommen

Ich weiß nicht, ob es das in den letzten Jahren  so schon mal gegeben hat: Bauern und bedeutende Vertreter des LEH sitzen sich direkt gegenüber. Nicht in Wirklichkeit, aber digital. Am Freitag, 11.12.2020 trafen sich Vertreter von Lidl, Aldi, Rewe und Edeka mit Vertretern von LsV Deutschland und Cloppenburger Landwirten. Letztere waren der Auslöser, dass es überhaupt dazu gekommen ist. Weil Dirk Andresen, Sprecher von LsV Deutschland mich gefragt hatte, konnte ich mit dabei sein. Ich bin ja kein Mitglied. Gleich zu Beginn: Es wurde eine gemeinsame Pressemitteilung für Freitag Abend verabredet. Gegen 19:00 Uhr erfuhren wir, dass diese Pressemitteilung in den Kreisen des LEH einen erheblichem Abstimmungsbedarf und Genehmigungen notwendig machte, so dass mitgeteilt wurde, dass mit der Pressemitteilung aus Sicht des LEH nicht vor Montag zu rechnen ist. Dann muss sie ja noch die Abstimmung mit der landwirtschaftlichen Seite erfahren. Aber wie heißt es so schön: „was lange währt…“. Was kann also gesagt werden, ohne der gemeinsamen Presseerklärung vorzugreifen: Die erste Stunde verlief sehr harmonisch. Innerhalb kurzer Zeit konnte bei zwei Punkten volles …

Globales Ziel: Landwirtschaftliche Produktivität verdoppeln

Die UNO hat 17 Ziele (Global Goals)  für die globale Entwicklung formuliert. Eines davon ist die Beendigung des Hungers. http://www.bmz.de/de/themen/2030_agenda/17_ziele/ziel_002_hunger/index.html Dazu gehört die Maßnahme, die landwirtschaftliche Produktivität zu verdoppeln. In der nachfolgenden Rede von Minister Müller wird aber auch die Widersprüchlichkeit von Zielen und Maßnahmen offensichtlich. Sie ist zwar aus dem Jahr 2016, aber zur Darstellung der Widersprüche auch heute noch gültig. http://www.bmz.de/de/presse/reden/minister_mueller/2016/juni/160623_Rede-Minister-Mueller-bei-Konferenz-Politik-gegen-Hunger.html Es erinnert mich an den Satz: „Es muss etwas passieren, aber es darf nichts geschehen.“

Supermarkt-Check

Ich hab da was interessantes gefunden: Einen Supermarkt-Check, der die verschiedenen Lebensmittel-Konzerne klassifiziert. https://www.oxfam.de/supermarkt-check Oxfam macht das vor allem mit Parametern, die die Menschenrechte betrachtet. In Deutschland ist Edeka Schlusslicht. International übrigens auch. Lidl ist vorne mit dabei. Auch international. Mir kommt da so eine Idee: Wir könnten doch auch einen neuen Supermarkt-Check mit anderen, uns wichtigen Parametern füllen. Beispiel: Wer zahlt die besten Erzeugerpreise? Wer zahlt pünktlich? Wer hält die Verträge auch wirklich wortgetreu ein? Wer versucht nicht, nach Vertragsabschluss trickreich die Preise zu drücken? Was fällt euch noch so ein? Schreibt es in die Kommentare.

Schweinefleisch – volle Taschen

Dieser Artikel wird sehr kurz. In der ersten Grafik seht ihr die Preisentwicklung für Schweinefleisch. Das bekommt der Erzeuger. Aktuell sind es 1,19 €/kg Schlachtgewicht, der bisher niedrigste Preis der letzten drei Jahre. In der zweiten Grafik seht ihr Verbraucherpreis (steigend) Marktspanne (steigend) und Erzeugerpreis (fallend) In der unteren Grafik seht ihr, dass der Verbraucherpreis für Schweinefleisch gegenüber dem Vormonat um 0,4% gestiegen ist, gegenüber dem Vorjahr um 6,0%. Irgendjemand zwischen Stall und Teller (Farm and Fork) macht sich da gewaltig die Taschen voll… Das ist auch der Grund, warum die Bauern auf der Strasse sind https://www.ami-informiert.de/ami-maerkte/maerkte/ami-fleischwirtschaft/ami-meldungen-fleischwirtschaft/single-ansicht?tx_aminews_singleview%5Baction%5D=show&tx_aminews_singleview%5Bcontroller%5D=News&tx_aminews_singleview%5Bnews%5D=22865&cHash=18d90d01c24c33c2c9aeb4460a5f9b01 https://www.facebook.com/BauernverbandSchleswigHolstein/photos/a.329685690456055/3678147712276486/ https://www.ami-informiert.de/ami-maerkte/maerkte/ami-maerkte-verbraucher/meldungen/single-ansicht?tx_aminews_singleview%5Baction%5D=show&tx_aminews_singleview%5Bcontroller%5D=News&tx_aminews_singleview%5Bnews%5D=22837&cHash=81ce52d76a96fe5e4af53a93b34e66bd

Stell Dir vor, Du bist der Chef…

Stell Dir vor, Du bekommst von den Chefs von Aldi, Lidl, Rewe und Edeka die Einladung zu einem Gespräch, um Verbesserungen für die deutschen Landwirte (incl. Obst- und Weinbau etc.) zu erreichen. Nun musst Du überlegen, was Du in dem Gespräch erreichen willst. Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt werden: Nach dem Gespräch liegen konkrete Ergebnisse vor Mit den Ergebnissen sollten möglichst viele Landwirte einverstanden sein Die Forderungen müssen vom LEH erfüllbar sein, also realistisch sein Die Ergebnisse sollen über den Tag hinaus wirksam sein, also nicht nur momentane Probleme lösen Die Ergebnisse sollen von Bürgern und Verbraucher nachvollziehbar sein Das Erste, dass viele nun nennen würden, ist vermutlich ein höherer Preis für das von ihnen produzierte Lebensmittel. Mit dieser Forderung sind mindestens drei Voraussetzungen nicht erfüllt. Selbst wenn man die Forderung für alle in Deutschland hergestellten Agrarrohstoffe stellen würde, ist es kaum vorstellbar, dass die Punkte 1,3,4 und 5 erfüllt sind. Und was würde passieren, wenn zum Beispiel zum 1. Januar 2020 der Erzeugerpreis für Milch auf 40 Cent oder für Schweinefleisch auf 1,60 €/kg SG …

Erst Lidl, jetzt Aldi…und…?

Diese Pressemitteilung haben Aldi Nord und Aldi Süd heute, Sonntag 6.12. um 9:30 Uhr herausgegeben ALDI_Pressemitteilung_Landwirtschaft Ich finde das sehr bemerkenswert. Und bevor jetzt wieder die üblichen Kommentare kommen, wie zum Beispiel „ob die das ernst meinen?“ „haben wir schon 100 mal gehört“ „die sitzen doch am längeren Hebel“ überlegt erst einmal, was an dieser Pressemitteilung positiv ist. Eines weiß ich schon: es ist die Tatsache, dass Aldi sie geschrieben hat! Und dann überlegt, was ihr sagen wollt, wenn ihr bei den Gesprächen dabei seid. Und das schreibt ihr bitte in die Kommentare!

Die Blockade

Was bisher geschah (bzw. was ich davon mitbekommen habe): Am vergangenen Sonntag haben sich Landwirte im Raum Cloppenburg entschlossen, ein Auslieferungslager des Discounters Lidl zu blockieren. https://www.zdf.de/nachrichten/heute-sendungen/landwirte-demonstration-lidl-lager-cloppenburg-video-100.html Zum Protest und der Blockade äußerte sich Bundesminister Klöckner in einer Videobotschaft und zeigte Verständnis für die Landwirte https://www.facebook.com/watch/?v=206448050949178   Nachdem die Blockade mehrere Tage durchgezogen wurde, kam es zu einem Telefonat mit dem Firmenchef Klaus Gehrig, der darauf hin ein Angebot über 50 Millionen € machte. https://www.n-tv.de/wirtschaft/Lidl-hilft-Landwirten-mit-Millionenspritze-article22213091.html Kurz darauf erfolgten Pressemeldungen von diversen Organisationen, (die sich weder mit den Landwirten in Cloppenburg abstimmten noch im Detail informiert waren). Der DBV bezeichnete den Betrag als „Trostpflaster“. Ähnlich äußerten sich auch andere Organisationen, in Unkenntnis, dass die Landwirte in Cloppenburg das Angebot am Nachmittag ablehnten. Hier die Pressemitteilung: Pressemitteilung Fair Trade für Bauern Hier dazu ein sehenswerte Beitrag des NDR: https://www.ardmediathek.de/ndr/video/hallo-niedersachsen/landwirte-lehnen-50-millionen-angebot-von-lidl-ab/ndr-niedersachsen/Y3JpZDovL25kci5kZS8wNjg5NzdhMC0wMTVjLTQyYzAtOTI5OS0wZWRkMGIzZjc0NWI/ Übrigens äußerten auch Greenpeace, Foodwatch und der BUND ihr Verständnis für die Aktionen der Landwirte und unterstützten deren Forderungen. Wann hat es das zum letzten Mal gegeben? Meine persönliche Bewertung der derzeitigen Sachlage Die jungen Landwirten in Cloppenburg …

Vertrackt…

Ein passender Beitrag der Süddeutschen Zeitung über das aktuelle Geschehen. https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/bauern-proteste-blockaden-gipfel-kloeckner-1.5136363 Habe heute den ganzen Tag nur telefoniert. Deshalb auch nicht mehr Text. Muss jetzt erst mal durchatmen. Am Wochenende will ich eine Krippe basteln. Das steht schon seit Wochen auf meiner to-do-Liste….

Interpoma – der Welt-Apfel-Kongress

Auf dem Welt-Apfel-Kongress ging es einen halben Tag lang um das Thema Bürger und Bauern. Ich war eingeladen, konnte aber, wie alle anderen Redner leider nicht nach Bozen fahren sondern habe den Vortrag von zuhause aus gehalten. Alle Vorträge findet ihr unten im Link. Ich kann alle Vorträge sehr empfehlen. Und natürlich geht es in den späteren Fachvorträgen um alle Fragen rund um den Apfelanbau. Da konnte ich allerdings nicht mehr folgen. Aber für unsere Apfel- und Obstspezialisten sicher sehr interessant. Ich esse gerne Äpfel… Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen