Alle Artikel in: Bauer Willi

Engagement für eine besondere Kultur

Familie Kremer (weder mit mir verwandt noch verschwägert, wohl aber gute Bekannte) setzen sich für eine Kultur ein, die im Rheinland fast in Vergessenheit geraten ist: Die rheinische Ackerbohne. Sie sorgen auch dafür, dass sie in neuen Märkten ihren Absatz findet. So wird es zum Beispiel mit heimischen Bäckern zu Brot verbacken. Auch als Hummus kann man es einsetzen. Regionaler geht nicht. Hier ein toller Bericht: https://www.ardmediathek.de/video/ard-buffet/regionale-genuesse-rheinische-ackerbohne/das-erste/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzE1NDA0NjI/ Ich finde, die beiden machen das richtig gut. Das ist nicht nur eine gute Werbung für die Ackerbohne, sondern auch für die Landwirtschaft insgesamt. Und vielleicht versucht ihr auch mal das Ackerbohnen-Brot. Gibt es aber bisher nur im Rheinland.

Zur Diskussion die Pressemeldung einiger Teilnehmer der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) die sich an die Politik richtet. 2021_-_142_PM_DBV__DNR_Sondierungen Hier der entsprechende Text, den ich zur Diskussion stelle. Zu Beginn der Sondierungsgespräche zur Bildung der neuen Bundesregierung appellieren insgesamt zehn Agrar- und Umweltverbände gemeinsam an die Parteien, die in der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) errungenen Kompromisse auch in den Sondierungsgesprächen und in einer Koalitionsvereinbarung zu berücksichtigen: Aus Sicht von Prof. Dr. Kai Niebert, Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR) ist die Politik gefragt: „Wenn gleichzeitig Höfe und Insekten sterben, wenn gleichzeitig Landwirt:innen und Naturschützer:innen auf den Straßen stehen und wenn eine Politik jedes Jahr Umwelt- und Gesundheitsschäden im dreistelligen Milliardenbereich verursacht, ist klar: Die neue Bundesregierung muss umsteuern – und zwar grundlegend. Vor vier Monaten haben wir gemeinsam in der Zukunftskommission Landwirtschaft ein Konzept zur Rettung von Höfen und Natur vorgelegt. Die Sondierungen der neuen Koalition für die Landwirtschaft sollten somit nach zwei Worten beendet sein: ZKL umsetzen.“ Der Vize-Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Werner Schwarz, sieht nur in einer kompletten Umsetzung der ZKL Zukunftsperspektiven für die Landwirtschaft: „Ohne …

Schweinekrise, Agrardialog und der Kampf um die Meinungshoheit

Was derzeit im deutschen Schweinemarkt los ist, hat es in der Nachkriegszeit wohl so noch nicht gegeben: Afrikanische Schweinepest, Corona, niedrigste Erlöse bei gleichzeitig immer weiter steigenden Futterkosten sowie höhere Energiekosten führen dazu, dass hier in Deutschland sowohl Ferkelerzeuger als auch Mäster aufgeben müssen. Wenn Ferkel von 25 kg Gewicht für 18 € abgegeben werden müssen, versteht wohl auch der normale Bürger, dass damit kein Geld verdient werden kann. Und wenn die Schlachthöfe die Preise für 1 kg Schweinefleisch auf 1,20 € abgesenkt haben, führt das bei steigenden Kosten in den Ruin. Mit der Mast ist kein Geld zu verdienen ist (die billigen Ferkel fangen viel auf), aber die Ferkelerzeuger sind auf dem sicheren Weg in den Ruin sind. Niedrige Preise hat es immer mal gegeben. So wie die Rahmenbedingungen jetzt sind, scheint sich diese Krise aber in den nächsten Monaten fortzusetzen. Damit stellt sich für viele Betriebe die Frage, wie lange sie noch Geld mitbringen müssen, um Ferkel zu erzeugen oder Schweine zu mästen. Hört man sofort auf oder hofft man (weiter) auf eine …

Industrielle Landwirtschaft – was ist das?

Gestern, am Sonntag-Nachmittag, ging es in einer WhatsApp-Gruppe von – zumeist jüngeren – Landwirtinnen und Landwirten um den Begriff „industrielle Landwirtschaft“. Ich habe den, zugegebenermaßen provokativen, Vorschlag gemacht, dass wir als Landwirte den Begriff selbst aktiv nutzen und „positiv aufladen“, wie es heute neudeutsch heißt. Auslöser war unter anderem ein Video, in dem ein alter Kartoffelroder gezeigt wurde PTZN6378[1] und ein Mitkommentator daraufhin einen nagelneuen Roder mit mehreren Kameras und allen sonstigen Finessen zeigte . POPG1568[1] Alle waren der Meinung, dass das ein Fortschritt ist. Dieser neue Kartoffelroder ist natürlich ein Symbol für eine industrielle Landwirtschaft, denn die aufwändige Handarbeit wurde durch ausgefeilte Technik ohne Menschen ersetzt. Gleiches gilt im Prinzip für jeden Mähdrescher, jeden Rübenroder, die Sämaschine und den Düngerstreuer. Alles Arbeiten wurden zuvor von Menschen mit Hand oder unter Mithilfe von Pferden erledigt. Die Technisierung war und ist ein Fortschritt. Vermutlich wird dieser technische Fortschritt, der zur Industrialisierung der Landwirtschaft geführt hat, von unseren Mitmenschen kritisch gesehen. Sie verstehen zwar, dass niemand mehr die schwere Arbeit machen will (sie selbst schon mal garnicht), aber …

Nachhaltigkeitstrend Ernährung – und die passende Studie

Kaum ein Begriff wird derzeit so inflationär verwendet wie der Begriff  „Nachhaltig“. Da ist es nur logisch, dass sich auch die Ernährungsindustrie diesem Trend anschließt. Passend zur Anuga hat der BVE eine Studie anfertigen lassen, die tatsächlich interessant zu lesen ist. Anuga-Studie-Nachhaltigkeitstrends-in-der-Ernaehrungsindustrie-2021 Ab Seite 16 geht es um pflanzliche Tierersatzprodukte. Gemeint sind nicht nur Fleischersatz, sondern auch Milchersatzprodukte, die einen immer breiteren Raum einnehmen. Hier ein Auszug: „In allen drei Kategorien der Milchersatzprodukte zeigt sich ein stärkeres Wachstum als in den entsprechenden Kategorien der Milchprodukte. Dies macht sich besonders in der Kategorie Joghurt bemerkbar, wo die durchschnittliche jährliche Markteinführung von traditionellen Joghurtprodukten zwischen 2016 und 2020 einen Rückgang von 5,5 Prozent verzeichnete, verglichen mit einem Wachstum von 19,5 Prozent bei pflanzlichen Joghurt-Alternativen.“ Was Fleischersatzprodukte angeht, so nimmt dieser Markt zu, hat aber noch keine kritische Größe erreicht. Auch hier ein Textauszug: „Der Wert von in Deutschland produziertem Fleisch und Fleischerzeugnissen betrug im Jahr 2020 rund 38,6 Milliarden Euro – und damit mehr als das Hundertfache des Wertes der Fleischersatzprodukte.“ Auch sonst sind in der Studie …

Lidl und Kaufland: regionale Eier in Brandenburg aus den Niederlanden

Die Meldung ist nicht ganz aktuell, aber ein schönes Beispiel, wie der Lebensmitteleinzelhandel wissentlich betrügt. Schlimm ist auch, dass es keine wirklichen Folgen hat, wenn die Händler dem Verbraucher niederländische Eier als regional verkauft. Seine Erklärung: „sei es Verbrauchern geläufig, dass Lebensmittel europaweit vermarktet werden und man unter „unsere Landwirte“ die des Binnenmarktes in ganz Europa verstünde.“ https://www.topagrar.com/gefluegel/regionale-eier-von-lidl-und-kaufland-kommen-aus-den-niederlanden-12638835.html?utm_source=Maileon&utm_medium=email&utm_campaign=2021-07-29+top+agrar+NEWS+Donnerstag&utm_content=https%3A%2F%2Fwww.topagrar.com%2Fgefluegel%2Fregionale-eier-von-lidl-und-kaufland-kommen-aus-den-niederlanden-12638835.html Man darf gespannt sein, wie die rechtliche Auseinandersetzung ausgeht.

Fleisch ist gut fürs Klima

Das klingt erst mal sehr provokativ. Auch die Aussage, „dass man nicht die ganze Welt vegan ernähren kann“ ist es. Das Besondere daran ist, dass diese Aussagen von Urs Niggli kommen, der bis vor kurzem Leiter des Forschungsinstitutes für biologischen Landbau in der Schweiz war. https://www.blick.ch/politik/agraroekologe-urs-niggli-sagt-warum-fleisch-gut-fuers-klima-ist-wir-koennen-nicht-die-ganze-menschheit-vegan-ernaehren-id16752635.html Verständlich wird es dann, wenn man weiß, dass rund zwei Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche weltweit Grünland ist. Dieses kann nur über die Tierhaltung in für uns verwertbare Nahrung umgesetzt werden. Das sagt er zur konventionellen Landwirtschaft: „Die Landwirtschaft ist zu intensiv, aber das liegt nicht nur an den Landwirten. Viel einschneidender sind Bevölkerungswachstum und Ernährungsweise.“ Und er hat auch Ideen, wie die Lebensmittelproduktion sich in den nächsten Jahrzehnten verändert.

Auf Chemie verzichten?

Es diskutieren Werner Eckert vom SWR mit Prof. Holger Deising, Agrarwissenschaftler, Universität Halle-Wittenberg Prof. Dr. Maria Finckh, Expertin für ökologischen Pflanzenschutz Guido Höner, Chefredakteur der Fachzeitschrift „top agrar“ Die Radio-Sendung dauert 45 Minuten. Es sind einige erhellende Momente dabei. Man kann die Sendung auch im Hintergrund hören, zum Beispiel beim Anstreichen… https://www.swr.de/swr2/leben-und-gesellschaft/spritzen-oder-schuetzen-koennen-bauern-auf-chemie-verzichten-swr2-forum-2021-01-25-100.html

Nicht alles ist Klimawandel

Nachdem das Hochwasser an Erft und Ahr etwas aus den Schlagzeilen verschwunden ist, kann man darüber vielleicht etwas stressfreier diskutieren. Wenn dann noch eine Tageszeitung aus der Schweiz dem Leser eine statistische Auswertung zum Lesen anbietet, ohne eine Meinung vorzugeben, so ist dies sehr hilfreich, um sich eine eigene Meinung zu bilden. https://www.nzz.ch/international/deutschland/klimawandel-hochwasser-deutschland-ld.1636734?mktcid=nled&mktcval=166_2021-07-22&kid=nl166_2021-7-22&ga=1&trco= Ebenfalls in der NZZ, (die einige „Westfernsehen“ nennen, weil sie Fakten bringt, die in Deutschland nicht zu lesen sind) werden die typischen Argumente der Klimaleugner zwei Klimaforschern vorgelegt, die dazu ihre wissenschaftliche Meinung abgeben. Sehr interessant zu lesen. https://www.nzz.ch/wissenschaft/klimawandel-forscher-antworten-auf-die-argumente-von-skeptikern-ld.1468011

Kühe fressen CO2

Die Schweizer sind schon ein pfiffiges Völkchen. Pfiffig sind auch die Journalisten, die von einem Bauern berichten, der Holzkohle an Kühe verfüttern und so das Klima rettet. https://www.srf.ch/news/schweiz/neue-idee-fuer-den-klimaschutz-kuehe-fressen-co2-weg?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE Ich bin ehrlich: so ganz verstanden habe ich das Prinzip noch nicht. Oder ist da eventuell ein Denkfehler drin???