Alle Artikel in: Bauer Willi

Liebe Frau Konrad, lieber Herr Backhaus, guten Tag Frau Künast

Sie sind die Leiter der Delegation Ihrer Partei für die Koalitionsverhandlungen im Bereich Landwirtschaft. Heute beginnen Sie damit, sich auf ein gemeinsames Papier zu einigen. Das ist im Bereich Landwirtschaft sehr einfach, denn es wurde hervorragende Vorarbeit geleistet. Vor wenigen Tagen wurde Ihnen in einer zweieinhalbstündigen Veranstaltung von den Teilnehmer der Zukunftskommission Landwirtschaft das Ergebnis präsentiert. https://www.zklimdialog.de/ An diesem Papier waren 30 verschiedene und gesellschaftlich relevante Organisationen beteiligt. Die Landwirtschaft war ebenso vertreten wie Natur- und Tierschutz. Auch die Verbraucherverbände und der Handel haben über ein Jahr verhandelt und ein Ergebnis erzielt, dass alle ohne Ausnahme unterschrieben haben. Dieses Papier ist exakt der Gesellschaftsvertrag, der von allen, auch von Ihnen, eingefordert wurde. Alle, also wir, die Bauern, aber auch die Gesellschaft, erwarten, dass Sie dieses Papier nicht nur „zur Kenntnis nehmen“, sondern in allen Punkten umsetzen. Sie sind als Volksvertreter gewählt und somit Diener des Volkes. Das Volk wird durch die in der ZKL arbeitenden Organisationen vertreten. Dienen Sie dem Volk. Das ist Demokratie.

LEH – Erpressung als Geschäftsmodell?

Mir ist klar, dass der Begriff „Erpressung“ ein hartes Urteil ist. Aber wie sonst will man es nennen, wenn die Einkäufer des Lebensmitteleinzelhandels die Erzeuger mit mafiaähnlichen Methoden zu Preiszugeständnissen zwingen? Die nachfolgende Reportage schildert in anderthalb Stunden zuerst, mit welchen Methoden die Einkäufer die Erzeuger unter Druck setzen. https://www.zdf.de/arte/arte/page-video-artede-auslaufmodell-supermarkt-100.html Dann folgt eine Darstellung, wie sich die großen Lebensmittelketten europaweit zu Einkaufsgesellschaften zusammengeschlossen haben und damit über Einkaufsvolumina von 200 Milliarden € verfügen. Mir war das bisher unbekannt. Zu Wort kommen auch Insider, die die Praktiken der Einkäufer belegen können. Manche Schilderungen klingen unglaublich, entsprechen aber der Realität. Doch die klassischen Supermarktketten sind alarmiert, denn nun drängt Amazon auch auf den Lebensmittelmarkt. In der letzten halben Stunde  wird über die Konkurrenz des Lebensmitteleinzelhandels berichtet. Mit dem Kauf von Whole Foods hat sich Amazon die Kompetenz beschafft, um anschließend die eigene Sparte Amazon Fresh zu gründen. Damit nimmt der Konzentrationsprozeß immer weiter zu. In den eigenen Märkten kann Amazon mit dem „intelligenten“ Einkaufswagen ohne Kassen arbeiten, aber ein sehr detailliertes Bild über das Verhalten seiner Kunden …

Sofa-Event: Vom Acker ins All

Ankündigung: „Bei diesem Sofa Event dreht sich alles um einen relativ jungen Forschungsbereich, der in der Fachsprache als „Phänotypisierung“ bezeichnet wird. Er zielt darauf ab, den Einfluss von Umweltfaktoren auf die Entwicklung und den Ertrag von Pflanzen zu entschlüsseln. Dabei werden Daten auf vielen Ebenen gesammelt – auf dem Feld, aus der Luft und tatsächlich auch aus dem All. Wie die Vermessung der Pflanzen funktioniert und warum die Forschung hoch aktuell und relevant ist erklären Professor Schurr und Mitarbeitende seines Fachbereichs anschaulich in kurzen Präsentationen. Dabei werden einige Hightech-Geräte live vorgestellt und natürlich auch Zuschauerfragen beantwortet.“ https://www.pflanzenforschung.de/de/events/alle-events/2021-10-27-vom-acker-ins-all Ich habe mich angemeldet. Geht ja bequem vom Sofa aus… 🙂

ZKL – Zukunft Landwirtschaft – wie reagiert die Politik?

Wie reagiert die Politik auf die Ergebnisse der Zukunftskommission Landwirtschaft? Das konnte man am 19.10.2021 in einem zweieinhalbstündigen Livestream mitverfolgen. Den Link dazu findet ihr hier: https://www.zklimdialog.de/ Ich habe die komplette Veranstaltung verfolgt. Was ich persönlich für besonders sehenswert halte: ab Min 39:00 den Impulsvortrag von Prof. Veerman, ehem. Landwirtschaftsminister NL (Dauer 12 min) weil er in besonderer Weise die Bedeutung der Landwirte und Landwirtinnen heraushebt. Desweiteren macht er klar, dass die Veränderungen nur dann funktionieren können, wenn sie europaweit umgesetzt werden. ab Min 1:11:30 bis 1:21:20 die Präsentation von Kathrin Muus, Landjugend und Myriam Rapior BUNDjugend, die in 10 Minuten die aus ihrer Sicht wichtigsten Punkte des ZKL-Papiers vortragen. Es hat mir persönlich wohl einige Male der Atem gestockt, wenn Frau Rapior über die Reduktion der Tierhaltung, die Wiedervernässung von Mooren und andere Forderungen zum Klima- und Artenschutz spricht und dabei betont, „dass man sich darauf geeinigt hat“. Wenn Frau Muus danach über Regionalität spricht, so ist das mehr ein Wunschkonzert als realistisch umzusetzen, weil ein wichtiger Spieler nicht in die Verantwortung genommen wird: …

Die grüne Inflation

Dass ausgerechnet der „Spiegel“ diesen Begriff verwendet, ist schon bezeichnend. Gemeint sind die Kosten, die für den Klimaschutz aufgewendet werden sollen. Davon war ja vor der Bundestagswahl nicht die Rede. https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/klimapolitik-wie-schlimm-wird-die-gruene-inflation-a-e17ce265-76a4-4773-8e9e-2f3727c8e433 Es gibt auch Prognosen der Bundesregierung, wie teuer alleine die Energiewende werden wird: https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/energiewende/was-bringt-was-kostet-die-energiewende-394146  Von schlappen 550 Mrd. € ist die Rede. Aber Achtung: dieser Artikel ist uralt und berücksichtigt wohl nicht den Beschluss zum Aussstieg aus der Kohle. Neuere Rechnungen des Ifo-Institutes sagen folgendes: „Die kumulativen systemischen Mehrkosten für die Energiewende bis 2050 liegen je nach Randbedingungen zwischen 500 Milliarden Euro und mehr als 3000 Milliarden Euro.“ https://www.ifo.de/node/43785 Man darf gespannt sein, wie der Bürger reagiert, wenn die Energiekosten weiter in dem Maße steigen, wie sie es derzeit tun. Was in diesen Szenarien noch nicht berücksichtigt ist: der Preis für Lebensmittel wird in den kommenden Monaten drastisch ansteigen. Aber dazu später mehr.  

Mit unredlichen Mitteln

Nicht ganz leicht zu verstehen, aber eine Riesen-Sauerei. Vielleicht fragt man Herr Häusling (Grüne) mal, warum er so etwas duldet. Er ist doch bei den Ampel-Gesprächen für den Bereich Landwirtschaft dabei. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

Brötchen werden kaum teurer!

Das Getreide wird teurer, das Mehl auch. Hier mal eine Rechnung, für wie viel Cent Mehl in einem Brötchen steckt, (gerundete Zahlen) und um wieviel teurer es aufgrund der höheren Weizenpreise werden dürfte. Ein Brötchen wiegt rund 50 g. 37 g davon sind Mehl. Bei einem Vermahlungsgrad (Anteil Mehl vom Korn) von 77% benötigt man dafür 48 g Weizenkörner. Für 100 kg Weizen erlöse ich normalerweise 16 €, für 1 kg Weizen also 0,16 €. Aus 1 kg Weizen kann ich 20,8 (gerundet 21) Brötchen backen. Dividiere ich 0,16 € durch 21 Brötchen so ist in einem Brötchen ein Wert von 0,00762 € Weizen, also 0,762 Cent. Damit in einem Brötchen Weizen für 2 Cent ist, müssste der Weizenpreis um das 2,62fache auf 41,92 € pro 100 kg Weizen steigen. Der Weizenpreis ist tatsächlich gestiegen. Für meinen Weizen bekomme ich jetzt nicht mehr 16 €/100 kg sondern ich erlöse derzeit rund 24 €/100 kg. (An der Börse liegt der Preis höher, aber ich lagere nicht selbst) Dieser aktuelle Weizenpreis entspricht einem Wert in einem Brötchen …

Menschengerechtes Wohnen – eine fiktive Geschichte

Unser Nachbar hat vor drei Jahren ein Haus gebaut. Mit Kredit von der Bank. Ein Architekt hat das Haus geplant und dabei alle gesetzlichen Regelungen bedacht, die es damals gab. Seit drei Jahren lebt die Familie mit zwei Kindern im neuen Haus. Dann kam Corona. Die Folge: Home-Office für alle, für die Kinder Fernunterricht. Das betraf nicht nur unsere Nachbarn, sondern alle in der Strasse, in der Stadt, im Land. Die Familien mussten nun alle über Tage und Wochen in ihrem Haus, ihrer Wohnung gemeinsam verbringen, sowohl bei der Arbeit als auch in der Freizeit. Die räumliche Enge rief mehrere Menschenrechtsorganisationen auf den Plan, die die menschenunwürdigen Zustände im Lockdown heftig kritisierten. Die Politik musste schließlich reagieren und erließ folgende Verordnungen: Mindestgröße für alle Zimmer 30 qm, wahlweise 100 cbm umbauten Raum Alle Zimmer mit Balkon (Zugang zum Aussenklima) Betten so groß, dass jede Person mit ausgebreiteten Armen darin schlafen kann (Ehebett 3,60 m breit) Pro Person ein WC, ein Waschbecken, eine Dusche Für Ver- und Entsorgung der Lebensmittel sowie Natur- und Artenschutzaufgaben sind pro …

Termin: Zukunftskommission im Dialog

Hier die Einladung zu einem Livestream der Zukunftskommission Landwirtschaft, die das Ergebnis ihrer Arbeit der Politik vortragen und mit ihr darüber diskutieren will. Jeder kann diese Präsentation in einem Livestream mitverfolgen:  https://www.zklimdialog.de/ Hier der Einladungstext: Im Dialog – Zukunft Landwirtschaft. Eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe am 19. Oktober 2021, von 15:00 bis 17:30 Uhr Mit dem Bericht „Zukunft Landwirtschaft. Eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“ ist es der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) gelungen, Leitlinien für eine sozial, ökologisch und ökonomische tragfähige Politik des Agrar- und Ernährungssystems zu beschreiben und sich auf Empfehlungen für konkrete Wege dahin zu einigen. Einstimmig haben die 31 Mitglieder aus Landwirtschaft, Wirtschaft und Verbraucherschutz, Natur-, Umwelt- und Tierschutz sowie aus der Wissenschaft den Bericht beschlossen, der ein deutliches Signal an die Politik sendet: Ökologisch verantwortliche Landwirtschaft kann betriebswirtschaftlich attraktiv und volkswirtschaftlich vorteilhaft sein. Der Transformationsprozess des Agrar- und Ernährungssystems ist als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu verstehen und umgehend anzugehen. Nur so wird Nachhaltigkeit zum erfolgreichen Geschäftsmodell im Landwirtschafts- und Ernährungssystem, das sich auch volkswirtschaftlich rechnet. Jetzt muss in diese Zukunft investiert werden. Jedes Zuwarten würde teurer und wäre …

Weniger düngen, weniger Ertrag –> höhere Preise, mehr Hunger

Die Preise für Mineraldünger steigen ins Utopische. Nicht nur für Stickstoff, sondern auch für Phosphor und Kali. https://www.agrarmarkt-nrw.de/duengermarkt.shtm https://markt.agrarheute.com/duengemittel/ Weitere Preissteigerungen sind nicht ausgeschlossen. Es stellt sich mehr und mehr die Frage, ob im Frühjahr genügend Ware physisch verfügbar ist, da viele Hersteller von Düngemittel keine Ware mehr produzieren. Genannter Grund: die hohen Energiepreise. Nun mag der ein oder andere Landwirt auf organischen Dünger (Gülle, Gärrest) ausweichen wollen. Aber: bisher hat noch jeder organische Dünger seinen Abnehmer gefunden. Folglich wird es dazu kommen, dass diese Produkte im Frühjahr zu anderen Konditionen angeboten werden und aus einem Anbietermarkt zunehmend ein Nachfragemarkt werden wird. Für die viehhaltenden Betriebe wäre es vorteilhaft, weil sie so von einem Teil der Kosten entlastet werden. Was auch dringend notwendig ist. Fakt ist: wenn die Düngerhersteller ihre Fabriken abgestellt haben, fehlt im Frühjahr vor allem Stickstoff. Bei Phosphor und Kali kann man mal eine Zeitlang „von der Substanz“  leben. Der „Motor“ des Wachstums aber ist Stickstoff und wenn der fehlt, fehlt es in der Konsequenz an Menge und Qualität. Wohin weniger Ertrag …