Alle Artikel in: Bauer Willi

Vom Sinn und Unsinn der „Öko“-Regelungen

Im April diesen Jahres wurden die sogenannten Öko-Regelungen, die im Rahmen der neuen GAP gelten sollen, in einem Entwurf vorgestellt. Hier der volle Wortlaut:   Öko-Regelungen Die entscheidenden Passagen sind hier nachzulesen: § 20 Festlegung der Öko-Regelungen (1) Es werden mindestens folgende Öko-Regelungen angewendet: 1. eine Bereitstellung von Flächen zur Verbesserung der Biodiversität und Erhaltung von Lebensräumen durch:      a) nichtproduktive Flächen auf Ackerland über den in § 10 des Gesetzes über die im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik geltende Konditionalität genannten verpflichtenden Anteil hinaus,     b) Anlage von Blühstreifen oder -flächen auf Ackerland, das der Betriebsinhaber nach Buchstabe a bereitstellt,    c) Anlage von Blühstreifen oder -flächen in Dauerkulturen oder    d) Altgrasstreifen oder -flächen in Dauergrünland, 2. ein Anbau vielfältiger Kulturen mit mindestens fünf Hauptfruchtarten im Ackerbau einschließlich des Anbaus von Leguminosen mit einem Mindestanteil von 10 Prozent, 3. die Beibehaltung einer agroforstlichen Bewirtschaftungsweise auf Ackerland, 4. die Extensivierung des gesamten Dauergrünlands des Betriebs, 5. die ergebnisorientierte extensive Bewirtschaftung von Dauergrünlandflächen mit Nachweis von mindestens vier regionalen Kennarten, 6. die Bewirtschaftung von Acker- oder …

Das Sterben der Höfe – ein Blick von außen

Den nachfolgenden Gastartikel habe ich unaufgefordert zugesandt bekommen. Ich habe mit dem Autor, der nicht aus der Landwirtschaft stammt, ihr aber zugetan ist,  Kontakt aufgenommen und erfahren, dass er die Entwicklung in der Landwirtschaft mit großer Sorge beobachtet. Schuld an dieser Entwicklung seien vor allem falsch gesetzte Rahmenbedingungen politischer Entscheidungsträger, die unbedingt zu korrigieren sind. Wie gute Rahmenbedingungen für eine „bäuerliche Landwirtschaft“ aussehen, zeigt er in seinem Beitrag mit drei Vorschlägen auf, die zumindest ungewöhnlich, ja fast schon revolutionär sind. Bilden Sie sich selbst ein Urteil, ob sie überzeugend und erfolgsversprechend sind.   Das Sterben der Bauernhöfe in Deutschland – und wie man es beenden könnte Berthold Brecht in „Galileo Galilei“: „Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.“ Schon seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1949 kann man von einem „Sterben der Bauernhöfe“ in Deutschland sprechen: Zählte man in der Bundesrepublik 1949 noch 1.646.750 Bauernhöfe (auf damals etwa 249.000 km² Fläche), waren es 2010 schon weniger als …

Einmal Bio und zurück

Diesen Gastartikel schickte mir ein Berufskollege aus Süddeutschland zu. Es geht um die Gründe, warum er von der Bio-Landwirtschaft wieder auf Konventionell umgestellt hat. Denn über die Rückumsteller wird in der Diskussion um Bio selten gesprochen. Einmal Bio und zurück Meine Geschichte entspricht nicht dem Mainstream und wird das Weltbild manch eines Öko-Ideologen erschüttern. Aber ich halte es für meine Pflicht, gerade jungen Landwirten auch kritische Praxiserfahrungen an die Hand zu geben, denen ansonsten nur eine „heile“ Biowelt suggeriert wird. Wirtschaftlich dank Subventionen Als meine Frau und ich uns kennenlernten, waren wir auch im Selbstzweifel, ob denn die konventionelle Landwirtschaft noch auf den richtigen Weg sei. Der Zwang zu rationalisieren um kostengünstiger zu produzieren, zum Wachsen oder Weichen, war ja schon lange zu spüren. Auch die permanente negative mediale Darstellung der konventionellen Landwirtschaft machte einem jungen Paar nicht gerade Lust, den Hof so weiter zu betreiben. Um Erfahrungen zu sammeln pachteten wir einen Ackerbaubetrieb und stellte diesen auf Bio um. Dank der üppigen Ökoprämien ging dies wirtschaftlich auch gut. Die Vorstellung, dass man als Biobauer …

Landwirtschaft im Jahr 2049

Unter dieser Überschrift hat sich eine weitere Gruppe zusammengefunden, die mögliche Wege für die Zukunft der Landwirtschaft diskutiert hat. Dieser Blick geht fast 30 Jahre nach vorne. Wer nicht weiß, wer die DAFA ist: es ist die Deutsche Agrarforschungsallianz Hier die Übersicht über die Zielbilder: Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen   Die Kernelemente des Zielbildes 2049 wurden so formuliert (Zitat): DAFA-SF19-2-Gesamtzielbild Die Landwirtschaft und die Lebensmittelerzeugung werden von der Bevölkerung wertgeschätzt, weil • Aufklärung, Bildung und Information zur Betrachtung von Gesundheit, Ernährung, Umwelt und Sozialpolitik als ein Ganzes geführt haben, • die Gesellschaft Tierhaltung und Fleischproduktion unter Tierwohlaspekten unter-stützt und entsprechend honoriert, • Landwirtschaft stadtnah erlebbar wurde, • regionale Ziele über ganzheitliche Regionalkonzepte umgesetzt wurden, • regionale und nationale Schwerpunktsetzung durch ökonomische Regelungen er-leichtert wurden, • Landwirte auch für die Erhaltung von Ökosystemleistungen von der Gesellschaft ent-lohnt werden, • Digitalisierung und …

Das Greenpeace-Dilemma

Von einem, der einst für die Ideen und Interessen von Greenpeace gekämpft hat, sich heute aber nicht mehr damit identifizieren kann. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen Der Autor hat einen eigenen Blog. Er ist Wissenschaftler am UFZ in Leipzig. Besonders gut gefallen hat mir sein Zitat des Brandolini Gesetz: „Das Widerlegen von Schwachsinn erfordert eine Größenordnung mehr Energie als dessen Produktion.“  

Lieber Verbraucher, das ist erst der Anfang!

Lieber Bürger, lieber Verbraucher, es wird Zeit, dass wir, die deutschen Bauern, Ihnen die Wahrheit sagen. Sie mögen derzeit klagen, dass Lebensmittel teurer geworden sind. Hier das Brötchen um 10 Cent, dort die Flasche Bier um 15 Cent. Sollten sie es selbst noch nicht gemerkt haben, steht es zumindest schon seit Wochen in den einschlägig bekannten Alarmzeitungen. Doch was Sie derzeit an der Kasse bezahlen, sind echte Schnäppchen. Denn Ihnen steht eine massive Preiserhöhung erst ins Haus. Warum Lebensmittel sicher teurer werden Derzeit sind die Erzeugerpreise für die wesentlichen Ackerbau-Kulturen auf den doppelten bis zum dreifachen Preis gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr wohlgemerkt, im längeren Rückblick hatten wir Bauern ähnliche „hohe“ Preise schon mal vor rund 10 Jahren. Diese Preise sind aber derzeit für Sie, lieber Bürger, lieber Verbraucher, (noch) nicht im Markt spürbar, weil viele Verarbeiter unserer Rohstoffe noch über alte Verträge/Kontrakte verfügen und folglich noch die “alten” Preise bezahlen und zu „alten“ Preisen eingekauft haben. Doch dies wird nur noch für wenige Monate reichen, dann gelten die neuen Preise, die die Verarbeiter natürlich …

Kein Pflanzenschutz ist auch keine Lösung

Zitat: „Viele Konsumentinnen und Konsumenten beschleicht beim Thema Pestizide ein mulmiges Gefühl. Ob und welche Pflanzenschutzmittel bei Lebensmitteln zum Einsatz kommen, ist meist undurchsichtig. Fachleute meinen allerdings auch, dass die Debatte verzerrt geführt wird. Auch der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel berge Risiken.“ Ein Beitrag des ORF, der aufklären will. Irgendwie sind unsere Nachbarn etwas positiver drauf. https://help.orf.at/stories/3209424/

Ackern für Österreich

Eine Dreiviertelstunde sehr faire Berichterstattung über Landwirtschaft vom Öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Allerdings in Österreich. Auch die kritischen Themen wie Pflanzenschutz, Massentierhaltung oder Monokulturen werden erläutert. Fast schon ein Lehrfilm! So was wünsche ich mir auch in Deutschland https://tvthek.orf.at/profile/Ackern-fuer-Oesterreich/13893289/Ackern-fuer-Oesterreich-Was-unsere-Bauern-leisten/14110600 Die Sendung ist nur begrenzte Zeit in der Mediathek verfügbar

Brücken bauen (Teil 1)

Brücken bauen ist nicht einfach. Sowohl als Bauwerk als auch im übertragenen Sinn. Doch dazu mehr in „Brücken bauen (Teil 2)“ später. Seit dem Sommer wird bei uns auf der Weide gegenüber vom Hof eine neue Brücke gegossen. Am vergangenen Sonntag wurde diese in nur 7 Stunden eingebaut. Das sieht man im Video. Bewundernswert, wie da Hand in Hand gearbeitet wird. Auch der Zeitplan wird mit großer Sicherheit eingehalten, vermutlich ist man noch früher fertig. Wenn die Bauleiter hier den Berliner Flughafen gebaut hätten… 🙂 Was vorher passierte, seht ihr hier: https://www.facebook.com/derbauerwilli/videos/466982461278292 Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren