Bauer Willi
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Vom Sinn und Unsinn der “Öko”-Regelungen

Im April diesen Jahres wurden die sogenannten Öko-Regelungen, die im Rahmen der neuen GAP gelten sollen, in einem Entwurf vorgestellt. Hier der volle Wortlaut:   Öko-Regelungen

Die entscheidenden Passagen sind hier nachzulesen:

§ 20 Festlegung der Öko-Regelungen

(1) Es werden mindestens folgende Öko-Regelungen angewendet:

1. eine Bereitstellung von Flächen zur Verbesserung der Biodiversität und Erhaltung von Lebensräumen durch:
     a) nichtproduktive Flächen auf Ackerland über den in § 10 des Gesetzes über die im
Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik geltende Konditionalität genannten verpflichtenden Anteil hinaus,
    b) Anlage von Blühstreifen oder -flächen auf Ackerland, das der Betriebsinhaber nach Buchstabe a bereitstellt,
   c) Anlage von Blühstreifen oder -flächen in Dauerkulturen oder
   d) Altgrasstreifen oder -flächen in Dauergrünland,

2. ein Anbau vielfältiger Kulturen mit mindestens fünf Hauptfruchtarten im Ackerbau einschließlich des Anbaus von Leguminosen mit einem Mindestanteil von 10 Prozent,

3. die Beibehaltung einer agroforstlichen Bewirtschaftungsweise auf Ackerland,

4. die Extensivierung des gesamten Dauergrünlands des Betriebs,

5. die ergebnisorientierte extensive Bewirtschaftung von Dauergrünlandflächen mit Nachweis von mindestens vier regionalen Kennarten,

6. die Bewirtschaftung von Acker- oder Dauerkulturflächen des Betriebes ohne Verwendung von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln,

7. die Anwendung von durch die Schutzziele bestimmten Landbewirtschaftungs-methoden auf landwirtschaftlichen Flächen in Natura 2000-Gebieten.

Was sollen die Öko-Regelungen erreichen?

Was mir auffällt und auf was ich auch auf Nachfrage im BMEL keine Antwort bekomme:

  • Was sollen die Maßnahmen konkret erreichen?Was  sind die Ziele? Selbst bei intensivem Lesen finde ich keine Ziele. Und was sollen Maßnahmen, wenn die Ziele nicht klar sind.
  • Wer erklärt mir als gelerntem (studiertem) Landwirt, welche Auswirkung z.B. ein Blühstreifen auf die Umwelt und das Klima haben?
  • Warum sind fünf Hauptfruchtarten mit mindestens 10% Leguminosen besser als eine dreijährige Rotation (wie im Biolandbau üblich mit einem Jahr Kleegras)?
  • Was genau bedeutet eine “ergebnisorientierte Bewirtschaftung von Dauergrünland mit Nachweis von mindestens vier regionalen Kennarten”? Und sind mit Kennarten Pflanzen oder Tiere gemeint? Ich weiß es nicht. Für wen werden also solche Papiere geschrieben?
  • Warum ist die “Beibehaltung einer agroforstlichen Bewirtschaftungsweise auf Ackerland” eine Öko-Regelung, aber nicht deren Anlage? Und wieviel Agroforst gibt es überhaupt in Deutschland? Ist diese Regelung also nur für eine winzige Nische?

Wenn schon keine Ziele, dann doch wenigstens deren Kontrolle

  • Monitoring: auch wenn es keine Ziele gibt, so muss doch nach einiger Zeit überprüft werden, ob die Maßnahmen irgendetwas erreicht haben. Das Ergebnis kann positiv oder negativ sein. Aber für wen oder was positiv oder negativ?
  • Was ist, wenn ein Monitoring z.B. von Insekten belegt, dass diese abgenommen haben? Und misst man, wie in Krefeld, nur die Biomasse? Bestimmt man die Arten? Zählt man, welche Arten zu- oder abgenommen haben?

Was sicher ist: die Maßnahmen werden Veränderungen bewirken, aber wann sind diese als gut oder schlecht zu bewerten? Wer legt das fest? Und wenn die Veränderungen überhaupt nicht mit den Maßnahmen zusammenhängen? Weil das Wetter zum Beispiel sehr trocken und heiß (oder kalt und nass) war? Hat man das in den Ministerien bedacht? Hat man darüber vorher mit Fachleuten aus der Praxis gesprochen, die tagtäglich ihre Beobachtungen in der Natur machen?

Wie man es besser machen könnte

Dazu hätte ich viele Vorschläge. Zum Beispiel die Anwendung des holländischen Modells mit regionalen Gruppen von Landwirten,  zum Beispiel die Vorschläge der Naturschützer mit  unbewachsenem Boden für Erdbienen und Erdhummeln, der Anlage von Totholzhaufen, der Anlage von Wasserstellen die vernässen und wieder austrocknen, was zum Beispiel die Kreuzkröte benötigt. Zum Beispiel gezielte Maßnahmen für mehr Fasanen und Rebhühner. Diese sind sinnvoll und in ihrem Erfolg meßbar. Und ja, wenn wir wieder mehr Niederwild haben wollen, darf die Population der Prädatoren (Fuchs, Greifvögel) nicht überhand nehmen. Und das ist nur eine kleine Auswahl.

Fazit

Ich kann mit den Öko-Regelungen (Eco Schemes) nichts anfangen. Ich bin Mitglied des Praktikernetzwerkes im BMEL und auch dort werden mir meine Fragen nicht beantwortet. In einem weiteren Artikel werde ich erläutern, warum die neuen GAP-Regelungen auch finanziell völlig unzureichend sind.

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47 Kommentare

  1. evo.... sagt

    Da phantasieren sich momentan viele Leute was zusammen. Jetzt sind noch nicht mal die Verdauung und der Stoffwechsel der Menschen genau erforscht und dann gibt man Ernährung- Empfehlungen.

    Die Muttermilch unterscheidet sich schon mal, je nachdem ob ein weibliches oder männliches Baby trinkt.
    Frauen vertragen angeblich weniger Alkohol als Männer.

    Daraus schließe ich , dass Männer und Frauen eine unterschiedliche Ernährung brauchen. Ich habe aber keine Ernährung-Studie in Erinnerung, die nach Geschlecht unterscheidet.
    Alle Ernährungs-Studien, die nicht unterscheiden, sind schon mal nicht wirklich valide.

    Bevor da weiter groß Maßnahmen ergriffen werden, brauchen wir erst mal eine Klasse Enährungs-Forschung.
    Was sich um die Grünen und die Bio-Bauern herum entwickelt wird mal wieder in einer Katastrophe enden.
    Ich bin schon auf der Suche nach zukünftigen “Siegermächten”!

    • Reinhard Seevers sagt

      evo, ….Mai Thi Nguyen-Kim hat doch in dem hier vor kurzem verlinkten podcast-Beitrag sehr schön dargelegt, dass es weltweit keine validen und evidenzbasierten Ernährungsstudien gibt, die auch nur den Hauch einer Empfehlung Richtung richtig oder falsch ergäben. Die Ernährung des indviduellen Individuums ist von so vielen Parametern beeinflusst, dass jeder Versuch das Volk in die eine wie die andere Richtung zu schubsen, Unsinn ist…lassen wir uns nicht verarschen von den Menschenverbesserern!

      • evo.... sagt

        Den Link zu der Mai Thin……. habe ich nicht mitgekriegt. Ich bin nicht regelmäßig hier.
        Wir sollten aber das Althergebrachte nicht zu schnell verwerfen, weil die Ernährung darauf evolutionär ausgelegt ist. Es macht bestimmt einen signifikanten Unterschied ob man Vit. B12 in Begleitung von Fleisch oder von Tofu zu sich nimmt.
        Hab neulich gelesen:
        “Hafer hat die Natur zum Essen gemacht, nicht zum Trinken!”

        Das gilt wohl auch für alle anderen alternativen “Milchen”. Auf jeden Fall sollten die neuen Milchen beim Trinken gut gekaut werden.

  2. Interessanter Vortrag den Stadtmensch eingestellt hat. Der Referent hat das Motto “ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt”. Gentechnik ist nun nicht mehr böse. Grünland wird der Natur zurückgegeben, weil es zur Fleischerzeugung nicht mehr gebraucht wird. Fast gleichzeitig die Feststellung, das Natur total überhöht wird, denn Natur kann brutal sein und synthetisch hergestellte Lebensmittel sind sowieso besser. Und , und, und. Einfach nur WOW.

    • Stadtmensch sagt

      Wird aber stark relativiert in der anschließenden Diskussion durch Herrn Gottwald. Ab 1:02
      Tenor: “Ohne Diversität (der Nahrungsmittel) geht es nicht”. Siehe Mikrobiomforschung.
      Hohe Kohlenstoffgehalte in den Böden gibts auch nicht ohne viele Tiere.
      “Methanlüge” hatten wir schon x-Mal hier. Ich kenne jedenfalls kein Kompostierungsverfahren für biodynamische LW, bei dem nicht ähnliche Methan- und Lachgasemissionen frei werden wie bei tierischem Wirtschafsdünger.
      Ok, dann noch die “Wasserlüge” – geschenkt.
      Naja – Retortennahrung wird wohl kommen. Biohacking ist zu verlockend als Beschäftigungstherapie.

  3. Ludwig sagt

    Diese Ökoregelungen sind der beste Beweis für die Unfähigkeit der Brüsseler Behörde und den politischen Vertretern. Alle liberalkonservativen Kräfte sollen “Fertig” gemacht werden , um den Sozialismus zu bekommen. Das wird unter Schirm des Weltuntergangs alles zelebriert. Was wir brauchen sind EU-Weit die Gelbwesten , die diesem Treiben ein Ende setzen. Unser LSV hat schon eine europäische Großdemo Anfang Dezember in Brüssel angesetzt. Die Zeit der Krompromisse und des Abwartens ist vorbei. Klare Kante ist jetzt gefragt. Diese Leute fahren unsere Wirtschaft und den Wohlstand voll gegen die Wand in der irrigen Meinung alles gegen den Weltuntergang zu tun. Traumtänzer eben ! So wie die das betreiben wird unsere jetzige EU auseinanderbrechen und das wird passieren wenn Deutschland nicht mehr bezahlt und der Euro in der Währungsreform zerstört wird.” The Point of no return” für den Euro ist nach den Volkswirtschaftlern im Februar/März. Bin gespannt !

  4. Smarti sagt

    Bei Liegenschaften gibt es zwar den Mietendeckel, aber an Enteignung von grossen Gesellschaften hat man sich nicht getraut. Wohl wissend, dass damit der Bau neuer Wohnungen per sofort gestoppt werden würde – und Wohnungen in Städten sind knapp.
    Den Landwirten wird ungeniert der Lohn gekürzt. Land wird enteignet, die Milchquote für aktive Milchviehalter wurde ersatzlos ! gestrichen ( in unserem Fall weit über 200 Tausend Euro dem Staat geschenkt.
    Ich schwanke fast täglich zwischen – lass sie nicht gewinnen, lass sie nicht alles kaputt schlagen und: muss man die noch weiter füttern…
    Mit dem Pflug lassen sich auch reife Erdbeeren unterpflügen…das ist ein Bild zum weinen – aber wenn es nicht mehr anders geht…( der Abnehmer wollte plötzlich nur noch 50 Cent bezahlen, für einen Lastenzug einwandfreie Ware ).

  5. ReinerStoff sagt

    Für einen kleine(re)n bayerischen Milchviehbetrieb ist diese GAP Reform blanker Hohn.

    Es werden im Endeffekt über 50% der Subventionen für Haupterwerbsbetriebe gestrichen und an Prämienabgreifer /-optimierer (zumeist eh schon extensiviert im Nebenerwerb) als zusätzliche Mitnahme durchgereicht ohne Nutzen für wen auch immer.

    Die Wahlmöglichkeiten um die Prämien aufzubessern sind im eigentlichen Sinne auch keine und bei der jetzigen geplanten Vergütungshöhe ein Draufzahlgeschäft.

    Bei uns in der Gegend wird für Grünland fast soviel Pacht (deutlich mehr als die bisherigen Prämien) bezahlt wie für Ackerland und Pachtflächen sind gesucht!
    Es wird also quasi kein Verpächter bereit sein, den bisherigen Pachtpreis nach unten anzupassen, nur weil die Prämien weniger werden, im Gegenteil ich muss die gestrichenen Prämien aus eig. Tasche ausgleichen.

    Dies schließt sogleich sämtliche Extensivierungswahlmöglichkeiten im DG aus, man muss evtl. sogar noch zusätzlich etwas pachten um die 4% Stilllegungsackerfläche auszugleichen!
    Wir bauen Silomais, WW und Ackerfutter für den Eigenbedarf im Wechsel auf unseren Ackerflächen an, also müsste ich selbst für die vielfältige Fruchtfolge noch zwei weitere Hauptfrüchte aufnehmen, die ich eig. nicht brauche und zusätzlichen Aufwand bedeutet, für den geplanten Apfel und ein Ei, derb bayrisch gesagt “….Drauf geschi…en”.

    • Thomas Apfel sagt

      Ich glaube, genau das ist das Kalkül der Planer der neuen Betriebsprämien:
      Soweit ich das aus dem Gesetzentwurf entnehme, sind Basisprämien von 160 bis 120 /€/ha vorgesehen. Dann kann man noch “aufstocken” (wie es im Hartz 4 – Bereich heißt) um rund 75 Euronen. Dafür fallen aber die Ackerrandstreifen, Altgrasstreifen Blühstreifen alle ins Pflichtprogramm. Für die par Pimperlige wird das ein Teil der Betriebe einfach nicht in Anspruch nehmen. Die zur Förderung des 20 % Öko-Flächen verfügbaren Mittel können mit den dann frei werdenden Geldern aufgepeppt werden, ohne dass der Aufschrei wegen Umschichtung zu groß wird (15 % sollen ja ohnehin in die zweite Säule. Das Kalkül könnte sogar aufgehen, weil die für die Öko-Regelungen vorgesehenen Mittel von den Betrieben nicht ausgeschöpft werden, weil ihre Höhe in keinem Verhältnis zum Aufwand steht. Aber aufgepasst: Die Öko-Regelungen können in großen Teilen auch ohne Gegenleistung in Gesetze gegossen werden – dann musste das machen – ohne Geld.
      Insgesamt gesehen ist der Gesetzesvorschlag fast 1:1 derjenige, den Lakner und Co. vor ein paar Jahren im Auftrag des NABU erarbeitet haben. Das einzige, was die sich offensichtlich nicht getraut haben, die Förderung bei unter 10 ÖVF komplett auf Null zu setzen.

      Den Einkommensverlust durch Halbierung der Betriebsprämien von den Verpächtern wiederzubekommen halte ich auch für illusorisch.: Für Pachtpreise gilt – aufwärts immer, abwärts nimmer !

      • sonnenblume sagt

        Die Transformation kommt in Schwung. Fragt sich nur, wer am Ende so alles hinter runter fällt. Als erstes wohl die LW, aber sicher nicht allein.

  6. Jochen Böhrer sagt

    Es muss dann aber deutlich kommuniziert werden, dass Zahlungen für Gegenleistungen KEINE Subvention sind. Und vermutlich ist es ökonomischer, darauf zu verzichten. Die Verluste und Mindererträge werden vermutlich nicht abgedeckt.

  7. Jochen Böhrer sagt

    Europäische Dekadenz. Passend zu weltweiten Missernten, Hungersnöten, Mangel. Es stellt sich die Frage, ob die Verantwortlichen noch zu Lebzeiten ihrer gerechten Strafe zugeführt werden, oder ob die Gründe der kommenden humanitären Katastrophe erst in ein paar Jahrzehnten in den Geschichstbüchern erwähnt werden.

    • Stadtmensch sagt

      “Passend zu weltweiten Missernten, Hungersnöten, Mangel.”

      Soziologen und Politikwissenschaftler (die nicht wissen wie man einen Salatkopf zur Erntereife bekommt oder wie lange eine Sau trächtig ist) leiten daraus leider ganz andere Konsequenzen ab:
      https://www.youtube.com/watch?v=ghTdEtTvZmw
      Minute 28:11: Soziologe: “Ich meine es wäre ein enorm ökologischer Vorteil, wenn man Fleisch anders herstellen würde”
      m(

      ..schreiben auch Bücher und setzen die Agenda:
      Oliver Stengel: Vom Ende der Landwirtschaft. Wie wir die Menschheit ernähren und die Wildnis zurückkehren lassen. oekom Verlag

      Ich meine, der organische Input fürs “Kunstfleisch” muss auch irgendwo durch Photosynthese entstehen. Wo? Am Ende wird es so laufen wie beim Biosprit. Unter dem Strich muss man mehr Energie reinstecken, als man rausbekommt. Je mehr Stoff- und Energiewandlungen im Spiel sind, um so schlechter ist der Wirkungsgrad. Eigentlich ganz einfach…

      • Brötchen sagt

        Supi, sehe ich ebenso!

        “Am Ende wird es so laufen wie beim Biosprit. Unter dem Strich muss man mehr Energie reinstecken, als man rausbekommt. Je mehr Stoff- und Energiewandlungen im Spiel sind, um so schlechter ist der Wirkungsgrad. Eigentlich ganz einfach…”

        Grüslies

      • Reinhard Seevers sagt

        Das Entropie-Gesetz lässt unter dem Diktat fortwährenden Wachstums doch gar nichts anderes zu….sogar die Digitalisierung schafft unendlich mehr Energiebedarfe, als alles andere zuvor. Obwohl man das Gegenteil erreichen will.

      • fingerphilosoph sagt

        “Unterm Strich muss man mehr Energie reinstecken, als man rausbekommt” …
        angesichts der Tatsache, dass die Sonne an einem Tag doppelt so viel Energie zur Verfügung stellt, wie die Menschheit in einem ganzen Jahr verbraucht, ist da noch reichlich Potenzial vorhanden.

        Wenn es dem Homo größenwahnsinnigcus gelingt, die Sonne entsprechend zu “melken” bzw. zu “bearbeiten”, kann er in sein Kunstfleisch-Schnitzel auch mehr Energie reinpumpen, als er nachher in Form von Kalorien zu sich nimmt, Hauptsache es schmeckt. Wo steht denn geschrieben, dass der Output immer größer als der Input sein muss, vor allem wenn eine schier unendliche Energiequelle zur Verfügung steht, die derzeit hauptsächlich bloß über den langweiligen Umweg von Pflanzen und Tieren und ein paar PV-Anlagen genutzt wird?

        • Stadtmensch sagt

          Wenn es dem Homo größenwahnsinnigcus gelingt, die Sonne entsprechend zu “melken”

          Ja, das geht. Trotzdem brauchst du Fläche (Hochhäuser) wo du das an die Wildnis verlorene Grünland abbildest. Ist schon ein erheblicher Mehraufwand (hält ja auch nicht ewig sowas), um das Gleiche zu erreichen, was man jetzt schon hat.
          Ok, das Grünland muss ja nicht an die Wildnis gehen. Da kann man ja auch das Bauholz wachsen lassen, für die Grünland-Hochhäuser.

          Bis die Bäume erntereif sind, haben wir sowieso ganz andere Probleme.

        • Reinhard Seevers sagt

          Die Energie muss mit Technik, die materiell ist, erzeugt und transportiert werden. Die Ressourcen zur Herstellung und Erhaltung kommen nicht von der Sonne.
          Energie ist eine Seite, die zweite ist materielle, die ist eben nicht unendlich.
          Das Fleisch und die Milch einer Kuh sind da wohl erheblich Ressourcenschonender und nachhaltiger erzeugbar.

          • fingerphilosoph sagt

            Bei solchen Aussagen schwingt mit, dass es ein Anliegen der “Natur” wäre, ressourcenschonend und nachhaltig zu produzieren. Es klingt, als wäre die Natur die wahre Meisterin der Nachhaltigkeit und Effizienz. Hinter Nachhaltigkeit und Effizienz verbergen sich jedoch Werte, die aus der Technik- und Maschinenwelt stammen und, digital und finanztechnisch in Zahlen umgesetzt, auf die Natur projiziert werden. Doch wird in der Natur nichts “produziert”, denn jeder Herstellungsprozess setzt einen planenden Geist voraus, der bestimmte Mittel einsetzt, um einen bestimmten Zweck zu erreichen. Darum geht es in der Natur aber gar nicht.
            Zweitens ist die Natur Fülle und nicht der Mangel, der automatisch mitgedacht wird, wenn von Ressourcenschonung die Rede ist und aus dieser Fülle heraus verschwendet sie sich, ergießt sich in alle möglichen Lebensformen und gerade das Zuviel, die Verschwendung, der Überfluss bringt Diversität und Vielfalt hervor. Der Zweck einer Kuh ist ursprünglich nicht, ressourcenschonend und nachhaltig in die Produkte Fleisch und Milch verwandelt zu werden, das ist lediglich der Zweck, den wir Menschen in die Kuh hineininterpretieren. Dass das Fleisch und die Milch einer Kuh erheblich ressourcenschonender und nachhaltiger erzeugbar sind als meinetwegen Kunstfleisch, muss erst noch gezeigt werden. Das ist bis dato bloß eine Behauptung, die auf der seltsamen Annahme beruht, Natur würde “wirtschaften” und das das auch noch “ressourcenschonend und nachhaltig”.

            • Stadtmensch sagt

              Siehs mal so: wir Menschen haben uns wie Schimmelpilz in jede Nische des planetaren Ökosystems ausgedehnt und leben bis jetzt prima von der totalen Indienststellung der produktiven Stoffkreisläufe. Alle Wildtiere durch Nutztiere ersetzt, alles in normalerweise gut “funktionierende” Kulturlandschaft umgewandelt. Wir sind in und von dieser Welt.
              Sollen wir deshalb mit dem Denken aufhören?

            • Reinhard Seevers sagt

              Siehs einfacher F.F.
              Wenn ich mir eine Kuh auf die Weide stelle, hab ich am Ende die Möglichkeit durch ihr Dasein täglich Milch zu erhalten, und irgendwann auch Fleisch zu haben…und dieses noch zu teilen mit anderen.
              Sobald ich diese Kuh als Erzeuger und Erzeugnis für viele andere zur Verfügung stelle, beginnt Entropie im großen Stil. Wenn ich Kunstfleisch haben will, bin ich auf den Hersteller und der gesamten Distributivkette, Ressourcen und Energie angewiesen, das ist Entropie pur.
              Das kann man doch ganz simpel nachvollziehen oder etwa nicht?

      • Andreas sagt

        Das System Fleisch, Milch, Flüssigei usw. mit einem Bioreaktor herzustellen, funktioniert sehr umweltfreundlich und effektiv, wenn man die genveränderten Bakterien mit Klärschlamm füttert. Das ist Kreislaufwirtschaft in Vollendung und sehr gut dezentral und damit regional bei jeder Kläranlage im Umfeld von Städten und Gemeinden umzusetzen.
        Der Vorteil, es gibt keine Überproduktion mehr, die Menschen können ja nicht mehr ausscheiden als sie essen.
        Wenn man weis, was die Verbrennung von Klärschlamm heute kostet, ist dieses Verfahren sehr kostengünstig umzusetzten und ergibt damit günstige Nahrungsmittel.
        Im Reaktor hat man die Schadsstoffbelastung viel besser im Griff, als früher auf dem Acker, wo alles unkontrolliert abgelaufen ist.
        Den meisten VerbraucherInnen ist es sowieso scheißegal, was sie essen, hauptächlich viel und billig.

        • Stadtmensch sagt

          Sicher. Das ist aber leider nicht das Thema. Hier sehe ich richtigen Handlungsbedarf, wo man am Ende auch ein Ergebnis hat. Energie und Rohstoffe, die durchs Klo gespült werden, wieder in den Kreislauf führen.

          Wenn ich mal Zeit hab, stell ich mir so ein Teil in den Keller:
          https://www.homebiogas.com/
          Schön dämmen und dann immer die “Stoffwechselendprodukte” und Bioabfall rein.
          Gasleitung gleich hoch zum Herd…

          Klärschlamm verkaufen. 😉

      • Walter Parthon sagt

        Und das soll reichen?
        Wieviel Acker stehen pro Person weltweit zur Verfügung?
        1970: 3.800 m2/Person
        2000: 2.300 m2/Person
        2050: 1.500 m2/Person
        Ist Ernährung nicht selbstverständlich? Immerhin ist das Recht auf Nahrung bereits seit 1948 Bestandteil der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Außerdem der Kinderrechtskonvention von 1989, der Frauenrechtskonvention von 1979 sowie der afrikanischen Menschenrechtscharta von 1981.
        Derzeit legen Düngemittelfirmen weltweit ihre Produktion still. Dünger wird knapp, die Preise explodieren. Ursache ist die Energiepreiskrise. Weniger Düngung heißt aber, dass es im kommenden Jahr keine Rekordernten geben kann, egal wie gut das Wetter mitspielt. Bei weniger Ertrag brauchen wir aber mehr Fläche, um satt zu werden.
        Laut Agrarwissenschaftler Andreas von Tiedemann haben sich die Ernteerträge von Winterweizen, Soja, Mais und Reis – die für 80 % der Kalorien sorgen – innerhalb von 50 Jahren etwa verdoppelt. Doch ohne Dünger wird das schwierig. So ernteten Biobauern, die generell weniger düngen, laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft 2012 bis 2019 bei Hafer 75,8 %, Roggen 54,2 % und Weizen 47,3 % der klassischen Menge. Kürbisse erreichten 87,4 %, Möhren 77,7 % und Weißkohl 74,4 %. Produktivitätssteigerungen sind also auch dort weiter erforderlich, doch das Bewusstsein dafür ist offenbar verloren gegangen. Tiedemann: „Die Lebensverhältnisse sind im Augenblick so komfortabel, dass es schwer ist, klarzumachen, dass Lebensmittelsicherheit nicht selbstverständlich ist.“
        Das muss nicht so bleiben. Machen wir uns rechtzeitig Gedanken, ob wir eine heimische Nahrungsmittelerzeugung brauchen. Denn wir werden etwas abgeben müssen.

    • Reinhard Seevers sagt

      Na das passt ja…heute in unserer Regionalprawda ist die Botschaft 1:1 umgesetzt worden. Schlagzeile: “Die Zeit zu handeln ist jetzt!”
      Leserbrief ist unterwegs…..

      • Thomas Apfel sagt

        Es ist tatsächlich nicht zu fassen, wie frech und offen die Demokratie ausgehebelt werden kann. Aus den “netten Masken” kann ganz schnell Terror gegen die Vertreter der “tyrannischen” “alten” Sichtweisen, die vom grünen Mainstream abweichen, werden.

    • Bauer Fritz sagt

      Wie sich doch die Zeiten ändern.
      Früher kam die Mafia und sagte: “Gib mir was ich will oder ich hol meine Schlägertruppe.”

      Dann etablierten sich v.a. in Berlin die sog. “Türken-Clans” und sagten: “Gib mir was ich will oder ich hol meine Schlägertruppe.”

      Nun bekommt Deutschland eine Regierung mit den Grünen die sagen: “”Gib mir was ich will oder ich hol meine NGOs.”

    • Limes sagt

      die NGO fordern jetzt von den Grünen Ergebnisse und die geben den schwarzen Peter an die Koalitionspartner weiter. So läuft dies wohl in der Politik. Vor der Bundestagswahl wurde die Liste der Parteien mit Werbematerial in unserem Briefkasten unangefochten von den Grünen und ihren Unterstützern angeführt. Ein Bsp der Campact Türanhänger. Vorstandschef Bautz: gehöre keiner Partei an, eine Person aus ihrer Nachbarschaft hat diesen Flyer an die Tür gehängt. Dumm nur kein Nachbar kennt Campact, Flyer inkl der üblichen Ablasslogos klimaneutral, FSC recycled. In der Summe mein Daumen im Klimacheck für Campact rot. Für wie dämlich halten uns diese Lobbyisten eigentlich so dumm dreist aufzutreten!
      https://www.campact.de/wp-content/uploads/2021/08/CA004_Campact_Tuerhaenger_Bundestagswahl_2021_K7-1.pdf
      Im Klimacheck für die Grünen ausschl. grüne Daumen, FDP fast ausschl. rote Daumen. Als ich die rot- grün-gelben Grinser erstmals vor der Kamera stehen sah fiel mir sofort der Spruch eines älteren Ldw ein der frisch verliebte Jungbäuerin/Jungbauern Zweckgemeinschaften wie folgt kommentierte: “Das bleibt nicht so”

  8. Elisabeth Ertl sagt

    Das Ganze ist ja noch nicht fertig:
    “Der vorliegende Gesetzentwurf muss aufgrund von zeitlichen EU-Vorgaben noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden. Das Gesetz ist Teil des GAP-Strategieplans für Deutschland, der der Europäischen Kommission bis spätestens 1. Januar 2022 zur Genehmigung vorgelegt werden muss ….
    Die in diesem Gesetz festgelegten Regelungen für die Direktzahlungen fließen in den Entwurf des GAP-Strategieplans für Deutschland ein. Die zukünftige Unionsregelung verpflichtet die Mitgliedstaaten dazu, den nationalen GAP-Strategieplan einer Ex-ante-Evaluierung zu unterziehen. Zudem ist für den GAP-Strategieplan eine Strategische Umweltprüfung (SUP) erforderlich. Aufgrund des Einreichungsdatums bis spätestens 1. Januar 2022 werden diese Prozesse fortgesetzt und die Ergebnisse bei der weiteren Aufstellung des GAPStrategieplans berücksichtigt werden.”

  9. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Wenn morgen das “große Fressen” knapp wird, sind diese Regelungen von heute auf morgen schon obsolet.

    Zur Verantwortung wird dann aber keiner herangezogen werden können, der sich dieselben am Schreibtisch ausgedacht hat…; alle abgetaucht im schützenden Nirwana.

  10. Greening, Ecoschemes, Farm to fork usw. ist doch am ende des Tages nichts als reiner Aktionismus, der Tanz ums goldene Ökokalb. Ziele gibt ews entweder nicht oder sie werden ständig verändert, um Handlungsbedarf aufrecht zu erhalten. Genau deshalb werden auch bisher erbracht Leistungen permanent negiert. Es ist wie das Hase und Igel-Spiel. Bauern könenn sich anstrengen wie sie wollen, sie verlieren das Spielchen halt immer. Nur so können Profiteure dieses Spiels ihre Daseinsberechtigung dauerhaft sichern. Dabei ist die Spanne dieser Profieure recht groß und sogar noch ständig am Wachsen, sie reicht von den in Ökoinstituten beschäftigeten Ökowissenschaftlern über die breite Palette der NGO´s bis hin zum Berufsdemonstrant. Die Fragen die sich am Ende stellen sind, a) wieviel Öko halten wir noch aus und b) kann es unter diesen Vorzeichen überhaupt jemals eine sinnvolle Zusammenarbeit mit der Ökoindustrie geben.

    • Thomas Apfel sagt

      Das ist genau wie mit dem Igel und seiner Frau. Fast jeder Verwaltungsangestellte oder Beamte ist persönlich Mitglied und Unterstützer von NABU, BUND, WWF, PAN usw..
      Die sehn zwar nicht alle wie Frau Igel aus, handeln aber so. So ja gerade zwei Beiträge zurück bei der Führungsriege des UFZ aufgezeigt- In den Gewässerschutzbehörden, den Naturschutzbehörden sitzt einem inzwischen gleichzeitig fast immer irgendeine der o.g. NGO´s gegenüber. Viele kochen da inzwischen auch einfach nur ihr Süppchen für persönliche finanzielle Vorteile (Stellen, Posten, Pöstchen, Projektgelder). Die Daseinsberechtigung wird durch Aktionismus im Raum der selbst erzeugten Halbwahrheiten über “Terrorisierung” von Wirtschaftsaktivitäten jedweder Art, garantiert.

  11. Elisabeth Ertl sagt

    “Was genau bedeutet eine “ergebnisorientierte Bewirtschaftung von Dauergrünland mit Nachweis von mindestens vier regionalen Kennarten”?”
    Da wird vermutlich vorgegeben, welche Arten auf der Wiese vorkommen müssen, und dann muss man den Mähzeitpunkt oder Weidezeitraum so wählen, dass diese Arten ausgesamt haben. Und da kommt dann alle paar Jahre ein Kontrollor vorbei, der nachsieht, ob die Arten noch da sind,
    Ich finde das besser als die Festlegung des frühesten Mähzeitpunktes mit 15. Juni, der völlig unpraktikabel ist.

      • Wenn die Pflanzen blühen und Samen ansetzen, können sie die auch verstreuen und erhalten so ihre Art. Dann kommen entsprechende Insekten, das ist gut für die Biodiversität.

        Aber Bewirtschaftung bedeutet, dass das Gras für die Kühe vor der Blüte gemäht wird, wenn es noch nicht so hart ist, und die Nährstoffe noch in den Blättern und Stängeln sind.
        Damit es gute Weidemilch gibt!

        Heu für Pferde kann man später mähen.

        • Elisabeth Ertl sagt

          Man muss eben wissen, dass die Biodiversität entstanden ist, weil die frühere Wirtschaftsweise auf ihre Art danach getrachtet hat, das Optimum aus der Fläche heraus zu holen. Man hat eine bunte Wiese ja nicht nur deshalb gepflegt, weil sie schön ist, auch wenn man sich vielleicht an ihrer Schönheit erfreut hat.
          Man hatte verschiedene Tierarten, und man hat eben nie alles auf einmal gemäht. So herrschte maximale Vielfalt. Das Mai-Heu ist gut für die laktierenden Kühe im Winter. Meine Schafe kriegen das Juni-Heu ad libitum zum Weidegang dazu, das nehmen sie instinktiv, wenn das Futter zu eiweißreich ist, so bleibt der Kot fest genug, und die Nährstoffversorgung passt. Nach der Weidesaison kriegen sie dieses Heu auch noch bis in den Dezember/Jänner, so lange sie niedertragend sind, sonst werden die Lämmer zu groß und machen bei der Geburt Probleme. Mein alter Nachbar sagt, bei den Kühen haben sie es früher auch so gehalten. Der Widder braucht außerhalb der Deckzeit auch nichts Besseres. In den letzten 2,3 Wochen vor der Geburt und nachher, bis die Weidezeit beginnt, kriegen die Mütter das Grummet. So lange es keine Mineralstoffmischungen als Ergänzungsfutter gab, waren die verschiedenartigen Kräuter wichtige Mineralienlieferanten für das Vieh. Und als Medizin hat man sie auch gepflückt.
          Die NGOs müssen sich halt einmal darüber klar werden, welchen Abschnitt der Geschichte sie da idealisieren, und mit welchen Lebensbedingungen das verknüpft war. Man darf sich schon Biodiversität wünschen, aber man soll sich nicht wundern, wenn sich das nicht mehr so selbstverständlich ergibt, wie das einmal der Fall war.

    • “Ich finde das besser als die Festlegung des frühesten Mähzeitpunktes mit 15. Juni, der völlig unpraktikabel ist. ”

      So sehe ich das auch.
      Und die Grundidee, Willi, ist auch durchaus nicht verkehrt. Jedenfalls deutlich besser als viele andere Maßnahmen. Normalerweise gibt es eine Liste über regionale Kennarten. Sie finden sich üblicherweise auch in den entsprechenden Saatgutmischungen für eine “Blühwiese”. Da säen dann auch Hobbygärtner statt des Rasen aus, wenn sie besonders “naturnah” gärtnern wollen. Das ist übrigens auch sehr lehrreich, weil man lernt , wie Natur “funktioniert”.
      Und wenn man eben nachweisen kann, dass sich diverse Kennarten auf dem Grünland befinden, ist das ein “Beweis” für Biodiversität. Ganz sicher ist das bei uns durch x Formulare und Anleitungen zur Dokumentation umfassend geregelt. Aber 4 Kennarten sind auf Dauergrünland eigentlich arg wenig . Das würde ich daher nicht als sehr einschränkende Vorgabe empfinden. Bestimmt gibt es in einigen Bundesländern auch bereits ein solche Regelung.

      • Elisabeth Ertl sagt

        Es hat ja als Vorbereitung dieser GAP-Regeln bereits eine umfangreiche Biotopkartierung durch die Naturschutzbehörden stattgefunden, wo man nachlesen kann, welche Biotoptypen für die eigene Region charakteristisch sind. Diese Listen kann man über die Landesregierungen abrufen. Ich hab mir die Karte für die Steiermark angesehen: https://www.verwaltung.steiermark.at/cms/dokumente/12104068_110669295/b9589e04/Biotypen.pdf
        Die Arten, die dort als Kennarten für Biodiversität angeführt sind, das sind seltene Pflanzen, das sind keine Allerweltsarten. Da ist es nicht ganz so einfach, 4 Arten zusammenzubringen, aber ich würde sie durchaus zusammenbringen.

        • Thomas Apfel sagt

          Ich hab eine “Grünlandfläche” (4 ha, ganz sandig mit einigen Lehmkuppen). Das ist eine Fläche, die weder mit Obst, noch sonst irgendwie vernünftig zu nutzen ist. Da schickt der NABU zweimal im Jahr eine Vertragsschäferin mit Ziegen und Schafen drüber. Auf dieser Fläche wurden 96 krautige Pflanzenarten nachgewiesen. Das ist ja ganz nett, hat nur mit tatsächlicher landwirtschaftlicher Nutzung nix zu tun. Die Fläche ist über 25 Jahre ungedüngt, ausgemagert und nur beweidet und alle 4 Jahre wegen der Gehölze mal gemulcht worden. Die ist, quasi simuliertes 18. Jahrhundert und so merkwürdig es klingt, eine Folge von “Übernutzung”, also permanent mehr “runtergeholt als nachgeliefert”. Das produziert Biodiversität, aber nix zu essen. Bei bewirtschafteten Wiesen gelten z. B. schon 17 – 20 nachgewiesene Arten als “artenreich” und das ist auch ganz normal so.

          • Elisabeth Ertl sagt

            Herr Apfel, auf unseren Wiesen und Weiden wachsen ebenfalls um die 100 Pflanzenarten, und ich habe 45 Vogelarten gezählt. Wir produzieren aber immerhin 250 kg Fleisch und etliche Zentner Obst plus Gemüse für uns selber. Das ist wenig, aber nicht nichts. Hier ist jahrhundertelang nicht viel mehr gewachsen. Und weil ich es gut finde, dass es bei mir so ist, wie es ist, habe ich es nicht nötig, über den konventionellen Ackerbauern unten am Talgrund zu feixen, der eben viel mehr aus der Fläche holt. Es gibt Arbeitsteilung in unserer Gesellschaft, und es gibt noch andere Bedürfnisse als Essen, nämlich das Bedürfnis nach Ästhetik. Auch dieses Bedürfnis begleitet die Menschheit, seit es sie gibt, nicht nur die Nahrungssuche. Ihre Arbeit wird im Supermarkt honoriert, meine in der Freizeit. Ich weiß, dass professionelle konventionelle Landwirtschaft wirtschaftlich bedroht ist. Aber ich finanziere mir meine eigene Arbeit mit meiner schmalen Pension und fahre stattdessen nicht auf Urlaub, trage keine Markenkleidung etc.
            Ich und meinesgleichen verdienen es nicht, hier in diesem Forum ständig so vernichtend abgeurteilt zu werden.

            • Reinhard Seevers sagt

              “Ich und meinesgleichen verdienen es nicht, hier in diesem Forum ständig so vernichtend abgeurteilt zu werden.”

              😮
              https://gut-borken.de/bio-rinder/

              Alles ist gut Elsiabeth…..Essen wird sowieso überbewertet, da hast du Recht. Jedem seine Ökowiese und die Welt ist gerettet!

    • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

      Mähzeitpunkt ist hier 15.Juli und später.
      Mulchen von Disteln vorher ist ein CC-Verstoß.

  12. oberländer sagt

    Vielleicht ist es das Ziel der GAP Reform Unternehmer welche sich in erster
    Linie der nachhaltigen Produktion von Lebensmitteln und des Erhaltes der
    Böden verschrieben haben, aus dem GAP System raus zu ekeln und mit der GAP Reform den Spielplatz unserer infantilen und parasitären Verwaltung zu
    erweitern.

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