Bauer Willi
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Fleisch ist gut fürs Klima

Das klingt erst mal sehr provokativ. Auch die Aussage, “dass man nicht die ganze Welt vegan ernähren kann” ist es. Das Besondere daran ist, dass diese Aussagen von Urs Niggli kommen, der bis vor kurzem Leiter des Forschungsinstitutes für biologischen Landbau in der Schweiz war.

https://www.blick.ch/politik/agraroekologe-urs-niggli-sagt-warum-fleisch-gut-fuers-klima-ist-wir-koennen-nicht-die-ganze-menschheit-vegan-ernaehren-id16752635.html

Verständlich wird es dann, wenn man weiß, dass rund zwei Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche weltweit Grünland ist. Dieses kann nur über die Tierhaltung in für uns verwertbare Nahrung umgesetzt werden.

Das sagt er zur konventionellen Landwirtschaft: “Die Landwirtschaft ist zu intensiv, aber das liegt nicht nur an den Landwirten. Viel einschneidender sind Bevölkerungswachstum und Ernährungsweise.” Und er hat auch Ideen, wie die Lebensmittelproduktion sich in den nächsten Jahrzehnten verändert.

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14 Kommentare

  1. Ludwig sagt

    Bei der ganzen Geschichte ist erst einmal die Frage zu klären wieviel Menschen wir auf dem Erdball ernähren wollen und evtl. wieviel hungern sollen ? Entsprechend muß sich die Landwirtschaft weltweit aufstellen. Wenn ich das alles so höre , dann ist die Sicht unserer Klimaangstmacher immer nur egoistisch auf Europa gerichtet und man hat den Eindruck , daß die Importländer denen egal sind . Moralisch wird natürlich der Hunger immer wieder verurteilt , aber selber realistische Lösungen sind selten zu finden, wie auch hier. Mit 50% Ertrag bei bio zu konvi können wir jedenfalls das Problem nicht lösen. Die Weltuntergangsleute wollen sofort eine Problemlösung und die wird es nicht geben , sondern wird es 30 Jahre dauern bis ein System sich ändert und das muß sich marktwirtschaftlich lösen und nicht moralischideologisch. Wohin uns diese Lage führt können wir gerade mit der Versorgungskrise erleben. Mit dem Ende der letzten AKWs steht uns ein Blackout ins Haus , weil nicht bis zum Ende gedacht wurde. Auch explodieren gerade die Agrargüter im Preis , weil “Just in Time” ein Fehler war und jetzt alle wieder Vorräte anlegen. In GB nimmt das gerade mit 500% des Verbrauches beim Kraftstoff irrelevante Züge an, genauso wie bei uns im letzten Jahr der Toilettenpapierkauf. Auch haben die Düngerwerke die Produktion zu rd. 40% runtergefahren , sodaß zur Ernte 2022 die Ertragserwartung stark zurückgehen wird , wenn kein Dünger zur Ernährung der Pflanzen da ist. In den USA ist schon rd. 1 – 2 Monate kein N-Dünger für das nächste Frühjahr zu bekommen und wer bei uns jetzt kaufen will , bekommt jetzt wohl nur noch eingeschränkt mit mind. doppelten Preis oder nichts mehr. Jetzt , nach der Wahl , kommen die wirklichen Probleme auf den Tisch und nicht das Wahlablenkungsthema Klimawandel , denn Merkels Bilanz hinterläst Wirtschaftsvernichtung , Währungsverfall und Energieknappheit und das wird uns teuer zu stehen kommen. Die Grünen in der Regierung stören da nur, um mit den Problemen fertig zu werden.

  2. Limes sagt

    «Wir können nicht die ganze Menschheit vegan ernähren»sagt Urs Nägli und fügt hinzu: “Ich bin der Grüne im Team, mache mich stark für die Agrarökologie – eine Kombination aus Biolandbau und der Anwendung moderner Technologien wie Digitalisierung und neuste Züchtungsmethoden.”
    welche moderenen Technologien/Digitalisierung sollen dies sein? Seit Jahren werden Technologien erarbeitet, weiterentwickelt und durch eine Vielzahl von Ldw erfolgreich eingesetzt, genannt seien stellvertretend z.B. Prognosemethoden (Phytophtora, Rapserdfloh, Sclerotinia) sowie GPS von der Aussaat bis zur Ernte inkl. Ausbringung von PSM und Dünger.
    Neuste Züchtungsmethoden? Bisher haben Agrarökologen aus dem Bio Bereich moderene Züchtungsmethoden wie z.B. Gentechnik, CRISPR/CAS abgelehnt und aktiv Stimmung gegen diese Techniken über die Medien geschürt obwohl hierdurch schnellere und zielgenauere Züchtungen möglich sind.
    Kann bei den Ökologen ein Umdenken stattfinden? Zu wünschen ist es denn die Zeit läuft langsam davon. Lasse mich gerne positiv überraschen, allein mir fehlt derzeit noch der Glaube dass die Hardliner aus den Schützengräben kommen.
    Hoffnung macht die neue Sicht auf die Rinderhaltung. Plötzlich sind sie wohl doch wichtig und nicht nur unnütze Pupser. Offensichtlich hat man erkannt man benötigt sie zur
    Erhaltung einer offenen Landschaft und man staune auch das Fleisch leistet einen Beitrag zur Ernährungssicherheit einer wachsenden Weltbevölkerung!

    • Bauer Willi sagt

      Niggli sieht Crispr/CAS als notwendig auch für den Bio-Bereich an und hat sich damit in den eigenen Reihen unbeliebt gemacht.
      Von Habeck weiß ich auch, dass er der Technologie bei bestimmten Rahmenbedingungen offen gegenübersteht.

  3. Smarti sagt

    Das Lügenmärchen vom hohen Wasserverbrauch in der Tierhaltung kursiert immer weiter…
    wie viel Wasser benötigt ein Rind ? Ich behaupte mindestens Minus 100 l pro Tag – zumindest an allen Orten, in denen es eine Trinkwasser-Klospülung gibt und mit Trinkwasser Autos gewaschen werden.
    Denn dieses Brauchwasser landet über die Kläranlage im Bach, Fluss, See… und ist für Gras oder Acker erstmal verloren.
    Trinkwasser, dass an Tiere vertränkt wird oder zum sauber machen benötigt wird landet in der Güllegrube und von da auf Wiese oder Acker – und steht somit der Pflanze zur Verfügung, welche wieder vom Tier gefressen wird….
    Da geht kein einziger Liter den Bach runter.

    • Reinhard Seevers sagt

      Diese Woche beim “Perfekten Dinner” auf Vox ist das Thema – Wasserfußabdruck- und die Widerspiegelung im Essen. Heute kommt der letzte Teilnehmer, der als einziger Fleisch und Fisch mit anbietet.
      Die anderen jungen Framer haben natürlich vegan gekocht, weil es die einzige Form der nachhaltigen Ernährung sei…”….und die macht sooo viel Spaß…”
      Fleisch hat einen viel zu großen Wasserfußabdruck. Der Teilnehmer vom Mittwoch hat den Wasserverbrauch für die einzelnen Teilnehmer seines Gerichtes ausgerechnet.
      Nur ein 10tel von dem, was ein Steak verbraucht hätte, das ja mit bis zu 20000Liter Wasser pro kg zu Buche schlagen würde. Das ganze wurde jeden Tag textlich wiederholt…das brennt sich in die Gehirne deutscher urbaner Foodjunkies ein.
      Eine Teilnehmerin sprach u.a. auch von ihrer persönlichen Einstellung zum Kinderkriegen…das sei ja aufgrund der katatsrophalen Aussicht auf die Umwelt aus ihrer Sicht wohl nicht mehr möglich.
      Die haben die Hosen voll, weil ihnen dauernd Lügen aufgetischt werden, die sie auch noch glauben, weil sie zu faul sind, diese zu hinterfragen.
      Aber gleichzeitig sitzen sie als Foodblogger oder Instergramer, Youtuber oder Influencer täglich am PC und posten ihre Weltsicht.
      Eine Teilnehmerin hat gerade ihr Studium als Nachhaltigkeitsforscherin abgeschlossen. Ihr berufliches Ziel ist es die Politik in Sachen Nachhaltigkeit zu beraten….oh Gott bewahre uns vor solchen unwissenden Jungkademikern ohne jegliche Lebenserfahrung!!

  4. Smarti sagt

    Die Rinderhaltung von konventionellen Landwirten mit Weidehaltung unterscheidet sich kaum von der Haltung von Bio-Rindern. Bei extensiver Haltung weiden die Rinder auf der genau gleichen Wiese, nur dass die Biowiese teuer zertifiziert und kontrolliert wird. Grünland durfte noch nie gespritzt werden und als Dünger dient schon immer Gülle und nur sehr selten ein wenig teurer Kunstdünger. Auch bei den Kälbern ist die Haltung gleich, ausser das Vollmilch getränkt werden muss ( was sowiso viele Landwirte machen weil die Kälber dann eher gesünder sind und Milchpulver teurer ist als Vollmilch ) und die Kälber einen Mini-Auslauf brauchen, sobald sie über eine Woche alt sind – Gruppenhaltung auf Stroh ist aber für alle Kälber vorgeschrieben, die Masse unterscheiden sich nur minimal.
    Unser Betrieb gibt über 3000.- Euro pro Jahr aus nur für Mitgliedschaft in Bioland, Kontrollen und Zertifizierungen – das ist eine riesige “Berater- und Kontrollindustrie” – nur damit man noch mehr Papier rumschiebt.
    Dass deutsche Kühe noch viel Soja fressen ist ein Märchen. Fast alle Molkereien verbieten gentechnisch verändertes Futter und immer mehr verlangen auch schon “europäische Futtermittel” – Rapskuchen war da eine gute Wahl. Nur: Raps in Bio geht niemals als Futtermittel – viel zu teuer `!.
    Wenn bei den konventionellen Landwirten weniger ( Futter )Getreide angebaut wird, dann fehlt den Bios bald das Stroh für Einstreu. Ein Teil kann ja vielleicht aus dem Wald geholt werden, aber in Mengen ? Biobetriebe dürfen schon immer konventionelles Stroh zukaufen, es kann nicht genug in Bioqualität angebaut werden.
    Ich sehe ein grosses Problem bei einer hohen Bioquote bei Rindern kommen: da die Wiesen “unterdüngt” sind, verringert sich der Futterwert von Jahr zu Jahr. Der kostbare Dung muss auf den Acker und die Wiesen werden immer magerer… schön für Insekten und Fotos – aber das Rind wird nicht mehr satt…Kraftfutter zukaufen ist zu teuer, also werden es immer weniger Tiere auf immer mehr Fläche. ( Ziel bald erreicht, wenn es heisst, 50 % der Fläche ist Bio )
    Kein Problem, wenn nicht immer mehr Menschen ernährt werden müssten….

  5. Stadtmensch sagt

    “Hühnerfüsse sind ungeniessbar”.
    In Dokus hab ich gesehen, dass es in einigen Regionen Straßenhändler gibt, die Hühnerfüße anbieten. Zum Auskochen halt…

  6. Mark sagt

    Was bei der Diskussion regelmässig unterschlagen wird: die Freisetzung von “Treibhausgasen” durch Rinder ist Teil eines naturlichen CO2 Kreislaufes, d.h. alles was aussgestoßen wird (Pups) wurde vorher durch die Nahrungspflanze der Rinder der Atmosphäre entzogen. Es findet keine CO2 Anreicherung der Atmosphäre statt!! D.h. Rinderhaltung ist weder gur noch schlecht fürs Klima, sindern neutral. Ach so, ganz nebenbei, Rinderhaltung ist sehr gut für die Ernährung!

    • Stadtmensch sagt

      Weidetierhaltung ist sogar “gut fürs Klima”. Bevor die Weißen im amerikanischen Mittelwesten alle Büffel abkeknallt und mit ihren Pflügen den Boden in alle Winde verteilt hatten, wurde Kohlenstoff über tausende Jahre von riesigen Tierherden in den Steppen in den Boden getrampelt. Evtl sind die Schwarzerdegebiete generell so entstanden: Steppe und Weidetiere.

  7. Reinhard Seevers sagt

    Niggli spricht hier wie alle Ökofuzzis, nur dass er eben nicht um die Rinder herumkommt, weil sie so nachhaltig sind. Er muss quasi der Szene irgendwie erklären, dass die Jahrelange Verteufelung des Rindes ein Fehler war.
    Wenn der Bürger endlich auch die Schweinepfoten und Hühnerfüße essen würde, müssten wir uns nicht über zu viel Fleischverzehr echauffieren. Lernt erstmal richtig Essen!!!!

    • Inga sagt

      So ist es, wer Dauerwurst (Salami) essen will, der muss auch Kesselwurst (Leber-,Blut-, Schwartenwurst, Sülze) essen! Haben meine Grosseltern immer gesagt.
      In dieser Kessel- oder Kochwurst sind doch alles sonst verwertbares von Kopf, Ohren bis Schwanz drin.
      Das Schwein hat eben nicht nur gute Stücke.

      Das müsste sich die heutige Gesellschaft hinter die Ohren schreiben.
      Denn die ist ja dann auch für diesen Missstand verantwortlich.
      Hühnerfüsse sind ungeniessbar, aber vielleicht werden die Hühnerbrüste zu sehr gegenüber den Hühnerschenkel bevorzugt.

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