Autor: Bauer Willi

Marktlücke Weideschwein

Vergangene Woche war ich in Bayern eingeladen. http://www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/landsberied-willi-wills-wissen-1.2744910 Und passend zum Bundesland war sogar der Himmel weiß-blau und mit 15 Grad für Mitte November ungewöhnlich mild. Vor dem abendlichen Vortrag hatte mir die (noch! kommissarische) Geschäftsführerin des Verbandes, Simone Strobel, zwei Betriebe ausgesucht, die wir besucht haben. Einer davon war in Germering. Familie Kirmair hält dort Schweine. Das Besondere an diesen Schweinen ist zum einen die Rasse (Schwäbisch-Hällisches Landschwein), zum anderen die Haltungsform: diese Schweine werden auf der Weide gehalten und nur mit eigenem Futter gefüttert. Dazu gehören unter anderem eigene Erbsen, Gerste und pelletierte Grünpellets, in denen auch Luzerne enthalten ist, die etwa drei bis vier Jahre auf der gleichen Parzelle wächst. Die Schweine wachsen zwar langsamer, dafür ist aber die Fleischqualität sehr gut. Geschlachtet wird in einem kleinen Schlachthof in der Nachbarschaft, zerlegt und portioniert wird auf dem Hof. Vermarktet werden Pakete von je 10 kg, die zum Preis von 79 € reißenden Absatz finden. Zur Zeit ist die Nachfrage höher als das Angebot. Deshalb plant Familie Kirmair auch eine Aufstockung des Bestandes. Die …

Was sich liebt…

Jeder kennt das: Kommentarschreiber in Facebook oder in einem Blog geraten unversöhnlich aneinander. Dann ist es nicht mehr weit zu persönlichen Beleidigungen und am Ende kann der Administrator nur noch drohen, löschen oder sperren. Doch setzt man sich mit einem Kontrahenten alleine auseinander, ist von solchen Aggressionen keine Spur mehr. Sogar das Gegenteil ist oft der Fall: Freundlich und engagiert erfährt man so manche wertvolle Erkenntnis von einem vermeintlichen „Streithansel“. Warum aber reagieren dann diese Kommentarschreiber so aggressiv? Wohl deshalb, weil sie ihre Arbeit, ihren Hof und „ihr Ding“ so innig lieben. Weil sie von dem was sie tun und wie sie es tun, hochgradig überzeugt sind. Sie lieben ihre tägliche Arbeit sogar so sehr, dass sie meinen, sie müssten den Andersdenkenden vor einem vermeintlichen Schaden bewahren. Und dass der eintreten könnte, weiß halt nun nur ein wirklicher „Überzeugungstäter“. Was man so sehr liebt, will man auch auf keinen Fall verlieren. Ergo kommt sofort Verlustangst dazu, wenn ein anderer mit einem Argument daher kommt, das einem das Gefühl vermittelt, eventuell selbst auf dem Holzweg zu …

Die Kritik an der Nutztierhaltung…

…ist Gegenstand eines Gutachtens („Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung“), an dem Prof. Grethe maßgeblich beteiligt war. Ich habe Prof. Grethe anlässlich einer Podiumsdiskussion bei der Masterrind GmbH in Verden getroffen und ihn um ein Interview gebeten. Prof. Dr. Grethe lehrt an der Uni Hohenheim Agrar- und Ernährungspolitik und ist Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz, der das Ministerium in diesen Fragen berät. Bauer Willi: Herr Grethe, der Wissenschaftliche Beirat hat keine Vorgaben, mit welchen Themen er sich beschäftigen soll. Wie sind Sie auf das Thema „Akzeptanz der Nutztierhaltung“ gekommen? Grethe: Wir halten die zunehmende Lücke zwischen gesellschaftlichen Erwartungen an die Landwirtschaft und gesellschaftlicher Wahrnehmung der Landwirtschaft für eine große Herausforderung: Sie muss dringend verringert werden, denn sie ist eine Belastung für die Landwirte und schafft sehr viel Unsicherheit. Gerade in der Tierhaltung ist diese Lücke besonders groß, vor allem, weil die Rahmenbedingungen zu einem zu geringen Tierschutzniveau in der deutschen Nutztierhaltung geführt haben. Hier sahen wir auch erheblichen Beratungsbedarf, denn die deutliche Verbesserung des Tierschutzniveaus ist aufgrund der Einbindung in …

Begrenzung des Antibiotikaeinsatzes vom Begrenzung des Antibiotikaeinsatzes

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) hat gestern sieben Fast-Food-Ketten, darunter McDonalds, Burger King, Subway und KFC, aufgefordert, sich für eine Begrenzung des Antibiotikaeinsatzes in der Nutztierhaltung einzusetzen. „Ein Einsatz, um das Wachstum zu fördern, die Effizienz des Futtermitteleinsatzes zu steigern oder routinemäßig Krankheiten in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung vorzubeugen, sollte weltweit strikt verboten werden“, so der VZBV. Man darf gespannt sein, wie die angeschriebenen Unternehmen auf dieses Schreiben reagieren werden. Sie sollen sich bis zum 23. Dezember 2015 dazu äußern. http://www.vzbv.de/pressemitteilung/fast-food-ketten-sollen-sich-fuer-weniger-antibiotika-tierhaltung-einsetzen