Autor: Bauer Willi

Freude für viele – Planung 2017

Einige Leser wollten wissen, was nach der Gerstenernte passiert. Und dabei ist mir aufgefallen, dass es für viele einen Grund gibt, sich zu freuen… In den kommende Tagen werden die Stoppeln und das aufliegende Stroh gegrubbert, d.h. flach mit Erde vermischt. Wir machen das mit einem Flügelschargrubber, aber es gibt dazu auch andere Geräte. Dann warten wir ein paar Tage, bis die Körner, die auf dem Acker geblieben sind (sollten möglichst nicht mehr als 0,5% sein) keimen, damit das nicht in der nächsten Kultur (bei uns Zuckerrüben) passiert. Denn dann müsste ich da wieder „Pestizide“ einsetzen und die kosten schließlich Geld (was ich nicht ausgeben will). Ist das Ausfallgetreide „aufgelaufen“ (ja, nennt man so und hat mit Fußball nichts zu tun) wird wieder, dann aber etwas tiefer gegrubbert, um das Ausfallgetreide zu beseitigen. In diesen „Grubberstrich“ (ja, so heißt das, ist aber nicht erotisch gemeint) wird die Zwischenfrucht gesät, die vorher oder nachher etwas Gärsubstrat bekommt, damit sie gut wachsen kann. Die Zwischenfrucht nimmt die Nährstoffe auf und bindet diese in der Pflanzenmasse. So sind sie vor Auswaschung geschützt. Da freut sich das Wasserwerk. Außerdem …

Leseprobe: Das globale Dorf – wo ist mein Konkurrent?

Weil es ganz gut zur Getreideernte passt, hier mal wieder eine Leseprobe aus meinem Buch „SAUEREI!“ Schon mal was von MATIF, Eurex, Liffe oder CBoT gehört? Böhmische Dörfer? Für mich und meine Kollegen gehören diese Begriffe zum Alltag. Fast täglich schaue ich dort nach, wie sich die Preise entwickeln. Online, mit fünfzehnminütiger Verzögerung. Die beiden für mich wichtigsten Marktplätze möchte ich Ihnen kurz vorstellen. MATIF (Marché à Terme International de France) An dieser Börse mit Sitz in Paris werden vor allem Weizen, Mais, Raps (inklusive Rapsschrot und Rapsöl), Braugerste und Milchpulver gehandelt. Der Schwerpunkt der Händler auf diesem Marktplatz sitzt in Europa. Ein Chart sieht dann zum Beispiel so aus wie im Titelbild. (Quelle: www.kaack-terminhandel.de) Für mich interessant ist die Spalte „Settlement“, denn das ist der aktuelle Preis des Tages. Um zu sehen, wie die Preisentwicklung der letzten Monate war, schaue ich mir noch die Chartkurve an. Für Weizen, der im August geerntet wird, ist für mich der Septembertermin von Bedeutung. Das ist aber nicht der Preis, den ich bekomme, sondern lediglich die Basis, auf …

Gerstenernte beginnt

Am Freitag, 8. Juli, haben wir mit der Gerstenernte begonnen. Obwohl die Bestände optisch gut aussahen, ist das Ergebnis enttäuschend: Irgendwo zwischen 80 und 90 dt/ha werden die Erträge liegen. Das ist für unsere Bodenqualität (85 bis 95 Bodenpunkte) nicht zufriedenstellend. Es ist damit zu rechnen, dass gegenüber dem (sehr guten) Vorjahresergebnis so zwischen 15 und 25% fehlen werden. Exakt läßt es sich jetzt noch nicht sagen, weil wir noch nicht fertig sind. Das Dreschen wird zum Teil durch das noch grüne Stroh behindert. Zum Glück haben wir kein Lagergetreide, da ist die Arbeit noch mühsamer. Zu den unterdurchschnittlichen Erträgen kommen in diesem Jahr auch noch niedrige Preise hinzu. Mehr als 12 €/dt bei Anlieferung werden aktuell nicht zu erlösen sein. 80 dt/ha mal 12 €/dt ergibt 960 €/ha Roherlös. Für Saatgut, Dünger, Pflanzenschutz und sonstige variable Kosten muss ich rund 700 €/ha aufwenden. Für die fixen Kosten bleibt da nicht viel übrig. Für Schäubles „schwarze Null“ reicht es jedenfalls nicht. Ob es lohnt, mit dem Verkauf noch zu warten? Mal sehen, was die CBot …

Bergwiese maehen und schwaden

Mit der GoPro-Kamera an der Frontladerschwinge gelingen coole Aufnahmen. Ich habe das Bild gedreht, damit die Bäume gerade stehen. So stark ist hier die Hangneigung. Wer entdeckt den startenden Gleitschirmflieger am Steilhang. Und der 40 Jahre alte „Kampf-Renault“ ist mit der Zwillingsbereifung am Berghang einfach unersetzlich. Alt, bezahlt und immer noch gut! Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen   Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen Nix mit großem Schlepper. Bei der Bergwiese ist der Motormäher erste Wahl. Weil er leicht ist und keinen „Dreck“ macht. Aber für ein Hektar braucht man schon 3 Stunden und einige Kilometer zu Fuß.

Kaliumphosphonat, Öko-Anbau und der Streit um die Zulassung

Dieser Artikel ist sehr lang und auch von „Fach-Chinesisch“ geprägt. Es lohnt sich trotzdem, ihn bis zum Ende zu lesen. Und irgendwie wollte mir bei der Recherche zu diesem Thema der Streit über die Bewertung von Glyphosat einfach nicht aus dem Kopf gehen… Aber das geht wohl nur mir so… Die extrem feuchte und warme Witterung führt in diesem Jahr zu einem sehr starken Auftreten von Falschem Mehltau (Peronospora) im Weinbau und Kraut- und Knollenfäule (Phythophtora) im Kartoffelbau. Im Öko-Anbau ist gegen diese Pilze derzeit nur Kupfer (Schwermetall) zugelassen, allerdings mit einer begrenzten Aufwandmenge, die in diesem Jahr aufgrund des massiven Befalls von 3 kg/ha auf 4 kg/ha (Rebe & Wein 21.06.2016) angehoben wurde. Wegen der Anreicherung im Boden und negativer Auswirkungen auf das Bodenleben wären Alternativen zum Kupfereinsatz sehr wünschenswert. Bis 2013 war Kaliumphosphonat zugelassen, nun versucht man, das Problem mit einem angemeldeten Großversuch von Kaliumphosphonat zu lösen, um einen möglichen großen Schaden abzuwenden. Das birgt jedoch rechtliche Probleme. Zur Krankheit und deren Auswirkungen äußert sich Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut in Mainz am 25.6.2016 in der …

Sommer 2016 – zum vergessen…

Wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen hat, glaubt man es nicht. Das Wasser steht noch immer in den Feldern und auf den Wiesen rund um Hamminkeln am Niederrhein. Ich war am 5.7. zu einem Vortrag in Rees und habe unterwegs diese Bilder auch gesehen. Aber die Landwirte nur zu bedauern wird ihnen nicht helfen. Das Video dauert 2 Minuten. Ansehen http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-duisburg/video-unwetterschaeden-in-hamminkeln-100.html

Hört erst mal auf zu koksen

Fair-Trade-Drogen gibt es nicht! Warum es der Autor des Tagesspiegel es als Bigotterie empfindet, wenn sich eine koksende Studentin über Massentierhaltung aufregt. Sehr lesenswert! http://www.tagesspiegel.de/berlin/veganer-und-drogen-hoert-erst-mal-auf-zu-koksen/11943180.html