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Gerstenernte beginnt

Am Freitag, 8. Juli, haben wir mit der Gerstenernte begonnen. Obwohl die Bestände optisch gut aussahen, ist das Ergebnis enttäuschend: Irgendwo zwischen 80 und 90 dt/ha werden die Erträge liegen. Das ist für unsere Bodenqualität (85 bis 95 Bodenpunkte) nicht zufriedenstellend. Es ist damit zu rechnen, dass gegenüber dem (sehr guten) Vorjahresergebnis so zwischen 15 und 25% fehlen werden. Exakt läßt es sich jetzt noch nicht sagen, weil wir noch nicht fertig sind.

Das Dreschen wird zum Teil durch das noch grüne Stroh behindert. Zum Glück haben wir kein Lagergetreide, da ist die Arbeit noch mühsamer. Zu den unterdurchschnittlichen Erträgen kommen in diesem Jahr auch noch niedrige Preise hinzu. Mehr als 12 €/dt bei Anlieferung werden aktuell nicht zu erlösen sein. 80 dt/ha mal 12 €/dt ergibt 960 €/ha Roherlös. Für Saatgut, Dünger, Pflanzenschutz und sonstige variable Kosten muss ich rund 700 €/ha aufwenden. Für die fixen Kosten bleibt da nicht viel übrig. Für Schäubles “schwarze Null” reicht es jedenfalls nicht. Ob es lohnt, mit dem Verkauf noch zu warten? Mal sehen, was die CBot (Chicago Board of Trade) in den nächsten Tagen macht…

Jammern? Nein, nur eine Schilderung der Fakten. So ist die Natur, so ist der Markt. Mal gehört man zu den Gewinnern, mal zu den Verlierern. Aus dem “Hilfspaket” der Bundesregierung will ich jedenfalls kein Geld.

Gerstenernte beginnt

Am Freitag, 8. Juli, haben wir mit der Gerstenernte begonnen. Obwohl die Bestände optisch gut aussahen, ist das Ergebnis enttäuschend: Irgendwo zwischen 80 und 90 dt/ha werden die Erträge liegen. Das ist für unsere Bodenqualität (85 bis 95 Bodenpunkte) nicht zufriedenstellend. Es ist damit zu rechnen, dass gegenüber dem (sehr guten) Vorjahresergebnis so zwischen 15 und 25% fehlen werden. Exakt läßt es sich jetzt noch nicht sagen, weil wir noch nicht fertig sind. Das Dreschen wird zum Teil durch das noch grüne Stroh behindert. Zum Glück haben wir kein Lagergetreide, da ist die Arbeit noch mühsamer. Zu den unterdurchschnittlichen Erträgen kommen in diesem Jahr auch noch niedrige Preise hinzu. Mehr als 12 €/dt bei Anlieferung werden aktuell nicht zu erlösen sein. 80 dt/ha mal 12 €/dt ergibt 960 €/ha Roherlös. Für Saatgut, Dünger, Pflanzenschutz und sonstige variable Kosten muss ich rund 700 €/ha aufwenden. Für die fixen Kosten bleibt da nicht viel übrig. Für Schäubles "schwarze Null" reicht es jedenfalls nicht. Ob es lohnt, mit dem Verkauf noch zu warten? Mal sehen, was die CBot (Chicago Board of Trade) in den nächsten Tagen macht…Jammern? Nein, nur eine Schilderung der Fakten. So ist die Natur, so ist der Markt. Mal gehört man zu den Gewinnern, mal zu den Verlierern. Aus dem "Hilfspaket" der Bundesregierung will ich jedenfalls kein Geld.

Posted by Bauer Willi on Samstag, 9. Juli 2016

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68 Kommentare

  1. Friedrich sagt

    Die Gerste hier in Südhannover ist abgeerntet. Die Erträge schwanken von Schlag zu Schlag.
    Das Korn ist schwer , aber klein. Mit 93/94 dt/ha eine normale Ernte , aber 15% weniger als im letzten Jahr, daß war Spitze. Der Regen von Mai (zu wenig) und Juni(zu viel) war schlecht verteilt. Daher auch die schwankenden Erträge. Bei uns wird die Gerste in der Schweinehaltung verfüttert. Nachdem die Gülle in der Biogasanlage war , werden wir das Gärsubstrat und den zugekauften Hähnchenmist auf den Gerstenstoppel ausbringen.Das fördert das Bodenleben und erspart uns den Mineraldüngereinkauf. Da alle Landwirte weniger ernten, werden die Getreidemengen , wie vorher gesagt, auch nicht kommen. Das wird dann in einigen Monaten die Preise steigen lassen , so hoffe ich. Eins steht aber schon fest, daß die Schweinepreise nach zweijähriger Durststrecke steigen,weil alle Schweinehalter die Bestände reduziert haben. Ich ärgere mich jedes Jahr , daß im März immer von einer hohen weltweiten Getreideernte geredet wird und dann im September nach der Ernte ganz andere Zahlen kommen . Der Handel hat dann in der Ernte, wie jetzt auch, das Getreide billig eingekauft und wartet jetzt auf höhere Preise.Da kann man nur sagen : Ist der Handel noch so klein , bringt er mehr als Arbeit ein! Wir haben keinen eigenen Mähdrescher, aber können das ganze Getreide einlagern und trocknen. Das Futter für die Schweine machen wir alles alles selbst.

    • Josef sagt

      Ich finde es total unprofessionell, schon ab März dem Handel mitzuteilen, dass für alle ausreichend da sein wird. Das gibt es nur in der Landwirtschaft. Oder kennt jemand eine andere Branche, die den Käufern öffentlich mitteilt, dass die Lager gut gefüllt sind, dass es also nicht nötig ist, sich Ware zu sichern und dafür evtl. einen höhen Preis zu bezahlen, als unbedingt nötig ist.

      • Sabine sagt

        Ne, wer schlau ist, erzählt zwar vorher was er tolles hat, aber er macht es erstmal rar. Eigentlich sollte man nicht sagen, wieviel man geerntet hat, dass nimmt doch die ganze Spannung aus der Börse.

      • Bauer Willi sagt

        So ist es ja nicht! Es sind Heerscharen von Marktbeobachtern und Agenturen unterwegs, die das weltweit beobachten. Die Amerikaner (und wohl nicht nur die) werten Satellitenbilder aus und machen Prognosen. Und die werden dann rauf und runter diskutiert und daraus bildet sich dann ein Preis. Ob die Prognose dann eintrifft, ist dann sekundär. Derzeit gibt es Meldungen über schlechte Weizenqualitäten, obwohl hier noch kein Weizen geerntet wurde. Und schon steigt der Preis für Backweizen leicht an. So ist das. Nur so, wegen “unprofessionell”…
        Bauer Willi

  2. Schweinebauer Piet sagt

    Moin Willi, wir haben gestern in der Geest gedroschen mit 60 bis 70 dt /ha, dann geht das ja noch. Gott sei Dank früh genug abgesichert.

    • Bauer Willi sagt

      Hallo Peter
      Wir haben das leider nur mit Weizen gemacht. Ist uns eine Lehre…
      Willi

      • Schweinebauer Piet sagt

        Jetzt weiß jeder, wie ich heiße, gut, dass Du nicht gesagt hast, dass wir verwandt sind. Grüß Deine Mutter.

        Mal sehen, was der Weizenpreis macht, wenn morgen die USDA Schätzung kommt.

    • Bauer Willi sagt

      Hallo Sabine,
      kommende Woche werden die Stoppeln und das aufliegende Stroh gegrubbert, d.h. mit Erde vermischt. Dann warten wir ein paar Tage, bis die Körner, die auf dem Acker geblieben sind (sollten nicht mehr als 0,5% sein) keimen. Danach wird die Zwischenfrucht gesät, die noch vorhandenen Stickstoff im Boden aufnimmt und in der Pflanzenmasse bindet. Außerdem freuen sich die Bienen, wenn die Zwischenfrucht, bei uns ein Gemisch mit Ölrettich, blüht. Im Winter lassen wir die dann von den Schafen abweiden, die freuen sich dann auch (bzw. der Schäfer, weil er keine Futterkosten hat). Kurz vor der Rübensaat wird der Boden dann wieder gelockert. Pflügen tun wir eigentlich nur in Ausnahmefällen.
      Bauer Willi

      • Sabine sagt

        Gibt es eigentlich einen Willi-Honig? Ich mein, wäre doch naheliegend, oder? 🙂

  3. bauerhans sagt

    früher gabs hier höfe mit 20 morgen ackerfläche und getreide wurde nur in säcken gehandelt,die sogar 75kg wogen.
    ich weiss noch,dass vom “kornhaus” 3 leute kamen,um die säcke auf den lkw zu verladen: 2 leute mit einem knüppel hoben den sack hoch,der dritte packte von oben zu und zog ihn auf die sackkarre.
    später gabs nen elektrischen sackheber,allerdings war dann die batterie vom lkw öfter leer.
    saatgut wurde sogar in 100kg säcken gehandelt.

  4. bauerhans sagt

    gerstenertrag hier zwischen 75 und 85 dt pro ha bei ca.14% feuchtigkeit.
    der regen im juni(200mm)hatte wohl zu starken ährenverlusten geführt.

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