Autor: Bauer Willi

„Wir kaufen saisonal und regional“

Wer hat diese Aussage nicht schon gehört. Hier der dazu passende Wurfzettel von Samstag (erkennt man an den Deutschland-Fähnchen) Avocado: Peru/Südafrika/Chile/Kolumbien Tafeltrauben: Ägypten Wassermelone: Italien/Spanien Himbeeren: Spanien/Portugal Tafelbirnen: Argentinien/Chile/Südafrika Grüner Spargel (BIO!!): Griechenland/Italien/Spanien/Slowakei Und frische Kirschen (nicht auf dem Bild) kommen aus der Türkei. Gibt es Kirschen nicht aus Deutschland? Wir hätten welche. Spargel hat der Nachbar. Das wäre saisonal und regional. Irgendwie passen Aussagen und Kaufverhalten nicht zusammen. Das nervt mich. Oder liegt das da alles nur zum Anschauen? Und was ist das nur für eine Herkunftsbezeichnung, wenn da vier Länder für ein Produkt genannt werden? Warum schreibt REWE nicht drauf: „von überall auf der Welt“? Das wäre doch wenigstens ehrlich. Euer Bauer Willi

Es geht auch ohne Bauern

  Wir bekommen immer wieder Ratschläge von Menschen, offensichtlich der Meinung sind, sie wüssten, wie wir Landwirte es richtig machen sollten. Meist von Menschen, die mit praktischer Landwirtschaft nichts am Hut haben. Diese Ratschläge bekommen wir auch laufend von Redakteuren, Politikern und Vertretern spezieller Organisationen.  Wir werden ständig in Talk-Runden von sogenannten „Experten“  so dargestellt, als wären wir unfähig, mit unserem Boden, den Pflanzen und unseren Tieren anständig umzugehen. War unsere mehrjährige Ausbildung also überflüssig? Reicht es heute schon eine Ahnung von Dingen zu haben, die man nicht gelernt hat? Reicht es, Galileo und Quarks & Co zu sehen, um mitreden zu können? Da habe ich mir gesagt: Macht es doch selbst! Und habe folgende Anzeige aufgesetzt:

Gifte im Garten

Die ZDF-Sendung Planet-e brachte am 03.06.2018 eine halbstündige Sendung zur Problematik der Pflanzenschutz- und Düngeranwendung bei den Hobby-Gärtnern. (Zum Ansehen bitte auf das Bild unten klicken) Planet-e gibt den Umfang des Pflanzenschutz-Einsatzes in Deutschland im Privatgartenbereich mit 5000 Tonnen jährlich an. (Quelle: Umweltinstitut München). Im Vergleich: in der gesamten deutschen Landwirtschaft wurden im Jahr 2017 rund 47.000 Tonnen PSM   *(Quelle Umweltbundesamt) vermarktet. (incl. inerte Gase für den Vorratsschutz) Die Sendung beleuchtet auch eingehend die Abgabe- und Beratungspraxis der PSM-Mittel an die ungeschulten Privatverbraucher. Und zu guter letzt widmet sich die Sendung den Bodenuntersuchungen von Privatgärten, wo oft Überdüngung und Schwermetall-Altlasten den Traum vom eigenen Bio-Gemüse platzen lassen. Schonungsloses Fazit eines Professors in der Sendung: „Die Hobby-Gärtner sollten die Finger von den Pflanzenschutz- und Düngemittel lassen, weil sie mit der Anwendung überfordert sind.“ Und ein anderer Experte: „Man kauft hochkonzentrierte Dünger und düngt dann nach Gefühl“ Ich finde diese Sendung jedenfalls sehr informativ. Und empfehle sie deshalb gerne weiter. Euer Alois

(G)Artenvielfalt

Jetzt, Mitte Juni, sieht es im Garten richtig toll aus. Wir können die ersten Zucchini ernten, die Tomaten werden bald folgen. Durch den vielen Regen und die warmen Temperaturen gedeiht alles prächtig und wir kommen beim Salat mit dem Essen gar nicht hinterher. Kürbisse, Bohnen, Tomaten, Spinat, alle möglichen Kohlarten und mehrere Sorten Kartoffeln. Dazu noch Zuckermais, Lein und anderes. Neben den vielen Nutzpflanzen haben wir aber auch Saaten für die Insekten ausgebracht. Und das zu mehreren Terminen, damit immer ein Nektar-Angebot da ist. Schaut doch mal rein, was unser Sohn so alles im unserem Garten anbaut. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Der globale Tisch

Ein Gastartikel der „Obstbäuerin“, einer unserer Kommentatorinnen, zum globalen Fleischkonsum mit unterschiedlichen Zukunftsszenarien. 2010 habe ich einen Vortrag erarbeitet, in dem es einerseits um den weltweiten pro Kopf Ausstoß von CO2 und andererseits um den Fleischkonsum aller Erdenbürger ging. Da die Zahlen nicht mehr der Realität entsprechen, habe ich sie auf den neuesten Stand (2015) gebracht. Dabei musste ich feststellen, dass sehr unterschiedliche Zahlen in den Statistiken auftauchen und deshalb kann es sein, dass Abweichungen auftreten. Im Großen und Ganzen dürften sie aber stimmen. Insgesamt sitzen 2018 rund 75 Erdenbürger – je 1 steht für 100 Millionen Menschen – am Tisch. Die Verteilung ist sehr anschaulich in der Grafik oben zu sehen. 2015 wurden 321 Milliarden kg Fleisch weltweit gegessen. Das ist die Ausgangssituation. Im Folgenden spiele ich verschiedene Varianten durch, wie der Fleischverbrauch sich entwickeln könnte und welche Auswirkungen das hat. Was passiert, wenn alle Menschen die gleiche Menge Fleisch essen wie wir Europäer? In Asien würde jeder 44 kg mehr essen, in Afrika jeder 56. Sinke müsste der Verbrauch in Nordamerika (-44), Australien (-44) und …

Stress in der Landwirtschaft

Folgende Nachricht erreichte uns bei Facebook: Hallo Bauer Willi, Ich verfolge regelmäßig Ihre Nachrichten. Ich finde es super, das Sie vor allem zu kritischen Themen Stellung beziehen. Genau solche Köpfe braucht gerade in der heutigen Zeit unsere Landwirtschaft. Ich bin Landwirt aus dem Allgäu und studiere Landwirtschaft an der Hochschule Weihenstephan Triesdorf. Im Rahmen meiner Bachelorarbeit befasse ich mich mit dem Thema Stress in der Landwirtschaft. Peter Damit möchte ich herausfinden, welche Faktoren Landwirte stresst. Somit kann abgeleitet werden, welche Tätigkeiten oder Auflagen Landwirte vor große Herausforderungen stellt. Bisher haben schon ganz viele Landwirte teilgenommen. Ich weiß, das Sie bestimmt sehr beschäftigt sind. Aber wenn Sie an der Umfrage teilnehmen würde mich das ganz besonders freuen. Zudem wäre es super wenn Sie mich unterstützen und meinen Link posten. Das machen wir gerne. Hier der Link: https://ww2.unipark.de/uc/bandr_HOCHSCHULE_WEIHENSTEPHAN-T/954a/ Die Umfrage geht wirklich schnell. Die Fragen sind in drei bis vier Minuten beantwortet.

Der kleine Keiler „Willi“ – eine Lesergeschichte mit Video

Tilman Ziegler ist ein treuer Blog-Leser und auch Kommentator. Wir haben auch schon einige Gast-Beträge von ihm gebracht, denn Tilman bloggt selbst auf der Seite liegeboxen.de. Diesmal hat er uns allerdings ein berührende Geschichte geschickt. Sie handelt von einem kleine Helden, namens „Willi“…. Pfingsten ist uns ein kleines Wildschwein zugelaufen. Der offenbar mutterlose Frischling wurde in Nachbars Garten aufgegriffen. Wir haben den kleinen Keiler Willi genannt. In der Umgebung des Dorfes wurden noch weitere Frischlinge gesehen. Vielleicht ist die Bache angefahren worden und irgendwo verendet, vielleicht wurde sie auch versehentlich geschossen. Willi war erst ungefähr vier Wochen alt und hatte großes Glück. Mutterlose Frischlinge sind begehrte Beute für Füchse und anderes Raubwild, das in dieser Jahreszeit selbst hungrigen Nachwuchs zu versorgen hat. Eigentlich sollte man einen scheinbar verlassenen Frischling auf keinen Fall mitnehmen. Die Mutter kann noch in der Nähe sein, und mit einer führenden Bache ist nicht zu spaßen. Außerdem unterliegen Wildschweine dem Jagdrecht: das Wild gehört dem Jagdpächter. Wer sich Wild ohne dessen Einverständnis aneignet, begeht Wilderei. Wir halten Willi mit Einverständnis des …

Die gängige „Lehrmeinung“ kannte diese einfache Lösung nicht.

Die Herkules-Staude ist sehr giftig und zu einer Plage geworden. Seit Jahren bekämpft man sie landauf landab mit Schutzanzug und Sondermüllentsorgung. Nun aber haben ein paar Praktiker vom Angelverein eine ganz simple Lösung gefunden. Seht Euch das Video an…. https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-bonn/video-das-ende-der-herkulesstaude-100.html

Wieder mal Starkregen am Grünten im Allgäu

Hier ist der Alois. Gestern Nachmittag gab es ein Gewitter bei uns. Nichts besonderes an sich. Bis mich mein Sohn anrief und fragte, ob der Roßbach hinter unserem Haus Hochwasser hätte? Ich antwortete „Nein, es hat doch nicht so stark geregnet“. Da sagte mir mein Sohn, dass die Feuerwehr-Alarmierung der Feuerwehr Rettenberg aber von Starkregen am Grünten und Hochwasser und Überschwemmung von eben diesem Roßbach berichtete. Also bin ich raus und um zu schauen. Und tatsächlich: Der Roßbach schwoll als braune Brühe sehr schnell an. Innerhalb von 10 Minuten trat er dann über die Ufer. Wieder ein paar Minuten später war die Hauptstraße überflutet. Schließlich gab die Wolkendecke den Blick zu meinem Hausberg, dem Grünten frei. Weit sichtbar schossen richtige Bäche über die steilen Felsen talwärts. Aber wir hatten Glück. Denn die Hochwasserwelle ebbte so schnell wieder ab, wie sie gekommen war. So blieb mein Hof und auch mein Tagesheim vor der brauen Brühe verschont. Als dann klar war, dass keine Gefahr mehr drohte, bin ich mit meinem Quad losgefahren zu meiner Alpe am Grünten …