Autor: Bauer Willi

Wiesen walzen

Laut dem Antrag des bayrischen Volksbegehren Artenvielfalt soll das Walzen von Grünland nach dem 15. März in Bayern verboten werden. Ab 2020. Mich als Rheinländer würde interessieren, ob ihr in diesem Jahr mit einen solchen Verbot hättet leben können. Heute ist ja der 16. März. Bauer Willi  

WWF: Ein schlimmer Verdacht…

Der WWF hat im vergangenen Jahr 752 Mio. € an Spendengeldern eingenommen. Nun steht er im Verdacht,  in mehreren Ländern kriminelle Wildhüter mit technischem Gerät, auch Waffen, unterstützt zu haben. Es sei auch zu Übergriffen auf Personen gekommen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/wwf-die-schocktruppen-der-umweltorganisation-im-kampf-gegen-die-wilderei-a-1256336.html Auch die Bundesregierung unterstützt den WWF finanziell. Für ein Projekt gegen Wilderei und illegalen Wildtierhandel erhielt die Organisation 5,25 Mio. € vom Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMEZ)  und weitere 3,5 Mio. € vom Bundesumweltministerium. (BMU) http://www.bmz.de/de/zentrales_downloadarchiv/themen_und_schwerpunkte/biodiversitaet/180222_BMZ-BMUB-Factsheet_Partnerschaft_Wildereibekaempfung.pdf Der WWF ist um Aufklärung bemüht. Der deutsche WWF-Vorstand Christoph Heinrich schreibt: „Wo wir Kenntnis von Menschenrechtsverletzungen durch die Justiz erhalten, müssen wir das adressieren und dazu beitragen, Abhilfe zu schaffen.“ Sollte sich der Verdacht bestätigen, hätte dies Einfluss auf die Glaubwürdigkeit dieser Umweltorganisation. Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung.

Die Landwirtschaft drückt sich vor ihren kritischen Themen

Prof. Dr. Matthias Michael kennt sich mit Kommunikation aus (siehe unten „Zur Person“). Im Februar hat er über das Ansehen der Landwirtschaft einen Vortrag auf der DLG-Wintertagung gehalten. Ich habe ihm ein paar Fragen gestellt.   Herr Michael, was sind – aus Ihrer Sicht – die Ursachen für das schlechte Bild der Landwirtschaft? Wobei der Landwirt in der Nachbarschaft ja durchaus beliebt ist. Der Landwirt ist bei denen beliebt, die ihn kennen. Sie können seine Perspektive einnehmen, weil sie ihn verstehen mit seinem Tun und seinen persönlichen Herausforderungen. Aber die meisten Menschen – nämlich jene, die in den Städten leben – kennen ihn nicht. Die urbane Öffentlichkeit misstraut einer industriellen Landwirtschaft mit unterstellter Tierquälerei, Profitgier und Umweltverschmutzung. Der Bauer steht unter Generalverdacht. Die Ursachen für die schlechte Reputation liegen vor allem darin begründet, dass die Landwirtschaft ihre Risikothemen nicht behandelt hat. Das bedeutet: Sie dokumentiert nicht genügend Bewusstsein für ihre schwierigen Themen. Es fehlt an diskutablen Lösungen – mit all deren Schwächen und Konflikten. Nehmen sie die Beispiele Ferkelkastration, Kastenstand, Anbindehaltung, Schnäbel-, Hörner- und Schwanzkupieren, …

Raps? Oder Soja? Kommt ganz darauf an…

Christian von der LWK Oberösterreich hat sich dazu Gedanken gemacht und interessante Aspekte beleuchtet, an die ich so noch nie gedacht habe. Lesenswert nicht nur für Bauern… 🙂 https://ooe.lko.at/wer-braucht-raps+2500+2905604 Da ich heute den ganzen Tag (mit der Bahn) unterwegs bin, kann es sein, dass ich nicht zum Freischalten der Kommentare komme oder der Internetzugang nicht klappt. Ich bitte um Verständnis. Bauer Willi

Filterblase?

Lebt die Agrarbranche in einer Filterblase? Und welchen Einfluss haben die sozialen Medien auf die Wahrnehmung der Landwirtschaft? Über diese Themen geht es auf einer Veranstaltung am 28. März in Vechta. Hier alles Wissenswerte dazu: https://www.uni-vechta.de/koordinierungsstelle/veranstaltungen/agrarwirtschaft-in-der-filterblase/ Moderation: Dr. Jan Grossarth, Wirtschafts-Journalist der FAZ Bauer Willi

Die digitale Milchkanne

Nein, es geht nicht darum, ob 5G an jeder Milchkanne verfügbar sein soll. Es geht um die Digitalisierung in der Landwirtschaft, die aktuell für DAS Allheilmittel angesehen wird. Digitalisierung findet in der Landwirtschaft schon lange statt. Wer sich über den aktuellen Stand und die Einschätzung der Landwirte informieren will, findet hier einen lesenswerten Artikel aus der Computer-Woche. Und die ist ja nicht gerade ein landwirtschaftliches Fachblatt. https://www.computerwoche.de/a/was-sie-ueber-landwirtschaft-4-0-wissen-muessen,3544215 Meine Probleme mit der Digitalisierung sind: Die Kosten Das GPS-System für die Selbststeuerung unseres Traktors hat ein paar Tausend Euro gekostet. Ja, macht Spaß damit zu fahren, aber wo das Geld dafür wieder reinkommen soll ist mir noch nicht so richtig klar. Das mag beim Melkroboter ähnlich sein. Er erleichtert die Arbeit, aber die Kosten können nur wieder eingespielt werden, wenn ich in der frei gewordenen Zeit etwas anderes, Produktives tue. Das Wissen Wir haben einen Oldtimer-Trecker. Die Funktionen sind einem Laien so schnell erklärt, dass es spätestens nach einer halben Stunde das Ding selbst fahren kann. Bei unserem modernen Trecker sind so viele Knöpfe und Schalter, dass ich …

Liebe Frau Ministerin Schulze, liebe Frau Ministerin Klöckner

Dieser Brief ist unterwegs nach Berlin. Liebe Frau Ministerin Schulze, liebe Frau Ministerin Klöckner Wie das Volksbegehren in Bayern eindrucksvoll gezeigt hat, ist den Menschen der Schutz von Artenvielfalt und Klima ein Anliegen. Das gilt auch für mich als Bauer, der ja viele der geforderten Maßnahmen schließlich umsetzen soll und wird. Wir Landwirte können jedoch diese große Aufgabe nicht alleine bewältigen und benötigen dafür die Mithilfe der Zivilgesellschaft. Wie diese aussehen soll, habe ich in einer Petition zusammengefasst, die seit dem 26. Februar mittlerweile von über 56.000 Mitbürgern (Stand 10. März 2019 um 12:00 Uhr) unterzeichnet wurde. Sie finden diese hier: https://www.change.org/p/bundesumweltministerium-gemeinsam-f%C3%BCr-bienen-und-klima Welche zusätzlichen Maßnahmen wir Landwirte leisten können, haben 3 Landwirte und 21 Naturschützer unter Leitung des Bundesamt für Naturschutz (BfN) in einer zweitägigen Klausur-Tagung auf der Insel Vilm erarbeitet. Alle Beteiligten stehen hinter diesem Papier, weil es in  – teils kontroversen – Diskussionen entstanden ist. Es ist ein guter Kompromiss. https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/ina/Dokumente/Tagungsdoku/2018/2018-Vilm_11Punkte_final_clean.pdf Arten- und Klimaschutz kann nur gelingen, wenn wir alle „an einem Strang“ ziehen. Das gilt auch für Ihre beiden Ministerien, von denen …

Weniger Insektenmasse aber mehr Vielfalt. Gut so!

Herwig Scholz ist seit seiner Jugend ein Insekten-Fan, arbeitet bei der Landwirtschaftskammer NRW, ist für den Naturschutz zuständig und ist Mitglied des NABU. Er ist Agraringenieur, lebt bei Krefeld und kennt das Naturschutzgebiet Orbroich, in dem die Krefelder Insektenstudie gemacht wurde, seit über 30 Jahren. Nebenher bewirtschaftet er mit seiner Frau einen kleinen Bioland-Betrieb mit Obst und Gemüse. Hier seine Erkenntnisse und Erläuterungen über die Entwicklung der Insekten. Aus erster Hand. Wort für Wort sehr lesenswert, weil er die Gründe für den Rückgang der Fluginsekten-Biomasse ganz woanders sieht. Zunächst einmal zu meiner Person. Ich bin Agraringenieur und war von 1986 bis 1999 landwirtschaftlicher Betriebsberater der Landwirtschaftskammer in der Stadt Krefeld. Ich kenne daher seit über 30 Jahren das Naturschutzgebiet Orbroich und die Landwirtschaft dort. Seit dem Jahr 2000 bin ich unter anderem auch als Referent für Naturschutzplanung tätig. Seit langem bin ich auch Mitglied im NABU. Ich bin „nur“ gelernter und kein „geborener Bauer“ sondern im ähnlichen Wortsinn „geborener Biologe“. Meine Eltern waren begeisterte Botaniker, mein Vater war Biologielehrer und Naturschutzbeauftragter im ehemaligen Rhein-Wupper-Kreis. Schon …

Schafe

Wanderschäfer – Ein Beruf stirbt aus

Eine sehr gute Dokumentation über Wanderschäfer in Deutschland. Ohne Wanderschäfer keine Artenvielfalt. Es gibt derzeit nur noch 900 Berufsschäfer und mit dem Nachwuchs sieht es nicht gut aus. Aber im Wettbewerb mit z.B. Australien und Neuseeland haben deutsche Wanderschäfer keine Chance, denn nur von den Erlösen kann hier niemand davon leben. Die Wolle ist fast nichts wert, und das Fleisch wird nur wenig nachgefragt. Den Beitrag zur Landschaftspflege will aber niemand bezahlen. Und es geht auch um den Wolf… https://www.zdf.de/dokumentation/planet-e/planet-e-schaefer-in-not—ein-traditionsberuf-vor-dem-ende-100.html?fbclid=IwAR3cmz6tDCzekJflOQ-ANDcju0xKvPNMeLsWQKzUHHE7kHGZMqQVJsBO9NE Wer den Wanderschäfern eine Stimme geben will, sei auf diese Petition hingewiesen: https://www.change.org/p/rettet-die-letzten-sch%C3%A4fer-innen-deutschlands-ein-traditionsberuf-am-ende-sch%C3%A4fereiretten Das kostet nichts und ist etwas mehr als nur Mitleid… Bauer Willi