Bauer Willi
Kommentare 18

Raps? Oder Soja? Kommt ganz darauf an…

Christian von der LWK Oberösterreich hat sich dazu Gedanken gemacht und interessante Aspekte beleuchtet, an die ich so noch nie gedacht habe.

Lesenswert nicht nur für Bauern… 🙂

https://ooe.lko.at/wer-braucht-raps+2500+2905604

Da ich heute den ganzen Tag (mit der Bahn) unterwegs bin, kann es sein, dass ich nicht zum Freischalten der Kommentare komme oder der Internetzugang nicht klappt. Ich bitte um Verständnis. Bauer Willi

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18 Kommentare

  1. Philipp sagt

    Christian schildert durchaus interessante Fakten und beleuchtet die Vir und Nachteile sehr gut und umfassend. Allerdings verstehe ich nicht, warum wieder diese Entweder – oder Leier benutzt wird. In Zukunft wird es höchst wahrscheinlich, so wie in der Vergangenheit beides geben. Es gibt Indizien dafür, dass der Sojaanbau zunehmen wird, was nicht zuletzt im Interesse des Verbrauchers ist (Schonung der Regenwälder, weniger Hochseegüterverkehr usw.). Dieser Trend kann sich in Zukunft verstärken oder wieder abschwächen. Aber deswegen verschwindet nicht gleich der Rapsanbau.
    Viele Grüße und vielen Dank für den interesannten Artikel.

    PS. Mir ist bewusst, dass es sich nur um eine „Vision“ handelt und keine Prognosen oder Überzeugungen abgegeben wurden.

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    • Christian Krumphuber sagt

      Also natürlich soll es sowohl als auch geben. Was ich ja darlegen wollte ist, dass der Raps – oftmals als intensiv, unökologisch etc. abgetan – als Trachtpflanze für die Insekten sehr wertvoll ist. Jedenfalls sehr viel wertvoller als Soja, deren Vorteile wieder wo anders liegen. Man sieht: die Welt ist bunt (Gott sei Dank) und mehrdimensional.

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  2. Andi sagt

    Also ich bin ja im schönen Bayernland beheimatet und habe deshalb im letzten Jahr erstmals Soja angebaut, um mal eigene Erfahrungen zu sammeln. Das Ergebnis war eher ernüchternd. Wenn ich den reinen Verkaufserlös ansehe waren Soja und Erbsen gleichauf, doch ist der Sojaanbau doch um einiges aufwendiger. Man muss das Saatgut impfen, die Ernte geht nur mit speziellem Schneidwerk, dass heißt bei uns, es musste der Lohnunternehmer anrücken, obwohl wir einen eigenen Drescher haben. Hinzu kommt dass wir die Erbsen problemlos an die Schweine verfüttern können, die Sojabohnen mussten wir verkaufen, da keine Möglichkeit zum Toasten besteht. Der größte Knackpunkt bei uns aber war, das die Sojabohnen erst sehr spät reif wurden, nämlich Anfang Oktober, obwohl wir uns am Anfang nicht zu weit aus dem Fenster lehnen wollten, und die sehr frühreife Sorte Merlin angebaut haben. Keine Ahnung warum die Reife gegenüber den anderen Kulturen doch sehr spät war.. Man muss dazu sagen, dass wir im vorigen Jahr einen sehr trockenen Sommer hatten, und die Wintergerste bereits am 20 Juni gedroschen wurde. Der Körnermais kam Mitte September vom Feld, bei insgesamt doch noch durchschnittlichen Erträgen. Wir werden jetzt erst einmal abwarten, was die Züchtung macht, bevor wir uns wieder an die Sojabohne ranwagen.

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    • brötchen sagt

      Andy, es gibt ein Anbieter für mobile Toastanlagen.
      Die sind nicht sehr groß, Problem der Durchsatz ist nicht sehr hoch und man sollte dabei bleiben. Ist nur ein Würfel 1,50 m. Wenn man selber öl presst, kann man das Öl an Geflügelhalter o.ä. abgeben und den Kuchen selber nutzen.
      Lohnt sich nur bei Bio würde ich einschätzen und wenn man sich rantasten will.

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  3. Christian Krumphuber sagt

    Wer sich ein bisschen im Pflanzenbau auskennt, den überrascht es nicht wirklich, dass es fast keinen Bioraps gibt. Da sind Anbaustatistiken ein untrüglicher Maßstab. Sie zeigen was geht und was nicht geht bzw. wie zufrieden letztlich die Landwirte mit einer Kultur sind.

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  4. Bauer Fritz sagt

    Ein interessanter Seitenaspekt im Artikel ist der Anbau von Bioraps. Bei einem Anteil von ca. 25% Biobauern in Österreich gibt es bislang satte 200 ha Bioraps. Linear hochgerechnet würde das bedeuten, daß bei 100% Biobauern sich die Bienen über stramme 400 ha Bioraps freuen dürfen (anstelle von 40.000 ha konventionellem Raps). Es steht zu befürchten, daß unter den Imkern dann Kriege ausbrechen werden wer seine Bienen auf welcher Fläche weiden lassen darf.

    Vielleicht führt diese Zahl auch mal dazu, daß diverse NGO´s bei ihren Bla-Bla-Sagern á la „Macht doch einfach Bio“ sich vorher mit den tatsächlichen Gegebenheiten bzw. den Nebeneffekten solcher Plattheiten auseinandersetzen.

    Gilt übrigens fast deckungsgleich auch für Biorübe.

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    • Brötchen sagt

      in d. 2000 ha bioraps.
      die haben es ja so gewollt, dann werden sie sich wohl ihre Tracht selber anbauen müssen.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Dann kannst Du Sofamelker spielen und den PC braucht du nur noch um die hohen Pachteinnamen zu verwalten. 😉

        Und für die Biogasanlagen siehts düster aus, ich fürchte die Pachtpreise werden ins unendliche steigen. :-O

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    • Bauer Fritz sagt

      Schreibfehlerkorrektur: stramme 800 ha Bioraps – macht aber Bienen auch nicht satt

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  5. Liebe deutsche Kolleginnen und Kollegen

    als Ösi und Autor des Beitrages liegt es mir fern irgend jemand zu belehren oder etwas einzureden. Tatsache ist, dass der Sojaanbau in Österreich recht gut funktioniert. Zuletzt hatten wir 67.000 Hektar – etwa viermal soviel wie Deutschland bei etwa einem 1/6 der deutschen Ackerfläche.
    Es tut sich einiges in der Züchtung der Sojabohne – speziell im frühreifen Bereich. Dann gibt es Optimierungsmöglichkeiten in der Saatgutimpfung und die Erntetechnik mit den Flexi-Tischen reduziert die Verluste deutlich.
    Ist also ein Thema mit dem man sich durchaus beschäftigen kann und der Nebeneffekt ist, dass es eines ist wo man auch in der Öffentlichkeit als Landwirtschaft eher positiv punkten kann.
    Natürlich schwanken die Erträge. Im Südosten Österreichs, wo die Bedingungen 2018 aber sehr gut waren hatten wir im Regionsschnitt 3,75 Tonnen. Das geht dann schon.

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  6. bauerhans sagt

    ich baue erbsen im gemenge mit hafer oder sommergerste an,wobei sommergerste die bessere verwertung in der schweinemast hat.
    dieses jahr werde ich erbsen solo anbauen und ich behaupte,dass ich durchs einsparen von sojaschrot und der prämie „vielfältige fruchtfolgen“ ,die erbsen sich bei mir besser rechnen als raps oder zuckerrüben.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Die Sortenzüchtung meint, dass in Bälde Fortschritte erzielt werden kann.

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    • Brötchen sagt

      Inga das sind die Sonnenstunden und hat was mit dem Breitengrad zu tun.
      BB liegt auch noch Recht günstig.
      Soja wird wie mais die dominierte Feldfrucht werden. Braucht ja auch keine Winterunterricht.

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      • Christian Krumphuber sagt

        Genau so ist es. Mais und Soja haben recht ähnliche Ansprüche. Denkt an den amerikanischen corn-belt – das ist das Zentrum des Mais- und Sojaanbaues in den USA. Lagen, wo Körnermaissorten mit FAO 270 aufwärts gedeihen sind grundsätzlich auch für frühe Sojasorten geeignet (Reifegruppe 000).
        Im Südosten Österreichs (Steiermark/Kärnten) wo dann in den Gunstlagen auch Mais mit FAO 350 – 450 geht, kann man auch spätreifere Sorten (00 und 0) versuchen.

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      • Brötchen sagt

        soll Winterung heissen.
        Soja hat für die Fütterung einen sehr hohen lysingehalt! gleichzeitig liefert es auch viel Energie. eine futterpflanze wie gemacht!
        Wer begegnen kann, minimiert das Risiko.

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  7. Harald Müller sagt

    Für Außenstehende sei ergänzt, dass weite Teile Österreichs für den Soja-Anbau recht gut geeignet sind.

    In Deutschland sieht es anders aus.
    Die erwähnten Erträge von (im Mittel!) 3 Tonnen pro Hektar sind nur in wenigen Gunstregionen realistisch.
    In weiten Teilen Deutschlands braucht man den Anbau gar nicht erst in Erwägung zu ziehen: Entweder sind die Sommer zu kalt oder zu trocken.
    Die Züchtung von geeigneten Sorten läuft zwar; bisher aber mit überschaubaren Erfolgen.

    Beim Julius-Kühn-Institut findet man eine Deutschlandkarte zur Anbaueignung von Soja:
    http://geoportal.julius-kuehn.de/map?app=soja_neu
    (Erklärung zur Karte:
    Nur in den „grünen“ Gebieten ist der Sojaanbau in den meisten Jahren konkurrenzfähig.
    In den „gelben“ Gebieten ist Sojaanbau aktuell ein Lotteriespiel und erst bei anhaltendem Klimawandel interessant.)

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