Autor: Bauer Willi

Wie geht das mit der Energiewende?

Eigentlich geht es mir erst einmal nicht um die Energiewende, sondern um die Stromwende. Bei uns vor der Haustür stehen in Sichtweite 3 Braunkohlekraftwerke und die sehe ich mal mehr oder weniger dampfen. Dann sind da noch Aktivisten, die wollen, dass die Kraftwerke 2030 (oder früher?) vom Netz gehen. Das kann man sich ja wünschen, aber wie soll das gehen? Und wie sieht es dann mit der Versorgungsicherheit aus? Ich will das ernsthaft wissen und nicht die Erneuerbaren schlecht machen. Ich würde mich sehr freuen, wenn mir das jemand so erklären kann, dass ich (und hoffentlich auch andere) es wirklich verstehen. Auf der Seite https://www.smard.de/home stehen alle Daten zu Erzeugung und Verbrauch fast in Echtzeit zur Verfügung. Ich habe mir für die obige Grafik mal beispielhaft zwei Tage im November 2021 herausgesucht und ganz bewusst die Extreme visualisiert. Am 7. November (in der Grafik links) war es um 12 Uhr in Deutschland sonnig und windig. Von den rund 57.000 MWh Verbrauch wurden rund 49.000 MWh aus erneuerbarer Energie gewonnen, rund 20.000 aus nicht erneuerbarer. Die …

Agrarkongress – Der große Konsens

Am 18. Januar tagte zum 6. Mal der Agrarkongress des BMU, das jetzt BMUV heißt. Das Programm findet ihr hier: https://www.bmu-events.de/sites/default/files/gc-event/uploads/11326_programm_deutsch-v5.pdf Wie man sieht, ein bunter Reigen an Themen und Personen aus Politik, Naturschutz, Verbraucherschutz und auch aus der Landwirtschaft. Die Zusammenfassung des Kongresses: Alle, aber wirklich alle sind der Meinung, dass die Chancen für die Transformation der Landwirtschaft noch nie so günstig waren wie derzeit. Durch die „grüne“ Führung der beiden wichtigsten Ministerien, dem BMEL und dem BMUV könne Umweltpolitik und Agrarpolitik jetzt erstmals aus einem Guss erfolgen, so die beiden verantwortlichen Minister. Sowohl die Borchert-Kommission als auch die Zukunftskommission habe die Ziele und die Pfade der Transformation der Landwirtschaft aufgezeigt.  Nun müssten sie von der Politik nur noch angegangen werden. Da waren sich alle einig, auch die Vertreter:innen von Deutschem Bauernverband, Deutschem Landfrauenverband und dem Bund der deutschen Landjugend. Diese gaben lediglich zu bedenken, dass für ein Gelingen der Transformation der Landwirtschaft erhebliche finanzielle Mittel notwendig seien. Da ginge es um mehrere Milliarden Euro. Jedes Jahr. Einig war man sich auch darin, dass …

Deutschland Exportweltmeister…von Problemen

In der Silvesternacht haben wir in Deutschland 3 Atomkraftwerke und drei Braunkohlen-Blöcke mit je 300 MW abgestellt. In den nächsten Monaten und Jahren werden weitere folgen. Auf die Frage, wo denn dann der Strom herkommen soll, wird schließlich darauf verwiesen, dass wir den fehlenden Strom ja importieren können. Damit wird unsere Klimabilanz verbessert. Wir exportieren unsere Probleme. Die neue Bundesregierung möchte den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bis 2030 auf die Hälfte reduzieren. Gleichzeitig soll der Anteil der Biolandwirtschaft von jetzt knapp 10% auf 30% steigen. Damit ist klar, dass wir nicht nur noch mehr Obst und Gemüse, sondern zukünftig auch wesentliche Teile unsere Grundnahrungsmittel importieren müssen. Wir möchten die Umwelt schonen. Wir exportieren unsere Probleme. Das Kükentöten ist seit dem 1.1.2022 in Deutschland verboten. Aber nur in Deutschland. Tierwohl ist uns wichtig. Wir exportieren unsere Probleme. Die Käfighaltung von Hühnern ist schon lange verboten. Die Eier für die industrielle Verarbeitung bzw. Eipulver  kommen aus dem Ausland wo die Käfighaltung erlaubt ist. Ob da der Tierschutz eine Rolle spielt, interessiert den Bürger nicht. In Deutschland gelten strenge …

Cannabis: Antwort vom BMEL

Dieter und ich haben am 29.12. 2021 beim BMEL eine Anfrage zum Anbau von Cannabis gestellt. https://www.bauerwilli.com/wieviel-hanf-soll-es-sein/ Hier die Antwort: Antwort BMEL Cannabis Neu für uns war, dass für den Anbau von medizinischem Hanf eine europaweite Ausschreibung erfolgt. Wir überlegen noch…. 🙂

Der „Hirn-Aus“-Reflex

Ein Gastbeitrag von Bauer Fritz aus (Ober-)Österreich, der sich mit dem Reflex beschäftigt, mit dem die Medien auf eine „Studie“ oder einen „Atlas“ der NGO (Nicht Gewählten Organisationen) prompt reagieren. Ich bin dankbar, dass Fritz das übernimmt, denn ich bin mittlerweile müde, das immer gleiche Campaigning von BUND, NABU, WWF und Co. zu kommentieren. Aktuell der „Pestizid-Atlas“. Und die Versprechungen der „Zukunftskommission Landwirtschaft“ , die Landwirte in Ruhe zu lassen und sich mit ihnen solidarisch zu zeigen, kann man spätestens jetzt auch in die Tonne kloppen. Hat ja nicht lange gehalten. Über ein nicht wegzubringendes Phänomen im Medienbereich, das ebenso erstaunlicherweise wie  bedauerlicherweise am häufigsten vorzufinden bei sich selbst so bezeichnenden Qualitätsmedien. Und das nicht nur in Österreich. Dieses sonderbare Phänomen tritt vorrangig auf, wenn Medien Pressemitteilungen von NGOs erhalten und ist wie folgt zu diagnostizieren: Nahezu unmittelbar nachdem die „Guten per Eigendefinition“ irgendeine übliche Alarm-Info raushauen, stellt sich bei den „Qualitativen per Eigendefinition“ der sogenannte „Hirn-Aus“-Reflex ein. Während sie sich Jahr und Tag ihrer Rechercheleistungen rühmen, ihre Fakten-Checks preisen, ihre bestens ausgebildeten Journalisten hypen, …

Preisexplosion…

Im vergangenen August habe ich für unsere Heizung Holzpellets eingekauft.  Für 199 €/t netto. Jetzt müssen wir nachordern. Ich habe wieder bei unserer Genossenschaft angerufen, weil die die besten Preise hat. Der Verkäufer hat mich gebeten, mich erst zu setzen, bevor er mir den Preis nennt. Das war richtig. Der aktuelle Preis beträgt 386 €/t. Man muss nicht Mathematik studiert haben um schnell festzustellen, dass das fast der doppelte Preis ist. Es hilft aber nichts, denn wir können ja nicht im Kalten sitzen. Jeder weiß, dass der Diesel an der Tankstelle je nach Uhrzeit zwischen 1,55 und 1,65 €/l kostet. Auch das ist deutlich mehr als noch im Sommer. Im Sommer werden Benzin und Diesel aufgrund der CO2-Bepreisung nochmals teurer. Noch haben wir einen Stromliefervertrag. Ich habe mal in einem Portal nach den aktuellen Preisen für einen neuen Vertrag geschaut. Die Preise für 1 kWh: zwischen 0,44 und 0,60 €, für Kunden, die von ihrem (Billig)-Anbieter die Kündigung bekommen haben, sogar bis zu 0,70 €. Über die Situation bei Düngemittel hatte ich schon berichtet. Ein …

Was wichtig ist….

Seit dem 12. Januar 2015, also heute auf den Tag genau vor 7 Jahren, sind in diesem Blog 2701 Artikel erschienen. Dazu gibt es bisher 111.101 Kommentare. Mit anderen Worten: dieser Blog hätte sich nicht 7 Jahre gehalten, wenn die Themen nicht interessant wären und es nicht Menschen gäbe, denen es wichtig ist, ihre persönlichen Meinung dazu abzugeben und sich mit anderen Menschen darüber auszutauschen. Deshalb ein paar Worte, die mir wichtig erscheinen. Ich bekomme direkt und indirekt positive Resonanz dafür, dass der Diskussionsstil auf diesem (meinem) Blog menschlich anständig und (relativ zu vielen anderen) sachlich ist. Das soll so bleiben, auch wenn es bisweilen viel Aufmerksamkeit erfordert. Dass die Zahl der Kommentare je nach Thema mal höher und mal niedriger ausfällt, ist normal. Mir liegt daran, auch unterschiedliche Themen anzusprechen, die möglichst verschiedene Gruppen ansprechen. Einen Satz höre ich oft: „Ich finde Deine Artikel immer interessant, auch wenn ich manchmal anderer Meinung bin“. Und genau so soll es sein, denn wie langweilig wäre es, wenn alle einer Ansicht wären? Oder gar meiner Meinung… 🙂 …

Keine Chance für unfaire Einkäufer! Die BLE hilft

Unfaire Handelspraktiken sind an der Tagesordnung im Lebensmittelhandel. Das bekommen viele Landwirte und Lieferanten täglich zu spüren. Einige zucken resigniert die Schultern und denken:  „so ist der Markt, daran kann ich nichts ändern“ . Denn wenn ich aufmucke, darf ich möglicherweise nicht mehr liefern oder bekomme andere Probleme. Doch das muss nicht sein. Seit dem 9. Juni 2021 verbietet ein neues Gesetz unfaire Handelspraktiken und gibt  Betroffenen die Möglichkeit, sich vertraulich bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hierüber zu beschweren. Wer sich nicht gleich mit einer förmlichen Beschwerde über einen bestimmten Vertragspartner an die BLE wenden möchte, kann ihr konkrete Hinweise zu unfairen Praktiken im Markt geben, die es ihr ermöglichen, solchen Verhaltensweisen von Amts wegen, d.h. unabhängig von der Beschwerde eines Einzelnen, nachzugehen und sie ggf. abzustellen und zu sanktionieren. Jede/r von euch kann sich jetzt an die BLE wenden. Einfach anrufen, Email schreiben oder eine Beschwerde online einreichen. Vertraulichkeit und Schutz der Identität sind garantiert! Und das ist sehr wichtig, denn etwas Schiss hat man ja schon…. Was ist unfair? Nicht …

Wetten dass…

Ich habe eben gesehen, dass der Raps-Preis an der MATIF in Paris die 800 €-Marke geknackt hat. Wahnsinn! https://www.kaack-terminhandel.de/de/matif-raps.html Leider habe ich keinen Raps mehr zu verkaufen, weil ich im Sommer in der Ernte mit 530 €/t sehr zufrieden war. Wenn ich jetzt für die Ernte 2022 einen Vorkontrakt machen würde, würde ich 550 €/t (oder 55 €/dt) erzielen. Jetzt meine Frage an euch: Wie hoch ist der Preis für Raps in der Ernte 2022, genauer gesagt, am 5 August 2022, also in 8 Monaten? Ihr habt folgende Antwort-Möglichkeiten a) der Preis geht wieder runter, du kannst froh sein, wenn er in der Ernte zwischen 40 und 45 €/dt liegt. Also mach jetzt einen Vorkontrakt mit 55 €/dt b) es ist egal, ob Du jetzt einen Vorkontrakt machst oder nicht. In der Ernte wirst Du zwischen 52 und 57 €/dt erlösen. Also keine Panik. c) Auf jeden Fall abwarten. 70 €/dt sind in jedem Fall drin. d) Bist du verrückt? Auf keinen Fall jetzt handeln, denn der Markt ist so eng, dass in diesem Jahr …