Bauer Willi
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Deutschland Exportweltmeister…von Problemen

In der Silvesternacht haben wir in Deutschland 3 Atomkraftwerke und drei Braunkohlen-Blöcke mit je 300 MW abgestellt. In den nächsten Monaten und Jahren werden weitere folgen. Auf die Frage, wo denn dann der Strom herkommen soll, wird schließlich darauf verwiesen, dass wir den fehlenden Strom ja importieren können. Damit wird unsere Klimabilanz verbessert. Wir exportieren unsere Probleme.

Die neue Bundesregierung möchte den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bis 2030 auf die Hälfte reduzieren. Gleichzeitig soll der Anteil der Biolandwirtschaft von jetzt knapp 10% auf 30% steigen. Damit ist klar, dass wir nicht nur noch mehr Obst und Gemüse, sondern zukünftig auch wesentliche Teile unsere Grundnahrungsmittel importieren müssen. Wir möchten die Umwelt schonen. Wir exportieren unsere Probleme.

Das Kükentöten ist seit dem 1.1.2022 in Deutschland verboten. Aber nur in Deutschland. Tierwohl ist uns wichtig. Wir exportieren unsere Probleme.

Die Käfighaltung von Hühnern ist schon lange verboten. Die Eier für die industrielle Verarbeitung bzw. Eipulver  kommen aus dem Ausland wo die Käfighaltung erlaubt ist. Ob da der Tierschutz eine Rolle spielt, interessiert den Bürger nicht.

In Deutschland gelten strenge Regeln für die Ferkelkastration. In anderen Ländern nicht. Das macht ausländische Ferkel billiger. Wir exportieren unsere Probleme.

Die Regierung plant, den Mindestlohn in Deutschland auf 12 €/Std. anzuheben. Höher ist er nur noch in Luxemburg: https://www.lohn-info.de/mindestlohn_andere_laender.html In Spanien beträgt er 5,76 €/Std. Spanien liefert heute schon das meiste Obst und Gemüse. Wir exportieren unsere Probleme. (Nachfrage: warum nicht ein Mindestlohn von 15 €? Oder 20 €? Zumindest für diejenigen, die dann noch Arbeit haben…)

Aus Gründen des Klimaschutzes plädiert die Bundesregierung für eine Halbierung des Nutztierbestandes in Deutschland. Die Tierschutznutztierhaltungsverordnung wurde bei uns verschärft, wir werden benachteiligt und unsere Produkte werden so verteuert. Wir bauen unsere Schweinebestände ab, das Schweinefleisch kommt aus Spanien, wo gerade neue Ställe gebaut werden. Tönnies baut dort Schlachthöfe. Wir exportieren unsere Probleme. https://www.agrarzeitung.de/nachrichten/wirtschaft/Schweinehaltung-Boom-in-Spanien-ungebremst-94896

Nicht nur für die vegane Ernährung wird immer mehr Obst- und Gemüse aus fernen Ländern importiert. Auch im Winter. Die Umwelt- und Klimabilanz ist schlecht. Nicht nur bei Avocados, Flug-Ananas oder Flug-Mango. Wir exportieren unsere Probleme.

Deutschland schickt seine Abfälle ins Ausland (https://www.umweltbundesamt.de/themen/exportartikel-gefaehrlicher-abfall)  und erhält im Gegenzug ein Zertifikat (!), dass sie dort recycelt werden. Wir sind gute Menschen. Wir exportieren unsere Probleme.

Deutschland möchte in 8 Jahren 14 Millionen zusätzliche E-Autos. Kobalt, Lithium und andere seltene Rohstoffe haben wir nicht. Die kaufen wir aus Ländern zu, wo sie unter prekären Umständen gewonnen werden. Kinderarbeit, Umweltvergiftung… für unsere E-Mobilität.

Deutschland hat so gut wie keine Textilindustrie mehr (von Trigema mal abgesehen), es wird keine Steinkohle mehr abgebaut und wir wollen aus der Braunkohle aussteigen.

Wichtige Pharma– und Pflanzenschutzprodukte werden heute in Indien oder China synthetisiert. Mit fossiler Energie. Halbleiter und wichtige Elektronik-Teile für eine funktionierende Industrie kommen von dort. Wir haben uns abhängig und erpressbar gemacht.

Deutschlands Wohlstand lebt vom Export von Produkten. Und exportiert die Probleme.

 

 

 

 

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60 Kommentare

  1. Christoph aus der Stadt sagt

    Super Beitrag. Diese treffende Aufzählung macht deutlich, dass unsere Regierenden längst nicht mehr am ehrlichen (und zuweilen schmerzhaften) Lösen realer Probleme interessiert sind, sondern nur noch an der Erschaffung einer Art neuzeitlichen Wohlfühl-Staats, wie er von weiten Teilen der Öffentlichkeit und der Medien herbeigeträumt wird. Irgendwie hat das auch etwas romantisches oder gar esoterisches.

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    • Heinrich aus Meppen sagt

      Ist doch alles klasse.Wir erschaffen uns ein Paradies auf dem Lande.Viel weniger Arbeit,weil auch die Technik für mehr Bio draußen und drinnen schon sehr weit ausgereift ist.Das schönste ist, der Staat,bzw.der Bürger gibt einen kräftigen Zuschuss dafür. Die Folge davon könnte sein: ,,Aufstand der städtischen Bevölkerung wegen fehlender Nahrung .“( Siehe vor ca.100Jahren in Deutschland, Thema,Proffessorenschlachtung.) Jede ernsthafte Staatskrise fängt mit Hunger in der Bevölkerung an.

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      • Paul Macke 49401 Damme sagt

        Wenns dem Esel zu gut geht dann geht er aufs Eis Wer von den Bürgern erwartet das sie nur Lebensmittel aus artgerechter Tierhaltung kaufen muss erst mal dafür sorgen das dieselben auch mehr Geld zur Verfügung haben und nicht das meiste verbraten bei den stark gestiegenen Energiekosten Anspruch und Wirklichkeit klaffen hier stark auseinander Mir kommt es so vor bei solchen Dingen alsob wir in einem Wolkenkuckusheim beheimatet sind Das Leben ist kein Wunschkonzert Die Realität sieht leider viel anders aus

  2. Ludwig sagt

    Unsere Politik hat den Standort Deutschland so teuer gemacht , daß hier eine gewinnträchtige Produktion nahezu nicht mehr möglich ist. Ein Beispiel mal nicht aus der Landwirtschaft. Ein Metallbetrieb bietet ein Produkt aus deutscher Produktion für 110.000 Euro montiert an. Die Konkurrenz bietet das für 75.000 Euro an. Dann läst der teuere Betrieb das ganze für 50. 000 Euro in der Türkei einschließlich Transport produzieren und baut es für 10.000 Euro auf . Also Endpreis 60.000 Euro. Weil das so gut geklappt hat stellt dieser Betrieb die Produktion hier ein , entläst über 50% seiner Mitarbeiter und macht in Zukunft nur noch die Endmontage . Außerdem vermietet er noch einen Großteil seiner Montagehallen. So berichtete mir ein Unternehmensberater und das läuft inzwischen hier überall so.

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  3. Thorens sagt

    Sehr schön dargestellt, Bauer Willi.

    In einem Punkt allerdings stimme ich nicht zu. Wir exportieren nicht unsere Probleme in dem Sinn, dass wir sie damit los wären. Mittelfristig schaffen wir uns auf diesem Weg völlig neue Probleme, die die Dimension der alten noch in den Schatten zu stellen vermögen. Und richtig, so machen wir uns abhängig und erpressbar. Das werden z.B. Russland und China beizeiten zu nutzen wissen.

    Eine der Hauptursachen für dieses Tun dürfte sein, dass im Sinne des kurzfristigen Erfolgs mittel- bis langfristiges Denken weder in der Wirtschaft noch in der Politik heute noch stattfinden. Man ist getrieben vom Monats-/Quartals-/Jahresergebnis und den Umfragen zur nächsten anstehenden Wahl, weil alle gern auf ihrem Posten bleiben können wollen.

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    • Paul Macke sagt

      Wer jahrelang den Landwirten gepredigt hat sie müssten wachsen oder weichen Die gleichen Politiker fordern nun weniger Tiere in den Ställen sagen den Landwirten aber nicht wie sie mit den weniger Tieren ihr Auskommen erwirtschaften sollen bei all den über Jahren gestiegenen Betriebskosten Früher konnten die Landwirte mit 10 Kühen 100 Schweinen und 200 bis 300 Hühnern ihr Einkommen auskömmlich erwirtschaften warum heute nicht mehr Da war die Welt noch in Ordnung Wie soll man heutzutage noch wirksamen Pflanzenschutz gewährleisten und Bekämpfung von Ratten und Mäusen wenn viele verwendeten Dinge in diesem Rahmen ihre Durchschlagskraft und Wirkung in vorher gewohnter Form eingebüßt haben usw. Für mich ist das alles nur sehr schwer nachzuvollziehen

  4. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Tja,Deutsche werden immer uninformierter!
    Hauptsache, mir gehts gut!

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  5. Christian Bothe sagt

    Sehr gut heraus gearbeitet, Bauer Willi! Dem ist nichts hinzuzufügen!Alle Kriterien stimmen, und es ist eine „Sauerei“, das wir all‘ diese Probleme exportieren! Typisch für das angedachte Musterländle Deutschland und seine grünen Pharisäer…

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  6. Heiner Haut sagt

    Hallo Bauer Willi, sie beschreiben sehr deutlich die Auswirkungen unseres Lebensstandards. Unsere Gesellschaft ist immer unersättlicher geworden und wir haben den Anspruch ALLES zu JEDER ZEIT zum GÜNSTIGSTEN PREIS haben zu wollen.
    Es ist sicher nicht Möglich, diese Ansprüche soweit zurück zu nehmen, das unsere Umwelt uns Menschen aushält.
    Daher sind wir als Konsumgesellschaft die einzig mögliche Lösung.

    Wir sind somit wieder beim VERBRAUCHER.

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    • Smarti sagt

      Herr Haut, ich frage mich manchmal: Alles zu jeder Zeit zum günstigsten Preis: dann gibt es schlussendlich nur noch Amazon und Nestle ? Und was kommt dann, wenn alle Mitbewerber gefressen sind ?
      Zusammen mit den Problemen exportieren wir auch unsere Zukunft.

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  7. Arnold Krämer sagt

    Mit dem “Export” von Problemen ist oft gleichzeitig oder mit gewisser zeitlicher Verzögerung ein Verlust an Kompetenzen verbunden, der den Wohlstand und damit auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt auf Dauer gefährdet. Demokratien sind auf Wohlstand und eine funktionierende Wirtschaft angewiesen.

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  8. Arnold Krämer sagt

    D importiert auch Probleme durch eine weitgehend ungeregelte Zuwanderung aus Drittländern.

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    • Picard sagt

      Also ich fühle mich als Europäer. Und es gibt Länder in EU-Europa, die sind mit Reichtum geseget UND haben 30% Ausländeranteil. Auch wenn gewisse rechte Kreise das postulieren, so hat das eine definitif nichts mit dem Anderen zu tun. Also mal schön langsam mit den wilden Pferden. Jeder wo einwandert hat sein ökonomisches Zentrum dann auch hier. Und Geldumsatz schafft immer Wohlstand.

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      • Arnold Krämer sagt

        Was hat 30% Ausländeranteil mit ungeregelter Zuwanderung aus Drittländern zu tun?
        Ich weiß auch, dass z. B. ohne viele fleißige Osteuropäer die Ernährungswirtschaft und die “Pflegewirtschaft” in D in kürzester Zeit kollabieren würden. Wer Probleme benennt, ist nicht RECHTS, sondern aufmerksam.

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        • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

          Deutschland hat in Zeiten des Wirtschaftsaufschwungs händeringend Arbeitskräfte gesucht. Auch hierauf basiert unser heutiger Wohlstand; das dürfen wir niemals vergessen.

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      • evo.... sagt

        Ich sag mal, dass die Grundlagen für den Reichtum in der Zeit vor 30 % Migranten gelegt wurde.
        Ich denke es wird viel Know How abwandern. Die Türkei hatte ja lange eine positive wirtschaftliche Entwicklung. Das wäre ohne Technologie- Transfer von hier nach Türkei wohl nicht so möglich gewesen.

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  9. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Lieber Bauer Willi, derzeit landet ein Drittel unserer Nahrungsmittelerzeugung in der Tonne, ohne je einen Teller gesehen zu haben. – Braucht mithin niemand!

    Die mobilen Hühnerställe schießen hier in Deutschland aktuell wie Pilze aus dem Boden, nur randständig angemerkt.

    Was kostet aktuell im übrigen ein Ferkelchen, noch billiger geht kaum mehr: 23-24 Euro! Diesel ist jetzt enorm teuer, der Transport verursacht mithin erhebliche Kosten. Kann und darf man nicht einfach ausblenden.

    …Sogar unseren Atommüll haben wir wie lange nach Russland transportiert – Waren wir nicht auch da sehr erfolgreich!?

    Es stellt wahrlich KEIN(!) Naturgesetz dar, dass der Wohlstand unserer Gesellschaft immer eine Spitzenposition einnehmen muss, dieser grandiose Wohlstand auf etwa 80. Mio. Bundesbürger begrenzt wird, lieber Willi. Wir arbeiten recht strebsam daran. Im Vergleich zu der gesamten Erdbevölkerung geht es uns Menschlein hier in Deutschland sehr gut.

    Es wird tatsächlich auch immer schwieriger, ein solches Wohlstandsniveau fortwährend aufrecht zu erhalten; schließlich funktioniert das -wie vorstehend richtig dargestellt- nur auf Kosten von WEM…!?

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    • Reinhard Seevers sagt

      “Im Vergleich zu der gesamten Erdbevölkerung geht es uns Menschlein hier in Deutschland sehr gut.”

      Das mag als allgemeine Ausage so stimmen. Wenn der Bürger gefühlt aber einen Verlust seines Wohlstandes feststellt, dann wird er unruhig. Die gefühlte Unzufriedenheit führt in der Regel immer zu Unmut und Protesten. Das wird demnächst verstärkt aufploppen, wenn die Energiepreise weiter steigen….schaun mer mal.

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      • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

        Ja, da haben Sie wohl recht, unsere Egoismen sind schon sehr stark ausgeprägt…

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      • evo.... sagt

        Da fällt mir gerade ein Spruch von Wilhelm Busch ein:

        Man empfindet mit Empörung

        die pekuniäre Störung.

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  10. Bauleiter sagt

    😀Kann man so grundsätzlich zustimmen. E Auto kommt zu schnell bei alternativen Kraftstoffen und das Käfigverbot, das in einigen Jahren in eintreten wird, ist ein Fehler.
    Aber bitte sauber argumentieren:
    https://youtu.be/dyKTvNB2tBg

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    • Baumeister sagt

      @Bauleiter, das Käfigverbot ist Realität. Seit vielen Jahren. Welche alternativen Kraftstoffe meinen Sie?

      • Smarti sagt

        Baumeister, es ist ein neues Käfigverbot in Arbeit. Da wahrscheinlich erstmal nur Landwirtschaftliche Nutztiere davon “provitieren”, werden Einzel-Kälberiglus wohl verboten. Zwar haben diese die Gesundheit der frisch geborenen Kälber sehr verbessert, da Kunstroff sehr gut desinfiziert werden kann und man die Iglus je nach Wetter umstellen kann.
        Wer erinnert sich noch an am Hals angebundene Kälbchen direkt hinter der Kuh ? Dann die selbstgezimmerten Holzboxen, aus denen die Tiere immer wieder raussprangen… dann die “Kaninchenställe” – jetzt die Iglus. Für ein bis zwei Wochen – bis das Immunsistem aufgebaut ist und das Kalb sicher trinkt – ist diese Haltung meiner Meinung nach die Beste, vorallem seit bei Rindern bald alle Medikamente verboten sind.
        Kaum eine Mutter bringt ihr Neugeborenes Kind am ersten Tag schon in die Kita bzw. legt es im Bahnhof auf den Boden… .
        Bei Mutterkuhhaltung schaut man, dass die Kälber auf der “sterilen” Weide zur Welt kommen und aufwachsen, dann sind die Kälber aber “Wildtiere” und damit für einen Milchviehhalter zumindest anstrengend bis gefährlich, da ja auch das Rind dann ständig unter Stress steht.
        Falls jeweils zwei Kälber in einem grösseren Gehege gehalten werden dürften würde es für uns noch gehen – allerdings würde man mit einem Pferd in diesem Stallabteil ein Vielfaches verdienen. Ein Wohnmobilstellplatz würde wohl ebensoviel erlösen….

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        • Smarti sagt

          Das neue Käfigverbot trifft die Schweinehalter sehr viel härter als die anderen Tierhalter. Pferdeboxen, Hundezwinger, Vogelkäfig…. schaun mer mal.

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    • Jürgen Donhauser sagt

      Der beste Satz im Video: „Kein Mensch sollte für die Gewinnung von Kobald ausgebeutet werden, ebenso für Kaffee…….und Lebensmittel!“
      Na dann fangt doch mal gleich mal hier in Deutschland bei den Ferkelerzeugern an!

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  11. Reinhard Seevers sagt

    “Deutschlands Wohlstand lebt vom Export von Produkten. Und exportiert die Probleme.”

    Daraus ließe sich ja auch die Frage ableiten: “Wie hoch sind die externalisierten Kosten zum Erhalt unseres Wohlstandes?”
    ….die Landwirtschaft hat bereits eine Kostenrechnung, nun kommt noch der große Rest.😎

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    • Smarti sagt

      Ich hätte gerne, dass mal jemand “Auto” ausrechnet. Mit Kosten/ Nutzen – Rechnung, Umweltproblemen durch Strassenbau ( Bodenverdichtung, Tierschutzprobleme, Verlust von Ackerfläche wegen Ausgleichsflächen…, Autofabriken, Rohstoffgewinnung und Abgase…

      Dann mal Essen und Autofahren vergleichen…Arbeitsplätze ? Werden wohl immer weniger bei Elektroautos…

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      • Thorens sagt

        Naja, Straßen und Flächenversiegelung dienen ja nicht in erster Linie dem Autofahren sondern der Mobilität allgemein. Konsequenterweise müsste man eine Mobilitäts- und Konsumeinschränkung jedes Einzelnen fordern, oder? Schlecht fürs BIP.

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        • Smarti sagt

          Und weil eine Konsumeinschränkung wegen des BIP nicht erwünscht ist, lieber mal die Agrarwende einfordern ? Dann “hat man ja was gemacht” und weh tuts (erstmal) nur den Bauern ?

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          • Arnold Krämer sagt

            Der Präsident des Umweltbundesamtes, Herr Messner hat heute auf dem Agrarkongress des BMUV gesagt, dass man zukünftig nicht mehr nur die Produktion (der Landwirtschaft und anderer Wirtschaftssektoren) hinsichtlich der Grenzen der (der Auswirkungen auf die… ) Ökosysteme ins Visier nehmen wolle, sondern auch den Konsum. Das wird Herrn Seevers freuen.

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            • Inga sagt

              Das ist gut!
              Wer ökologisch Leben möchte, muss weiter denken.

              Man sollte das zur Mode machen,
              So fing es ja mit dem Umweltbewusstsein an.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Das war aber auch nur eine der wenigen vernünftigen Sätze auf dieser Stuhlkreis-Kindergarten- Veranstaltung.😃

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            • Smarti sagt

              Mich freut es auch. Sozusagen “veganes” Einkaufen. Anstelle des Staubsaugerroboters wird dann eben ein Besen geliefert :). Fliegt sich auch umweltfreundlicher als mit dem Flugzeug :).

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            • Lady sagt

              “dass man zukünftig nicht mehr nur die Produktion (der Landwirtschaft und anderer Wirtschaftssektoren) …ins Visier nehmen wolle, sondern auch den Konsum. ”
              Dann klappt das mit der Deindustrialisierung noch deutlich schneller. Was vermutlich auch Sinn der Sache ist.
              “Wir ” sind eher Weltmeister im Erfinden von Problemen. Und aus den Lösungsversuchen entsteht dann tatsächlich ein Problem.
              Ich halte tatsächlich die Angst vor Abhängigkeiten für wenig begründet. Gerade wir als “Exportweltmeister” sollten so eigentlich nicht denken. Der Welthandel ist ein entscheidender Faktor für die gestiegenen globalen Wohlstand. Und natürlich auch für uns, nicht nur auf der Exportseite. Die Länder, die nicht/kaum daran teilnehmen, rangieren ganz unten . Und wir müssen eben Energie importieren, das ist keine neue Entwicklung. Andere müssen Energie/Brennstoffe verkaufen , um Devisen zu erhalten, diese gegenseitigen Beziehungen sind recht stabil.
              Wir müssen allerdings nicht mit Gewalt funktionierende Strukturen abschaffen, ob in der Landwirtschaft oder in anderen Wirtschaftsbereichen. Und da sehe ich das Problem. Wir exportieren “unsere “Ängste und werden sie damit aber nicht los. Zurück bleiben nachhaltig gestörte Wirtschaftsbereiche.
              Nun ist unser Mittelstand allerdings Kummer gewohnt, daher bleibe ich optimistisch. Mit viel Gottvertrauen.

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            • Reinhard Seevers sagt

              “Dieser Dienstag markierte einen längst überfälligen Schritt. Denn die Missstände in den Bereichen Landwirtschaft und Viehzucht sind so groß, dass ihre Beseitigung genug Arbeit für gleich zwei Ministerien bietet. Das fängt schon mit der Art und Weise an, wie wir Lebensmittel anbauen. Sie gefährdet den Lebensraum vieler wildlebenden Tiere und Pflanzenarten, und das schon seit Jahrzehnten.”
              Sebastian Späth, t-online

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              • Lady sagt

                In dem selben T-Online-Artikel:
                “Kein Wunder: Gesunde Annäherung ist noch immer eine Frage des Geldbeutels. ”

                Vermutlich soll es Ernährung heißen 😉 Fragt sich allerdings, ob der Satz dann tatsächlich sinnvoller wird.

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  12. Picard sagt

    “Von Trigema mal abgesehen”… Ja der Trigema schert sich nicht um Weltmarktpreise. Es kostet was es kostet. Und weil er (echte) Qualität liefert, hat er Erfolg. Mal nachdenken….

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      • Picard sagt

        Und was hat jetzt deine Aussage mit dem Inhalt meines Posts zu tun, ausser zu provozieren?

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          • Picard sagt

            Aha.
            Du stellst also 34.225 km eines konventionellen T-Shirts den 3.685 km des Trigema-Produktes gleich…. An trigema kann man sich ein Beispiel nehmen, dass nicht Klagen sondern Machen zum Erfolg führt

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            • Smarti sagt

              Ich möchte keinesfalls die Leistung von Trigema in Frage stellen. Aber wäre diese Firma auch noch da, wenn es noch 20 weitere “Trigemas” in Deutschland gäbe ? Trigema ist eine erfolgreiche Nische, die nicht zu oft kopiert werden kann.
              Herr Picard, auf welche Klage speziell spielen Sie an ?

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              • Reinhard Seevers sagt

                Es gibt ja sogar Bücher über die erfolgreiche Tiefe der Wertschöpfungskette bei Trigema und Puma. Beide sind ähnlich erfolgreich, mit unterschiedlichen Konzepten. Ist ungefähr so, wie bei Bauern, die haben auch unterschiedlichste Wertschöpfungstiefen…..da ist es aber gefährlich, den erfolgreichen in den Fokus zu stellen, weil dann gleich das Steinewerfen lsogeht.😎

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      • Inga sagt

        Quatsch,
        Vielleicht aus Baumwolle aus nachhaltigen Anbau oder Fairtrade ???
        Ist das noch nicht bekannt?

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  13. Thomas Bröcker sagt

    Das ist halt die deutsche Mentalität, die sich da wieder mal Bahn bricht: “Hauptsache in meinem Wohnzimmer ist alles schön gemütlich.”
    Was dadurch oder dafür “außenrum” passiert, wird ausgeblendet. Da haben wir historisch Übung drin.

    Wir exportieren übrigens auch Waffen in Größenordnungen – obwohl wir in “unserem Wohnzimmer” zu verhindern wissen, dass geschossen wird und seit 86 Jahren den “Hausfrieden” gewahrt haben.

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    • Lieschen Müller sagt

      Das empfinde auch ich als großes Problem: die deutschen Waffenexporte. Zynisch werden damit Arbeitsplätze gesichert.

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    • Thorens sagt

      In einem anderen Beitrag hatte ich diese Dinge schon mal als Ökochauvinismus bezeichnet. Mir fällt auch heute kein treffenderer Begriff dafür ein.

      Waffenexporte: Ich bin wahrlich kein Fan davon. Aber wenn wir keine mehr liefern, dann macht das die Welt kein bisschen friedlicher. In die sich dann ergebende Lücke werden Andere mit Freude liefern. Es ist ein wenig wie mit dem Atomstrom, den wir im Wohnzimmer abschaffen und damit aber zusätzliche Produktionskapazitäten im Vorgarten notwendig machen, um in T. Bröckers Bild zu bleiben.

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    • Smarti sagt

      Weil die Waffenindustrie ja nicht in alle Länder ihre Waffen exportieren darf, schicken die ihre Maschinen, Pläne und Angestellte zum Einarbeiten der dortigen Arbeiter… eine Aehnlichkeit mit “unseren” Waffen ist also rein zufällig. Auch werden diese Waffenfabriken bestimmt nicht in weitere Länder exportiert….
      Und wir machen uns Sorgen wegen Milchpulver.

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