Autor: Bauer Willi

Zukunft Landwirtschaft – Modell 1: Energiewirt

In loser Folge werde ich in den nächsten Tagen und Wochen Modelle vorstellen, wie eine Zukunft der Landwirtschaft aussehen könnte. Im Moment handelt es sich (noch) um theoretische Denkmodelle.  Mit der Erzeugung von Nahrungsmitteln lässt sich der Klimawandel nicht stoppen. Unsere Zukunft liegt deshalb nicht länger in der Land-, sondern in der Energiewirtschaft. Schon immer haben wir Landwirte flexibel auf die Anforderungen der Gesellschaft reagiert. Und Ernährung wird sowieso total überbewertet. Mittlerweile dürfte es dem Letzten klar sein: der Klimawandel ist Realität und wir müssen schnellstens etwas unternehmen. So wie es jetzt läuft, kann es nicht weitergehen. Das haben wir Bauern dank Habeck, Lemke und Özdemir auch verstanden. Auch unsere Berufs- und Interessenvertretungen, die für uns in der Zukunftskommission Landwirtschaft gesessen haben, sind der Meinung, dass die Landwirtschaft einer Transformation unterzogen werden muss. Und genau das sollten wir Landwirte jetzt in die Realität umsetzen. Laut Klimaschutzministerium sollen 2% der Landfläche Deutschlands für die Aufstellung von Windkraftanlagen (WKA) genutzt werden. Das bietet uns Landwirten die Möglichkeit, auf unseren Flächen solche WKA´s zu errichten. Neben der Windkraft …

Essen ist politisch…

Nicht nur in Deutschland, nein, auch in Frankreich ist die moralische richtige Ernährung ein Thema. Sie wird sogar zum Gegenstand der politischen Auseinandersetzung, denn wer Steak mit Pommes isst, soll, so die Diskussion, politisch dem rechten Lager zuzuordnen sein. https://www.lemonde.fr/m-perso/article/2022/01/27/jean-laurent-cassely-le-steak-frites-est-passe-a-droite_6111150_4497916.html Die deutschen Medien haben dieses Spektakel natürlich auch kommentiert. Dabei geht es nicht nur um das Essen, sondern viel mehr um divergente Lebensstile. So ist dann auch von den „Quinoa-Linken“ die Rede, die abschätzig auf den Plebs herabschauen. https://www.heise.de/amp/tp/features/Beefsteak-und-Pommes-sind-jetzt-politisch-rechts-6342701.html Das alles erinnert ein wenig an den Sturm, der durch den deutschen Blätterwald rauschte, als sich Altkanzler Gerhard Schröder verärgert über die Entscheidung von Volkswagen zeigte, in einer ihrer Kantinen keine Currywurst mehr anzubieten. https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/gerhard-schroeder-ueber-aus-von-currywurst-in-kantine-von-volkswagen-17479812.html https://www.zeit.de/news/2021-08/11/altkanzler-schroeder-veraergert-ueber-ende-der-vw-currywurst https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/gerhard-schroeder-wettert-gegen-aus-fuer-currywurst-in-vw-kantine-a-dfb9214e-d7ef-40c5-b698-0cf9cc350c4e Meine Meinung: wenn wir sonst keine Probleme haben… Danke an Marian E. Finger (Fingerphilosoph) für den Hinweis.

Veganuary – was für ein Marketing!

Jeder soll und kann sich so ernähren wie er will. Mit Fleisch, vegetarisch oder vegan. Im Januar gab es eine Aktion, die aufgefallen ist. Der Veganuary wurde von vielen Lebensmittelketten beworben. Doch was ist der Veganuary? „Veganuary ist eine internationale Organisation, die Menschen weltweit dazu ermutigt, im Januar sowie den Rest des Jahres eine rein pflanzliche Ernährung auszuprobieren.“ Und weiter schreibt das Unternehmen Veganuary: „Darüber hinaus arbeiten wir mit Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft zusammen, um die Auswahl pflanzlicher Produkte kontinuierlich auszuweiten“ Und dass das gelingt, kann man in dieser Pressemitteilung nachlesen: https://www.presseportal.de/pm/139346/5111121 Dort ist zu lesen: „Dieses wirtschaftliche … Potenzial hat die Lebensmittel-Branche erkannt und investiert verstärkt in die Entwicklung neuer veganer Produkte. Traditionelle Hersteller wie Dr. Oetker und Iglo sowie Restaurant-Ketten wie Burger King und Subway sind ebenso Teil des Veganuary wie das Gros des deutschen Einzelhandels, darunter Edeka, Kaufland, Aldi und Lidl.“ Und natürlich sind auch Rewe, Metro und andere Lebensmittelketten bei diesem Geschäft dabei. Wer will sich diesem neuen Marketing-Gag entziehen? Zumal es kostenlose Werbung dadurch gibt, dass es nahezu alle bewerben und …

Stasi 2.0  – darf der NABU das?

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ Dieser Spruch wird dem russischen Kommunisten Lenin nachgesagt. Diesen Spruch scheint sich nun auch der NABU zu eigen gemacht haben, der in einem Teil Westfalens gezielt nach Starkregen-Ereignissen Proben aus Gewässer gezogen hat. So weit, so schlecht. Jetzt beginnt eine Geschichte, die sehr nachdenklich machen sollte. Eine mir bekannte Familie wurde von der Landwirtschaftskammer (LWK) aufgefordert, für definierte Parzellen die gesamten Pflanzenschutzmittel-Aufzeichnungen eines Jahres an die Kammer zu schicken mit dem Hinweis, dass diese Daten dem NABU anonymisiert, aber mit Angabe der FLIK-Nummer, zur Verfügung gestellt werden. Der NABU hatte dort nachgefragt um zu klären, von welchen Feldern ein möglicher Eintrag in das Gewässer erfolgt sein könnten. Es ist klar, dass die Familie nicht so ohne weiteres die Daten zur Verfügung stellen wollte. Auf das Ansinnen hin, die Daten nicht herauszugeben, wurden sie vom Mitarbeiter der Kammer unterrichtet, dass dann eine Ordnungswidrigkeit vorliegen würde und dies mit einem Bußgeld in Höhe bis zu 10.000 € zu ahnden sei. Die Familie hat sich daraufhin entschlossen, der LWK die Daten zu …

Was bewirken unsere Diskussionen?

Ein Gastbeitrag von Arnold Krämer, der einen Artikel analysiert, der sich mit unserer Debattenkultur befasst. Dr. Bartosz Bartkowski, Wissenschaftler am Helmholtz-Zentrum in Halle https://www.ufz.de/index.php?de=38757 betreibt, ähnlich wie Bauer Willi, einen Blog, auf dem er auch Themen, die Landwirtschaft betreffend, zur Diskussion stellt. Seine Gedanken zum Thema Grenzen der Wissenschaft „Woher weiß ich, was ich zu wissen glaube?“ wurden z.B. am 4. Januar 2022 hier bei Bauer Willi zur Diskussion gestellt: https://www.bauerwilli.com/die-frage-hinter-der-frage/ Auch wenn das Lesen von Texten, die Wissenschaftler für einen bestimmten Leserkreis verfassen, nicht selten „harte Kost“ ist, lohnt sich die Lektüre von Bartkowskis aktuellem Blogbeitrag. In seinem Beitrag vom 23. Januar 2022 beschäftigt er sich mit den „Grenzen rationaler Argumentation in gesellschaftlichen (und privaten) Debatten“. https://bartoszbartk.com/2022/01/23/die-grenzen-rationaler-argumentation-in-gesellschaftlichen-und-privaten-debatten/ Er schreibt einleitend: „Spätestens seit ich vor ca. 4 Jahren Twitter beigetreten bin, bekomme ich mehr fundamentale, oft erbitterte Debatten, als mir eigentlich lieb ist. Sei es über den Umgang mit der Pandemie, die Notwendigkeit einer Transformation zur Nachhaltigkeit, die Potenziale und Gefahren von Gentechnik oder Atomkraft, die Migrationspolitik… Und immer wieder habe ich den Eindruck, dass …

Carbon Farming – was bringt es den Bauern?

Ich werde alt. Gestern habe ich eine Veranstaltung des DBV verlinkt, die erst am 27. Januar stattfindet. Weil ich mir aber nun die Zeit freigehalten hatte, habe ich einen Teil der Veranstaltung zu Klimaneutralität und Carbon Farming, die heute stattfand, verfolgt. Herr Pingen hat das sehr gut moderiert. Hier der Link, unter dem Video meine Zusammenfassung. Die Diskussion beginnt ab ca. 1:20:55, vorher gibt es noch zwei Vorträge. Der Vortrag von Prof. Windisch ab Minute 37 ist gerade für Tierhalter sehr interessant. Es geht um Footprints, Nahrungskonkurrenz und die Frage, wie nachhaltig vegane Ernährung ist. Mit Erkenntnissen, die für mich neu waren. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Zuerst die Teilnehmer: Dr. Robert Gerlach CEO klim Eberhard Hartelt Präsident des Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd und Umweltbeauftragter des Deutschen Bauernverbandes Christian Holzleitner Referatsleiter Generaldirektion Klimapolitik, Europäische Kommission Bernhard Osterburg Leiter der Stabsstellen …

2022 – Neue Fruchtfolgen für deutsche Äcker

Das neue Jahr 2022 beginnt mit neuen Chancen. Der nachfolgende Artikel ist vor allen Dingen für Ackerbauern sowie für Massentierhalter, die aussteigen wollen, interessant. In jedem Falle empfiehlt sich jedoch vorher eine betriebswirtschaftliche Beratung. Ob die Landwirtschaftskammern darauf vorbereitet sind?   Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen  

Wir haben es satt…

Mit diesem Plakat dürfte deutlich werden, wohin die Aktionen von „Wir-haben-es-satt“ zielen. Da mittlerweile auch landwirtschaftliche Verbände den Begriff „Transformation“ adaptiert haben, hier die Erläuterung, was dieser Begriff bedeutet: Transformation ist …der Vorgang der grundlegenden Veränderung eines politischen Systems und gegebenenfalls auch der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ordnung. https://de.wikipedia.org/wiki/Transformation_(Politikwissenschaft) Ich bin mir nicht sicher, ob sich die Teilnehmer der Zukunftskommission Landwirtschaft klar darüber sind, dass sie einer grundlegenden Veränderung des politischen Systems zugestimmt haben. Die Zusagen der diversen Natur-, Tierschutz- oder Klimaschutzvereine, das Bashing der konventionellen Landwirtschaft zu beenden, sind vergessen. Ansonsten hätte der NABU-Bundesverband dieses Plakat nicht mit unterschrieben. Wir (Bauern) haben es satt…          

Die Begeisterung der Gesellschaft

Ich schätze die DLG sehr. Auch ihren Präsidenten Herrn Paetow, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind. Im Februar ist die DLG-Wintertagung. Als Livestream und in Präsenz. https://www.dlg-wintertagung.de/ Was geboten wird? Hier ein paar Auszüge aus der Einladung: „Wege in der neuen Realität Ackerbau. Tierhaltung. Integration. Eine neue Realität – dieser beunruhigende Gedanke zieht sich seit zwei Jahren durch die Debatten. Gemeint ist die Wirklichkeit nach der Pandemie, in der die Koordinaten des gesellschaftlichen Miteinanders neu vermessen werden. Die neue Realität ist also die Transformation. Sie läuft bereits und wird zunächst an einigen Symptomen sichtbar: Erzeugerpreise bei pflanzlichen Commodities schießen durch die Decke. Die Hochstimmung bei Ackerbauern wird allerdings gebremst durch Höhenflüge bei Energie und Dünger. Für Tierhalter sind die Konsequenzen dieses Steilflugs erheblich: Höchstpreise bei Futtermitteln, die der größte Kostenposten in der Tierhaltung sind, in Kombination mit Tiefstpreisen bei Produkten, insbesondere bei Schweinefleisch, presst zahlreichen Betrieben den Atem ab. Als wäre der Markt nicht Herausforderung genug, erleben wir gleichzeitig eine anschwellende Grundsatzdebatte die in unterschiedliche Richtungen führt: Öko, regional, artenschützend, klimaneutral, tiergerecht; gelegentlich …