Bauer Willi
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Carbon Farming – was bringt es den Bauern?

Ich werde alt. Gestern habe ich eine Veranstaltung des DBV verlinkt, die erst am 27. Januar stattfindet. Weil ich mir aber nun die Zeit freigehalten hatte, habe ich einen Teil der Veranstaltung zu Klimaneutralität und Carbon Farming, die heute stattfand, verfolgt. Herr Pingen hat das sehr gut moderiert. Hier der Link, unter dem Video meine Zusammenfassung.

Die Diskussion beginnt ab ca. 1:20:55, vorher gibt es noch zwei Vorträge. Der Vortrag von Prof. Windisch ab Minute 37 ist gerade für Tierhalter sehr interessant. Es geht um Footprints, Nahrungskonkurrenz und die Frage, wie nachhaltig vegane Ernährung ist. Mit Erkenntnissen, die für mich neu waren.

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Zuerst die Teilnehmer:

  • Dr. Robert Gerlach
    CEO klim
  • Eberhard Hartelt
    Präsident des Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd und Umweltbeauftragter des Deutschen Bauernverbandes
  • Christian Holzleitner
    Referatsleiter Generaldirektion Klimapolitik, Europäische Kommission
  • Bernhard Osterburg
    Leiter der Stabsstellen Boden und Klima des Thünen Instituts
  • Dr. Manuela Rottmann
    Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft

Jetzt meine, zugegeben sehr subjektive, Zusammenfassung:

So ziemlich jeder der Teilnehmer hat eine andere Vorstellung, ob und wie Klimaneutralität in der Landwirtschaft möglich ist. Wahrscheinlich ist es nicht möglich.

Herr Gerlach von der Fa. Klim hat ein Geschäftsmodell, wie er mit dem Thema “Nachhaltigkeit” Geld verdienen kann.

Herr Holzleitner, Referatsleiter Brüssel machte Werbung für die Ecoschemes, die er bei jeder passenden Gelegenheit anbrachte. Zum Thema Carbon Farming wusste er nicht wirklich etwas beizutragen.

Herr Osterburg war in meinen Augen der einzige wirklich Experte, der sein Fachwissen zudem noch verständlich rüberbringen konnte. Er hat neben den Vorteilen auch die Nachteile vorgestellt. Einer davon ist: wenn ich heute pro Tonne CO2, im Humus gebunden, eine Gutschrift von z.B. 60 € bekomme, diesen Humus aber später wieder abbaue, müsste ich das Geld von der Logik her wieder zurückzahlen. Dann kostet die Tonne aber möglicherweise 120 €. Das hat mir zu denken gegeben.

Frau Rottmann hat sich die Frage gestellt, wie man die Parameter auswählt und wie man sie misst. Beim Humus ist das ja so eine Sache. Ich weiß aus eigenen Bodenproben, dass da je nach Labor eine gewaltige Abweichung in den Messwerten entstehen kann. Auf die Frage der Finanzierung kam keine schlüssige Antwort. Gut, sie ist erst wenige Wochen im Amt. Da muss man nicht alles wissen, aber das kann man dann ja auch ehrlicherweise zugeben.

Sehr gut gefallen hat mir Herr Hartelt, der mir aus der Seele gesprochen hat: “es ist noch unklar, wie ein Carbon Farming installiert werden kann, welches die Parameter sind und wann und ob es wirklich wirkt und damit klimarelevant ist.”

Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich mir die eine Stunde auch sparen können. Aber immerhin gut, dass wir mal drüber geredet haben.

Ach so: wo es das Geld gibt? Keine Ahnung…

Wer nicht weiß, was mit Carbon Farming gemeint ist, hier eine Erklärung: https://de.wikipedia.org/wiki/Carbon_Farming

Das Portal Utopia ist da schon weiter, doch ist einiges davon noch Zukunftsmusik:

https://utopia.de/ratgeber/carbon-farming-das-solltest-du-ueber-die-speicherung-von-kohlenstoff-wissen/

(Aufrufe 2.447 gesamt, 1 heute)

85 Kommentare

      • Thomas Bröcker sagt

        Das sind halt zwei unterschiedliche Ansätze, die jeweils Teilaspekte der Humusbildung und Kohlenstoffanreicherung beschreiben. Fakt ist, dass die Krumenvertiefung (bis in die 60-ziger und davor waren 17 cm Krumenstärke der Standard) das nutzbare Volumen der Bearbeitungshorizonte bis heute nahezu verdoppelt hat. Damit war die Krumenvertiefung definitiv einer der wichtigsten Faktoren für die Verdopplung bis Verdreifachung der Erträge seit den 50-iger Jahren. Der Grund ist ganz einfach, dass den Pflanzen ein größeres Bodenvolumen für die Ernährung zur Verfügung steht.
        Die Vertiefung, wie sie hier ansteht ist gleichzeitig eine Pflugsohlenlockerung. Die Durchgängigkeit für Wurzel und Wasser in größere Tiefen schafft Wasserreserven für Trockenzeiten. Sie (die Durchgängigkeit) wird im System “Dauergrün” ohne wendende Bearbeitung stabilisiert. Das Optimum für den Boden und die Vermeidung von Verdichtung dürfte derzeit wohl das System NexAT sein.

        Es gibt halt wenig “ganz falsch” oder “ganz richtig” aber Vieles baut aufeinander auf.
        Nennt sich auf der einen Seite Evolution und auf der anderen Seite WTF (wissenschaftlich-technischer Fortschritt).

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        • Stadtmensch sagt

          “Der Grund ist ganz einfach, dass den Pflanzen ein größeres Bodenvolumen für die Ernährung zur Verfügung steht”

          Gerade nochmal “gegoogelt”. Weizen kann bis 1m tief wurzeln. Hab auch schon über Versuche mit Wurzeltiefen bis 160cm gelesen. Müssen die Wurzeln nur schaffen. Deshalb haben doch die Leutchen im Film ständig mit ihrer Lanze die Verdichtung gemessen. Soll keine Klugscheißerei sein. Ich frage mich nur ob es überhaupt möglich ist, Boden so zu kultivieren, dass er so eine gut durchwurzelbare Struktur behält.
          Hätte ja auch noch mehr Vorteile…

          • Thorens sagt

            “Ich frage mich nur ob es überhaupt möglich ist, Boden so zu kultivieren, dass er so eine gut durchwurzelbare Struktur behält.”

            Genau das ist, was das höchste Bestreben des Pflanzenbauers ist. Es muss vor allem darum gehen, es der Pflanze möglichst leicht zu machen, ihre Wurzeln ausbreiten zu können. Mehr Wurzelfläche –> mehr Aufnahmefläche für Wasser und Nährstoffe und besserere Erschließung der Nährstoffdepots im Boden –> besserer Wuchs. Die überwiegende Nährstoffaufnahme findet in den oberen etwa 10 cm statt.

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              • Thorens sagt

                “Belüften (bearbeiten) darf man ja auch nicht. Dann haut der Kohlenstoff ab…”
                Du merkst gerade, dass es in der Landwirtschaft kaum schwarz und weiß gibt. Es gilt, vor allem beim Umgang mit Boden, einen möglichst guten Kompromiss zu finden, zwischen Nachhaltigkeit, gesunder Leistung und Ertrag bzw. auch Erlös, denn es muss sich lohnen, wenn man davon leben will.

                Boden lockern heißt, wie schon gesagt, ihn gut durchwurzelbar zu machen. Wurzeln bilden viel mehr als oberirdische Pflanzenteile die Basis für künftigen Humus vulgo CO2-Speicherung. Bodenlockerung bedeutet jedoch gasförmige C-Verluste in die Umwelt. Was ist das rechte Maß?

                Auch ich halte Dauergrün auf Ackerflächen prinzipiell für einen guten Ansatz. Man muss sich nur langjährige Grünlandstandorte anschauen und den Humusgehalt sowie die Bodenstruktur derselben. Bei überwiegend einjährigen Kulturen, wie sie der menschlichen Ernährung dienen, ist das Spiel aber ein anderes.

                Persönlich ist mir keine Variante der Minimalbodenbearbeitung bzw. Direktsaat bekannt, die ohne den Einsatz von Glyphosat bisher vernünftig funktioniert. Die Konkurrenz durch wild lebende Pflanzen auf dem Acker um Licht, Wasser und Nährstoffe hemmt das Etablieren der Kulturpflanze oder kann es sogar unmöglich machen. Pest oder Cholera?

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          • Thomas Bröcker sagt

            Die Wurzeln für die Ernährung sind in der Ackerkrume oder halt im Umsetzungshorizont (10 – 15 cm ) im Waldboden. Bei den restlichen Tiefen geht es um Wasser, sonst um fast nix. Denn ohne Wasser ist Welt (oder der A-Horizont) ein “leeres Fass” – wie der alte Sinnspruch so schön sagt.

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  1. Heinrich Steggemann sagt

    Weidetiere auf Ackerflächen als kleines Puzzleteil zur Klimaanpassung, zur Ernährungssicherung im eigenen Land und Klimaschutz. Nichtessbare Biomasse wird zu Nahrung. Wissenschaft muss viel stärker solche Praxisbetriebe begleiten und Datenerfassung betreiben.
    https://www.youtube.com/watch?v=H4kdIXZCHI4

    • Heinrich Steggemann sagt

      Mobgrazing funktioniert nur mit aktivem Wolfsmanagment. Zahl der Wölfe begrenzen und gezielt immer die auffälligen Wölfe und ganze Rudel schiessen, um die Population in Richtung scheu und weidetiermeidend zu selektieren.

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      • Heinrich Steggemann sagt

        Nach aktueller Lehrmeinung wäre eine so starke Kohlenstoffanreicherung innerhalb von 20Jahren nicht möglich. Speziell auch unterhalb der oberen 30cm der Ackerkrume.

  2. Heinrich Steggemann sagt

    Kohlenstoffspeicherung in nennenswertem Umfang wird wohl nur mit immergrünen Anbausystemen funktionieren. Dauerversuche zu Humusgehalten haben unbewachsene Pausen zwischen den Hauptkulturen. Da man in immergrünen Anbausystemen viel Nährhumus aufbaut, müsste das Anbausystem dauerhaft bestehen bleiben. Bei sinkenden Kohlenstoffgehalten käme die Forderung auf Geld zurückzuzahlen. Man hat z.B. 30 € pro to bekommen und müsste z.B. 100€ pro to zurückzahlen. Die wenigsten werden das Risiko eingehen. Deshalb folgender Lösungsvorschlag von mir anhand eines Beispiels: Auf einer Fläche wird der Humusgehalt von 2% auf 3% erhöht und der gespeicherte Kohlenstoff vergütet. Fällt diese Fläche z.B. aufgrund eines Bewirtschaftungswechsels auf 2,5% ab, muss kein Geld zurückgezahlt werden, aber weiteres Geld für Kohlenstoffspeicherung gibt es erst wieder oberhalb von 3%. Dies wird in einer zentralen Datenbank festgehalten incl. GPS Daten der einzelnen Einstiche, Beprobungstiefe, Dichtlagerung und Analysemethode.

  3. Dorfmensch sagt

    Wenn ich die Diskussionen um die Erhöhung der Humusgehalte im Boden oder die Darstellung der Kuh als Klimakiller (muss richtig heißen: Klimakillerin; soweit wie ich weiß sind alle Milchkühe weiblich) und deren Verwurstung in Klimarettenden Maßnahmen höre muss eine Fehlmeinung meinerseits korrigieren. Ich war lange Zeit der Meinung, dass Parteien im Hinterzimmer, Parlamente, NGO`s und GO´s Naturgesetze ändern können. Das muss jetzt wohl doch gehen.
    Zum Thema Humus gibt es eine Vielzahl wissenschaftlicher Experimente, die u. a. belegen, dass Humusgehalte nur sehr langsam steigen oder sinken, dass Änderungen des Humusgehaltes im Boden infolge von Probenahmefehler und Analysentoleranz nur bei deutlicher Änderung messbar sind. Jeder Boden hat ein standorttypischen optimalen Humusgehalt, bei dessen Überschreiten die N-Mineralisierung deutlich ansteigt. Dauerversuche belegen, dass die mineralische N-Düngung auch zur Erhöhung des Humusgehaltes im Boden beitragen kann. Ich kann jedem Landwirt nur raten, die Finger von solchen Dingen zu lassen.

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  4. Smarti sagt

    Ich habe mir das Video neben der Hausarbeit angehört und deshalb nicht auf die Namen geachtet. Ein Herr hat einen Satz gesagt, der doch so nicht stimmt ?
    Im Verkehrssektor ist es möglich, zu 100 % klimaneutral zu werden. In der Landwirtschaft wird dies angeblich nie möglich sein, deshalb sei es wichtig, CO2 im Boden zu speichern mit Carbon Farming.
    Das ist doch Quatsch. Das Wachstum von Pflanzen verbraucht Kohlenstoff und produziert Sauerstoff – was soll daran klimaschädlich sein ? Und auch wenn die Produkte von Tieren, Menschen oder im Ofen “verstoffwechselt” werden, der Kreislauf fängst von vorne an…ob durch Pflanzenwachstum auf dem Acker oder im Urwald.
    Hingegen der Verkehr “verbraucht” nur Energie – wie soll der jemals klimapositiv werden ? In meinen Augen ist das ein eigenartiger Ablasshandel… nützt nur dem Greenwashing und den Geschäftemachern.
    Warum nicht mal deutlich sagen: Landwirtschaft IST Pflanzenwachstum und darum auch Klimafreundlich – im Gegensatz zu allen anderen Wirtschaftszweigen.

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    • Picard sagt

      Die Produktion von N-Dünger kostet erhebliche Mengen an (noch fossiler) Energie. Und bringt man diese Form von N auf die Felder, “verbratet” man ganz schnell seinen Humusgehalt. So jedenfalls beschreibt es Kinsey in seinem Buch. Ich denke dass daher die von dir beschriebene Meinung kommt, dass es nie möglich sein wird in der Landwirtschaft 100% klimaneutral zu sein.

      • Thorens sagt

        “Und bringt man diese Form von N auf die Felder, “verbratet” man ganz schnell seinen Humusgehalt.”

        Es würde mich interessieren, wie das mit dem “Verbraten” des Humusgehalts durch N-Düngung abläuft. Welches sind die bodenchemischen Prozesse und die Beteiligten dabei?

        Beschreibungen von Kinsey sind mir geläufig, wenn auch nicht alle. Vieles von dem, was er sagt, wird nicht detailiert belegt und muss einfach geglaubt werden.

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        • Picard sagt

          Naja das ist die Krux unserer Zeit. Ich bin auch nicht Chemiker oder Biologe. Aber ich denke, einem Mann wie Kinsey Glauben schenken zu können. Mag sein dass er Quatsch verzapft. Aber das tun andere auch. Deshalb setzen Regierungen ja Expertenkommissionen ein. der Laie staunt dann oft über deren Ergebnisse.

          • Thorens sagt

            Kinsey hat Erfolg mit dem was er macht und anscheinend auch zufriedene Kunden in der Landwirtschaft. Die hat die Stickstoffdüngerindustrie allerdings auch.

            In vielen Empfehlungen von Kinsey spielt elemantarer Schwefel in gewaltigen Mengen eine große Rolle. Dieser ist nicht pflanzenverfügbar sondern muss erst durch Thiobakterien zu Sulfatschwefel mineralisiert werden. Dieser Mineralisationsprozess ist stark bodenversauernd. Je nach Ausgangssituation des betreffenden Bodens werden mitunter S-Gaben empfohlen, die tatsächlich beim zig-fachen des üblichen jährlichen S-Bedarfs der jeweiligen Kultur liegen. Wenn ich es recht sehe, dann geht es Kinsey dabei nicht um den Schwefel sondern um die kurzzeitige starke Bodenversauerung, wodurch die qualitative Kationenbelegung der Bodenaustauscher (Ton-Humuskomplex) verändert wird. Diese hat auch Einfluss auf die Bodenstruktur. Einige Zeit nach der Schwefelmaßnahme wird eine entsprechend dimensionierte Aufkalkung empfohlen, um den Boden-pH wieder anzupassen.

            Was ich mich immer dabei frage ist, wo denn der ganze gebildete und im Boden recht mobile Sulfatschwefel bleiben soll, den keine Kultur aufnehmen kann. Der wird vermutlich ausgewaschen und findet sich irgendwann im Grundwasser wieder. Kann angesichts dessen diese Vorgehenweise von Kinsey richtig sein?

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            • Thorens sagt

              Das noch dazu:
              Die Krux unserer Zeit ist es leider auch, dass sich viele aufgrund Hörensagens berufen fühlen, die Welt zu retten, ohne aber auch nur im Geringsten die Zusammenhänge zu kennen oder zu verstehen.

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          • Inga sagt

            Ja, der Laie muss Lehre annehmen, auch sich informieren
            um mitreden zu können, Picard .
            Richtig!

        • Elisabeth Ertl sagt

          Jedenfalls ist das, was man an CO2 im Humus speichert, durch die Emissionen bei der Düngerproduktion wieder wettgemacht, so verstehe ich das.

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        • evo.... sagt

          Ich hatte es so in Erinnerung, wie Bauer Hubert unten auch schreibt, dass für den Humus-Aufbau ne Menge benötigt wird.

          Beim Kompostieren sollen doch so 70% des in den Pflanzen gebundenen N “vergast werden. Unter anderem als Lachgas und das ist wieder knapp 200 mal klimaschädlicher als CO2.

          Macht die Natur doch nirgends, dass organisches Material meterhoch aufgeschüttet wird. Die Natur vergräbt (pflügen) auch kein organisches Material.

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  5. Ludwig sagt

    @R.Seevers. Genau richtig. Wir brauchen ein renigendes Gewitter , damit diese Lügerei einmal aufhört und unsere “Eliten” mal für ihr Versagen “gerade Stehen müßen”. Ein Blackout für drei Tage würde unsere Mitbürger mal vom Sofa bringen und unsere Regierungsmedien mal die Realitäten recherschieren lassen. Dazu ein Buch zum Nachdenken. Peter Hahne “Nicht auf unsere Kosten” – Aufstand gegen Lug und Trug der Eliten- . Der Hahne legt da richtig los. Teilweise übertrieben , aber die Richtung stimmt. Als Theologe bekommen auch die Kirchenführer für ihr Versagen und politische Einseitigkeit mächtig einen auf den Deckel.

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  6. Thorens sagt

    Aus der verlinkten Utopia-Seite:
    “Der Zertifikatehandel bietet den Bäuer:innen also einen Anreiz Carbon Farming zu betreiben, eine Möglichkeit damit Geld zu verdienen und zusätzlich fördert er die Kohlenstoffbindung.”
    Hört sich doch erstmal gut an. Aber wie kann denn der Nachweis gelingen, wenn es, wie auch schon angeklungen, Analyseabweichungen zwischen unterschiedlichen zertifizierten Laboren in Größenordnungen gibt, die aus eigener Erfahrung durchaus bei +/- 30 % liegen können? Wieder werden Thesen in die Luft gemalt, deren Umsetzung realitätsfern ist.

    Und weiter:
    “Carbon Farming gilt als eine Lösung für den Klimawandel. 100 Prozent aller menschengemachter CO2-Emissionen könnten durch einen Zuwachs von nur zwei Prozent des Kohlenstoffgehalts im Boden ausgleichen werden.”

    Ein Zuwachs von zwei Prozent sollte rel. schnell machbar sein. Das wären bei einem Ackerstandort mit aktuell 2% Corg. eine Anhebung um 0,04 %-Punkte (nicht messbar). Oder meint der Autor 2%-Punkte? Das wäre eine Verdopplung bezogen auf den angesprochenen Standort. Eine Genertationenaufgabe mit ungewissem Ausgang.

    Was mich an diesen Darstellungen immer wieder stört ist, dass wild mit Zahlen um sich geschmissen und dabei suggeriert wird, es brauche nur den Willen, um das postulierte Ziel auch zu erreichen, lässt dabei aber naturwissenschaftliche Gesetzmäßigkeiten vielfach außer Acht.

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    • Reinhard Seevers sagt

      “Was mich an diesen Darstellungen immer wieder stört ist, dass wild mit Zahlen um sich geschmissen und dabei suggeriert wird, es brauche nur den Willen, um das postulierte Ziel auch zu erreichen, lässt dabei aber naturwissenschaftliche Gesetzmäßigkeiten vielfach außer Acht.”

      Genauso sehe ich es auch. Am Ende ist dann Landwirtschaft der Schuldige und der Retter zugleich. Und wenn Landwirtschaft nicht liefert, wird die Welt untergehen. Man muss langsam mal raus aus dem Teufelskreis von Lügen und Phantasien, finde ich.

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      • Picard sagt

        Na dann pass mal gut auf, denn wenn die Landwirtschaft nicht liefert, wirst enteignet. Plakate hierzu wurden ja schon gedruckt. Sie verkennen den Ernst der Lage

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        • Smarti sagt

          Meinen Sie den Ernst der Lage der deutschen Bauern ( weil sie gerade von Weltverbessern gewürgt werden ) oder den Ernst der Lage des Weltklimas ?

  7. Ludwig sagt

    Ich habe nur Prof. Windisch gehört und die wesentlichen Aussagen von ihm sind Kreislaufwirtschaft und hohe Leistungen in der Tierhaltung. Jede , von unseren Grünen favorisierte Extensität erhöht die Immissionen. Das unterstreicht auch meine Daten zur Klimabilanz. Eigenes Futter , genügend Fläche für die Tierhaltung , Biogasvergärung ,hohe Tierleistungen und das bei möglichst wenig Futtereinsatz. Unter diesen Rahmenbedingungen kommt kein Biobetrieb mit, weil zu extensiv. Man kann das ganze auch so ausdrücken : Ein Hof , der ohne Prämien einen Gewinn erzielt , hat auch immer eine gute Klimabilanz und das klappt immer nur mit hohen Leistungen im Stall und auf dem Acker. Ein Tonne CO2 zu beseitigen , so habe ich das einmal gelesen , kostet in der Landwirtschaft rd. 600 Euro und in Industrie und Gewerbe mehr als 1200 Euro. Deshalb auch der Druck auf uns Bauern. Die Industrie will sich so günstig aus der Affähre ziehen .
    Corona und Schweinepest werden da gerne als willige Helfer gesehen , denn die Tatenlosigkeit der Politik läst darauf schließen , wenn mehr als ein Drittel der Schweinehalter aufgeben. So sinkt der Wohlstand auf dem Land immer mehr und wird wie in den 1960er und 1970er Jahren wieder sehr hohe Fördergelder benötigen um wirtschaftlich am Abgrund stehende Regionen wieder besser zu stellen. Im Allgemeinen sollten man einen Fehler nicht zweimal machen, aber bei den jetzigen Politikern ist ja alles möglich, weil die durch eine Ideologiebrille sehen und die Folgeschäden ihrer Politik nicht bedenken können.

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  8. Bauleiter sagt

    Die Idee der Veranstaltung finde ich sehr gut, aber von der „Datenmenge“ an Meinung total überfrachtet und weder der Stadtmensch noch Herr Özdemir werden das Wesentliche verinnerlichen.

    Wesentlich war das Referat des Professor Windisch. Er fordert auf in Kreiläufen zu denken. Sein Fazit: Nur Vegan ist klimaschädlich wie auch eine zu hohe Konzentration der Tierhaltung.

    1kg Veganes Essen bringt 4kg Nichtessbares . Aus diesen 4kg können aber 2 Liter Mich gewonnen werden.

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    • Picard sagt

      Ich esse gerade Linsensalat mit Speck. Selbstgemacht, nicht Konvenience aus dem Supermarkt. Alblinsen, selbstgezogene Schalotten, eingelegte Gurke, selbstgemachte Mayonnaise aus Bioeiern und nativem Bio-Rapsöl. Speck vom Weideschwein. Wegen dem Omega3. Kostet alles weniger als wenn ich mir einen Teller Tagesmenü reinziehe. Und nachher ist mir nicht übel von den Pommes und den anderen Transfetten. Vegan geht nicht in einer gesunden Landwirtschaft.

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      • Bauer Willi sagt

        Versuchen Sie es mal mit Hello Fresh. Aktien sind heute um 4% gestiegen.

        Alblinsen…pah… (Ironie)

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  9. Bauer Hubert sagt

    Da humusaufbau jede Menge Stickstoff benötigt ist es unmöglich bei der geltenden Rechtslage (Düngeverortnung) CO2 durch Humusaufbau zu speichern.
    Dazu kommen noch Fragen wie der Humusaufbau nachgewiesen wird , wie kontrolliert,was passiert bei humusabbau … .
    Ein Grünes Luftschloß und wenn es nicht funktioniert ist die Landwirtschaft der Schuldige.

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  10. Reinhard Seevers sagt

    Schlaumeiermodus an:
    Der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft und den Mooren werden große Kohlenstoffsenkungen zugesprochen.
    Das führt in der öffentlichen Darstellung immer zur Notwendigkeit die Landwirtschaft auf Bio umzustellen, die Wälder in “Naturwälder” zu verwandeln, und Moore wieder zu vernässen
    Niemand ist in der Lage das zu verifizieren und so zu steuern, dass es einer irgendwie gearteten Entlohnung zu kommen wird. Es wird eine weitere ideologisierte Umsetzungsdebatte geben, wo Landwirtschaft ausschließlich verlieren kann und wird, prophezeie ich.

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    • Thomas Bröcker sagt

      Ich würde das wiederum nicht ganz vom Tisch wischen. Erstens steht neben der CO” Bindung ja auch die Sauerstofffreisetzung durch “lebendige Landnutzung”.
      Zweitens kann man ja doch eine ganze Menge Kohlenstoff über Organik im Boden binden, muss ja nicht Dauerhumus sein. Das System “Immergrün” der regenerativen Landwirtschaft hält (so lange ich diese Bewirtschaftung konsequent und gut beibehalte) schafft schon pro Jahr und Hektar 3 t plus beim C org.. Nur “dauerhaft” ist davon nicht so viel.

      Nur zur Illustration:
      In den Siebzigern wurden im Raum Potsdam zur Vorbereitung von Obstflächen
      350 t/ha !!! organische Masse ausgebracht, überwiegend Seeschlamm mit Humusgehalten
      über 30 % (insgesamt 4 mio t). Davon ist heute quasi nix mehr zu finden – sicher auch, weil die ganzjährige Offenhaltung der Böden über Bearbeitung bis Anfang der 80-ziger, das dominante “Pflegesystem” war.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Das Problem ist doch die Wiederholung der Wirkungen, die Dauerhaftigkeit und deren Nachweismöglichkeit. Da kommen Menschen daher und proklamieren dann Terra Preta als DIE Lösung und fordern am Ende deren Umsetzung.
        Wir haben schon ausreichend Schwierigkeiten ein nachvollziehbares und kontrollierbares Verwertungskonzept(VWK) gem. DÜVO aufzustellen, und dieses dann auch noch als “richtig” im Sinne der Politik, der Gesellschaft zu verkaufen. Aufgrund der Komplexität der Nachweismethodik wird schon automatisch ein “Schummeln” impliziert und die Gefahr von Fehlern ist groß.

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    • Sabine sagt

      Also, da gibt es schon recht ordentliche Zahlen für verschiedene Bodenarten. Amerikanische Farmer, die beim Soil Health Movement mitmachen oder die mit den Methoden des Savory Institut arbeiten, haben sehr genaue Zahlen über ihren Boden und auch sehr genaue Aufzeichnungen über Fruchtfolgen, Tierdichte, Beweidungsdauer, Tageszunahmen etc. Waren schon vor Jahren soweit, dass sie dir recht gut sagen konnten: Wenn Du aus Wintergetreide in der Vegetationszone X gehst und im Herbst Y Rinder auf die Fläche stellen willst, ist die Saatmischung Z die richtige für dich. Ich hab über diese Methoden, denke ich, schon vor fünf Jahren hier auf dem Blog mal geschrieben. Das werden Kombis aus Mob-Grasing, No-Till, Zwischenfrüchten und Marktfrüchten so zusammengewürfelt, dass am Ende der Kohlenstoff und die aktive Biomasse im Boden so weit steigt, dass die Farmen wieder rentierlich werden. Der Nebeneffekt ist dann eben auch oft mehr Biodiversität. Das fängt oft dabei an, dass man weniger Entwurmer braucht, wenn die Tiere täglich die Weide wechseln, was dann entsprechend mehr Mistkäfer nach sich zieht, die dann die Nahrungkette hoch bis zum Käuzchen bauen, das da dann vor allem als Käferspezialist auftritt.
      Ich kann gerne auch mal, wenn es hier jemanden interessiert, das Wilding Projekt vom Knepp Estate zusammen fassen. Überschrift zu dem Projekt für mich ist: Wie man mit weniger Arbeit mehr Geld auf einer nicht mehr konkurrenzfähigen Farm verdient.

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      • Reinhard Seevers sagt

        “Wie man mit weniger Arbeit mehr Geld auf einer nicht mehr konkurrenzfähigen Farm verdient.”

        Sehr schön. Da wird nicht nur Amerikanische Landwirtschaft mit der Deutschen gleich gesetellt, sondern auch gleich Boden und Klima. Prima! Wie wird das dann in deutsches Recht übertragen und in eine Nachweisdokumentation inkl. einer verifizierbaren Nachprüfbarkeit überführt? Oder wird alles im nebulösen Glaubenskatalog abgelegt? Ich kann solche pauscheln Erretungsaussagen nicht mehr hören, sorry.

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        • Sabine sagt

          Okay, also das Knepp Estate liegt in Sussex, das liegt im Vereinigten Königreich, was bis vor Kurzem in der EU war. Das ist das eine. Das andere ist, das auch hier auf dem Blog seit mindestens 5 Jahren immer wenn ich das Soil Health Movment in USA erwähne, immer gesagt wird:Das geht hier nicht, weil hier ganz andere Rahmenbedingungen sind. Hätte man da vor 5 Jahren angefangen z.B. konkret über solche Projekt mit Unterer Naturschutzbehörde, dem Kreis, den Deppen von der örtlichen Naturschutz-Orga … zu reden, hätte man ja jetzt vllt. ein Pilot-Projekt aus dem man Rahmenbedingungen entwickeln könnte. Was mich im Moment so ein bisschen ankotzt, ist, dass über die Auflagen echt beschwert, die da kommen, aber ich nicht wirklich aus dem Bauernverband z.B. Projekte kommen sehe, die bessere Vorschläge machen… bis vllt. auf den Niedersächsischen Weg. Aber, dass da von den Bauernvertretungen wirklich Leuchttumprojekte angeschoben werden, sehe ich nicht. Wenn man aber keine Alternativen anbieten kann, muss man mit bescheuerten Auflagen leben. Dabei gibt es ja solche Projekte. Z.B. die Schwäbisch-Schällische Erzeugergemeinschaft, aber eben nicht von den doch nicht gerade unterbezahlten Funktionären in der Landwirtschaft.
          Wenn z.B. die Bauern im Oberbergischen sich vor 5 Jahren hingstellt hätten und gesagt hätten: “Wir wollen zusammen 50 km neue Hecken pflanzen und 15 ha wieder vernässen oder Streuobstwiese neu gestalten und wir haben noch x ha, wo wir neue Energiepflanzen, Futterpflanzen etc. ausprobieren wollen in verschiedenen Dünge- oder Pflanzenschutz-Szenarien. Hier liebe Kreisverwaltung, dass sind die Schläge, die wir dafür geeignet halten. 10 Jahre möchten wir das ausprobieren und wir möchten, dass das ordentlich von einer Uni begleitet wird und wir wollen wissen, welche Förderungen dafür von Bund, Land, Kreis, Gemeinde möglich sind. ” Wenn der Kreis dann sagt: “Nee, dafür haben wir kein Geld.” Dann können die aber auch nicht meckern. Statt also seit Jahren über evtl. Projekte zu sprechen, spricht man in Oberberg seit gefühlt einer Ewigkeit nur über Gülle.

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          • Bauer Willi sagt

            @Sabine
            Man redet in Oberberg über das, womit man sich am besten auskennt. Und das ist nun mal Gülle.
            Die von Dir angesprochenen Engagements überfordern die landwirtschaftlichen Organisationen. Wo so was funktioniert sind z.B. die Wasser-Kooperationen. Da sind die Geschäftsführer aber auch Profis, die sich für so was Zeit nehmen und auch sonst Ressourcen haben.
            Hier bei uns in der Nähe ist auch ein Experimentierbetrieb der Bayer AG mit einen sehr engagierten Betriebsleiter, die sich viel um Ökologie kümmern. Wir hatten da jetzt zwei Treffen. Das macht richtig Spaß.

            Wenn ich mit meinen Berufskollegen über so was spreche, drehen die sich zur Seite. “Für so was habe ich keine Zeit, du bist ja Rentner, mach Du mal”.

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            • Picard sagt

              Naja, auch bei Gülle besteht Forschungs-und Handlungsbedarf. Wenn man z.B. Gülle separiert und kompostiert, bekommt sie plötzlich ein ganz anders Image. Und wenn die Idee nicht aus der Landwirtschaft kommt und umgesetzt wird, dann wird sie sicher “von Oben”, mit entsprechenden (weltfremden) Auflagen kommen. Oder gleich die Forderung nach weniger Tier. Wie jetzt imgange…

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              • Thorens sagt

                “Wenn man z.B. Gülle separiert und kompostiert, bekommt sie plötzlich ein ganz anders Image.”
                Nur, weil sie dann nicht mehr so heißt?

                Vielleicht bin ich da nicht ganz auf dem Laufenden, doch Separierung ist eigentlich nur dann sinnvoll, wenn Übermengen da sind und die Festphase woandershin transportiert werden soll. Oder die aufbereiteten Feststoffe, hygienisiert, wieder als Stalleinstreu dienen sollen. Oder, um Güllelagerplatz zu schonen.

                Auch dabei müssen sich die Kosten für die Aufbereitung rechnen lassen. Sollten die Düngerpreise auf aktuellem Niveau bleiben, könnte die Rechnung aufgehen. Für die sach- und fachgerechte Anwendung betriebseigener Gülle auf den eigenen Flächen, halte ich die Aufbereitung nicht für notwendig.

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                • Picard sagt

                  Image ist NICHT gekoppelt an Logik. Wäre es so, sähe die Welt anders aus.

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                • Thorens sagt

                  Ja, stimmt.
                  Es soll ja in Richtung Wohlfühlen gehen.
                  Koste es was es wolle.

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                • Schorsch Summerer sagt

                  Und es muss bedacht werden dass die N-Komponenten im separierten Feststoff flüchtiger sind weil das Material zu arbeiten beginnt. Längeres offenes Lagern ist wohl ein Schuss in den Ofen.

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                • Christian Bothe sagt

                  Auch das haben wir in der DDR schon gemacht! Also nichts neues, meine Herren!Dekantierung der Schweinegülle war ein Thema und dann die Weiterverarbeitung zu Kompost.Sogar verfüttert, hat man die Feststoffe im Mix mit Strohpellets an Mastbullen…

            • Sabine sagt

              Aber dafür sollte doch der Bauernverband auch da sein. Ich finde es wirklich schwierig, wenn man sagt, ich hab da keine Zeit für sowas und dann aus allen Wolken fällt, wenn Richtlinien beschlossen werden, mit denen die Hälfte der Bauern nicht klar kommt. Vor allem, weil vieles was heute unter Carbon Farming läuft eigentlich von Landwirten erarbeitet worden ist, die Wege gesucht haben ihre verschuldeten Betriebe zu retten. Der Charles Burell ist nicht eines morgens aufgestanden und hat gemerkt, dass er Kühe eigentlich Scheiße findet. Der war so hoch verschuldet, dass er keinen anderen Ausweg mehr gesehen hat, als seine Herde zu verkaufen. Der hatte Speiseeis und Direktvermarktung und eine der besten Herden im UK und war pleite. Und das ist ja eine Situation in der ganz viele Betriebe im Moment auch stecken. Die haben die Schleifen und Urkunden für ihre absolut großartigen Tiere im Büro hängen, die haben schon die Milchtankstelle und verkaufen schon im Hofladen Fleischpakete und merken, dass sie trotzdem kein Geld verdienen. Und da dann zu sagen: Okay, dann schauen wir doch mal, was ich verdienen kann, wenn ich zum Beispiel der Gemeinde im Tal anbiete, dass ich Wasserrückhaltemöglichkeiten schaffe oder ein Teil meiner Ausgaben reduziere, in dem ich Esparsetten oder Hanf als Futterpflanze anbaue..oder was auch immer. Im Gegensatz zum eher schleppend laufenden Verwertung von Faserhanf, ist Hanfsamen als Futter gut etabliert. Über die Hälfte des Bedarfs wird aber durch Importe aus China abgedeckt, ähnliches gilt für die verschiedenen Hirsearten. Unter Umständen kann es sehr viel Sinn machen statt nochmal 20 Kühe mehr zu melken, Hirse, Hanf und Esparsette mit in die Fruchtfolge zu nehmen und 200 Legehennen durch einen Blauglockenwald laufen zu lassen. Um das überhaupt möglich zu machen, dafür ist, denke ich, der Bauernverband da. Die müssen der Politik sagen: Wir haben diese und jene Möglichkeiten Energieholz, Sojaersatz, Umweltschutz zu voranzutreiben, dafür brauchen wir Änderungen im Gesetz an folgenden Stellen. Das kann nicht die Aufgabe von einzelnen Bauern sein und wenn man es den NGOs überlässt die Rahmenbedingungen zu schaffen, werden diese Rahmenbedingungen nur auf ihre eigenen Projekte passen. Das machen die schon die ganze Zeit und damit vertreiben die in manchen Gegenden regelrecht die Landwirtschaft.
              Ich weiß jetzt schon, dass demnächst die strenge Trennung von Weideland und Wald aufgehoben wird. Das wird kommen. Die Frage ist nur, ob die Bedingungen dafür vom Nabu diktiert werden, oder ob das so gestaltet wird, dass Landwirte damit Geld verdienen können. Im Moment blasen die NGOs zur Jagd auf’s Wild. In 10 Jahren werden die der Politik erklären, dass das Massaker an den Rehen nichts gebracht hat, und dass der Hochwald als Rohstofflieferant dem Klimawandel nicht stand halten kann und dann wird man die deutsche Savanne als ultimative CO2-Senke und Garant der Artenvielfalt propagieren. Die Waldbesitzer und Bauern, die da nicht drauf vorbereitet sind, schauen wieder in die Röhre.

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              • evo.... sagt

                Ich habe vor 20 Jahren mal unserem regionalen Bauernverband vorgeschlagen, der BV möge einen Fond einrichten. 300 000 Bauern mal nur 1000 Euronen gäbe 300 000 000.
                Hätte Ökotrophologen eingestellt, weil ich denke, dass die Bauern im Prinzip die Lebensmittel in ihrer gesündesten Form haben. Alle , die danach kommen, machen meist was kaputt und die könnten wir (fast) alle raus werfen.
                Firmen übernehmen und auf Bedürfnisse der Bauern ausrichten.
                Ernährungsforschung betreiben und Ergebnisse veröffentlichen.
                …..

                Aber beim BV sitzen an der Spitze Leute, die ihr Auskommen haben und so bisschen träge werden. Dann will der BV alle vertreten. Wenn der ein Projekt Milch machen würde, schreien die Schweine-Bauern,….!

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      • Picard sagt

        Von diesen Ideen, Sabine, will hier keiner was hören. Ich kenne Landwirte die versuchen es zu praktizieren. Werden alleine gelassen, resp. organisieren sich unter sich. Durch die neuen Technologien von Fernkonferenzen klappt das auch ganz gut. Nur entwickelt sich das zu einem “eigenen” Universum. Darum dringen Resultate auch nur sehr langsam an die öffentlichkeit.

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        • Reinhard Seevers sagt

          “Ich kenne Landwirte die versuchen es zu praktizieren. ”

          Und Jean-Luc macht das auch? Oder sitzt der lediglich in seinem Traumschiff Surprise und schaut auf die Erde herunter?

          • Reinerstoff sagt

            Was bringt denn so ein Kommentar Herr Seevers, lassen Sie doch andere Meinungen bzw. Kommentare einfach Mal stehen oder geben als Zeichen der Missbilligung einen 👎.

            Um selbst was zum Thema beizutragen, kann ich über dieses Thema auch nur noch den Kopf schütteln.

            Heute bei uns in der Tageszeitung, großer Artikel im Wirtschaftsteil über ein Startup namens “Kohlekumpels” und wie man doch in der Landwirtschaft mit Klimaschutz Geld verdienen kann. Einfach Produktionsweise umstellen zu regenerativen Bewirtschaftung zusammen mit Pflanzenkohle und Tera Preta und am Ende gibt’s dann sogar klimapositive Nahrungsmittel!
            Dieser Prozess wird dann natürlich durch sie zertifiziert und ein neues Label soll es für diese Lebensmittel auch geben mit dem man dann werben kann und sollte man die CO2 Zertifikate später handeln können, verdienen die Landwirte gleich zweimal. 🤔😱

            Am Ende wird es wieder so laufen – wenn überhaupt – wie immer, an der Landwirtschaft verdienen alle prächtig, in der Landwirtschaft die wenigsten!

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          • Bauer Willi sagt

            @Seevers
            Dieser Kommentar fällt unter die Rubrik “überflüssig”. Warum vergraulen Sie jeden, der eine andere Idee hat?

            Und:
            lassen Sie doch einfach mal einen Kommentar so stehen…

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      • Stadtmensch sagt

        “Ich kann gerne auch mal, wenn es hier jemanden interessiert, das Wilding Projekt vom Knepp Estate zusammen fassen”

        Ja gerne! Vielleicht als Gastbeitrag…? Ich könnte mir vorstellen, dass einige kaum Zeit haben, mal zu gucken was alles möglich ist oder was schon gemacht wird in der Richtung.

          • Sabine sagt

            Produziert werden 75 t Fleisch, dass vor Ort verarbeitet und verkauft wird. In Kontrast zu den Weideprojekten hier, war für die Eigentümer von Anfang an klar, dass sie eben nicht die Tiere ganz sich selber überlassen und überzählige Tiere entweder verkauft oder geschlachtet werden. Um z.B. den Herdbuch-Status ihrer Rinderherde nicht zu gefährden und zu frühe Belegung der Fersen zu verhindern, hat man sich dort auch gegen eine gemischte Herde entschieden. Bei den Ponys hat man die Hengste nach wenigen Jahren gelegt, weil klar war, dass es für den überzähligen Nachwuchs keine sinnvolle Verwendung gab. Auch hat man in den ersten Jahren die Ponys öfters von den Weiden geholt, um der Hufrehe vorzubeugen. Grund war dafür, dass noch zu viel Weidelgras auf den Flächen war. Inzwischen hat man dort keine Probleme mehr mit Hufrehe. Bemerkenswert fand ich auch, dass die Longhorns anfangs echte Probleme mit zu fettem Gras hatten, allerdings waren die nach einem Zwischenfall im ersten Frühling wohl so schlau diese Grasflächen zu meiden.

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            • Thomas Bröcker sagt

              Die Projektfläche in Sussex umfasst 3.500 ha “ausgelaugtes Land”. Also, als Ergänzung zum Naturschutz finde ich das ganz nett – mit Landwirtschaft, von der auch einige Familien wirklich leben können, hat das, glaube ich, wenig zu tun. Wir können doch nicht so tun, als könnten wir in Deutschlands Hochertragslandwirtschaft und Ackerbau guten Gewissens auf 20 % der Flächenerträge und 40 % der Wertschöpfung runterfahren.
              Es gibt ja in Deutschland durchaus auch ähnliche extensive Projekte.
              Zum Beispiel den Bio-Betrieb “Guter Heinrich” in Jatznik mit 160 ha. Für die Biodiversität ein super Projekt – mit wirklich relevanter landwirtschaftlicher Produktion hat das nichts zu tun, wird aber im März auf einer BUND Tagung in MVP als ein Beispiel für Biodiversität in der Landwirtschaft vorgestellt. Das hat ganz viel mit Landschaft und Naturschutz, aber NICHTS mit Ernährungssicherung oder -Sicherheit zu tun. Die Fördermittelquote dürfte bei 75 % liegen.

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              • Sabine sagt

                Nee, muss es auch nicht. Ich finde es zum Beispiel Unsinn Leute, die auf Hochertragsflächen sitzen zu sagen, dass sie 4% stilllegen sollen. Wer auf gutem Boden sitzt, der soll nicht nur, der muss weiter auch auf hohem Niveau produzieren. Ob dass dann die Fruchtfolgen sein müssen, die er die letzten 20 Jahre hatte oder was anderes sein kann, ist eine Diskussion.
                Eine andere ist, was machen wir mit den Betrieben, die jetzt, weil sie auf eher unterdurchschnittlichem Land sitzen, hohe Tierbestände haben. Westliches Münsterland wäre da mein Beispiel. Da haben wir eine hohe Tierdichte, weil bekanntlich der Boden nicht so dolle ist. Nur verdient man da seit Jahren kaum was. Da gibt es dann die klassische Möglichkeit: Man versucht mit noch mehr Tieren und noch größeren Flächen. Man kann sich auch andere Standbeine dazu suchen. Tun ja auch viele. Da gibt es dann die Hühnermobile und die Biogasanlage, auch eher konservativ. Oder eben, so das denn irgendwann mal möglich ist, in ökologische Dienstleistungen zu gehen. Das muss dann nicht den direkt den ganzen Betrieb betreffen. Wer da jetzt mit 3000 Schweinen hockt, dem wird es nicht besser gehen, wenn er noch 300 dazu nimmt. Für solche Betriebe kann der Ausstieg aus einem intensiv System interessant sein. Wird sehr wenig gemacht, weil Förderungen, aber auch so Sachen wie die Grünlanderhaltung oder der Quatsch mit denen auf ewig geschützten Streuobstwiesen dagegen steht. Was ich total gut verstehen kann. Wer sich entschließt z.B. den Tierbestand runterzufahren und dafür Biotop-Management betreibt, der muss vernünftig dafür bezahlt werden und er muss vor kalter Enteignung sicher sein. Eine Diskussion, wie man sowas angehen kann, damit zu beginnen, dass wir keine hinreichenden Messmethoden für Humusaufbau oder Biodiversität haben, ist die falsche Diskussion. Und weil wir ständig – auch in Naturschutzgebieten- mit der falschen Diskussion anfangen, bekommen wir hinterher auch nicht die richtigen Ergebnisse.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  “Eine Diskussion, wie man sowas angehen kann, damit zu beginnen, dass wir keine hinreichenden Messmethoden für Humusaufbau oder Biodiversität haben, ist die falsche Diskussion.”

                  Wie soll denn eine Honorierung ohne Nachweis möglich sein? Treu und Glauben? Tief in die Augen schauen?

                • Sabine sagt

                  @Reinhard Seevers, siehste, da kannst mal sehen, wie dir unsere Bürokraten schon den Verstand angefressen haben. Überleg mal, was findet sich denn an sehr sichtbarem, mit dem blosen Auge wahrnehmbaren in dem was wir so landläufig gesunden Boden nennen. Gibt es da vllt. sowas wie einen Zeige-Organismus? Ein Lebewesen was Biopolymere zersetzt bzw. sich von in Zersetzung befindlichen Biopolymeren lebt?

                • Thomas Bröcker sagt

                  Der Regenwurm ernährt sich meines Wissens von den Bakterien, die er auf dem in die Erde gezogenen Pflanzenteilen “züchtet”. Aber auch dieser Zusammenhang (Regenwurmdichte und C-Speicherung) ist m.E. weder trivial, noch zwingend mit Produktivität in Verbindung zu bringen.

                  Beispiel Waldumbau: Mischwälder haben eine mehrfach höhere Regenwurmdichte und Wasserspeicherungsfähigkeit als Nadelwälder. Der Umbau erfordert aber eine starke Reduzierung der zu hohen Schalenwildbestände, da sich sonst die für den Regenwurm erforderliche Flora nicht entwickeln kann. Ist das dann gelungen, reduziert sich die nutzbare Holzmenge gewaltig. Wirtschaftlich zu betreiben ist dieser Waldbau nicht (halbe Erntemenge) – und das bei steigendem Holzbedarf.

                  Das Gleiche gilt doch für das (sinnvolle) System “Dauergrün” mit möglichst ganzjähriger Bodenbedeckung. Ohne gezielten Herbizideinsatz wird die Unkrautflora sehr schnell so “divers”, dass die Erträge massiv einbrechen. Deshalb ist ja der Öko-Landbau stärker auf den Pflug angewiesen und kann die “Eisenallergie” der Regenwürmer weniger beachten.

                  Das ganze System der Kohlenstoffbindung im Boden ist derart mit falschen Narrativen und “Denktabus” durchsetzt, dass man in der Diskussion um das “richtige” Bewirtschaftungssystem zwangsläufig in Sackgassen landet.

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                • Sabine sagt

                  @Thomas Bröcker Ja, das Schalenwild und der Wald. Weißst Du ein gaanz wichtige Erkenntnis über den Wald in Europa vor der Massenvermehrung des Menschen ist, dass der angeblich dichte, dunkle Wald, der auch mir noch als natürlicher Wald vor 30 Jahren eingetrichtert wurde, so wahrscheinlich nie existiert hat? Dieser Wald war der Wunschtraum deutscher Förster und hat so gar nicht mit natürlicher Landschaft zu tun. Auch sind weder Hirsche noch Rehe von ihrer Biologie her Hochwaldbewohner. Die leben da, weil dass der einzige Raum ist, wo wir sie wenigstens ansatzweise tolerieren. Unsere ursprünglicher Tierbesatz bestand aus Bison, Tarpan, verschiedenen Hirscharten, Rehen, Sauen, Biebern etc. all diese Tiere sind – wie auch ihre verwandten in Afrika – Bewohner von offenen und halboffenen Landschaften. Das können wir relativ einfach sogar anhand ihres Körperbaus entdecken. Für ein Tier im dichten Urwald macht es kaum Sinn sich auf hohe Fluchtgeschwindigkeiten zu konzentrieren… und im Fall von Hirschen machen Geweihe auf der Flucht durch dichte Wälder so gar keinen Sinn. Unsere Könige des Waldes sind, von ihrem Ursprung her, Bewohner von offenen Auenlandschaften. Die Bieberwiesen, Dornbuschsavannen und Flussdeltas Europas waren ihr zuhause. Und die machen im Wald genau das, was sie in ihrem Ursprungshabitat am Besten konnten: Die Landschaft offen halten. Die Frage ist, was macht man mit so einer Erkenntnis? Man könnte zum Beispiel solche urprünglichen Landschaften wieder entstehen lassen und die dort natürlicherweise vorkommenden Tiere nutzen. Das geht aber nicht in einem industrialisiertem Setting, das ist nicht skalierbar und das erzeugt keine uniforme Produkte. Da kann man jetzt nochmal ein Jahrhundert einläuten, wo wir uns als Gesellschaft darauf einigen, dass wir auf die Natur keine Rücksicht nehmen, weil wir brauchen Holz und dann wird genau diese Natur uns den goldenen Mittelfinger zeigen. Wir werden weder das Holz bekommen was wir brauchen, noch die Klimakrise entschärfen. Oder wir überlegen uns, was wir mit dem was wir Ansatzpunkten haben unsere Wirtschaftsweise wenigstens auf einen Teil der Flächen so zu gestalten, dass natürliche Wasser- und Co2-Speicherung stattfinden kann und Arten wieder einwandern können, die dort ihre natürliche Nische ausfüllen ohne die Produktion von wichtigen Gütern zu gefährden. Blätter mal durch alte Wirtschaftsbücher von z.B. Klöstern oder such mal in Volksliedern, Gedichten etc. nach Eichen. Du wirst die “deutsche Eiche” an jeder Ecke finden. Und weißt Du was Eichen definitiv sind: Ja, ne Lichtbaumart. Das was wir in den letzten 200 Jahren zu Wald erklärt haben, ist so unnatürlich wie die Goretex-Freizeit-Jacke in der wir ihn durchwandern. Da können wir jetzt noch ein paar Jahrzehnt dran umbauen, das wird nicht wirklich was bringen.

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                • Thomas Bröcker sagt

                  Ich bin da eher ein Fan der “Stiftung Kulturlandschaft” und weniger der Herangehensweise des verbreiteten Rewildings. Unsere heutigen Wälder sind zu großen Teilen Plantagen, die angelegt wurden um den Holzbedarf zu decken, nachdem Europa durch Entwaldung und Übernutzung (vor allem der Allmenden) durch Beweidung in der Tat sehr licht geworden war. Mein Eindruck ist aber eher, dass auch jetzt der “neue Wald” durch Gestaltung und Artenwahl stabiler wird, als durch Rewilding. Wir haben viele expansive Neubürger, die es den heimischen Gehölzen schwer machen und eher Gestrüpp, als Wald generieren (Robinie, Prunus serotina, armenische Brombeere.

                  Die von Ihnen beschriebenen “selbst entstehenden” Brombeerhecken sind für einige Vogelarten sicher ganz hilfreich. Ich bin hingegen immer ganz froh, wenn sie (die armenische Brombeere) sich nicht in meinen Hecken anfindet – einfach weil die (als vorwiegend auf asexuelle Vermehrung angelegte Art – angelegter Klon) durch ihre enorme Konkurrenzkraft alles Andere unter sich begraben.

                  Für Eichen ist meine Beobachtung, dass die mit den immer wärmeren und trockneren Frühsommern nicht mehr klarkommen, der Johannistrieb verreckt regelmäßig am Mehltau, was besonders für junge Bäume schädlich ist.

                  Der Naturschutz mag die von Ihnen beschriebene “Rückbildung natürlicher Landschaften” ohne Steuerung durch den Menschen gern ausprobieren. In der Kulturlandschaft bin ich eher für gesteuerte Waldentwicklung oder Agroforst, mit dem erklärten Ziel der Holznutzung.

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                • Marian E. Finger sagt

                  Die ursprünglich offenen Landschaften in Mitteleuropa waren den Eismassen zu verdanken, die sich einerseits von Norden und andererseits von den Hochgebirgen (Alpen, Pyrenäen) her einmal mehr, einmal weniger in die Täler vorgeschoben und den Wald an seiner Ausbreitung gehindert haben. Vor 20.000 Jahren gegen Ende der letzten Kaltzeit gab es in Mitteleuropa überhaupt keinen Wald. Seit 12.000 Jahren befinden wir uns nun in einer warmzeitlichen Epoche, dem Holozän. Entsprechend haben sich Wälder ausgebreitet. Es ist allderdings der jagende Mensch, bisweilen auch schon der Ackerbauer, der Landschaften mit Feuer offengehalten hat. So gesehen, gibt es in Europa schon lange keine “natürlichen” Landschaften mehr, die man wieder “erstehen lassen” kann.

                  Die Prärien in Amerika wie auch die offenen Wälder dort waren das Werk von Indianern.

                • Stadtmensch sagt

                  Warum bist du so überzeugt, dass sich offene Landschaften nur entwickeln, wenn der Mensch eingreift? Die These von den riesigen Herden, die sich auf diese Weise vor Raubtieren schützen und eine Gebiet durch Verbiss kurz halten ist duch auch nicht schlecht?
                  Laut Peter Wohlleben (duck) ist die “Reisegeschwindigkeit” von Bäumen 100km/a? Also sobald das Eis weg war, gings auch schon wieder los mit der Bewaldung. Natürlich erst Pioniere und dann die langlebigeren Exemplare.

                • Sabine sagt

                  @Marian E. Finger. Nein. Einfach nein. Das mit dem dichten Wald von der Nordsee bis zum Mittelmeer ist ein echter und inzwischen auch von den meisten Wissenschaftler eingeräumter historischer Fehler. Das hat ganz viel mit Pollendiagrammen und deren Interpretation zu tun. Wie gesagt, dass war vor 30 Jahren noch fester Glaubenssatz in der Archäologie und der Ökologie, kann aber so nicht mehr gehalten werden. Da muss man Frans Vera einfach die Ehre geben, die ihm gebührt, auch wenn ich nicht mag was er dann im Oostvaardersplassen mit verbrochen hat. Dringend mal in Grazing Ecology and Forest History reinschauen. Und gerade in Naturschutzprojekten z.B. mit dem europäischen Bison merkt man wie unwahrscheinlich der angebliche so flächendeckende Hochwald ist. Man hat ja in Waldgebieten diese Tiere ausgesetzt und das erste Problem was man hatte, dass diese angeblichen Tiere des dichten Urwalds viel zu effektive Waldzerstörer sind. Im Gegensatz zu dem, was wir Menschen häufig noch glauben, sind wir nämlich nicht die einzigen Tiere, die ihre Umgebung verändern. Wir gucken uns den kläglichen Restbestand unserer Wildtiere in ihrem letzten Rückzugsgebieten an und glauben, dass das ihr ursprüngliches Habitat ist. Das ist leider oft falsch. Es macht evolutionstechnisch keinen Sinn sich als Tier auf hohe Fluchtgeschwindigkeiten zu konzentrieren, wenn man in einer Umgebung lebt, wo man diese Geschwindigkeiten nie erreichen kann. In einem dichten Urwald ist das beste was ein auf dem Boden lebendes Tier tun kann, um sich vor Angriffen zu schützen, unsichtbar zu sein. All unsere angeblichen Urwaldbewohner sind aber auf das schnelle Flüchten in großen Herden ausgelegt. Ähnlich unglaubwürdig wird die Theorie, dass erst der Mensch kommen musste um den Urwald zu Roden, wenn man sich unsere Zugvögel anguckt. Die meisten dieser Vögel sind keine Hochwaldbewohner. Zu glauben, dass sich der Vogelzug erst entwickelte, als wir im Mittelalter den Wald gerodet haben, ist völlig abwegig. Natürlich gibt es den Vogelzug schon länger und natürlich haben die Vögel, die in Afrika oft in Savannen, in Flussdelta und manchmal sogar Halbwüsten überwintern, ähnliche Strukturen auch hier gefunden. Und wenn man sich dann die blöden Pollendiagramme anguckt, findet man mal wieder die Eiche, die eine Lichtbaumart ist und die sich nie in den Massen, wie sie sich in den Diagrammen darstellt, in einem dunklen Hochwald hätte verbreiten können. Was die Diagramme nicht zeigen können, dass sind unsere heimischen Dornbüsche, weil die keine Windbestäuber sind. Wir haben in Deutschland Hochwald, weil wir in den letzten 200 Jahren alles getan haben, um die heranzuzüchten. Da muss man noch nichtmals die großen Pflanzenfresser ins Bild holen, da reicht der Bieber und das Reh.

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                • Marian E. Finger sagt

                  @Sabine
                  Ich habe mit keinem Wort behauptet, dass zwischen Nordsee und Mittelmeer dichte Wälder gestanden haben. Was ich behauptet habe, ist: sobald das Eis zurückgewichen ist, waren mit den Wäldern auch Menschen da, die das Feuer genutzt haben. Der Mensch kam nicht irgendwann später, um irgendwelchen Urwald zu roden, sondern zeitgleich mit den Bäumen. Diese Menschen waren Mammut- und Bisonjäger, aber sie brauchten eben auch Holz für ihre Hütten und fürs Feuer. Es gibt Untersuchungen, die sagen, dass der Mensch dem Holz gefolgt ist und nicht den Tieren, weil nicht Nahrung sein Problem war, sondern Brennstoff. Mit Dung als Brennstoff war da noch nichts, weil die Herden wild waren. Und selbstverständlich waren die Bisons und Hirsche vorher da.

                  Die ersten Anzeichen, dass Menschen Landschaften mit Feuer gestaltet oder Feuer zumindest bei der Jagd eingesetzt haben, datieren auf 400.000 Jahre. Da sind wir noch beim Neandertaler. Dann kamen auch wieder Kaltzeiten, wo die Menschen sich weitgehend aus Mitteleuropa zurückgezogen haben. Natürlich verändern auch Tiere die Landschaft, aber niemals in dem Maße, wie der Feuer nutzende Mensch das getan hat und immer noch tut. Es stimmt einfach nicht, dass ein Lebewesen, welches das Feuer aktiv nutzt, ein harmloses Tier ist, das im Einklang mit seiner Umwelt lebt. Ich weiß nicht, warum wir uns ständig dieses Märchen erzählen und so tun, als wären wir harmlos. Das sind wir nicht.

                  Die Landwirtschaft hat vor 12.000 Jahren mit Brandrodung angefangen. Und das war nicht auf Mesopotamien beschränkt, sondern diese Methode hat sich in wenigen tausend Jahren über den ganzen eurasischen Raum verbreitet. Mesopotamien war auch nicht der einzige Ort, an dem Landwirtschaft “erfunden” wurde. Sie kam zeitgleich auch in China auf.

                  Man hat doch nicht erst im Mittelalter damit angefangen, Wälder abzufackeln. Das hat schon der Neandertaler getan.

                  Wenn es in Europa je dichte Wälder gegeben hätte, hätten wir hier sicher deutlich mehr affenähnliche Säugetiere. Da haben zuerst das Eis und dann der Mensch verhindert.

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            • Stadtmensch sagt

              “Die Projektfläche in Sussex umfasst 3.500 ha “ausgelaugtes Land”

              Man muss ja nicht gleich immer dogmatisch rangehen: “Land sharing versus Land sparing” oder “Rewilding versus 100% Kulturlandschaft”

              Was meiner Meinung nach nicht geht, ist, auf ausgelaugtem Land nochmal 300 Tiere draufzustellen, Futter einzukaufen und Gülle wegzuschaffen.
              Für “ausgelaugtes Land” (da gibt ja ein paar Parameter zur Definition) ist Kur angesagt, bis man mal wieder mit der Nutzung beginnen kann.

              Auch fand ich das Beispiel mit der Wechselweide, der gesparten Entwurmung und dem Mob-Grazing für schnelleren Dauerhumusaufbau ganz interessant.

              Ich denke man kann auf Dauer nicht mehr Wegtragen vom Land als mit vertretbarem Aufwand regeneriert werden kann und wenn sich sehenden Auges die, sagen wir Kationen-Austauschkapazität verschlechtert (Glypho) oder das Land voll ist mit Schädlingen und pathogenen Mikroorganismen, dann sollte man nicht die chemische Keule vergrößern, um wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Dann muss man mal ein paar Jährchen was anderes machen an der Stelle. PV zum Beispiel. Kann man parallel bestimmt immer noch mit Schafen oder Samenproduktion den Boden verbessern und den Etrag steigern.

              • Reinhard Seevers sagt

                “Auch fand ich das Beispiel mit der Wechselweide, der gesparten Entwurmung und dem Mob-Grazing für schnelleren Dauerhumusaufbau ganz interessant.”

                Ist immer wieder interessant, wie einfach man mit einem Satz eine “Wahrheit” ohne Nachweis unterstützt, und daraus eine neue Erzählung schafft.😳

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                • Stadtmensch sagt

                  Wieso ohne Nachweis? Hab ja auch “Nutztiere” und musste mich deswegen mit Entwurmung beschäftigen. Dabei kann man schon was lernen. Man muss nicht immer alle Empirie selber machen. Hab natürlich bevor ich das stumpfe Schwert Wurmkur zücken wollte, erstmal im Labor alles untersuchen lassen. Ergebnis: keine Würmer.

              • Thorens sagt

                “Was meiner Meinung nach nicht geht, ist, auf ausgelaugtem Land nochmal 300 Tiere… ”

                Was bitte ist die Definition von “ausgelaugtem Land”?
                Welches sind die angesprochenen Parameter?

                “…sagen wir Kationen-Austauschkapazität verschlechtert (Glypho)…”

                Ist mit Glypho Glyphosat gemeint?
                Falls ja, wie wirkt sich dessen Einsatz auf die KAK aus?

                • Thorens sagt

                  Uff- mit der umfangreichen verlinkten Lektüre bin ich für diesen Moment tatsächlich zeitlich überfordert.

                  Es soll sich auch niemand um Kopf und Kragen reden. Ich frug nur, weil einmal mehr so Schlagworte gebraucht werden, unter denen jeder etwas Anderes verstehen kann. Das dient nicht einem verständlichen Austausch, für den wir doch alle hier sind.

                  Unter einem ausgelaugten Boden versteht der Landwirt üblicherweise einen an Nährstoffen verarmten Boden. Über die Herkunft des Ausdrucks, bei der tatsächlich Lauge eine Rolle spielt, will ich mich nicht weiter auslassen.

                  Persönlich bringe ich Glyphosat überhaupt nicht in Zusammenhang mit der KAK. Aber ich weiß auch nicht Alles. Daher hätte es mich gefreut, dazu mal einen oder zwei Sätze hören zu können, um vielleicht dabei etwas lernen zu können. Sollte es tatsächlich einen Einfluss auf die KAK haben, dann müsste es sich negativ im Sinne von verschlechternd oder zerstörend auf die Tonminerale u./o. die Humusfraktion auswirken. Davon habe ich bisher noch nichts gehört, was aber auch nichts heißen muss.

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                • Thorens sagt

                  …jetzt hab ich’s doch mal überflogen. Über Auswirkungen auf den Boden und dessen Mechanismen wird in dem Skript nicht eingegangen. Mikroorganismen werden erwähnt, KAK nicht.

                  Ich würde mich wirklich freuen, wenn nicht alles in einen Topf geworfen und umgerührt wird. So etwas lesen am Ende Unbedarfte und tragen es als Erkenntnis davon. Das hilft niemandem.

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                • Stadtmensch sagt

                  Du hast jetzt nicht etwa nach KAK im Text gesucht?
                  Ich bin Laie, aber eine Vorstellung von Enzymen und deren Funktion hab ich so ganz grob. Jedenfalls sind frei verfügbare Kationen mitunter essentiell. Jedenfalls dürfen sie nicht in einem Chelatkomplex gebunden sein. Dann können sie kein Reaktionspartner mehr sein. Wenn Enzyme gezielt blockiert werden, beobachten wir erstaunlichste Veränderungen des betroffenen Organismus. Darauf basiert ja die Wirkung von Glyphosat.

                • Thorens sagt

                  Die KAK hat aber nichts zu tun mit enzymatischen Prozessen.

                  Die Kationenaustauchkapazität drückt quantitativ in cmol-C/kg Boden aus, was an Kationen an den Bodenaustauschern gebunden werden kann.

                  Man unterscheidet die effektive KAK und die potentielle KAK. Beide sind positiv korreliert mit dem Gehalt an Ton im Boden sowie mit dem Humusgehalt. Die KAK-eff darüber hinaus mit dem aktuellen Boden-pH bis etwa pH 7.

                  Sowohl die Tonpartikel im Boden als auch Humusstoffe sind an ihren Außenflächen negativ geladen. Und, du ahnst es schon, weil sich positiv geladene Kationen ganz gern einen negativen Partner suchen, an den sie sich kuscheln können, gehen die beiden eine Liaison ein. Die Anzahl an Bindungsstellen beim Ton ist relativ gleichbleibend. Die beim Humus ist abhängig vom Boden-pH: sauer –> weniger, neutral –> optimal. Leichte Böden, etwa Sand, haben sehr wenig Ton und sind in aller Regel auch nicht humusreich. Deswegen können diese eher schwachen Ackerstandorte auch weniger Kationen speichern. Je höher Ton- und Humusgehalt werden, umso besser wird die KAK, wobei organische Substanz etwa die fünffache Oberfläche bietet gegenüber Ton, der seinerseits und der Literatur nach idealerweise eine um mehr als tausendfach größere Oberfläche hat als Sand. Weit überwiegend wird das zweiwertige Calcium gebunden. 75 – 80 % ist ein guter Wert. Magnesium, ebenfalls 2-wertig, aber weniger bindungsstark, sollte nicht mehr als etwa 15 % der Belegung ausmachen. Dann noch paar Prozent Kali, bisschen Natrium, auch wenig Wasserstoff. Die Zweiwertigen, und da vor allem das Calcium, haben ein großes Plus. Nämlich ihre zwei Bindungsstellen. Damit können sie einerseits am Ton andocken, andererseits an einem Huminstoff oder an einem anderen Tonteilchen und verbinden diese so miteinander. Daraus entstehen schließlich Krümel und Bodenporen.

                  Bestimmt stimmst du mir zu, dass ich da skeptisch sein darf, ob Glyphosat tatsächlich auch auf diese Vorgänge einen Einfluss haben soll. Ich habe ein wenig ausgeholt mit meiner Beschreibung und hoffe aber dabei, damit ein wenig dazu beitragen zu können, Manchem dabei zu helfen, selbst zu verstehen, worüber er/sie/es vorher gesprochen hat.

                  Und noch etwas: Die oben beschriebenen Vorgänge im Boden werden gesteuert durch Düngung, die im Übrigen nicht ausschließlich aus dem Geben von Stickstoff und Phosphat besteht.

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                • Stadtmensch sagt

                  Danke für den Exkurs in KAK. Immer gut mal bei Bauer Willi vorbeizuschauen 😉
                  Meine Zweifel sind zwar nocht nicht ausgeräumt aber wird schon werden…

                • Thorens sagt

                  Kritisch darf man sein.
                  Zweifel sind ok, wenn sie als solche zu erkennen sind und nicht als Fakten verkleidet daherkommen.
                  :o)

      • Smarti sagt

        Sali Sabine, ich würde mich freuen, wenn Du so eine Zusammenfassung/ Anregung für unsere Region machen könntest. Ich denke, viele Landwirte machen schon solche ähnlichen Sachen, aber ohne auf die Idee zu kommen, es sich irgendwie bezahlen zu lassen…Hangweiden frei halten von zuvielen Hecken…, gleich daneben dann Hecken anpflanzen, Streuobstwiesen pflegen, Biotope anlegen und pflegen…
        mir so etwas ( zusätzlich zur Freude an der Natur ) noch irgendwie bezahlen zu lassen, das hätte schon Charme…

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        • Sabine sagt

          Kannst Du je nach Bundesland ja schon. Nur ist es halt im Moment ein unglaublicher Aufwand und …. wenn man zum Beispiel den Ernteverzicht zum Feldvogelschutz nimmt, wenig interessant. Wenn man da 1800 Euro pro ha maximal bekommt, man aber für die durchschnittlichen 7,5t pro ha den aktuellen Weizenpreis ansetzt, ist das schlicht zu wenig. Das lohnt sich dann wirklich nur bei ganz schirchen Äckern. Und, wie gesagt, es ist ein Bürokratiemonster. Das ist ne Hecke nicht ne Hecke, weil da auf 30 Metern Büsche aneinander stehen, das müssen dann auch noch bestimmte Büsche sein, und die müssen dann in einer ganz bestimmten Art und einem ganz bestimmten Rhythmus geschnitten werden und dann muss der Abstand zum nächsten Hochwald mindestens x Meter sein ….. Alles Vorgaben, die den Vögeln nicht immer helfen. Aber man hat halt Kriterien, die man prüfen kann. Wenn man das liest, weiß man, dass von denen, die das geschrieben haben, niemand jemals eine Nachtigall hat singen hören, denn mit dem Gesang einer Nachtigall im Ohr fällt einem so ein Stuss nicht ein.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Tja Sabine, die bürokratischen Vorgaben von Pflanzqualitäten, Pflanzengröße und Pflanzabstand sind sowohl der Nachprüfbarkeit, als auch der Praktikabilität geschuldet.
            Die Abstände sollen dem Pflegenden die Möglichkeit zur Unkrautbekämpfung während der Aufwuchsphase dienen, damit der Bauer nicht alles weghackt und sich bewegen kann.
            Kompensationen müssen bewässerungsfähig sein und es muss beachtet werden, dass nicht die Hälfte der Anpflanzung in den ersten Jahren eingeht,
            Es soll auch Kollegen geben, die eine vor Jahren angepflanzte Hecke sich selbst überlassen haben, der “Natur” sozusagen….und da sind die Pflänzchen einfach eingegangen. Dem will der Gesetzgeber mit praktikablen Methoden entgegenwirken. Die Diskussion um die Pflanzkriterien, mit einem Naturschützer zu führen, ist extrem anstrengend. Aber eben Teil unseres Systems demokratischer Verwaltungsverfahren…..wir sind ja schließlich nicht im Busch!

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            • Sabine Norbisrath sagt

              Ja, weil Büsche gepflanzt werden ohne eine Sekunde an das Bodengedächtnis zu denken. Wenn Du eine beliebige Fläche hier einfach in Ruhe lässt, findet Du im ersten Jahr recht “fiese” Wildstauden, die sofort den Boden besiedeln. Ackerkratzdistel, Stumpferampfer, Brennnessel, die nach kurzer Zeit je nach Lage von Brombeeren, Birke, Holler, Weißdorn und Weide abgelöst werden. Wobei die wilde Brombeere so ziemlich mit das Schlüssel-Gehölz für die Vogelwelt ist und gleichzeitig auch der Wildschutzzaun für Bäumchen. Das passiert von selber, da braucht man keine Baumschule für, das erledigen Ameisen und Vögel selber. Eine solche sich selberpflanzende Hecke ist dann aber nach unseren Bürokraten erstmal keine. Da kann man guten Willen unterstellen, dass man halt ganz schnell was in der Landschaft haben will. Ich vermute eher, dass da die totale Unkenntnis über natürliche Prozesse das Zepter schwingt. Auch wenn man unsere Naturschützer anhört, fragt man sich oft, wie der Zaunkönig überlebt hat bevor ihm der Mensch einen Zaun gebaut hat.

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  11. Thomas Bröcker sagt

    Aus meiner Sicht ist die Datenlage und Dynamik der Kohlenstoffspeicherung auf landwirtschaftlich genutzten Böden äußerst dünn und zudem widersprüchlich. Auch die Plakate der Kampagne “CO2 binden” z.B. mit 8 t/ha bei Weizen, beinhalten bei genauerem Hinsehen 7,5 t im Erntegut und nur 300 kg im Humusaufbau. Das ist für eine Imagekampagne ganz nett, aber letztlich wird der Weizen verbraucht und wieder in CO2 und andere Bestandteile zerlegt – wie das halt im Kreislauf des Lebens so ist.
    Aus der Nummer ein mit Geld belegtes “Carbon-Farming-Modell” zu machen kann voll nach hinten losgehen.

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    • Bauer Willi sagt

      @Thomas
      Wenn man sich die Diskussion “reinzieht”, kommt genau das dabei heraus.: Es ist fast unmöglich, einen wissenschaftlich haltbaren Beweis für eine Festlegung zu führen. Wurde es einmal festgelegt und wird später wieder genutzt, müsste eine Rückzahlung erfolgen. Hat der Mensch vom Thünen-Institut erläutert und die Staatssekretärin hat mit spitzen Ohren zugehört. Fazit: wollen kann man ja, aber können kann man nicht.

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