Bauer Willi
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Zukunft Landwirtschaft – Modell 1: Energiewirt

In loser Folge werde ich in den nächsten Tagen und Wochen Modelle vorstellen, wie eine Zukunft der Landwirtschaft aussehen könnte. Im Moment handelt es sich (noch) um theoretische Denkmodelle. 

Mit der Erzeugung von Nahrungsmitteln lässt sich der Klimawandel nicht stoppen. Unsere Zukunft liegt deshalb nicht länger in der Land-, sondern in der Energiewirtschaft. Schon immer haben wir Landwirte flexibel auf die Anforderungen der Gesellschaft reagiert. Und Ernährung wird sowieso total überbewertet.

Mittlerweile dürfte es dem Letzten klar sein: der Klimawandel ist Realität und wir müssen schnellstens etwas unternehmen. So wie es jetzt läuft, kann es nicht weitergehen. Das haben wir Bauern dank Habeck, Lemke und Özdemir auch verstanden. Auch unsere Berufs- und Interessenvertretungen, die für uns in der Zukunftskommission Landwirtschaft gesessen haben, sind der Meinung, dass die Landwirtschaft einer Transformation unterzogen werden muss. Und genau das sollten wir Landwirte jetzt in die Realität umsetzen.

Laut Klimaschutzministerium sollen 2% der Landfläche Deutschlands für die Aufstellung von Windkraftanlagen (WKA) genutzt werden. Das bietet uns Landwirten die Möglichkeit, auf unseren Flächen solche WKA´s zu errichten.

Neben der Windkraft ist auch die Energie über Photovoltaik (PV) eine wichtige Energiequelle. Deshalb werden wir Bauern auf unseren Wiesen, Weiden und Äckern Photovoltaik-Module aufstellen. In den Reihen zwischen den Modulen werden wir Rohstoffe für Biogasanlagen (BGA) gewinnen, denn mit dem erzeugten Methan haben wir eine speicherfähige Energieform, die sowohl in der Mobilität als auch für Strom und Wärme genutzt werden kann. Alternativ werden Blühwiesen angelegt als Habitat für zahlreiche vom Aussterben bedrohte Pflanzen– und Tierarten.

Neben der Umwandlung unserer Felder in Solarparks werden wir auch Energiepflanzen anbauen. Besonders bieten sich Mais mit einem Ertrag von 34.000 bis 52.000 kWh pro Jahr und Hektar an sowie Chinaschilf mit einem Ertrag von 57.000 bis 118.000 kWh pro Jahr und Hektar. Mais kann zu Bioethanol verarbeitet werden, Chinaschilf zu Heizpellets.

Für den Betrieb von Traktoren macht der Anbau von Pflanzenölen Sinn. Die Motoren sind da, es bedarf lediglich einiger rechtlicher und steuerlicher Aspekte, die aber leicht zu verändern sind.  Überschüsse können an Diesel-Fahrzeuge (LKW, Lokomotiven…) abgegeben werden.

Die Tierhaltung gilt als Verursacher für klimaschädliche Emissionen aus der Landwirtschaft. Daher sollten die tierhaltenden Landwirte, so bitter das auch für den Einzelfall ist, aus der Tierhaltung komplett aussteigen. Da die Gesellschaft die Tierhaltung in zunehmendem Maße ablehnt, ist die Finanzierung dieses Ausstiegs eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die freiwerdenden Futterflächen werden aufgeforstet, weil so das schädliche CO2 gebunden wird. Für jede Tonne des gebundenen CO2 wird der vierfache Betrag des Preises eines CO2-Zertifikates ausgezahlt.

Fazit:

Die Tierhaltung wird abgeschafft. Grünland wird aufgeforstet, oder, im Falle von Moorflächen, wiedervernässt. Auf den Ackerflächen werden Windkraftanlagen aufgestellt, möglich ist ein Windrad pro Quadratkilometer (= 100 ha). Zwischen den WKA´s werden PV-Anlagen errichtet und/oder Energiepflanzen angebaut.

Damit die Landwirte diese Transformation vom Nahrungsmittelerzeuger  hin zum Energieerzeuger schaffen können, wird dies durch Kredite der KfW finanziert. In keinem Fall werden die Flächen an Konzerne verpachtet. Schließlich sind wir Land-Wirte, die mit unserem Land Wirtschaft betreiben.  Zum Wohle der Menschen, des Klimas und der Natur.  Denn Deutschland ist dann nicht nur klimaneutral, sondern sogar klima-positiv. Als vermutlich erstes Land weltweit.

Und weil unser Land so groß ist, können wir – nach der abgeschlossenen Transformation –  sogar noch Energie exportieren. Wir sind ja schließlich eine Exportnation.

 

Zum Thema passt auch dieser aktuelle Artikel der FAZ, der unter anderem davon berichtet, dass ein “Solarpark”  von 155 ha genau über dem Acker errichtet wird, auf dem die Grundlage für die Bodenbewertung einst festgelegt wurde. Dieser Acker hat 100 Bodenpunkte´.

https://zeitung.faz.net/fas/wirtschaft/2022-01-23/2c7d92cb5b34e1327b0ad202a99de216/

 

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61 Kommentare

  1. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Eben in der NDR Talkshow hatte C.Rach,der ungelernte Koch mit Studium,gesagt:
    Essen ist nicht politisch!
    Aber Fleisch essen wir doch zu viel und wir werfen viel zu viel weg!
    Das Milchbauernehepaar Johannsen durfte ihre Heumilch vorstellen.
    Sehr sympathisch,die beiden!
    Da werden sich morgen die Bestellungen vervielfachen.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Einfache Lösung Hans: In der Pandemie ist nachweislich kein Deutscher verhungert.
      Wenn nun alle Restaurants und Außerhaus -Essen geschlossen werden, dann ist automatisch der Fleischkonsum und ein großer Teil der Verschwendung gesenkt worden.
      Kann so einfach gelöst werden…..will keiner? Ok, dann muss der etisch-moralische Diskurs weitergehen und der Nutztierhalter kann sich weiter selbst kasteien und mit dem Büßergewand durch die Lande ziehen, derweil das Volk auf der Restaurantterrasse sitzt und ihm fröhlich zu winkt….

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    • Inga sagt

      Um Milch herzustellen, fällt eine gewisse Menge Fleisch an.
      Wo sollen wir damit hin?
      Schrättern wie die Hähnchen?

      • Reinhard Seevers sagt

        Inga, Kuh-Milch ist bäääh….Hafermilch ist deren Alternative. Keine Kuh = kein Fleisch= keine Milch = kein Methan = kein Nitrat…..hast du es noch nicht mitbekommen?
        Die Welt wird nur gerettet, wenn das Fleisch weg ist. Die Kreuzfahrtschiffe fahren nur noch mit Biosprit durch die Weltmeere und die Passagiere haben ein gutes Gewissen.
        Die Anzahl Kreuzfahrtschiffe steigt weiter…let´s have fun!

        Und Hähnchen werden durch Tofu and friends ersetzt.

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        • Inga sagt

          Das ist unserer Ökologie viel zu einseitig!

          Wir wollen uns doch ökologisch ernähren, oder?

        • Inga sagt

          Dann hat ja die Dame von einer NHO recht, die mich vor Jahren mal verfolgt hat, als ich ihren Stand verließ.

          Sie redete mir ein, dass wir keine Kühe mehr halten sollten, wegen Tierqual oder Hafermilch, weil ich nicht mehr, wohl wegen Tierqual und den weggenommen Kälbchen nach der Geburt.
          Sie lief als hinter mir her und wollte mich überzeugen, aber sie ließ kein Argument von mir zu, dann belästigte sie mich mehrmals heftig mit der Frage, ob ich einer Kuh schon mal in die Augen geschaut habe, sie ließ mich nicht antworten, also hat sie auch nicht erfahren, dass ich mit Kühen und Kälbchen aufgewachsen bin.
          Als ich dann fragte

          wie wir unsere Babys und Kleinkinder ohne Milch füttern wollen,
          da lenkt sie ein , na ja so ein paar ‘Mutterkühe habe ich ja auf der Weide schon mal gesehen, wo die Kälbchen bei waren.
          Dass die mit Babynahrung weniger zu tun haben, kapierte sie nicht und ließ mir keine Zeit ihr das zu erklären!

          Jedenfalls war sie mit Mutterkühen einverstanden, aber die dürfen nicht geschlachtet werden, meinte sie,
          und wo sollen sie hin wenn sie alt sind und keine Milch mehr geben können? ‘In den Wald jagen? Konnte ich sie noch fragen.

          Sie antwortete “Ja”
          Ich rief im Gehen, da finden sie sich ja so wunderbar zurecht!
          Das ist dann Tierqual!

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        • Smarti sagt

          Vielleicht wäre das die Lösung… Tierhaltung ( zumindest die “Abgabe der tierischen Produkte” ) halbieren und gleichzeitig mit den NGOs zusammen die Grenzen bewachen, damit kein Tierleid unkontrolliert reinkommt.
          Ein Jahr Probezeit und dann wird abgestimmt.
          Das fordern von der Politik, lauthals. Die Medien werden uns helfen :).

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    • Mark sagt

      Interessant wäre, zu erfahren, wieviel Euronen der Nabu für die Beisteuerung seiner “Expertise” erhalten hat!

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      • Reinhard Seevers sagt

        Mark, das kann der Nabu auch kostenlos erstellt haben. Dieses Papier kann so in verantwortlichen und ordnungsrechtlichen Institutionen leicht als Handlungsrahmen aufgenommen werden, da es ja noch nichts rechtlich Verbindliches gibt. Es ist eine win-win Situation geschaffen, die die Solarbranche und den Naturschutz koppelt, an sich bindet.

        Auszug aus dem Pamphlet, 5. Betrieb:
        …”Durch den Verzicht von Pestiziden, Herbiziden und
        mineralischem Dünger entsteht der entscheidende
        naturschutzfachliche Wert von PV-FFA.

        DIE ENTWICKLUNG DES NATURHAUSHALTS AUF DER ANLAGENFLÄCHE SOLLTE MIT EINEM GEEIGNETEN BETRIEBSBEGLEITENDEN LANGZEIT-MONITORING REGELMÄSSIG DOKUMENTIERT WERDEN.

        ….und hier hat dann der NABU seine Hände wieder im Spiel…

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      • Andi sagt

        Aber Mark, einfach nur mal freundlich anfragen. Mit der gleichen Selbstverständlichkeit, mit der sie meinen unsere PS-Maßnahmen abfragen zu dürfen und zugestanden bekommen, werden sie sicherlich verstehen, dass wir dieses Recht der Abfrage auch für uns beanspruchen. Der Nabu ist doch ein seriöser Verein, der hat doch nichts zu verbergen.

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        • Thomas Bröcker sagt

          Der NABU rückt keine Informationen heraus, bei denen deren Erzählungen sich nicht bestätigen. Bei mir aktuell:
          Wildbienenmonitoring 2016-2018 – keine Daten greifbar bis auf einen öffentlichen Vortrag 2016 (es wurden viele seltene und mehrere “Rote Liste” Arten gefunden)

          Vogelmonitoring 1995 versus 2015 – keine Daten greifbar, bis auf einen öffentlichen Vortrag 2016 ( es wurden 1995 85 Arten und 2015 95 Arten nachgewiesen)

          Untersuchungen krautige Flora auf unseren Stilllegungen 2016 keine Veröffentlichung verfügbar, nur ein internes Papier des NABU (es wurden auf einer Fläche von 3 ha 95 krautige Pflanzen und Gräserarten gefunden)

          Mit solchen Untersuchungen und der Öffentlichkeitsarbeit des NABU ist das wie mit den im Moor versenkten geopferten germanischen Jungfrauen: Du siehst sie kurz als schöne Erscheinung im Morgennebel und schwupps, sind sie im Moor verschwunden.

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      • evo.... sagt

        Ich sehe ne gewisse Wahrscheinlichkeit, dass der NABU selber eine Solarfirma betreibt und beim BSW Mitglied ist. Hab aber auf die Schnelle nix gefunden.

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  2. Ostbauer sagt

    Vielleicht kann man ja zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
    Flächen zur Energieproduktion zu nutzen und damit der Nahrungsmittelproduktion entziehen und damit das Angebot knapp halten?!
    Denn eins hab ich in der Marktwirtschaft bis zum Erbrechen gelernt: Nur was knapp ist, ist auch gut und teuer.
    Den Shitstorm von allen Seiten müssen wir dann allerdings auch aushalten. Aber wir sind ja Sturmerprobt.

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    • Smarti sagt

      Ostbauer, wer sagt denn, dass man als Bauer gleich die Lebensmittelproduktion hinschmeissen soll ? Transformiere einfach Deine Tierhaltung. Zum Beispiel 20 Legehennen in einem Strohstall mit Auslauf. Ganz wichtig: kein Metall, das gibt unschöne Bilder.
      Und schon bleibst Du ein Lebensmittelerzeuger.

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    • Arnold Krämer sagt

      Der NABU liefert die Gründe (siehe oben). Da muss der Bauer doch keine Skrupel haben.

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    • Inga sagt

      An dem Shitstorm hat übertrieben gesagt
      Mein Opa schon den Schnuller verschluckt

      Wie war das, als die verschiedenen Flächenstillegungsprogramme in den 80igern kamen?

      Wie war es, als man dann drauf Energiepflanzen abbaute?

      Wie war das, als die Bauern da. 20% ihrer Fläche für Hafer für ihre Ackergäule besäßen müssten? War der keine Energiepflanze?

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  3. Christian Bothe sagt

    Für mich ist die ganze Energiewende technischer Unsinn und die Diskussion darüber wie diese in der BRD und EU geführt wird vollkommen überzogen. Der Green Deal, Farm to fork etc. sind vollkommen überflüssig und die CO2 Bepreisung eine reine Abzocke und für unsere Volks-und Landwirtschaft schädlich! Warum? Die LW ist der einzig CO2 verbrauchende Wirtschaftszweig.Erneuerbare Energien im Mix mit konv.Energieproduktion ist der einzig richtige Weg, um Klimaneutralität 2050 oder irgendwann zu erreichen. Die EU-Taxonomie ist richtig und nur so geht’s!Was können wir in der LW?Bioäthanol, Rapsöl,Biodiesel sind zukunftsfähige Kraftstoffe.Diese im Mix mit fossilen Kraftstoffen erhalten 48Mill. Verbrenner und 1Milliarde weltweit.Später dann der Ersatz durch E-Fuels und Re-Fuels und H2! E-Mobilität wird eine Nische bleiben!Was die Energieversorgung mit PV und Windmühlen betrifft, favorisiere ich PV auf Dächern.Habe 2001 2000m2 Solarpanele auf Dächern montieren lassen.Auf LN zu installieren,ist ein Skandal und hat mit LW nichts zu tun.Genauso verwerflich sind angedachte Windmühlen im Wald. Haben wir momentan ein Stromproblem?Nein! Also sollten wir einen gesunden Mix von konv. und erneuerbaren Anlagen betreiben.Dazu gehört auch noch Kohle,AKWs,Wasserkraft,Gas usf.,diese haben nämlich die Versorgung mit Energie 2021 gesichert u.a.gesichert!
    Oezdemir und Co.werden‘s noch begreifen, das man mit grüner Ideologie und Phrasendrescherei keine LW und Volkswirtschaft gestalten kann…

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  4. evo.... sagt

    Gestern Abend ging es bei “Jetzt red i” auch um das Thema.

    https://www.br.de/mediathek/video/jetzt-red-i-02022022-oeko-strom-ja-bitte-aber-zu-welchem-preis-streit-um-die-energiewende-av:61b74952c13f38000777bc96

    Der Energie-Bauer hat u. a. gesagt, dass die Stromnetze momentan nicht ausreichen würden. Die sind dafür ausgelegt den Strom von zentralen Kraftwerken in die Fläche zu transportieren. Mehr dezentraler Strom wäre nicht mehr zu transportieren.

    Wind und Weide wäre ja theoretisch möglich. In Norwegen sollen allerdings die Rentiere vor den Anlagen flüchten.

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  5. Obstbäuerin sagt

    Jetzt haben wir eine Mischung aus »Der süße Brei« und »Zauberlehrling«. Wenn die Entwicklung sich selbst verstärkend in Gang setzt (hat sie wohl schon) dann wird das kaum noch aufzuhalten sein. Die Aufgabe der Lebensmittelkontrolle muss in diesem Zusammenhang auch neu definiert werden – dann geht es nicht mehr um eventuelle Belastung oder Einhaltung der Auflagen sondern um Einhaltung der begrenzten Lebensmittelrationen.

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  6. Rolf sagt

    Bin als ehemaliger Milchbauer und aktiver Ackerbauer in MV leider nach den Preis Eskapaden der letzten 10 Jahre desillusioniert als regionaler Welt Ernährer Mit einem realen Angebot auf meinem Schreibtisch für 32 ha PV für 25 Jahre Pacht in Summe 2,1Mio Euro kann ich kaum anders handeln als ok zu sagen. Das verdient keine Frucht auch in Bio als Reingewinn. Selbst bei momentanen 60 Euro für 1 dt Raps

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    • Christian Bothe sagt

      @Rolf.Hoffentlich haben Sie richtig als Landwirt entschieden…Die Entwicklung wird nach der Taxonomie eine andere werden! Und ob die Bebauung von LN richtig ist, bezweifle ich, auch wenn es „wirtschaftlich“ sein sollte?Landwirtschaftlich ist es nicht…

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  7. Dorfmensch sagt

    Der Landwirt als Energiewirt. Das hatten wir schon einmal und war damals (politisch bedingt) nicht sehr erfolgreich. Ich würde es verstehen, wenn viele Landwirte auf Energieerzeugung umstellen würden, da es ja um das Fortbestehen der Betriebe geht und regelmäßes Essen in Deutschland offensichtlich nicht mehr die große Rolle spielt und dieses durch die Landwirte völlig überbewertet wird.
    Die Windenergieerzeugung ist natürlich (aus Sicht der landwirtschaftsfernen Grünen*innen und Linksorientierten) ein Teil der Guten der Gesellschaft. Triebfeder ist neben einem guten Gefühl natürlich auch wirtschaftliches Interesse der Energiewirtschaft. Interessant wäre zu wissen, wie eine finanzielle Kalkulation der WKA unter Berücksichtigung staatlicher Zuschüsse aussieht. Ich habe hier den Verdacht, dass die Landwirte nur mit Almosen abgespeist werden und andere den großen Reibach machen.

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    • Thorens sagt

      Och, das ist doch heute schon so.

      Den Strom, den der dezentrale Energieerzeuger nicht selbst verbraucht, darf er, bei neu errichteter Anlage, 20 Jahre lang für ca. 7 €ct je kWh einspeisen, die er vom selben Netzbetreiber gezahlt bekommt, der diesen Strom für das Vier- bis Fünffache weiterverkauft. Die heute noch enthaltene EEG-Zulage im Strompreis, einst geschaffen zur Mitfinanzierung alternativer Energieerzeugung bei damals noch viel teureren Anlagen und viel höheren Einspeisevergütungen, wäre eigentlich längst obsolet, wird aber aktuell noch immer einkassiert. Gerade profiliert sich Herr Lindner mit der um 6 Monate früheren Abschaffung als geplant. Applaus, Applaus…

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      • Karl Timme sagt

        Thorens, mit 7 ct sind Sie doch noch gut bedient.
        Mein Stromversorger kauft den Tagstrom für 6,5 ct und den Nachtstrom für 5,4 ct Brutto ein.
        Dazu kommen dann die Netznutzung, EEG-Umlage (mit 6,5 ct Netto der größte Posten), Offshore-Umlage, KWKG-Aufschlag, §19-Umlage, Konzessionsabgabe, Stromsteuer und Abschalt-Umlage plus 19% UST. Ergibt dann zusammen 18,57 ct/kWh!

        Sie müssen eigentlich froh sein, das Sie nicht für Ihren selbst verbrauchten Strom diese Abgaben bezahlen müssen.

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        • Thorens sagt

          Nun, zumindest auf die Umsatzsteuer trifft dies zu beim selbst verbrauchten Strom, wie Sie vielleicht wissen.

          Und eigentlich bin ich auch ganz froh. Nicht wegen der 7 ct sondern, weil ich ein klein bisschen weniger abhängig bin. Ich will das Ganze weiter ausbauen, um mich einer Insellösung so weit als möglich nähern zu können.

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  8. Marian E. Finger sagt

    Ob nun Energiepflanze oder PV oder Windkraft, vielleicht lässt sich als Energiewirt ja wirklich mehr Geld verdienen denn als Landwirt, der Nahrungsmittel produziert. Wenn die Flächensubventionen in Subventionen für Ökoleistungen umgewandelt werden, könnte die Umsattlung auf Energiewirt sich doch womöglich tatsächlich rechnen. Vielleicht gibt es auch weniger staatliche Kontrollen und weniger Verwaltungsaufwand. Zudem muss der Energiewirt sich nicht länger vom LEH erpressen lassen.

    Den Landwirten wird vorgeworfen, dass sie jährlich einen Umweltschaden von 90 Milliarden € verursachen sollen. Ein Energiewirt hingegen tut etwas für die Umwelt. Die ganze schlechte Presse, die die Landwirtschaft hat, fällt mit einem Schlag weg. Der Energiewirt kann sich all die Argumente der NGOs zu eigen machen.

    Die Energiepreise gehen durch die Decke und die Kostensteigerungen werden entsprechend auf den Endverbraucher umgelegt. Was bei Lebensmitteln nicht durchsetzbar ist, scheint bei Energie ganz selbstverständlich zu sein.

    Gut, da sind viele Fragen offen, aber das Umsatteln auf Energiewirt scheint doch eine ernstzunehmende Option zu sein. Oder täusche ich mich da?

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    • Mark sagt

      Das Umsatteln auf Energiewirt ist ja nichts neues. Das hat Frau Künast schon 2004 propagiert.
      https://renewable-carbon.eu/news/interview-mit-knast-landwirte-mssen-knftig-auch-energiewirte-werden/
      Als die Bauern dies dann machten und auf die Energieproduktion setzten, wendete sich das Blatt fast über Nacht. Die Grünen faselten plötzlich was von Vermaisung, die Kirchen brachen die scheinheilige Tank oder Teller Diskussion vom Zaun und die Ökonomen stellten Bioethanol ein derart schlechtes ökonomisches Zeugnis aus, dass bereits fertig gestellte, großtechnische Bioethanolanlagen nie in Betrieb gingen. Kann man es, angesichts dessen, den Bauern verargen, dass sie dem Ganzen jetzt misstrauisch gegenüber stehen?

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      • Bauer Willi sagt

        Einfach machen! Für den, bei dem es passt.
        Und zu Bioethanol: Schaun Sie mal bei Südzucker vorbei (Crop Energies)

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        • Christian Bothe sagt

          Bioäthanol ist eine effektive und nachhaltige Sache!Nebenprodukt Protigrain ein Eiweißfuttermittel! 1ha Mais assimiliert CO2 von 60000km Autofahrt…

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      • Lady sagt

        Mark schreibt:
        “Kann man es, angesichts dessen, den Bauern verargen, dass sie dem Ganzen jetzt misstrauisch gegenüber stehen? ”
        Nein, ganz sicher nicht. Und vermutlich ist es auch so, dass “später” die Umnutzung als Solarpark wieder als Beispiel für die Abzocke der Bauern herhalten muss.
        Aber lieber mit einem ordentlichen Einkommen an den Pranger gestellt werden als für einen Hungerlohn wie es jetzt der Fall ist.
        Jedenfalls muss aus meiner Sicht niemand Skrupel haben, wenn es zum Betrieb passt. Bei einem 100er Boden vermutlich eher nicht…
        Den Vertrag würde ich allerdings überprüfen lassen von einem Profi, nicht dass da Risiken enthalten sind, die auf den ersten Blick nicht zu erkennen sind.

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  9. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    “Hab letzten Freitag die erste Beratung hinsichtlich Agrar-PV eingeleitet…..”

    Ich hatte einen Investor angefragt,ob er Interesse an einer Fläche für PV hätte und bekam einen Anruf aus dem sehr zahlungskräftigen Ausland.
    Jetzt hadere ich,die hier dominierende Partei anzufragen.
    Die reden immer so viel,aber sagen nix aus!

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    • Reinhard Seevers sagt

      “Sie wollen den Ertrag Ihrer Freifläche langfristig steigern ?
      Jetzt Ihr Land für die Errichtung eines Solarparks verpachten.
      Jährlich bis zu 4.000 EUR Pacht pro Hektar für die nächsten 40 Jahre sichern!”

      Werbeslogan eines großen global (angeblich) agierenden PV- Projektierers….
      Ich würde ja die Hälfte des Gesamtertrages im Voraus verhandeln, dann können sie loslegen! 😀

      • Bauer Willi sagt

        Aber bitte den Inflationsindex nicht vergessen. In wenigen Jahren sind 4.000 € nichts mehr wert….

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        • Reinhard Seevers sagt

          Ach Shit, das sagst du was…..ich muss dringend die Honorare anpassen, hab ich seit 5 Jahren nicht gemacht…danke für den Hinweis! Inflation, siehste, da war doch was….😮

  10. Thorens sagt

    Nun, so ein bisschen Energie werden wir dann bestimmt auch noch importieren müssen im dunkeln, kalten Winter und wenn kein Wind weht, aber das könnte ja durch die dann möglichen Energieexporte in Summe aufgefangen werden. Hinsichtlich der milderen Winter kommt uns der Klimawandel sogar entgegen dabei.

    Häuslebauer werden sich nach größeren Grundstücken umschauen müssen, denn schließlich wird nun ein entsprechend großer Garten gebraucht, um die Familie satt zu bekommen. Den gescheit bewirtschaften zu können, lässt sich aber wohl nicht mit zwei Vollarbeitsplätzen in der gewerbliche Wirtschaft vereinbaren. Und wenn sowieso immer einer daheim ist, brauchts auch keine Betreuungseinrichtungen für die Kleinen, was den heute in diesem Bereich Beschäftigten ermöglicht, sich selbst um den eignen Garten zu kümmern. Damit das gelingt, müssten die Preise für die dann notwendigerweise deutlich größeren Grundstücke natürlich da hin, dass sich der dann oft Einzelverdiener das auch leisten kann. Im Sinne der Transforamtion wäre es da doch schon mal ein wichtiger erster Schritt für die gute Sache, die Grunderwerbsteuer ersatzlos zu streichen, was den Grundstückskauf vergünstigt.

    Eine Mietwohnung bekommt nur noch derjenige, der einen entsprechenden Flächennachweis vorlegt über eine selbst bewirtschaftete Parzelle, in der Größe ausreichend, um die Anzahl der Personen im Haushalt davon versogen zu können. Die muss sich natürlich im unmittelbaren Umfeld der zu beziehenden Wohnung befinden, denn sonst ist es ja wenig sinnvoll.

    Und wenn es für den Unverbesserlichen doch einmal ein Steak sein soll? Kein Problem. Das kommt dann aus Argentinien von glücklichen Pampa-Rindern, die in ihrem Leben nichts anderes als Gras gefressen haben. Hierher transportiert wird das Fleisch mit einem Teil unseres Energieüberschusses. Das klappt allerdings nur so lange, wie der Argentinier die Pampa nicht auch als Standort für die Energiegewinnung entdeckt.

    Warum eigentlich nicht?

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    • Smarti sagt

      Genau meine Denke :). Für die Gärten der Stadtbewohner nimmt man die Parkplätze, Parkhäuser und ein Teil der Strassen. Das Lastenfahrad braucht nicht soviel Platz. Für die empfindlicheren Pflanzen eignet sich sowiso eher der Indoor-Anbau, also direkt ein bis zwei Zimmer reservieren.

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      • Thorens sagt

        Empfindlichere Pflanzen?
        Was mit den hiesigen Klimabedingungen nicht zurecht kommt, das gehört hier auch nicht auf den Tisch. Wie hätten denn unsere Vorfahren sonst überlebt?

        Frag mal Herrn Hofreiter, was der davon hält, Zimmer zu beheizen, die nicht dem menschlichen Aufenthalt dienen.

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        • Smarti sagt

          Thorens, Jetzt sei mal nicht so kleinlich, schliesslich liefern wir Bio-Biogas aus Freilandhaltung, klimafreundlich, glücklich und gesund…

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          • Thorens sagt

            …hmmm, irgendwas übersieht man halt immer.
            Das freilaufende Biogas hatte ich tatsächlich nicht bedacht. Danke für deinen Hinweis.

            In meiner Jugend, vor bald hundert Jahren, und nicht so lange nach der Energiekrise der 70er, hatte ich einen der damals so beliebten Ansteckbuttons. Auf dem stand “save gas, fart in a money box”.
            Heute wieder aktuell.

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      • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

        “Für die Gärten der Stadtbewohner…”

        Dann musst du denen aber Kurse geben,sonst verhungern die.
        Ich kann nur mit Schweinen,die geben keine Widerworte.

        • Thorens sagt

          …siehste, schon entstehen neue Arbeitsplätze für die Berater, die die Landwirtschaft dann ja nicht mehr braucht. Hat ja keiner gesagt, dass das Ganze billiger wird, nur weil sich der Verbraucher nun selbst um die Produktion seines Futters kümmern muss.

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      • Thorens sagt

        Solche Anlagen hatte ich damals nicht zu Gesicht bekommen, als ich dort war. Ist aber auch schon ein bisschen her. Die Enstanzia, auf der wir ein paar Tage waren, ziemlich draußen und fernab jeglicher öffentlicher Versorgung, existierte von der klassischen Rinderhaltung in der Pampa. Das Vieh war das ganze Jahr draußen und musste lediglich die zwei- bis dreimalige Instektizid-Behandlung im Jahr gegen die Hautparasiten erdulden. Zweites Standbein war die Zimmervermietung an Touristen incl. Familienanschluss. Der Einzylinder-Diesel, der den Stromgenerator antrieb, war ein deutsches Fabrikat aus den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts und tat einfach seinen Dienst. Wenn das nicht nachhaltig ist.

        Aber dann kommen die Steaks ja besser auch nicht aus Argentinien, wenn das Verlinkte heute dort der Standard sein sollte.

  11. Smarti sagt

    Wichtig für Bioverbände: nicht verpassen, diese Energieanlagen auch richtig (geldbringend) zu zertifizieren. Noch ist längst nicht alles Biogas “bio”, und bei einem 30 % Bio-Ziel bis 2030 müsste da Geld vorhanden sein.

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  12. Smarti sagt

    Dein Text passt hervorragend zum Thema gestern bei Lanz. Der hat nämlich den Cem minutenlang gedrängt, “zuzugeben” dass mit den “angedachten Gesetzesänderungen in der Tierhaltung” der Fleischpreis steigt. Cem hat sich gewunden und was von “über Steuern bezahlen”, erhöhte Mehrwertsteuer, höchstens ein paar Cent mehr… gefaselt.
    Bei den Energiepreisen bestehen diese Skrupel nicht.
    Und ohne Lebensmittel interessieren uns schliesslich auch die Lebensmittelpreise nicht mehr.
    Bei uns auf dem Hof herrscht diese sarkastische Stimmung schon länger – und wir lachen oft.

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  13. Picard sagt

    Willi, du schreibst das Sarkastisch, ganz klar! Aber: Wenn es so 1 zu 1 umgesetzt werden würde, was wäre schlimm daran? Ganz ehrlich. Ist doch letztendlich egal wo dein Lebensunterhalt herkommt. Und verhungern wird zumindest der Landwirt nicht, denn sonst trüge er seinen Namen zu Unrecht.

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    • Bauer Willi sagt

      Ihr sprecht alle von sarkastisch. Mag so klingen, ist aber nur eine konsequente Umsetzung der Klimaschutz-Vorstellungen dieser Bundesregierung. Und “schlimm” ist daran nichts. Wenn man mit einem Hektar Erneuerbare Energie 4.000 € verdienen kann, wer redet denn dann noch von moralischen Skrupeln?

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      • Smarti sagt

        Gilt die Tierzahl dritteln und auf Bio umstellen auch als konsequente Umsetzung ? Also ich finde ja, jetzt muss ich nur noch die moralischen Skrupel abstreifen. Dabei könnte das viele Geld, dass uns für die nächstes Jahr versprochen wurde, helfen.
        Solaranlage ist einfach… wir kriegen schliesslich monatlich irgendwelche Prospekte und Angebote… und kosten sollen sie auch fast gar nichts mehr :).

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        • Reinhard Seevers sagt

          “Solaranlage ist einfach… wir kriegen schliesslich monatlich irgendwelche Prospekte und Angebote… und kosten sollen sie auch fast gar nichts mehr :).”

          Die Projektierer stehen Gewehr bei Fuß. Wer sich jetzt nicht beeilt, der bekommt die Nachfrageproblematik zu spüren und muss lange warten und viel Geld in die Hand nehmen…..Gott mit uns….oder wie andere sagen: inschalah

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          • Altbauer Jochen sagt

            Noch liegt die Planung bei den Gemeinden (F-Plan B-Plan)
            zumindest in Schleswig -Holstein
            Die Gemeindevertretungen müssen sich sputen
            VOR das Problem zu kommen um die Entwicklung zu lenken
            um nicht von Vattenfall u.Konsorten überrollt zu werden.
            Ich denke man sollte sich hier so wie bei Windkraft
            auf eine prozentuale Flächenausweisung je Gemeinde verständigen.
            Sonst fliegt uns die Geschichte um die Ohren,-es ist doch gerade
            am explodieren. Ich verstehe alle Berufskollegen die den Verlockungen
            nicht widerstehen können aber wenn jeder machen kann was er will
            verlieren wir alle. Und jegliche Akzeptanz der Bevölkerung dazu !
            -So, ich bin als “Alter” ja vielleicht etwas konservativ aber das ist meine Ansicht

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  14. Heide sagt

    Ich bin gespannt auf die vielen, vielen Bürgerinitiativen, die sich gründen werden, um gegen die Errichtung von Windkraftanlagen, PV und BGA zu agieren. Unterstützt werden die dann tatkräftig von den üblichen NGOs.

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    • Smarti sagt

      NGO gegen NGO – auf diesen Krieg bin ich gespannt – eigentlich können die dann gar nicht anders, als ihre jetzigen Behauptungen als Lügen zu entlarven…
      Ich freue mich drauf.

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  15. Reinhard Seevers sagt

    Willi, etwas sarkastisch und zynisch, aber richtig! 😎

    Du hast es endlich verstanden! (Achtung Ironie) und wir alle werden diesem von 80% der Bevölkerung gewünschten Wende entsprechen.
    Hab letzten Freitag die erste Beratung hinsichtlich Agrar-PV eingeleitet…..
    Alle Bürger der betreffenden Gemeinde werden sich freuen, dass die Welt nun direkt vor ihrer Haustür gerettet wird, hoffe ich, weiß ich, wird von der Politik so gesehen!
    Alles wird gut!

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