Autor: Bauer Willi

Bericht vom Feld 12. April 2023

Wir haben uns ja Regen gewünscht. Seit Anfang März sind es bei uns jetzt 120 mm. Der Boden ist jetzt bis in 2 Meter Tiefe aufgefüllt. Zumindest bei uns. Hier die Grafik des DWD Bodenfeuchteviewer Das ist ja wirklich gut und haben wir uns gewünscht. Allerdings kommen wir im Feld nicht weiter. In den letzten Jahren hatten wir zu diesem Zeitpunkt schon viel mehr getan. Derzeit warten wir im Rheinland vor allen Dingen darauf, dass wir mit der Rübensaat beginnen können. Wir müssen allerdings vorher noch organischen Dünger ausbringen und deshalb mit der Befahrbarkeit etwas länger warten. Von Berufskollegen in Hessen weiß ich, dass dort noch die Frühjahrssaaten wie Ackerbohnen und Hafer immer noch nicht im Boden sind. Mein Bio-Nachbar hier im Ort hat die Ackerbohnen schon in der Reihe stehen, allerdings kommt er mit der Hacke nicht auf den Acker und das Unkraut wächst auch weiter. Übrigens macht das Striegeln, sofern es überhaupt möglich ist, auch wenig Sinn, weil die Unkräuter gleich wieder anwachsen. Jetzt hoffen wir im Rheinland darauf, dass es zu Beginn …

Medien-Irrtum: Arktis eisfrei

Im Jahr 2007 hat die TAZ vorhergesagt, dass die Arktis im Jahr 2022 eisfrei sein könnte https://taz.de/Klimawandel/!5195497/ Wie wir heute wissen, ist dies nicht der Fall. Überhaupt sollte man der TAZ nichts glauben. Jetzt wird vom FOCUS das Jahr 2030 genannt. https://www.focus.de/wissen/klima/ist-die-arktis-2030-eisfrei-polarforschung_id_2773312.html Einer hat aber aufgepasst: Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

Liebe SVLFG, warum nur Bio?

Liebe Pressestelle der SVLFG, euer Magazin LSV Kompakt lese ich gerne. Jetzt bin ich von einer Berufskollegin darauf aufmerksam gemacht worden, dass ihr in der Ausgabe 1_2023 auf der Kinderseite (S. 26)  ein Rezept für einen Möhren/Apfel-Rohkost-Salat abgedruckt habt. Das ist eine gute Sache, denn wir alle wollen uns gesund ernähren. lsv_kompakt_1_2023_web(2) Bei der Auswahl der Zutaten habt ihr jedoch ausschließlich Bio-Möhren und Bio-Äpfel genannt. Das ist blöd, denn in unserem Garten haben wir die nicht, da wird gespritzt. Allerdings kann ich Ihnen aus 68 Jahren Selbstversuch die frohe Botschaft mitgeben, dass ich die konventionellen Äpfel und die konventionellen Möhren bisher gut vertragen habe. Unsere Bürgerstiftung verteilt seit vielen Jahren im Winter jede Woche Möhren und Äpfel aus konventionellem Anbau an die Schulen vor Ort. Wir wollen das auch weiterhin tun. Meinen Sie, dass das in Ordnung ist? Können Sie mir sagen, warum der Salat nur mit Bio-Äpfel und Bio-Möhren gemacht werden kann? Mit freundlichen Grüßen und in Erwartung einer Antwort, die ich dann gerne den Lesern meines Blogs (www.bauerwilli.com) weitergeben will Ihr Bauer Willi …

Stadt-Land , Elite-Volk , selbstverliebt-frustriert

Zuerst einmal allen Lesern und Leserinnen von Herzen ein gesegnetes Osterfest! Weil wir ja zwei Feiertage und mehr Muße zum Lesen haben, bringe ich diesmal einen längerer Text. Der Inhalt ist mir seit vielen Tagen durch den Kopf gegangen. Ich weiß nicht, wie es Ihnen ergeht, aber ich fühle mich als Landwirt und „Essensmacher“ von vielen Mitbürgern nicht mehr verstanden. Neulich habe ich bei Twitter ein Luftbild gepostet, auf dem eine Photovoltaik-Anlage von 160 Hektar zu sehen ist. Bis zum Horizont alles schwarz. Ich habe dies kritisiert und war geschockt über die Reaktionen. Gut,  ein paar Wenige haben meine Kritik verstanden, viele jedoch haben mich beschimpft: „Da wird jedenfalls kein Glyphosat gespritzt“, oder „da wachsen keine Monokulturen wie euer verdammter Mais“ oder „Bist Du auch so ein Gift- und Kunstdünger-Landwirt?“ Meine Einlassung, dass da ja Lebensmittel wachsen könnten, wurde ignoriert. Sicherlich sind solche Kommentare wie die oben zitierten dem Phänomen „digitale Medien“ geschuldet. Aber auch andere und weniger aggressive Kommentare zeigen, dass wir immer mehr in die Situation kommen, dass wir uns für unsere Arbeit …

Und wieder einmal: Weltuntergang

Bauer Fritz aus Oberösterreich, ein notorischer Optimist mit Hang zur Satire hat sich einmal mit dem Thema Weltuntergang beschäftigt. Es tut gut zu wissen, dass die Welt immer wieder einmal untergehen sollte. Es aber dann doch nicht passiert ist. Weltuntergänge-Prognosen 1) religiös: Weltuntergangstermine (unmoralische.de) 2) methodisch: Ende der Menschheit – Wikipedia 3) prominent: a) Nostradamus Nostradamus: Prophetische Weltgeschichte von 1547 bis 3000 : Noah, Bruno: Amazon.de: Bücher b) Zeitreisender: Prophezeiung fürs Jahr 5000: Erde in 3000 Jahren unter Wasser! Zeitreisender liefert Foto-Beweis | news.de 4) musikalisch. „Wir leben nicht mehr lang“: Die 10 besten Songs zum Weltuntergang | Nordbayern 5) planetarisch: Universum: Wie die Welt wirklich enden wird – Weltall – Natur – Planet Wissen (planet-wissen.de) 6) Humor und Sprüche: weltuntergang humor – Google Suche 7) mögliche Tagesordnung (Einreichung aus Deutschland 2012): 8) Empfehlung: Wenn die Welt einmal untergehen sollte, ziehe ich nach Wien, denn dort passiert alles 50 Jahre später  (Gustav Mahler, 1860-1911) Wir sind gut beraten, uns nicht allzu lange mit der Beschreibung und Bewunderung der Probleme („Krisen“) aufzuhalten sondern mehr Energie dafür …

Lebensmittelimport/export: Zahlen zu China

Wussten Sie, das China 40% aller Tomaten weltweit produziert? Das die Hälfte des Alaska-Seelachs aus China kommt? Dass wir in Deutschland Würste essen, deren Därme zwar aus Europa stammen, aber in China gereinigt wurden? Diese und andere interessante Fakten kann man im nachfolgenden Artikel lesen.  Zeit, sich darüber einmal Gedanken zu machen… https://www.linkedin.com/pulse/wie-stark-sind-unsere-lebensmittel-lieferketten-mit-china-ramon-tenge/

Darf man als Bundesminister die Wahrheit verbiegen?

Ich habe ein Problem. Im Spiegel vom 3. April führen Jugendliche ein Interview mit Landwirtschaftsminister Özdemir. https://www.spiegel.de/deinspiegel/cem-oezdemir-im-kinder-interview-viele-tiere-haben-zu-wenig-platz-a-55fd819c-dc56-42ce-ba33-048a22ba1a89 Hier eine Passage aus dem Interview, die mich irritiert: Dein SPIEGEL: Sie wollen, dass die Menschen mehr Bioprodukte kaufen. Die sind jedoch deutlich teurer.Özdemir: Das kann man so nicht sagen, hier im Supermarkt kostete vor ein paar Tagen eine Bio-Gurke 1,49 Euro und eine konventionelle 2 Euro. Dein SPIEGEL: Woran liegt das? Özdemir: Konventionelles Gemüse und Getreide wird mit synthetischem Dünger angebaut, der mit viel Gas hergestellt wird. Die Preise dafür sind durch den russischen Angriff auf die Ukraine extrem in die Höhe geschossen. Das Problem hat ein Bio-Hof nicht, der nutzt nur natürlichen Dünger von den Tieren – also beispielsweise Gülle und Mist. Bio-Anbau ist zwar aufwendiger, aber diese Kosten gleichen sich zunehmend aus. Ich habe daraufhin am 5. April zwei Supermärkte besucht. In beiden Läden kosten konventionelle Gurken 0,59 €/Stück . Bio-Gurken (aus Andalusien) kosten in einem Laden 1,19 €, im anderen Laden 0,79 €, allerdings waren die Gurken deutlich kleiner. Im Gegensatz zu der Aussage …

Wolf und Naturschutz – ein Zielkonflikt

Es ist nicht irgendein Artikel über den Wolf. Sondern einer, in dem viele Tierhalter zu Wort kommen, die sich große Sorgen um die Zukunft der Weidetierhaltung machen. https://www.fuldaerzeitung.de/kinzigtal/kinzigtal-wolf-in-schluechtern-und-bad-orb-nachgewiesen-landesamt-naturschutz-92175475.html?source=fb&fbclid=IwAR0y-NK7V6k2EcT4rJ8bH546TMODelySe0rUR-MwFoBozFeI2xnAy-2drWY Hier eine Stimme: „Als „Katastrophe“ bezeichnet Dieter Euler vom Hofgut Lindenberg bei Hohenzell die Tatsache, dass der Wolf wieder da ist. Euler selbst hält insgesamt 130 Rinder, die auf Wiesen zwischen Steinau und Schlüchtern grasen. Euler ist sich sicher, dass Wolf-Schutzzäune nichts bringen. Folglich befürchtet er, dass einige Weidetierhalter über kurz oder lang ihren Betrieb aufgeben werden. Und zwar nicht nur Schafhalter und Nebenerwerbslandwirte. „Das tut sich doch kein normaler Mensch lange an, mit der Angst, es könnte etwas passiert sein, nachts im Bett zu liegen“, meint Euler.  Und in Folge dessen erwartet der Landwirt große Veränderungen in der Region: „Wenn wir jetzt nicht reagieren, dann werden wir in etwa 20 Jahren unsere Landschaft nicht mehr wiedererkennen.“ Das begründet er damit, dass vor allem ökologisch sehr viel an der Weidetierhaltung hänge. Euler bezieht sich auf den Biologen Dr. Herbert Nickel, der in seinen Forschungen zur Zikaden-Verbreitung und …

Schulung muss sein…

Vor ein paar Tagen war ich zu einer „Dünger“-Schulung der Landwirtschaftskammer. Die Schulung ist Pflicht, weil unser Betrieb drei Hektar Ackerland im „Roten Gebiet“  liegen hat, also dort, wo wir die Stickstoffdüngung auf 80% des Bedarfs senken müssen. Mit dieser Schulung ist nicht der Sachkundenachweis Pflanzenschutz gemeint, das ist eine andere Schulung. Für die Anwesenheit bei diesen Schulungen gibt es ein Zeugnis, dass bei einer Kontrolle vorliegen muss. Die Schulungen müssen in einem Zeitraum von drei Jahren aufgefrischt werden. Die Schulung begann um 15:00 Uhr. Die Referate wurde von drei jungen Leuten vorgetragen. Im ersten Referat ging es um die Möglichkeit, wie man Düngergaben senken kann. Es ging überwiegend um den Gemüsebau. Für mich als Ackerbauer habe ich nichts wirklich Neues gehört, wie man noch mehr an der Düngerschraube drehen kann. Ich hatte den Eindruck, dass es meinen Berufskollegen (Durchschnittsalter über 50) ähnlich erging. Im zweiten Referat wurde die Düngeverordnung behandelt. Ich kann die vielen kleinteiligen Regelungen, Besonderheiten und Termine hier nicht wiedergeben, weil es einfach zu viel ist. Neu ist unter anderem, dass ab …

Glyphosat: Aktuelles aus Luxemburg

Diese Meldung wird man vermutlich in deutschen Medien nur selten lesen. Außer bei Bauer Willi 🙂 https://www.wort.lu/de/politik/verwaltungsgerichtshof-kippt-glyphosat-verbot-642ae6e5de135b9236f062ed? Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen Eure Meinung?