Bauer Willi
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Darf man als Bundesminister die Wahrheit verbiegen?

Ich habe ein Problem. Im Spiegel vom 3. April führen Jugendliche ein Interview mit Landwirtschaftsminister Özdemir.

https://www.spiegel.de/deinspiegel/cem-oezdemir-im-kinder-interview-viele-tiere-haben-zu-wenig-platz-a-55fd819c-dc56-42ce-ba33-048a22ba1a89

Hier eine Passage aus dem Interview, die mich irritiert:

Dein SPIEGEL: Sie wollen, dass die Menschen mehr Bioprodukte kaufen. Die sind jedoch deutlich teurer.Özdemir: Das kann man so nicht sagen, hier im Supermarkt kostete vor ein paar Tagen eine Bio-Gurke 1,49 Euro und eine konventionelle 2 Euro.

Dein SPIEGEL: Woran liegt das?

Özdemir: Konventionelles Gemüse und Getreide wird mit synthetischem Dünger angebaut, der mit viel Gas hergestellt wird. Die Preise dafür sind durch den russischen Angriff auf die Ukraine extrem in die Höhe geschossen. Das Problem hat ein Bio-Hof nicht, der nutzt nur natürlichen Dünger von den Tieren – also beispielsweise Gülle und Mist. Bio-Anbau ist zwar aufwendiger, aber diese Kosten gleichen sich zunehmend aus.

Ich habe daraufhin am 5. April zwei Supermärkte besucht. In beiden Läden kosten konventionelle Gurken 0,59 €/Stück . Bio-Gurken (aus Andalusien) kosten in einem Laden 1,19 €, im anderen Laden 0,79 €, allerdings waren die Gurken deutlich kleiner. Im Gegensatz zu der Aussage von Landwirtschaftsminister Özdemir kosten die Bio-Gurken etwa das Doppelte von konventionellen.

Desweiteren sind Gurken aktuell weder regional noch saisonal. Ich habe bisher noch keine heimischen Gurken im Laden gesehen. Sie werden in den Niederlanden in Gewächshäuser unter Einsatz von fossiler Energie hergestellt, in Spanien mit knappem Wasser. Braucht man Anfang April Gurken? Und warum Werbung machen für Bio-Gurken aus Andalusien, wo doch in Spanien gerade eine Dürre herrscht?

Was ich kritisiere:  Herr Özdemir verbiegt die Wahrheit so arg, dass es schon knirscht. Das von ihm gebrachte Beispiel, dass konventionelle Gurken deutlich teuer als Bio-Gurken sind, ist eine absolute Ausnahme. Und ich bin sicher, er weiß das und nutzt es  bewusst, um Bio gut aussehen zu lassen. Kritisch finde ich dieses Verhalten in einem Interview mit Jugendlichen, denen die Kenntnisse fehlen. Es ist allgemein bekannt, dass Bio-Produkte in mindestens 90% der Fälle teurer ist und auch teurer sein müssen, weil die erzeugten Menge pro Einheit in der Regel geringer ist als bei der konventionellen Produktion.

Meiner Meinung nach hätte er den Bio-Bauern mehr gedient, wenn er genau diese Botschaft gesendet hätte: Bio muss teurer sein, damit die Bio-Bauern davon leben können.

Und dann ist dann noch das Grundsätzliche Problem: Wer nicht die Realität so benennt, wie sie tatsächlich ist, hat auf Dauer ein Glaubwürdigkeitsproblem. Früher hätte  man gesagt: “Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er mal die Wahrheit spricht”.

 

 

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98 Kommentare

  1. Brand sagt

    Ausgangspkt. der Diskussion war ja wohl, dass Özdemir den niedrigeren Preis einer Biogurke verallgemeinert und mit einer Begründung versehen hat die Richtiges und Falsches enthält. Richtig ist dass N-Dünger bei steigenden Energiekosten teurer werden, falsch ist, dass Bio mit organischen Dünger aus der Tierhaltung, die Lösung hat. Zum Einen gibt es Tierhaltung auch konv., zum Andren nimmt Tierhaltung (Fleischverzehr) und zum Dritten ist auch in der Bio Lw der Rücklauf nicht vollständig, denn wir entnehmen ja (Lebensmittel), der Kreislauf hat also eine Lücke, auch bei BIi, Wer die nicht schließt senkt die Erträge (das hat ach Liebig festgestellt). Siehe Erträge Bio zu kon., ca. 1 zu 2,4

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    • Hannah sagt

      Speziell die Gurke wird im Bio-Anbau (häufig, natürlich nicht ausschließlich) mit Melasse aus der Zuckerrübenproduktion flüssig über Tropfschläuche gedüngt.

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  2. Smarti sagt

    Weil gerade gut passt. Weil letztes Jahr der Herbst so trocken war, sind die deutschen Möhren in den Lagern verfault – es gibt keine deutsche Ware mehr, seit Wochen. Erst kam noch Ware aus Italien und den Niederlanden, zu rel. normalen Preisen. Jetzt leeren sich aber die Lager rapide und wochenweise sind auf dem Grossmarkt keine Möhren mehr aufindbar – es sei Alles ausverkauft. Hin und wieder tauchen Partien auf, über 1.- Euro das Kilo… jetzt kommt das orange Gemüse aus Israel ! zu Preisen von über einem Euro, noch nicht verpackt, aber gewaschen und sortiert. Bis diese Möhren im Handel angelangt sind, kontrollieren, abpacken, liefern… müssten sie über 3.- Euro kosten.
    Aber sie werden für unter 2.- Euro verkauft, “die Wahrheit könnte den Kunden erschrecken”…. auch Butter für 1.49 …. es gibt Preise, die bleiben – egal was kommt.

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    • Hannah sagt

      Wir (und auch ein paar Kollegen) haben noch eigene inländische Bio-Möhren. Aber reserviert für die langjährigen und bessten Kunden. Der Großhandel bekommt insgesamt kaum noch welche, weil es hier über die Menge geht (und große Mengen zu kleinem Preis mit raschem Ausverkauf ist für die Bauern, die lange Kühlkosten bis hierher hatten jetzt kein Geschäft mehr).

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  3. Georg Johann Brand sagt

    Auch Landwirte verbreiten leider manchmal Unsinn.
    150 Jahre Weizenzüchtung in Bayern und Deutschland und das Ergebnis soll dann „genmanipulierter US Weizen“ auf unseren Äckern sein?. Zumindest wenn man dem glaubt, was in der Sendung Stationen im Bayerischen Fernsehen von einem Biobauern als Argument für den Urweizen-Anbau angeführt wird.
    https://www.br.de/br-fernsehen/programmkalender/ausstrahlung-3131598.html
    Ein Schlag ins Gesicht aller mittelständischen Pflanzenzüchter die durch Auslese und Kreuzungszüchtung, die Voraussetzung geschaffen haben für die Steigerung der Erträge und die Sicherung der Ernährung trotz kontinuierlich rückläufiger Flüche (immer noch fast ungebremste Flächeninanspruchnahme für Siedlung, Gewerbe und Verkehr).

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    • Smarti sagt

      Herr Brand, da stimme ich Ihnen zu, das ist eine Katastrophe… Bio ist eine Religion, und manchmal merken sie nicht mehr, dass sie geblendet sind.

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  4. Danny sagt

    Für einige (immer mehr) Leute ist die Hofladenverkäuferin auch Seelsorger/in. Natürlich ist es menschlicher wenn der Kunde nicht so emotionslos abkassiert wird wie im Supermarkt! Aber dies kann sehr zeitraubend sein!

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    • Inga sagt

      Dann bekommen die Hofladenverkäuferinnen eben mehr Zulauf, wie die anonymen Discounter.

      Ein Beweis dafür, dass
      ein Bauernhof Natur und Geborgenheit bietet.
      Das haben auch die modernen Großstädter, die ja die gleichen Gene haben, wie unsere Vorfahren in der Steinzeit, noch im Unterbewusstsein.

      Beneiden die uns deswegen?
      Glauben die uns deswegen immer Vorwürfe machen zu können?

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  5. Hannah sagt

    Als Bioland-Gurken-Produzentin kann ich sagen: Es gibt seit 2 Wochen einheimische Bio-Gurken aus dem proffessionellen beheizten Gewächshausanbau. In allen Teilen Deutschlands. Nicht nur aus Holland und Spanien. Sie werden mit Dünger und mit Heizkosten und gestiegenen Lohnkosten erzeugt. Aber sie sind unschlagbar frisch und lecker und haben kürzeste Transportwege hinter sich. In den letzten Jahren waren Preise im Einzelhandel von um die 2,- /Stk üblich für Bio-Gurken ab Mitte / Ende Mai aus dem unbeheizten Folientunnel. So erzeuge ich meine. Wo die Preise für die ersten frühen Gurken jetzt liegen hängt stark davon ab, wo sie verkauft werden. Discounter, Vollsortimenter oder Naturkostfachhandel. Die meißten Erzeuger handeln mit allen und machen eine Mischkalkulation. Und natürlich sind unsere Erzeuger-Preise im vgl. zu den letzten Jahren eher gesunken, da der Umsatz im Discounter gestiegen ist. Wichtig ist, dass die Kunden wieder auf die Höfe fahren. Aber da sitzen alle Erzeuger in einem Boot. Tatsächlich ist hier viel Unkenntnis über die Marktsituation von Gurken vorhanden. Vom Bauer Willi und vom Özdemir gleichermaßen.

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    • Bauer Willi sagt

      Ich muss ehrlich zugeben, dass ich das nicht gewusst habe. Ich habe noch keine deutschen Bio-Gurken in irgendeinem Supermarkt gesehen. Vermutlich sind die Mengen auch eher gering, aber auch hier lasse ich mich gerne belehren.
      Trotzdem stellt ich mir persönlich die Frage, ob man Anfang April Bio-Gurken haben muss, die aus beheizten Gewächshäusern kommen.

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      • Hannah sagt

        Ja, richtig – wobei ich denke, das wird auch in Spanien in kalten Nächten der Standard sein. Und ich denke auch das das Sytem in Spanien faat am Ende ist. Egal wieviel Meerwasserentsalzungsanlagen die dort bauen. (Gemüsebau wie in Israel ist Spaniens Zukunft) Aber: Deshalb gibt es in unserem Verband seit Mai 2022 eine neue Gewächshausrichtlinie, die verschiedene Schritte vorsieht. Z.B. ab sofort Vorgaben zur Isolation und ab 2030 80% und ab 2040 100% regenerative Energiequellen. Ich kenne ein paar Erzeuger, die das aber tatsächlich schon vorher umgesetzt haben. Z.B. in Zusammenarbeit mit Biogas-Bauern in der Nachbarschaft oder Hackschnitzelheizung. Etc. Ich für meinen Teil habe entschieden beim unbeheizten (aber im März, April für die Jungpflanzen-Anzucht frostfrei gehaltenen) Folienhaus zu bleiben. So heizen machen auch die meißten kleineren konv. Gemüsekollegen. Aus mehreren Gründen. Erstens aus Überzeugung, aber auch Fachkräftemangel und anderen Betriebsschwerpunkten zu tun. Wir machen Gurken einfach gern und essen sie auch gern selbt. Besonders wenn man drauf gewartet hat. Aber wir setzen auch für ca. 1.500 € Nützlinge über die Saison ein. Es ist knapp gerechnet. Die Gurke ergänzt bei uns das Sortiment schön – nach der Kultur kann ich nämlich, da sie früh räumt, noch eine neue EU-Bio-Richtlinie seit 2022 umsetzen und Gründüngung im Gewächshaus machen.

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        • Marian E. Finger sagt

          Ich bin auch ein Gurkenfan! Sowohl von Schlangengurken, besonders lecker mit Dill, wie auch von französischen Cornichons! Hoffe deshalb, ihr Betrieb existiert noch lange, wenn ich auch woanders wohne.

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    • Reinhard Seevers sagt

      “Wichtig ist, dass die Kunden wieder auf die Höfe fahren. ”

      Wichtig für wen? Ausschließlich für den Erzeuger oder? Wie werden denn 84 Millionen mit Hilfe des Hofladens mit Wassergemüse versorgt? Kann es sein, dass auch auf ihrer Seite eine gewisse Unkenntnis der Marktsituation vorliegt?

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      • Hannah sagt

        Wenn Sie es so lesen wollen… Gemeint war: Wichtig im Generellen. Wir verkaufen über 30 verschiedene Kulturen, nicht nur Wassergemüse… Wichtig für das Erleben der Bevölkerung wie Landwirtschaft funktioniert. Daher auch wichtig für Sie, falls Sie Landwirt sind.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Nein, ich bin kein Landwirt. Im Moment läuft auf RTL ” Inside Supermarkt”, da kann man schön sehen, wie der Verbraucher gesteuert wird, um zu konsumieren.
          Es geht ausschlieślich und allein um Geldverdienen. Alle verlauteten Attribute sind reine Geldgenerierungswerkzeuge. So ist auch ein Hofladen ein Luxus – Angebot für Überversorgte. Es ist eine Übereinkunft zwischen einem, der nachhaltig Geld verdienen möchte und einem, der ein Gefühl befriedigt sieht oder haben möchte. Nicht mehr und nicht weniger.

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          • Georg Johann Brand sagt

            Ja, so sehe ich es auch, allen geht’s um’s Geldverdienen, der einzige Idealist der umsonst arbeitet, bin ich und – wie ich vermute – Sie.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Also ich arbeite auch für Geld Herr Brand. Es ist aber doch wohl eindeutig, dass der Hofladen einen Zeitgeist nutzt, um Geld zu generieren. Der Hofladen wird zunehmend überhöht mit weiteren Attributen zum “besseren” Leben, um ihn attraktiv zu erhalten. Das ist kein Vorwurf, das ist lediglich ein Fakt. Wer die sog. Hofläden rund um Hamburg kennt, der wird erkennen, dass es sich mittlerweile um Erlebnisgastronomie mit Anstrich “Bauernhof” handelt. Es ist und bleibt eine Nische für die Erzeuger und eine Freude für die Kunden. Hat aber wenig mit Versorgung zu tun……das übernehmen lieferando und co und der LEH.

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              • Manuela Schielin sagt

                Hofläden tragen auch zur vernünftigen Versorgung der Menschen bei (meist kurze Wege, Wertschöpfung in der Region)! Zumindest meistens und einer reizt das halt mehr aus als der Andere. Ich bin dagegen, dass ganze Städte in den Hofläden ringsum einkaufen sollen, v.a. wenn Sie dafür 50km fahren müssen. Aber dafür gibt es die Wochenmärkte! Dass jeder Geld verdienen will/muss, ist ja wohl klar. Deswegen muss man andere nicht ausnehmen wie eine Weihnachtsgans (und solche Leute gibt es wohl überall). Es will sich ja auch nicht jeder den ganzen Tag mit seinen Lebensmitteln beschäftigen und wie genau das einzelne Teil produziert wurde. Ich plädiere für vernünftige (und auch kontrollierte) Produktionsstandards, dann kann doch jeder seinen Beitrag leisten, wenn er in Deutschland produzierte Lebensmittel kauft ohne grossen Aufwand. Und den Konzernen darf man halt nicht blind vertrauen (ich sag nur falsche Auszeichnung im Regal – wie soll man da von Entscheidung für oder gegen was sprechen?). Und die, die die Regeln machen, sollten fachlich auch wissen.
                OK, ich gebe zu, das wird nix 😉
                Schöne Feiertage euch allen!

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          • Bauer Willi sagt

            Hannah verdient ihr Geld mit vielen verschiedenden Gemüsen und Salaten in Bio-Qualität. Ihre Darstellung des Hofladens kann ich nicht bestätigen. Wir haben hier im Umfeld viele Hofläden, in denen auch finanziell nicht so gut Gestellte einkaufen. Zu Preisen, die mit einem normalen Supermarkt mithalten können.

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            • Smarti sagt

              Bei Eiern, Kartoffeln und Mehl kann ich das bestätigen, da ist kaum ein Preisunterschied. Milchprodukte und Käse geht auch noch, und dass bei selbst eingemachten Konserven im Glas, Fleisch und Bauernhofeis der Preis deutlich höher ist, ist ja klar.
              Manufaktur gegen Fabrik… das ist nicht das gleiche. Auch nicht geschmacklich.

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      • Georg Johann Brand sagt

        Da wir auch eine Mobilitätswende wollen, sollten wir dann mal darüber nachdenken, wie wir zu jedem Hofladen eine Bushaltestelle bekommen und eine Fahrplantaktung auch am Wochenende, die das einkaufen ermöglicht.
        Entschuldigung für die Ironie, ich halte das einfach für nicht realistisch, Supermärkte, das heißt die Zusammenfassung des Angebots an zentrale Orte, haben einfach Effizienzvorteile. Und Effizienz ist das was wir brauchen, wenn wir Energiewende und Klimaschutz schaffen wollen.

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        • Bauer Willi sagt

          Es gibt auch Abo-Kisten, die von den Landwirten an die Kundschaft ausgeliefert werden.
          Ich habe in meiner Jugend mit meiner Schwester immer mittwochs Eier rundgefahren und damit für die Familie gutes Geld verdient. Und viele Omas waren dankbar, weil sie nicht mehr so mobil waren.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Tja, mein Vater hat noch Einkellerungskartoffeln nach Bremen geliefert…damals in der guten alten Zeit. Abo-Kisten sind in meinen Augen eine Lösung für nichts. Im Nachbarort gibt es einen Bio-Landwirt mit online-Handel und Abokiste. Der liefert auch schon mal eine Gemüsekiste mit Gemüse aus ganz Europa im Umkreis von 80km. Super Idee…..

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        • Inga sagt

          Aber die vielen Tante Emma Läden incl. Metzger u. Bäcker usw. vermischt in der Kleinstadt bringt mehr Lebensqualität für die Innenstadt, bzw. Ortschaft,

          Da kann man die Vermarktung von den Direktvermarktern integrieren.
          Oder die Bauern mieten sich ein Ladenlokal und vermarkten ihre verschiedenen Sachen, von Eier, Käse, Wurst bis Kartoffel, von jedem Hof was anderes,
          Die Mitarbeiter in dem Ladenlokal können ja auch bestellte Sachen nach Hause bringen, was ja Rewe und Edeka jetzt schon machen.

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        • Hannah sagt

          Im Supermarkt wandert über die Maßen viel Frischware in die Tonne. (Einzele, vorbildlich geführte Läden gibt es auch hier natürlich, aber ich generalisiere jetzt mal.) Der Einkäufer von Obst- u. Gemüse speziell handelt so, denn das ist das Zugpferd für den ganzen Laden, dass immer alles schön frisch und neu befüllt voll liegt. Halb leere Regale darf es nicht geben. Daher wir immer zuviel bestellt und schnell entsorgt. Besonders dann, wenn die Chefs aus der Zentrale kommen und den Angestellten auf die Finger schauen. Oder RTL und Co vorbei schaut. Da werden extra große Aufbauten gemacht. Auch vor Feiertagen. Der Angestellte selbst ist hier auf einem heißen Stuhl. Es gibt dort eine stetig hohe Fluktuation an Mitarbeitern. Entweder schafft es jemand selbst in die Chefetage oder er darf gehen. Es gibt also speziell in der Frische-Abteilung einen großen Kostendruck. Daher versuchen die Händler hier auch möglichst viel Marge auszuhandeln. Weil der potentielle Verderb so hoch ist. Dazu ist der Kühlraum in vielen Supermärkten (im vgl. zur Ausstellungsfläche) zu klein konzipiert um Energiekosten zu sparen. Beobachten Sie mal genau wieviel wirklich Sachgerecht gelagert im Supermarkt in der Kühlung liegt, von den Waren, die es bräuchten. Es ist einfacher und billiger verdorbene Waren abzuschreiben und zu entsorgen als genügend Kühlkapazität vorzuhalten. Reklamation geht ja auch an die Zentrale oder den Bauern. Da kann ich nur sagen, das ist kein Effizienzvorteil. Das ist eine Dauerkathastrophe. Ich begrüße all die Retter-Tüten und Kaninchenkisten, die die Supermärkte aufstellen. Aber ich fürchte es ist immer noch viel zu wenig.

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          • Inga sagt

            Die landw. Wäre ist eben viel zu billig.
            Wieviel muss wegend3m Phänomen mehr angebaut werden?

            Wieviel ha sind das jährlich?
            Nur wegen dem unsachgemäßen u. unökologischen Vehaltens des LEHs.
            Was sagen denn “Frideys för Future” dazu?

        • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

          Hier schliesst ein Hofladen nach dem anderen,weil OMA nicht mehr da ist!

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    • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

      Ob 30000-60000 Hofläden (Schätzungen des BMFL und der Uni GÖ) uns versorgen können??

  6. Thomas Gensch sagt

    Off topic oder auch nicht…

    Warum wird nicht täglich in allen Medien gefragt:
    -welche Qualifikation von Politiker:INNEN
    -wer sponsort diese
    -wird Klimaklebern die zusätzliche CO2 Last nicht in Rechnung gestellt
    -warum ist nirgendwo zu lesen, das alle Bündnisgrünen, NABU, BUNDlern und DuHler etc. ab 01.06.2023 auf Verbrennermaschinen verzichten

    …. Mfg Thomas Gensch

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    • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

      “-wird Klimaklebern die zusätzliche CO2 Last nicht in Rechnung gestellt”

      Die Politik hält die Schützende Hand über die Klimakleber,das ist so gewollt!

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  7. Rudolf Weishaupt sagt

    Ich habe das ganze Interview gelesen und finde es eigentlich ganz gut: einfache Sprache, weitgehend themenbezogen und vor allem mit der klaren Aussage, dass geforderte Umgestaltungsmaßnahmen in der Landwirtschaft massiv vom Staat unterstützt werden müssen. – Bauer Willi findet mal wieder das berühmte „Haar in der Suppe“.

    Wenn ich, zum Beispiel auch in diesem Blog, Beiträge von Leuten lese, die sich kritisch mit der „grünen“ Landwirtschaftspolitik, insbesondere mit Cem Özdemir, oder mit der Biolandwirtschaft ganz allgemein auseinandersetzen, finde ich leider häufig ein „Haar in der Suppe“. Ich könnte Beispiele nennen.

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    • Brötchen sagt

      Herr Weishaupt! Sie sind ja auch als Zielgruppe gedacht!

      Also Mission erfüllt.

      Die Aufgabe der Lw ist ja eher, offen darzulegen welche Auswirkungen pol. Steuerungen haben, um die Ursachen von Fehlleitungen fest zu machen. Was im nach hinein schwierig sein wird.

      Kann man vor allem an den Punkten Wohnungsmangel und Mietpreise bzw. Nahrungsmittelpreisen sehen.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Naja, wenn Lügen in der Zukunft lediglich Haare in einer Labersuppe sind, dann sind wir weit gekommen. Wenn ein Minister weder weiß, was der Preis für die genannte Gurke ist, noch die Zusammenhänge der Preisfindung und noch weniger die Zusammenhänge zwischen Gurken-Importe und Bio kennt…gleichzeitig aber rausposaunt, dass die Konventionellen Gurken deswegen teurer sind, als die Bioware, weil sie gedüngt werden, dann ist das Fass von Dekadenz und Dämlichkeit übergelaufen und es handelt sich mitnichten nur um Haare in einer Ideologiesuppe…..lieber Herr Weishaupt. DAS zu erkennen bedarf es nur ganz wenig Intellekt, finde ich, ganz wenig.

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      • Peter sagt

        Das Ganze ist schon eine Haar-Suppe! …in Folge deren Ungenießbarkeit, dass Volk schon bald den Grill anwerfen wird…und nix vegan…

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        • Inga sagt

          Da kann man doch auch Gurken drauf machen!
          Vielleicht gibt es dafür auch extra hergestellte Sojagrillinge!?!

          hat sich da Rügenwalder Mühle u. Konkurrenz oder sonst wer, da noch nichts brauchbares einfallen lassen?

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Aus dem Interview

      “Es ging darum, wie viel Land und Wasser man bräuchte, wenn alle so viel Fleisch äßen wie in Deutschland oder den USA. Ich habe verstanden, dass wir ein paar Planeten bräuchten, um so viel Fleisch herzustellen. ”

      Nach der Betriebsübernahme hatte ich 3 Bullen im Stall stehen, deren Wasserbedarf war ca. 50 Liter am Tag, da die Mastzeit 18 Monate betrug, tranken die Viecher 27.000 Liter Wasser.

      Da nach neuester Rechnung die Herstellung eine Kg Fleisches 16.000 Liter Wasser bedarf,
      hatten meine Bullen ein Schlachtgewicht unter 2 Kg.
      Können sie meiner Rechnung folgen?

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    • Thorens sagt

      “Wenn ich, zum Beispiel auch in diesem Blog, Beiträge von Leuten lese, die sich kritisch mit der „grünen“ Landwirtschaftspolitik, insbesondere mit Cem Özdemir, oder mit der Biolandwirtschaft ganz allgemein auseinandersetzen, finde ich leider häufig ein „Haar in der Suppe“. Ich könnte Beispiele nennen.”

      Ach komm, Herr Weishaupt. Das ist hier eine Diskussionsplattform. Die funktioniert nicht, wenn man mit seinen Ansichten zu hier Gesagtem hinterm Berg hält. Also, frisch von der Leber weg: Wo klemmt’s denn?

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      • Rudolf Weishaupt sagt

        Naja, fangen wir mal mit dem Thema Methanausstoß von Wiederkäuern an. Dass zum Beispiel Rinder Methan abgeben, wird meist nicht bestritten. Dann wird aber oft behauptet, Methan werde innerhalb von zwölf Jahren in der Atmosphäre abgebaut. Stimmt auch! Aber dass dieses Methan innerhalb dieser zwölf Jahre um ein Vielfaches mehr an atmosphärischer Wärme (Infrarotstrahlung) aufnimmt als CO2 und damit extrem stark zur Klimaerwärmung beiträgt, wird verschwiegen. Auch wird darüber hinweggegangen, dass innerhalb dieser zwölf Jahre beim Abbau von Methan wiederum CO2 entsteht.

        Den Anteil der Landwirtschaft am Ausstoß von Methan muss man natürlich genauer betrachten. Manche sagen, dass dieser Anteil weltweit bis zu 40 % beträgt. Davon geht sicher einiges auch auf das Konto Reisanbau. Müsste man also rausrechnen, wenn man nur die Rinderhaltung betrachtet. Mal abgesehen von der Landwirtschaft: Ein sehr erheblicher Ausstoß von Methan geschieht durch Leckagen von Erdgasleitungen oder durch die Zerstörung von Permafrostböden. Bei den Erdgasleitungen ließe sich am schnellsten und sehr effizient Abhilfe schaffen. Aber wo sind diese Leitungen? (Und wo sind die Permafrostböden?) Russlands Herrscher hat im Moment wohl anderes zu tun.

        Ich glaube, dass die Methan-Diskussion am falschen Ende ansetzt, wenn man sie einseitig auf die Haltung von Rindvieh zuspitzt. Rinder sind keine „Klimakiller“! Seit Jahrtausenden leben Wiederkäuer in großen Herden auf Flächen der Erde, ohne dass es zu einem Klimawandel gekommen wäre. Hingegen wehre ich mich dagegen, die Klimawirksamkeit von Methan einfach abzustreiten.

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        • Bauer Willi sagt

          Das macht kein Mensch. Wie oft haben wir hier eine deutliche Differenzierung zwischen dem Kreislauf von tierischem Methan und fossilem Methan gemacht?? Bleiben Sie bitte fair !

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          • Rudolf Weishaupt sagt

            Ich differenziere doch. Haben Sie meinen letzten Abschnitt gelesen? Ich bemühe mich sehr um Fairness. Mir etwas anderes zu unterstellen, ist nicht ehrenhaft.

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        • Georg Johann Brand sagt

          Ich denke wir müssen alten und jungen Kohlenstoff unterscheiden. Der junge Kohlenstoff ist nicht der Schuldige, der ist Teil der natürlichen Kreisläufe, so wie wir selbst auch. Der Saldo des Kreislaufs ist Null.
          Aufhören müssen wir stattdessen den alten (fossilen) Kohlenstoff freizusetzen. Der saldiert sich nicht da er sich nicht in einem Kreislauf befindet sondern auf einer Einbahnstraße, Zum alten Kohlenstoff zähle ich nicht nur den fossilen sondern auch den in den Mooren.

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      • Rudolf Weishaupt sagt

        Oder auch Bauer Willi selbst. In einem der Interviews, die er zu seinem neuen Buch gegeben hat, antwortet er, dass er über die Lage in den Niederlanden nicht so gut Bescheid weiß. Sorry, aber das glaube ich ihm nicht. Er wird wissen, dass unsere Nachbarn auf vergleichsweise kleiner Fläche Intensivlandwirtschaft in einem Maß betreiben, das wahrscheinlich weltweit unübertroffen ist. Und dass damit auch der Nitrateintrag in die Böden ein Maß erreicht hat, das volkswirtschaftlich nicht mehr zu rechtfertigen ist.

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        • Inga sagt

          Ja,
          die haben ja pro Fläche viel mehr Masttiere und somit mehr Gülle.
          Und das Soja war bei denen auch immer billiger, als bei uns, weil die es von Hafen Den Haag direkt selbst abholen können.

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          • Rudolf Weishaupt sagt

            Ein Gärtnereibetrieb hier vor Ort beklagte schon vor 30 Jahren, dass er mit den Preisen der Niederländer nicht mehr mithalten kann, weil dort die Heizkosten für den Gewächshausanbau vom Staat subventioniert werden. Und ich bin eine zeitlang regelmäßig über die Autobahn von Aachen nach Venlo gefahren. Vor der Grenze zerstörte Gewächshäuser, gleich hinter der Grenze alles super in Schuss!

          • Rudolf Weishaupt sagt

            Ich bin mir sicher, dass Sie über die Landwirtschaft als einen der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren in den Niederlanden gut Bescheid wissen. Ich glaube auch, dass die Niederländer mittlerweile durchaus nachahmenswerte Lösungsansätze haben, zum Beispiel, was die Energieversorgung von Gewächshäusern angeht. Aber hier einfach den Kopf in den Sand zu stecken und „Weiß ich nicht“ zu sagen (das war ja mein „Haar in der Suppe“), nehme ich Ihnen einfach nicht ab.

      • Rudolf Weishaupt sagt

        Und noch mal Bauer Willi. In einem Video zeigt er, wie ein Dieb am Feldrand ein paar Schaufeln Mist geklaut hat. Er sagt dann selbst, dass es sich hier um einen Haufen von Mist und Torf handelt. Torf, das wäre für mich in diesem Fall das „Haar in der Suppe“. Er ist ja mit Recht sehr stolz darauf, dass er den Humusaufbau auf seinen Flächen stetig verbessert hat. Aber mit Torf?

        Ich weiß, dass Torfersatzprodukte in der kommerziellen Landwirtschaft, auch in der Biolandwirtschaft, kaum Verwendung finden, obwohl es sie in kleinen Gebinden für den Hobbyanbau durchaus gibt. Meine Recherchen haben nur einen Anbieter gefunden, der „torfreduzierte“ Ware in größeren Gebinden anbietet. Aber auch in diesen torfreduzierten Produkten stecken immer noch bis zu 70 % Torferde. Für mich ein Skandal! Wir haben doch Forschung, da muss es doch möglich sein, zu 100 % torffreie Lösungen für die große Fläche zu finden.

        • Bauer Willi sagt

          Bitte informieren Sie sich. Ich liefere Ihnen das Wissen. https://de.wikipedia.org/wiki/Champost
          Champost ist ein Abfallprodukt bei der Herstellung von Champignons. Sie wollen mir einen Vorwurf daraus konstruieren, dass ich ein Abfallprodukt einsetze? Ehrlich?

          Sie machen sich immer unbeliebter. Aber wir haben ja Meinungsfreiheit. Die kann man aber auch überziehen…

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          • Rudolf Weishaupt sagt

            Sorry, wenn ich da (Champost) was falsch verstanden habe. Werde noch mal nachschauen! Alles gut! Darüber, dass ich mit meinen Ansichten hier nicht auf große Beliebtheit stoße, mache ich mir keine Illusionen.

          • Rudolf Weishaupt sagt

            Hab noch mal geschaut. Es ist Ihr Tweed vom 5. März (Sonntags-Spaziergang). Da antworten Sie selbst auf die Frage “Pferdemist”:

            “Pferdemist mit Torf. Na und? Wir haben dafür bezahlt!!!”

            • Schmeckt gut sagt

              Nur im Champost wird Pferdemist mit Torf vermischt, um bestes Substrat für Pilze vorzubereiten. Da gibt es nichts zu deuten. Dieses Material ist in der Herstellung teuer und nachdem es für Champinions genutzt wurde, ist es ein Bodenverbesserer und hierfür auch besser geeignet, als auf der Deponie zu landen. Herr Weishaupt, sie verdrehen die Tatsachen.

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              • Reinhard Seevers sagt

                Jaaa, und Pilze sind Veggies-Lieblingsfleischersatz! Wissen die um ihren Torfverbrauch? Alles hängt mit allem zusammen….isset nich schön? Frohe Ostern!

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            • Bauer Willi sagt

              Ja, Herr Weishaupt, das habe ich gesagt. Gut, dass Sie das hier noch mal bestätigen.

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            • Bauer Willi sagt

              @Herr Weishaupt, Sie haben das letzte Wort. Sind Sie jetzt zufrieden? Ich wünsche Ihnen einen besinnlichen Karfreitag….

              Der Friseur mit der Suppe

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        • Thorens sagt

          Ich kenne jetzt nicht sämtliche Spezialfälle. Doch Torfeinsatz in der klassischen Landwirtschaft ist mir bisher völlig unbekannt.

          Ja, Torfersatzprodukte. Was darf es sein? Reisspelzen, Kokosfasern oder Holzfasern? Diese schädigen direkt keine Moore. Bei deren Einsatz ist zu beachten, dass der mit höherem Stickstoffbedarf einhergeht. Torf ist bereits humifiziert. Die anderen Fasern müssen erst noch von Bodenorganismen umgebaut werden. Dafür benötigen diese Organismen Stickstoff, der, falls nicht entsprechend gedüngt, dem Aufwuchs fehlt. Es gibt immer mindestens zwei Seiten einer Medaille, Herr Weishaupt. Leider ist es gerade modern, immer nur die eine Seite herumzuposaunen.

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          • Rudolf Weishaupt sagt

            “Leider ist es gerade modern, immer nur die eine Seite herumzuposaunen.” Da stimme ich Ihnen gern zu.

            • Thorens sagt

              Ja, im Gartenbau und auch im Zierpflanzenbau. Nicht jedoch in der Landwirtschaft, wie Ihr Beitrag suggerierte. Ich unterstelle Ihnen da keine böse Absicht sondern lediglich Uninformiertheit. Aber genau derartige Uninformiertheiten führen zu dem vielfach unrealistischen Bild, das von Uninformierten von der Landwirtschaft gemalt wird.

              Es gibt im Garten-/Zierpflanzenbau bis heute keinen hundertprozentigen Ersatz für Torf, weil Torf recht einzigartig ist. Damit will ich nicht dem weiteren Torfabbau das Wort reden, doch man muss auch die Fakten anerkennen. Ich habe beruflich mit manchem Substrat- und Erdenhersteller zu tun. Dort ist das ein großes Thema und es werden allerlei Torfersatzprodukte getestet und auch eingesetzt. Man ist aber aktuell noch nicht so weit, den Torf, mit geradezu idealen Eigenschaften für die Herstellung eines Substrats, komplett ersetzen zu können. An dem Thema wird seit bestimmt 30 Jahren gearbeitet und in dieser Zeit hat man Hersteller von Torfersatzprodukten kommen und gehen sehen. Es ist eben nicht immer ganz so einfach, das eine durch etwas anderes zu ersetzen.

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              • Rudolf Weishaupt sagt

                Danke für die Erläuterungen! Es ist mir schon bewusst, dass es wohl nicht ganz so einfach ist, Torf im Gartenbau vollständig zu ersetzen.

        • Smarti sagt

          Herr Weishaupt, ich finde es toll, dass Sie sich die Mühe machen, hier Ihre Fragen, Kritiken und “ungereimten Dinge” zu schreiben. Auch auf die grosse Gefahr hin, hin und und wieder aufs Dach zu kriegen…. Danke für Ihren Mut !
          Persönlich würde ich mir wünschen, dass Sie und jeder der hier schreibt, so Fragezeichen immer gleich anspricht – denn dann könnte man Missverständnisse gleich aus dem Weg räumen… das ist ja genau das, was Bauer Willi will: den Dialog suchen. Das Champions auf Pferdemist wachsen, das wusste ich – dass dazu auch Torf dazu gemischt wird war mir aber neu.
          Es gibt hier auf dem Blog zu viele Experten, sich auszutauschen und dabei zu lernen ist unbezahlbar.

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          • Rudolf Weishaupt sagt

            Mir war das erst mal auch neu. Dass aber im Gartenbau insgesamt, wohlgemerkt auch im biozertifizierten Gartenbau, immer noch im großen Stil Torf eingesetzt wird, weiß ich schon länger.

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    • Bauer Willi sagt

      @Herr Weishaupt
      “Bauer Willi findet das Haar in der Suppe” Entschuldigung, aber das ist mir gegenüber eine Unverschämtheit. Jedenfalls empfinde ich das so.

      Wenn Sie einem lügenden Minister das Wort reden, sind wir in Deutschland weit genug. Das er auch noch unsere Jugend anlügt, macht es nur noch schlimmer.

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      • Rudolf Weishaupt sagt

        Vielleicht hat er diese Bio-Gurke gefunden? Was weiß ich? Aber es ist nur ein kleines Detail des Interviews, Ihr “Haar in der Suppe”. Aber dann “lügender Minster” und “Jugend anlügen”. Das sind schon ganz andere Kaliber!

        • Schmeckt gut sagt

          Herr Weishaupt, definieren sie bitte: “bewußt die Unwahrheit sagen”. Ja, der zusammengewürfelte, “neue” Haufen in den grün geführten Ministerien könnte auch einfach keine Ahnung haben. Diese neuen “stakeholder” (die über das Wohl und Wehe der deutschen LW zu entscheiden haben) könnten in der ersten Zeit Welpenstatus genießen, aber wir Bauern haben dafür keine Zeit – es geben immer mehr Betriebe auf. Dazu kommt, dass die Entscheidungsebenen darunter sehr wohl Ahnung haben, aber auf diese wird “selbstverständlich” nicht gehört. Diese Leute werden als “vorbelastet” angesehen. Also zusammengefasst setze ich noch einen drauf: die grünen Minister lügen nicht nur, sondern sie lügen bewußt und auch gezielt. Eben passend zu ihren Zielen.

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      • Rudolf Weishaupt sagt

        Mal ganz abgesehen davon, dass Sie mir (mit persönlicher Anrede) “Unverschämtheit” unterstellen. Nein, ich bin an sachlichem Gedankenaustausch interessiert!

        • Bauer Willi sagt

          Ich empfinde es so. Das ist die Sache mit Sender und Empfänger. Ich biete hier ein Forum für einen sachlichen und fachlichen Diskurs an und Sie beleidigen denjenigen, der dieses Forum zur Verfügung stellt.
          Schlafen Sie mal drüber. Gute Nacht. Es ist 23:51 Uhr und ich gehe jetzt zu Bett.

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  8. Thorens sagt

    “Darf man als Bundesminister die Wahrheit verbiegen?”

    Frei nach Thomas de Mezière, damaliger Bundesinnenminister, zum abgesagten Länderspiel D/NL 2015:

    Ein Teil meiner Antwort auf die Frage wäre geeignet, die Bevölkerung zu verunsichern.

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    • Inga sagt

      Anders gefragt, darf die Politik die Bevölkerung verunsichern?
      Nach unserer nun inzwischen Geschichte vor 80 Jahren?

      Getrade unserer Politiker dürfen das nicht.
      Steht das nicht im Grundgesetz?

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  9. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Wann seit Amtsantritt hat unser Cem Holgersson die Realitäten überhaupt jemals geflissentlich zur Kenntnis genommen und damit einhergehend die WAHRHEIT(!?) medial unverfälscht kommuniziert!? Er lebt nachweislich doch in ganz anderen Sphären mit seinen eigenen, bisweilen erheblich irrlichternen Ideologien, die man nicht als Wahrheiten übertiteln kann….

    Daher Willi, habe ich sehr intensiv über deine Erkenntnisse nachgedacht, wo wir Bauern derzeit überhaupt noch eine politische Heimat finden dürfen, welche Verbände, Fachmedien, Organisationen mit Rückgrat realiter hinter uns Bauern stehen. Da sieht es mittlerweile doch bedrohlich dunkel um uns konventionelle Bewirtschafter herum aus.

    Daher habe ich jetzt angefangen, auf meinem Konto aufzuräumen – keine finanzielle Unterstützung für all diejenigen mehr, die von uns Bauern fürstlich gespeist zum Danke hernach mit einem Messer in der Hand in den Rücken zu fallen wissen. Muss feststellen, da kommt schon ein ganz schönes Sümmchen zusammen, das mein Kontokorrentkonto in Bälde nicht mehr belasten wird. – Und das ist nur der Anfang…

    Eine Form von Protest, die doch auch weh tun kann, jedenfalls sofern dies Nachahmer findet.

    Sollen sie sich doch alle zusammen mit unserem Cem ihr grün-wässriges Gurkensüppchen kochen. – Bon appétit!

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  10. Ehemaliger Landwirt sagt

    ” Braucht man Anfang April Gurken?”

    Ja!

    Essiggurken im Glas brauche ich.😉😊

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  11. Ludwig sagt

    Wenn die Linksgrünen den Mund aufmachen , dann kommt doch eh nur Ideologie, Verbote oder Lüge heraus. Die nächsten Wahlen werden dann schon für Normalität sorgen. Spätestens jetzt mit dem Heizungsverbot merken es die Bundesbürger. Wir Bauern sollten jetzt hart : Bis hierher und nicht weiter, bleiben. Keine Kompromisse mehr . Oder wie es der DBV seit Jahren uns erzählt :Es hätte ja viel schlimmer kommen können. Damit ist es jetzt vorbei. Klare Kante ist jetzt gefordert.

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  12. oberländer sagt

    Ist es für die Bundeswehruniform eine Ehre wenn sie von Özedemür
    getragen wird ?

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    • Pütz Klaus sagt

      Der Herr Özdemir hat eine gespaltene Persönlichkeit: Bundeswehruniform anziehen aber am Revers als deutscher Minister die Flagge der Ukraine.

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      • Pälzer Buh sagt

        Herr Cem Özdemir hat die Fähigkeit als “(ukarinisches)Kanonenfutter” der deutschen Bundeswehr erworben.
        Darauf kann er richtig Stolz sein.

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  13. Rolf Sieling sagt

    Gurken im April sind Problem, wenn das Gewächshaus hinter einer Biogasanlage steht und wir es irgendwie schaffen 90% unserer organischen Reste dort CO2 neutral zu verwerten. Dazu gehört aber Organisationstalent im Ministerium und Motivation von ldw Investoren. Bio ist ohne Subventionen zweifelhaft, wandert eventuell in Billiglohnländer. Die erzielten Umsätze in Sonderkulturen sind hervorragend, trotzdem sinkt die Selbstversorgung gerade im Gemüse stetig . Wie in der Kolonialzeit, die Landarbeiter der Welt leben in der Wellblech Hütte. Hat sich auch bei Kaffee, Tee, Bananen seit 100 Jahren nicht gebessert. Oder bei Frühkartoffeln aus Ägypten, um bei gängiger Ware zu bleiben.

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  14. Mark sagt

    In diesen Kreisen gibt es einfach neue Wahrheiten. Der Sohn eines Kollegen besucht die 5.Klasse Realschule, die dortige Lehrerin erklärt den Schülern die Vorzüge der ökologischen Landwirtschaft: “Bei der Ökolandwirtschaft muss man nicht düngen”. Noch Fragen…?

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  15. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Cem will Bio ja voran bringen,da muss er sich entsprechend verbal positionieren.
    Warum absolviert Cem gerade eine Reservistenübung bei der Bundeswehr?
    Das soll seine Bodenständigkeit betonen,er will ja MP im Ländle werden.

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    • Inga sagt

      Warum wird Ernährungslunde nicht endlich als Schulfach in den Stundenplan aufgenommen?
      Ist mindestens so wichtig wie Sport, bez. Körperbetüchtigung.
      Damit die Leute wissen, was sie essen und was der Unterschied zwischen Bio und konvi ist. Aber vor allen Dingen wie gesund stark verarbeitete Lebensmitel sind .

      Sollen wir unseren Körper schädigen, dass so manche Lebensmittelkonserne die Taschen voll machen?
      Dann sind sogar auch die Politiker und die Leher in der Bziehung schlauer und denken naturnäher.
      Wir müssen uns endlich einsehen, dass wir von der Ökologie abhängiger sind als von der Industrie .

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      • Jutta Kannler sagt

        Die Sache mit dem Unterrichtsfach, den Schülern die Landwirtschaft zu erklären, würde vermutlich von den Grünen als Vegan Unterricht missbraucht.
        Dass man sich ohne Tierleid ernährt .
        Diese Forderung wird in Veganforen gefordert . Genau wie Bilderbücher für die Kleinen , um Ihnen die „Schlachtung als Mord“ illustriert werden soll .

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        • Inga sagt

          Erstmal von Ernährungskunde und dann von Landwirtschaft.

          Damit der Schüler und dann der Durchschnittsbürger weiß wofür Gluten und anderen Eiweißstoffe gfut sind und wofür sie gut sind. Daß Gluten nicht in Wurst vorkommt.
          Und wie unterschiedliche die Aminosäuren zwischen tierischen und pflanzlichen Lebensmittel sind. Bzw. was für einen Unterschied ist da zwischen Hülsenfrüchten und Fleisch u. Käse und wie essentiell ist der!

          Was muß man beachten, um die guten tierischen Eiweiße mit pflanzlichen zu ersetzen zu ersetzen. Denn tierische Aminosäuren sind besser für uns.

          Bei Fettsäuren ist es umgedreht, da sind pflanzliche besser.

          Diese neutrale Aufklärung muß die Schule neutral leisten und dann sind die Schüler so geviewt und mißtrauen irgendwelcher Propaganda, von welcher Seite auch.

          Die Politik darf doch nicht irgendwelches unerforschtes Zeug behaupten.
          Ist das nicht verboten?

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        • Inga sagt

          WEnn mein Sohn im Kindergartenalter mir erklärt hat was

          Karriuse und Baktuse sind
          Dannverstehen die auchwas die Mukkis zum wachsen brauchen und wo das drin steckt.
          Jedenfalls nicht nicht Mohrenköpfen oder Schaumwaffeln und Cola.

      • Smarti sagt

        Inga, es gibt schon Ernährungskunde in den Schulen. In Bio wird den Kindern erklärt, dass Nutztiere für den Klimawandel böse ist und im Ethikunterricht wird den Kleinen eingetrichtert, dass alle Bauernhoftiere erst im Massenstierstall gequält werden und danach auf Qualtransporten in schreckliche Schlachthöfe gekarrt werden. Und deshalb sei dieses Fleisch auch ungesund, weil gequält. Ausserdem kommt Alles Futter für die Nutztiere aus dem Regenwald… und ist deshalb nochmals ganz schlimm…
        Es wird sehr fleissig aufgeklärt, nur einfach anders.

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        • Inga sagt

          Nicht nur die Politiker sondern auch die Lehrer in der Schule, sind verpflichtet die Wahrheit zu verbreiten.

          Die sollen mal im Biounterricht auf einen Bauernhof gehen.
          Neulich die Sendung in der ARD mit Ferkel Brad Pitt war gut, da wurde richtig aufgeklärt.

          Meine Schwester hat ca. 1980 auch Bio fürs Lehramt studiert.
          Einmal rief sie mich an und fragte ich, ob wir Gentechnik im Kuhstall machen.
          Da antworte ich, nein, das ist Besamungstechnik.

          Dann habe ich ihr die Mendelschen Gesetzte erklärt und gefragt,
          ob sie das als Kind nicht mitbekommen hat, wie das Herdbuch für Kühe gefügt wird. Und nach welchen Kriterien der Bulle ausgesucht wird.
          Sie soll sich das von Papa mal zeigen lassen.

          Ich hoffe sie hat es im weiteren Studium richtig verstanden. Wenn nicht dann behauptet sie ja vor ihren Schülern , dass Besamungstechnik auch zur Gentechnik gehört, das wäre ja genauso falsch, wie die Behauptung

          “dass Nutztiere für den Klimawandel böse sind”
          oder
          “dass alle Bauernhoftiere erst im Massenstierstall gequält werden”

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    • Rolf Sieling sagt

      Es wäre nicht schlecht, wenn er wenigstens einen eine Dreitagesübung mitmachen würde. Und das MG schleppen müsste. Danach schmeckt auch der Eintopf mit Wurst.

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  16. Klemens MINN sagt

    Cem weiss es halt besser – nur leider ist besser wissen nicht die Steigerung von Wissen.

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  17. Brötchen sagt

    Das mit den von Ihm genannten Preisen war mal so eine Zeitlang, als der Absatz von Bio extrem zurückgegangen ist.

    https://www.agrarheute.com/management/betriebsfuehrung/biokrise-zeigt-wirkung-biobauern-geben-kuendigen-vertraege-605328

    Diese Situation wird schon lange ignoriert oder verschwiegen.
    Meines ERachtens kommt der große Schub noch, wenn die Heiz- und Stromabrechnungen vom letzten Jahr fällig werden.

    Große Stadtwerke haben schon angekündigt, das es zu keiner größeren Entlastung kommen wird, da die Hilfen schon eingepreist waren.
    Wer nicht extrem gespart hat, wird sich erschrecken und die Kaufkraft fehlt dann bei Lebensmitteln.

    Ich denke es gibt ein festes Klientel, die sich Biopreise leisten können. Das bleibt aber begrenzt.

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  18. Reinhard Seevers sagt

    Wie kann ein Blinder Farben erklären, wenn er sie nicht einmal sehen kann?🤔

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  19. Frikadellen piet 44 sagt

    moin mal wieder Bild gezeigt dass die Bundesregierung das rechnen nicht gelernt hat ich hoffe dass sie das irgendwann machen

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