Bauer Willi
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Schulung muss sein…

Vor ein paar Tagen war ich zu einer “Dünger”-Schulung der Landwirtschaftskammer. Die Schulung ist Pflicht, weil unser Betrieb drei Hektar Ackerland im “Roten Gebiet”  liegen hat, also dort, wo wir die Stickstoffdüngung auf 80% des Bedarfs senken müssen. Mit dieser Schulung ist nicht der Sachkundenachweis Pflanzenschutz gemeint, das ist eine andere Schulung. Für die Anwesenheit bei diesen Schulungen gibt es ein Zeugnis, dass bei einer Kontrolle vorliegen muss. Die Schulungen müssen in einem Zeitraum von drei Jahren aufgefrischt werden.

Die Schulung begann um 15:00 Uhr. Die Referate wurde von drei jungen Leuten vorgetragen. Im ersten Referat ging es um die Möglichkeit, wie man Düngergaben senken kann. Es ging überwiegend um den Gemüsebau. Für mich als Ackerbauer habe ich nichts wirklich Neues gehört, wie man noch mehr an der Düngerschraube drehen kann. Ich hatte den Eindruck, dass es meinen Berufskollegen (Durchschnittsalter über 50) ähnlich erging.

Im zweiten Referat wurde die Düngeverordnung behandelt. Ich kann die vielen kleinteiligen Regelungen, Besonderheiten und Termine hier nicht wiedergeben, weil es einfach zu viel ist. Neu ist unter anderem, dass ab 2023 die Dokumentation innerhalb von zwei Tagen nach der Maßnahme erfolgt sein muss.

Das dritte Referat beschäftigte sich mit den Abstandsregelungen entlang von Gewässern, die unter anderem auch von der Hangneigung des umgebenden Geländes abhängt. Dafür gibt es ein Internetportal, in dem man die Hangneigung ablesen kann. Falls diese Daten falsch sein sollten, kann man die Hangneigung auch selbst ermitteln. In jedem Fall muss an einem Gewässer (was das genau ist, wurde anhand von Text und Bildern erläutert) mindestens ein 5 m breiter Grünstreifen sein. Dort darf weder gedüngt noch gespritzt werden. Wenn ein grüner Feldweg direkt am Gewässser vorbeiführt, so sind die Fahrspuren der Traktoren, die ja meist nicht grün sind, (die Fahrspuren, nicht die Traktoren) zu berücksichtigen, “um ganz sicher zu gehen”. Also Grüner Weg minus Fahrspuren plus Grünstreifen muss in der Summe 5 m Bewuchs ergeben. Das können dann in der Praxis schnell mal 7 oder 8 m Breite sein, die entschädigungslos aus der Produktion genommen werden müssen.

Die drei Vorträge mit in der Summe mindestens 100 Folien (die wir per Mail zugeschickt bekommen) waren nach 1 Stunde und 45 Minuten beendet. Diskutiert wurde nicht viel, Fragen kamen auch nur wenige. Der Seminarleiter teilte uns mit, dass für die Schulung zwei Stunden vorgeschrieben sind. Wir haben die Zeit dann für einen Plausch mit Berufskollegen genutzt und gegen 17 Uhr mehr oder weniger kopfschüttelnd den Saal verlassen. In drei Jahren ist es wieder soweit und die Schulung wird wiederholt.

Als ich wieder zuhause war, habe ich mal nachgesehen und bemerkt, dass ich meinen Sachkundenachweis Pflanzenschutz wieder auffrischen muss. Das kann man für 65 € bei www.landakademie.de online machen, was ganz praktisch ist, da man nicht fahren muss. Voraussetzung für die Erlangung des Nachweises ist die Abarbeitung von 3 Pflichtmodulen – weitere nach Bedarf – und eine Bearbeitungszeit von mindestens 4 240 Minuten. Ich habe mir damit den Samstag Abend und den Sonntag morgen “verschönert”. Ich muss gestehen, dass mir etwa 3% der Inhalte nicht bekannt oder bewusst waren. Da es sich um einen Auffrischungskurs handelt, sind aber Abfragen nach dem Aussehen von Kamille, Klettenlabkraut und Vogelmiere oder auch Blattläusen und Florfliege eher nicht mehr nötig. Und was eine Fruchtfolge ist, gehört auch eher in den Grundkurs. Gut, geschadet hat es nicht, aber mich hat es teilweise schon etwas genervt.

Warum ich das alles schreibe? Nur so, damit diejenigen, die von Bürokratieabbau reden, diese Zeilen einmal lesen und darüber nachdenken. Ich will ganz sicher nicht die Vortragenden kritisieren, denn sie sind quasi dazu verdonnert, die Bauern zu schulen. Diejenigen, die diesen Schulungs-Auftrag fabriziert haben, sollten sich bei praktizierenden Bauern aber am besten nicht blicken lassen.

Die Landwirtschaftskammer als ehemals hoch angesehene Beratungsorganisation für fast alle Fragen landwirtschaftlicher Erzeugung (und das ist nicht nur in NRW so) ist mittlerweile längst in großem Maße zum Vollzugsorgan für staatliche und suprastaatliche Institutionen mutiert. Viele ihrer Mitarbeiter müssen nichts anderes machen, als oft fragwürdige Vorschriften vermitteln, ihre Einhaltung prüfen und Verstöße sanktionieren. Manche tun sich schwer damit, weil auch sie in vielen Details wenig Sinn erkennen können. Die Entschuldigung lautet dann “es ist ja Vorschrift”. Mir tun die Mitarbeiter da wirklich leid.

Die Sache mit dem Antrag auf Dieselrückvergütung könnte ich hier auch noch zum Besten geben, aber dass ich den 31.12. und den 1.1. verwechselt habe interessiert vermutlich niemand. Der Sachbearbeiterin war das auch sofort klar und ich konnte diesen Faux Pas mit einer Mail schnell aus der Welt schaffen. Wieder was geschafft!

Die nächste große Aufgabe, die auf uns Landwirte wartet: das Ausfüllen des Antrages auf die EU-Beihilfen. Da sich die Modalitäten der GAP seit 2023 grundlegend geändert haben, wird man es nicht mehr so schnell hinbekommen wie in den Vorjahren, wo manches dann doch geübte Praxis war. Zum Glück gibt es eine Broschüre des Wochenblattes mit 82 Seiten, in der man nachschlagen kann.

Ach ja, Rüben säen, Kartoffel legen, düngen und spritzen und die Kulturen pflegen wollen wir ja auch noch…

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31 Kommentare

  1. kritischer_Leser sagt

    Lieber Bauer Willi,

    Auch früher waren die LWK schon die Vermittler staatlicher Vorgaben. Der Unetrschied ist, dass die staatliche Vorgabe früher nur im Produzieren, Produzieren, Produzieren bestand, koste es was es wolle (die “roten Gebiete” lassen grüßen!).
    Das hat sich halt geändert. Wie heißt es so schön: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

    PS: Wie kommt man denn von 5m inkl. Feldweg auf 7-8m? Der Feldweg wurde doch vorher auch nicht produktiv genutzt?!
    PPS: Die Argumentation mit den Fahrspuren ist natürlich Blödsinn! Aber das ist leider ein individuelles Problem der Kontrollstellen und nicht der Gesetzgebung im allgemeinen.
    PPPS: Kein Landwirt ist verpflicht einen Antrag auf EU-Beihilfen auszufüllen. Dies nicht zu tun befreit ihn schlagartig von einer ganzen Reihe von Auflagen!

    • Georg Johann Brand sagt

      Ja, richtig. Damals hatten wir auch noch das Interesse uns selbst zu versorgen, heute nicht mehr. Zumindest solange nicht der “Exportweltmeister” Industrie so stark ist, dass wir uns einen “Importweltmeister” Landwirtschaft und Ernährungsindustrie leisten können. Damit will ich aber nicht ablenken von sektoralen Überschüssen, wie z. B. Schweinefleisch oder Milchprodukten, was aber schon auch zu tun hat mit Importen (Soja). Die Frage die wir uns als Gesellschaft stellen sollten ist, ob das so weitergehen kann:
      > wenn einerseits die Industrie aufgrund der steigenden Energiekosten im Wettbewerb zunehmend verliert und Großunternehmen daher energieintensive Produktion verlagert (siehe BASF)
      > der Importbedarf weiter wächst (trotz reduziertem menschlichem Fleischverzehr, nur der sinkt) weil die Lw. Nutzfläche weiter sinkt, aufgrund
      -jährlicher Inanspruchnahme von 20 Tha für Siedlung, Gewerbe, Verkehr,
      -zusätzlich möglichweise je 1/2 Mio. ha für Freiflächen PV, für Natürlichen
      Klimaschutz (siehe Aktionsplan von Steffi Lemke) und die nationale
      Moorschutzstrategie
      und zusätzlichem Flächenbedarf aufgrund weiterer Extensivierung der Produktion (Öko Ziel = 30 % der Fläche).
      Aktuell hat Öko ca. 12 % der Fläche, aber 7 % des Lebensmittelmarktes monetär, aber nur etwa 4% Anteil an der Versorgung natural.
      Erhöhung auf 30% Flächenanteil reduziert die Erzeugung auf den 18% die dazu kommen ebenfalls auf 30%, also um 70%, gesamt also um 18 x 70 = 12,6 %.
      Wie gleichen wir das alles aus, durch weiteres “Flächenleasing” in 2. und Drittländern (Mercosur) – ohne Gewinn für Umwelt und Klima. Wahrscheinlich nicht nur ohne Gewinn, sondern mit neg. Folgen !.

      • Georg Johann Brand sagt

        in Zeile 2 sollte es heißen “solange der “Exportweltmeister” Industrie so stark ist”. Das “nicht” gehärt raus.

    • Ostbauer sagt

      Werter “kritischer Leser”,
      das ist mit nichten so. Auch wenn ich keinen Mehrfachantrag zum Erhalt der Ausgleichszahlungen stelle, greift immer noch das deutsche Fachrecht.
      Sie werden dann nicht mehr, bei Nichteinhalten ,durch Cross-Compliance sanktioniert, sondern durch Fachrechtsverordnungen. Ergebnis kann das Selbe sein.

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  2. Frikadellen piet 44 sagt

    moin das hört sich ja sehr interessant an konntest du wenigstens in der Stadt was Schönes für deine Frau kaufen

    • Thorens sagt

      Danke, Brötchen – interessant.
      Ich zweifle ebenso.

      Um zum Thema zu kommen: Warum müssen denn die, die uns u.a. diese Windkraft einbrocken, nicht zu regelmäßigen Schulungen? Eben solche, wo man ein echtes Zertifikat erhält für die nachgewiesene Leistung, wenn das Schulungsziel nachweislich erreicht wurde vom zu Schulenden. Würde das nicht sehr viel effektiver sein können, als die Bauern zu kujonieren? Im Sinne Aller.

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  3. Jürgen Donhauser sagt

    Schulungen sind schon wichtig – abervor allem für die Leute im Ministerien. Gerade in der Tierhaltung erleben wir Empfehlungen zu mehr Tierwohl die eklatant gegen das Tierseuchenschuzgesetz, SchweinehaltungsVO, Futtermittelhygienerichtlinie usw verstoßen. Fazit: Die haben den Überblick verloren, keine Ahnung aber fordern. Da wären dringende Schulungen angebracht!

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  4. Christoph aus der Stadt sagt

    Ist zwar Off Topic, aber um das Thema “Dünger” und “Schule” gehts auch hier. Im nachstehend verlinkten Interview erklärt unser kluger Minister Cem auf die Frage von Schülern, warum Biogurken nur 1,49 € kosten, während konventionell Erzeugte für 2,- € verkauft werden, dass das daran liege, dass die Konventionellen mit teurem Synthetikdünger gedüngt werden, während bei Bio der im Hof anfallende kostenfrei Stallmist eingesetzt werde. Die Schüler erfahren also aus erster Expertenquelle, dass Bio nicht nur besser, sondern sogar billiger ist. Was spricht da noch für konventionelle Erzeugung? Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob Minister Cems Analyse nicht manchen Biobauern verärgern könnte?
    https://www.spiegel.de/deinspiegel/cem-oezdemir-im-kinder-interview-viele-tiere-haben-zu-wenig-platz-a-55fd819c-dc56-42ce-ba33-048a22ba1a89

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    • Bauer Fritz sagt

      Bezeichnend: Kinder-Interviews traut sich Minister Cem noch zu.
      Vor Interviews oder Treffen mit Agrarbloggern oder Bauer Willi hat er bislang den Schwanz eingezogen äh, noch keine Zeit gehabt, weil soviel zu tun ist.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Das ist der Grund für eine infantilisierte und sentimentalisierte Moralpolitik. Bullerbü als Ablass für jedwede Spaßveranstaltung. Das ist wirklich zum Fremdschämen.

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  5. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

    Das ist doch alles kein Wunder, sondern die Konsequenz aufeinander aufbauender Szenarien. Es würde mich mal interessieren ob an folgendem wohl Wahres ist, wenn man auch sicherlich nicht allem zustimmen muß:
    https://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-20231/das-mass-aller-dinge/
    Auch reden wir hier über alles, es kommt aber auch drauf an was der einzelne tut. Alle Achtung vor der Person im nachfolgenden Video (auch hier muß man nicht alles befürworten):
    https://www.alexander-wallasch.de/gesellschaft/die-standhaften-helden-der-corona-jahre-eine-aerztin-kaempft-gegen-windmuehlen

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  6. Georg Johann Brand sagt

    Wenn ich mich nicht täusche, ist es wohl nach wie vor so, dass pflanzenbauliche Laien (ohne jegliche einschlägige Ausbildung) in Haus- oder Schrebergärten PS Mittel auch ohne Sachkundenachweis anwenden können. Für die Düngung gilt das Gleiche.
    Beim Erwerb der PS Mittel muss der fachlich gebildete Erwerber den Sachkundenachweis vorlegen, der fachlich ungebildete Erwerber nicht.

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  7. Mark sagt

    Dieses bürokratische Gebaren, welches Willi beschreibt, ist Ausdruck einer nicht mehr zu überbietenden Geringschätzung des landwirtschaftlichen Berufstandes. Da sind zum einen die Zwangsschulungen, die den Landwirten aufgebürdet werden mit der Begründung, diese seien ohne Schulung nicht in der Lage, den modernen Anforderungen der Gesellschaft an die Landwirtschaft gerecht zu werden. Mal abgesehen davon, dass ein Großteil dieser ideologiegeschwängerten Anforderungen ohnehin in Frage zu stellen sind, wird total ausgeblendet, dass gerade auch die konventionelle Landwirtschaft mehr denn je den berechtigten Anforderungen in Sachen Umweltverträglichkeit, Arten- und Tierschutz sowie Lebenmittelqualität und -sicherheit gerecht wird. Die enormen Fortschritte, die diesbezüglich in den vergangenen Jahrzehnten gemacht wurden werden total negiert. Dabei sind die Bauern hierbei Opfer ihrer eigenen Leistung. Gerade weil ein so hoher Stanndart erreicht wurde ist quasi alles, was jetzt von bürokratischen Eiferern noch draufgesattelt wird, sinnbefreiter Schwachsinn, eine Farce. Dies gilt um so mehr für die stupide Bürokratiegläubigkeit, geprüft wird nicht mehr die Realität, sondern lediglich die fiktive bürokratische “Korrektheit”. Dazu kommt die Unterstellung, die Bauern seien grundsätzlich Gesetzesbrecher und damit eine Gefahr für die Belange der Gesellschaft, welche eine lückenlose Kontrolle und Dauerüberwachung sowie ein strengstes Strafregister dringend erforderlich machten! In Wirklichkeit ist letzteres lin erster Linie eines eines: der Instrumentenkasten zur Sicherung der Macht der Bürokraten. Und das Schlimmste: die Bauern lassen dies alles über sich ergehen……

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    • Smarti sagt

      Mark, “Und das Schlimmste: die Bauern lassen dies alles über sich ergehen…” .
      Nein, in meinen Augen ist dies nicht mal das Schlimmste. Wir wollten uns wehren gegen falsche Anschuldigungen seitens der “Bürokratie – Kontrolleuren” – aber trotz Zeugen und Beweisen finden wir seit Jahren keinen Anwalt, der gegen “den Staat” klagt. Es sei uns doch kaum Schaden entstanden, der Betrag lohne nicht, keine Erfolgsaussicht… da nützen auch keine Vorauszahlung aller Kosten.
      Es ist ein kleiner Krieg – um wenn man es nicht als “Spiel” sieht, macht es Einen kaputt.

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  8. Ludwig sagt

    Schulung muß sein , aber ein Übermaß an Vorschriften und Gesetzen kann keiner mehr aufnehmen und einhalten. Auch unsere Berater streiken inzwischen . Es liegt der Verdacht nahe , daß man anhand der Lage die Bauern regelrecht in den Rechtsbruch treiben will. Damit wird für mich der Staat gegenüber dem Bürger übergriffig. Das kann man auch bei der aktuellen Heizungsverbotsorgie erleben. Enteignung ist das Ziel dieser ökodiktatorischen Politik. Da hilft nur eins bei der nächsten Wahl diese Regierungsparteien und die verlorenwirkende Opposition garnicht erst zu wählen , sondern die Leute zu wählen , die Merkel als nicht hilfreich erklärt hat. Ohne diese Roßkur werden es unsere etablierten Parteien nicht lernen , was der Souveren ,also der Bürger in der Mehrheit nicht will. Es kann doch nicht sein , daß eine kleine Minderheit die Mehrheit in diesem Lande bevormundet.
    Unser Willi hat doch hier schon eine Wahlalternative zur Sprache gebracht. Wie falsch die Politik überall in Europa gegenüber dem Wähler liegt , kann doch am Wahlverhalten immer mehr erkennen. Gerade jetzt sind die Linksgrünen in Finnland , davor in Italien, usw. abgewählt worden und hier in Deutschland wird das bei den kommenden Landtagswahlen auch so kommen. Auch der 15. April wird in die Geschichte mit dem Abstellen der letzten AKWs kommen , weil dann das der Beginn der Stromnot sein wird. Kann nur hoffen , daß sich genügend Leute vorbereitet haben. Ich habe jedenfalls meine Schularbeiten gemacht.
    In des nächsten Wochen soll der Holzofen bereit sein und für drei Jahre Holz liegt auf dem Stapel. Auch das Stromaggregat mit entsprechenden Leitungen sind einsatzbereit.

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  9. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Willi, du bist vielleicht der richtige Mann für eine entsprechende Recherche:

    Wir sollten schleunigst eruieren wollen, WELCHES GESICHT(!) sich eben hinter einem solchen Bürokratiemoloch zu verbergen weiß; wahrscheinlich sind es sogar mehrere.

    Eben diese Protagonisten haben irgendwann einmal persönlich einen Amtseid geleistet, dem Wohle der Bürger zu dienen. Mir ist jedenfalls nicht geläufig, dass hier der gemeine Bauernstand explizit ausgeschlossen wurde.

    Sich an/mit Strohmännern/-frauen in dieser Thematik abzuarbeiten, bringt überhaupt nix. Die Wut im Bauch, der Mega-Frust bleibt, das Drangsal nimmt einfach seinen Fortgang. – Das schadet in ganz erheblichem Maße nicht nur der eigenen Gesundheit sondern kostet kontinuierlich spürbar an Lebensqualität.

    Ein Bauer – heute der Superdepp der ganzen Nation!? Man macht uns bewusst zum Wurm, um uns zertreten zu können!!!

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    • Inga sagt

      Dass darf doch unser Sozialstaat nicht zulassen, daß es hier noch Deppen der Nation gibt.

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  10. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Bei uns findet weiterhin Bürokratievermehrung statt,damit dann auch alle einen sicheren Job haben.Bei einer immer schlechter laufenden Wirtschaft ist das umso wichtiger.

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    • Reinhard Seevers sagt

      https://www.inrlp.de/ratgeber/fahren/neues-ueberholverbot-schild-welche-strafen-drohen-bei-nichtbeachten-art-5630082

      Jepp, weniger Regelung wird nicht passieren, eher mehr.
      Also, aufgepasst in Feld und Flur, wenn obges Schild zu sehen ist, schön hinter dem Zweirad bleiben, sonst setzt es 70Euronen und einen Punkt. Mal schauen, ob man diese Schilder demnächst auf Ortsverbindungsstraßen finden wird, wo die Freizeitradler dann endlich im ruhige Fluss dahinradeln, ohne dass sie die stinkenden Bauern mit dem Ohlefass überholen dürfen.😎 Nennt sich dann Entschleunigung oder woke oder work-life-balance oder einfach nur Dämlichkeit.

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      • Ferkelhebamme sagt

        Der städtische Baudezernent hat uns darauf hingewiesen, dass bei bestehender Baugenehmigung seit neuestem alle 3 Monate eine neue Baubeginns-Anzeige gestellt werden muss, wenn nichts gebaut wurde.
        Hey, wir sind Bauern, wir schütteln ungläubig den Kopf und machen es. Ob er das wirklich möchte? Er hat nach eigener Aussage gar keine Kapazitäten, um das zu kontrollieren. Das gibt einen Spaß

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  11. Harald Müller sagt

    Tja, was wären wir ohne die liege Bürokratie!

    Ich erinnere mich noch immer mit Schaudern daran, wie dereinst (vor ~15 Jahren) die damals recht junge Chefin des hiesigen Veterinäramtes voller Inbrunst über das neu eingeführte Bestandesregister für Mastschweine nach §42 ViehVerkV referierte:

    Eine Viertelstunde Monolog alleine darüber, dass ein Ordner mit losen Blättern nicht fälschungssicher sei (man könnte ja die einzelnen Blätter nachträglich ersetzen…), sondern es zur Verhinderung nachträglicher Manipulation ein gebundenes Buch oder ein Block sein müsse!

    P.S.: Die gute Frau erwähnte beiläufig, dass alternativ auch ein digitales Bestandesregister z.B. in Form einer Excel-Datei möglich wäre…

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    • Nikolaus Neininger sagt

      Nichts gegen die Eindämmung der Papierflut – aber wer glaubt, Excel sei fälschungssicher…. O mei! Immerhin hat sie nicht dafür plädiert, daß jeder neue Eintrag von einem Notar gesiegelt werden muß…

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