Autor: Bauer Willi

Erneuerbare Energien

Je nach Getreideart bekomme ich für die Ernte 2023 derzeit etwa 230 € pro Tonne incl. Mehrwertsteuer. Für Holzpellets muss ich aktuell etwa 320 €/t bezahlen. Der Brennwert von Getreide liegt bei etwa 90% von Holz. Getreide ist eine erneuerbare Energie, wird zu Bioethanol verarbeitet oder wird in Biogasanlagen zu Strom, Gas und Wärme. Was spricht also dagegen, Getreide direkt zu verheizen? Von meinem Feld in die Heizung auf dem Hof ist es ein kurzer Weg, für die eigene Wohnung und die der Altenteilerin reicht der Ertrag von rund 1,5 Hektar. Bei der Wärme wäre ich so unabhängig. Wir bauen Raps an. Aus einem Ertrag von 4,5 t/ha werden rund 2.000 l Rapsöl. Das Rapsöl kann ich – mit technischen Modifikationen – im Traktor und im Auto fahren. Damit wäre ich in der Mobilität unabhängig. Auf unsere Dachflächen könnte ich Photovoltaik installieren, wenn da nicht der Denkmalschutz wäre. Aktuell kommt nur der Acker in Frage. Der finanzielle Ertrag von PV pro Hektar ist höher als bei einer normalen Fruchtfolge. Deshalb spricht ja nichts dagegen, einen …

Frankreich: Bauern beten

Zum Sonntag ein etwas anderer Artikel: In Frankreich haben sich Landwirte angesichts der fehlenden Niederschläge zu einer besonderen Aktion entschlossen: einer Prozession. Die Situation im Süden Frankreichs ist tatsächlich sehr prekär, wie hier nachzulesen: https://www.blaetter.de/ausgabe/2023/april/wir-koennen-nur-noch-beten-frankreich-nach-der-winterduerre? Es gibt jetzt Diskussionen, wie weiter zur verfahren ist. Hier ein Auszug aus dem Artikel: „Bislang hat Frankreich aber noch keinen langfristigen Plan, wie das Land mit dieser und künftigen Dürren umgehen soll. In manchen Kommunen wird von heute auf morgen das Wasser abgestellt. Noch tastet sich die Politik an eine angemessene Reaktion in den touristischen Gegenden im Süden heran. Immer wieder stellt sich die Frage: Wer hat Vorrang? Sind es die Golfplätze, die Touristen anziehen? Oder doch eher Landwirte, die Tomaten und Pfirsiche kultivieren? Dabei ist es kaum nachzuvollziehen, dass in einer Region wie den Alpes-Maritimes, die sich von Saint-Tropez im Westen bis zur französisch-italienischen Grenzstadt Menton zieht, die Bauern nur noch nachts gießen, private Poolbesitzer aber weiterhin ihre Bassins mit 20 Kubikmetern oder mehr Trinkwasser füllen dürfen. Zumal nach Zahlen von „Eau d’Azur“, dem dortigen staatlichen Wasserversorger, die …

Hilfe, die anderen schadet

Ich habe vor ein paar Tagen über die Probleme berichtet, die ukrainischer Weizen in der EU macht. Es ist erst einmal sehr gut, dass die EU der Ukraine unbürokratische Hilfe beim Export von agrarischen Gütern zugesagt hat. Auch der deutsche Minister Özdemir hat dies immer wieder erwähnt, dass er sich mit dafür einsetzt, dass es alternative Wege aus der Ukraine gibt, und so die wackelige Option der Schiffsverladung am Schwarzen Meer teilweise ersetzt werden kann. Das Problem an dieser Hilfe: Die Exporte sind zollfrei und unbürokratisch. Um es stark zu vereinfachen: im Prinzip kann jeder, der einen LKW hat, in die Ukraine fahren und dort bei einem Landwirt Weizen kaufen. Gerade in grenznahen Regionen zu Polen, Rumänien oder Bulgarien sind die Betriebe froh, wenn sie ihre Waren loswerden und damit Platz in ihren Läger für die nächste Ernte bekommen. Aus diesem Grund sind sie auch zu preislichen Zugeständnissen bereit, denn es fehlt auch an Liquidität um Betriebsmittel wie Diesel, Dünger oder Pflanzenschutzmittel kaufen zu können. Da ist jeder Euro recht. Spielen wir das einmal durch: …

Antwort von der SVLFG…

In einem früheren Artikel hatte ich die Kommunikations-Abteilung der SVLFG gefragt, warum in der Broschüre LSV-Kompakt in einem Rezept nur Bio-Produkte genannt werden. Hier die Antwort. Sehr geehrter Herr Dr. Kremer-Schillings, vielen herzlichen Dank für Ihre Nachricht und für Ihre Nachfrage. Dass Sie unser Magazin LSV kompakt gerne lesen, freut uns sehr. In Ihrer Mail thematisieren Sie das Rezept auf der Kinderseite in unserem Mitgliedermagazin „LSV kompakt“, Ausgabe 1/2023, in dem wir als Zutat unter anderem Bio-Äpfel und Bio-Karotten aufführen. Natürlich wollten wir nicht den Eindruck erwecken, dass dieses Rezept ausschließlich mit Äpfeln und Karotten aus biologischem Anbau zubereitet werden kann. Uns ist es wichtig zu empfehlen, Produkte ­­­­aus regionaler Landwirtschaft für die Rezepte zu verwenden, auch um die Wertschätzung für die tägliche Arbeit unserer Versicherten zum Ausdruck zu bringen. Zudem leistet dies einen sinnvollen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Jene Leserinnen und Leser, bei denen unsere Formulierung zu Unmut geführt hat, bitten wir, unsere Schreibweise zu entschuldigen. Mit freundlichen Grüßen im Auftrag Martina Opfermann-Kersten Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau – Stabsstelle Selbstverwaltung/Öffentlichkeitsarbeit –   Hier …

EU-Antrag – alles paletti?

Heute nur ein ganz kurzer Text mit einer einfachen Frage: Ich habe aus Hessen und Mecklenburg-Vorpommern gehört, dass es dort zu technischen Problemen beim Ausfüllen des Antrages kommt. Ist da was dran? Oder habt ihr noch nicht in die Formulare reingeschaut? Ich bin ehrlich: bisher habe ich das Ausfüllen erfolgreich verdrängt. Jetzt sind aber nur noch knapp vier Wochen Zeit und eigentlich sollten wir jetzt im Feld arbeiten. Ich nehme es mir für das kommende Wochenende vor… Also schreibt in die Kommentare, wie es mit St. Bürokratius bei euch aussieht. Bitte mit Bundesland dabei. Danke Bauer Willi P.S.: Ja, Abitur in NRW zu machen ist auch nicht ganz einfach…. https://www.tagesschau.de/inland/regional/nordrheinwestfalen/abi-nrw-verschoben-101.html

Des Bauern beste Freunde: Regenwürmer…

Das obige Bild bietet sich, wenn man einen (1)  Spatenstich auf unserem Acker macht. Das sind etwa 20 x 20 cm. Wir machen seit zwei Jahrzehnten reduzierte Bodenbearbeitung (Mulchsaat) und lassen so viel organische Masse auf dem Boden liegen wie möglich. Das bringt uns dieses aktive Bodenleben und die vielen fleißigen Helfer. Von oben sieht der Boden aktuell (18.4.2023) so aus: Der Boden ist immer noch sehr feucht. Ich weiß nicht, ob wir in dieser Woche Rüben säen werden. Im Moment sieht es nicht so gut aus. Ich kann mich erinnern, dass wir schon mal erst am 5. Mai mit der Rübensaat angefangen haben. Wenn das Jahr dann aber einigermaßen „normal“ verläuft, kann die Natur noch viel aufholen.

Ukrainischer Weizen als Problem

Aktuell (Samstag, 15.April 2023 um 17 Uhr) wird gemeldet, dass Polen den Import von ukrainischem Weizen und weiteren Lebensmittel verbietet. https://www.nzz.ch/wirtschaft/polen-verbietet-getreideimporte-aus-ukraine-ld.1734007 https://www.zdf.de/nachrichten/politik/polen-getreide-importe-verbot-ukraine-krieg-russland-100.html Der Grund dafür ist, dass billiger Weizen aus der Ukraine zollfrei den EU-Markt flutet und der Weitertransport auf den Weltmarkt nicht funktioniert. Nicht nur in  Polen, Rumänien und Bulgarien stürzen die Preise regelrecht ab, auch bei uns verdrängt der billige Weizen aus Osteuropa die heimische Produktion. Die Ukraine muss faktisch um jeden Preis ihre landwirtschaftlichen Güter verkaufen um Platz für die nächste Ernte zu bekommen. Deutschland (Özdemir) hat dafür gesorgt, dass es alternative Transportwege zu der Schiffsverladung am Schwarzen Meer gibt. Was einmal gut gemeint war, ist vollkommen aus dem Ruder gelaufen. Aus dem BMEL ist hierzu nichts zu erfahren. Entweder ist das Thema dort nicht bekannt oder der Minister hat Wichtigeres zu tun. Verbotenes Pflanzenschutzmittel in ukrainischem Weizen Vor wenigen Tagen hatte die Slowakei bei Weizen aus der Ukraine erhöhte Gehalte eines Pflanzenschutzmittels gefunden. Nach bisher nicht bestätigen Meldungen soll sich dabei um Chlorpyrifos handeln. In Deutschland und sieben weiteren EU-Ländern war …

Kriegsgewinnler Lebensmitteleinzelhandel

Jeder hat es geahnt, jetzt wird es amtlich bestätigt: Der Lebensmitteleinzelhandel hat den Krieg in der Ukraine genutzt, seine Gewinne mehr deutlich zu erhöhen. Die Bauern haben von den steigenden Preisen kaum profitiert. https://www.e-pages.dk/lebensmittelzeitung/726/article/1787426/20/3/render/?page_url=https%3A%2F%2Femag.lebensmittelzeitung.net%2Ftitles%2Flebensmittelzeitung%2F3497%2Fpublications%2F726%2Fpages%2F20&token=56d84f21d3610f7eb1e8c335bf40c555 Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen https://www.wiwo.de/unternehmen/handel/krise-in-der-fleischbranche-wer-am-hackfleisch-verdient/29056098.html

Brief an Minister Özdemir mit Bitte um Änderung der Vorschriften

Sehr geehrter Herr Minister Özdemir Wir, zwei Bauern aus NRW (Konventionell) und Hessen (Bio), haben uns schon einmal mit einem Auskunftsersuchen (Anbau von Cannabis) an Sie gewendet und auch prompte Antwort bekommen. Dafür vielen Dank. Jetzt wenden wir uns an Sie, weil wir beide Sie um eine Änderung der Vorschriften bitten wollen. Seit 2023 ist es generell verboten, Dünger auf gefrorenen Boden aufzubringen. Das macht dann Sinn, wenn der Boden auch tagsüber gefroren bleibt und der Dünger nicht in den Boden gelangen kann. In diesem Frühjahr gab es zum Düngetermin mehrere Tage, an denen bis am späten Vormittag der Boden so weit gefroren war, dass er für einen Traktor auch mit angehängtem Gerät (Miststreuer, Düngerstreuer, Güllefass) tragfähig war. Danach taute der Boden wieder auf, so dass der Dünger in den Boden gelangen konnte. Wir als Praktiker nutzen die gute Tragfähigkeit bei Frost ja auch, um den Boden zu grubbern oder zu pflügen. Auch dann wäre der Dünger im Boden. Wir haben uns beide bei den für uns zuständigen Behörden in NRW und Hessen erkundigt, ob …