Bauer Willi
Kommentare 33

Des Bauern beste Freunde: Regenwürmer…

Das obige Bild bietet sich, wenn man einen (1)  Spatenstich auf unserem Acker macht. Das sind etwa 20 x 20 cm. Wir machen seit zwei Jahrzehnten reduzierte Bodenbearbeitung (Mulchsaat) und lassen so viel organische Masse auf dem Boden liegen wie möglich. Das bringt uns dieses aktive Bodenleben und die vielen fleißigen Helfer. Von oben sieht der Boden aktuell (18.4.2023) so aus:

Der Boden ist immer noch sehr feucht. Ich weiß nicht, ob wir in dieser Woche Rüben säen werden. Im Moment sieht es nicht so gut aus. Ich kann mich erinnern, dass wir schon mal erst am 5. Mai mit der Rübensaat angefangen haben. Wenn das Jahr dann aber einigermaßen “normal” verläuft, kann die Natur noch viel aufholen.

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33 Kommentare

  1. Josef Huber sagt

    Als praktizierender gelernter Bodenpraktiker kann man beruhigt 10% der Bewirtschafteten Fläche Pflügen. Es kommt viel Luft in den Boden und das regt die Bodenpilze an. Luft im Boden löst auch Chemische Reaktion an und der Stickstoff im Boden wird dann Pflanzenvervügbar gemacht. Tiefenlockerer geht gar nicht, der zerstört die Gänge der Regenwürmer die bei Starkregen das Wasser schnell in den Unterboden bringen.

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    • evo.... sagt

      Ich war bisher der Meinung, das durch die Kanäle von abgestorbenen Wurzeln und die Röhren von Regenwürmern genug Sauerstoff in den Boden kommen kann

  2. Fliegender Bauer sagt

    Nicht nur Tierwohl für Regenwürmer
    wird gefordert werden. Ganz sicher wird
    Max der Regenwurm auch zwei Ohrmarken
    brauchen…….!

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    • Bauer Willi sagt

      Als Bauer solltest Du wissen, dass Regenwürmer keine Ohren haben…. 🙂
      Bringe die Leute bloss nicht auf falsche Gedanken-

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  3. evo.... sagt

    Ich habe vor 4 Wochen auf meiner Versuchs-Ecke ein paar Stellen mit Rispe Glyphosat gegönnt. Ein paar Stöcke sind nicht ganz abgestorben und wenn ich die mit der Hacke entferne finde ich überall Regenwürmer. Auch wenn ich auf den Flecken , die ich im Herbst behandelt habe, das neue “Beikraut” entferne-> überall Regenwürmer. Auf der Ecke mache ich seit einigen Jahren nur max. Scheibenegge.

    Pflügen ist ein völlig unnatürlicher Vorgang, Die Natur vergräbt organische Masse nicht.

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    • Reinhard Seevers sagt

      “Pflügen ist ein völlig unnatürlicher Vorgang, Die Natur vergräbt organische Masse nicht.”

      Naja, es gibt lt. Prof. v. Tiedemann sehr wohl Gründe zum Pflügen, z.B. die Phytohygiene.
      Es gibt Böden, bei denen wird man mit dem Verzicht auf “unnatürliche” Bodenbearbeitung langfrsitig Schiffbruch erleiden. Ich finde solche Pauschalisierungen immer etwas befremdlich.

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      • Bauer Willi sagt

        Evo hat trotzdem Recht. Die Natur kennt keinen Pflug. Wir pflügen schon seit 20 Jahren nicht oder nur in ganz wenigen Einzelfällen. Und mit Phytohygiene haben wir kein Problem, weil wir eine vernünftige Fruchtfolge haben.
        Ich würde unser Verfahren nicht verallgemeinern. Bei uns geht Direktsaat nicht, dass haben wir oft genug ausprobiert und sind gescheitert.

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    • firedragon sagt

      “… Pflügen ist ein völlig unnatürlicher Vorgang, Die Natur vergräbt organische Masse nicht. …”
      Natürlich vergräbt die Natur organische Masse, in Form von
      – Hangrutschen
      – Vulkanausbrüchen
      – Verschlammung

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      • Smarti sagt

        Und alljährlich wiederkehrende Überschwemmungen mit Sedimenten und Schlamm z.B. früher am Nil.

      • Andreas sagt

        und Wildschweine 🙂

        Über Tausende von Jahren haben die Bauern gepflügt oder sogar ihre Früchte auf Dämmen angebaut.
        Nur so konnte Humus aufgebaut und die Böden fruchtbar gehalten werden

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        • Bauer Willi sagt

          Mit Pflügen wird Humus aufgebaut? Ernsthaft? Dann gebe ich meinen Doktor-Titel zurück. Habe mein Rigorosum bei Prof. Mückenhausen gemacht und dafür sein Werk mit fast 400 Seiten gelesen…
          Mir hat ein Bio-Bauer erzählt, dass ständiges Pflügen und häufige Bodenbearbeitung schlecht für den Humusgehalt sei soll.

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          • Mark sagt

            “Habe mein Rigorosum bei Prof. Mückenhausen gemacht..”

            Ich habe mein Examen bei Prof. Schlichting gemacht. Mückenhausen zu lesen oder gar zu zitieren war verboten. Prof. Kahnt hat jahrelang über “Ackerbau ohne Pflug” sinniert ohne zu klaren Aussagen zu kommen…

          • Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut sagt

            Bei uns sieht das nach dem dritten Jahr Mulchsaat genau so wie auf den Bildern aus. Extrem viele Regenwurmlöcher . Wenn sich das durchsetzt und gegebenenfalls auch noch mit Direktsaat, ja dann sieht das für die Landtechnikbranche schlecht aus.

            • Reinhard Seevers sagt

              Andreas, lesen heißt verstehen:
              Frau Dr. sagt zum Humusaufbau: „Das hat sehr viel mehr damit zu tun, wie viel Kohlenstoff ich in den Boden reinbringe über organische Düngung oder über vernünftige Fruchtfolge. Was ich danach mit dem Kohlenstoff mache, ob ich den durchrühre mit dem Pflug, dann finde ich ihn auch in tieferen Bodenschichten, oder ob ich ihn weiter oben an der Oberfläche liegenlasse, wie beim Pflugverzicht – insgesamt macht das keinen Unterschied für die Kohlenstoffspeicherung im Boden.“

              Hat Willi doch so auch bestätigt…Fruchtfolge und organischer Dünger…alles gut Andreas! Er hat lediglich keine parallelen Versuche mit dem Pflug durchgeführt…er kommt mit seinem Verfahren aber auf das gleiche Ergebnis, weil die Bedingungen für den Humusabufbau vorliegen….so mein Verständnis der Lage.

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              • Brötchen sagt

                so wie ich das verstanden habe, ist der Humusgehalt im Boden von einigen Faktoren abhängig, die z.B. Klima und Bodenart sind.
                Dieser Gehalt befindet sich zwischen Aufbau und Abbau im Gleichgewicht und kann nur extrem langsam und nur bis zu einer bestimmten Höchstgrenze gesteigert werden.
                Meines ERachtens ist CO2 ein goldenes Kalb, das jeder anders umtanzt.

                • Reinhard Seevers sagt

                  “Meines ERachtens ist CO2 ein goldenes Kalb, das jeder anders umtanzt.”

                  Jaaa, das wird jetzt ernst…der europäische Emissionshandel ist fast beschlossen und dann wird der böse Mineraldünger endlich so bepreist, wie das Klima es erfordert und dann ist Schluss mit dem Überdüngen, weil zu teuer. DAS wird richtig lustich!

                  Zitat: ” Auch wer Waren im Ausland produziert und dann nach Europa verkauft, soll einen CO2-Preis zahlen. Dies betrifft genau jene Güter, für die die freien Zuteilungen in der EU wegfallen: Stahl, Aluminium, Dünger, Zement, Strom und Wasserstoff. Die Höhe dieses CO2-Grenzausgleichs soll den Kosten der Emissionszertifikate in der EU entsprechen. In der Fachsprache heißt das Instrument „Cbam“ (für „Carbon Border Adjustment Mechanism“).

                  Ziel sind ein fairer Wettbewerb innerhalb der EU und ein Verhindern von „Carbon Leakage“, also der Abwanderung CO2-intensiver Industrie ins Ausland. Die europäische Wirtschaft fürchtet durch die Reform dennoch Wettbewerbsnachteile gegenüber ausländischen Konkurrenten.”
                  https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/fragen-und-antworten-so-funktioniert-der-verschaerfte-co2-emissionshandel/29100098.html

                  Man achte auf die Diagramme….die Landwirtschaft steigert ihren Anteil an den CO-2 Emissionen bis 2030…das ist doch wieder ein schönes Signal!

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            • der Jens sagt

              @Andreas
              Ach, der Axel Don. Wenn wir den nicht hätten. Er ist zum Glück schlauer als ALLE anderen Wissenschaftler dieser Welt.
              Nach seiner Meinung soll ich mein GRÜNLAND umackern, damit in den verdichteten Boden weniger Lachgas produziert wird. Das ist aber Verboten, unter anderem weil dabei zu viel Stickstoff und CO² freigesetzt wird. Humusabbau!
              Wie kann der Humusgehalt nur sinken, wenn es denn nicht möglich ist, durch Bodenruhe (kein Pflug, nur umbruchlose Nachsaat = Direktsaat) den Humusgehalt innerhalb von 100 Jahren auf die mehr als 5 % im Grünland zu steigern?
              Die Studie belegt, daß ER nicht weiß, wie man den Humusgehalt steigert, nicht daß es nicht geht.

              • Reinhard Seevers sagt

                Tja, jeder kann sich ja aussuchen, für welche Form des Sterbens man die Landwirtschaft verantwortlich machen möchte….am Anfang würde ich dennoch das “Verhungern” stellen….dann folgen Lachgasemissionen, Glyphosat, Humusauf oder-abbau, Bodenerosion, Monokulturen, Artensterben, Biodiversitätsverlust, Grundwasserverschmutzung, Grundwasser(ver)benutzung….oder was dem ein oder anderen noch so einfällt.🙆‍♂️💪✊

                • evo.... sagt

                  Ich habe mich am Montag Abend mal wieder bestätigt gefühlt:

                  Ich erzähle (2 Paare) , dass ich eine Kombination nicht begriffen habe, weil ich zuvor zuviel Kaffee gesoffen habe. Eine Frau sagt: ” Ich trinke auch viel Kaffee!” Und die hat Gebärmutterkrebs. Ich denke in solchen Situationen dann an das was Bruce Ames (der Erfinder des Ames-Tests) gesagt hat:

                  “Eine Tasse Kaffee hat mehr krebserregende Stoffe, als ein durchschnittlicher Verbraucher in einem ganzen Jahr an Pestiziden aufnimmt!”

                  Bei uns wird eine Riesenangst vor Pestiziden geschürt und , der wesentlich gefährlichere ,Kaffee ist Kult. Aber jeder Krebsfall ist für die Bios günstig, weil die Leuts dann ev. Bio kaufen.

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          • Ostbauer sagt

            Ich komm gerade vom Bodenschätzen für`s Finanzamt.
            Sicher kann man mit Pflügen keinen Humus aufbauen, wo soll der denn her kommen. Allerdings kann ich durch pflügen oder auch durchmischen in tiefere Schichten aus einem S5 einen S3 machen und so den Boden verbessern. Trotzdem muss organische Masse zugeführt werden.(solche Bodenarten kennt ihr ja fast nicht)
            Auch ich hol ab und zu den Pflug raus , mach aber auch viel Mulchsaat, kommt immer auf die Bedingungen an.

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  4. Ludwig sagt

    Regenwürmer , die besten Erdarbeiter auf dem Acker. Dafür müßen sie aber auch gut gefüttert werden. Stroh und Gründüngung helfen schon einmal , aber der richtige Gaumenschmaus für die Regenwürmer ist natürlich Kompost, Gärreste und natürlich Mist und Gülle. Unsere mit Gülle gedüngte Gründüngung hinterläst so einen voll durchgelöcherten Boden in diesem Frühjahr . Mit einem Scheibeneggendurchgang und anschließender Saatbettbereitung können sich die Rüben über das Saatbett freuen und zügig wachsen wenn der Boden denn mal trockner wäre . Heute soll schon einmal abgepresster Gärrrest gestreut werden und auf den trockneren Böden versucht werden zum Wochenende
    Rüben in die Erde zu bekommen. Bei ständiger organischer Düngung , sprich guter Fütterung der Bodenlebewesen , sind genauso viel Lebewesen im Boden wie Früchte oberhalb der Erde wachsen.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Auch hier gilt: je feuchter der Boden, umso mehr Regenwürmer….der Ökobasierte Mensch sagt: Wo Regenwürmer sind, kann der Boden mehr Wasser halten. Der Normalbürger sagt: Wo Regenwürmer sind, ist der Boden nass.
      Dann geht der Streit los, ob das Ei oder das Huhn zuerst da war und wie viele Regenwürmer pro m³ oder m² Acker sind schlecht, gut oder besser….ich wette mal heute wird noch ein Streit um die Menge entbrennen, und um die Größe der Würmer! ☝
      😎

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Oh je, jetzt erinnere ich mich an was, meine Legesklaven fressen fürs Leben gerne Regenwürmer, habe ich Repressalien zu erwarten?

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  5. Frikadellen piet 44 sagt

    moin der Äcker sieht toll aus die Regenwürmer sind dann Anzeichen für ein gutes Bodenleben dann werden die Rüben super wachsen und der Boden trägt auch sehr gut

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    • Frikadellen piet 44 sagt

      bei uns war das damals so dass die Rüben oben langsamer wuchsen aber eine Knollen waren super viel Erfolg

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