Jahr: 2022

2022 – Neue Fruchtfolgen für deutsche Äcker

Das neue Jahr 2022 beginnt mit neuen Chancen. Der nachfolgende Artikel ist vor allen Dingen für Ackerbauern sowie für Massentierhalter, die aussteigen wollen, interessant. In jedem Falle empfiehlt sich jedoch vorher eine betriebswirtschaftliche Beratung. Ob die Landwirtschaftskammern darauf vorbereitet sind?   Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen  

Wir haben es satt…

Mit diesem Plakat dürfte deutlich werden, wohin die Aktionen von „Wir-haben-es-satt“ zielen. Da mittlerweile auch landwirtschaftliche Verbände den Begriff „Transformation“ adaptiert haben, hier die Erläuterung, was dieser Begriff bedeutet: Transformation ist …der Vorgang der grundlegenden Veränderung eines politischen Systems und gegebenenfalls auch der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ordnung. https://de.wikipedia.org/wiki/Transformation_(Politikwissenschaft) Ich bin mir nicht sicher, ob sich die Teilnehmer der Zukunftskommission Landwirtschaft klar darüber sind, dass sie einer grundlegenden Veränderung des politischen Systems zugestimmt haben. Die Zusagen der diversen Natur-, Tierschutz- oder Klimaschutzvereine, das Bashing der konventionellen Landwirtschaft zu beenden, sind vergessen. Ansonsten hätte der NABU-Bundesverband dieses Plakat nicht mit unterschrieben. Wir (Bauern) haben es satt…          

Die Begeisterung der Gesellschaft

Ich schätze die DLG sehr. Auch ihren Präsidenten Herrn Paetow, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind. Im Februar ist die DLG-Wintertagung. Als Livestream und in Präsenz. https://www.dlg-wintertagung.de/ Was geboten wird? Hier ein paar Auszüge aus der Einladung: „Wege in der neuen Realität Ackerbau. Tierhaltung. Integration. Eine neue Realität – dieser beunruhigende Gedanke zieht sich seit zwei Jahren durch die Debatten. Gemeint ist die Wirklichkeit nach der Pandemie, in der die Koordinaten des gesellschaftlichen Miteinanders neu vermessen werden. Die neue Realität ist also die Transformation. Sie läuft bereits und wird zunächst an einigen Symptomen sichtbar: Erzeugerpreise bei pflanzlichen Commodities schießen durch die Decke. Die Hochstimmung bei Ackerbauern wird allerdings gebremst durch Höhenflüge bei Energie und Dünger. Für Tierhalter sind die Konsequenzen dieses Steilflugs erheblich: Höchstpreise bei Futtermitteln, die der größte Kostenposten in der Tierhaltung sind, in Kombination mit Tiefstpreisen bei Produkten, insbesondere bei Schweinefleisch, presst zahlreichen Betrieben den Atem ab. Als wäre der Markt nicht Herausforderung genug, erleben wir gleichzeitig eine anschwellende Grundsatzdebatte die in unterschiedliche Richtungen führt: Öko, regional, artenschützend, klimaneutral, tiergerecht; gelegentlich …

Wie geht das mit der Energiewende?

Eigentlich geht es mir erst einmal nicht um die Energiewende, sondern um die Stromwende. Bei uns vor der Haustür stehen in Sichtweite 3 Braunkohlekraftwerke und die sehe ich mal mehr oder weniger dampfen. Dann sind da noch Aktivisten, die wollen, dass die Kraftwerke 2030 (oder früher?) vom Netz gehen. Das kann man sich ja wünschen, aber wie soll das gehen? Und wie sieht es dann mit der Versorgungsicherheit aus? Ich will das ernsthaft wissen und nicht die Erneuerbaren schlecht machen. Ich würde mich sehr freuen, wenn mir das jemand so erklären kann, dass ich (und hoffentlich auch andere) es wirklich verstehen. Auf der Seite https://www.smard.de/home stehen alle Daten zu Erzeugung und Verbrauch fast in Echtzeit zur Verfügung. Ich habe mir für die obige Grafik mal beispielhaft zwei Tage im November 2021 herausgesucht und ganz bewusst die Extreme visualisiert. Am 7. November (in der Grafik links) war es um 12 Uhr in Deutschland sonnig und windig. Von den rund 57.000 MWh Verbrauch wurden rund 49.000 MWh aus erneuerbarer Energie gewonnen, rund 20.000 aus nicht erneuerbarer. Die …

Agrarkongress – Der große Konsens

Am 18. Januar tagte zum 6. Mal der Agrarkongress des BMU, das jetzt BMUV heißt. Das Programm findet ihr hier: https://www.bmu-events.de/sites/default/files/gc-event/uploads/11326_programm_deutsch-v5.pdf Wie man sieht, ein bunter Reigen an Themen und Personen aus Politik, Naturschutz, Verbraucherschutz und auch aus der Landwirtschaft. Die Zusammenfassung des Kongresses: Alle, aber wirklich alle sind der Meinung, dass die Chancen für die Transformation der Landwirtschaft noch nie so günstig waren wie derzeit. Durch die „grüne“ Führung der beiden wichtigsten Ministerien, dem BMEL und dem BMUV könne Umweltpolitik und Agrarpolitik jetzt erstmals aus einem Guss erfolgen, so die beiden verantwortlichen Minister. Sowohl die Borchert-Kommission als auch die Zukunftskommission habe die Ziele und die Pfade der Transformation der Landwirtschaft aufgezeigt.  Nun müssten sie von der Politik nur noch angegangen werden. Da waren sich alle einig, auch die Vertreter:innen von Deutschem Bauernverband, Deutschem Landfrauenverband und dem Bund der deutschen Landjugend. Diese gaben lediglich zu bedenken, dass für ein Gelingen der Transformation der Landwirtschaft erhebliche finanzielle Mittel notwendig seien. Da ginge es um mehrere Milliarden Euro. Jedes Jahr. Einig war man sich auch darin, dass …

Deutschland Exportweltmeister…von Problemen

In der Silvesternacht haben wir in Deutschland 3 Atomkraftwerke und drei Braunkohlen-Blöcke mit je 300 MW abgestellt. In den nächsten Monaten und Jahren werden weitere folgen. Auf die Frage, wo denn dann der Strom herkommen soll, wird schließlich darauf verwiesen, dass wir den fehlenden Strom ja importieren können. Damit wird unsere Klimabilanz verbessert. Wir exportieren unsere Probleme. Die neue Bundesregierung möchte den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bis 2030 auf die Hälfte reduzieren. Gleichzeitig soll der Anteil der Biolandwirtschaft von jetzt knapp 10% auf 30% steigen. Damit ist klar, dass wir nicht nur noch mehr Obst und Gemüse, sondern zukünftig auch wesentliche Teile unsere Grundnahrungsmittel importieren müssen. Wir möchten die Umwelt schonen. Wir exportieren unsere Probleme. Das Kükentöten ist seit dem 1.1.2022 in Deutschland verboten. Aber nur in Deutschland. Tierwohl ist uns wichtig. Wir exportieren unsere Probleme. Die Käfighaltung von Hühnern ist schon lange verboten. Die Eier für die industrielle Verarbeitung bzw. Eipulver  kommen aus dem Ausland wo die Käfighaltung erlaubt ist. Ob da der Tierschutz eine Rolle spielt, interessiert den Bürger nicht. In Deutschland gelten strenge …

Cannabis: Antwort vom BMEL

Dieter und ich haben am 29.12. 2021 beim BMEL eine Anfrage zum Anbau von Cannabis gestellt. https://www.bauerwilli.com/wieviel-hanf-soll-es-sein/ Hier die Antwort: Antwort BMEL Cannabis Neu für uns war, dass für den Anbau von medizinischem Hanf eine europaweite Ausschreibung erfolgt. Wir überlegen noch…. 🙂

Der „Hirn-Aus“-Reflex

Ein Gastbeitrag von Bauer Fritz aus (Ober-)Österreich, der sich mit dem Reflex beschäftigt, mit dem die Medien auf eine „Studie“ oder einen „Atlas“ der NGO (Nicht Gewählten Organisationen) prompt reagieren. Ich bin dankbar, dass Fritz das übernimmt, denn ich bin mittlerweile müde, das immer gleiche Campaigning von BUND, NABU, WWF und Co. zu kommentieren. Aktuell der „Pestizid-Atlas“. Und die Versprechungen der „Zukunftskommission Landwirtschaft“ , die Landwirte in Ruhe zu lassen und sich mit ihnen solidarisch zu zeigen, kann man spätestens jetzt auch in die Tonne kloppen. Hat ja nicht lange gehalten. Über ein nicht wegzubringendes Phänomen im Medienbereich, das ebenso erstaunlicherweise wie  bedauerlicherweise am häufigsten vorzufinden bei sich selbst so bezeichnenden Qualitätsmedien. Und das nicht nur in Österreich. Dieses sonderbare Phänomen tritt vorrangig auf, wenn Medien Pressemitteilungen von NGOs erhalten und ist wie folgt zu diagnostizieren: Nahezu unmittelbar nachdem die „Guten per Eigendefinition“ irgendeine übliche Alarm-Info raushauen, stellt sich bei den „Qualitativen per Eigendefinition“ der sogenannte „Hirn-Aus“-Reflex ein. Während sie sich Jahr und Tag ihrer Rechercheleistungen rühmen, ihre Fakten-Checks preisen, ihre bestens ausgebildeten Journalisten hypen, …

Preisexplosion…

Im vergangenen August habe ich für unsere Heizung Holzpellets eingekauft.  Für 199 €/t netto. Jetzt müssen wir nachordern. Ich habe wieder bei unserer Genossenschaft angerufen, weil die die besten Preise hat. Der Verkäufer hat mich gebeten, mich erst zu setzen, bevor er mir den Preis nennt. Das war richtig. Der aktuelle Preis beträgt 386 €/t. Man muss nicht Mathematik studiert haben um schnell festzustellen, dass das fast der doppelte Preis ist. Es hilft aber nichts, denn wir können ja nicht im Kalten sitzen. Jeder weiß, dass der Diesel an der Tankstelle je nach Uhrzeit zwischen 1,55 und 1,65 €/l kostet. Auch das ist deutlich mehr als noch im Sommer. Im Sommer werden Benzin und Diesel aufgrund der CO2-Bepreisung nochmals teurer. Noch haben wir einen Stromliefervertrag. Ich habe mal in einem Portal nach den aktuellen Preisen für einen neuen Vertrag geschaut. Die Preise für 1 kWh: zwischen 0,44 und 0,60 €, für Kunden, die von ihrem (Billig)-Anbieter die Kündigung bekommen haben, sogar bis zu 0,70 €. Über die Situation bei Düngemittel hatte ich schon berichtet. Ein …

Was wichtig ist….

Seit dem 12. Januar 2015, also heute auf den Tag genau vor 7 Jahren, sind in diesem Blog 2701 Artikel erschienen. Dazu gibt es bisher 111.101 Kommentare. Mit anderen Worten: dieser Blog hätte sich nicht 7 Jahre gehalten, wenn die Themen nicht interessant wären und es nicht Menschen gäbe, denen es wichtig ist, ihre persönlichen Meinung dazu abzugeben und sich mit anderen Menschen darüber auszutauschen. Deshalb ein paar Worte, die mir wichtig erscheinen. Ich bekomme direkt und indirekt positive Resonanz dafür, dass der Diskussionsstil auf diesem (meinem) Blog menschlich anständig und (relativ zu vielen anderen) sachlich ist. Das soll so bleiben, auch wenn es bisweilen viel Aufmerksamkeit erfordert. Dass die Zahl der Kommentare je nach Thema mal höher und mal niedriger ausfällt, ist normal. Mir liegt daran, auch unterschiedliche Themen anzusprechen, die möglichst verschiedene Gruppen ansprechen. Einen Satz höre ich oft: „Ich finde Deine Artikel immer interessant, auch wenn ich manchmal anderer Meinung bin“. Und genau so soll es sein, denn wie langweilig wäre es, wenn alle einer Ansicht wären? Oder gar meiner Meinung… 🙂 …