Jahr: 2022

Keine Chance für unfaire Einkäufer! Die BLE hilft

Unfaire Handelspraktiken sind an der Tagesordnung im Lebensmittelhandel. Das bekommen viele Landwirte und Lieferanten täglich zu spüren. Einige zucken resigniert die Schultern und denken:  „so ist der Markt, daran kann ich nichts ändern“ . Denn wenn ich aufmucke, darf ich möglicherweise nicht mehr liefern oder bekomme andere Probleme. Doch das muss nicht sein. Seit dem 9. Juni 2021 verbietet ein neues Gesetz unfaire Handelspraktiken und gibt  Betroffenen die Möglichkeit, sich vertraulich bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hierüber zu beschweren. Wer sich nicht gleich mit einer förmlichen Beschwerde über einen bestimmten Vertragspartner an die BLE wenden möchte, kann ihr konkrete Hinweise zu unfairen Praktiken im Markt geben, die es ihr ermöglichen, solchen Verhaltensweisen von Amts wegen, d.h. unabhängig von der Beschwerde eines Einzelnen, nachzugehen und sie ggf. abzustellen und zu sanktionieren. Jede/r von euch kann sich jetzt an die BLE wenden. Einfach anrufen, Email schreiben oder eine Beschwerde online einreichen. Vertraulichkeit und Schutz der Identität sind garantiert! Und das ist sehr wichtig, denn etwas Schiss hat man ja schon…. Was ist unfair? Nicht …

Wetten dass…

Ich habe eben gesehen, dass der Raps-Preis an der MATIF in Paris die 800 €-Marke geknackt hat. Wahnsinn! https://www.kaack-terminhandel.de/de/matif-raps.html Leider habe ich keinen Raps mehr zu verkaufen, weil ich im Sommer in der Ernte mit 530 €/t sehr zufrieden war. Wenn ich jetzt für die Ernte 2022 einen Vorkontrakt machen würde, würde ich 550 €/t (oder 55 €/dt) erzielen. Jetzt meine Frage an euch: Wie hoch ist der Preis für Raps in der Ernte 2022, genauer gesagt, am 5 August 2022, also in 8 Monaten? Ihr habt folgende Antwort-Möglichkeiten a) der Preis geht wieder runter, du kannst froh sein, wenn er in der Ernte zwischen 40 und 45 €/dt liegt. Also mach jetzt einen Vorkontrakt mit 55 €/dt b) es ist egal, ob Du jetzt einen Vorkontrakt machst oder nicht. In der Ernte wirst Du zwischen 52 und 57 €/dt erlösen. Also keine Panik. c) Auf jeden Fall abwarten. 70 €/dt sind in jedem Fall drin. d) Bist du verrückt? Auf keinen Fall jetzt handeln, denn der Markt ist so eng, dass in diesem Jahr …

Weniger grüne Energie

Es ist nicht so, wie es aussieht. Viele Stromanbieter weisen jetzt weniger „Ökostrom“ aus als noch vor einem Jahr. Das liegt aber nicht an der veränderten Stromerzeugung, sondern an einer neuen Regelung, wie diese auszuweisen ist. Bisher war da sehr viel Greenwashing möglich. Man kann es auch Verbrauchertäuschung nennen. https://www.zeit.de/wirtschaft/2021-12/oekostrom-erneuerbare-energie-anbieter-5vor8/komplettansicht https://www.topagrar.com/energie/news/neue-stromkennzeichnung-so-viel-oeko-ist-in-oekostrom-12766581.html?utm_source=Maileon&utm_medium=email&utm_campaign=2021-12-16+Energie&utm_content=https%3A%2F%2Fwww.topagrar.com%2Fenergie%2Fnews%2Fneue-stromkennzeichnung-so-viel-oeko-ist-in-oekostrom-12766581.html

Die Frage hinter der Frage…

Mit welchem Wissen darf ich an einer Diskussion teilnehmen? Oder muss ich vom Thema eigentlich nichts wissen, um mitreden zu können? Und: alles wissen kann man nicht. Also was jetzt? Die Meinung des Wissenschaftlers Bartosz Bartkowski, der zumindest weiß, dass er nicht alles weiß. Ich habe schon einmal einen Text von ihm verlinkt. Hier jetzt sein aktueller Artikel. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen    

Schweiz: Nationalrat weist auch die „Massentierhaltungs-Initiative“ zurück

Nachdem im Sommer die „Trinkwasser-Initiative“ und die „Pestizid-Initiative“ in der Schweiz mit über 60% abgelehnt wurde (https://www.bauerwilli.com/sieg-der-vernunft/)  wurde jetzt auch die „Massentierhaltungs-Initiative“ sowie ein Gegenvorschlag vom Nationalrat zurückgewiesen. Zur Erläuterung „Die Kommissionsmehrheit teilt die Auffassung des Bundesrats, dass die Initiative verschiedenen Probleme schaffen würde, unter anderem Unvereinbarkeit mit den internationalen Verpflichtungen der Schweiz, grosser administrativer Aufwand sowie Richtlinien einer privaten Organisation als Vorgabe auf Verfassungsstufe. Die Kommission weist insbesondere darauf hin, dass die Schweiz bereits heute das weltweit strengste Tierschutzgesetz und einzigartig tiefe Vorgaben bezüglich der Tierhöchstbestände pro Betrieb kennt. Der Vorschlag laufe zudem dem Ziel des Bundesrats, die Ammoniakemissionen zu reduzieren, entgegen und fokussiere primär auf die Rindviehhalterinnen und -halter.“ Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen Zum Thema hier eine eindrucksvolle Rede von Martin Haab, Landwirt und Mitglied im Nationalrat (bitte etwas warten, der Seitenaufbau dauert etwas) https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/amtliches-bulletin/amtliches-bulletin-die-videos?TranscriptId=294632 Hier ein Textausschnitt: …

Strom kann man nicht essen

In einem Interview mit der FAZ (leider hinter Bezahlsperre) vom 18.12.2021 geht Wirtschafts- und Klimaminister Habeck auf Themen zum Klima ein. Sinnigerweise heißt der Titel des Artikels: „Das Antlitz des Landes wird sich verändern“ und ist ein Zitat von Robert Habeck. https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/robert-habeck-ueber-klimaschutz-corona-und-nordstream-2-17689854.html Das Zitat im Titelbild finde ich verstörend. Die Selbstverständlichkeit, mit der der Photovoltaik der Vorrang vor der Lebensmittelproduktion gegeben wird hätte ich von einem grünen Minister nicht erwartet. Überhaupt scheinen die Begehrlichkeiten bezüglich von landwirtschaftlichen Flächen für Photovoltaik zu wachsen. Dazu eine Stellungnahme des LWK Niedersachsen. Positionspapier Freiflächen-PV    

Früher…war alles anders…

Das nachfolgende Video wurde 1971 vom ZDF im Raum Weser-Ems aufgenommen, ist jetzt also 50 Jahre alt. KFEA4745[1] Ich lasse es bewusst unkommentiert. Bitte achten Sie darauf, wie über Landwirtschaft berichtet wird und was damals ein Erfolg war. Danke an Arnold Krämer, der mir dieses Zeitdokument zugeschickt hat. Einige Zeit später war Meppen sein Dienstsitz. Das moderne Gebäude im Hintergrund, das „Haus der Landwirtschaft“, wurde inzwischen abgerissen. Ich wünsche allen einen guten Start ins Neue Jahr 2022. Bleiben wir optimistisch.