Jahr: 2022

Ohne Fleisch geht es nicht!

In der heutigen Zeit einen solchen Satz „vom Stapel zu lassen“ und auch noch einen Podcast so zu benennen, der stellt sich gegen den Mainstream.  Ein guter Bekannter und Freund macht mich regelmäßig auf Dr. Daniel Stelter  und seinen Blog aufmerksam. Diesmal geht es um die Frage, mit welchen Ansätzen eine mögliche Nahrungsmittekrise begegnet werden soll. Im Gespräch dazu mit Dr. Daniel Stelter der Landwirt Dirk Hadenfeldt und der Ordinarius für Tierernährung an der Technischen Universität München, Professor Dr. Wilhelm Windisch. Sehr hörenswert, weil nicht die üblichen Parolen verkündet werden. Sachargumente ja können auch hilfreich sein 🙂 und die liefern die Gesprächspartner. https://bto.podigee.io/141-neue-episode Die ersten 5  Minuten kann man überspringen. Das ist Werbung. Weil er jetzt eine Partnerschaft mit dem „Handelsblatt“ eingegangen ist. Und das machen die sicher nicht mit jedem. Übrigens: Ich habe mir jetzt Kopfhörer zugelegt, die mit Bluetooth funktionieren, so dass ich den Podcast auch im Auto oder bei der Arbeit hören kann. Kosten weniger als 100 kg Weizen. Ok, für die wirklich guten kann es auch der Gegenwert von 100 kg …

Herr Özdemir, liefern Sie endlich!

In wenigen Tagen sind der neue Landwirtschaftsminister und seine drei Staatssekretärinnen ein halbes Jahr im Amt. Vorzuweisen haben sich bisher nichts. Statt dessen tauchen sie vereinzelt bei Veranstaltungen auf, um dort zu erklären, welche Pläne sie haben und dass sie sich bemühen. Konkret werden aber keine Termine genannt. Von den aktuellen Problemen in der Landwirtschaft jedoch scheint weder der Minister noch seine Staatssekretärinnen etwas mitzubekommen oder sie nehmen billigend in Kauf, dass vor allem die Tierhaltung seit langem existentielle Sorgen hat. Eine weitere große Ausstiegswelle der Schweinehalter steht bevor, weil die Produkterlöse schon lange nicht mehr zu den stark gestiegenen Kosten passen, vor allem durch explodierende Futterkosten. Von all dem hört man aus dem Ministerium nichts. Interessant ist auch, welche Termine dem Leitungsgremium wichtig sind:  (https://www.bmel.de/SiteGlobals/Forms/Suche/DE/Leitungstermine/Leitungsterminesuche_Formular.html) Diese Arbeitsverweigerung fällt in der Agrarbranche mittlerweile vielen auf. So zum Beispiel auch dem Deutschen Raiffeisenverband, auf dessen Tagung Herr Holzenkamp dem dort anwesenden Minister seinen Unmut  deutlich vermittelte: Wörtlich heißt es dort: „Wir brauchen bis zum Sommer klare Antworten von der Politik, wie die Transformation in der Agrar- …

Einschränkungen für die Katze… und den Bürger…

Zuerst mag einem ja die Überschrift „Katzenarrest“ ja irgendwie kindisch vorkommen. Und sicher ist es auch nur eine kleine Episode in der täglichen Flut der Medien-Meldungen. Aber er dient gut dazu, Grundsätzliches zu erkennen. https://www.schwaebische.de/sueden/baden-wuerttemberg_artikel,-katzenarrest-im-rhein-neckar-kreis-_arid,11514444.html Die Hauskatzen eines kleinen Gebietes sollen mehrere Woche im Haus bleiben, damit sie die Brut der Haubenlerche nicht stören oder gar den seltenen Vogel verspeisen. Wie nicht anders zu erwarten, regt sich Widerstand aus der Bevölkerung, der nun zu eskalieren droht. Das Pikante an der Geschichte: bei der beschriebenen Region handelt es sich um Flächen, die als Baugebiet vorgesehen sind…  

Phosphor: Entlastung für die Landwirtschaft

Bei der Beurteilung der Phosphor-Belastung von Flüssen und Bächen wurden in den bisherigen Studien unzutreffende Ansätze verwendet. Eine neue Studie weist Kläranlagen als Hauptverursacher aus.Das Institut für ZukunftsEnergie- und Stoffstromsysteme (IZES) hat in der vom saarländischen Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz beauftragten Studie umfangreiche Messdaten der Arbeitsgruppe Gewässermonitoring der Universität des Saarlandes und des Landesamts für Umwelt mit Abwasserdaten des Entsorgungsverbandes Saar verknüpft. Die Daten beziehen sich auf das Einzugsgebiet der Theel. An dem 25 km langen Bach liegen insgesamt fünf mittelgroße Kläranlagen. Die Verfasser der Studie kommen zu dem Ergebnis, dass die zu hohen Konzentrationen an biologisch verfügbarem Phosphor weitgehend auf die unzureichende Reinigung der kommunalen Abwässer zurückzuführen sind. Die Landwirtschaft habe nur eine geringe Bedeutung. Frühere Studien zur Theel, aber auch viele andere Studien zu Fließgewässern, sahen bisher auf Basis von Modellrechnungen die Landwirtschaft als wichtigen Verursacher. Jedoch basieren diese auf methodisch falschen Annahmen, wenn es um die biologische Wirkung in Fließgewässern geht. Falsche Annahmen – falsche Ergebnisse Zum einen wird häufig nur mit dem Parameter Gesamtphosphor gearbeitet und nicht das bioverfügbare Orthophosphat …

Nicht die erste Nahrungsmittelkrise – aber eine völlig andere

Im nachfolgenden Link wird anhand von sehr guten Grafiken erläutert, zu welchen Zeiten es bereits Nahrungsmittelkrisen gab. https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/schneller-schlau/steigende-preise-wie-nahrungsmittelkrisen-entstehen-18047631.html Was auch deutlich wird: diese Nahrungsmittelkrise ist anders. Meine Prognose: wir erleben gerade erst den Anfang und die Preise werden weiter steigen. Wenn es nicht gelingt, in den nächsten Wochen Agrargüter aus der Ukraine in die typischen Importländer zu bekommen (siehe Beitrag) werden sich die Preise nochmals nach oben bewegen. Ein Analyst sagte dazu „Dann sind die derzeit höchsten Preise die niedrigsten des Jahres 2023″. Wäre jemand so freundlich, diese Aussage den Entscheidungsträger im BMEL zu vermitteln?

Glyphosat nicht krebserregend

Wie die ECHA, die europäische Chemikalienagentur mit Datum vom 30. Mai 2022 mitteilt, wird der Wirkstoff Glyphosat erneut als nicht krebserregend eingestuft. Vorausgegangen war die Sichtung zahlreicher Studien. https://echa.europa.eu/-/glyphosate-no-change-proposed-to-hazard-classification Sie hatte diese Einstufung bereits im Juni 2017 abgegeben: https://echa.europa.eu/-/glyphosate-not-classified-as-a-carcinogen-by-echa Diese Mitteilung ist Teil des gesetzlichen Vorganges, der entscheidet, ob die Zulassung des Wirkstoffes im Herbst 2023 verlängert wird. Dieser Text ist die Weiterleitung einer fachlichen Information und stellt keinerlei Wertung dar.

„Bee-Washing“: Bienensterben als Marketing-Gag

Endlich mal jemand, der die Dinge so kommentiert, wie sie sind. Und das von jemandem, der an der Krefelder Insektenstudie mitgewirkt hat. „In der Regel wird der Begriff „Bienensterben“ instrumentalisiert. Es gibt wirklich unschöne Auswüchse in Form von Greenwashing. Dafür gibt es schon einen eigenen Begriff, das Beewashing: Unternehmen werben mit Slogans wie „Bienen retten!“, und die Menschen haben das Gefühl, sie tun etwas Gutes. Tatsächlich ist das Augenwischerei und Geldmacherei mit dem guten Willen der Leute.“ https://www.geo.de/natur/oekologie/insektenforscher—begriff–bienensterben–ist-irrefuehrend–31876956.html Weitere interessante Zitate, hier zum Thema Konkurrenz von Honigbienen mit Wildbienen „Verschiedene Studien haben gezeigt, dass es an einzelnen Standorten zu einer Konkurrenz mit Wildbienen kommt. Die Dichte der Wildbienen nahm also ab, sobald Honigbienen hinzukamen. Als Biodiversitätsforscher gehe ich aber noch weiter: Es gibt bei uns über 3000 Insektenarten, die als Bestäuber von unterschiedlichen Pflanzen abhängig sind, die genaue Zahl kennt man gar nicht. Die Konkurrenz durch die Honigbiene betrifft alle diese Arten.“ Etwas ernüchternd diese Aussage: „Auf politischer Ebene wurde das Insektenschutzprogramm ins Leben gerufen, im vergangenen Jahr wurde das Insektenschutzpaket verabschiedet. Am eigentlichen Problem …

Kuhgespräche auf der Alm

Das Bild und den Text hat mir Hans Kohlmaier geschickt. Ich veröffentliche es ohne Kommentar. Ich denke, es spricht für sich… Kuhgespräche auf der Alm: Mein liebes Kälbchen, nun bist du auf der Welt. Der Wolf wird dich reißen und du wirst große Qualen erleiden. Unser Bauer wird sehr traurig sein und mit der Rinderhaltung aufhören. Ich werde zu Burger im Fastfood verarbeitet werden. Die schöne Alm wird verbuschen und wieder zu Wald werden. Die selbsternannten Natur- und Tierschützer werden sich freuen.

Es läuft nicht gut…

Der russische Krieg in der Ukraine hat viele Folgen. Die gestiegenen Preise für viele Dinge des täglichen Lebens betrifft auch den Einkauf von Lebensmittel. Das macht sich auch auf dem Bio-Markt bemerkbar, wie dieser Bericht aus Österreich zeigt: https://tirol.orf.at/stories/3157669/ Gilt aber auch für Deutschland: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-nachhaltigkeit/wie-die-inflation-den-biotrend-ausbremst-18063410.html? Zitat: „Die während der Pandemie hohe Nachfrage nach Bioprodukten hat sich deutlich abgeschwächt (…) Demgegenüber werden günstige Produkte deutlich stärker nachgefragt als noch vor einigen Monaten“ Zusammen mit gestiegenen Kosten stellt der Absatzrückgang für viele Bio-Bauern ein ernsthaftes Problem dar. Für mediale Aufmerksamkeit hat das Mulchen von reifen Erdbeeren in Westfalen gesorgt: https://www1.wdr.de/nachrichten/erdbeeren-vernichten-preis-100.html Ein Kommentator bei Twitter meint: Wow… Vorsätzliches vernichten von Lebensmitteln. Ich würde diese Bauern mit ihren Ländereien zwangsenteignen. Es wird auch vorgeschlagen „die Erdbeeren an Bedürftige zu spenden“. Das wirft zwei Fragen auf: 1. wer pflückt die Erdbeeren?  2. wer sind die Bedürftigen (bei Erdbeeren)?  Es läuft aber auch nicht gut für Spargel: https://www.hessenschau.de/wirtschaft/viel-auf-lager-weniger-umsatz-spargel-wird-billiger,spargel-zwischenbilanz-100.html https://www.hessenschau.de/wirtschaft/spargel-verkauf-stockt-erste-bauern-wollen-lieber-sonnenblumen-anbauen,wendepunkt-fuer-spargelbauern-100.html https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/spargel-bilanz-absatzprobleme-100.html Fazit: Wenn alles teurer wird, wird beim Essen gespart. Aber auch beim Handy. https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-05/56156233-kreise-apple-erwartet-2022-stagnation-des-iphone-absatzes-016.htm  

Eine gute Analyse reicht nicht…

Durch einen Leser bin ich auf die Publikation „Forschungsfelder“ des BMEL gestossen. Der obige Textauszug stammt aus dem Vorwort dieses Heftes, dass einen Überblick über eben die aktuellen Forschungsfelder gibt.Es lohnt sich, darin zu stöbern, auch wenn einiges davon noch recht weit weg von der Praxis ist. Aber das ist bei Forschung so, besonders bei Grundlagenforschung forschungsfelder-1-2022-alles-im-blick Seiten, die mich persönlich sehr interessiert haben: Seite 3:            Vorwort von Herrn Özdemir Seite 18/!9      Unter Druck: Grafiken zu statistischen Daten der Landwirtschaft Seite 28/29    Dürrezeiten: Die Antworten: „was kann die Landwirtschaft tun“ praktizieren die Landwirte schon. Das mit dem Agroforst? Ich weiß nicht… Und zum Vorwort von Herrn Özdemir: Wenn es nicht so banal wäre, wäre es fast eine Frechheit. Denn was unternimmt der sogenannte Landwirtschaftsminister, damit diese Ziele erreicht werden können? Wann beginnt er mit seiner Arbeit?