Bauer Willi
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Einschränkungen für die Katze… und den Bürger…

Zuerst mag einem ja die Überschrift “Katzenarrest” ja irgendwie kindisch vorkommen. Und sicher ist es auch nur eine kleine Episode in der täglichen Flut der Medien-Meldungen. Aber er dient gut dazu, Grundsätzliches zu erkennen.

https://www.schwaebische.de/sueden/baden-wuerttemberg_artikel,-katzenarrest-im-rhein-neckar-kreis-_arid,11514444.html

Die Hauskatzen eines kleinen Gebietes sollen mehrere Woche im Haus bleiben, damit sie die Brut der Haubenlerche nicht stören oder gar den seltenen Vogel verspeisen. Wie nicht anders zu erwarten, regt sich Widerstand aus der Bevölkerung, der nun zu eskalieren droht.

Das Pikante an der Geschichte: bei der beschriebenen Region handelt es sich um Flächen, die als Baugebiet vorgesehen sind…

 

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15 Kommentare

  1. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Wenn wir nicht endlich eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit auf die Beine stellen,
    die jeden Betrieb Geld im überschaubaren Rahmen kosten würde,brauchen wir eigentlich gar nicht mehr weiter diskutieren.
    Unser Erdbeerbauer ist wöchentlich mit Bild in der Zeitung und man könnte meinen,der Ort lebt ausschliesslich von seinem Obst,er ist auch beim NABU und BUND aktiv,aber auch Jäger.
    Meine Hinweise,es gäbe noch eine andere Landwirtschaft,wird ignoriert.
    Der Bauernverband erzählt immer von den Pflanzen aufem Acker und geht dann ins Jammern über.

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    • Thomas Bröcker sagt

      DAS leidige Thema:
      1. Welche Themen, wie verkauft, durch wen und wo präsentiert?
      2. Wer hat das Notwendige Vertrauen als “Kassierer” und/oder Ausführender?
      3. Welche Medien sollen das transportieren?

      Man müsste einen wie Pollmer an geeigneter Stelle platziert kriegen. Selbst wenn man 3 mal die Woche 10 Minuten der besten Sendezeit bezahlen könnte/würde, würde die gesamte Garde der bezüglich Landwirtschaft “anders gepolten” Hetz- und Halbwahrheitenfraktion (das sind 80 % der Medien-“Schaffenden) mit aller Macht dagegen arbeiten. Die Sendung wäre ganz schnell in die Ecke “Schwarzer Kanal” verschoben.
      Wers nicht mehr kennt, “Der Schwarze Kanal” war die außenpolitische´Sendung des DDR Fernsehens mit Karl Eduard von Schnitzler, die nur “die Sendung mit Karl Eduard von Klick” hieß. Mit Klick war damals nicht Gradmesser für Aufmerksamkeit im Internet, sondern das Geräusch des Abschaltens der Glotze gemeint.

      So gesehen hoffe ich eher, dass Willi´s neues Buch so einschlägt wie sein Erstes.

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      • Reinhard Seevers sagt

        In Niedersachsen kuschelt die Landwirtschaft mit dem Natur- und Umweltressort auf dem grünen Weg.
        Man hat gemeinsam mit der Politik ein Eckpunktepapier verabschiedet, das die Flächenversiegelung bis 2030 halbieren und bis 2050 auf Null bringen soll.
        Dabei hilfreich wäre das digitale Flächenmanagement, das ja bereits vorhanden sei. Da raten wir Mal, wer sich hier Selbst ein Bein stellt?
        Ende Gelände?

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        • Inga sagt

          Aber es ist schon mal schön, dass die Politik mit den Bauern redet.
          Die Bauern aus Südhessen haben den Frankfurter auch verboten sich auf ihrem Feld auszubreiten. Ihr gites Ackerland darf nicht verbaut werden, sie wollen Landwirte bleiben.
          Das spricht sich doch run, oder?
          Enn ich mich nicht irre, haben die Agrarprof. der Uni Kassel auch Ackerland vor der Verbauung gerettet.
          Die da bauen wollen haben ja noch nicht mal Ahnung von Bodenqualtitäten.

          • Reinhard Seevers sagt

            Wenn es um Eigentum von Landwirten geht, dann haben sie es ja sowieso selbst in der Hand, ob sie verkaufen oder nicht, Inga.
            Wenn es aber eine Vereinbarung als Gesetz zur Reduzierung gibt, dann ist eben jeder, der eine Baumaßnahme vorhat, die in der Regel den Außenbereich betrifft, sofort betroffen.
            Dann muss Landwirtschaft eine Ausnahme aushandeln oder zus. Kompensation zu den bereits umfänglich vorh. tätigen. Super Deal. Was meinst du, wie das ausgehen wird.

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  2. Pälzer Buh sagt

    Ich bin mal gespannt wann die Deutsche Bundesregierung ein Gesetz verabschiedet, dass “Alle” (Wild und Haus) Prädatoren verbietet auf die Jagd zu gehen und sich an das dt. Jagdgesetz mit Schonzeiten und Jagdzeiten zu halten hat.

    Passt zwar hier nicht ganz zum Thema, aber unser LW Minister lehnt eine weitere Förderung von Drohnen zur Rehkitz Erkennung/Rettung ab.
    Die Ricken werden es Herrn Özdemir, “Danken”. Ironie Ende.
    Kosten Punkt: 5000€ je Drohne ohne Pilotenausbildung

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      • Pälzer Buh sagt

        Die Antwort wo hin das Geld sonst fließt, ist doch klar:”Subvention im Agrarbereich wird eingestellt.” So oder so ähnlich wird die Antwort vom BMEL lauten.
        Anmerkung: Von den 900 Drohnen wurden bisher 6000 Rehkitze gerettet.

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        • Smarti sagt

          Wir mähen etwa 80 ha Wiese und Ackergras, fast alles davon mit Waldanschluss. 15 und mehr gerettete Kitze sind “normal” – bei den Nachbarn rundherum ist es ähnlich.
          Ab etwa Mitte Mai findet die Infrarotdrohne im Schnitt jede Stunde ein Kitz.
          Man findet auch tote Tiere – Katzen, Wildschweine…. das ist echt eine tolle Sache.

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  3. Thomas Bröcker sagt

    Früher wurden streunende Katzen im Rahmen der Hege abgeschossen. Das sollte man wieder einführen und konsequent durchziehen. Auch Füchse, Marderhunde und Waschbären turnen in großer Zahl beutehungrig durch die Landschaften. Die Anti-Pelz-Kampagnen verhindern eine effektive Bestandskontrolle durch Jagddruck.
    Dazu kommt der enorme Druck auf eigentlich geeignete Lebensräume durch ständiges Ausmähen mit Schlegelmulchtechnik, die mit ihrer Sogwirkung alle Tiere am Boden, die nicht schnell genug wegfliegen oder -laufen können mit zerfetzt. Meist ist dann auch noch eine Stützwalze dran, die die Reste plattmacht.
    Solche eigentlich als Lebemsraum geeigneten Flächen wären das gesamte Verkehrsbegleitgrün und EuA Flächen, vor allem auf nährstoffärmeren Standorten – wenn das ständige Ausputzen heruntergefahren würde. Aber irgendwie lieben wir es ja alle, wenn die Landschaft eher nach Sportplatzrasen aussieht, als nach dem natürlichen Jahreszeitenzyklus einer frei wachsenden Wiese.
    Wir haben einige Magerwiesen und dort auch Lerchen, die ihre Brut durchbringen – wenn die Flächen weit genug von Besiedlung entfernt sind. und jedes Jahr im Herbst abwechselnd nur die Hälfte der Fläche gemulcht wird. Alternativ ist auch eine temporäre Beweidung mit Schafen hilfreich.
    Prof. Kunz hat in seinen Vorträgen, in denen er für einen segregativen Ansatz im Artenschutz wirbt, erwähnt, dass auf ganz Europa betrachtet keine einzige Vogelart in ihrem Bestand gefährdet ist.
    Die “Krankheit” unseres Naturschutzes ist, alles überall haben zu wollen, egal wie dicht besiedelt oder wie intensiv die jeweilige Landschaft genutzt wird.

    Besonders witzig finde ich immer, wenn in die, z.B. für Zauneidechse oder auch Rebhuhn, geschaffenen Habitate die Ansitzstangen für die “Luftwaffe” in großer Zahl gleich mit eingebaut werden.

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    • Inga sagt

      “Die “Krankheit” unseres Naturschutzes ist, alles überall haben zu wollen, egal wie dicht besiedelt oder wie intensiv die jeweilige Landschaft genutzt wird.”

      Die “Krankheit” heißt Manngelde Kenntnis der Ökologie!

      Aber diese mit Schuldzuweisungen auf andere wieder ausgleichen!
      Ist das ok, oder Kindergartenniveau?
      Eigentlich müßte das strafbar sein, oder?

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  4. Gerhard sagt

    Habe ich auch gelesen. Die Bauern sind schuld, nicht die Katzen oder das Baugebiet.

    Fand ich erstaunlich oder, äh nein, im Grund ist es überhaupt nicht erstaunlich. Im Zweifel ist es immer der Bauer der aus purer Lust Chemie spritzt und Kunstdünger streut bis der Schlepper brennt.
    Ironie off.

    Mal sehen wie lange es noch dauert, bis die “gut informierten Bürger” den ersten Bauern lynchen. Und das ist jetzt durchaus ernst gemeint.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Diese unsere Gesellschaft stellt sich ständig Selbst ein Bein.
      Die Verkehrswende wird wohl auch scheitern. Der Ausbau der Bahn wird an vielen Strecken mit Protesten überzogen….
      Augsburg – Ulm, Minden – Hannover, Hamburg – Hannover usw.
      Demokratie ist scheiße, deshalb setzt Afrika auf China. Da wird geklotzt und nicht protestiert. Ich sehe dieses Land der “Alten” als nicht zukunftsfähig an. In unserer Stadt hat der Rat versucht in Eigenregie ein Wohngebiet zu planen, um auch sozialverträgliches Wohnen zu ermöglichen. Ist am “blauen Ordensband” gescheitert….große Augen all überall.

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  5. Reinhard Seevers sagt

    “So hat etwa die Deutsche Ornithologen-Gesellschaft jüngst analysiert, ein Zuviel von Pestiziden und Dünger sei hauptsächlich Schuld, dazu noch die intensive Landnutzung”

    Viele Worte und am Ende ist es doch wieder der Bauer. Der Widerspruch zwischen Natur- , Umweltschutz und Gesellschaft beginnt erst. Sie haben mit der Schuldzuweisung an die Landwirtschaft aber das Feld soweit bereitet, dass immer der Bauer zuerst dran ist.

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