Jahr: 2019

Die Vergiftung einer Debatte

Eine Buchbesprechung von Rainer Winter. Es geht dabei um das neue Buch von Jan Grossarth, in dem er sich mit dem Wandel von Begriffen rund um den Agrarbereich befasst. Lesenswert! Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

Immer noch zu trocken…

Ja, seit dem Dürresommer hat es geregnet. Der Oberboden bis 25 cm ist auch gut durchfeuchtet. In tieferen Bodenschichten (bis 180 cm) ist es aber immer noch erschreckend trocken. Das zeigt diese Karte des Helmholtz-Institutes für Umweltforschung mit Datum vom 7. Februar 2019. https://files.ufz.de/~drought/SM_Lall_aktuell.pdf Bis auch die tieferen Bodenschichten gut durchfeuchtet sind und ein störungsfreies Wachstum aller Kulturen (incl. Wald!) möglich ist, muss es noch viel regnen. Auch bei uns im Rheinland. Bauer Willi

Erbsen anbauen?

Es gibt wohl wenig Punkte, wo sich Landwirte und Umweltschützer so einig sind wie bei der Fruchtfolge. Es wäre wünschenswert, dass diese vielfältiger würde, als sie es heute ist. Eine wirklich tolle Kultur ist da die Futtererbse. Sie hat eine Reihe von Vorteilen: Bindung von Luftstickstoff Mobilisierung von Bodenphosphat Lieferung von Humus Verbesserung der Bodenstruktur Verminderte Bodenbearbeitungsintensität Verminderung von Krankheiten und Schädlingen Wechsel von Sommer- und Winterung Entzerrung von Arbeitsspitzen Das alles gilt es zu nutzen. Doch die Sache hat einen Haken: Die Wirtschaftlichkeit. Das beginnt mit dem Ertrag. Aus langjährigen Versuchen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und der Fachhochschule Ostwestfalen errechnet sich ein durchschnittlicher Ertrag von rund 40 dt/ha. Im Rheinland werden auch schon mal 50 dt/ha geerntet, aber dann muss alles stimmen. Bei einem Preis von 20 €/dt und Kosten von rund 1.000 €/ha (incl. Arbeitserledigung) führt dies zu einem negativen Ergebnis. Wenn ich den Vorfruchtwert mit 160 €/ha ansetze, ist es ein Nullsummenspiel. Gegenüber Weizen, Winterraps und Zuckerrüben fehlen zumindest bei mir im Betrieb 400 bis 550 €/ha. Bei Ackerbohnen (auch eine Leguminose und damit …

Es ist nichts wert…

Dieser Brief erreichte mich diese Woche. Was soll man antworten? Lieber Bauer Willi, Sie wissen, dass ich Ihre Arbeit sehr schätze. Besonders bewundere ich, wie Sie beharrlich neue Themen aufgreifen und diskutieren. Ich gestehe, dass ich oft diese Diskutiererei richtig satt bin. Nicht, weil ich sie für unnötig halte, sondern weil ich keine kurz- oder langfristigen Verbesserungen für die Landwirtinnen und Landwirte erkennen kann – leider. Ich gestehe auch, längere Zeit nicht auf Ihrer Internetseite gewesen zu sein (auch aus diesem Grund). Nun kommt es heute für mich – wie man so sagt, knüppeldick. Ich glaube, ich verspüre gerade die gleiche Wut im Bauch, wie Sie damals beim Verfassen des Briefes: Lieber Verbraucher… Wie lange setze ich mich nicht nur für Wertschätzung und auch für Wertschöpfung in der Landwirtschaft ein – und das tun viele andere Mitkämpfer auch. Manchmal, wenn man zusammen mit Bäuerinnen und Bauern gute Projekte oder Veranstaltungen mit Verbrauchern durchgeführt hat, bin ich voller Hoffnung. Irgendwann wird sich das auch auf der Habenseite der Kollegen auszahlen, so denke ich. Aber das Gegenteil …

Volksbegehren Bayern „Rettet die Bienen“

Verschiedene Organisationen haben in Bayern ein Volksbegehren zur Artenvielfalt vorgelegt, in das sich bis Mitte Februar die Bürger eintragen können. Die AbL Bayern hat hierzu einen Argumentationsleitfaden herausgegeben, den ich hier zur Diskussion stelle: http://www.abl-bayern.info/fileadmin/Dokumente/AbL-Bayern/Dokumente/AbL-Argumentationsleitfaden_Landwirtschaft_30.1.pdf?fbclid=IwAR0DlOJt-bIFFO40DwNbMqtnvsbx6S_VGmUrUdUVrKoy0yQqBAUNUq_JIMY Der Bayrische Bauernverband lehnt dieses Volksbegehren ab: https://www.bayerischerbauernverband.de/themen/landwirtschaft-umwelt/nein-zum-volksbegehren-5600 Wie ist eure Meinung?  

Transparenz bei Gentechnik

Das USDA, das US Department of Agriculture, veröffentlicht eine Liste mit allen Pflanzen, die in biotechnologischer Form weltweit verfügbar sind und für die regulierte Unternehmen Aufzeichnungen führen müssen. Diese Liste wird ständig aktualisiert. https://www.ams.usda.gov/rules-regulations/be/bioengineered-foods-list Bei Klick auf die jeweilige Kultur erfährt man, welche Sorten dies sind und wie der Handelsname lautet. Beim Klick auf die Buchstaben-Zahlen-Kombination in der letzten Spalte erfährt man, um welche Veränderung es sich handelt. Es sind auch Sorten aufgeführt, die nicht in den USA sondern in anderen Ländern der Erde hergestellt wurden. Für diese gilt die gleiche Kennzeichnungspflicht. Per Definition des USDA sind „biotechnologisch“ erzeugte Lebensmittel solche, die nachweisbares genetisches Material enthalten, das durch rekombinante DNA-Technik verändert wurde, nicht durch konventionelle Züchtung erzeugt werden kann oder in der Natur vorkommt. Es ist geplant, dass in Zukunft Lebensmittel, die mehr als 5% der so hergestellten Produkte enthalten, gekennzeichnet werden müssen. Dies würde dann für alle Lebensmittel gelten, die unverarbeitet verzehrt werden. Man darf gespannt sein, wie der Kunde darauf reagiert.  

Kompromisse sind möglich!

Jetzt ist das Ergebnis der interdisziplinären Tagung „Naturschutz und Landwirtschaft im Dialog – Biodiversität im Ackerbau“ erschienen. https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/ina/Dokumente/Tagungsdoku/2018/2018-Vilm_11Punkte_final_clean.pdf Ich durfte – als einer von drei Landwirten – daran teilnehmen. Es ist – aus meiner Sicht – ein sehr verbindendes Papier zwischen landwirtschaftlicher Praxis und den Anforderungen des Naturschutzes geworden. Und wie es bei einem Kompromiss so üblich ist, gibt es auch Dinge, die man gerne noch untergebracht hätte. Ich bitte um wohlwollende Kritik. 🙂 Bitte auch Weitergabe an alle, denen Landwirtschaft und Naturschutz am Herzen liegen und die sich für machbare Lösungen einsetzen. Es ist m.E. eine gute Vorlage für die zu erarbeitende Ackerbaustrategie. Bauer Willi

Meine persönliche Meinung zum Volksbegehren

Es ist gut, wenn sich die Menschen Gedanken um ihre Umwelt machen. Sie machen sich Sorgen, dass immer mehr Arten verloren gehen. Arten, die sie meistens gar nicht kennen, aber das soll keine Rolle spielen. Jede Art, die verloren geht, ist eine zu viel. Die Honigbiene gehört nicht zu dieser Art. Wie schon häufig hier berichtet, nimmt die Zahl der Honigbienen zu, auch in China, dem größten Exporteur von Honig in die EU. Dass also das Volksbegehren mit der Überschrift „Rettet die Bienen“ aufgemacht wird, ist ein Schwachpunkt in der Argumentation. Es liest sich aber gut und wie schreibt Elke Pelz-Thaller in ihrem Facebook-Artikel: „Wer kann dazu schon nein sagen?“ Artenschutz findet in der Landschaft statt. Nicht nur die bayrische Landschaft wird von Landwirten geprägt. Es ist eine Kulturlandschaft und ist, bis auf ein paar Urwälder im Bayrischen Wald, in den letzten Jahrtausenden von Menschen verändert worden. Von allen Menschen, nicht nur von Bauern. Es sind Wälder gerodet, Wiesen trockengelegt und Städte gebaut worden. Und Logistikzentren, Flughäfen, Straßen und Schienen. Wir alle haben – direkt oder indirekt …

Chemische Elemente…

Die Vereinten Nationen haben 2019 zum „Internationalen Jahr des Periodensystems der chemischen Elemente“ erklärt. Damit wollen sie weltweit das Bewusstsein dafür wecken, wie Chemie nachhaltige Entwicklung fördern sowie Lösungen für weltweite Herausforderungen bei Energie, Bildung, Landwirtschaft oder Gesundheit bieten kann. Die Widmung fällt zudem mit dem 150. Geburtstag des Periodensystem-Entdeckers Dmitry Mendeleev zusammen (aus Wikipedia). Ich finde den zweiten Satz hier besonders bemerkenswert und hab ihn daher auch dick markiert. Chemie und nachhaltig und Lösungen – haben die von der UNO jetzt alle einen Knall ? Vielleicht ist es wirklich mal gut sich den Satz einzuprägen oder zumindest darüber nachzudenken. Drum machen ja die von der UNO nicht nur einen Vergegenwärtigungs-Tag daraus, sondern gleich ein ganzes Jahr. Weil, all diese Elemente in diesem komischen Periodensystem sind natürlich – und zwar richtig NATÜRLICH. Also quasi Bio-Elemente. Noch besser: sie sind Elemente jedweden Lebens oder Gegenstands hier auf unserer Erde. Und soweit man weiß, auch in den mehr oder weniger bekannten Welten darüberhinaus. Drum hieß es früher auch mal: Alles Leben ist Chemie. Ist aber schon lange her. …

Antwort von MONITOR zum Thema Feinstaub

Ich habe der Redaktion Monitor meinen Artikel zum Thema „Feinstaub“ zugeschickt. Hier die Antwort, die ich mit Genehmigung der Redaktion ungekürzt und unkommentiert wiedergebe. Sehr geehrte Damen und Herren, zum Filmbeitrag „Feinstaub aus der Landwirtschaft“ haben uns zahlreiche Zuschauerreaktionen erreicht. Vielen Dank für Ihre Resonanz und Ihre Kritik, die wir sehr ernst nehmen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir nicht alle Zuschriften einzeln beantworten können. Wir möchten aber auf einige zentralen Punkte eingehen: Bemängelt wurde, dass die Berichterstattung einseitig, unseriös und wenig fundiert sei und auf fragwürdigen wissenschaftlichen Grundlagen basiere. Bei unserer Berichterstattung haben wir uns im Kern auf die Untersuchungen von Herrn Prof. Jos Lelieveld vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz sowie weiteren internationalen Studien bezogen. Prof. Lelieveld ist ein international anerkannter Wissenschaftler und ausgewiesener Spezialist für Atmosphärenphysik und Atmosphärenchemie, der bereits zahlreiche Studien zum Thema „Feinstaub“ veröffentlicht hat. Die Zahlen der aktuellen Studie des Max Plack Instituts für Chemie basieren auf umfangreichem, neu erhobenem Datenmaterial sowie Zahlen aus mehr als 40 Studien aus über 16 verschiedenen Ländern. Die Daten stehen in diesem …